Osterblog
[Version française Blog de Pâques]
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Uhr-Ei,Carl Peter Fabergé, 1899
Soll ich nun den Geburtstag meines Blogs feiern oder ist die Situation um SBB Cargo in Bellinzona nicht doch zu dringlich und zu ernst, als dass ich mir Zeit für Fröhlichkeit nehmen darf?
Eine Verbindung der beiden Themen habe ich fast unbewusst geschaffen, indem ich beim Appell an die Streikenden assoziativ in das Thema meiner beiden letzten Blogbeiträge verfiel, in das Thema Zeit, weswegen ich die Intervention im Nationalrat schloss mit: „Alles hat seine Zeit. Der Zorn hat seine Zeit und die Besinnung hat ihre Zeit. Der Kampf hat seine Zeit und die gemeinsame Suche nach einem Ausweg hat ihre Zeit. Die Solidarisierung hat ihre Zeit und die helfende Zurede, den richtigen Weg zu finden, hat ihre Zeit. Die Verweigerung hat ihre Zeit und die aufbauende Arbeit für den Kanton und für unser ganzes Land hat ihre Zeit.“ (Das zeigt einmal mehr, wie verflochten eben meine ganze Arbeit ist und dass ich nicht einfach trennen kann zwischen der Arbeitszeit für den Blog und derjenigen für die politische Tätigkeit im engeren Sinn.)
Diese Variation über „Alles hat seine Zeit“, einer Stelle aus dem alten Testament, hat übrigens zu einigen liebevollen Nachfragen von bibelbewanderten Nationalräten geführt, die mich fragten, ob ich mich denn für Gott halte, um darüber zu entscheiden, wann die richtige Zeit gekommen sei, denn das sei der tiefere Sinn jener Stelle bei den Predigern. Ehrlich gesagt, das habe ich nicht realisiert. Aber ich habe mich ja auch nur zum kleineren Kosmos eines schweizerischen Arbeitskonfliktes bei den SBB geäussert und innerhalb dieses Kosmos darf ich schon noch versuchen, wenn nicht Allmacht, so doch Einfluss zu üben.
Jedenfalls hoffe ich, es bewirke etwas und es könnten nach Ostern sowohl die Arbeit in als auch die Verhandlungen über die Werkstätte Bellinzona wieder aufgenommen werden. Das wäre dann die Auferstehung der Sozialpartnerschaft, die für unser Land doch so bedeutend ist.
In diesem Sinne: frohe Ostern. Die Geburtstagsfeier kommt noch, denn, ja, richtig geraten, alles hat seine Zeit.
Bis dann also
Moritz Leuenberger
"Uhr-Ei,Carl Peter Fabergé, 1899
Soll ich nun den Geburtstag meines Blogs feiern oder ist die Situation um SBB Cargo in Bellinzona nicht doch zu dringlich und zu ernst, als dass ich mir Zeit für Fröhlichkeit nehmen darf?
Eine Verbindung der beiden Themen habe ich fast unbewusst geschaffen, indem ich beim Appell an die Streikenden assoziativ in das Thema meiner beiden letzten Blogbeiträge verfiel, in das Thema Zeit, weswegen ich die Intervention im Nationalrat schloss mit: „Alles hat seine Zeit. Der Zorn hat seine Zeit und die Besinnung hat ihre Zeit. Der Kampf hat seine Zeit und die gemeinsame Suche nach einem Ausweg hat ihre Zeit. Die Solidarisierung hat ihre Zeit und die helfende Zurede, den richtigen Weg zu finden, hat ihre Zeit. Die Verweigerung hat ihre Zeit und die aufbauende Arbeit für den Kanton und für unser ganzes Land hat ihre Zeit.“ (Das zeigt einmal mehr, wie verflochten eben meine ganze Arbeit ist und dass ich nicht einfach trennen kann zwischen der Arbeitszeit für den Blog und derjenigen für die politische Tätigkeit im engeren Sinn.)
Diese Variation über „Alles hat seine Zeit“, einer Stelle aus dem alten Testament, hat übrigens zu einigen liebevollen Nachfragen von bibelbewanderten Nationalräten geführt, die mich fragten, ob ich mich denn für Gott halte, um darüber zu entscheiden, wann die richtige Zeit gekommen sei, denn das sei der tiefere Sinn jener Stelle bei den Predigern. Ehrlich gesagt, das habe ich nicht realisiert. Aber ich habe mich ja auch nur zum kleineren Kosmos eines schweizerischen Arbeitskonfliktes bei den SBB geäussert und innerhalb dieses Kosmos darf ich schon noch versuchen, wenn nicht Allmacht, so doch Einfluss zu üben.
Jedenfalls hoffe ich, es bewirke etwas und es könnten nach Ostern sowohl die Arbeit in als auch die Verhandlungen über die Werkstätte Bellinzona wieder aufgenommen werden. Das wäre dann die Auferstehung der Sozialpartnerschaft, die für unser Land doch so bedeutend ist.
In diesem Sinne: frohe Ostern. Die Geburtstagsfeier kommt noch, denn, ja, richtig geraten, alles hat seine Zeit.
Bis dann also
Moritz Leuenberger



67 Kommentare
http://blogdessennamenmansichnichtmerke
die Genossen streiken und du Spielst Handlanger des Kapitals? Bitte nimm den Hut!
Immernur fordern, ablehnen dann wieder fordern und wieder nein sagen ist nicht konstruktiv und hilft dem uomo im ticino bestimmt nicht. Der SEV will die Realität nicht sehen und verirrt sich in Parolen und Schlagwörter. Nun hoffe ich auf den von Ihnen vorgeschlagenen runden Tisch, hoffentlich nehmen alle Beteiligten Ihr Angebot an und man findet Kompromisse, Lösungen oder sogar eine Strategie welche SBB Cargo dahin führt, wo SBB Cargo hingehört: Als starkes Unternehmen im europäischen Güterverkehr.
http://everywhere.typepad.fr
Pourtant, ce transfert est nécessaire. C'est un aspect important de la lutte contre le CO2/réchauffement, que de transférer le trafic transalpin de la route au rail, surtout pour un milieu aussi sensible écologiquement que les Alpes.
Au lieu de pondre des articles qui demandent de l'indulgence envers Moritz Leuenberger (quelle a donc été la vôtre, envers les victimes de votre répression routière ?), vous feriez mieux de lancer un concours d'idées quant à la manière de de rendre efficace un transfert du trafic de la route au rail.
Le conseil d'administration de Swisscargo est sutout composé de juristes. Ce n'est généralement pas la qualité première de juristes, que d'avoir des idées originales et de l'imagination. Les juristes ne sont le plus souvent que des gestionnaires de la crainte de lois, apprises par coeur. C'est insuffisant.
Ihr Blog und giù le mani: Doppelte Freunde für Sie
Sehr geehrter Herr Bundesrat Leuenberger
Herzliche Gratulation zu ihrem Blog-Jubiläum: Ihre Beiträge sind für mich immer ein hoher Lesegenuss und eine willkommene Gedankenanregung. Lob auch für Ihre ästhetisch-ironische Bildauswahl. Damit setzen Sie neue Massstäbe für Medien und Werbeagenturen.
Fast täglich finde ich zudem äusserst nützliche Information in den Blog-Kommentaren. Danke vielmals dafür allen Beteiligten. Sogar ein bescheidener rosaroter "Agent Provocateur" - dessen Beiträge ich mit allerdings ungelesen zu überscrollen erlaube - hat seine Funktion. Er treibt wenigstens die Kommentar-Statistik noch oben.
Ich begreife nicht, warum der Streik in Bellinzona Ihre Geburtstagsfreunde trüben sollte. Mir scheint das Gegenteil der Fall. Dank giù le mani können Sie sich doch doppelt freuen:
Spätestens seit der legendär ehrlichen Diskussion im "Club" von SF.tv ist der Konflikt konstruktiv bewältigt. Alle Beteiligten haben enorm dazugelernt. Und fürs uns Publikum gab es noch selten einen so wertvollen Intensivkur - in Staatskunde, Volks- und Betriebswirtschaft, sowie Verkehrspolitik und das Innenleben von Verwaltungsräten.
Dass die Bellenzer SBB-Beschäftigen noch etwas verbindlichere Zusagen brauchen, bevor Sie Ihren Streik "ergebnisoffen sistieren", scheint mir logisch.
Vielleicht ärgerten Sie sich über die kryptische Bemerkung in meinen letzten Kommentar: "Persönlich und politisch finde ich die Bewegung "giu le mani" zwar das Beste, was dem Werkplatz Schweiz und der SP überhaupt passieren konnte."
Aber weil wir Deutschschweizer ein selten feiges Völklein sind, das immer zuerst Sündenböcke und noch schlechter Privilegierte sucht, an dem wir unserer Zorn auslassen können, bevor wir uns SELBER und gegen die REAL-VERANTWORTLICHEN wehren, bin ich wirklich dankbar um diese Entwicklungshilfe aus dem Tessin.
Sogar Berichterstatter streng bürgerlicher Tages-Zeitungen interpretieren das ungewollt ähnlich, wie Sie im PS sehen.
Die Bemerkung von Gianni Frizzo, "hätten die Verantwortlichen der Krise nur einen Zehntel der Würde von Euch Demonstations-Teilnehmer/innen", betrifft SIE nicht. Ich empfehle Ihnen zudem, diese in einem grösseren Zusammenhang - und losgelost vom gelösten SBB Cargo-Arbeitskonflikt - zu sehen. Zum Beispiel so:
Im Finanzplatz Schweiz tummeln sich nicht nur spekulationssüchtige Investment-Banker. Die überwiegende Mehrheit der Finanzplatz-Beschäftigten spekuliert nicht. Sie arbeitet in einer ehrlichen Werkplatz-Beschäftigung. Sie sind völlig unschuldig an der Finanzkrise der Grossbanken. Trotzdem müssen sie am Arbeitsplatz die Folgen der Krise mittragen und im Privatleben Hänseleien über sich ergehen lassen.
Der Tessiner Gianni Frizzo rät diesen "zügin", nicht in Depression zu fallen und Medikamente zu schlucken, sondern die verschütt gegangene EIGENE WÜRDE wieder zu entdecken.
Dafür verdient er Lob, nicht Tadel. Und Bundesrat Pascal Couchepin müsste ihm zuhanden der Streikkasse eigentlich einen Anerkennungspreis für Gesundheitsförderung geben.
ECO DI CAMEDO
PS
Auszug aus dem Kundgebungsbericht von Jürg Steiner in der unverdächtigen Neuen Luzerner Zeitung vom 20. März 2008:
"Brillant verbreiteten die Tessiner in den kalten Berner Gassen für zwei Stunden südländische menschliche Wärme: Väter und Mütter, die ihre Kinder umarmen; leidenschaftliche politische Parolen, die Solidarität und Menschenwürde buchhalterischem Kalkül und ökonomischer Logik entgegenstellen; den heiligen Mut der benachteiligten Minderheit, die den Bossen und Chefs bis in die Berner Machtzentrale die Stirn bietet. «Unsere Herzen», sagte Streikführer Gianni Frizzo, «sind gross, sehr gross.»
Die Demo-Teilnehmer hielten sich gestern nicht an die Auflage der Stadt Bern, den Bundesplatz zu meiden. Sie übertraten das Verbot für 20 Minuten. Dies aber mit entwaffnender (und folgenloser) Leichtigkeit.
So revolutionär und romantisch die Rhetorik vom fahrenden Lautsprecherwagen: Die streikenden Väter, von denen die SBB-Manager die Hände lassen sollen, wollen Resultate sehen. Es geht um ihr Leben."
Ich mag Zitate, auch wenn sie manchmal aus dem Zusammenhang genommem werden. Niemals aber dürfen sie etwas verfälschen. Das Zitat aus der Bibel ist treffend. Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass Sie, Herr Bundesrat, sich für Gott halten.
Ich habe Ihnen und ihnen auch ein schönes Zitat. Ebenfalls aus einem Buch genommen. Ich liebe diesen Spruch sehr:
Die Leute denken, Zeit ist eine gerade Linie, die eingeteilt und beschriftet und zerstückelt werden kann in einer ordentlichen Weise. Aber Zeit ist nicht so. Zeit ist ein Kreis, Zeit geht rund und rund wie ein Rad, und darum hören wir ständig Echos aus der Vergangenheit, weil die Vergangenheit gegenwärtig ist. Man braucht nicht auf der geraden Linie zurückzublicken, man muss einfach durch den Kreis sehen, und da sind die Echos der Vergangenheit und die Visionen der Zukunft, und sie sind alle gegenwärtig, alle jetzt, alle ewig.
Ja, ich weiss, in einem Blog soll man nicht nur Zitate schreiben. Eigene Meinungen sind gefragt.
Was aber, wenn die eigene Meinung sich in einem Zitat so schön wiederfindet?
In diesem Sinne: Viel Zeit für alle.
Man will das Leiden geniessen
Man will die Füsse der Niederen waschen
Geldwaschen gehört offenbar dazu
Eigenes Leiden wird wie Sühne empfunden
Dabei stellt man diese Eigenart des Menschen fest
Man weiss nicht wodurch man gesündigt hat
Zur Sicherheit wird gelitten
Damit nicht irgendwer kommen kann und Anderes behauptet
Jedenfalls ist das im Westen so
Man ist sich des Frevels nicht bewusst
Denn sonst würde er sich nicht am Dienstag wiederholen
Verpackt an Ostern ist Dreierlei:
1. Die Eierschale verbirgt das Bewusstsein der Schuld
2. Das „Eiertütschis“ zeigt Unbewusst, dass jede Schuld einen Sieger verbirgt
3. Es ist die Schuld und das Verbrechen das Neues gebären lässt
Jedenfalls ist das im Westen so
Nun kommt einer der sagt dass hier doch auch die Humanität vertreten sei...
Entgegen muss man dem aber, dass Humanisten keine Ostern so feiern
Das die grossen Denker seit 300 Jahren Gott als von Menschen geschaffen predigen
Es wäre noch zu erwähnen, dass Beethoven im Westen falsch verstanden wurde.
Die Evolutionsbiologen sagen dass die Euthanasie kein Teil Menschlicher Evolution sein könne.
Die Menschen welche die Wirtschaft studiert haben und Ostern feiern:
Sie sagen aber noch immer und jetzt noch lauter, dass die Macht des Stärkeren das Wichtigste sei
Es sei sehr wichtig damit auch die Armen profitieren, sie predigen in Rosarot.
Die Wirtschaftsethiker die keine Ostern feiern
Wir hätten ein Monetäres Kreuz geschaffen
An das Kreuz hätten wir unsere Humanität genagelt
Jedenfalls ist das im Westen so
Bald jedoch auf der ganzen Welt
Dank unserem Erfolg als dem Individualismus verpflichtete Materialisten und Masochisten.
Dank unserem Erfolg die Ressourcen der Welt am schnellsten zu verbrauchen.
Verkannt und verschmäht ist Gottfried Herder
Dieser sagte es schon vor Darwin
In der Gemeinschaft erfüllt sich erst die Menschliche Evolution
Wenn das Schwache mit dem Starken lacht
Denn das Starke kann Morgen das Schwache sein
Jedenfalls ist dies bei Menschen so
Die Welt bleibt hinter dem Menschen zurück
Jedenfalls ist dies in der Weltwirtschaft so
Ausser an Ostern? Im Westen.
Mich beschäftigt die SBB Cargo-Geschichte schon seit Wochen. Obwohl ich auf diesem speziellen Fachgebiet kein Fachmann bin, stört mich vor allem das Vorgehen der zuständigen Leute auf der Kommandobrücke. Sei das der VR oder die GL der SBB. Da werden Strategien definiert, die sich nach kurzer Zeit bereits als völlig falsch erwiesen (Biel!). Dann kommt die nächste Variante. Im Moment spricht man über Strategien, die ganz offensichtlich von irgendwelchen Beraterteams am Sandkasten ausgeheckt wurden. Ich werde dem Verdacht nicht los, dass sich die Geschäftsleitung selbst sehr schwer tut mit deren Umsetzung. Kein Wunder, dass jetzt vorsichtig signalisiert wird, man könne über alles reden…
Falsch wäre, jetzt über Punkte zu diskutieren, zu denen uns Laien jegliche Hintergründe fehlen. Was aber mit Sicherheit dringend wäre, eine wirklich tragfähige Strategie zu entwickeln, zu deren Entwicklung Leute mit hohem know-how (nicht nur externe Berater mit minimalem Fachwissen, wie offenbar jetzt geschehen!) zwingend beigezogen werden müssten. Und da müsste der Fächer weit geöffnet werden. Vielleicht müssten da halt auch „heilige Kühe“ dran glauben.
Nur so als Anregung: wer die Europakarte ansieht und darauf die grossen Transportwege von Nord nach Süd und West nach Ost gedanklich einträgt, erkennt bald einmal, dass es sehr schwierig sein wird, als kleine Schweiz hier den Global Player zu spielen. Also wären wohl Kooperationen gefragt. Warum nicht auf die Stufe Transporteur oder „Durchleiter“ absteigen, aber gleichzeitig in der Schweiz ein Kompetenzzentrum für die Wartung und Bereitstellung von Lokomotiven und Spezialwagen usw. aufbauen? Und da die Karte Swiss Quality voll ausspielen? Und hier einen erheblichen Teil des Ertrages erwirtschaften? Wie gesagt: ein reiner Denkanstoss. Da gäbe es mit Sicherheit noch weitere Varianten. Aber die müssten dann halt mal durchgespielt, vor allem auch durchgerechnet und vor allem mit den Fachleuten und Kennern der Szene besprochen und diskutiert werden. So dass sie tragfähig werden. Dass dabei auch die Gewerkschaften ins Boot geholt werden müssten, versteht sich von selbst.
Dass bei der ganzen Chose die stufengerechte, ehrliche und rechtzeitige Kommunikation mit allen Beteiligten völlig auf der Strecke blieb, haben wir ja jetzt erlebt. Grund genug also, auch hier mehr als nur einen Zahn zuzulegen!
Eines noch: sind sich die Leute eigentlich bewusst, dass eine SBB Cargo, wie sie heute am Markt operiert, seit über zehn Jahren in den Konkurs gehören würde? Ich wage gar nicht, die Millionen an Verlusten zusammenzuzählen, die seit dem Bestehen sich da zusammengeläppert haben…
http://www.emmesys.net
Und hoher Magistrat
Ich darf es wagen
Und dir sagen:
Fahren mit Hut,
ist immer gut.
Zudem ist es so:
Und da bin ich froh,
Nicht die UNIA bei der Bahn
Hat Fried gebracht und gut getan.
Auch nicht Pharisäer Sinn
Bringt Recht und gut Gewinn.
Sondern nur was Zeitgemäss
Nicht sitzen bleibt auf dem Gesäss,
Und sich bewegt und ändern tut,
Mehrt schlussendlich Geld und Gut
Cargo, ins besonders ihre Angestellten,
und auch Ihre Referenten, die bestellten,
sollte merken und ein wenig denken
um so ihre Wege richtig lenken
Dass nur, wenn etwas gut rentiert
Der Lohnabnehmer auch kassiert
Alles andere das ist Sozialbezug
Und ein riesengross Betrug
Den der Steuerzahler zu berappen hat
Und das, soviel ich weiss, nicht gerade knapp.
http://infomagazin-nachlese.blogspot.co
Vorab Gratulation Herr Bundesrat. . Für mich zeigt gerade der Streik im Tessin, dass das Kollektiv, wie immer es auch organisiert ist, gegenüber dem Individium im Vorteil ist.
Wie kann sich der Einzelne bemerkbar machen, wenn er Problem mit behördlichen Entscheidungen hat. Zum Beispiel diejenige, welche nach 40 Jahren keine IV bekommt, obwohl drei ärztliche Gutachter für ihre Situation sprechen.Sie werden drei Jahre vor der Erreichen des AHV-Alters Opfer einer unsozialen IV.Revision und ausgemustert Auch bei vielen ihm Lande am Rande der Gesellschaft geht es ums Überleben und Fortkommen. Sie haben keine Möglichkeit zu streiken oder dürfen auf die Hilfe eines Bundesrates hoffen. Sozialpartnerschaft besteht nur am Papier. Bis diese wieder aufersteht, werden sie noch viele freudlose Osterfeste feiern können. Nicht alle haben Zeit zu warten. Aus finanziellen Gründen nicht, aber auch aus gesundheitlichen Gründen.
Den Streikenden viel Erfolg.Für den kleinen Mann mehr Ombudstellen.
Alles hat seine Zeit …
Sie haben diese Worte aus dem Alten Testament in Ihrer Rede an die Streikenden erwähnt. Sie wurden gefragt, ob Sie sich für Gott halten und darauf hingewiesen, dass „alles hat seine Zeit“ zu verstehen ist als, Gott bestimmt wann die Zeit für Jegliches ist.
Ich bin insofern damit einverstanden, als dass meiner Überzeugung nach tatsächlich nicht der einzelne Mensch bestimmt, wann „Zeit zum …“ ist. Sie können zwar den Zeitpunkt bestimmen, an dem die Streitenden miteinander verhandeln sollen. Sie haben es aber nicht in der Hand, dass auch alle erscheinen. Selbst dann, wenn Sie sie dazu zwingen würden, könnten Sie nicht bestimmen, ob diese innerlich anwesend sind und bereit, Kompromisse einzugehen. Den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlung haben Sie noch weniger in der Hand. Das heisst, ob es Zeit für Friede (eine gute Lösung für alle) oder (weiteren) Streit ist, liegt nicht in Ihren Händen. Auch Gott ist nicht dafür zuständig oder verantwortlich.
Die Vorstellung, dass es ein Gott sei, der wie bei einem Marionettentheater die Fäden der Menschheit und des Universums in den Händen hält und bestimmt, wann was im Spiel geschehen soll, halte ich für absolut falsch, kindlich und naiv. Welchen Sinn hätte dann das Dasein des Menschen?!
An dieser Stelle scheint es mir wichtig zu erwähnen, dass „alles hat seine Zeit“ eben nicht zu verstehen ist als: an einem bestimmten Punkt geschieht dies oder das und der Mensch ist dem hilflos ausgeliefert. „Alles hat seine Zeit“ heisst eher: alles ist möglich, alles findet statt - Friede und Streit; Reden und Schweigen, behalten und wegwerfen … alles findet irgendwann, irgendwo statt.
Wenn also weder der Mensch noch ein Gott bestimmt, wann was geschieht. Wer oder was tut es dann? Meiner Meinung nach ist es ganz einfach: die Dinge, die Ereignisse entwickeln sich und reifen. Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Samenkorn fällt zu Boden: fällt es in der Hitze der Sonne auf Stein, vertrocknet es; fällt es zur Winterzeit, keimt es nicht; fällt es zur Frühlingszeit auf feuchten Boden, keimt es und wird zur Pflanze. Die Bedingungen, die das Samenkorn in eben diesem Augenblick zum Fallen bringen und die es im nächsten Moment antrifft sind entscheidend und bestimmen seinen weiteren Weg … Zeit zu wachsen oder Zeit zu vergehen.
Mit anderen Worten: In einem unüberblickbaren Meer von Bedingungen und Dynamik handelt der Mensch und beeinflusst seinerseits die Bedingungen und die Dynamik der sich entwickelnden Ereignisse in diese oder jene Richtung … Zeit für Friede oder Zeit für Streit …
Das bedeutet letztendlich, dass der einzelne Mensch durch sein Denken und Handeln doch zumindest mitbestimmend ist – in der Grössenordnung eines Staubkorns im Universum - ob es eine Zeit zum Steine werfen geben wird oder eine Zeit zum Steine sammeln.
http://www.bildermax.ch
Wenn ich mich da durch Geschäftsberichte und Medienmitteilungen von SBB Cargo durchlese oder auch dem VR-Präsident der SBB, Thierry Lalive in der „Club“-Sendung von SF 1 vom 18.03.2008 zuhöre, dann fallen mir spontan zwei Stichworte ein:
Planlosigkeit und verfehlte Kommunikation.
Zu letzterem wäre zu sagen, dass allgemein die Botschaft angekommen ist, dass in Bellinzona 126 Mitarbeitern gekündigt werden würde, was jedoch aufgrund des aktuellen GAV’s gar nicht möglich ist.
Im Gegenzug spricht niemand davon, dass in Basel 300 Stellen vom Sanierungspaket von SBB Cargo betroffen sind.
Alles in allem hat wohl niemand so richtig verstanden, wie viele Schicksale von Bellinzona nach Yverdon, von Fribourg nach Basel, von Biel nach Yverdon und Olten und zurück ins Tessin nach Chiasso „verlagert“ werden.
Verfehlt scheint mir die Kommunikation auch, weil es im Geschäftsbericht 2006 heisst: „Das Industriewerk Bellinzona bleibt das Kompetenzzentrum für den Grossunterhalt von älteren und modernen Streckenlokomotiven. Neu wird auch der Grossunterhalt von Güterwagen an diesem Standort konzentriert. Die Produktivität im Industriewerk soll durch weitere Massnahmen verbessert werden.“
Im Gegenzug dazu ist der Medienmitteilung vom 07.03.2008 zu entnehmen: „Die schwere Instandhaltung der Lokomotiven für die gesamte SBB wird vom Personenverkehr geführt. Damit werden Konzernsynergien genutzt und eine bessere Auslastung der Ressourcen ermöglicht. Konzentration der schweren Instandhaltung für Lokomotiven in Yverdon …“
Damit wäre ich auch gleich beim Thema „Planlosigkeit“ angelangt: Worin liegt der Unterschied, eine Lok für den Güterverkehr oder eine Lok für den Personenverkehr zu unterhalten?
Ich trage zwar kein „dipl. ing. ETH“ um diese Frage beantworten zu können. Aber als regelmässiger Bahnbenutzer beobachte ich, dass es teilweise die gleichen Lok-Typen sind, die beide Zug-Arten ziehen (oder schieben). Zudem stelle ich fest, dass die „kleine“ BLS keinen Unterschied beim Unterhalt macht…
Das bringt mich dann zur Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Tochtergesellschaft (AG) zu führen, die für die „Instandstellung“ des gesamten Rollmaterials der SBB (und/oder weiterer Bahnen) zuständig ist? Damit fände auch eine Abkoppelung des reinen Cargo-/Transportgeschäfts vom Unterhaltsbereich des Rollmaterials statt (der Unterhalt der Schienen wird ja auch nicht zweigeteilt).
Planlos erscheinen mir auch die (Nicht-)Entscheide des VR bezüglich längerfristigem Lok-Unterhalt. VR-Präsident Lalive hatte in der genannten TV-Sendung erwähnt, dass die neuen Loks weniger Unterhalt benötigen würden und es folglich eine Überkapazität gäbe. Nun, wenn bei meinem Arbeitgeber die Beschaffung neuer Kopiergeräte oder die Migration zu einem neuen Betriebssystem schon Monate beansprucht, dann dürften zwischen Evaluierung und Auslieferung neuer Loks wohl Jahre vergehen. Der Kapazitätsbedarf für den Unterhalt liesse sich also kalkulieren…
Schliesslich frage ich mich, was es mit dem „unzureichenden Rechnungswesen“ auf sich hat. Die Aussage von Thierry Lalive in besagter Sendung von wegen es hätte im 1999 bei der Liberalisierung dieses Rechnungswesen nicht gegeben, scheint mir ziemlich blauäugig. Wie wir von Herrn Leuenberger immer wieder hören, sind alle politischen Entscheide eine langwierige (und langjährige) Angelegenheit. Die fragliche Liberalisierung kam bestimmt auch nicht von heute auf morgen. Bei der Einführung der MwSt musste sich schliesslich auch jedes Unternehmen darauf vorbereiten, nach dem Gesamttotal nochmals einen Prozentsatz hinzuzurechnen. Und da will die grosse SBB, über deren Fahrplan man sogar Paris – Moskau abfragen kann, bis heute nicht in der Lage sein, hier ein entsprechendes Rechnungswesen aufzubauen?
Insgesamt komme ich auf die gleiche Schlussfolgerung wie Roberto weiter unten: „Im Moment spricht man über Strategien, die ganz offensichtlich von irgendwelchen Beraterteams am Sandkasten ausgeheckt wurden. Ich werde dem Verdacht nicht los, dass sich die Geschäftsleitung selbst sehr schwer tut mit deren Umsetzung.“
Dieser Verdacht erhärtet sich vor allem dann, wenn man die Liste der VR-Mitglieder durchgeht. Mit einer Ausnahme (Ulrich Sinzig) scheint von diesen heute keiner ein (grösseres) Unternehmen zu führen (ausgenommen der jeweils eigenen Unternehmensberatungsfirma).
Es bleibt deshalb zu hoffen, dass der bald neu zu bestimmender VR-Präsident ein sozial-kompetenter, kommunikationsfreudiger UNTERNEHMER ist.
Letzteres bleibt jedem Unternehmen zu hoffen, denn „SBB Cargo“ ist überall. In Bellinzona scheint man sich eben noch mit seinem Arbeitgeber zu identifizieren. Andernorts ist man diesbezüglich bereits abgestumpft, weshalb auch keiner mehr in den Ausstand tritt, wenn Hunderte oder gar Tausende von irgendeinem „Restrukturierungsprogramm“ betroffen sind. Für die Auferstehung der Sozialpartnerschaft braucht’s deshalb mehr als nur ein Streik-Ende in Bellinzona. Viel eher wäre wohl ein Wandel innerhalb der Verwaltungsräte angebracht (Swissair, UBS, SBB, …).
Ansonsten gilt nämlich weiterhin der zu Ostern passende Bibelspruch: Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!
Frohe Ostern
Titus
P.S. @ Elysium: T’as conclusion comme quoi le « débâcle » de SBB Cargo serait la conséquence d’une politique de transport non réussie (transfert de la route au rail) me parait trop simple. Je t’invite d’aller lire le communiqué de presse de BLS Cargo du 18.03.2008. Dans ce dernier tu va lire que BLS Cargo est dans les chiffres noirs depuis 7 ans consécutifs !
Wer jetzt immer noch glaubt der Staat sei unsere Rettung und mache jeden glücklich und wohlhabend ist einfach nur naiv, oder glaubt einer veralteten Ideologie aus dem 18. Jahrhundert.
All diese Politiker im VR und in der GL bei der SBB... was haben sie getan? Sind sie besser als die Leute aus der Privatwirtschaft?
Eines ist sicher: Staatliche Unternehmen sind mindestens ebenso ineffizient wie private!
Selbst Johann Gottlieb Herder bezieht sich auf das Recht des Stärkeren, wonach die Marktwirtschaft funktioniert. So jedenfalls beschreibt es unser Herr Stäubli, welcher dies eigentlich nicht akzeptieren kann, oder will. Und das einst der Schwächer der Stärkere sein kann, ist diesen Herren, welche den Sozialismus predigen, nie eingefallen.
Müssen also diese Arbeitsplätze im Interesse des Gesamtwohles geopfert werden? Oder kann man diese Retten? Wenn ja, wie lange?
Die Ineffizienz wird nicht durch Arbeitsplatzerhalt wettgemacht, das ist sicher.
Gruss
Mr. Pink
http://jeanb@balcab.ch
Der Fall zeigt vor allem: Handwerk verliert seinen sprichwörtlichen goldenen Boden. Mehr und mehr.
SBB-Lalive weissagte im "TV-Club", dass "neue Loks" halt weniger Unterhalt benötigen als alte.
Diese blöde Bemerkung konterten - wenn ich mich recht erinnere - sowohl der Lastwägeler wie auch der Gewerkschafter mit der treffenden Bemerkung, dass man dies seit mindestens 10 Jahren wisse.
Und wer sich mit Technik im allgemeinen oder Loks im speziellen befasst, kann vermutlich beipflichten, dass dies so nicht stimmt: Denn der "moderne Schrott" ist mindestens (!) so störungsanfällig und reparaturbedürftig wie der alte.
Der Punkt ist aber, dass dieser Unterhalt je länger desto weniger Arbeit erfordert, aber umso grösseren Einsatz von (vorfabriziertem, z.T. Billig-) Material und versteckter grauer (Billig-) Energie. Stichwort: "Reparatur lohnt sich nicht"; es werden ganze Module ausgetauscht statt nur das defekte Teil lokalisiert, ausgebaut, repariert und wieder eingebaut.
Auch hier sind die Anreize falsch. Deshalb braucht es u.a. eine ökologische Steuerreform, welche solch nicht-nachhaltiges Wirtschaften unattraktiv macht, anstatt die Arbeit zu belasten und zu entwürdigen.
Wirklich interessant. Bis zum SBB- Cargo- Debakel ging es hier im Blog einzig und allein um das Versagen der Privatwirtschaft und ihrer inkompetenten Manager. Alles aus der Privatwirtschaft war denn auch schlecht - System, Manager, Zinsen... einfach alles was nicht vom Staat gemacht/ geregelt wurde war 'böse' und wurde als falsch abgetan.
Der Staat und sein Heer von Politikern und Beamten durften nie in Frage gestellt werden und dürfen es auch jetzt nicht. Sie waren und sind denn auch unfehlbar (jedenfalls für den Grossteil der Bloger).
Und jetzt wo der Staat und seine Lakaien selbst grobe Managementfehler machen geht es plötzlich nicht mehr darum, wer was Falsch macht - sprich ist eine Privatunternehmung schuld am Debakel oder ein Staatsbetrieb, welcher von Unfehlbaren geführt wird! Jetzt ist die Situation plötzlich ganz anderes. Nur wie?
Es werden sogar Steuerreformen gefordert.
Ob das was nützt bei den Milliarden an Steuergeldern, welche die SBB als zinslose Darlehen ohnehin erhält? Es ist wohl eher Fragwürdig.
Diese Heuchlerei im Blog ist geradezu abstossend.
Grüsse
Mr. Pink
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wi
Ein Artikel über Wettbewerb in der Wirtschaft und warum der Superkapitalismus die Demokratie untergräbt.
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/834906.html
Es gibt auch CH-Wirtschaftsgrössen, welche die CH-Demokratie offen als Standortnachteil betiteln!
Die "Demokratur" ist nicht weit.
Hoffentlich wenigstens ein Standortnachteil für solche Hetzbrüder...
http://jeanb@balcab.ch
Immer noch schreiben namhafte Philosophen gern über Kompensation. Im
Terminus technicus steckt die mechanische Balkenwaage. Ist Links unten, legt
man rechts irgendetwas dazu: Ausgeglichenheit entsteht. Die Denker bewegt
wohl die berechtigte Sorge um menschliche Binnenbefindlichkeit, diese sei
durch das sich globalisierende westliche Wirtschaftssystem zunehmend
gefährdet. Man müsse zwingend 'kompensieren'.
Früher war der Einzelne eingebunden in familiäre und dörfliche Gemeinschaft,
war nicht auf sich allein gestellt, musste nicht täglich seine Identität neu
erfinden. Er wusste, woher er kam, wohin er gehörte und wo er vielleicht
auch sterben werde. Die entfesselte Geldwirtschaft veränderte das. Alles
wurde relativ, der gleichmacherische Tauschwert bestimmte zunehmend die
Lebenspraxen. Traditionen mit ihrer Langsamkeit störten. Weg damit!
Das hat der menschlichen Seele nicht gut getan. Sie hängt halt am Seienden,
am Besonderen, am Regionalen, am Schönen. Der Einzelne wurde nackt und
unbehaust. Professionelle Kompensatoren erkannten und lösten das Problem.
Sie schufen dem 'Mängelwesen' eine künstlich schöne Welt, wo es sein
Unbehaustsein vergessen solle. Das lässt sich gut und zustimmungspflichtig
an einem Beispiel zeigen. Ein Uhrenfabrikant aus Neuchâtel jettet um die
Welt, steigt in besten Hotels ab. Multinational operierende Ketten bieten
Komfort, der auf der ganzen Welt gleich ist. Angenehm bequem zwar, tut aber
der Seele (Binnenbefindlichkeitskompetenznukleus) des Reisenden weh. Dieser
sehnt sich nach dem Baldeggersee, nach dem Geruch von verregnetem Emd, nach
dem Grossvater, der Imker war, nach dem sommerlichen Dorffest mit Tanzmusik
der blonden MüKo-Boys. Kompensations-Architekten greifen ein: Sie höhlen das
funktional gebaute Luxushotel aus und gestalten individuelle Themen-Suiten,
jede trägt den Namen eines europäischen Dorfes, unten links 'Müswangen'. In
der Eingangshalle: ein römischer Brunnen.
Frage: Geht es dem Handelsreisenden so besser oder schlechter?
sehr interessanter Tagi-Artikel. Danke sehr.
MfG
TU
ich finde vor allen Dingen die Idee der "Gesellschaftsbeschäftigung" sehr interessant. Geht es doch in unserer modernen Gesellschaft vor allem darum, die Gesellschaft zu beschäftigen, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Aber was beschäftigt die Leute denn? Was produzieren diese Arbeitsplätze?
Die wenigsten Arbeitsplätze, die wenigsten Beschäftigungen dienen heute lebensnotwendigen Erzeugnissen, wie Nahrung, Sicherheit oder Gesundheit. Nein. Die überwiegende Mehrheit aller Arbeitsplätze beschäftigt sich damit, mehr Luxusartikel zu erzeugen. Oder wenn nicht Luxusartikel, dann Werkzeuge, um noch mehr Luxusartikel zu erzeugen oder eben nur Arbeitsbeschäftigung und Unterhalt (Banking, Versicherungen usw...)
Ich würde die Hetze, wie sie Wachstumskritiker bezeichnet, noch nachvollziehen können, ginge es um überlebensnotwendige Produkte. Aber es geht meistens doch um dickere Autos, grössere Fernseher, teurere Häuser, ausgefallenere Ferien, Playstations und Kaviar.
Wir denken, der Kapitalismus, morgen der Turbokapitalismus und übermorgen der Superkapitalismus seien diskussionsfrei die neue Maxime der Gegenwart. Doch wissen wir noch gar nicht WOHIN uns der Kapitalismus führt! Wir haben damit gerade mal ein Jahrhundert Erfahrung. Ja, er brachte Wohlstand. Ja, er bringt Arbeitsmotivation. Aber: auch grenzenloser Egoismus. Kurzsichtiges Resourcen-management. Nichthaltigkeit und Ignoranz gegenüber allem, was nicht monetär ist - wie z.B. die Umwelt.
Ich komme zum Schluss: Der Kapitalismus ist eine weitere Evolutionsform der Gesellschaftsordnung. Die Evolution ist aber noch lange nicht am Ende. Wie gehts weiter? Was kommt nach dem Kapitalismus?
Der Kapitalist ein nicht interessiert an nachhaltigem Verhalten, sondern nur an kurzzeitigem Profit. Der Kapitalist ist auch nicht interessiert an politischen Idealen, sondern nur an seinem Wohlergehen. Wenn dazu eine Demokratie notwendig ist - gut so. Wenn nicht - dann auch auch gut.
Der Kapitalist wird immer versuchen, die Politik zu seinen Gunsten und meist zum Nachteil aller anderen zu manipulieren. Er hat ja gar keine andere Wahl! Er muss! Denn alle anderen Kapitalisten tun es ja auch. Wenn er micht mitzieht, entsteht ihm ein Wettbewerbsnachteil.
Der Endzustand dieses Karussels ist jener, indem alle Politik nur noch von Superkapitalisten gemacht wird. Das Volk ist davon weitestgehen ausgekoppelt. Nimmt nur sporadisch teil in Form von Präsidentschaftswahlen, wo es zwei, drei Kandidaten gibt - eine Farce, denn alle zwei oder drei Kandidaten sind nur Marionetten zur Illusion der freien Wahl. Endzustand: Monarchie, Absolutismus, Einparteiregieren, China.
Und wir sind auf dem besten Weg dahin! Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Zwei Drittel der Erdbevölkerung hat nicht regelmässig Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Konzerngewinne steigen ins Astronomische. Der Egoismus auch. Und wird sogar gerechtfertigt. Geiz ist geil. 24% working poor quote in den USA, dem grossen Vorbild. Das heisst 24% aller Arbeiter und Arbeiteinnen sind arm, obwohl sie 100% arbeiten.
Viel Spass.
Im Fall der SBB Cargo lohnt es sich doch jetzt nicht, sich in erster Linie damit auseinanderzusetzen, wer was falsch gemacht hat, weil das bringt wahrscheinlich niemanden weiter und wird erst recht nicht die Streikenden davon abhalten zu streiken. Sondern man sollte eher herausfinden welche Umstände geändert werden sollten damit die Streikenden aufhören zu streiken.
Als ich noch die Oberstufe besuchte, halfen in Kriesensituationen, immer Gruppengespräche weiter. Jede Gruppe musste sich besprechen und auf ein Plakat aufschreiben was sie an der Situation schlecht fand, was dringend geändert werden musste, was die Gruppe beitragen konnte damit sich die Lage verbessert und Ideen damit der Klassengeist wieder entspannter wurde.
Bei den Streikenden der SBB Cargo würde das gleiche Prinzip sicher auch funktionieren. Bei der Auswertung der Plakate käme man auf den Durchschnitt der Probleme und die Bedingungen die mindestens geändert werden müssten, damit die Streikenden die Arbeit wieder aufnehmen.
Was denken die restlichen Blogger dazu?
Eine gute Idee? reiner Schöngeist? eine Utopie?
http://bluewin.ch
Unser Land beklagt zurzeit einige Themen und Themenkreise. Weit vorne steht die Herausforderung Cargo in Bellinzona. Es ging einmal um die Sache das bin überzeugt, dann aber musste der Sachverhalt einem Spiel weichen, das erwachsenen Leuten, die eigentlich alle das Gleiche wollen nämlich zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen nicht würdig ist. Es geht nun leider über in Leiden und Verluste. Alle verlieren zurzeit. Warum wird der Appell des Departementschefs nicht wahrgenommen. Warum geht man nicht zurück, und das ganz sachlich auf Feld eins, alle. Das ist in einer solchen Situation wohl die einzige richte Ausgangslage für ein gutes Resultat. Das war im Poststellennetz so, ich erinnere mich an St. Jean in Genf, alles auf der Strasse, Macht statt Sache wurde gelebt. Touchez pas la poste war der Kampfruf..Dann auf Drängen der Gewerkschaften, nach Einsicht des zuständigen Bundesrates und des Managementes zurück auf Feld 1. Das war die erste vertrauensbildende Sache für ein Restrukturierungsprojekt imposanter Grösse. Nicht allein als Manger und VR erfolgreich, nein in harter aber vertrauenswürdiger Sozialpartnerschaft ohne dabei projektbezogene Kündigungen auszusprechen.
Also zurück auf Feld 1 mit einem guten Spielleiter und ehrlichen transparenten Regeln und Zielsetzungen. Nur wer sich gegenseitig in seiner Aufgabe Ernst nimmt gewinnt Vertrauen. Es wäre ungerecht zu sagen, dass sich die Gewerkschafter, die Angestellten nämlich der Cargo, nicht ernsthaft engagierten. Das gleiche lässt sich auch über das Managment der SBB sagen, was fehlt ist das Vertrauen die Grundlage um Glaubwürdig zu sein in der Sache. Also zurück auf Feld 1 mit einem vertrauensvollen Speilleiter. Ja nehmt euch Zeit um Zeit zu gewinnen. Viel Glück.
Lieber Remo
Als eine (andere) Stimme des Volkes erlaube ich mir nachfolgend offen meine Gedanken Kund zu tun – auch mit dem Risiko auf wenig Beifall und viel Kritik:
Wenn in einem Jahr der Wind von Osten bläst und im nächsten Jahr von Westen, dann habe ich durchaus Verständnis, wenn man sich gegen derartige 180 Grad-Kehrtwendungen zur Wehr setzt. Über die fragwürdige planerischer und kommunikativer Kompetenz seitens SBB-Verwaltungsrat habe ich mich bereits weiter unten geäussert.
Nichtsdestotrotz – und ohne die persönliche Situation der Betroffenen verharmlosen zu wollen – sollte man die Kirche im Dorf stehen lassen. Zu diesem Schluss komme ich wie folgt:
SBB Cargo bestätigt in der Medienmitteilung vom 07.03.2008 den ab 2007 gültigen GAV:
„Der GAV der SBB sieht vor, dass GAV-Angestellte, die von Umstrukturierungsmassnahmen betroffen sind, NICHT ENTLASSEN werden.“
Zu finden unter: http://www.sbbcargo.com/index/mec_news.htm?memi=97
Falls Du auch so einen Kündigungsschutz hast, dann gratuliere ich Dir und bin doch etwas neidisch...
Der oben genannten Medienmitteilung von SBB Cargo ist weiter zu entnehmen:
„Fokussierung und Ausbau der Instandhaltung von GÜTERWAGEN in Bellinzona: bessere Auslastung und Steigerung des Auftragsvolumens auf über 20’000 Güterwagen.“
„…den Standort Bellinzona für Güterwagen-Unterhaltsleistungen zu erhalten und ZU STÄRKEN. Einzelheiten sollen bis im Sommer geklärt sein. Ziel ist es, so rasch als möglich, spätestens auf den 1. Januar 2009 ein konkurrenzfähiges internationales Werk aufzubauen und zu betreiben mit 200 Arbeitsplätzen.“
Das klingt doch sehr positiv – oder habe ich etwas übersehen?
Am vergangenen Wochenende ging es einzig und allein um die RAHMENBEDINGUNGEN für den runden Tisch. Es ging also noch nicht darum, was nun genau aus der Werkstätte in Bellinzona gemacht werden soll. Eine dieser Rahmenbedingungen seitens Streikkomitee war, dass die SBB zusichern sollen, dass der Unterhalt der Loks in Bellinzona bleibt. Also noch bevor überhaupt über Alternativen oder ähnliches diskutiert wird und bevor die bisherigen Entscheide (gemeinsam) nochmals überprüft werden können, sollen die SBB schon Zusicherungen machen?
Ich denke, die Streikenden haben schon sehr viel erreicht:
a) Die bisherigen Pläne sind mindestens bis Pfingsten aufs Eis gelegt.
b) Die Streikenden KÖNNTEN aktiv am Umbau von SBB Cargo mitwirken (Stichwort: „Ergebnisoffen“).
c) Sie haben das volle mediale Interesse (die Tausenden Bauarbeiter haben es nicht, ebenso wenig die 300 betroffenen „Overhead“-Angestellten von SBB Cargo in Basel, welche vermutlich nicht einmal dem GAV unterstellt sind).
d) Man spricht über sie sogar im Parlament und im Bundesrat (die Milliarden-Verluste der Grossbanken haben’s nur bis zu Bundesrat Merz geschafft).
e) Sie haben (noch) die Unterstützung der Tessiner Kantonsregierung und der Tessiner Bevölkerung.
f) Ihre Anliegen waren von Anfang an und sind noch immer „Chef-Sache“ (nicht ein Abgesandter des CEO, sondern der CEO selber nimmt sich der Thematik an).
Die privaten Firmen, dank welchen es u. a. zu den oben erwähnten 200 Arbeitsplätzen kommen soll, haben an streikfreudigen (und aus ihrer Sicht nicht veränderungsbereiten) Mitarbeiter sicher wenig Interesse. Zudem wird sich SBB Cargo nach Alternativen im In- und Ausland umschauen müssen, um dem Instandhaltungsbedarf nachkommen zu können. Das kann doch auch nicht im Interesse der Streikenden sein, oder?
Jetzt wäre doch noch der richtige Zeitpunkt, um auf den fahrenden Güterzug aufzuspringen…
Freundliche Grüsse
Titus
Non !
Vos agissements concernant nos camarades grèvistes de CFF Cargo sont honteux.
Soyez socialiste et prenez la défense des travailleurs ou prenez votre carte de l'UDC.
Camarade, les parvenus et les valets du néo-libéralisme n'ont rien à faire au partie socialiste!
Ein teil des Volkes versteht Ihre Politik nicht, wie kann man Arbeitsplätze verlegen und neue Leute ausbilden, das wiederum Millionen kostet, Yverdon und Biel liegt ja an der Gotthardstrecke!!
Warum nicht Fribourg und Bellinzona aus-
bauen, welches sowieso schon Arbeitsplatz
arme Regionen sind?? Vielleicht könnte man
den in sturheit verfallene Wasserkopf aus
spargründen etwas abbauen, oder !!
Auch ich bin kein Freund der Gewerk-schaften, aber auch hier macht sich nun das Gedankengut der Secondos breit und
die zuverlässigkeit der CH wird im Aus-
land auch langsam angezweifelt.
Grüsse vom Genossen Jo
http://Monte Carasso
sono la moglie di uno dei tanti operai delle Officine di Bellinzona (forse in questo ultimo mese ne ha sentito parlare), e se la mente le fa difetto, mi permetto di ricordarle che sono situate nel Canton Ticino. Cantone da voi tanto amato per il sole, il Merlot, il risotto e la polenta, .... ma ahimè senza nessuna considerazione per tutto il resto!
In primis la lingua italiana. Nel suo blog de Pâque o Osterblog, non le sembra di avere dimenticato qualcosa?
Triste se penso che per un consigliere federale, che rappresenta una nazione multi linguale, non abbia l’accortezza ed il rispetto di esprimersi anche nelle lingue di minoranza.
Dedichi pure il suo tempo all’anniversario del suo blog, e come dice lei “chaque chose en son temps! Sono d’accordo con lei, caro consigliere e questo è il tempo del risveglio, e il tempo della rinascita, non solo delle officine ma, di tutto un Cantone, stufo di farsi mettere sempre i piedi in testa.
E, non se la prenda, ma chi rappresenta la Svizzera dovrebbe saper parlare e scrivere nelle lingue nazionali, prenda pure come esempio i nostri rappresentanti a Berna.
Questo mi sentivo di dirle, e forse, chiudendo gli occhi e lasciandosi trasportare per un momento ad essere uno dei tanti operai che stanno vivendo questa triste situazione, FORSE anche lei potrà capire, e dico FORSE perché la differenza è enorme, è nei valori umani che questi uomini hanno dimostrato, è nella loro grande dignità. Ciò che lei non ha fatto e, poi diciamolo pure è nella busta paga, dove a noi le cifre sono a tre 000 e a LEI a cinque 00000.
E’ per questo motivo che sono certa che non può capire cosa possa provare in questi giorni una famiglia delle OFFICINE DI BELLINZONA.
Confido in una sua presa di posizione a favore di chi ha sempre dato il massimo, ed anche ad una presa di posizione contro chi a portato con scellerati investimenti le FFS Cargo in questa situazione.
Cordialmente
Nevis Giacolini
SBB Cargo, Bankenkrise, Tibet, Energieversorgung, Klimaerwärmung, etc. Immer wieder wird hier im Blog über grundlegende Fragen diskutiert und gestritten. Verkürzt formuliert geht es z.B. darum:
• welches sind die „richtigen“ Massnahmen …
• Welches ist die „richtige“ Gesellschaftsform …
• welches sind die „besseren“ Transportmittel …
• welches sind die „besseren“ Energieträger …
• welches sind „gute“ bzw. „schlechte“ Gesetze …
„Gut“, „richtig“, „beste“, „schlecht“ sind an sich nichtssagende Begriffe. Sie können Beliebiges bedeuten.
Beispiel: Für denjenigen, dessen Ziel ein möglichst billiges Transportmittel ist, ist das billigste gut. Für den, dessen Ziel ein ökologisches Transportmittel, ist dasjenige, welches diese Kriterien erfüllt das Beste. Für den, dessen Ziel ein „geiles“ Transportmittel ist, ist dasjenige gut, welches er für „geil“ hält. Erst die Definition, was mit „gut“ gemeint ist, füllt diesen Begriff mit Inhalt.
Es wird klar, dass „gut“ bzw. „schlecht“, „richtig“ bzw. „falsch“, von der persönlichen Wertvorstellung abhängt. Jeder Mensch hat Wertvorstellungen, an denen er sich orientiert und die seine Handlungen in eine bestimmte Richtung lenken – sei ihm dies bewusst oder nicht.
Die Diskussionen hier im Blog (wie auch in Politik & Gesellschaft), ist letztlich eine Werte-Diskussion.
Das Credo der Schulen: gut ist Leistung und Wissen …
Das Credo der Kirche: gut ist Glaube und Nächstenliebe …
Das Credo der Wirtschaft: gut ist Produktivität, Umsatz, Gewinne …
Das Credo der Grünen: gut ist mehr Natur, weniger Ressourcen-Verschleiss …
Das Credo der SVP: gut ist eine Schweiz ohne Ausländer …
Das Credo der SP: gut ist eine Schweiz mit integrierten Ausländern …
Das Credo der FDP: gut ist eine Schweiz mit gut gebildeten Ausländern …
Die Frage, welche Werte gelten und wo die Prioritäten gesetzt werden sollen, scheint mir das Grundproblem, welches die Gesellschaft und die ganze Menschheit zu entzweien droht. Alle Institutionen, sei es Politik, Kirche, Schulen, Wirtschaft etc. buhlen um unsere Gunst, um uns von ihren Wertvorstellungen von „gut ist …“ und „richtig ist …“ zu überzeugen und unser Verhalten zu beeinflussen. (Medien werden weltweit zu diesem Zweck eingesetzt und es wird hemmungslos irregeführt, verschwiegen, gelogen …) Denn nur durch unsere Akzeptanz und Übernahme vom Wertsystem der jeweiligen Institution wird deren Existenz überhaupt möglich. Ohne Gläubige keine Kirche, ohne Geldhandel keine Banken u.s.f.
Es besteht heute eine verwirrende Vielfalt an Wertesystemen – eine geradezu babylonische Sprachverwirrung. Denn jedes Wertesystem sagt „gut ist …“ und meint etwas, das mit dem „gut ist … „ eines anderen Wertesystems oft unvereinbar ist. Es z.B. unmöglich, nach dem Credo der Nächstenliebe zu leben und gleichzeitig nach dem Credo, das Fremde ausgrenzt, Ausbeutung und Verletzung von Menschenrechten zulässt.
Es führt nur ein Weg aus dieser verwirrenden Vielfalt: kritisches Hinterfragen, Ehrlichkeit und Konsequenz.
Zum Beispiel: Das Wertesystem Schule: „gut ist Leistung und Wissen“ konsequent zu Ende denken und fragen: Wohin führt dieses Credo in letzter Konsequenz mich und andere? Wird dieses den allgemein menschlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht? Was passiert mit mir/den Menschen, wenn meine/ihre musischen Bedürfnisse nirgendwo Raum finden und nur noch Leistung zählt? Was passiert mit Menschen, die die Norm nicht erfüllen bzw. nicht hinein passen? Was macht das steigende Tempo von Wissensvermittlung an Schulen und der Leistungsdruck mit Kindern/Menschen? Etc. Finde ich das Wertesystem, das in diesem Credo steckt gut? Stehe ich dazu? Werde ich es für mich und meine Mitmenschen mit allen Konsequenzen (auch für mich nachteilige) anwenden und ihm überall oberste Priorität einzuräumen?
Credo der Wirtschaft: „Produktivität, Umsatz, Gewinne“. Was passiert, wenn nur noch stetig steigende Produktivität, steigender Umsatz und steigende Gewinne das Fortbestehen von Betrieben und Arbeitsplätzen sichern? Woher kommt dieser Zwang zu stetigem Wachstum? Und was hat er in Bezug auf Rohstoffe, Umwelt und Menschen für Auswirkungen? Können es sich Betriebe überhaupt noch erlauben, sich für das Wohl der Mitarbeiter zu engagieren, wenn die Konkurrenz ihr Produkt billiger auf den Markt werfen kann, weil sie ausbeuterisch arbeitet (Wettbewerb)? Was passiert mit mir und den Leuten, wenn sie dem Leistungsdruck, den Sparmassnahmen, der Ausbeutung, dem Konkurs zum Opfer fallen, ausbrennen – krank werden? Etc. Bin ich bereit, mich zum Wertesystem der Wirtschaft mit allen Konsequenzen (auch für mich nachteilige) zu bekennen, es für mich und meine Mitmenschen anzuwenden und ihm überall oberste Priorität einzuräumen?
Das wäre Konsequenz!
Leider übersehen viele, dass sie nicht Steuerzahler oder Stimmbürger oder Konsument oder Anleger oder Arbeitnehmer/Arbeitgeber oder Vater/ Mutter oder Erholungssuchender oder Alternder etc. sind und verhalten sich entsprechend inkonsequent. Als Steuerzahler stimmt man für Steuererleichterungen für Ehepaare, Familien, Arme, etc. Als Arbeitnehmer stimmt man zähneknirschend für Steuerprivilegien von Firmen (Arbeitsplatzargument) - aber als Eltern erwarten wir Kinderkrippen und gute Schulen, als Arbeitslose längere Bezugszeiten, als IV-Bezüger höhere Renten, als Bauer Subventionen, als Pendler gut ausgebauter ÖV, als Feriengäste eine intakte Natur, als Mensch Gerechtigkeit, etc.
Es gilt zu erkennen, dass wir in jeder Minute unseres Lebens gleichzeitig alles sind. Steuerzahler und Stimmbürger und Erholungssuchender und Konsument und Mensch … Nur steht in gewissen Minuten unseres Lebens die Rolle als Arbeitnehmer in Vordergrund, dann die als Stimmbürger u.s.f. …
Es geht letztendlich darum, dass jeder sein Credo ehrlich und konsequent lebt und zwar jeden Moment und in JEDER Rolle seines Daseins. Wenn das gelingt, wird es dazu führen, dass die vielen divergierenden Wertesysteme und damit ihre Zielkonflikte verschwinden – denn das wirklich Wesentliche ist universell.
Millionen von Egoisten zu verwalten...
Politik ist ein hartes Metier. Ausser man ist selber einer.
Schöner Beitrag, Liza.
Liebe Liza,
Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen. Vielen Dank.
Die Aufforderung an die Menschen sich in jedem Moment als Wesen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu erkennen ist eine Grundlage der Vernunft, was Immanuel Kant erkannte.
Gemäss Herrn Habermass soll die "kommunikative Vernunft" erst ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander ermöglichen. Dazu mahnt Herr Habermass allerdings eine neue Form der Aufklärung an. http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2185331
Nun habe ich über die Vernunft nachgedacht.
Zuerst soll gesagt werden dass es mir wie mit den Newtonschen Gesetzen ergangen ist dabei. Vernunft hat etwas mit Logik zu tun, sollte man meinen. Die Newtonschen Gesetze erklären auf einfache Weise fast alle Dinge welche wir zur Erklärung unserer physikalischen Umwelt benötigen. Je komplexer die beobachteten Dinge jedoch sind, desto eher müssen wir uns mit merkwürdigen Gesetzen der Quantenlogik beschäftigen, was dem Menschen noch immer schwer fällt.
Wenn man behaupten würde dass man die Vernunft erkennen würde wenn man in der Zukunft auf Entscheidungen zurückblickt, so erscheint dies zuerst einmal plausibel.
Das Problem ist jedoch, die Zukunft ist nicht vorhersehbar und sie könnte auf verschiedene Weise ‚gut’ oder ‚schlecht’ für den Menschen herauskommen. Der Mensch ist ein sehr komplexes Wesen, er kann mit Logik nicht beschrieben werden, genauso wenig wie ein Atomkraftwerk oder die Moderne Chemie, Feldeffekt Transistoren mit Newtonscher Physik funktionieren würde.
Wenn Herr Habermass von einer neuen Form der Aufklärung spricht, so müsste vielleicht die seltsame Quantenlogik in der Vernunft der Bürger Einzug halten. Leider muss man dann solche Gedanken wie dass das Wesentliche Universell sei, aufgeben. Das Wesentliche wäre dann eben vom Beobachter abhängig.
Da Sie nun fordern dass sich die Menschen in allen ihren Rollen gleichzeitig gewahr werden sollten, so muss ich Ihnen leider mitteilen dass dies nicht (wirklich) möglich ist. Es ist nur auf einer niederen Stufe der Vernunft möglich, die „kommunikative Vernunft“ ist davon leider ausgenommen.
Sich selbst in allen seinen Rollen gleichzeitig gewahr zu werden, das verlangt die „Wellennatur“ Menschlicher Selbsterkenntnis zu „materialisieren“ und sich selbst Statisch zu erfassen.
Besser wäre es, sich selbst Statistisch oder in Möglichkeiten zu erfassen, sich nicht durch angeblich Universale Wertvorstellungen festlegen zu lassen.
Das Wesentliche bleibt vom Beobachter abhängig. Das will heissen dass die von Ihnen erwähnten Zielkonflikte bestehen bleiben, sofern wir die „klassische“ Vernunft einsetzen. Da jeder Mensch als Individuum (ohne kommunikative Vernunft) ein Individueller Beobachter bleibt, so wird seine Sicht der Wahrheit sich stets von der Wahrheit anderer Individuen unterscheiden, also auch ‚das Wesentliche’ seines Wertmassstabs.
Erst wenn wir uns kommunikativ mit anderen Individuen in Beziehung bringen und die Bedürfnisse einer ganzen Gruppe in unsere Vernunft integrieren können, erst dann sind wir Entscheidungsfähig für das Wesentliche einer Gruppe oder der Gesellschaft.
Die heisst nun aber wiederum nicht dass wir mit den Zielen der Gemeinschaft unbedingt Einig sind oder Einig sein müssen.
Abstrakt betrachtet kann die Gruppe ebenfalls als Individuum angesehen werden, dass seine ihm eigene Wesentlichkeit besitzt. Was für die Gruppe Vernünftig erscheint, das muss einem Einzelnen nicht ebenfalls günstig erscheinen. Dabei ist es unbestimmt welches Individuum real in der Zukunft als Vernünftig erscheint, weil fast immer mehrere Möglichkeiten Vernünftig sein können.
In der Natur kann es sein dass ein Teil einer Art sich zum Meereslebewesen entwickelt, während der andere Teil ebenfalls vernünftig in den Bäumen lebt.
Zurück zur Newtonschen Physik und der einfachen Logik.
Sofern das Wesentliche einfach zu beobachten und zu messen ist, so reduziert sich die Anzahl möglicher vernünftiger Vorgehensweise im Ideal sogar auf nur eine einzige Möglichkeit.
Wir Menschen entscheiden in der Politik (oder gegenüber uns selbst) praktisch nie über einfache Dinge, weil sonst längst entschieden worden wäre.
Selbst ein einfaches Fussballspiel bietet der Vernunft dermassen viele Möglichkeiten, dass an der optimalen Feldaufstellung einer gegebenen Mannschaft selbst Wissenschaftler (oft vergebens) arbeiten.
Das Wesentliche in diesem Fall, nämlich dass die Mannschaft gewinnen möchte, ist unter Umständen nur über divergierende Wertesysteme möglich (die der Gegner vielleicht erst im Augenblick des Zusammenpralls erkennt). Aber auch hier gilt, die Vernunft wird nicht unbedingt am Ende des Spiels sichtbar durch einen Sieg, denn es könnte durchaus Zufall sein dass man sich auf den Gegner korrekt vorbereitet hatte.
Neben dem spielen die Individuellen Leistungen und Eigenarten der Spieler eine weitere Rolle.
Lageeinschätzung bezüglich der Anwendung Sozialer Kompetenz beim Wähler
Soweit ich das beurteilen kann, so sind die Bürger kaum in der Lage über die meisten Abstimmungsvorlagen vernünftig zu urteilen, geschweige denn die kommunikative Vernunft einzusetzen um ein optimales Urteil im Sinne seines Individuums gegenüber den berechtigten Interessen der Gesellschaft abzugeben.
Die meisten Menschen wissen weder wer Sie selbst (als Ganzes) sind noch wissen sie wer die Gesellschaft ist. Ersteres zeigt die Zunahme der psychischen Erkrankungen und die Mystifizierung der mechanischen Technologie, sowie die Beweihräucherung der Unsozialen Marktwirtschaft in der Bevölkerung, zweitens das mangelhafte Wissen über die Geschichte. Oftmals nehmen unbewusste Vorgänge wie unsere Triebe entscheidenden Einfluss auf unsere Wertmassstäbe. Präferenz: Genuss und Konsum vor Gesundheit.
In diesem Sinne sei noch Herbert Marcuse zu erwähnen. http://www.falsafeh.com/html/habermas_versus_marcuse.html
Ich möchte Herrn Marcuse zum Teil Recht geben, insofern unsere Natur der Instinkte in sich die Erfahrung Jahrtausendealter Menschheitsgeschichte birgt, welche sich durchaus oftmals gegenüber unserem Verstand durchzusetzen vermögen.
Und Interessant… die Triebe und deren resultierende Gefühle sind es welche wir mit anderen Menschen derart teilen können, dass sie eine wie auch immer geartete kommunikative Kommunikation erst feinfühlig möglich machen.
Als Beispiel möchte ich erwähnen dass mein Referat in einem Hörsaal gewiss anders von Menschen erfahren würde als es hier im „Leuenblog“ auf die Menschen wirkt.
Leider haben die Menschen einen nachhaltigen Kontakt zu ihren eigenen Trieben verloren, vielfach melden sich ihre Gefühle im Augenblick eines für den Verstand überraschenden Moments.
Das Aussehen eines Politikers oder einer Politikerin kann tatsächlich Wählerstimmen bringen, vielleicht verhindern.
Das Gefühl auf der Strasse, der Herr über 160 PS zu sein kann, der kann entscheidend für den Strassenbau einer Gesellschaft sein. Hinterher sucht der Verstand dann nach Argumenten und die Entscheidung wird (wie bei Menschen üblich) dem Denken des Grosshirns zugewiesen.
Ekel und Scham können Fahrradwege verhindern, dann nämlich wenn sich der zumeist Einkommensarme Bürger gedemütigt fühlt sich selbst auf einem Fahrrad vorzustellen.
Beim Anblick eines Computers oder eines Atomkraftwerks fühlen sich vor allem Männer potent. Das macht erklärbar warum Frauen eher gegen den Bau sind und Männer dafür und auch weniger Unsicher. http://www.gallup-europe.ch/publikationen/pdf/Atomkraft.pdf
Ein Atomkraftwerk in Form eines Mannes mit Potenzproblemen (Radioaktivität) würde mehr Beachtung finden als ein Plakat mit einem in den Kühlturm gestürztes Flugzeug.
Aus dieser Sicht Liza glaube ich müssen Sie noch lange auf die Soziale Kompetenz und kommunikative Vernunft unserer Wähler warten.
http://jeanb@balcab.ch
la lotta continua! Die Tessiner Arbeiter werden bald wieder in Bellinzona ihrer Arbeit nachgehen können. Dass die SBB nun 2 Monate warten müsse, bis sie in der Cargo-Frage eine Entscheidung treffen könne, ist schlicht lächerlich. Nicolas Hayek könnte die Lösung in 2 Tagen 'aufgleisen'.
Zu der Frage nach den 'Werten': Es gibt zum Thema ein gut lesbares Buch, geschrieben von der Philosophin Carola Meier-Seethaler: 'Macht und Moral', 16 Essays, 2007, ca. 30 Franken.
Die Autorin war Gast in der 'Sternstunde Philosophie'.
Ihre Beiträge gehören zum Besten in diesem Blog.
Machen Sie weiter so.
Freundliche Grüsse
I. Gärtner
Danke für deinen tollen Beitrag über die Freiheit.
Wie schön darf heute jeder und jede selbst für sich Entscheiden, was denn für ihn/ sie gut oder schlecht sei.
Selbst eine Unternehmung kann für sich Entscheiden, was denn für sie gut oder schlecht sei.
Während aber in Tibet um solche Freiheiten gekämpft wird (wie vielerorts auf dieser Welt), mehren sich hier in diesem Schweizer Blog die Stimmen, welche keine Freiheiten mehr tolerieren wollen. Diese Stimmen wollen überall alles regeln, respektive der Staat soll diese Aufgabe übernehmen.
Diese Freiheiten, von denen ich spreche, haben ihren Preis. Man will für die freie Wahl eine Gegenleistung im selben Wert. Sei es nun in der Schule, bei der Arbeit, beim Einkaufen, Steuerzahlen... überall verlangt man für eine erbrachte Leistung eine Gegenleistung. Selbst der Beschenkte muss eine 'Gegenleistung' erbringen; er 'muss' das Geschenk schliesslich annehmen.
Auch der religiöse Glaube verlangt eine Gegenleistung (ich meine nicht die Kirchensteuer).
Leistung kann also nicht nur durch Geld erstattet werden. Der Grad der Gegenleistung kann oft selbst ermittelt werden, wie das Beispiel der Schule und Kirche zeigt. Und das Leistung und Gegenleistung nicht Zwangsweise was mit Geld zu tun haben scheinen viele oft zu vergessen. Das Erbringen der meisten Leistungen ist freiwillig (ausnahmen sind etwa Steuern) und sind damit Teil der errungenen Freiheiten.
Und viele scheinen nur allzu schnell zu vergessen, dass hinter jedem Franken der in unserem Wohlfahrtsstaat umverteilt werden soll eine Leistung steht. Erbringt dafür aber niemand eine angemessene Gegenleistung versagt dieses System von Bevormundung und Regulierung kläglich, wie uns die Geschichte lehrt. Der fehlende Wettbewerb und Konkurrenz in solch regulierten Systemen ist geradezu verschwenderisch für Ressourcen. Das scheinen auch viele zu vergessen.
Selbst in einem sozialistischen Staat, wo man diese Freiheiten so nicht kennt und alles geregelt wird, herrscht ein Prinzip von Leistung und Gegenleistung.
Warum wird aber Leistung, welche fälschlicher Weise oft nur als eine Erfindung der Marktwirtschaft betrachtet wird, als etwas schlechtes angesehen?
Was ist überhaupt Leistung? Leistung ist das Verhältnis aus Arbeit oder Energie und Zeit. Also alles Leben ist Leistung. Leben entsteht gar nur durch Leistung. Warum also diese negative Auffassung von Leistung? Das wissen wohl nur die Sozialisten, welche Leistung als marktwirtschaftliche Errungenschaft betrachten.
Ich bin jedenfalls bereit Leistung zu erbringen, um Freiheit zu geniessen und nicht in einem sozialistischen totalitären Staat leben zu müssen. Was es heisst einstige Freiheit, welche vom Staat weggenommen wurde, zurückzuerlangen zeigen uns nicht nur die Bilder aus Tibet.
Und darum sollte sich jeder der nach mehr Staat, mehr Regulierung, mehr Einschränkung, mehr Bevormundung, mehr Förderung und weniger Individuum, weniger Eigenverantwortung etc. schreit, stehts bewusst sein, in welche Richtung uns dies führt.
Wie schön darf heute jeder und jede selbst für sich Entscheiden, was denn für ihn/ sie gut oder schlecht sei. Ich hoffe das bleibt auch noch lange so...
Gruss
Mr. Pink
Leider muss man wohl feststellen, dass die Mehrheit des Volkes für die Wertediskussion kaum empfänglich ist, weil die Zeit für Einkehr und Besinnung mehr und mehr fehlt.
Einige von ihnen sind dafür mit Facts erreichbar, die allerdings jede/r nach ihrer/seiner Wertehaltung gewichtet. Und andere werden zu "dankbaren" Opfern der Manipulation.
Und all das verschlimmert sich leider unter dem (wirtschafltichen) Druck des Immer-mehr, -grösser und -schneller.
http://keine
Ich werde es wohl Exclusiv nach Kenia bringen und die schweiz gar nicht betreuen.
Dabei ist mein philosofischer Gedanke solarzelle, autobatterien, led licht, 12/240Wandler, Elektrofahhrad.
Aber die Schweiz ist so Buissness Hemmend, das ich davon absehe das Bike hier überhaupt anzubieten mit Solarzellen Ladung. Ihr mögt mehr die gesetzt und Braunkohle.
Auf die scheiss Bürokratie geht mir so auf den Wecker , die tausend telefonate bis man weiss wo was ich bezahlen muss bis ich die Typgengenhemigung hab. Nein da verzichte ich, und behalte das Exklusiv Recht bei mir, und verkaufe nie ein Bike an die doof Schweiz.
Und wenn eine Bundesbahn seine scheiss Transalternative Statuten die man mal ja gesagt hat, und ohne das Ausland macht, weil kein bock in Italien am Gotthard intresse hat, darum geht das ja ein, weil die italiener bauen die Strecken wo anderst aus. Also einfach eine NEAT bauen, ohne Fragen im Umfeld. Kann ich das sehr gut verstehen, das ich ein scheiss Fahhrrad so teuer Typenprüffen muss.
Die Schweis ist in jeder hinsicht, vorbei als geschäftsland
.
Sorry
http://jeanb@balcab.ch
'AMERICA', No!
Roberto Maggini è nato a Intragna, Ticino, nel 1944. Dopo le scuole impara la professione di montatore elettricista. Durante l'esercizio di questa professione inizia a cantare, con Dimitri, canti popolari.
La lotta continua.
Damen und Herren Bunsdesräte.
Der Fall Industriewerke SBB-Cargo in Bellinzona gibt mir sehr zu denken. Ich habe es bereits bemerkt, dass es da schon lange nicht mehr um ein paar billige unterbezahlte Eisenbahnerarbeitsplätze geht. Es geht um viel mehr. Es geht den meisten Tessinerinnen und Tessiner um die Wahrnehmung ihres Kantons. Sie haben einmal mehr das gefühl, von der Deutschschweizer Regierung nicht ernst genommen zu werden! In der heutigen Zeit, in der Galmy schon lange vor der Abspaltung der serbischen Provinz Kosovo, die Unterstützung der Schweiz zusicherte, ist gar rein nichts mehr unmöglich. Ich möchte ja nicht den Teufel an die Wand mahlen und behaupten, dass die Ticinesi bald lieber zu Italien gehören würden um ernst genommen zu werden. Vielleicht kommt ja plötzlich ein italienischer Aussenminister auf die Idee, dem Tessin solche Zusicherungen anzubieten.
Also Damen und Herren Bundesräte - ERWACHT SO BALD ALS MÖGLICH AUS DEM TIEFSCHLAF !
http://jeanb@balcab.ch
ich schreibe diese Zeilen noch vor der TV-Arena. Ich schätze Sie immer noch, aber ich verstehe Sie nicht mehr. Warum sehen Sie nicht, dass die Arbeiter aus Bellinzona nicht mit dem SBB-Chef Meyer verhandeln wollen? Ich spekuliere: Herr Meyer ist in 2 Monaten weg. Was dann? Wird er eine Abgangsentschädigung erhalten? Was werden Sie dann sagen?
Cordialmente - Jean Berger, Basilea
http://mct.sbb.ch/mct/fr/konzern_untern
Dans ton commentaire du 26.03.2008 à 08h15 t’avais accusé M. Leuenberger de ne plus être un socialiste. Apparemment, tu n’es pas au courant de certains faits intéressants…
1)
C’est le conseil d’administration des CFF qui a pris la décision d’économiser chaque année 70 mios de francs chez SBB Cargo. C’est une décision stratégique (et pas politique).
2)
Dans ce conseil d’administration il y a entre autre les membres suivants :
- Hans Bieri, secrétaire du Syndicat du personnel des transports (SEV), député PS au Grand Conseil du canton de Berne.
- Christiane Brunner, ancienne conseillère aux Etats PS du canton de Genève, ancienne présidente du PS.
Parfois, quand on sait qu’on n’a pas de chance de défendre son avis politique il vaut mieux de ne pas s’opposer à un « oui » ou à un « non » à tout prix mais de prendre ensuite son influence sur le « comment ». C’est en tout cas ce qui j’ai appris du dernier livre de M. Leuenberger.
Je me permets de copier-coller une partie de l’avant-propos, malheureusement seulement en allemand (http://www.uvek.admin.ch/org/vorsteher/00807/01399/index.html?lang=de) :
«Ja, in der Politik kann man die eigene Gesinnung oft nicht durchsetzen und muss Zugeständnisse machen. Trotzdem bin ich zutiefst überzeugt von der Notwendigkeit des Kompromisses und halte nichts vom Kult der Kompromisslosigkeit. Ohne Kompromiss gäbe es die Eidgenossenschaft nicht, ohne Kompromiss könnte es gar keinen Frieden geben. »
Question finale : Peut-on ou doit-on appliquer le paragraphe ci-dessus aussi au niveau de l’économie et pas seulement au niveau de la politique ?
Bon week-end
Titus
Ein gutes Beispiel für unsere 'FREIE MARKTWIRTSCHAFT'. Merci.
Ich frage mich nun, WAS macht uns Schweizer denn wirklich immer ärmer?
Ist es die 'freie Marktwirtschaft'? Oder doch eher der Bürokraten- und Regulierungswahn unseres Wohlfahrtsstaates?
Ist es der überbezahlte Manager, der eigentlich nur seinen Aktionären Rechenschaft schuldig ist und dessen Lohn keinen negativen Einfluss auf Leute ausserhalb der Unternehmung hat? Oder vielleicht doch eher der machtgeile und geldgierige Politiker der dem Bürger Rechenschaft schuldig sein sollte und seine 'Tantiemen' aus Steuergeldern bezieht?
Ist es der Unternehmer der Arbeitsplätze schafft (oder in Ihrem Fall zu Schaffen VERSUCHT)? Oder ist es der Bürokrat, Politiker welcher durch Regulierungen selbst einfachste Handlungen verunmöglicht und blockiert und in stetigem Widerspruch handelt?
Ist es der einfache Mann oder die einfache Frau, welche/ r mühsam versucht durch neue Geschäftsideen auf eigenen Beinen zu stehen? Oder ist es doch eher der Parasit des Wohlfahrtsstaates, welcher den einfachen Mann und die einfache Frau zu seinem Wohle ausbluten lässt?
Ist es der Bürger mit Eigeninitiative? Oder vielleicht doch das Herdentier, welches das Individuum mit seinem sozialistischen Gehabe zerstören will?
Ihr Beispiel Herr Haefele zeigt, dass wir Schweizer eher in einem sozialistischen, kommunistischen System leben, als in einem marktwirtschaftlichen. Und täglich kommen wir dem totalitären System näher. Doch die Blindheit einiger Menschen glaubt zu erkennen, dass wir dem Superkapitalismus entgegen marschieren und fordert deshalb (eigentlich zurecht) mehr Staat und mehr Sozialismus. In Tat und Wahrheit schreiten wir Schweizer aber mit grossen Schritten dem Superkommunismus entgegen.
Aber vielleicht ist es gut so. Denn wenn in einigen Jahren in der Schweiz alles vor die Hunde gekommen ist und die Steuerlast jeden erdrückt hat wird man sich wieder auf das Individuum und den Unternehmergeist besinnen und reumütig vergangenen Zeiten nachweinen. Und vielleicht wird man dann endlich wieder vermehrt an die Freiheit und die wahre Marktwirtschaft glauben.
Grüsse
Mr. Pink
http://bluewin.ch
Es ist ja durchaus möglich, dass diese Gefühle der Tessinerinnen und Tessinern auch mitspielen in diesem leider so verkommenen Arbeitskampf Cargo. Aber wenn wir glauben, dass wir die Diskussion über die Ernstnahme eines Kantons in unserem Land mit dem Medium Arbeitskampf führen müssen, dann bin ich erstaunt und unruhig.
Es handelt sich in Tat und Wahrheit um zwei grundverschiedene Themen. Was nicht heisst, dass das Thema der gegenseitigen Ernstnahme nicht latent auf dem Tisch ist in unserer scheinbaren so einheitlichen Schweiz. Noch gibt es aber verbindende Elemente in unserem Staat und Politik. Ich denke da z.B. nur an die Staatsbeiträge an die Randgebiete.Wenn jemand dem UVEK allenfalls fehlendes Gespür für den service public und für die Unterstützung der Randgebiete anmahnt dann mahnt er das falsche Departement.Uns Schweizern fehlt es an ganz anderen Orten. Wir sind nicht mehr visionär, uns fehlt der Mut, die Kultur ist uns zu teuer, uns fehlen die grossen Vorhaben im Land die uns echt auch wieterbringen würden, wir sind gegen zukunftsträchtige Projekte für das Tourismusland Schweiz wie die Realisierung der Porta Alpina. Wir fordern immer mehr Autostrassen etc. Wir arbeiten nicht oder nur ungerne über die Landesgrenzen hinweg, wir denken zu national und sparen uns zu Tode. Den Kantonen fehlt es an Wirtschaftsförderung und Vision. Die "Strafe" folgt auf dem Fuss!
In einer direkten Demokratie ist zuerst das Volk mit all seinen politischen Kräften und Mitteln in die Verantwortung zu nehmen und dann soll die Regierung ausführen, was ihr übertragen worden ist. Das gilt für die Kantone wie für unseren Bund. Zudem ist jeder Kanton mit seinen Vertretern in Bern vertreten.
Das reiche Volk ist gesättigt, den Armen in unserem Land fehlt die Kraft und die Motivation. Steikführer können weder da noch dort das Problem lösen ganz einfach deshalb nicht weil zuvor die gemeinsame Herausforderung eben angenommen werden muss. Schade dass wir so kompliziert ticken! Mir tun nur die Angestellten und Ihre Familien in den betroffenen Kreisen leid. Ich bin noch immer überzeugt eine sachliche Führung, hüben wie drüben, hätte diesen Konflikt schon längst gelöst aber eben mit Transparenz einerseits und offene Hand statt Fäust andrerseits.
lassen Sie mich bitte sagen, dass was nun in Bellinzona passiert, NICHT vom ganzen Kanton unterstützt wird! Viele Leuten denken, dass diese ganze Situation lächerlich ist und finden es hassenwert, wie die Streiter, die Gewerkschaften und die Medien das Problem angehen.
Diese Geschichte ist eine MASSENHALLUZINATION hier in Tessin geworden! Und sicher ist das keine gute Modell für die nicht-SBB Arbeiter! Viele Leute verlieren ihre Job, aber niemand wird von den Politiker und von den Medien verteidigt und unterstützt (sogar mit Geld!).
Ich weiss nicht, ob der Sanierungsplan richtig ist oder nicht. Die Arbeiter haben den Recht zu streiten wenn sie es sinnvoll finden. Aber die Art und Weise von diesem Streit ist falsch und bringt nichts!
Ich bitte Sie, Hr, Leuenberger, das Problem NICHT mit einer politischen Entscheidung zu lösen, weil eine politische Entscheidung die SBB sicher nicht helfen wird!
Es ist Zeit, dass das Tessin ihres Schicksal in den Händen bringt, und nicht nur regelmässig auf der Unterstützung von Bern wartet.
Buon lavoro.
Claudio Zingarello
Der Link in meinem letzten Kommentar kam leider nicht vollständig durch (gibt's eine Zeichenbeschränkung im Link-Feld?). Deshalb nachfolgend noch als Text: http://mct.sbb.ch/mct/fr/konzern_unternehmen/konzern_organisation/konzern_corporate-governance/konzern_verwaltungsrat.htm
@ Claudio
Grazie 1000 für Deinen Kommentar und auch Deinen Mut, dem allgemein vermittelten Bild "die Tessiner Bevölkerung steht hinter den Streikenden" zu widersprechen.
Die Medien scheinen so absorbiert zu sein durch die Inputs seitens SBB und Streikkomitee, dass sie die sonst üblichen (nicht representativen) Strassenumfragen vernachlässigt haben.
Genauso stelle ich mir die Frage, was denn die übrigen 27500 Cheminots (aller Divisionen) so denken...?
Schönes Wochenende
Titus
Vielen Dank für Ihre interessanten Ausführungen vom: 2008-03-27 04:21:47
Gleich zu Beginn möchte ich eine wichtige Unterscheidung von zwei Begriffen betonen: Wertesystem/Wertvorstellung/Credo und das Wesentliche.
Wie Sie feststellen können, kommen die Begriffe Wertessystem, Wertvorstellung und Credo, in meinem Beitrag sehr häufig vor und werden anhand von Beispielen veranschaulicht und erklärt. Hingegen der Begriff „das wirklich Wesentliche“ erscheint ein einziges Mal und wird weder beschrieben noch definiert. Denn:
Wertvorstellung/Wertesystem/Credo sind persönlich, individuell verschieden, beeinflussbar, veränderbar…
Das wirklich Wesentliche ist undefiniert, nicht mit Logik zu erschliessen, ragt in eine Dimension, die ausserhalb des Verstandes und der Vernunft liegt …
Sie aber verwenden den Begriff „das Wesentliche“ im Sinne von „wichtig“, „Hauptsache“, „Schwerpunkt“ etc. Zitat: „Das Wesentliche in diesem Fall, nämlich dass die Mannschaft gewinnen möchte …“ oder „ … das Wesentliche seines Wertmassstabs“ oder „das Wesentliche einer Gruppe“ …
Ich stelle fest, dass Sie gleiche Begriffe verwenden, aber nicht vom Selben sprechen wie ich.
Auch erwähnen Sie Stellen aus meinem Text, ohne zu zitieren, und finden eigene Formulierungen, die leider nicht mit meinen Aussagen übereinstimmen.
Liza: Es gilt zu erkennen, dass wir in jeder Minute unseres Lebens gleichzeitig alles sind.
Stäubli: Da Sie nun fordern, dass sich die Menschen in allen ihren Rollen gleichzeitig gewahr werden sollen … / … sich selbst in allen seinen Rollen gleichzeitig gewahr zu werden …
Nichts von gleichzeitig gewahr sein, sondern gleichzeitig alle Rollen innehaben. Während ich im Garten jäte bin ich auch Bürgerin meines Landes, bin ich Mutter meiner Kinder, bin ich Arbeitnehmerin einer Institution, etc.
Liza: … denn das wirklich Wesentliche ist universell.
Stäubli: … sich nicht durch angeblich universale Wertvorstellungen festlegen zu lassen.
Mein ganzer Text befasst sich ja gerade mit der Verschiedenheit von Wertvorstellungen und Wertesystemen. Nirgends ist von universalen Wertvorstellungen die Rede! (Obwohl ich persönlich annehme, dass es Grundwerte gibt, die für alle Menschen gleichermassen gelten.)
Zu Ihrem Schlusssatz: „Aus dieser Sicht Liza glaube ich müssen Sie noch lange auf die Soziale Kompetenz und kommunikative Vernunft unserer Wähler warten.“
Hinter dieser Äusserung steht m.E. erstens ein eher negatives Menschenbild – das ich jedoch mit Ihnen teile – zweitens die Annahme, dass ich warte.
Ich weiss, die Frage was das Wesen des wirklich Wesentlichen ist, ist noch nicht beantwortet. Können Sie „Gott“, „Tod“, „Liebe“, „Seele“erklären?
http://jeanb@balcab.ch
Kompliment, Liza, für Deine differenzierte Analyse des Stäubi'schen Gedankengangs. Die letzten zwei Sätze könnte man einrahmen und dem Herrn SBB-Chef Meyer auf das Pult neben das Familienföteli stellen.
Bei mir geht die Rechnung noch nicht auf und ich hoffe, Du kannst da weiterhelfen:
Sind wir mit jeder Rolle, die wir innehaben (Steuerzahler, ÖV-Benützer, usw.) nicht auch jedes Mal einem anderen Wertesystem ausgesetzt und folgen daher jedes Mal einem anderen Credo? Oder haben wir nur ein Recht auf EIN Wertesystem mit EINEM Credo, um sich nicht in Widersprüchen zu verstricken?
Als Beispiel:
Das Credo der Armee ist u. a. das Beschützen von Land und Leuten. Das Credo des Christentums ist u. a. die Nächstenliebe. Darf ich dann in der Rolle des Soldaten überhaupt eine Waffe in die Hand nehmen, die ja dafür bestimmt ist, dass ich in der Rolle des gläubigen Christen das erste der zehn Gebote breche, was ja zweifellos keine Nächstenliebe ist?
Ein anderes, etwas anders gelagertes Beispiel:
Angenommen der CEO M der Firma S wäre ein gläubiger Katholik. Nun hat er seine Division C auf Vordermann zu bringen, wozu ein Abbau von 400 Stellen notwendig ist. Tut er dies nicht, sind alle 2800 Jobs der Division C in Gefahr. Ist das nun ein Akt der Nächstenliebe eines gläubigen Katholiken, weil er damit 2400 Jobs rettet oder einfach nur kühles Produktivitätsdenken eines Wirtschaftbosses? Wo machst Du den Schnitt zwischen den Wertesystemen und deren Credos?
Danke + Gruss
Titus
Zitat:
Sind wir mit jeder Rolle, die wir innehaben (Steuerzahler, ÖV-Benützer, usw.) nicht auch jedes Mal einem anderen Wertesystem ausgesetzt und folgen daher jedes Mal einem anderen Credo
Antwort:
Wieso sollten wir Wertesystemen AUSGESETZT sein und folgen müssen? Sie entscheiden, warum Sie das Auto oder den ÖV nehmen oder zu Fuss gehen. Sie entscheiden, ob und warum Sie die Steuern willig oder unwillig entrichten. Sie entscheiden, warum Sie als Konsument das Produkt aus der Schweiz dem Chinesischen vorziehen.
Zitat:
Oder haben wir nur ein Recht auf EIN Wertesystem mit EINEM Credo, um sich nicht in Widersprüchen zu verstricken?
Antwort:
Welche Rechte Sie haben und für Sich beanspruchen wollen, müssen Sie selber wissen. Sie erkennen, dass wir uns in Widersprüche verstricken, wenn wir miteinander unvereinbare Wertesysteme leben. Genau das tun leider sehr viele Leute, weil sie sich nicht damit auseinandergesetzt haben welche Werte in ihrem Leben gelten sollen. Dann geschieht das, was ich im drittletzten Abschnitt meines Beitrags zu diesem Thema geschrieben habe. Der Titel dazu könnte „Opportunismus“ heissen.
Wenn wir bemerken, dass wir uns in Widersprüche verwickeln – dann ist schon viel erreicht. Der nächste Schritt ist, dass wir unsere Wertvorstellungen überprüfen und uns fragen, was wir für uns persönlich als „gut“ und „richtig“ auf die Fahne schreiben wollen, bzw. was wir leben und verantworten wollen.
Zitat:
Das Credo der Armee ist u. a. das Beschützen von Land und Leuten. Das Credo des Christentums ist u. a. die Nächstenliebe. Darf ich dann in der Rolle des Soldaten überhaupt eine Waffe in die Hand nehmen, die ja dafür bestimmt ist, dass ich in der Rolle des gläubigen Christen das erste der zehn Gebote breche, was ja zweifellos keine Nächstenliebe ist?
Antwort:
Das Beispiel ist etwas weit her geholt. Kaum einer in diesem Land wird nächstens in den Krieg ziehen oder das Land verteidigen müssen … Wieso sollten Sie keine Waffe in die Hand nehmen dürfen. Eine Waffe allein tötet nicht. Wenn Sie trotz Ihrem Credo und tiefer Überzeugung an Glaube und Nächstenliebe Soldat geworden sind, waren Sie wohl nicht konsequent genug.
Für mich heisst das Credo der Armee übrigens: mit Gewalt gegen Gewalt.
Zitat:
Angenommen der CEO M der Firma S wäre ein gläubiger Katholik. Nun hat er seine Division C auf Vordermann zu bringen, wozu ein Abbau von 400 Stellen notwendig ist. Tut er dies nicht, sind alle 2800 Jobs der Division C in Gefahr. Ist das nun ein Akt der Nächstenliebe eines gläubigen Katholiken, weil er damit 2400 Jobs rettet oder einfach nur kühles Produktivitätsdenken eines Wirtschaftbosses?
Antwort:
Das weiss nur der Boss selber. Woher will der Boss aber wissen, dass der Verlust der Stellen für die Mitarbeiter langfristig gesehen schlecht ist? Wie oft ist ein schmerzhafter Verlust nicht auch ein Neuanfang? Was wissen wir schon. Wenn die Zukunft der Mitarbeiter dem Boss so sehr am Herzen liegt, wird er das Unvermeidliche so gestalten und alles daran setzen, dass die Entlassenen nicht in Not geraten – das wäre dann gelebte Nächstenliebe bzw. soziale Verantwortung.
Es geht darum sich zuerst einmal bewusst zu werden, dass es Werte gibt und dass man sich zu entscheiden hat, welche Werte das persönliche Handeln leiten sollen. Das ist ein eher längerer Prozess der Auseinandersetzung mit Werten. Danach ehrlich und konsequent das eigene Credo zu leben ist nicht so einfach wie es tönt. Es bringt aber Klarheit ins Leben, Entscheidungen werden einfacher und vieles ergibt sich fast logisch. Es braucht nirgends einen Schnitt.
Ich bin nach wie vor überzeugt, dass je mehr Menschen bewusst und innerlich überzeugt ihre Werte vertreten die Vielfalt an Wertsystemen kleiner wird und damit die Zielkonflikte.
http://jeanb@balcab.ch
Ich war gestern in Bellinzona und bin tief beeindruckt vom Engagement der Tessiner. Herr Meyer wird nie gewinnen, das ist völlig klar. Auch ich trage nun einen roten Knopf in Herznähe: 'Giù le mani dall' Officina di Bellinzona'.
La lotta continua.
Sonst sagen sich die, es gibt ja keine Reklamationen.
Fragt sich denn niemand wer die Verantwortung übernehmen muss oder sollte? Wie war es doch gleich, das Volk hat doch zugestimmt, dass die Güter auf die Bahn soll, oder? Wem gehört die SBB, wer ist die Aufsichtsbehörde, das Volk oder der Bund, was hat also in all den Jahren die Politik gemacht? Ist das Problem wirklich nur bei den SBB Verantwortlichen zu suchen? Muss der Bundesrad nicht auch eingestehen, dass Fehler gemacht worden sind, im Controlling, es gibt viel zu viel negative Beispiele, wie war das noch mal mit den Huckpack Bahnwagen, die viel zu viel Kosteten, statt ab Stange zu Kaufen, von Frankreich oder das Leitsystem in der Neat was noch nicht entschieden ist, war erst kürzlich ein Thema. Also ich sehe es eigentlich so, es wurden Fehler gemacht, nun muss die Politik dafür einstehen, ob ich es will als Bürger ist zweitranig, denn wir tragen als Volk die Verantwortung auch bei den Abstimmungen, daher muss der Bund nun leider auch zahlen, denn die Bahnarbeiter sind doch nicht die Schuldigen. Wenn der Bund den Schaden übernimmt und der SBB Management besser auf die Finger schaut, dann kann sicher eine Befriedigte Lösung gefunden werden. Doch ich bin mir sicher es braucht Zeit, dann kommt Rat.
Wir hatten bereits früher einige Differenzen in unserer Menschenbetrachtung ausgemacht. Das betrifft vermutlich weniger was wir schlussendlich haben wollen als die Art wie es der Mensch ausführen könnte.
Vermutlich beginne ich Sie jeweils falsch auszulegen infolge einiger grundlegender Missverständnisse.
Aus meiner Sicht gilt dies:
Gleichzeitig allen seiner Rollen gewahr zu sein ist die Grundlage um gleichzeitig mehrere Rollen innehaben zu können.
Sie scheinen das aber so zu verstehen dass der Mensch aller seiner Rollen bereits grundlegend gleichzeitig gewahr ist, also ohne bewusste Anstrengung.
Dies entnehme ich ihrer neuerlichen Erklärung:
„Nichts von gleichzeitig gewahr sein, sondern gleichzeitig alle Rollen innehaben. Während ich im Garten jäte bin ich auch Bürgerin meines Landes, bin ich Mutter meiner Kinder, bin ich Arbeitnehmerin einer Institution, etc.“
Ihr Satz enthält aus meiner Sicht ähnliche Logik wie der Satz des René Descartes: Ich denke, also bin ich.
Immanuel Kant hat bereits nachgewiesen dass er falsch ist.
Nach Kant setzt die Sicherheit des Ich denke, bei der Descartes ansetzt, eine innere Erfahrung (Zeitwahrnehmung) voraus. Für die Bestimmung des Subjekts in der Zeit sei aber wiederum eine äussere (räumliche) Erfahrung Grundbedingung.
Diese Logik gilt auch für die Rollen die man ‚spielen’ muss, weil Rollen zum Teil Denkvorgänge sind.
Aus meiner Sicht sind für Rollen auch empfundene vergegenwärtigte Gefühle wichtig. „Ich fühle, also bin ich“ , auch dies ist so ausgedrückt nicht möglich, aus dem gleichen Grund einer fehlenden inneren Erfahrung in der Zeit, wenn Sie etwa gerade als Arbeitnehmerin tätig sind für ihre Rolle als Mutter.
Wenn mir jemand sagt dass er gleichzeitig alle Rollen innehaben kann, dann kann ich das nicht glauben, Liza.
Dass der Mensch nur begrenzt ‚Multitaskingfähig ist, darüber hatten wir uns bereit im ‚Gehirnblog’ (so ein verärgerter Blogger) auseinandergesetzt.
Noch etwas zu ihrer geäusserten Ahnung dass ich ein eher pessimistisches Menschenbild hätte. Hier scheinen ihre Schlussfolgerungen unscharf zu sein, denn ich habe positive Gefühle für den Menschen als Gattung. Ich bewerte die Denkvorgänge von Menschen verschieden zu dessen Empathiefähigkeiten. Während wir zum Beispiel in der Logik zerstritten sein können, bemesse ich Ihr Erscheinungsbild (für mich) viel mehr an Ihren Umgangsformen und Ihrer Sensibilität im Blog. Darüber bin ich aber erfreut.
Für mich ist ‚Das Intellektuelle’ des Menschen VIEL weniger wichtig als dies vielleicht hier erscheinen mag. Ob wir ‚gutes’ tun (können), hängt zwar von unserer Intelligenz ab, jedoch führen Gefühle und Triebe im Menschen das Zepter des Willens. Wenn wir scheitern, dann muss das nicht ‚böse’ gemeint sein. Wir beginnen einfach wieder dort wo wir den Faden verloren haben, das ist der Wille zum Guten.
Hinweis: SBB Chargo (alle), bitte letzten Satz lesen.
habe gerade wieder einmal den Blog gelesen und dabei Euer aktuelles Thema über Rollenverhalten und Rollengefühle mitbekommen. Nun, jedem das seine.
Schlussendlich aber kommt es doch, von aussen gesehen, überhaupt nicht darauf an, welche Motivation hinter einer Tat steckt, welche finanziellen Superrendite-Verzinszungs-Strukturen, welche politischen Quereleien. Nein. Das was von aussen her gesehen wird ist die TAT.
Ein Beispiel: In Deutschland wurde soeben der Transrapid beerdigt. Über Sinn und Unsinn dieses Projektes hat man hat sich bestimmt schon genügend ausgelassen. Fakt ist, dass er NICHT GEBAUT WIRD. Ist das schade? Hm, für viele Leute sicher schon. Für andere weniger. Fakt ist aber auch, dass nun das Deutsche Volk nicht bereit ist, sich dafür ins Zeug zu legen.
Und so ist es mit vielen Projekten, die anfänglich geplant werden, technisch machbar sind und schlussendliche wegen sogenannten Finanzierungsproblemen gestrichen werden.
Ob die Transrapidstrecke gebaut worden wäre, falls die Deutschen ihr Rollenverhalten richtig auf die Reihe gekriegt hätten sei dahin gestellt. Fakt ist, dass China und auch Japan eine Magnetschwebebahn realisiert haben. Und damit beherrschen sie die Technologie. Wir Europäer haben den Schwanz eingezogen.
Und dann ist es mir ganz wurscht, ob deswegen die Staatskasse wieder stimmt. Geld ist nicht Technologie. Wenn zu wenig Geld vorhanden ist für die Entwicklung für Technologie oder für Bildung, weil die Leute lieber am Swimmingpool liegen und sich Gedanken machen über Rollenverhalten, dann werden sie "überrollt". Asien fährt uns davon und wir ersticken in politischen Intrigen und wirtschaftlichem Egoismus.
Traurig aber nicht einzigartig. Ich verweise auf die Vandalen, die im 2. Jh.Chr. in das Römische Reiche eingefallen sind, Rom verteidigungslos und das Römische Parlament zerstritten vorgefunden hat.
Die Natur ist nicht fair oder lieb oder sympathisch. Und so werden wir bald dort sein, wo Amerika heute schon ist: auf dem technologischen Abstellgeleise, wo es eigentlich nur noch den Tourismus gibt (und wie gut diese Branche bezahlt wird, wissen wir ja), um noch an etwas Geld zu kommen.
MfG
TU
Ich habe in meinen letzten Beiträgen versucht aufzuzeigen, wie es dazu kommt, dass in Gesellschaft und Politik so viel Uneinigkeit besteht, die sich in Zielkonflikten äussert und was Voraussetzung zu mehr Einigkeit wäre.
Offenbar finden sie die Diskussion darüber verfehlt. Ihr „Tonfall“ hört sich ziemlich frustriert an. Und Sie schreiben: „Schlussendlich aber kommt es doch, von aussen gesehen, überhaupt nicht darauf an, welche Motivation hinter einer Tat steckt, welche finanziellen Superrendite-Verzinszungs-Strukturen, welche politischen Quereleien. Nein. Das was von aussen her gesehen wird ist die TAT.“
Sie finden, es komme nicht darauf an, welche Motivation hinter einer Tat steckt, sondern es zähle nur die Tat.
Ihrer Meinung nach kommt es also nicht darauf an was die Leute dazu motiviert auf dem Stimmzettel „Ja“ zu schreiben bei der Frage, ob sie neue AKW’s wollen.
Es kommt also nicht darauf an, was die Leute dazu bewegt (motiviert) zu noch mehr Strassen, Flugverkehr und Genmanipulation „Ja“ zu sagen.
Es spielt also keine Rolle, aus welchen Beweggründen (Motivation) einer Robben abschlachtet.
Es ist also egal aus welchen Gründen (Motivation) jemand Ausländer schikaniert, Geld veruntreut, Einbrüche begeht etc.?
Es hat also nichts zu sagen, welches Denken den Ausbau erneuerbarer Energie verhindert.
Sie lamentieren: „Und so ist es mit vielen Projekten, die anfänglich geplant werden, technisch machbar sind und schlussendliche wegen sogenannten Finanzierungsproblemen gestrichen werden.“
Merken Sie wirklich nicht, dass sich hier - wie ich darzustellen versuchte - Zielkonflikte auswirken. Als modernem, umwelt- und gesundheitsbewusstem Bürger ist einem einerseits Ökologie wichtig. Aber als Steuerzahler und Konsument ist einem andererseits dann die Sache zu teuer … Dies hat rein nichts zu tun mit – wie Sie schreiben: „wenn zu wenig Geld vorhanden ist für die Entwicklung für Technologie oder für Bildung, weil die Leute lieber am Swimmingpool liegen und sich Gedanken machen über Rollenverhalten …“ Hier müssen Sie wohl nochmals über die Bücher.
Ich finde jedoch, dass Sie Recht haben. Letztlich zählt die Tat. Aber die Tat ist das Kind des Denkens (und Fühlens).
Ethisch-philosophisch hat auch Kant dies klar dargelegt:
Demnach sind menschliche Handlungen nicht nach deren Ergebnis zu beurteilen ("es ist ja doch noch gut herausgekommen"), sondern danach, ob ein "guter Wille" hinter der Sache steckt. Aus dieser Maxime entwickelt Kant einen Teil seines Kategorischen Imperativs, der alle Menschen dazu auffordert, nur nach denjenigen Grundsätzen zu handeln, die man auch als allgemeingültige Maximen für sich und jeden anderen Menschen annehmen würde, und somit jeden Menschen in seiner Handlung zu achten, und ihn nie nur als Mittel zu behandeln.
Kants Credo bedeutet auch, dass menschliche Geistesgaben, Charaktereigenschaften und Vorsätze nicht einfach an sich gut sind, sondern höchstens dann, wenn eine gute Motivation sie bestimmt.
Der Gute Wille wird so als moralische Pflicht angenommen.
Es stimmt schon, dass die Tat zählt. In der Tat!
Wo der Tatendrang so hindrangsaliert, musste ich kürzlich zur Kenntnis nehmen, als ich einen Bekannten in Südindien besuchte.
Beinahe wurde ich überrollt!
Das letzte Mal war ich vor gut zehn Jahren in dieser Kleinstadt. Damals war es noch relativ unkompliziert, die Strasse zu überqueren.
Diesmal musste ich nach dieser kleinen Lücke Ausschau halten, im nicht abreissen wollenden Verkehrsstrom, welche mir erlaubte zu passieren.
Beinahe wäre es passiert! Beinahe wäre ich überrollt worden! Schlicht hanebüchen - eine Verkehrs-Infrastruktur kurz vor dem Infarkt - dementsprechend diese Erfahrung!
Ins unermessliche angestiegen ist die Anzahl der Motorräder, wohl begünstigt durch das ganzjährig warme "outdoor" Klima und durch die steigende Anzahl relativ wohlhabender Leute.
Doch die Lebensqualität hat gelitten.
Lebensqualität geht offenbar nicht einher mit steigendem Wohlstand.
So sieht man diese Gesellschaften zu Spassgesellschaften mutierend:
Das Motorrad, Symbol und Inbegriff individueller und persönlicher Freiheit: Freiraum! Easy Rider!
Nur, wenn dieser Freiraum massenhaft beansprucht wird und wie hier geschildert, der Easy Rider zum Massenphänomen , nun, dann habe ich als Fussgänger mit dementsprechenden Einschränkungen zu leben.
Jedenfalls stand ich vor diesem Tohuwabohu, versuchte eine kurz vor dem Verkehrsinfarkt stehende Strasse zu überqueren, und auf der anderen Seite ein Plakat:
Eine Autowerbung...
Das Objekt der Begierde, dargestellt auf einer einsamen Küstenstrasse, solitär, einzigartig und allein.
Lieber Thomas Urseler, ich schätze ihre Beiträge. Ich glaube nicht nur wir werden überrollt.
Die überrollen sich selber.
Zu Ihrem Beitrag vom 2008-04-02 08:45:05
Ja, ich habe mit Absicht eine gewisse Ungeduld signalisiert. Dies deshalb, weil Diskussionen auf Nebenschauplätzen losgetreten werden, die vom Kern meiner Aussagen und Hypothese ablenken.
Hier zur Erinnerung meine Kernaussagen und Hypothese:
1. „Die Diskussionen hier im Blog (wie auch in Politik & Gesellschaft), ist letztlich eine Werte-Diskussion.“
2. „Es führt nur ein Weg aus dieser verwirrenden Vielfalt (von Wertesystemen): kritisches Hinterfragen, Ehrlichkeit und Konsequenz.“
3. „Es geht letztendlich darum, dass jeder sein Credo ehrlich und konsequent lebt und zwar jeden Moment und in JEDER Rolle seines Daseins. Wenn das gelingt, wird es dazu führen, dass die vielen divergierenden Wertesysteme und damit ihre Zielkonflikte verschwinden – denn das wirklich Wesentliche ist universell.“
Der ganze Rest meines Textes ist dazu da, diese Aussagen zu erklären.
Wie Sie feststellen können, spreche ich immer den einzelnen Menschen an.
Anhand von Beispielen stellte ich Ihnen die Frage, ob Sie glauben, dass es egal ist, welche Beweggründe der Einzelne für sein Tun hat, da doch die Tat das Kind des Denkens (und Fühlens) sei.
In Ihrer Antwort nennen Sie Institutionen wie die USA, das Strafrechtsystem (Todesstrafe), und das Bankenwesen um aufzuzeigen, dass das Werweissen über deren Beweggründe (Motivation) die zu gewissen Ereignissen geführt haben, unendlich und müssig ist. Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Lesen Sie meine Aussage unter 3. so wie sie geschrieben ist, müssen Sie merken, dass ich von einer ganz anderen Sache spreche als Sie.
Erst in Ihrer Frage „Kommt es Ihnen nicht auch so vor, dass im schweizer Bankensystem schlicht und einfach viel zu viel Macht auf viel zu wenigen, zu egoistischen, zum machthungrigen aber dennoch zu inkompetenten Leuten konzentriert ist?“ taucht die Hauptsache, nämlich der einzelne Mensch auf.
Ich kann nicht beurteilen, ob die Leute, die im Schweizerischen Bankensystem arbeiten machthungrig, egoistisch oder inkompetent sind. Klar scheint mir hingegen, dass das Bankensystem nach dem Credo der Wirtschaft „Produktivität, Umsatz, Gewinne“ funktioniert.
Wenn nun diese Leute – jeder Einzelne - die Sie erwähnen, dieses Credo hinterfragen und analysieren müssten im Sinne von: zu welchen Auswirkungen führt es langfristig für mich, meine Nachkommen, die Menschheit, die Umwelt, den Planeten Erde? Kann ich es auch in meiner Rolle als Ehepartner, Liebender, Vater, Freund, Feriengast, Kulturliebhaber, Alternder, Hobbygärtner, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, etc. konsequent leben und verantworten? dann würden einige einen anderen Job suchen und andere Werte hochhalten. Werte, die gar nicht so verschieden von denjenigen der meisten Menschen sind …
Es ist mit etwas peinlich es zu gestehen, aber ich kann Ihren Ausführungen vom 2008-03-31 20:01:08, die an mich gerichtet sind, nicht wirklich folgen.
Ausser Zitat: „Wenn mir jemand sagt dass er gleichzeitig alle Rollen innehaben kann, dann kann ich das nicht glauben, Liza.“
Frage: Wenn Sie am Compi hocken und Ihre Zeilen schreiben, sind Sie dann nicht gleichzeitig der Vater ihrer Kinder, der Mitarbeiter ihres Arbeitgebers, der Partner Ihrer Partnerin, das Herrchen Ihres Hundes, der Bürger dieses Landes? Was ist denn dabei so unglaublich?
http://www.transpersonal.at/5_files/fac
Wer es leid ist, schon wieder Philosophisches hier im Blog anzutreffen und denkt, es gäbe doch Wichtigeres oder Dringenderes als das, irrt gewaltig.
Denn das „Riesenschlamassel“ das überall auf der Welt herrscht ist nichts Anderes als die SICHTBAREN TATEN von Menschen, die überzeugt waren „das Richtige“ zu tun. (To Thomas Urseler)
Was ist denn "das Richtige"? Hier sind wir wieder bei der Frage angelangt, der ich mich in meinen Beiträgen vom 2008-03-26 19:52:33 und 2008-03-30 18:20:20 unter Osterblog anzunähern versuchte. Wo ich glaube, einen möglichen Weg zur „Veränderung des eigenen Herzens“ (Denken und Handeln) zu beschreiben.
Wer meint „Wer sein Herz verändert, verändert die Welt“ sei ein Spruch und habe nichts mit der Wirklichkeit und den Geschehnissen auf der Welt zu tun, irrt sich nochmals. Zitat aus:
http://www.transpersonal.at/5_files/fachbeitraege/Walch_TranspersPsycho.pdf
Es ist den Chemikern wohlbekannt, daß neue Substanzen zunächst schwierig zu
kristallisieren sind und daß es dann von Mal zu Mal leichter wird, und zwar überall auf der Welt.
Rattenexperiment: Mc Dougall (In: Sheldrake, 1991). Er brachte Ratten bei, aus einem Wasserlabyrinth zu entkommen, und die erste Generation von Ratten lernte sehr langsam. Die nächsten Generationen lernten schneller.
Aber nicht nur in Amerika, sondern auch in Australien oder in Europa, obwohl sie es dort nicht trainiert hatten. Die Information ist feinstofflich überall auf der Welt vorhanden.
Schlagwortartig lassen sich die Erkenntnisse in den Naturwissenschaften wie folgt zusammenfassen:
• Alles ist mit allem verbunden
• In jedem Detail ist das Ganze enthalten (geht über den Satz, "das Ganze ist mehr als
die Summe seiner Teile" hinaus)
• Es gibt eine formgebende Entwicklungskraft in allem
• Information ist nicht auf substantielle Trägerschaft angewiesen
Trotzdem ist es wichtig durch diese Erkenntnisse nicht einem neuen verkappten
Reduktionismus das Wort zu reden. Das Bewußtsein läßt sich nicht auf materielle Gesetze reduzieren, doch sind die transpersonalen Ideen nicht so weltfremd, wie sie oft hingestellt
werden. Zitat Ende.