Die Regierung reformieren?
[Version française: Réformer le gouvernement?]

Die Reformvorschläge für unser Regierungssystem häufen sich: Fünf Bundesräte (Kaspar Villiger), fünf Bundesräte und 15 Staatssekretäre (Adolf Ogi), neun Mitglieder des Bundesrates (die Grünen). Diese möchten dazu das grosse UVEK aufspalten. Ja, das UVEK ist in den letzten 15 Jahren kräftig gewachsen, doch eine Bemerkung erlaube ich mir an die Grünen: Ich bin überzeugt, dass die Umweltanliegen mit einer Aufspaltung des UVEK geschwächt würden, denn die Integration des Bundesamtes für Umwelt in unser Departement führte bei den Infrastrukturämtern zu einem Umweltbewusstsein, das vorher nicht oder nur schwach vorhanden gewesen war. Die Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz bei Infrastrukturvorhaben wurden bis zu diesem Zeitpunkt direkt im Bundesrat ausgetragen, meist zum Nachteil der Umwelt … Heute werden Infrastruktur- und Umweltanliegen in einem vorbereitenden Ministerium, eben dem UVEK, aufeinander abgestimmt, bevor sie im Bundesrat behandelt werden. Wie sinnvoll dieses Modell ist, zeigt sich auch darin, dass es bereits von anderen Staaten übernommen wurde, z.B. von Frankreich.
Auch das Amt des Bundespräsidenten steht zur Diskussion:
Ein Bundespräsident auf zwei Jahre? Auf vier Jahre? Kombiniert mit einem Departement? Mit welchem? Auch die „ZEIT“ befasst sich ausführlich und sehr differenziert mit dem Thema und fragte unter anderem mich nach meiner Meinung, die ich hier in nahezu unveränderter Form wiedergebe:
Unser Regierungsmodell hat zunächst einmal innenpolitische Vorteile. Der jährliche Wechsel des Präsidiums sorgt dafür, dass sämtliche grossen Parteien, alle verschiedenen Landesteile und damit die verschiedenen Kulturen und Sprachen periodisch den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin stellen können. Dies fördert die Identifikation mit dem Staat und seinen Institutionen, es stärkt die Solidarität und den Zusammenhalt zwischen den Landesteilen, es trägt zur innenpolitischen Stabilität bei.
Allerdings ist damit ein aussenpolitischer Nachteil verbunden: Der jährliche Wechsel des Präsidialamtes erschwert die Kontinuität der Beziehungen mit anderen Staatschefs. Dieses Manko wird etwas aufgehoben durch die Konstanz unseres Konkordanzmodells und der damit verbundenen längeren Amtszeit eines schweizerischen Bundesrates verglichen mit der Amtsdauer eines Ministers in anderen Ländern: In meiner bisherigen Amtszeit als Infrastruktur-, Umwelt- und Kommunikationsminister arbeitete ich z.B. mit sieben deutschen Verkehrs-, sieben Umwelt- und sieben Energieministern zusammen. Diese Konstanz stärkt den Einfluss der Schweiz im internationalen Umfeld.
Diskutiert wird nun der Vorschlag, das Präsidium auf zwei Jahre auszudehnen. Das halte ich für einen kosmetischen Vorschlag. Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müsste ein Schweizer Bundespräsident vier Jahre im Amt sein. Wenn wir dabei am Modell festhalten wollen, dass er gleichzeitig ein Departement (Ministerium) leitet, ist praktisch nur das Aussenministerium denkbar. Ich selbst habe diesen Vorschlag in die Regierung getragen, verstehe ihn aber nicht als dezidierte Forderung, sondern als eine mögliche Diskussionsgrundlage. Ich gebe dem Vorschlag nicht viel Verwirklichungschancen und zwar aus zwei Gründen. Erstens wäre eine Verfassungsänderung nötig, d.h. es würde Jahre dauern, bis der Vorschlag umgesetzt werden könnte. Zweitens ist mit grossem politischem Widerstand zu rechnen. Die Romands werden z.B. kaum akzeptieren, dass es immer wieder Perioden von acht oder gar zwölf Jahren geben würde, während denen sie keinen Präsidenten stellen könnten.
Ein Systemwechsel wäre nicht nur schwer realisierbar, er würde auch nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Deshalb neige ich eher dazu, Verbesserungen am bestehenden System vorzunehmen, z.B. kann durch eine entsprechende Organisation des Präsidialstabes mehr Kontinuität erreicht werden.
Es ist richtig, unser vor über hundert Jahren geschaffenes Regierungssystem immer wieder in Frage zu stellen und mit den Lösungen anderer Länder zu vergleichen. Dass aber die Schweiz keinen Ministerpräsidenten und auch keinen „Staatschef“ kennt, entspringt einem demokratischen Selbstverständnis, das nicht ohne weiteres preisgegeben wird. In Wirklichkeit ist das schweizerische System ein Präsidialkollektiv: Alle sieben Mitglieder der Regierung tragen gesamthaft die Verantwortung. Gerade die jetzt heftig geübte Kritik am gesamten Bundesrat spiegelt diese Grundauffassung deutlich. Es ist jedenfalls nicht „systemisch“ unmöglich, als Regierungskollektiv diesen Anforderungen nachzukommen. Etwas anderes ist die persönliche Fähigkeit der einzelnen Mitglieder. Doch diese Fähigkeit sei, wie ich verschiedentlich gehört habe, auch schon bei Regierungsmitgliedern in anderen Ländern angezweifelt worden. Grundsätzlich ist daher unser Schweizer Modell mit einem „Bundespräsidialkollektiv“ auch in Krisensituationen ein taugliches System. Etwas anderes ist die Frage der personellen Besetzung, zu der ich mich - als Teil dieses Kollektivs - nicht äussere.
Bis bald
Moritz Leuenberger

Die Reformvorschläge für unser Regierungssystem häufen sich: Fünf Bundesräte (Kaspar Villiger), fünf Bundesräte und 15 Staatssekretäre (Adolf Ogi), neun Mitglieder des Bundesrates (die Grünen). Diese möchten dazu das grosse UVEK aufspalten. Ja, das UVEK ist in den letzten 15 Jahren kräftig gewachsen, doch eine Bemerkung erlaube ich mir an die Grünen: Ich bin überzeugt, dass die Umweltanliegen mit einer Aufspaltung des UVEK geschwächt würden, denn die Integration des Bundesamtes für Umwelt in unser Departement führte bei den Infrastrukturämtern zu einem Umweltbewusstsein, das vorher nicht oder nur schwach vorhanden gewesen war. Die Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz bei Infrastrukturvorhaben wurden bis zu diesem Zeitpunkt direkt im Bundesrat ausgetragen, meist zum Nachteil der Umwelt … Heute werden Infrastruktur- und Umweltanliegen in einem vorbereitenden Ministerium, eben dem UVEK, aufeinander abgestimmt, bevor sie im Bundesrat behandelt werden. Wie sinnvoll dieses Modell ist, zeigt sich auch darin, dass es bereits von anderen Staaten übernommen wurde, z.B. von Frankreich.
Auch das Amt des Bundespräsidenten steht zur Diskussion:
Ein Bundespräsident auf zwei Jahre? Auf vier Jahre? Kombiniert mit einem Departement? Mit welchem? Auch die „ZEIT“ befasst sich ausführlich und sehr differenziert mit dem Thema und fragte unter anderem mich nach meiner Meinung, die ich hier in nahezu unveränderter Form wiedergebe:
Unser Regierungsmodell hat zunächst einmal innenpolitische Vorteile. Der jährliche Wechsel des Präsidiums sorgt dafür, dass sämtliche grossen Parteien, alle verschiedenen Landesteile und damit die verschiedenen Kulturen und Sprachen periodisch den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin stellen können. Dies fördert die Identifikation mit dem Staat und seinen Institutionen, es stärkt die Solidarität und den Zusammenhalt zwischen den Landesteilen, es trägt zur innenpolitischen Stabilität bei.
Allerdings ist damit ein aussenpolitischer Nachteil verbunden: Der jährliche Wechsel des Präsidialamtes erschwert die Kontinuität der Beziehungen mit anderen Staatschefs. Dieses Manko wird etwas aufgehoben durch die Konstanz unseres Konkordanzmodells und der damit verbundenen längeren Amtszeit eines schweizerischen Bundesrates verglichen mit der Amtsdauer eines Ministers in anderen Ländern: In meiner bisherigen Amtszeit als Infrastruktur-, Umwelt- und Kommunikationsminister arbeitete ich z.B. mit sieben deutschen Verkehrs-, sieben Umwelt- und sieben Energieministern zusammen. Diese Konstanz stärkt den Einfluss der Schweiz im internationalen Umfeld.
Diskutiert wird nun der Vorschlag, das Präsidium auf zwei Jahre auszudehnen. Das halte ich für einen kosmetischen Vorschlag. Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müsste ein Schweizer Bundespräsident vier Jahre im Amt sein. Wenn wir dabei am Modell festhalten wollen, dass er gleichzeitig ein Departement (Ministerium) leitet, ist praktisch nur das Aussenministerium denkbar. Ich selbst habe diesen Vorschlag in die Regierung getragen, verstehe ihn aber nicht als dezidierte Forderung, sondern als eine mögliche Diskussionsgrundlage. Ich gebe dem Vorschlag nicht viel Verwirklichungschancen und zwar aus zwei Gründen. Erstens wäre eine Verfassungsänderung nötig, d.h. es würde Jahre dauern, bis der Vorschlag umgesetzt werden könnte. Zweitens ist mit grossem politischem Widerstand zu rechnen. Die Romands werden z.B. kaum akzeptieren, dass es immer wieder Perioden von acht oder gar zwölf Jahren geben würde, während denen sie keinen Präsidenten stellen könnten.
Ein Systemwechsel wäre nicht nur schwer realisierbar, er würde auch nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Deshalb neige ich eher dazu, Verbesserungen am bestehenden System vorzunehmen, z.B. kann durch eine entsprechende Organisation des Präsidialstabes mehr Kontinuität erreicht werden.
Es ist richtig, unser vor über hundert Jahren geschaffenes Regierungssystem immer wieder in Frage zu stellen und mit den Lösungen anderer Länder zu vergleichen. Dass aber die Schweiz keinen Ministerpräsidenten und auch keinen „Staatschef“ kennt, entspringt einem demokratischen Selbstverständnis, das nicht ohne weiteres preisgegeben wird. In Wirklichkeit ist das schweizerische System ein Präsidialkollektiv: Alle sieben Mitglieder der Regierung tragen gesamthaft die Verantwortung. Gerade die jetzt heftig geübte Kritik am gesamten Bundesrat spiegelt diese Grundauffassung deutlich. Es ist jedenfalls nicht „systemisch“ unmöglich, als Regierungskollektiv diesen Anforderungen nachzukommen. Etwas anderes ist die persönliche Fähigkeit der einzelnen Mitglieder. Doch diese Fähigkeit sei, wie ich verschiedentlich gehört habe, auch schon bei Regierungsmitgliedern in anderen Ländern angezweifelt worden. Grundsätzlich ist daher unser Schweizer Modell mit einem „Bundespräsidialkollektiv“ auch in Krisensituationen ein taugliches System. Etwas anderes ist die Frage der personellen Besetzung, zu der ich mich - als Teil dieses Kollektivs - nicht äussere.
Bis bald
Moritz Leuenberger



52 Kommentare
http://Bewegung.Begegnung@gmail.com
(Zuerst eine Hinweis an die Technik: Offenbar antwortet euer Server nicht immer korrekt, jedenfalls weiss ich nicht, ob dieser Eintrag schon beim ersten Versuch angekommen ist. Falls ja, dann braucht es ihn natürlich nicht 2x)
Könnte man die Frage nach einer Regierungsreform auch etwas ausweiten und nach einer Staatsreform fragen? Als "freies Nachdenken", nicht als Forderung..
Hier meine provokative Fragestellung:
Welches System käme für einen Zwergstaat wie die Schweiz in Frage, der in der Mitte von Europa sowieso nur das tun kann, was seine Nachbarn tollerieren?
Ist Demokratie in einer durch internationale Unternehmen dominierten Welt nicht bloss eine Illusion?
Gruss
Patrick Bieri
Gruss Herdo
Die Bundespräsidentin könnte aus meiner Sicht ein vom Volk gewählter Mensch sein, kein Bundesrat. Man könnte sie oder ihn alle vier Jahre wählen. Ihre Machtbefugnisse könnten dem einer Art Ombudsfrau (über alle Departmente hinweg) entsprechen.
Für mich gibt's allerdings weit wichtigere Dinge als das Regierungssystem. Ohne moralisch- ethische Grundsätze und nachhaltigem Denken, die dem 'Finanzdenken' übergeordnet wird, ist mir jedes mögliche politische Kernsystem fragwürdig.
Hat übrigens der Verein UVEK etwas erreicht? Nicht die Spur, man braucht sich nur die Billag, das BVG der SBB, die Lohnentwicklung beim Staatskader oder das Thema Südanflüge anzusehen. Bei Krisen im Bereich Banken (UBS), oder Sozialwesen haben die Berner Beamten auch nichts geholfen. Ein Haufen geldgieriger und sich selbst beschäftigende Bürokraten die nichts nützen. Anwälte und Richter die sich gegenseitig beschäftigen...
Ich mag dieses Regierungssystem sehr. Es kommt von allen, die ich kenne, dem Traum meiner Generation "keine Macht für niemand" am nächsten.
Verbesserungsideen würden Details betreffen:
Niemand darf von der Politik leben , d.h. Exekutiv"politiker" sind Angestellte, Partei- und Verbandsfunktionäre (sofern diese Parteien ähnlich sind) sind nicht wählbar, sofern sich daraus eine 100% Beschäftigung ergibt.
Die Amtszeiten der Exekutivpolitiker sind (z.B. auf 12 Jahre) beschränkt. Sie könnten allerfalls bei jährlicher Wiederwahl auf weitere vier Jahre verlängert werden.
Es sollte (könnte) ein oberstes Gremium geben aus den drei Präsident(inn)en (und allenfalls dem General), das in Ausnahmefällen besondere Aufgaben übernimmt.
P.S.
Obschon mir Pinks Lob des Liberalismus sehr entspricht, merke ich doch, dass es sich mit zunehmender Überlegung relativiert:
Liberalismus muss man nicht herbeiführen. Er ist am Grund von allem und überall da, wo keine Ordnung ihn einschränkt.
Wie beim Krankenversicherungsgesetz:
Die Politik kann soviel bestimmen wie sie will. Wenn die Franchise aufgebraucht ist, kann der "Patient" zu 10% der realen Kosten soviel Medizin konsumieren, wie ihm in den Sinn kommt, wie er Zeit dafür hat und wie willfährige Ärzte ihm zubilligen. Kein Wunder, dass so die Mengen immer weiter wachsen.
Das heisst ich muss den Liberalismus nicht erfinden oder festschreiben. Ich muss ihn nur zur Kenntnis nehmen und mit Normen so gestalten, dass er sich dort, wo er erwünscht und sinnvoll ist, frei entfaltet und dort wo er schädlich ist, zurückgebunden wird.
Natürlich hat der "Narr" schlussendlich wieder Recht. Ohne Moral, Ethik, Liebe, oder wie man es auch immer nennen kann, versagt jedes System.
Resp. nicht das System versagt, sondern die Mächtigen. Dazu gibt es eine erste Studie. Also konkret zu der Frage, ob Mächtige eher bereit sind, unmoralisch oder unehrlich zu handeln. Die Antwort ist nicht weiter erstundlich: Ja, sie sind es.
Doch weshalb? Die Studie spricht von "Realitätsverlust". Harte Worte, könnten beinahe von mir sein. Ist es nicht so, dass vorallem Menschen an die Macht gelangen, welche besonders ehrgeizig sind, besonders "hart", besonders "zielstrebig" und somit natürlich auch fixiert? Narzissmus und Borderline fällt mir dazu ein.
Hier die links zur Studie und einem Beitrag auf Radio drs:
http://www.economist.com/science-technology/displaystory.cfm?story_id=15328544
http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/echo-der-zeit/2646.bt10126841.html
Gruss
Patrick
http://www.augenreiberei.ch
Die heutigen 26 Kantone mochten anno 1848 so richtig gewesen, heute sind sie überholt. Darunter gibt es beispielsweise auch immer noch religiös bedingte Relikte namens «Halbkantone». Schon alleine der Begriff hat etwas diskriminierendes...
Drei Bezirke haben sich zu einem neuen Kanton vereinigt. Das Laufental hat den Kanton gewechselt. Auf Gemeindeebene sind inbesondere in den letzten Jahren zahlreiche Fusionen im Gange. Doch der Reformbedarf scheint mir diesbezüglich wesentlich grösser zu sein.
Dies gilt insbesondere auch für die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen. Als Beispiel seien die 26 Pandemie-Pläne der 26 Kantone erwähnt - das kann es ja nicht sein. Diesem Kantönligeist gebe ich auch Mitschuld an den hohen Gesundheitskosten. Natürlich gäbe es noch unzählige weitere Bereiche wie Umwelt, Raumplanung usw., welche heute einfach nicht mehr nur kantonal bestimmt werden sollten.
Das Parlament seinerseits tut und lässt, was es will. Es schiebt Vorlagen nach hinten, schickt sie bei mangelndem Konsens schon mal bachab (sie tauchen Jahre später dann meistens wieder auf) und scheint mir ohnehin immer häufiger den Gemeinsinn zu vergessen...
Warum gibt es eigentlich eine Geschäftsprüfungskommission (GPK), welche Bundesrat und Bundesverwaltung auf die Finger schauen, aber keine GPK, welche dem Parlament auf die Finger schaut (und bei Bedarf auch einmal auf die Finger klopft)? Referenden und Initiativen sind als «Gegenmittel» ja ganz nett, aber finanziell sehr aufwändige Mittel.
Und bei den nächsten Wahlen lächeln uns die Wiederwahl-Kandidaten ohnehin nur wieder mit vagen, austauschbaren Versprechen für die nächsten vier Jahre und einem Colgate-Lächeln von den Plakatwänden entgegen. Da interessiert die Vergangenheit nicht mehr.
Es fehlt heute im Parlament irgendwie am Druck, bestimmte Ziele zu erreichen. Die Wählenden sollten nicht nur Personen wählen können, sondern (jährlich?) auch jene Ziele oder Anliegen, welche vom neuen Parlament zwingend innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erledigen wären. Oder aber es braucht Fristen, die nicht ständig wieder neu angesetzt werden können.
Wenn ich mir auf der anderen Seite gelegentlich die eingereichten Vorstösse der Parlamentarier anschaue, dann schüttelt es mich manchmal ob der Belanglosigkeit gewisser Vorstösse. Auch die Fragestunde im Nationalrat hat manchmal Unterhaltungswert und könnte glatt als Ersatzprogramm von «Giacobbo/Müller» durchgehen...
Und wenn die Deutschen am Mittwoch Nachmittag den Rhein unmittelbar nach Basel stauen würden, um so den automatischen Informationsaustausch zu erzwingen, dann würde der Bundesrat seine nächste Sitzung trotzdem wie üblich erst am kommenden Mittwoch Morgen abhalten - möge geschehen was wolle. Bundesrat Maurer könnte den Baslern nicht einmal Schlauchboote schicken, denn der Armee fehlen ja die Mittel, die Soldaten müssen bekanntlich sogar mit dem Postauto verschoben werden und Postautos sind nun mal einfach keine Amphibienfahrzeug :-)
Doch etwas Positives bei meiner willkürzlichen Querbeet-Kritik hätte ich noch, was die Amtsdauer des Bundespräsidenten anbelangt: Mancher Ministerpräsident unserer südlichen Nachbarn konnte sich nicht einmal ein Jahr lang im Sessel halten, sodass dessen Kollegen der G8-Staaten wohl bei jedem Treffen fragen mussten, wer denn der Neue sei. Auf dem internationalen Parkett hat man also Übung darin, sich ständig neue Namen merken zu müssen...
Langsam gefällt mir dieser Blog richtig gut! Und es scheint, als bewegte sich diese "Disskussion" bereits in Richtung eines Vorschlages, der zwar aus zweifelhafter Motivation und aus noch zweifelhafter Quelle kam, doch grundsätzlich nicht so abwegig ist.
Sollt man vielleicht trennen, was nicht zusammen gehört? Oder wozu braucht es die Schweiz als Staat eigentlich noch?
Den Gotthard und den Simplon haben wir ja jetzt durchbohrt und Europa wird ja wohl noch auf zwei Löcher aufpassen können.
Als Fluchtgeldhochburg hat die Schweiz offenbar auch etwas an Attraktivität verloren und läuft sogar Gefahr, finanziell auszutrocknen.
Auch unsere, nicht ganz freiwillig gewählte Neutralität und die damit verbunde Aufgabe, als Treffpunkt für alle möglichen Verhandlungsdelegationen zu dienen, ist heute wohl bloss noch für das WEF gefragt.
Es scheint also, als wäre die Schweiz als Staat ein Auslaufmodell, dass seine "integrierenden" Aufgaben in Europa so gut wie erfüllt hat. Freuen wir uns darüber und lösen wir die Sache auf, bevor es jemand anders tut! Wir können ja trotzdem gute Freunde bleiben...
Einen kleinen Haken hat die Idee allerdings: Wer will schon unter Berlusconi, Merkel, Sarkozy oder Fischer leben? Andererseits spielt es ja eigentlich keine Rolle, wer den Mist baut.
Gruss
Patrick
http://www.augenreiberei.ch
Ich habe nur mittels einiger zufällig ausgewählter Beispiele Kritik an einem System geübt, welches immer noch gleich funktionieren soll wie vor 160 Jahren, als die Schweiz noch nicht einmal einem Drittel der heutigen Bevölkerung entsprach. Ich zweifle aber nicht an der Idee Schweiz und sehe diese noch immer als mögliches Vorbild auch für Europa.
Aber es gibt Reformbedarf, dem ich positiv entgegenblicke. Die Schweiz, wie übrigens auch die umliegenden Länder, sind noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.
Eher ernüchternd fällt mein Blick auf den politischen Willen, auch etwas verändern zu wollen...
Im weitern wer irrtümlich Geld auf sein Bankkonto überwiesen bekommt und dieses Geld ausgibt, soll künftig bestraft werden - egal, ob eine nicht arglistige Täuschung vorliegt oder nicht.
Neu soll folgende Gesetzesbestimmung gelten: "Wer Vermögenswerte, die ihm zugekommen sind - und auf die er zum Zeitpunkt des Zugangs keinen Rechtsanspruch hatte - unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet, wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft."
Wie eine Fehlüberweisung durch Täuschung aussehen könnte, erklärt der Waadtländer Untersuchungsrichter Yves Nicolet: Ein Bankkunde bestätigt seiner Bank wahrheitswidrig, dass eine Überweisung auf sein Konto tatsächlich für ihn bestimmt war - und die Bank glaubt dem Kunden, ohne den Sachverhalt abzuklären.
Richter, diese werden Politisch gewählt und nicht nach Leistung, kein Wunder, dass ab 2006 die Fehlurteile auf 40% gestiegen sind. Mit der Justizreform das wir angenommen haben ist es also nicht besser geworden. Vertrauen habe ich keinenfalls, wenn ich beobachte was in Bern so Passiert. Machhungrige Gauner werden nie vor Gericht gebracht und wenn, dann Freispruch wie UBS Bänker, Swissar usw. man könnte noch weiterfahren, Steuerhinterziehung, oder Betrug keine PUK.
Daher ist das schon Fraglich ob das ein richtiger Weg ist und Jungendsünden vor Jahrzehnten noch beigezogen werden sollen, vor allem wenn es kleine Dilekte waren, die man mal als Junge gemacht hat, wie Mofa frisieren. Zum andern was versteht man bei Psychisch Kranken, wird da nicht unterschieden, ich glaube schon oder doch nicht.
Das Vertrauen ist nicht mehr da, schön wäre es ja schon. Nichts geht mehr die wollen nichts tun bei der Krankenkasse es soll wieder teuerer werden, um was geht es eigentlich, nur noch Eigennutz bei den Politiker.
Sowohl der Begriff wie auch die Institution „Bundespräsidialkollektiv“ gefällt mir, und ist gar nicht so übel.
Und ich mag das Regierungssystem auch. Wer sich hier als Klugschwätzer aufspielt, wie es denn besser wäre, soll selber mal was anpacken.
Die Idee der Grünen, das UVEK aufzuspalten, gründet lediglich auf der Angst, was passieren könnte, wenn die Bereiche
- Umwelt
- Verkehr
- Energie und
- Kommunikation
nicht mehr von einem Umsichtigen gelenkt werden, sondern in die Hände eines schamlosen Deregulierers, Wachstumsfetischisten oder einzig "der Wirtschaft" verpflichteten Nachfolgers gerät.
Und ja, Ueli Schäfer:
Pinks "Liberalismus" ist nicht Liberalismus.
Wir haben uns an diesem und an keinem anderen Ort versammelt, um gemeinsam zur Besinnung zu kommen und dabei unsere Gedanken weit ausschweifen zu lassen.
Grosse Veränderungen bestimmen die Zeichen unserer Zeit. Einstmals heilige Werte schwanken und ringen verzweifelt nach neuem Halt in der Welt. Die Swisscom hat erkannt, dass sie in ihrer Kleinheit und Beschränktheit in naher Zukunft auf dem sich immer schneller entwickelnden, hochtechnisierten Telekomm-Markt in der Wüste versanden wird. Zu schwer lastet das finanzielle Joch der Erneuerungsinvestitionen auf der kleinen Herde der Swisscomkunden. Deshalb hat sie ihren Blick zum Horizont erhoben und sucht jenseits aller ihrer bisherigen Grenzen nach neuem, fruchtbaren Boden. Auch die Post hat das Gebot der Stunde erkannt und einen ersten Versuch unternommen, sich aus der Sklaverei der nationalen und sozialistischen Umklammerung zu befreien. Doch noch scheint die Zeit des Aufbruchs für die Post nicht gekommen. SBB-Cargo, Tochter der SBB, liebäugelt mit einer Mischehe und auch das Heer der Heere, die Armee der Armeen, die heiligste aller Kühe, musste einsehen, dass Flugzeuge nicht nur in der Anschaffung teuer sind, sondern auch im Unterhalt. Ohne Allianzen wird diese Armee nie die beste sein, aber immer noch die kleinste. Die Zeit des Bündnisses zwischen David und Goliath ist angebrochen.
Doch längst haben andere diesen neuen Weg beschritten. Die schweizer Grossbanken sind in die Ferne geschweift, wenn auch unter einem oftmals dunklen Stern. Der stürmische deutsche ICE und der rasende französische TGV dringen bis weit ins Herz unseres Volkes ein und auch die Züge aus Süden versuchen diesbezüglich ihr Bestes. Aus der maroden und letztlich in der Asche versunkenen Swissair, stieg eine strahlende Swiss empor und setzte sich an die Spitze der Vögel des Himmels.
Veränderungen haben uns erfasst, liebe BrüderInnen! Ich aber frage euch:
Ist nicht auch dieser Staat längst zu schwach und zu klein, um die immensen Aufgaben der zukünftigen Welt zu tragen? Ist seine Kraft nicht bereits erschöpft und droht sein Schild nicht zu zerbersten, unter dem Donnerhagel der anstürmenden Mächte? Kann er seine 7 Millionen Bewohner in Zukunft noch auf dem rechten Weg führen? Wäre es nicht viel schlauer, wenn die Anführer des Volkes den ihrigen nun die Türe zum grossen Exodus öffnen würden? Lasst uns hinaus strömen auf die grüne Weide und Luftsprünge vollführen wie junge Kälber! Reisst die Stalltüren auf, durchbrecht das Gatter am Zaun und begebt euch unter die schützende Hand der umliegenden, grossen Länder. Gemessen an ihren Staatsausgaben werden die 7 Millionen Mitglieder unseres Volkes dort kaum in Gewicht fallen.
Nehmt auch keine falschen Vorbilder und betet keine Götzen an! Ein Volk, das sich mit Zäunen und Mauern umgibt, seien diese nun real oder ideologisch, wird diese Welt nicht überdauern. Fordert nicht den Zorn des Mächtigen heraus, sonst wird er die Erde beben lassen, der Boden wird sich unter euren Füssen auftun und die Welle des Tsunami schlägt über euren Köpfen zusammen, sei es nun real oder finanzpolitisch!
In diesem Sinne und Geist, liebe BrüderInnen, ermahne ich euch: Seid schlau und sucht nach Orten, an denen ihr euch einnisten könnt! Setzt euch in die gemachten Nester der Grossen und Mächtigen, sie werden es nicht bemerken. Seid nicht dumm und eitel! Klammer euch nicht an längst vergangene Zeiten, sondern sucht euer Heil im Auszug aus Ägypten! Löst den schweizer Staat auf und lasst die Völker zurückkehren in ihre Heimatkulturen, denen sie in grauer Vorzeit entrissen wurden!
voilà!
Patrick
Liberalismus hat ebenfalls seine Ordnung. Zur Vertragsfreiheit und Sicherung des Privateigentums gehört natürlich auch ein Rechtssystem, dass diese Vertragsfreiheit garantiert, respektive bei Vertragsbruch einschreitet und das Eigentum bei Beschädigung, Diebstahl etc. schützt. Es herrscht also sehr wohl Recht und Ordnung im Liberalismus.
Liberalismus wird immer mit 'Wild West' gleichgestellt. Und das Wissen über den wilden Westen beschränkt sich bei den meisten Menschen leider nur auf Hollywoodfilme in denen es ausschliesslich gesetzlose und schiesswütige gibt.
Eigentlich unnötig zu erklären, dass in Filmen die Dramaturgie im Vordergrund steht und nicht der Realismus, trotzdem hat fast JEDE/R nur ein Bild des wilden Westen und damit des Liberalismus im Kopf - schade das ich ständig darauf hinweisen muss.
Und über unser Kranken- und Sozialversicherungssystem gibt es nur dies zu erzählen: Es wird ausnahmslos politisch entschieden und geregelt.
Es grüsst
Mr. Pink
Vielleicht packen diese «Klugschwätzer» deshalb selber nichts an, weil es nicht nur hier immer wieder verbale Dampfwalzen gibt, die eine weitere Diskussion abwürgen und somit sinnlos machen, sondern auch in der realen Politik?
Das Problem ist nicht der Liberalismus, sondern die Einfälltigen, welche sich darin an die Macht gemobbt haben.
War das kurz genug?
Gruss
Patrick
Ich bin ja mit Ihnen weitgehend einig. Ich habe nur den Akzent etwas verschoben. Der Liberalismus ist schon da, bevor man ihn erfindet. Aber man kann ihn zum tragenden Thema machen und entsprechend ausgestalten.
Sein eigentlicher Gegner ist die Macht. Wo die Macht gering ist, blüht die Freiheit. Deshalb gefällt mir, soviel ich ihn im Detail kritisieren könnte, unser Staat.
An unserem Blog missfällt mir, dass wir ein solcher Autisten Club sind. Warum können wir nicht voneinander lernen ? Möchten wir zwar mitteilsam und aufgeschlossen sein und fürchten doch unsere Meinung und Identität zu verlieren ? Unser Chef vielleicht auch ?
Jetzt schreiben wir seit ich weiss nicht mehr wie lang und haben noch überhaupt kein Ergebnis erzielt.
Ich freue mich sehr, dass Du dies ebenfalls erkannt hast!
Ich versuche, seit drei Themen, mit meinen Kommentaren darauf hinzuweisen. "Autisten Club" ist ein wirklich guter Ausdruck dafür, was hier in diesem Blog abgeht (oder eben nicht). Und natürlich ist dieser Blog ein Abbild unserer Gesellschaft und somit auch der Politik.
Doch weshalb sind wir denn zu diesem "Autisten Club" geworden, zu einem Club von Egozentrikern, wenn nich gar Narzisten? Das ist genau die Grundfrage, welche wir angehen müssen. Bevor wir sie nicht geklärt haben, kommen wir (und auch die Politik) nicht weiter.
Schopenhauer hat dazu einen treffenden Satz formuliert:
"Das Wahre und Aechte würde leichter in der Welt Raum gewinnen, wenn nicht Die, welche unfähig sind, es hervorzubringen, zugleich verschworen wären, es nicht aufkommen zu lassen."
Und es gibt sehr viele, die unfähig sind, aber gleichzeitig an einer schier grenzenlosen Selbstüberschätzung leiden!
Gruss
Patrick
An Patrick Bieri 16.3.2010
Liebe BrüderInnen! Liebe SchwesternEr?
Vorsicht mit den Begriffen.
Problem ist wohl, dass die aktivsten Mitglieder in all den "Autisten"-Clubs auch noch an den Hebeln der Macht sitzen, und es sich leisten können, verantwortungslos zu sein.
Hört doch mal auf Radio DRS1 rein. Dort wird viel Gescheites gesagt über die "Zukunft" (Thema Wirtschaft, Geld, Arbeit) !
Dass es zuweilen auch Reformen gibt, die funktionieren, ist sehr erfreulich. Eine solche Reform wurde und wird von den Allerkleinsten angestossen, nämlich von den Opfern dieser Egogesellschaft!
Nach langer Leidenszeit und intensiver Vorbereitung hinter den Kulissen, erhalten die Opfer von sexuellem Missbrauch endlich Gehör. Dass sich dabei ausgerechnet die katholische Kirche, Mitbetroffene der pädophilen Unterwanderung, als Anlaufstelle und Vermittlerin im Umgang mit behördlichen Stellen einsetzt, ist ein erster Schritt zur vollen Gerechtigkeit.
Pädophile Kreise ausserhalb der Kirche beobachten die Dynamik mit wachsender Angst und versuchen, den Fokus so lange als möglich auf der Kirche zu halten. Doch sie sind längst durchleuchtet und analysiert. Auch die Opfer von staatlichen Institutionen können nun den Weg über die katholische Kirche wählen und laufen nicht mehr Gefahr, von pädophilen HelfershelfernInnen innerhalb der behördlichen Instanzen abgefangen und zum Schweigen gebracht zu werden. Es werden deshalb in den nächsten Monaten auch zunehmend „Persönlichkeiten“ ins TäterInnen-Rampenlicht gerückt werden, die sich bisher hinter ihren politischen, sozialen und gesellschaftlichen Fassaden verbergen konnten. Auch privat und wirtschaftlich organisierte Pädophilen-Ringe werden sich der Aufdeckung nicht entziehen können.
Die Mauer des Schweigens ist durchbrochen! Weiter so...
Gruss
Patrick
Du hast absolut recht! Autisten sind alles andere, als Egoisten oder Egozentriker. Deshalb habe ich es ja auch in Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt. Ich denke aber, dass Ueli es aber im Sinne von Egoisten und Egozentrikern gemeint hat. Ich habe Autisten bisher zweimal begegnen dürfen und war von ihrer Mitmenschlichkeit tief berührt.
Etwas weiter oben habe ich zwei links angegeben, einen davon zu einem Beitrag auf drs.
Was ich mich frage ist: Führt Macht zu Grössenwahn? Oder führt Grössenwahn an die Macht? Ein entscheidender Unterschied.
Und noch eine Frage, die ich im Zusammenhang mit Schopenhauer und seinem Werk "Die Welt als Wille und Vorstellung": Was er da im vierten Buch über die Resignation schreibt, hat mich ziemlich beeindruckt (vor ein paar Jahren). Ich begegnete und begegne dieser Aussage seither immer wieder. Resignation als Alternative zu unserer Leistungsgesellschaft? Ist das heute noch ein gangbarer Weg und wo würde er uns hinführen? Zu einer gerechteren Welt vielleicht?
Gruss
Patrick
Ihre Ausführungen und Begründungen leuchten ein; besonders auch jene für ein ungeteiltes UVEK.
Betreffend Ideen zu Regierungsreformen teile ich folgende Ansichten des Schweizer Narren:
„Nicht das Regierungssystem ist fragwürdig geworden, vielmehr das sehr umfangreich zugelassene Lobbysystem im Parlament …“
„Ohne moralisch- ethische Grundsätze und nachhaltigem Denken, die dem 'Finanzdenken' übergeordnet werden, ist mir jedes mögliche politische Kernsystem fragwürdig.“
Vordringlich sind meines Erachtens nicht äussere Veränderungen. Solche werden die bisherigen Mechanismen (z.B. übermässige Beeinflussung durch Lobbying, etc.) kaum unterbinden. Worauf es ankommt ist das, was in den Köpfen der Politiker (und Bürger) vorgeht. Welche Wertvorstellungen vertreten sie? Wo sollen die Prioritäten gesetzt werden?
Solange eine Mehrheit predigt und glaubt, dass Wohlergehen ausschliesslich von (Wirtschafts-) Wachstum, Wirtschaftsstandort, Konkurrenzfähigkeit und der gleichen abhängt, befinden wir uns im altbekannten System, egal welche äusserlichen Veränderungen vorgenommen worden sind. Solange Wohlstand, Wohlergehen, Erfolg monetär gemessen wird, ist es egal ob es sieben oder neun Bundesräte gibt, wie lange deren Amtsdauer ist, etc. … alles Kosmetik
„Jetzt schreiben wir seit ich weiss nicht mehr wie lang und haben noch überhaupt kein Ergebnis erzielt.“
Welches wäre ein Ergebnis, mit dem Sie zufrieden wären?
Zu bemerken ist, dass der Blog nur eine Plattform für Meinungsäusserung ist. Um Ziele zu erreichen, müsste zuerst einmal geklärt sein, welches Ziel erreicht werden soll.
Für mich ist klar, dass wir ewig auf dem Weg sein werden und „das Ziel“ nicht erreichen werden - nie werden sagen können: jetzt sind wir am Ziel. Es ist wie mit dem Stern von Bethlehem: er steht am Himmel als Ziel und wir folgen ihm, aber erreichen werden wir ihn nie. Der Weg ist das Ziel.
Spontan dachte auch ich, dass der Blog ein Abbild unserer Gesellschaft sei. Beim genaueren Hinschauen war ich mir nicht mehr so sicher. Markant auffallend ist nämlich das Fehlen der weiblichen Seite in diesem Blog. Oder ist der Blog gerade deshalb doch ein Abbild unserer Gesellschaft?
„5000 Jahre patriarchalischer Herrschaft haben also ein Denken geformt, das den Geist vom Körper und den Verstand von der Natur trennt - und das bis ins Letzte. Denn der Held musste lernen, Schmerzen schweigend zu ertragen. So verlor er mit der Zeit das Gespür für seinen Körper, seine Gefühle - und somit für das Weibliche in ihm selbst und in der Natur.“ Zitat: Geld und der weibliche Archetyp
http://www.moneymuseum.com/frontend/library/texts/text.jsp;jsessionid=542944B309FB724BF305D783FBCFF246?id=78148#133442
http://www.bieripatrick.kilu.de
Ich hätte da mal noch einem persönliche Frage:
Gibt es eigentlich einen besonderen Grund, weshalb die meisten von euch hier anonym auftreten? Ist das nicht irgendwie schizophren, wenn man sich an einer Disskussion beteiligt und sich selbst aber dabei offenbar heraus halten will?
Ich nenne immer meinen Namen und zuweil gebe ich auch meine Internetseite an, auch wenn ich dafür manchmal "abgestraft" werde.
Es würde mich freuen, euch kennen zu lernen!
Gruss
Patrick
Geist vom Körper und Verstand von der Natur getrennt? Achherjemine!
Gruss
Patrick
Ich glaube, es gibt eine ganz fundamentale Sprachlosigkeit, die uns alle betrifft. Wir müssen das, was wir in der Art von einzelnen Wörtern und Sätzen, Bildern, Gefühlen in unserem Gehirn denken, in Sprache (in einem geschriebenen Blog nur in Sprache) übersetzen, um uns mitzuteilen. Das ist an sich schon schwierig. Am Bildschirm, der einem gegenübersteht wie ein Spiegel, in dem unsere Gedanken Gestalt erhalten, ohne dass wir gleichzeitig eine Reaktion sehen im Gesicht eines Zuhörers, wie wenn wir direkt von Person zu Person sprechen, kann es noch schwieriger werden. Dazu kommt die Leichtigkeit (und die Verführung) der Gedanken, die sich am Bildschirm manchmal fast von selbst schreiben.
Wenn ich mir überlege - und damit komme ich zurück zur Frage des Regierungssystems zurück - so ist dieser Blog fast wie der Nationalrat ohne Kommissionen, ohne Wandelhalle, und ohne die einigende Wirkung der (wie mir scheint glücklicherweise) nach dem Proporz zusammengesetzten Exekutive. Der verbale Schlagabtausch fördert extreme Meinungen, die Mitte, von der eine einigende Wirkung ausgehen müsste, ist während der Debatte wie nicht vorhanden. Sie taucht erst in der Abstimmung wieder auf.
Anders als in der Politik, in der die Kontroverse in mehr oder minder glücklicher Form immer wieder aufgelöst wird, gibt es im Blog nur die Debatte. Hinzu kommt, dass wir als reale Personen oder als Meinungs-Marke schreiben können. Was ist für die Marke besser, Verständnis und Mitmenschlichkeit zu zeigen und so allenfalls die eigene Meinung zu verwässern oder auf dem Standpunkt zu beharren und ihn einfach genügend oft zu wiederholen, sodass Hoffnung besteht, dass er irgendwann in den Köpfen Wurzeln schlägt ?
In den Kommentarspalten der Internetausgaben der Tageszeitungen funktioniert die Blogwelt eigentlich erstaunlich gut. In der Kritik von totalitären Regimes, die gar nicht mit sich reden lassen, ist daraus eine erstaunlich schlagkräftige Öffentlichkeit entstanden. Aber so etwas wie ein verlängerter Arm der Regierung als einer Art E-Government oder Denkmaschine für noch wenig etablierte Gedanken, die erst in eine Art Konsensstruktur fliessen und dort mehrheitsfähig gemacht werden müssten, hat sich, wie man dies hätte hoffen können, (noch) nicht ergeben.
Das würde eine Art geheimer Komplizenschaft zwischen Blogleitung und Blogsphäre bedingen, die, wie mir scheint, bisher noch nicht entstanden ist. So ist alles ein wenig wie Feuerwerk am 1. August, viel Licht, noch mehr Lärm und etwas Rauch. Schade, dass sich deshalb gerade die moderate, eher sachbezogene Mitte (wie im Nationalrat, wie mir scheint) mehrheitlich und schon lange aus der Blogdebatte verabschiedet hat.
Mich würde interessieren, wie man dem abhelfen könnte.
Ich hab mal versucht, ein paar Frauen für diesen Blog anzuwerben:
http://www.wireltern.ch/community/forum/detail.php?rf=21&sh=2054872
Tja, die Elterinnen...
Gruss
Patrick
Die Vorschläge ähneln sich auch alle und die Fragen was diesem Land fehlt, werden kaum gestellt. Ich bin ein Anhänger von Symbolen, von Würde und geistiger Leadership. Unser Land ist gefangen in politischen Grabenkämpfen, übersteigertem Populismus, kleinkariertem Gezerre, Treten an Ort und Orientierungslosigkeit. Ich plädiere daher für einen Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt ohne Exekutivverantwortung aber als moralische Instanz und geistiger Führer und Antreiber. Vom Volk gewählt für maximum 2 mal 4 Jahre. Ich denke an Persönlichkeiten von hoher Integrität, Glaubwürdigkeit und positiver Ausstrahlung die über der Tagespolitik stehen und fähig sind unser Land mit Würde zu vertreten. Spontan kommen mir Persönlichkeiten wie Nicolas Hayek, Dölf Ogi, Bertrand Picard usw. in den Sinn.
Auf Regierungsebene erachte ich neun Bundesräte als besser geeignet, die Verantwortungen besser zu verteilen, die Landesteile besser zur repräsentieren - zB immer min 2 Romands und 1 Tessiner - und die politischen Kräfteverhältnisse besser zu repräsentieren.
http://www.mobilitant.org
Vous vous acharnez à rendre la vie des Suisses pénibles et je ne vous comprend plus. Arrêter de vous amuser avec vos citoyens, écoutez-les ! Toute l’Europe ou presque applique la règle de 135 cm, tous les pays ont des âges différents (de manière inutile, car la sécurité tient uniquement à la morphologie dans ce cas) et tous les pays ont des exceptions, notamment pour les taxis ou le co-voiturage. Sortez de vos bureaux et venez nous voir dans la vraie vie !
Pascal Prince
http://www.bieripatrick.kilu.de
Auch ich bedaure, dass es in diesem und auch in anderen Blogs und Foren nie zu wirklichen Disskussionen kommt. Deshalb habe ich es mit meinen Einträgen ja auch auf die Spitze getrieben.
Woran es liegt? Daran, dass wir eine Egogesellschaft geworden sind und gar nicht mehr interessiert sind an wirklichem Meinungsaustausch? Leider scheint sich dieser Trend fortzusetzen, jedenfalls sehe ich keine gegenteilige Strömung.
Bei diesem Blog habe ich mir (ähnlich wie speranza) schon die Frage gestellt, ob das hier nicht einfach eine moderne Variante der Hutstange ist? Der Chef wirft uns ein Thema hin und wir palabern dann brav darüber. Wenn eine Meinung zu stark abweicht, dann erscheint sie eben nicht.
Gruss
Patrick
Vielleicht würde es auf Bundesebene genügen, diesem Staatspräsidenten repräsentative Macht zu geben. Die restliche Macht könnte man wieder in die Kantone verschieben. Der Nationalrat, der Bundesrat und die Bundesverwaltung würden aufgelöst und der Ständerat zum eigentlichen, beratenden Gremium des Staatenbundes erklärt. Seine Entscheide müsste der Staatspräsident dann gegen aussen vertreten.
Bloss um sich als Schweiz in Europa nach der Decke zu strecken, sollte dieses System eigentlich genügen.
Gruss
Patrick
Dies macht doch einen wesentlichen Unterschied ob wir in der direkten Form miteinander sprechen, oder nur geäusserter Gedankenform miteinander kommunizieren. In einem Blog ist es eben viel leichter seine Meinung zu einem Thema zu Wort zu bringen und alles zu sagen was man denkt. Zumal es in der direkten Kommunikation gar nicht immer möglich ist, alles zu sagen was man über ein bestimmtes Thema denkt, ein Grund weshalb ich so gerne blogge. Ein Blog hat als indirekte Unterhaltung aber dafür den Nachteil, dass Botschaften eben viel undirekter übermittelt werden als in direkten Diskussionen, und so Diskussionen erschwert werden. Dies kann auch daran liegen, dass bei schriftlichen Beiträgen, Situationen umschrieben werden, also das was man in Gesprächen nie sagen würde. Bei einem geäusserten Sachverhalt, ist es eben viel schwieriger, miteinander zu diskutieren, als bei geäusserten Meinungen.
Deshalb mein Vorschlag für alle die sich mehr Diskussionen wünschen: Etwas kürzere und direktere Beiträge, dafür etwas mehr.
@Ueli Schäfer
Wie stellen sie sich ein Ergebnis vor? Wozu dient denn dieser Blog? Um ein Ergebnis zu erzielen muss man selbst handeln, da nützt reines theoretisches Geschreibsel nichts. Die Interessanteste Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt, ist ob dieser Blog die Meinung von Bundesrat Leuenberger beeinflusst? Oder er bei uns mit seinen Beiträgen beeinflussen kann?
Bloss schade, dass die Freischaltung eines Kommentares gut 24 Stunden dauert und die Antwort dann nochmals 24. Macht zusammen wohl 48 Stunden. Vielleicht liegt es daran, dass die Kommentare jeweils zur Zensur nach Peking umgeleitet werden?
Ich persönlich denke nicht, dass dieser Blog zur Meinungsbildung beiträgt oder gar dafür aufgeschaltet wurde.
Ist bloss eine Hutstange!
Gruss
Patrick
http://www.rqm.ch
7 oder 9, 5 oder 12? Was für eine Frage...
Wer einmal wirklich Lust hat, sich den Kopf über unsere "Umwelt" zu zerbrechen, der schaue bei RQM vorbei!
Was die über Erdbeben, Sonnenfinsternisse, Gravitation und Supernoven so denken, ist dermassen genial, dass es schon fast wieder verrückt ist!
Ich beobachte RQM seit einigen Jahren. Das macht Spass!
Gruss
Patrick
Ich sah in dem Blog den Versuch, mit Hilfe eines neuen Mediums Bürgernähe zu schaffen, die eigene Arbeit als Bundesrat zu erklären und nach dem Wandel und der Zukunft der Schweiz zu fragen. Mir war klar, dass man sich daran beteiligen musste, auch wenn nicht absehbar war, ob es gelingen würde.
Persönlich interessierte mich die Frage nach der Zukunft am meisten. Obwohl ich mich in meinem Berufsleben bemüht hatte, einen Beitrag dazu zu leisten, glaube ich nicht, dass sich Gesellschaften aus dem Stand selbst retten können. Es braucht dazu Negativerlebnisse, die die alten Strukturen zerbrechen und das Neue so erst ermöglichen. Aber es hilft, wenn man auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, der noch im alten System angelegt und andiskutiert wurde.
Also ist es sinnvoll, viele verschiedene "Avenirs Suisses" zu haben, die aus den unterschiedlichsten Erfahrungsbereichen gespeist werden. Leider waren wir nicht sehr erfolgreich im Debattieren. Die Mitte, die sich am ehesten für einen Konsens interessiert hätte, brach weg. Der Ton wurde (teilweise, nicht immer) schärfer. Wir verloren uns immer mehr in prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten.
Eigentlich müsste man sich die Frage stellen, ob ein Blog zwischen Bundesrat und sich frei zu- und wegschaltenden Bloggern, die zudem noch zwischen Anonymität und Namensnennung wählen können, überhaupt funktionieren kann. Der Bundesrat kann nicht wirklich mitdiskutieren, weil er sich dadurch in Einzelfragen auch festlegen würde. Die Blogger merken dies und brauchen die Prominenz des Blogs als Plattform für ihre Meinungen oder Botschaften.
Aber wer nichts probiert kommt nicht weiter. Deshalb bin ich, obschon manchmal etwas frustriert, immer noch dabei. Danke für Ihre Frage.
P.S.
Ich finde überhaupt nicht, dass dieser Blog sehr zensuriert wird. Er ist im Gegenteil erstaunlich offen, gerade auch für Kritik an unserem Bundesrat. Auch Beiträge von mir wurden gekippt, mit gutem Grund, wie ich mir danach sagen musste.
http://wachstumsruecknahme.qsdf.org/
Bisher wurde glaub ich erst ein einziges Blog-Mitglied "rausgeworfen", das hier unter jedem Hund blindwütig verbal herumtobte.
Nocheinmal:
Manchmal genügt es, einen Beitrag ein zweites Mal abzuschicken (setzt eben voraus, dass man den Text noch einmal wiedergeben kann oder gespeichert hat). Offenbar kann eine Sendung manchmal irgenwo zu versanden.
In Einzelfällen mag es sein, dass vielleicht ein einziges Wörtchen dazu führt, dass die Moderation einen Beirag "übersieht".
Ich fände es toll, wenn sie uns AKTIV dazu erziehen würde, uns rel. anständig, wenn auch hart, zu äussern. Z.B. mit einem Feedback an die Mailadresse, die ja nun nicht mehr veröffentlicht wird, wenn mans nicht im Textteil integriert.
Gruss
waXdumm ät gmx.net
http://www.supernova-energie.com/
Ich fände es gar nicht toll, wenn mich die ModerationInnen erziehen würden. Ich mag keine erzieherischen Massnahmen, auch nicht von Frauen mit kantigen Brillen und Peitsche. Gibt es dafür nicht andere Blogs?
Übrigens: Auch die Anspielung mit China war zum Lachen gedacht...sollte so eine Art Satire sein.
Was wohl der BR in seinem Bericht zur Regierungsreform schreiben wird? Selbstherrlich und Selbstdämlich, wie die Leute nun mal sind, tippe ich auf eine Nichtantwort im Sinne von "es ist alles ok wir sind die besten und haben eine tolle Strategie aber die verraten wir nicht denn wir sind doch nicht blöd und es braucht keine Reform."
Bis dann warte ich hier auf das nächste Erdbeben. Das kommt bestimmt!
Gruss
Patrick
Was Du da über das neue Bahnprojekt schreibst, ist richtig. Und natürlich nur ein Beispiel für den Grössenwahn, der die Menschheit erfasst hat.
Viel weiter oben habe ich dazu eine "Predigt" gehalten. Auch meine Frage nach der Resignation, wie sie Schopenhauer beschrieb, war durchaus ernst gemeint. Auch meine Fragen nach Gerechtigkeit, Liebe, Wahrheit und solch seltsame Worte, wie ich sie schon beim letzten Thema stellte, waren und sind ernst gemeint.
Die Seite von RQM und die darauf gemachten Aussagen, gehen zwar manchmal etwas weit, zeigen aber trotzdem auf, wie klein wir hier eigentlich sind und wie ausgeliefert.
Gemessen daran ist das Verhalten des BR oder allgemein der politischen Garde geradezu lächerlich. Kleinkrämerei. Machtgehabe.
Gruss
Patrick
Der Kommentar von WaXdumm Kritiker ist symptomatisch! Entspricht doch sein Gedankengut, das uns notabene alle in die Armut treiben und am Hungertuch nagen liesse, sehr genau demjenigen unseres dunkelgrünen Umweltministers! Das ist ja das fatale, ja perverse (excusez l'expression...), dass das Industrieland mit dem tiefsten CO2 Ausstoss weltweit zusammen mit Schweden (6 t p.a. pro Kopf) von verantwortungslosen Umweltfundis, in den Ruin getrieben werden soll. Während die globalisierte Welt, va. die grossen Schwellenländer täglich neue Kohlekraftwerke in Betrieb setzen und unter fürchterlichsten Umweltbedinungen Basisindustrieprodukte am Laufband produzieren. Das ständige Fingerzeigen der Grünfundis und die eklatanten Lügen der Umweltlobby sind die wahren Gefahren für unser kleines Land. Der Bundesrat mutiert leider täglich mehr zum grössten Staatsfeind für die Schweiz und unserem Wohlstand. Das Trauerspiel und die tägliche Kriecherei vor dem kleinsten Druck sind eine Schande für dieses stolze Land und jedem redlichen Bürger und jeder redlichen Bürgerin total unwürdig! Die Lachnummer nimmt wie gesagt täglich seinen Lauf! Heute meint doch das Gremium tatsächlich eine Amtsdauer von 2 Jahren für den Bundespräsidenten sei eine Regierungsreform und merkt selber nicht mehr wie lächerlich es sich mit solchen peinlichsten Trippelschrittchen macht. Wir brauchen am Sonntag Abend keine Satiresendung mehr. Die Satire wird uns täglich aus dem Bundeshaus resp. aus dem Bundesratsstadl frei Haus geliefert!
http://tinyurl.com/yf5b8pq
GRENZEN?
Patrick Bieris Antwort vom 25.3.10 an mich
bezieht sich auf den verlinkten Beitrag hier oder oben.
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/s
"Zeitgemäss" ist kein Argument. Hohe Boni und rührige Oligarchen sind auch zeitgemäss, ohne dass viel Gutes davon käme.
Und "speranza", du nennst dich "Hoffnung". Aber worauf hoffst du? Dass ein Umweltminister nichts für die Umwelt tut??
Oder dass wir den Konkurrenzkampf gegen China gewinnen und noch mehr Kohlekraftwerke aufstellen als sie?
Und was tust du ausser toben? Was möchtest du mir wirklich zu entgegnen? Was ist "symptomatisch"? Und wofür?
Und auch ein "grünes" Land kann stolz sein.
Wenn es nicht von Staatsfeinden, Wachstumsfetischisten, Profiteuren und Ignoranten schlechtgeredet wird...
Oder gehörst du zu jenen, die mit der "besten Armee der Welt" in Tripolis einfahren möchten?
Eine "Entwicklung" wie momentan in Asien wäre bei uns weder demokratisch noch ökologisch tragfähig. Wir haben unsern Wachstumswahn nach Asien exportiert. Das ist UNSER Wachstum dort. Begünstigt durch Raubbau Polit-, Sozial- und Ökosystem.
In 20 Jahren ist die Welt globalisierungsmässig "eingeebnet", uns wirds schlechter gehen, den Asiaten besser.
Es wäre schlauer, sich darauf einzulassen und vorzubereiten, anstatt den nötigen Wandel zu negieren.
(und "die Lachnummer" nimmt IHREN Lauf (nicht "seinen", nicht den Lauf des Bürgers)).
Ein Staatsmann ist ein Politiker, der sich in den Dienst seines Landes stellt. Ein Politiker aber ist ein Staatsmann, der das Land in seinen Dienst stellt.
Und momentan fehlt es uns sehr an ersteren. Es kommt mir eher so vor wie ein buntes Jekami oder lah-mi-au-no-mit. Es scheint, dass das wichtigste Requisit eines Bundesrates heute der Leim ist, mit dem er sich an seinen Sessel festklebt.
Und in diese Richtung läuft nun auch der Vorschlag des Bundesrates bezüglich seiner Reorganisation. Mehr denn je bin ich der Auffassung, die Wahl der Bundesräte gehöre vors Volk. Und das Volk entscheidet nach 4 Jahren, wem es sein Vertrauen weiterhin schenkt und wer seinen Sessel wieder räumen muss. Der Einwand, das Volk sei gar nicht in der Lage, die Qualifikation eines Kandidaten für das Amt eines Bundesrates richtig einzuschätzen ist schlicht gesagt ein Affront gegen den Stimmbürger. Was das Parlament sich in Sachen Bundesratswahlen in den letzten Jahren erlaubte, hat wohl mit objektiver und sachverständiger Auswahl rein gar nichts zu tun.
Und ich bin auch dafür, dass nebst der 7 Bundesräte ein Bundespräsident, also eine 8. Person auf 4 Jahre gewählt wird. Was in einem Stadtparlament bestens funktionniert kann auch für die Landesregierung nicht falsch sein.
Sicher, diese Lösung ist für viele Parlamentarier, die mehr Politiker als Staatsmänner sind, unangenehm, weil sie damit eines vermeintlichen Rechts verlustig gehen. Aber im Interesse des Landes erscheint mir das der einzige gangbare Weg zu sein, um endlich wieder Ruhe in die Landesregierung zu bringen. Auch eine Amtszeitbeschränkung würde sich erübrigen, da unbefriedigende Leistung bei den nächsten Wahlen entsprechend quittiert würden.
Und das positiv besetzte Pseudonym "speranza" darf in deren Augen natürlich nur für ihre verqueren Ideen stehen. Ich bin ein Liberaler alter Schule und setzte mich vehement dafür ein, dass unser Land eben auch in Zukunft als Standort attraktiv und liberal bleibt. Ich bin viel in der Welt herumgereist und bin immer wieder entsetzt über die Schlechtrederei der Schweiz durch die Linksgrünen, denen es nur darum geht möglichst viel Umverteilung und Regulierung, sprich Wohlstandsabbau, durchzudrücken. Zum Glück ist der Schweizer Souveran grossmehrheitlich bürgerlich-liberal und weiss die schädlichen Attacken von Grünlinks immer wieder abzuwehren. Das wird zum Glück so bleiben!
http://www.spiriforum.net/artikel/a76-g
Aber glücklicherweise war er dann nach einem Jahr auch fertig mit seinem Amt, und so wie ich ihn letzthin am Fernsehen erlebt hatte - energisch, klar, bestimmt - scheint es ihm wieder besser zu gehen. :-) Nicht auszudenken, wenn er noch ein Jahr hätte bleiben müssen...
Die Frage ist auch immer, welche Nachteile man sich mit einem neuen System einhandeln wird, diese gibt es immer. Nicht dass man dann nach jahrelangen teuren Änderungen wieder zum bewährten alten System zurück rudern muss wie es dem "einzigartigen" Flughafen Zürich geschah.
mit freundlichen Grüssen
barbara
Ich meine nicht die Demonstranten draussen, sondern die Marionetten und Clowns drinnen.
In ihrer Beisshemmung gegen Finanzexzesse, für nachhaltiges Wirtschaften und für Reforment der krebskranken Wachstumswirtschaft beschliessen sie "wachstumsfreundliches Sparen".
So ein Schwachsinn.
Vorschlag: nebst "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" als weiteres Unwort des Jahrzehnts nominieren.
waxdumm@gmx.net
Mit Interesse habe ich mitbekommen, dass Du am 1. August gesagt hast, Du wärest einer Eidgenössischen Erbschaftssteuer nicht abgeneigt. Da bin ich durchaus einverstanden, ich befürchte aber, dass die Idee nur schlechte Chancen hat, wenn die reichen alten Leute (die ja was zu vererben haben) einfach den Eindruck erhalten, ihr schönes Erspartes fliesse einfach in einen grossen anonymen Topf.
Deshalb schlage ich vor, eine spezielle Kasse für Stipendien und Ausbildungszulagen einzurichten, die aus einer Erbschaftssteuer zu finanzieren wäre. Bei einem solchen genau definierten Verwendungszweck könnten sich meines Erachtens viel mehr Leute mit der Idee einer Erbschaftssteuer anfreunden. Hinzu kommt, dass alle Kantone andere Ansätze bei den Kinder- und Ausbildungszulagen haben, was sich auf diese Weise vereinheitlichen und vereinfachen liesse. Und schliesslich könnte man die Auszahlungen unabhängig von den Arbeitgebern machen. Es ist ja nicht einzusehen, weshalb nur Lohnempfängerinnen und -empfänger Kinder- und Ausbildungszulagen erhalten, Selbständigerwerbende aber nicht.
Ich habe das hier einmal ganz kurz skizziert, und gewiss wäre das Ganze noch vertieft anzusehen, aber der Grundgedanke dürfte klar sein. Was hältst Du davon?
Vermutlich erinnerst Du Dich nicht mehr: Wir kennen uns aus der Zeit, da Du SP-Präsident in der Stadt Zürich und im Gemeinderat warst. Ich war damals Journalist und bin es auch heute noch. Mit Deinem Bruder Hans habe ich auf der „Tat“ zusammengearbeitet, und über Dieter habe ich verschiedentlich geschrieben und von ihm auch selbstverständlich einige Bilder gekauft. Und schliesslich kenne ich als ehemaliges SP-1-Mitglied Deine Frau Gret Loewensberg seit den 70er Jahren.
Ich freue mich auf Deine Antwort und wünsche Dir einen schönen Tag
Georges Müller
Alte Landstr. 107
8800 Thalwil
Als erstes möchte ich als Bürger mich bei Ihnen bedanken für die Tätigkeit, welche Sie für dieses Land geübt haben: fürwahr keine leichte Sache, das Engagement braucht über 100 Prozent und wer gibt sich schon für so etwas hin? Also vielen, herzlichen Dank!
Zu Ihrem Rücktritt: Ich respektiere Ihren Entscheid, auch wenn mir niemand die Garantie geben kann, ob Ihr Nachfolger oder Ihre Nachfolgerin mit gleichviel Engagement das Amt erfüllen kann.
Ein Punkt ist aber echt eine Schwierigkeit: der Umstand, dass Ihr Kollege Merz kurz vor Ihnen zurücktritt, bringt Ihre Partei (leider!) ziemlich in die Bredouille:
- sie muss zur FdP-Kandidatur quasi ja und amen sagen, will sie bei der darauffolgenden Wahl nicht abgestraft werden
- stramme rechtsbürgerliche Kreise könnten dann quasi ungestört bei der nächsten Wahl eine Attacke gegen die SP machen; sie könnten sogar - nur um die SP zu ärgern - einen grünen Kandidaten wählen
- ein später gewählter Sozialdemokrat oder Sozialdemokratin hätte bei der Departementsverteilung gegenüber der FdP-Nachfolge das Nachsehen
- würde bei der FdP eine Frau gewählt, dann würde bei einer weiteren Frauenkandidatur der SP und deren Wahl fünf Frauen in der Landesregierung sitzen. Dies würde mich überhaupt nicht stören, aber es könnte gut sein, dass es einen Mehrheit der Bundesversammlung stört (ich bin da aber weder Prophet noch Hellseher).
- könnten beide Parteien (SP und FdP) gemeinsam antreten, dann bestünden gute Chancen, dass die offiziellen Kandidaten durchkommen. Umgekehrt bestünde die Möglichkeit, dass sich die Bürgerlichen auf einen SP-Trotzkandidaten einigen, wie es früher schon einige Male der Fall war
Es gibt also viele Gründe für einen gemeinsamen Rücktritt, aber quasi keine für zwei aufeinanderfolgende Rücktritte. Bitte bedenken Sie auch das Wohl Ihrer Partei sowie auch das Wohl Ihres Nachfolgers oder Ihrer Nachfolgerin.
Die gleichzeitige Wahl beider Bunderäte, bzw. Bundesrätinnen wäre die Lösung des Gordischen Knotens. Es sollte doch möglich sein, hier eine gute Lösung zu finden...
In Zukunft braucht es UNO - Zivil- und Umweltschutz Grünhelmgeneräle in unserer Regierung.
Nur mit einem Globalen neuen Dogma wird die Schweiz noch Schweiz bleiben.
Die Zukunft, ohne meine Forderung einer neuen Totalen Globalen Kontrolle mit reformierten Regierungen, wird die Umweltverschmutzte Hölle werden.
Alle empören sich über Umweltunfälle und keine will neue Gesetze.
Darum noch einmal weils so schön ist:
Klimagipfel ist gut doch Leider wird fast nichts davon umsetzbar sein, solange nicht die UNO Umwelt- und Zivilschutz Grünhelme mithelfen.
Höchste Priorität für eine Wende der Weltpolitik hat:
1. Unterordnung von Politik, Wirtschaft und Religion unter die neue Globale UNO Umweltschutzkontrolle mit den 500 Millionen neuen Grünhelmsoldaten.
2. Schaffung einer Globalen Kontrollplattform wo alle Länder Ihre Umweltprobleme (alte und neue) miteinander diskutieren und die gemeinsame Lösung koordinieren.
2. Schaffung von neuem Umweltschutzgesetzen und Lernmittel in Bildern für alle Menschen, gleich welcher Sprache, der Welt verständlich.
3.Schaffung von neuen Ausbildungszentren für UNO Umwelt- und Zivilschutzsoldaten. (Militärische Einrichtungen sind da geeignet und erwünscht)
4. Rekrutierung und Ausbildung von Millionen von Menschen für die neue Weltordnung.
5. Schaffung von hunderttausenden kleinen Verwertungszentren wo Müll vorsondiert wird und an grosse zentrale Verwertungsindustrien weitergeleitet wird.
6. Das Hauptfach eines jeden Schulunterrichts muss die Friedens-, und Umweltpolitik werden, denn nur mit einem neuen Gleichgewicht in den weltpolitische Entscheidungen, kann sich die Welt verändern und Kriege sowie Umweltkatastrophen durch Menschen Verursacht können weitgehend verhindert werden.
Neue Arbeit schaffen durch neue Investition in eine Weltgemeinschaft wo nur der Erhalt von unserer lebenswichtigen Umwelt Priorität hat. Die neuen Soldaten brauchen auch neue Maschinen und Kleider und Güter und Unterkünfte und so weiter. Die Wirtschaft bleibt somit am Laben und am Leben und es findet lediglich eine Umverlagerung statt.
Neue Soldaten, mit dem neuen internationalen Finanzkapital und mit dem neuen Wissen des Umweltschutz und der totalen Kontrolle über die Umweltsünden der Menschen, ausbilden und nicht Kämpfen lernen mit zutiefst Umweltschädigenden Arbeitsgeräten des Tötens.
Die Soldaten werden lernen die Umwelt zu rehabilitieren und zu schützen lernen und mit diesen neuem Kapital der gesunden Arbeit wird die Umwelt frisch und wieder für alle Lebenswert. Altlasten fachgerecht entsorgen, Neue nicht entstehen lassen.
Es braucht 1 Milliarde neuer Soldaten mit 100 Billiarden neuem Geld, die mit ihrer Arbeit in die Zukunft der Landwirtschaft und in den Erhalt der Natur investieren. Soldaten die Kläranlagen bauen, Entsorgungszentren unterhalten, Ölkatastrophen bekämpfen, alte Giftgase Rückbauen, Müllhalden ausgraben und Gift isolieren, Brunnen und Entsalzungsanlagen bauen, Bergbauern beim bewirtschaften helfen, den ärmsten dieser Welt Unterkünfte anbieten, bei Renaturierungsprojekten tatkräftig mithelfen, viele neue Bäume pflanzen, Solarkraftwerke aufbauen helfen, Naturschutzreservate schützen usw.
Arbeitslosigkeit und Armut und Umweltverschmutzung nimmt ab. Lebensqualität nimmt zu da viele Menschen für den Erhalt der Umwelt viel tun. Soziale Stabilität unter Volksgruppen verlangsamt auch die Überbevölkerung.
Nur die um Verlagerung der Investitionen in die Landwirtschafts- und Umweltschutztechniken und derer Ausbildungsstätten, wird für die Zukunft aller Lebewesen der Erde, langfristige die einzige und wahre Rentabilität bringen.
Nicht nur das CO2 reduzieren sondern auch mit neuem Sauerstoff die Atmosphäre reinigen.
Wenn alle Menschen ab Heute in 50 Jahren sauberes Wasser, Nahrung und ein Dach über dem Kopf haben und die Umweltverschmutzung der Volkswirtschaft auf ein Minimum reduziert wurde, erst dann kann von einer lohnenden Volkswirtschaftlichen Investition gesprochen werden.
Leider ist der wirklich lohnende Wirtschaftssektor der Landwirtschaft seit der Industriellen Revolution am Schrumpfen.
Eigentlich sollten in den neuen Wirtschaftmodellen der Studierten Köpfen die Landwirtschaft und der Umweltschutz gleichauf mit der Industrie wachsen.
Das Gleichgewicht zwischen Abgas ausstossenden Arbeiten zu Boden,- Wasser,- und Luftreinigenden Arbeiten der Landwirtschaft ist gestört und wird der Klimatische Kollaps bringen.
Darum noch einmal ganz Ausdrücklich: Nur wenn alle UNO-Mitgliedstaaten die Hälfte Ihrer Kampfsoldaten umschult und diese zu UNO-Umwelt- und Zivilschutzsoldaten ausbildet und diese mit einem internationalen Kontrollsystem für Ihre Einsätze koordiniert wird es eine Veränderung auf der Erde geben.
Alles andere sind nur halbwertige Ideen die in den unzähligen gutgemeinten Umweltschutzforen eine ganz kleine Verlagerung des Gleichgewichtes der Umweltschädigenden zu den Umweltschützenden Taten bringen. Sicher bringen viele kleine Taten auch eine grosse Wirkung, jedoch das Gleichgewicht kann so nicht verändert werden.
Es braucht die Totale Globale Kontrolle über alle Länder und derer Produzenten.
Eine Kontrolle was unsere Vorfahren produziert und einfach nur versenkt haben und eine Kontrolle was alles noch produziert wird sowie die Globale Koordination der neuen Soldaten die mit einer unglaublichen Menschen Arbeitskraftmasse diese Globalen Ziele Umsetzen.
Nur meine Idee kann die Welt verändern und den Umweltschutz über den anhaltenden Industriellen Fortschritt mit der Zerstörung des Lebensraumes stellen.
Darum muss die UNO Bedingungslos die neuen Forderungen der um Verlagerung / Ausbildung der Kampsoldaten zu Zivil- und Umweltschutz an die Mitgliedstaaten fordern und ohne wenn und aber sofort schon ab 2010 beginnen mit der Ausbildung der neuen Berufsgattung.
Es ist eine Logische Forderung die Mathematisch bewiesen werden kann.
Wenn bei 10 Menschen die Giftmüll produzieren 5 abwandern und zu den 10 Menschen die nachhaltige Landwirtschaft betreiben gehen und dort arbeiten, sind schlussendlich alle Zufrieden und das für den Menschen und sein Lebensraum Gute und Überlebenswichtige wird überwiegen.
Ich der General der neuen Soldaten der jedem Herrscher, jeder Politikversammlung, jedem Gipfel, jeder Staatsgemeinschaft, jedem Völkerbund, jedem Gericht, jedem Forum, jedem Wissenschaftler, jedem Senat, jedem Gremium, jedem Volkswirtschaftler, jedem Rat, einfach allen die immer noch an den Industriellen Kapitalismus als das Volkswirtschaftliche Allerweltsinstrument glauben, in den Allerwertesten tritt wenn es sein muss.
Es kann nur eine Lösung noch etwas verändern, Ihr alle wisst jetzt welche!
Es braucht neue UNO Umwelt- und Zivilschutzsoldaten mit einem UNO Arbeitsvertrag.
Diese neue Masse von Global einsetzbaren und für Altlastenentsorgung sowie der Verhinderung von neuem Giftmüll, bestens Ausgebildeten Menschen, bringen die von vielen gewünschte Veränderung.
Vorteile für alle: Arbeitsplätze werden geschaffen die für die Natur Arbeiten.
Nur so wird es gehen!