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Zun&#xE4;chst ein Wort zur in den...</description><dc:date>2010-03-26T14:36:02Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://www.moritzleuenberger.net/static/des-dispositions-legales-ne-reforment-rien" target="_self">Des dispositions l&#xE9;gales ne r&#xE9;forment rien</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://www.moritzleuenberger.net/files/images/2010/3/mob184_1269614367.jpg" alt="Paragraphenlawine &#xA9; Fineas - Fotolia.com" title="Paragraphenlawine &#xA9; Fineas - Fotolia.com"/></center>
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Zun&#xE4;chst ein Wort zur in den Kommentaren angesprochenen Zensur:<br xmlns=""/>
Tats&#xE4;chlich schalte ich Kommentare nicht auf, die nur gerade verletzen wollen und sich dazu vorab der F&#xE4;kalsprache bedienen, ebenso Kommentare nicht, die andere Leute beleidigen, zum Beispiel mit rassistischen Spr&#xFC;chen. Schlussendlich habe ich ja auch eine gewisse Verantwortung f&#xFC;r den gesamten Blog, auch wenn andere die Kommentare verfassen. Ein Zeitungsredaktor haftet ja auch f&#xFC;r den Inhalt der Leserbriefe. Das f&#xFC;hrt allerdings dazu, dass die Aufschaltung nicht gleichzeitig mit dem Absenden der Urheber erfolgt. Zugegeben, das entspricht nicht der Spontaneit&#xE4;t, wie sie die Bloggerszene pflegt. Doch manchmal frage ich mich, ob die zeitliche Unmittelbarkeit, welche das Internet erm&#xF6;glicht, nicht in einem Zusammenhang mit dem Schwinden inhaltlicher Hemmschwellen steht. Wer sich reflexartig, ohne Bedenkfrist &#xE4;ussert, ger&#xE4;t zuweilen auch in Gefahr, die Wirkung seiner Worte nicht zu bedenken. Dieser Gedanke richtet sich nicht an die Urheber hier ver&#xF6;ffentlichter Kommentare, sondern an solche, deren Ausw&#xFC;chse hier gar nicht erst erschienen sind.<br xmlns=""/>
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Zur Diskussion &#xFC;ber die Regierungsreform: Unterdessen hat der Bundesrat entschieden, in welche Richtung er sich eine solche vorstellen k&#xF6;nnte. Wie erwartet reichen die Kommentare von &#x201E;mutig&#x201C; bis &#x201E;z&#xF6;gerlich&#x201C; und es werden zahlreiche andere Vorschl&#xE4;ge lanciert. Ich &#xE4;ussere nat&#xFC;rlich keine abweichenden Ideen (w&#xFC;rde ja wohl weniger als Idee aufgenommen, sondern als Abweichung vom Kollegialbeschluss kommentiert).<br xmlns=""/>
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Ganz generell erlaube ich mir doch die Meinung, dass formale Reformen meist von einem inhaltlichen Problem ablenken. Wenn in einem Verein Schwierigkeiten aufkommen, widmet man sich oft gerne einer Statutenrevision. In Wirklichkeit h&#xE4;ngt es sehr viel mehr von den einzelnen Menschen im Vorstand oder der Mitgliederversammlung ab, ob der Verein funktioniert oder nicht. Alle Vereinsstatuten lassen es bei etwas Phantasie zu, vern&#xFC;nftig interpretiert zu werden. Ein Departement wie das UVEK k&#xF6;nnte gar nicht gef&#xFC;hrt werden, wenn nicht massiv delegiert w&#xFC;rde. Ob der Vertreter dann Generalsekret&#xE4;r oder Staatssekret&#xE4;r heisst, ist irrelevant. Ebenso k&#xF6;nnte ich meinen Aufgaben gar nicht nachkommen, wenn ich an jede Sitzung der Parlamentskommissionen gehen m&#xFC;sste. Das haben auch die Kommissionen l&#xE4;ngst begriffen, auch wenn es immer wieder zu kleinen Seitenhieben in der &#xD6;ffentlichkeit &#xFC;ber mangelnde Pr&#xE4;senz kommt. Auch die Stabilit&#xE4;t des Pr&#xE4;sidiums kann durch die konstante personelle Ausgestaltung eines Pr&#xE4;sidialstabes oder enge Zusammenarbeit mit dem Vizepr&#xE4;sidenten gew&#xE4;hrleistet werden. Und ob unsere Verfassungsidee eines Pr&#xE4;sidialkollektivs wirklich auch gelebt werden kann, h&#xE4;ngt in allererster Linie vom Willen und der F&#xE4;higkeit der einzelnen Mitglieder ab und weniger von formalen Bestimmungen. Insofern hat die Bundesversammlung, welche den Bundesrat zusammensetzt, eine grosse Verantwortung. Das soll alles nicht heissen, dass gelegentlich nicht doch Reformen n&#xF6;tig sind.<br xmlns=""/>
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Diese sollen unser System weiter verbessern. Denn grunds&#xE4;tzlich, davon bin ich &#xFC;berzeugt, haben wir ein gutes Regierungssystem. Wir d&#xFC;rfen uns nur nicht den Paragraphen unterwerfen, denn die Paragraphen sind f&#xFC;r die Menschen da, nicht die Menschen f&#xFC;r die Paragraphen.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
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Moritz Leuenberger]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/die-regierung-reformieren.html"><title>Die Regierung reformieren?</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/die-regierung-reformieren.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: R&#xE9;former le gouvernement?]



Die Reformvorschl&#xE4;ge f&#xFC;r unser Regierungssystem...</description><dc:date>2010-03-12T07:37:30Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://www.moritzleuenberger.net/static/reformer-le-gouvernement" target="_self">R&#xE9;former le gouvernement?</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://www.moritzleuenberger.net/files/images/2010/3/mob182_1268380365.jpg" alt="Der erste Bundesrat der Schweiz, gew&#xE4;hlt am 16. November 1848. (Quelle: Wikimedia)" title="Der erste Bundesrat der Schweiz, gew&#xE4;hlt am 16. November 1848. (Quelle: Wikimedia)"/></center>
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Die Reformvorschl&#xE4;ge f&#xFC;r unser Regierungssystem h&#xE4;ufen sich: F&#xFC;nf Bundesr&#xE4;te (Kaspar Villiger), f&#xFC;nf Bundesr&#xE4;te und 15 Staatssekret&#xE4;re (Adolf Ogi), neun Mitglieder des Bundesrates (die Gr&#xFC;nen). Diese m&#xF6;chten dazu das grosse UVEK aufspalten. Ja, das UVEK ist in den letzten 15 Jahren kr&#xE4;ftig gewachsen, doch eine Bemerkung erlaube ich mir an die Gr&#xFC;nen: Ich bin &#xFC;berzeugt, dass die Umweltanliegen mit einer Aufspaltung des UVEK geschw&#xE4;cht w&#xFC;rden, denn die Integration des Bundesamtes f&#xFC;r Umwelt in unser Departement f&#xFC;hrte bei den Infrastruktur&#xE4;mtern zu einem Umweltbewusstsein, das vorher nicht oder nur schwach vorhanden gewesen war. Die Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz bei Infrastrukturvorhaben wurden bis zu diesem Zeitpunkt direkt im Bundesrat ausgetragen, meist zum Nachteil der Umwelt &#x2026; Heute werden Infrastruktur- und Umweltanliegen in einem vorbereitenden Ministerium, eben dem UVEK, aufeinander abgestimmt, bevor sie im Bundesrat behandelt werden. Wie sinnvoll dieses Modell ist, zeigt sich auch darin, dass es bereits von anderen Staaten &#xFC;bernommen wurde, z.B. von Frankreich.<br xmlns=""/>
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Auch das Amt des Bundespr&#xE4;sidenten steht zur Diskussion:<br xmlns=""/>
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Ein Bundespr&#xE4;sident auf zwei Jahre? Auf vier Jahre? Kombiniert mit einem Departement? Mit welchem? Auch die &#x201E;ZEIT&#x201C; befasst sich ausf&#xFC;hrlich und sehr differenziert mit dem Thema und fragte unter anderem mich nach meiner Meinung, die ich hier in nahezu unver&#xE4;nderter Form wiedergebe:<br xmlns=""/>
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Unser Regierungsmodell hat zun&#xE4;chst einmal innenpolitische Vorteile. Der j&#xE4;hrliche Wechsel des Pr&#xE4;sidiums sorgt daf&#xFC;r, dass s&#xE4;mtliche grossen Parteien, alle verschiedenen Landesteile und damit die verschiedenen Kulturen und Sprachen periodisch den Bundespr&#xE4;sidenten oder die Bundespr&#xE4;sidentin stellen k&#xF6;nnen. Dies f&#xF6;rdert die Identifikation mit dem Staat und seinen Institutionen, es st&#xE4;rkt die Solidarit&#xE4;t und den Zusammenhalt zwischen den Landesteilen, es tr&#xE4;gt zur innenpolitischen Stabilit&#xE4;t bei.<br xmlns=""/>
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Allerdings ist damit ein aussenpolitischer Nachteil verbunden: Der j&#xE4;hrliche Wechsel des Pr&#xE4;sidialamtes erschwert die Kontinuit&#xE4;t der Beziehungen mit anderen Staatschefs. Dieses Manko wird etwas aufgehoben durch die Konstanz unseres Konkordanzmodells und der damit verbundenen l&#xE4;ngeren Amtszeit eines schweizerischen Bundesrates verglichen mit der Amtsdauer eines Ministers in anderen L&#xE4;ndern: In meiner bisherigen Amtszeit als Infrastruktur-, Umwelt- und Kommunikationsminister arbeitete ich z.B. mit sieben deutschen Verkehrs-, sieben Umwelt- und sieben Energieministern zusammen. Diese Konstanz st&#xE4;rkt den Einfluss der Schweiz im internationalen Umfeld.<br xmlns=""/>
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Diskutiert wird nun der Vorschlag, das Pr&#xE4;sidium auf zwei Jahre auszudehnen. Das halte ich f&#xFC;r einen kosmetischen Vorschlag. Wenn wir wirklich etwas &#xE4;ndern wollen, m&#xFC;sste ein Schweizer Bundespr&#xE4;sident vier Jahre im Amt sein. Wenn wir dabei am Modell festhalten wollen, dass er gleichzeitig ein Departement (Ministerium) leitet, ist praktisch nur das Aussenministerium denkbar. Ich selbst habe diesen Vorschlag in die Regierung getragen, verstehe ihn aber nicht als dezidierte Forderung, sondern als eine m&#xF6;gliche Diskussionsgrundlage. Ich gebe dem Vorschlag nicht viel Verwirklichungschancen und zwar aus zwei Gr&#xFC;nden. Erstens w&#xE4;re eine Verfassungs&#xE4;nderung n&#xF6;tig, d.h. es w&#xFC;rde Jahre dauern, bis der Vorschlag umgesetzt werden k&#xF6;nnte. Zweitens ist mit grossem politischem Widerstand zu rechnen. Die Romands werden z.B. kaum akzeptieren, dass es immer wieder Perioden von acht oder gar zw&#xF6;lf Jahren geben w&#xFC;rde, w&#xE4;hrend denen sie keinen Pr&#xE4;sidenten stellen k&#xF6;nnten.<br xmlns=""/>
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Ein Systemwechsel w&#xE4;re nicht nur schwer realisierbar, er w&#xFC;rde auch nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Deshalb neige ich eher dazu, Verbesserungen am bestehenden System vorzunehmen, z.B. kann durch eine entsprechende Organisation des Pr&#xE4;sidialstabes mehr Kontinuit&#xE4;t erreicht werden.<br xmlns=""/>
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Es ist richtig, unser vor &#xFC;ber hundert Jahren geschaffenes Regierungssystem immer wieder in Frage zu stellen und mit den L&#xF6;sungen anderer L&#xE4;nder zu vergleichen. Dass aber die Schweiz keinen Ministerpr&#xE4;sidenten und auch keinen &#x201E;Staatschef&#x201C; kennt, entspringt einem demokratischen Selbstverst&#xE4;ndnis, das nicht ohne weiteres preisgegeben wird. In Wirklichkeit ist das schweizerische System ein Pr&#xE4;sidialkollektiv: Alle sieben Mitglieder der Regierung tragen gesamthaft die Verantwortung. Gerade die jetzt heftig ge&#xFC;bte Kritik am gesamten Bundesrat spiegelt diese Grundauffassung deutlich. Es ist jedenfalls nicht &#x201E;systemisch&#x201C; unm&#xF6;glich, als Regierungskollektiv diesen Anforderungen nachzukommen. Etwas anderes ist die pers&#xF6;nliche F&#xE4;higkeit der einzelnen Mitglieder. Doch diese F&#xE4;higkeit sei, wie ich verschiedentlich geh&#xF6;rt habe, auch schon bei Regierungsmitgliedern in anderen L&#xE4;ndern angezweifelt worden. Grunds&#xE4;tzlich ist daher unser Schweizer Modell mit einem &#x201E;Bundespr&#xE4;sidialkollektiv&#x201C; auch in Krisensituationen ein taugliches System. Etwas anderes ist die Frage der personellen Besetzung, zu der ich mich - als Teil dieses Kollektivs - nicht &#xE4;ussere.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
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Moritz Leuenberger]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/willkommen-charles-lewinsky-in-der-sp-oder-wuerde-ich-als-junger-heute-nochmals-der-sp-beitreten.html"><title>W&#xFC;rde ich als Junger heute nochmals der SP beitreten?</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/willkommen-charles-lewinsky-in-der-sp-oder-wuerde-ich-als-junger-heute-nochmals-der-sp-beitreten.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Si j&#x2019;&#xE9;tais jeune, est-ce que j&#x2019;entrerais de nouveau au PS?]




&#x201E;Sie haben mir...</description><dc:date>2010-03-01T15:28:40Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://www.moritzleuenberger.net/static/si-jetais-jeune-est-ce-que-jentrerais-de-nouveau-au-ps" target="_self">Si j&#x2019;&#xE9;tais jeune, est-ce que j&#x2019;entrerais de nouveau au PS?</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://www.moritzleuenberger.net/files/images/2010/3/mob179_1267461742.jpg" alt="Moritz Leuenberger" title="Moritz Leuenberger"/></center>
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&#x201E;Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen&#x201C;, h&#xF6;re ich gelegentlich als Reaktion auf eine Rede oder ein Votum. Auch ich kenne dieses Gef&#xFC;hl: Als <a xmlns="" href="http://www.lewinsky.ch/charles/index.html" target="_blank">Charles Lewinsky</a> nach der Annahme der Minarett-Initiative im <a xmlns="" href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Jetzt-muessen-wir-sogar-Koeppels-triumphierende-Ironie-schlucken/story/10202730" target="_blank">Tages-Anzeiger in einem Essay</a> seine Stimmung beschrieb, erkannte ich meine eigenen Gef&#xFC;hle wieder. (Das einzige, was ich, auch nach diesem gelungenen Wurf, immer noch nicht richtig verstehen konnte, war das Medium, welches Lewinsky f&#xFC;r seinen Fortsetzungsroman &#x201E;Eidenbenz&#x201C; w&#xE4;hlte.)<br xmlns=""/>
Nun ist Lewinsky im zarten Alter von bald 64 Jahren der SP beigetreten. Er begr&#xFC;ndet diesen Schritt in der <a xmlns="" href="http://www.moritzleuenberger.net/files/Artikel%20NZZ%20Lewinsk_1.pdf" alt="Mit freundlicher Genehmigung der NZZ AG - www.nzz.ch" title="Mit freundlicher Genehmigung der NZZ AG - www.nzz.ch ">NZZ am Sonntag</a> mit einem eigentlichen Evaluationsverfahren, das er vorgenommen habe. Zuerst erkl&#xE4;rt er, warum er als Einzelner doch wenig ausrichten k&#xF6;nne, also einer Partei beitreten m&#xFC;sse, dann checkt er alle Parteien auf eine m&#xF6;gliche Mitgliedschaft hin.<br xmlns=""/>
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Der Zufall will es, dass ich soeben in einem Interview gefragt wurde, ob ich, w&#xE4;re ich heute 23-j&#xE4;hrig wie bei meinem damaligen Beitritt, immer noch die SP ausw&#xE4;hlen w&#xFC;rde. Verbl&#xFC;fft stelle ich fest, dass ich damals ganz &#xE4;hnliche &#xDC;berlegungen anstellte wie Lewinsky:<br xmlns=""/>
Auch ich, oder besser gesagt wir, denn wir waren eine ganze Gruppe Gleichgesinnter, nahmen damals eine Evaluation vor. Wie f&#xFC;r Lewinsky heute kam f&#xFC;r uns damals die FDP wegen ihrer einseitigen wirtschaftlichen Ausrichtung nicht in Frage. Meine protestantische Verwurzelung liess an einen Beitritt zur CVP schon gar nicht denken. Die EVP empfand ich als einen Widerspruch in sich selber, denn es war f&#xFC;r mich eben gerade Sinn der Reformation, Kirche und Staat zu trennen. Dazu geh&#xF6;rt, dass jede Partei, von ganz links bis ganz rechts, mit derselben Berechtigung und &#xDC;berzeugung religi&#xF6;se Werte vertreten darf, und dass keine einen ausschliesslichen Anspruch hat. Die Hauptwahl bestand f&#xFC;r uns damals zwischen der POCH, das waren die im Aufbau begriffenen Progressiven Organisationen der Schweiz, und der SP. Die SP gefiel uns zwar als Partei nicht nur. Wir empfanden sie manchmal als konservativ und verkrustet, aber sie zeigte doch Offenheit gegen&#xFC;ber unseren neuen Bildungsideen oder neuen Formen des Zusammenlebens. Und vor allem: Im Gegensatz zur POCH war sie eine grosse Partei mit grossem Einfluss. Sie wies eine immense Infrastruktur auf mit Sektionen, Sekretariaten, Bildungsaussch&#xFC;ssen, Verteilorganisationen. Sie war in den Regierungen der Kantone und des Bundes vertreten und in den Parlamenten erreichte sie &#xFC;berall Fraktionsst&#xE4;rke. Das war unser wichtigstes Kriterium. Die POCH h&#xE4;tten wir zwar v&#xF6;llig nach unseren eigenen W&#xFC;nschen und Vorstellungen gestalten k&#xF6;nnen, doch welchen Einfluss h&#xE4;tten wir damit auf die gesamte schweizerische Politik gehabt? Wir bevorzugten eine Partei mit langj&#xE4;hrigem Einfluss, wir wollten sie ver&#xE4;ndern und dazu ihre Strukturen nutzen. Wir traten in unserem damaligen Ver&#xE4;nderungsdrang, um nicht zusagen, Missionseifer, der konservativsten SP-Sektion bei, um die Ver&#xE4;nderung von Grund auf zu beginnen. Dort ver&#xE4;nderten wir uns dann allerdings auch selber, als wir Genossen begegneten, die uns mit ihren Erfahrungen aus den Zeiten des Generalstreikes und des zweiten Weltkrieges bereicherten. So bauten wir auch manche Vorurteile ab. Aber das ist eine andere Geschichte, vielleicht ein andermal mehr dazu.<br xmlns=""/>
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Zur&#xFC;ck zur Frage, ob ich als Jugendlicher auch heute der SP beitreten w&#xFC;rde. Zun&#xE4;chst: Es geht bei einem Parteibeitritt ja nicht darum, unter die Decke eines warmen Bettes zu schl&#xFC;pfen. Einer Partei treten wir nicht bei, weil wir mit allem einverstanden w&#xE4;ren, was sie tut. Es geht nur um ihre grundlegende Ausrichtung. Auch Charles Lewinsky tritt, wie er schreibt, nicht &#x201E;mit flammender Begeisterung&#x201C; bei. Wir wollen und m&#xFC;ssen eine Partei gestalten und ver&#xE4;ndern. Sodann: Politik heisst Einfluss. Als Einzelk&#xE4;mpfer habe ich solchen Einfluss kaum; auch Lewinsky betont dies.<br xmlns=""/>
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<ul xmlns="" class="noindent">
<li>W&#xE4;re ich heute 23-j&#xE4;hrig, w&#xFC;rde ich mir also sagen: Die Gr&#xFC;nen sind eine muntere und zugkr&#xE4;ftige Partei, die sich ausgezeichnet zu verkaufen weiss, tolle PR-Aktionen macht und auf jeden Fall im Trend ist. Allerdings, so w&#xFC;rde ich mir als Jugendlicher sagen, m&#xF6;chte ich mich nicht nur auf Umweltanliegen konzentrieren. Alle anderen gesellschaftlichen Fragen w&#xE4;ren mir auch wichtig. Ich m&#xF6;chte auch nicht einfach auf Grundsatzpositionen beharren, sondern meine Anliegen auch tats&#xE4;chlich umsetzen, auch wenn ich dazu Kompromisse eingehen muss und mich nicht mit hehrer Gesinnung begn&#xFC;gen kann.</li>
<li style="list-style: none"><br/></li>
<li>Unter dem Aspekt der politischen Macht und des Einflusses w&#xE4;ren mir die Gr&#xFC;nliberalen, die in keiner einzigen Regierung vertreten sind und kaum in einem Parlament Fraktionsst&#xE4;rke aufweisen, zu wenig einflussreich. Da w&#xFC;rde ich, wenn schon, lieber in die FDP eintreten und dort f&#xFC;r einen gr&#xFC;nen Fl&#xFC;gel sorgen - so w&#xFC;rde ich als Jugendlicher wohl denken.</li>
<li style="list-style: none"><br/></li>
<li>Und ich w&#xFC;rde mir weiter sagen: &#x201E;Ich bin zwar mit der SP in manchen Dingen nicht einverstanden. Die Sprache w&#xE4;re mir wohl oft etwas gar klassenk&#xE4;mpferisch: Zwar w&#xFC;rde auch ich mich an den Boni st&#xF6;ren, doch muss wirklich in jedem Satz das Wort &#x201E;abzocken&#x201C; vorkommen? Ich w&#xE4;re wohl auch gegen die Absenkung des Rentenumwandlungssatzes, wie die SP. &#x201E;Ein Loch bei den Pensionskassen sollen nicht nur die Arbeitnehmer stopfen, sondern wenn schon via Pr&#xE4;mien auch die Arbeitgeber&#x201C;, w&#xFC;rde ich mir als Jugendlicher wohl sagen. Aber muss mir diese Problematik immer mit dem klassenk&#xE4;mpferischen &#x201E;Rentenklau&#x201C; eingeh&#xE4;mmert werden? Vielleicht w&#xE4;ren mir auch die Vertreter in den Regierungen zu langweilig und der Vertreter im Bundesrat zu kompromissbereit und sowieso schon zu lange dabei &#x2026; &#x201E;Aber&#x201C;, w&#xFC;rde ich mir sagen, &#x201E;die Grundwerte der SP teile ich und mit einem Beitritt kann ich auf diese starke Partei Einfluss nehmen, sodass sie die Grundwerte nach meinen eigenen Ideen umsetzt&#x201C;.</li>
<li style="list-style: none"><br/>
Diese &#xDC;berlegungen galten und gelten nicht nur f&#xFC;r 24-, sondern, wie der Artikel von Charles Lewinsky zeigt, auch f&#xFC;r 64-J&#xE4;hrige.<br/>
Ich freue mich &#xFC;ber seinen Schritt und heisse ihn willkommen.<br/>
<br/>
Bis bald<br/>
Moritz Leuenberger<br/></li>
</ul>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/abstrafung-des-denkens.html"><title>Abstrafung des Denkens</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/abstrafung-des-denkens.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Le proc&#xE8;s de la pens&#xE9;e]


Bild: Dieter Leuenberger

Georg Kreis wagte im Zischtigsclub...</description><dc:date>2009-12-16T07:47:08Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/le-proces-de-la-pensee" target="_self">Le proc&#xE8;s de la pens&#xE9;e</a>]<br xmlns=""/>
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<img xmlns="" src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/12/mob176_1260954198.jpg" alt="Fenster zur Welt" title="Fenster zur Welt"/><br xmlns=""/>
Bild: Dieter Leuenberger<br xmlns=""/>
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Georg Kreis wagte im Zischtigsclub folgende Frage: Was w&#xE4;re das Resultat einer Volksabstimmung gewesen, wenn damals in den Dreissigerjahren eine Initiative &#x201E;gegen die Unterwanderung der Schweiz durch das Judentum&#x201C; zur Abstimmung gelangt w&#xE4;re? Wegen dieses Gedankengangs wird nun von der SVP sein R&#xFC;cktritt als Pr&#xE4;sident der Rassismuskommission gefordert und seine FDP-Parteifreunde Fiala, M&#xFC;ller und Pelli distanzieren sich auch von ihm.<br xmlns=""/>
Der soeben zur&#xFC;ck getretene Postdirektor Michel Kunz stellte in einem Interview eine Briefkastengeb&#xFC;hr zur Diskussion. Ein Sturm der Entr&#xFC;stung brach &#xFC;ber ihn ein.<br xmlns=""/>
Ich kann mich erinnern, vor etwa drei Jahren von der M&#xF6;glichkeit eines Kompromisses einer stufenweisen Erh&#xF6;hung des Rentenalters theoretisiert zu haben. Auch dagegen gab es helle Emp&#xF6;rung.<br xmlns=""/>
Der Reflex, neue Gedanken und Ideen entr&#xFC;stet zur&#xFC;ckzuweisen, ist in der &#xF6;ffentlichen Diskussion auf Schritt und Tritt zu beobachten. Jede Finanzierungsidee f&#xFC;r k&#xFC;nftige gesellschaftliche Aufgaben wie etwa Infrastrukturen wird auf die Schlagzeile verk&#xFC;rzt oder verf&#xE4;lscht: Bahnfahren, Autofahren, Strom oder was auch immer: &#x201E;wird teurer!&#x201C;<br xmlns=""/>
Schlimmer noch scheint mir aber, dass immer &#xF6;fter die Urheber von solchen Ideen verunglimpft, pers&#xF6;nlich attackiert und diskreditiert werden. Nat&#xFC;rlich m&#xFC;ssen wir nicht jede neue Idee begeistert bejahen. Bloss ist das kein Grund, auf den Mann oder die Frau zu spielen, denn: Eine Demokratie braucht auch neue und ungewohnte Ideen und Meinungen, irritierende zuweilen, solche, die nach ausgiebiger Diskussion vielleicht auch wieder verworfen werden m&#xFC;ssen. Aber dass sie &#xFC;berhaupt nicht erst ge&#xE4;ussert werden, aus Furcht, das &#xF6;ffentliche Denken werde abgestraft, kann niemals der Sinn einer aufgekl&#xE4;rten Demokratie sein. Die Hoffnung, eine solche sein zu wollen, sollten wir nicht aufgeben.<br xmlns=""/>
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In diesem Sinne hoffe ich auf eine etwas offenere Haltung im n&#xE4;chsten Jahr und widme zur Illustration dieses Wunsches den Besucherinnen und Besuchern meines Blogs meine Neujahrskarte, die mir wie jedes Jahr mein Bruder Dieter gemalt hat.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
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Moritz Leuenberger<br xmlns=""/>
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PS: Aufgrund der Schliessung der Blog-Plattform der Swisscom musste ich f&#xFC;r meinen Blog eine neue Bleibe suchen. Neu findet man den Blog unter www.moritzleuenberger.net. Sie werden einige kleine &#xC4;nderungen im Bereich der Navigation und der Grafik, die nun flexibel angepasst werden kann, feststellen.]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/diverses/freunde-und-feinde-der-schweiz.html"><title>Freunde und Feinde der Schweiz</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/diverses/freunde-und-feinde-der-schweiz.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Les amis et les ennemis de la Suisse]




Die arme Schweiz sei isoliert, weil sie keine Freunde mehr...</description><dc:date>2009-10-29T09:40:58Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Diverses</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/les-amis-et-les-ennemis-de-la-suisse" target="_self">Les amis et les ennemis de la Suisse</a>]<br xmlns=""/>
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<img xmlns="" src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/10/mob173_1256810612.jpg" alt="Bildquelle: Fotolia / M&#xFC;hlbauer" title="Bildquelle: Fotolia / M&#xFC;hlbauer"/><br xmlns=""/>
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Die arme Schweiz sei isoliert, weil sie keine Freunde mehr habe, h&#xF6;ren und lesen wir immer wieder.<br xmlns=""/>
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Die Razzien in Italien gegen Schweizer Banken erkl&#xE4;ren sich einige damit, Finanzminister Tremonti sei eben &#x201E;ein Feind der Schweiz&#x201C;. In der NZZ erschien am 27. Oktober ein absolut ernst gemeinter Artikel, wonach die neue Deutsche Regierung der Schweiz wohl eher gewogen sei als die bisherige. Die Begr&#xFC;ndung: Der neue Verkehrsminister stamme aus Bayern und &#x201E;die Bayern verstrahlen jenen typischen s&#xFC;ddeutschen Charme, der Schweizer Seelen nachhaltiger erw&#xE4;rmt als preussische N&#xFC;chternheit.&#x201C; Sein Vorg&#xE4;nger sei dagegen ein Ostdeutscher und habe demnach von der Schweiz &#x201E;naturgem&#xE4;ss nicht eben viel gewusst&#x201C;. Wolfgang Sch&#xE4;uble sei konziliant und habe sogar schon eine Erstaugustrede gehalten. Interessanterweise stand in &#x201E;Le Temps&#x201C; vom 24. Oktober genau das Gegenteil: Die Schweiz habe von Sch&#xE4;uble mit seinem unvers&#xF6;hnlichen Charakter nichts besseres zu erwarten als von Peer Steinbr&#xFC;ck (La Suisse, qui avait subi les attaques de son pr&#xE9;d&#xE9;cesseur Peer Steinbr&#xFC;ck, n&#x2019;a de toute &#xE9;vidence rien &#xE0; attendre de ce ressortissant du Bade-Wurtemberg au caract&#xE8;re intransigeant et mis sous pression pour faire rentrer les imp&#xF4;ts.)<br xmlns=""/>
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Wir m&#xFC;ssen einfach mehr Freunde haben, die uns lieben und uns verstehen. Dann werden wir endlich in Ruhe gelassen und k&#xF6;nnen uns auf unserer Schweizer Insel unter der eigenen Schweizer Sonne des Wohlgefallens selbstzufrieden r&#xE4;keln.<br xmlns=""/>
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Wer so denkt, macht es sich etwas gar einfach.<br xmlns=""/>
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Kurzschluss. Nr. 1: Was heisst ein Freund &#x201E;der Schweiz&#x201C;? Wer Alpenfirne liebt, ist nicht automatisch auch ein Verehrer des Bankgeheimnis&#x2019;, obwohl beide bekanntlich mit der Schweiz besonders verbunden sind. Schliesslich gibt es ja auch bei uns &#xFC;berzeugte Verfechter der direkten Demokratie und des F&#xF6;deralismus, die sich gegen einen ruin&#xF6;sen Steuerwettbewerb und f&#xFC;r einen Beitritt zur EU einsetzen. Und: Wer Steuerhinterziehung in seinem eigenen Land bek&#xE4;mpft, ist nicht ohne weiteres auch ein Feind von Land und Leuten, zu denen die hinterzogenen Gelder flossen.<br xmlns=""/>
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Kurzschluss Nr. 2: Wenn pers&#xF6;nliche Freunde eine Institution oder die Interessen eines Landes zu vertreten haben, gehen diese Interessen anderen Freundschaften vor. Das ist ihre prim&#xE4;re Pflicht. W&#xFC;rden sie die &#x201E;Freundschaft&#x201C; &#xFC;ber ihre Pflicht der Interessenwahrung stellen, w&#xE4;re das nichts anderes als ungetreue Gesch&#xE4;ftsf&#xFC;hrung. Es gibt dar&#xFC;ber ein eindr&#xFC;ckliches Theaterst&#xFC;ck von Jean Anouilh: &#x201E;Becket oder die Ehre Gottes&#x201C;. Der K&#xF6;nig w&#xE4;hlt seinen Jugendfreund zum Erzbischof und hofft, so mit der Kirche gemeinsame Sache machen zu k&#xF6;nnen, doch der Freund w&#xE4;chst in seine kirchliche Verantwortung und stellt sich gegen den K&#xF6;nig (und wird am Schluss auf dessen Geheiss ermordet).<br xmlns=""/>
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Kurzschluss Nr. 3: Auch noch so enge Freunde haben je ihre eigenen Interessen, die sie miteinander ausfechten, freundschaftlich, aber mitunter eben auch hart. Freunde m&#xFC;ssen sich gegenseitig auch immer wieder neu finden und sich auf neue Begebenheiten einstellen. Es kann nicht der eine verlangen, dass sich der andere stets nur nach ihm richte, und schmollend drohen: &#x201E;&#x2026;sonst bist du nicht mehr mein Freund.&#x201C;<br xmlns=""/>
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Wir m&#xFC;ssen klar sehen: Politik besteht zun&#xE4;chst einmal in Interessenvertretung und reduziert sich nicht auf Zuneigung oder Abneigung gegen ein Land und nicht nur auf die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen, auch wenn diese f&#xFC;r eine erspriessliche Zusammenarbeit unabdingbar sind. Deswegen lenken Psychogramme &#xFC;ber Minister von den politischen Aufgaben ab, die wir selber anzugehen haben. (Dass Pers&#xF6;nlichkeitsschilderungen, wie die oben zitierten, zudem an Karikaturen grenzen und teilweise grundfalsch sind, wie ich aus eigener Kenntnis meiner Ministerkollegen weiss, kommt noch dazu.)<br xmlns=""/>
Soll Solidarit&#xE4;t mit Freunden Bestand haben, m&#xFC;ssen sich beide Seiten bewegen und sich auch auf legitime Bed&#xFC;rfnisse des Partners einstellen. Gegen ungerechtfertigte Angriffe und erst recht gegen &#xDC;bergriffe soll man sich wehren, und zwar ohne lange dar&#xFC;ber zu sinnieren, ob die Gegenseite nun ein &#x201E;Freund&#x201C; oder ein &#x201E;Feind&#x201C; sei. Doch wer in der Erwartung, der andere m&#xFC;sse einfach immer &#x201E;sein Freund&#x201C; bleiben, stur in seiner Position verharrt, k&#xF6;nnte so pl&#xF6;tzlich ganz allein dastehen und das kann ihn teuer zu stehen kommen. Es gibt dazu schon einige Erfahrungen. Aus ihnen sollte man lernen will, will man nicht eines Tages einen sehr hohen Preis bezahlen.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
Moritz Leuenberger]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/das-minarett-plakat.html"><title>Das Minarett-Plakat</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/das-minarett-plakat.html</link><description>
[Version fran&#xE7;aise: L'affiche des minarets]



Soll das Minarett-Plakat verboten werden?

Ich gebe zu, ich habe mich,...</description><dc:date>2009-10-08T13:42:41Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<br xmlns=""/>
[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/laffiche-des-minarets" target="_self">L'affiche des minarets</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/10/mob170_1255009448.jpg" alt="Bildquelle: Fotolia/York" title="Bildquelle: Fotolia/York"/></center>
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Soll das Minarett-Plakat verboten werden?<br xmlns=""/>
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Ich gebe zu, ich habe mich, als ich das Plakat das erste Mal sah, gar nicht so emp&#xF6;rt. Es zeichnet, so dachte ich mir, einfach die Initiative, es sollte doch nicht verboten werden. Gen&#xFC;gt diese &#xDC;berlegung des ersten Augenblickes?<br xmlns=""/>
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Die Rassismuskommission wirft dem Plakat vor, es pauschalisiere, beschw&#xF6;re eine Gefahr und diffamiere die friedlichen Muslime in der Schweiz Das schade dem &#xF6;ffentlichen Frieden. Zu einem klaren Entscheid, ob das Plakat zu verbieten sei oder nicht, kann sie sich nicht durchringen und empfiehlt den Stadtregierungen, eine G&#xFC;terabw&#xE4;gung zwischen Meinungsfreiheit und Schutz der Gesellschaft vor Hass vorzunehmen. Die Resultate dieser G&#xFC;terabw&#xE4;gung fallen nun verschieden aus. Einige Gemeinden verbieten das Plakat, andere nicht. Die Schweizer St&#xE4;dte werden nun also ein v&#xF6;llig uneinheitliches Bild abgeben, obwohl sie sich im Grunde ja v&#xF6;llig einer Meinung sind: Sie sind gegen das Plakat, doch uneinig &#xFC;ber das Verbot.<br xmlns=""/>
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Die Graphik ist nicht von der Initiative selber zu trennen. Die Visualisierung der Initiative kann nicht anders behandelt werden als deren Anliegen selber. Oder umgekehrt: Die Initiative selber ist das Plakat. Die Initiative setzt den islamischen Glauben kurzerhand gleich mit extremistischen und terroristischen Auslegern, die sich ohne theologische Berechtigung auf die islamische Religion berufen. Die Initiative verschweigt, dass die grosse Mehrheit der Muslime Extremismus und Terrorismus verurteilt. Die identische Diskussion, wie sie sich jetzt am Plakat entz&#xFC;ndet, fand ja denn auch schon um die Initiative selber statt. Es war damals zu entscheiden, ob sie, da v&#xF6;lkerrechtswidrig, &#xFC;berhaupt zugelassen werden soll oder nicht. Das Parlament entschied sich im Zweifel f&#xFC;r das Initiativrecht und auch gegen eine Bevormundung der Stimmb&#xFC;rger.<br xmlns=""/>
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Kann nun das Plakat anders behandelt werden als die Initiative? Wenn das Parlament doch der Meinung ist, die Initiative d&#xFC;rfe zur Abstimmung gelangen, dann muss doch auch &#xFC;ber ihr Inhalt diskutiert werden k&#xF6;nnen, es d&#xFC;rfen folglich auch Inserate und Plakate erscheinen. Gilt nicht, entweder beides verbieten oder beides zulassen?<br xmlns=""/>
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Es gibt einen Unterschied zwischen Text und Bild: Jedes Plakat ist letztlich eine Karikatur, eine Verzerrung. Auch ein Text kann zwar karikierend sein, zuspitzend, verk&#xFC;rzend. Die Minarettinitiative ist das beste Beispiel daf&#xFC;r. &#xDC;ber einen Text kann aber eine rationale Diskussion gef&#xFC;hrt werden. (Ich betone: &#x201E;kann&#x201C; nicht &#x201E;muss&#x201C;, denn es gibt auch da die populistische Polemik.) Doch eine Diskussion kann vern&#xFC;nftig und zur Sache erfolgen. Diese &#xDC;berzeugung und Hoffnung hat das Parlament seinerzeit dazu bewogen, die Initiative nicht zu verbieten. Die alte, schwierige Frage der Aufkl&#xE4;rung: &#x201E;Hat die Toleranz die Untoleranz zu tolerieren?&#x201C;, beantwortete das Parlament mit Ja, denn es sagte sich: &#x201E;Dar&#xFC;ber k&#xF6;nnen und sollen die Stimmb&#xFC;rger diskutieren.&#x201C;<br xmlns=""/>
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Die Visualisierung eines Anliegens aber, das selber schon eine Polemik und Verk&#xFC;rzung darstellt, kann gar nicht argumentativ sein und der Betrachter auf der Strasse kann ihm auch nicht antworten, wie es der Stimmb&#xFC;rger an der Urne gegen&#xFC;ber der Initiative kann. Der Souver&#xE4;n kann die Initiative ablehnen und es ist einfach zu erkl&#xE4;ren, dass sie eine verk&#xFC;rzende Idee einer Minderheit war. Bei Plakaten auf &#xF6;ffentlichem Grund ist das schon viel schwieriger. Jedermann muss sie ansehen. Sie h&#xE4;ngen da als eine Behauptung, als eine Anklage, auch als eine Beleidigung. Die Distanzierung ist im Gegensatz zur Initiative kaum m&#xF6;glich. Das ist der Unterschied zwischen Wort und Bild, insbesondere auch, weil solche Bilder die Schweiz pr&#xE4;gen werden. Jeder Artikel &#xFC;ber die Abstimmung &#xFC;ber die Initiative im Ausland wird mit diesem umstrittenen Bild eingeleitet und den meisten Lesern bleibt einzig und allein das Bild in Erinnerung, weil sich Bilder im Allgemeinen st&#xE4;rker einpr&#xE4;gen und weil viele den Artikel ja gar nicht lesen. Dieses Bild bleibt dann als Bild &#x201E;der Schweiz&#x201C; haften und dagegen kann keine vern&#xFC;nftige Diskussion etwas ausrichten.<br xmlns=""/>
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Deswegen habe ich jetzt, nach dem zweiten Augenblick, alles Verst&#xE4;ndnis f&#xFC;r ein Verbot des Plakates.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
Moritz Leuenberger]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/mobilitaet-und-verkehrspolitik/infrastrukturen-in-seenot.html"><title>Infrastrukturen in Seenot</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/mobilitaet-und-verkehrspolitik/infrastrukturen-in-seenot.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Infrastructures &#xE0; la d&#xE9;rive]



Hinterlist! Gelbe Karte! Bruch der Kollegialit&#xE4;t!...</description><dc:date>2009-10-02T12:57:17Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Mobilit&#xE4;t und Verkehrspolitik</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/infrastructures-a-la-derive" target="_self">Infrastructures &#xE0; la d&#xE9;rive</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/10/mob169_1254490583.jpg" alt="Bildquelle: Fotolia/Jewe" title="Bildquelle: Fotolia/Jewe"/></center>
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Hinterlist! Gelbe Karte! Bruch der Kollegialit&#xE4;t! Schrecklich, der Katalog von Vorw&#xFC;rfen, welche die NZZ &#xFC;ber mich niederprasseln l&#xE4;sst.<br xmlns=""/>
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Was habe ich getan?<br xmlns=""/>
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Ich sagte in meiner <a xmlns="" href="http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/01725/index.html?lang=de" target="_blank">Rede im Tessin</a> w&#xF6;rtlich: &#x201E;Die Steuersenkungen der letzten Jahre f&#xFC;hrten zu Einnahmeausf&#xE4;llen von 1,5 Milliarden Franken. Nun sollen wieder 1,5 Milliarden gespart werden. Ich weiss, was Kollegialit&#xE4;t bedeutet und ich werde mich an diese Beschl&#xFC;sse halten.&#x201C; (Ein mutiger Satz, aber ehrlich gesagt, es bleibt mir ja auch nicht viel anderes &#xFC;brig. Ich werde es sein, der die Sparbeschl&#xFC;sse vor den Kantonen zu verteidigen haben wird.) Und weiter: &#x201E;Es geh&#xF6;rt aber auch dazu, dass ich ihre Folgen aufzeige.&#x201C; Die Folgen einer Spar&#xFC;bung sind die, dass die Mittel f&#xFC;r den Unterhalt und die Investitionen bei Infrastrukturen wie Schiene, Strasse, Hochwasserschutz fehlen. Gewiss gibt es die Verpflichtung, den Bundeshaushalt zu sanieren. Gestern liess das Finanzdepartement h&#xF6;chst offiziell verlauten, dass wegen der bereits beschlossenen Steuererleichterungen zwei Milliarden weniger zur Verf&#xFC;gung stehen. Wieso die Folgen dieser L&#xFC;cke aus Gr&#xFC;nden der Kollegialit&#xE4;t nicht als dramatisch bezeichnet werden d&#xFC;rften, leuchtet mir nicht ein. Diese Folgen zu vernebeln hiesse ja, die Wahrheit zu verschweigen. Es ist zwar absolut richtig, kommenden Generationen keine Schulden zu hinterlassen und deshalb den Bundeshaushalt zu sanieren. Doch aus demselben Grund d&#xFC;rfen wir kommenden Generationen auch keine Schulden via die Infrastrukturen hinterlassen. Wenn sie n&#xE4;mlich dereinst deren vernachl&#xE4;ssigten Unterhalt nachholen m&#xFC;ssen, wird es noch viel mehr kosten. Und es ist &#xFC;berdies legitim, kommende Generationen an unseren heutigen Investitionen teilhaben zu lassen, denn sie werden ja auch davon profitieren. Das heisst, wir d&#xFC;rfen uns f&#xFC;r Investitionen auch bis zu einem gewissen Grad verschulden.<br xmlns=""/>
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Es geht aber auch um uns, hier und jetzt. Gesunde Infrastrukturen sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges unseres Landes. Viele verweisen mit geschwellter Brust auf die j&#xFC;ngste <a xmlns="" href="http://www.weforum.org/documents/GCR09/index.html" target="_self">WEF-Studie</a>: die Schweiz ist neu das wettbewerbf&#xE4;higste Land der Welt. Haben sie auch gelesen, wie sehr unsere Infrastrukturen zu unserem Spitzenplatz beitragen? Infrastrukturen tragen wesentlich zu unserem Wohlstand bei, ihre Bedeutung geht aber &#xFC;ber das &#xD6;konomische hinaus. Wir sind stolz auf unsere p&#xFC;nktlichen Bahnen, auf unser Strassennetz. Und unsere Infrastrukturen pr&#xE4;gen die Identit&#xE4;t der Schweiz, sie sind notwendig f&#xFC;r die soziale Koh&#xE4;sion, also den Zusammenhalt aller Regionen. Auch deshalb reklamieren alle Kantone jetzt vehement Investitionen. Niemand will schlechte Verkehrsnetze, niemand will &#xFC;berf&#xFC;llte und pannenanf&#xE4;llige Z&#xFC;ge und niemand will auf verstopften Strassen im Stau stehen.<br xmlns=""/>
Allein schon die spektakul&#xE4;ren Zuwachsraten im Bahnverkehr zeigen, wie berechtigt diese Forderungen sind.<br xmlns=""/>
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Diese Diskussion muss gef&#xFC;hrt werden.<br xmlns=""/>
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Ich habe die von mir &#xFC;ber alle Massen gesch&#xE4;tzte NZZ ja k&#xFC;rzlich als einen wichtigen Leuchtturm bezeichnet, aber auch angef&#xFC;gt, dass ein vern&#xFC;nftiger Seefahrer in rauer See kaum den Leuchtturm zum Ziel hat, sonst w&#xFC;rde das Schiff elendiglich an ihm zerschellen. So kann ich mich auch jetzt gerade dank der giftiggelben Lichtblitze aus der Falkenstrasse orientieren und trotz der st&#xFC;rmischen Flutwellen, welche Steuern und Einnahmen wegzureissen drohen, wenigstens aufzeigen, welche Richtung f&#xFC;r eine verantwortungsvolle Zukunft unserer Infrastrukturen n&#xF6;tig w&#xE4;re.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
Moritz Leuenberger<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/bundesratsersatzwahl.html"><title>Bundesratsersatzwahl</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/gesellschaft-demokratie-verantwortung/bundesratsersatzwahl.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Election au Conseil f&#xE9;d&#xE9;ral]


Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer

W&#xE4;hrend ich diesen...</description><dc:date>2009-09-16T11:05:29Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/election-au-conseil-federal" target="_self">Election au Conseil f&#xE9;d&#xE9;ral</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/9/mob168_1253100848.jpg" alt="Bundesratsersatzwahl" title="Bundesratsersatzwahl"/><br/>
Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer</center>
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W&#xE4;hrend ich diesen Beitrag schreibe, ist die Ersatzwahl f&#xFC;r den zur&#xFC;cktretenden Pascal Couchepin in vollem Gang. Nichts geht in der Bundesverwaltung. Alle sitzen vor den Bildschirmen und verfolgen die Wahl, kein Telefon klingelt, keine Sitzungen finden statt. In der Wandelhalle treten sich Journalisten und Sicherheitsbeamte gegenseitig auf die F&#xFC;sse. Das Bundeshaus ist von &#xDC;bertragungswagen und Satellitensch&#xFC;sseln umstellt. Die Medien berichten seit Tagen &#xFC;ber den &#x201E;Wahlkrimi&#x201C;, obwohl, man eigentlich das Resultat schon lange vorausgesehen hatte.<br xmlns=""/>
Ausl&#xE4;ndische Medien fragten sich, wieso in der Schweiz der Ersatz eines einzigen &#x201E;Ministers&#x201C; das ganze Land derart in Atem halten k&#xF6;nne. In einer Kolumne in der Sonntagspresse stand, die Wahlen in der Schweiz seien ohne jede Bedeutung, da sich ohnehin nichts &#xE4;ndere. Die Wahlen in Deutschland hingegen seien wichtig; sie w&#xFC;rden etwas bewirken.<br xmlns=""/>
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Dazu zwei Bemerkungen, eine begriffliche und eine inhaltliche:<br xmlns=""/>
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<blockquote xmlns="">1. Ein Bundesrat ist kein Minister, kein Diener oder Gehilfe des Premierministers oder Ministerpr&#xE4;sidenten, der ihm Weisungen erteilen oder ihn gar ersetzen k&#xF6;nnte. Der schweizerische Bundesrat ist ein Pr&#xE4;sidialkollegium, das gemeinsam die Geschicke des Landes leitet und die Regierungsverantwortung tr&#xE4;gt. Deshalb steht jedes Mitglied des Bundesrates nicht nur seinem Departement vor, sondern ist immer auch - als Teil des Kollegiums - Regierungsoberhaupt.</blockquote>
<blockquote xmlns="">2. Das ist auch die Bedeutung einer Bundesratswahl: die Konkordanz und die Konstanz. Das ist der grosse Unterschied zu Wahlen in unseren Nachbarl&#xE4;ndern, wo beinahe alle vier Jahre die gesamte Regierungen und damit die halbe Verwaltung ausgewechselt werden muss, weil die Mehrheit &#xE4;ndert. Indem wir auch die blosse Ersatzwahl eines einzigen Bundesratsmitgliedes in einem aufw&#xE4;ndigen Ritual zelebrieren und das ganze Land daran Anteil nimmt, unterstreichen wir die staatspolitische Bedeutung dieser Wahl. Sie besteht in der Konkordanz und der kollegialen Regierungsform. Nur wenn sich die massgeblichen politischen Kr&#xE4;fte, die Kulturen und die Geschlechter in der Landesregierung ausgewogen vertreten f&#xFC;hlen, sind sie bereit, die Entscheide von Bundesrat und Parlament mitzutragen und umzusetzen. Einmal getroffene Entscheide werden durch Neuwahlen nicht auf den Kopf gestellt. Um diese Stabilit&#xE4;t und Kontinuit&#xE4;t werden wir oft beneidet. Sie sind wesentlich mitverantwortlich f&#xFC;r den soeben vom World Economic Forum (WEF) eruierten Spitzenplatz der Schweiz punkto wirtschaftlicher Attraktivit&#xE4;t. Jede Ver&#xE4;nderung der Regierungszusammensetzung ist also an der Frage zu messen, ob sie das Zusammenspiel der Kr&#xE4;fte verbessert oder gef&#xE4;hrdet. Gerade darum wird diese Ersatzwahl als ein Ritual der direkten Demokratie gefeiert. Nicht weil der Wahlausgang &#xFC;berraschend sein k&#xF6;nnte, sondern weil dieses nicht ganz so spektakul&#xE4;re Ritual unser Bewusstsein f&#xFC;r unser politisches System sch&#xE4;rft.</blockquote>
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<p xmlns="">Kaum ist dieser Beitrag fertig, ist der neue Bundesrat bekannt. Seine Reaktion auf die Wahl ist ebenfalls typisch f&#xFC;r eine schweizerische Bundesratswahl und unterscheidet sich vom Siegesgebr&#xFC;ll mit triumphierenden Gesten in anderen L&#xE4;ndern: Didier Burkhalter hat die Wahl ruhig und mit W&#xFC;rde angenommen. Deutlich ist ihm die Bedeutung der &#xFC;bernommenen Verantwortung anzusehen. Es freut mich, dass ihm die Konkordanz besonders am Herzen liegt, und ich heisse ihn willkommen in unserem Kollegium.<br/>
<br/>
Bis bald<br/>
Moritz Leuenberger</p>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/kultur/gute-unterhaltung.html"><title>Gute Unterhaltung</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/kultur/gute-unterhaltung.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Bon divertissement]


Foto: Pers&#xF6;nliches Archiv Trudi Gerster

Heute verneige ich mich vor einer...</description><dc:date>2009-09-03T09:48:22Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Kultur</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/bon-divertissement" target="_self">Bon divertissement</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/9/mob167_1251971626.jpg" alt="Trudi Gerster" title="Trudi Gerster"/></center>
Foto: Pers&#xF6;nliches Archiv Trudi Gerster<br xmlns=""/>
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Heute verneige ich mich vor einer K&#xF6;nigin der Unterhaltung.<br xmlns=""/>
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Ich tue es umso lieber, als mir ja immer wieder vorgeworfen wird, grunds&#xE4;tzlich ein Unterhaltungsmuffel zu sein. Das ist aber ein Kurzschluss. Nur deswegen, weil ich mit einzelnen Sendungen nichts anfangen kann oder weil ich einzelne Moderatoren schlicht als schlicht empfinde, habe ich nichts gegen Unterhaltung als solche. Im Gegenteil. Ich liebe sie und ich habe das immer wieder &#xF6;ffentlich bekennt (<a xmlns="" href="http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/01370/index.html?lang=de" target="_self">zum Beispiel in meiner Hommage an Gottschalk</a>).<br xmlns=""/>
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Doch Gottschalk verblasst und verstummt gegen sie, die K&#xF6;nigin der Unterhaltung.<br xmlns=""/>
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Seit weit &#xFC;ber einem halben Jahrhundert dringt ihre m&#xE4;rchenhafte Stimme in die Kinder-, Eltern- und Bundesratszimmer unseres Landes und erf&#xFC;llt sie mit wundersamen Begebenheiten aus der Welt der sprechenden Tiere, Zauberer, Hexen und Drachen.<br xmlns=""/>
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Sie hat k&#xF6;niglichen Fr&#xF6;schen und gestiefelten Katern unverwechselbar Leben eingehaucht. Damit hat sie nicht nur meine Phantasie angeregt, sondern die der ganzen Schweiz.<br xmlns=""/>
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Dank ihr weiss ich, dass nicht Manager, Gener&#xE4;le oder die sieben Bundesr&#xE4;te das eigentliche R&#xFC;ckgrat unseres Landes sind, sondern Zwerge, Riesen, Drachen und freche Kobolde&#x2026;und, zugegeben, manchmal tr&#xE4;umt mir auch von Parallelen.<br xmlns=""/>
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M&#xE4;rchen sind die Ur-Unterhaltung, sie sind die kulturelle Infrastruktur jeder Gesellschaft. Sie geben von einer Generation zur n&#xE4;chsten Werte dar&#xFC;ber weiter, was gut und was b&#xF6;se ist.<br xmlns=""/>
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Mit ihrer Kunst hat sie Generationen von Kindern, Eltern und Grosseltern verzaubert und gepr&#xE4;gt. Wir alle wissen: Sie ist und bleibt die sch&#xF6;nste und gr&#xF6;sste M&#xE4;rchenk&#xF6;nigin im ganzen Land.<br xmlns=""/>
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Daf&#xFC;r habe ich Trudi Gerster vergangene Woche in einem Brief gedankt und ihr von Herzen alles Gute zum 90. Geburtstag gew&#xFC;nscht.<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.moritzleuenberger.net/kultur/hugo-loetscher-wirkt-weiter.html"><title>Hugo Loetscher wirkt weiter</title><link>http://www.moritzleuenberger.net/kultur/hugo-loetscher-wirkt-weiter.html</link><description>[Version fran&#xE7;aise: Hugo Loetscher est mort, mais pas son &#x153;uvre]


Bild: &#xA9; Sabine Dreher

&#x201E;Hugo Loetscher...</description><dc:date>2009-08-19T14:10:49Z</dc:date><dc:creator>Moritz Leuenberger</dc:creator><dc:subject>Kultur</dc:subject><content:encoded><![CDATA[[Version fran&#xE7;aise: <a xmlns="" href="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/static/hugo-loetscher-est-mort-mais-pas-son-uvre" target="_self">Hugo Loetscher est mort, mais pas son &#x153;uvre</a>]<br xmlns=""/>
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<center xmlns=""><img src="http://moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2009/8/mob166_1250691546.jpg" alt="Hugo Loetscher &#xA9; Sabine Dreher" title="Hugo Loetscher &#xA9; Sabine Dreher"/><br/></center>
Bild: &#xA9; Sabine Dreher<br xmlns=""/>
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&#x201E;Hugo Loetscher tot.&#x201C; So prangen die &#xDC;berschriften in fast allen Bl&#xE4;ttern, nicht nur in den Boulevard- oder Gratiszeitungen. Mich st&#xF6;rt diese Mitteilungsart &#xFC;ber den Hinschied eines Menschen schon lange. Fr&#xFC;her lauteten die entsprechenden Meldungen &#x201E;XY ist gestorben&#x201C;. Das &#x201E;Sterben&#x201C; bezeichnet doch den &#xDC;bergang vom Leben zum Tod, auf mich wirkt es besinnlicher und weniger kalt als dieses endg&#xFC;ltige &#x201E;ist tot&#x201C;.<br xmlns=""/>
Bei Hugo Loetscher stolpere ich wieder &#xFC;ber diese harte Formulierung. Bei ihm vielleicht ganz besonders, nicht nur, weil er uns fehlen wird, sondern weil ich &#xFC;berzeugt bin, dass er ein Werk schuf, das noch lange leben wird.<br xmlns=""/>
Erinnerungen kommen mir hoch und ich habe heute Morgen nachgelesen, was ich damals <a xmlns="" href="http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/00572/index.html?lang=de" target="_blank">zu seinem 70. Geburtstag sagte</a>: &#x201E;Die Gesellschaft, von der ich tr&#xE4;ume&#x201C;. Damals sagte ich unter anderem:<br xmlns=""/>
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<center xmlns="">***</center>
<br xmlns=""/>
<i xmlns="">&#x201E;Ich tr&#xE4;ume gelegentlich davon, in einer Gesellschaft zu leben, in der es keine R&#xF6;stigraben gibt zwischen Kultur, Politik und Intelligenz, davon, dass sich alle f&#xFC;r Politik interessieren. Ich tr&#xE4;ume davon, dass sich Kulturschaffende f&#xFC;r die Schweiz interessieren und sich nicht in die Welt fl&#xFC;chten, weil die Schweiz ihnen zu eng sei. Ich tr&#xE4;ume aber auch davon, dass sich Kulturschaffende f&#xFC;r die Welt interessieren, die Welt in die Schweiz holen und sich nicht in eine Innenwelt fl&#xFC;chten. Denn ich tr&#xE4;ume von einer Schweiz, welche die Globalisierung nicht als eine Bedrohung empfindet, sondern als kulturelle und als politische Aufgabe begreift. Ich tr&#xE4;ume davon, dass diese Verantwortung nicht bloss als eine Last empfunden wird, sondern dass sie Lebensfreude bedeute. Und ich tr&#xE4;ume davon, dass Freude und Humor Bestandteil all unserer Aktivit&#xE4;ten sind.<br/>
<br/>
Meine pers&#xF6;nliche Erfahrung zeigt mir diesen Traum bis jetzt doch eher als Utopie. Wenn ich diesen Traum einer engagierten Gesellschaft dennoch weiter tr&#xE4;ume, sind Menschen wie Hugo Loetscher schuld daran.<br/>
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Hugo Loetscher denkt, empfindet und handelt gesamthaft, verflochten. Er ist Allgemeinpraktiker, ein interdisziplin&#xE4;res Gesamtkunstwerk gewissermassen, und entsagt der Atomisierung gesellschaftlichen Denkens.<br/>
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Eine Frage, die Hugo Loetscher offenbar h&#xE4;ufig beantworten muss: &#x201E;Sind Sie nun eigentlich Schriftsteller oder Journalist?&#x201C; Wo sich andere &#xFC;ber diese Art von Fragen nerven, bringt sich Hugo Loetscher fr&#xF6;hlich und analysierend ein, entlarvt die Frage als elit&#xE4;re Katalogisiererei.<br/>
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Zu den Kategorien Schriftsteller und Journalist k&#xE4;men f&#xFC;r Hugo Loetscher ja noch weitere dazu: Politiker, Historiker, St&#xE4;dter, Botschafter. Das &#xDC;berschreiten von Grenzen ist seine Lebenslust. Er verk&#xF6;rpert als Kosmopolit, was vielen suspekt ist: dass die Schweiz in der Welt ist und die Welt in der Schweiz.<br/>
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Hugo Loetscher ist Botschafter der Literaturschaffenden aus anderen Kulturkreisen, aus S&#xFC;damerika, aus Indien, Botschafter f&#xFC;r das bessere Verst&#xE4;ndnis anderer politischer Systeme und Gesellschaften.<br/>
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Wenn ich immer wieder sage, Kultur sei die wichtigste Infrastruktur einer Gesellschaft, dann meine ich dies, was Hugo Leoetscher leistet:<br/>
Kulturf&#xF6;rderung besteht vor allem darin, die F&#xE4;higkeit des Interessierten zu f&#xF6;rdern und zu sch&#xE4;rfen, n&#xE4;mlich zu lernen, Kultur zu erfahren. Dies kann nicht in der Residenz des dichterischen Olymps bewirkt werden, sondern nur durch den Gang zu uns, durch die Liebe zu uns und mit dem Willen, zu uns zu geh&#xF6;ren, mit uns zu sprechen, sich um unsere t&#xE4;glichen Kleinigkeiten ebenfalls zu k&#xFC;mmern, auch sie zu beschreiben, literarisch zu fassen, uns auf diese Weise abzuholen und uns damit neue Fenster auf andere Strassen und G&#xE4;rten des Lebens zu &#xF6;ffnen. Das ist Kulturf&#xF6;rderung, das ist die Arbeit in und an einer Gesellschaft, in der jede und jeder mitverantwortlich sein will. Das ist die Gesellschaft, von der ich manchmal tr&#xE4;ume.<br/>
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F&#xFC;r diesen Traum wirkt Hugo Loetscher ein Leben lang, er kommt zu allen, auch zu uns.&#x201C;</i><br xmlns=""/>
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Hugo Loetscher wird nicht mehr zu uns kommen &#x2013; aber er wird bei uns bleiben mit seinen literarischen und politischen Werken. Loetscher liess eine seiner Figuren sagen: einem verstorbenen M&#xE4;dchen &#x201E;ein Leben andichten und dann ist sie ein bisschen weniger tot&#x201C;. Solche S&#xE4;tze l&#xF6;sen etwas aus in uns, sie bleiben, sie leben. Daher h&#xE4;tte ich Gedanken wie jene zu seinem 70. Geburtstag auch zu seinem 80. oder 100. Geburtstag formulieren k&#xF6;nnen, und ich wiederhole sie deshalb auch jetzt und sp&#xE4;ter, wenn ich sein neuestes Buch gelesen haben werde.<br xmlns=""/>
<a xmlns="" href="http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/01703/index.html?lang=de" target="_blank">In diesem Sinne ist Hugo Loetscher zwar gestorben, aber tot ist er nicht</a>. Sein Leben, sein Engagement, sein Schaffen wird weiter wirken in der Schweiz, in der Welt, in uns.<br xmlns=""/>
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Bis bald<br xmlns=""/>
Moritz Leuenberger<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item></rdf:RDF>
