Ich bin eine Orange
[Version française Je suis une orange]

Montag Abend in der Amtshausgasse beim UVEK: Holländische Fans ziehen Richtung Stadion
Man kann zur Euro08 stehen, wie man will, aber man kann ihr nicht entrinnen. Nicht mal als Bundesrat. Wenn ich morgens ins Büro komme, empfängt mich wummernde Bierzeltmusik, weil der holländische Fanbus mit seinen Riesenlautsprechern praktisch unter meinem Büro parkiert ist (direkt neben einem PW mit Plastiktulpen auf dem Dach). Diese wohlklingenden Töne werden im Laufe des Tages zunehmend durch lautes Gehupe und insbrünstig intonierende Männerchöre – es sind wirklich Männer, auch wenn sie Holzzoggel, Röcke und Perücken tragen – in einer Weise übertönt, die jede Sitzung im UVEK zum Erliegen bringt, weil keiner mehr den anderen versteht. Als Höhepunkt folgt das abendliche Bad in der Menge, wenn ich mir auf dem Weg zum Bahnhof im Schneckentempo einen Weg durch eine orange Wand von bierbecherschwingenden (immerhin sind es umweltfreundliche Mehrwegbehältnisse) Fans bannen muss, von denen mir jeder dritte aufmunternd auf die Schultern klopft. Es ist dies der Moment, wo ich leibhaftig zu spüren bekomme, wie völkerverbindend der Sport doch ist.
Immerhin: Es gibt schriftliche Garantien, dass der Ausnahmezustand in einer guten Woche zumindest in Bern beendet sein wird. Bis dahin werde ich mich allerdings noch einige Male zum Parlamentsgebäude durchschlagen müssen. Das tue ich allerdings gerne, denn die Fans in orange sind ja eigentlich ganz friedlich. Es kommt mir immer wieder jenes französische Chanson in den Sinn, das ich in meiner Jugend so geliebt habe und auf dessen Suche ich immer noch bin, um es wieder zu hören. Der Refrain lautete: „Je me sentais comme une orange, pas fier de moi, la vie, la vie, c’est comme ça.“ Kennt es jemand? Ein Geschenk dem- oder derjenigen, die mir rausfindet, wo ich das Lied beschaffen könnte. Denn die orange Farbe schadet offenbar nicht, denn nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat Ja gesagt zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den nächsten 20 Jahren. Und das Parlament hat bereits die Planung weiterer Grossprojekte in Auftrag gegeben, die unser Schienenetz noch leistungsfähiger und unsere Mobilität nachhaltiger machen werden. Wenn wir schon nicht Europameister werden, dann bleiben wir doch wenigstens Weltmeister: im Bahnfahren.
Bis bald
Moritz Leuenberger

Montag Abend in der Amtshausgasse beim UVEK: Holländische Fans ziehen Richtung Stadion
Man kann zur Euro08 stehen, wie man will, aber man kann ihr nicht entrinnen. Nicht mal als Bundesrat. Wenn ich morgens ins Büro komme, empfängt mich wummernde Bierzeltmusik, weil der holländische Fanbus mit seinen Riesenlautsprechern praktisch unter meinem Büro parkiert ist (direkt neben einem PW mit Plastiktulpen auf dem Dach). Diese wohlklingenden Töne werden im Laufe des Tages zunehmend durch lautes Gehupe und insbrünstig intonierende Männerchöre – es sind wirklich Männer, auch wenn sie Holzzoggel, Röcke und Perücken tragen – in einer Weise übertönt, die jede Sitzung im UVEK zum Erliegen bringt, weil keiner mehr den anderen versteht. Als Höhepunkt folgt das abendliche Bad in der Menge, wenn ich mir auf dem Weg zum Bahnhof im Schneckentempo einen Weg durch eine orange Wand von bierbecherschwingenden (immerhin sind es umweltfreundliche Mehrwegbehältnisse) Fans bannen muss, von denen mir jeder dritte aufmunternd auf die Schultern klopft. Es ist dies der Moment, wo ich leibhaftig zu spüren bekomme, wie völkerverbindend der Sport doch ist.
Immerhin: Es gibt schriftliche Garantien, dass der Ausnahmezustand in einer guten Woche zumindest in Bern beendet sein wird. Bis dahin werde ich mich allerdings noch einige Male zum Parlamentsgebäude durchschlagen müssen. Das tue ich allerdings gerne, denn die Fans in orange sind ja eigentlich ganz friedlich. Es kommt mir immer wieder jenes französische Chanson in den Sinn, das ich in meiner Jugend so geliebt habe und auf dessen Suche ich immer noch bin, um es wieder zu hören. Der Refrain lautete: „Je me sentais comme une orange, pas fier de moi, la vie, la vie, c’est comme ça.“ Kennt es jemand? Ein Geschenk dem- oder derjenigen, die mir rausfindet, wo ich das Lied beschaffen könnte. Denn die orange Farbe schadet offenbar nicht, denn nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat Ja gesagt zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den nächsten 20 Jahren. Und das Parlament hat bereits die Planung weiterer Grossprojekte in Auftrag gegeben, die unser Schienenetz noch leistungsfähiger und unsere Mobilität nachhaltiger machen werden. Wenn wir schon nicht Europameister werden, dann bleiben wir doch wenigstens Weltmeister: im Bahnfahren.
Bis bald
Moritz Leuenberger



85 Kommentare
http://blog.ronniegrob.com/
http://www.flickr.com/photos/86778817@N00/118252422/
Es ist richtig, man kann der Euro08 nicht entkommen. Trotzdem lieben die meisten Leute dieses "Volksfest". Auch wenn die Schweizer Nationalmannschaft bis jetzt doch eher enttäuscht hat. Die Holländer machen es uns vor! Leben, leben, leben, leben....... und nicht nur an eine sooooo schlechte, kaputte, traurige Zukunft denken, die gar nicht sooo kaputt sein kann wie von Ihnen immer wieder dargestellt!
Es gab mel ein Musical, wo der "Slogen" folgendermassen hiess:
Lebe deinen Traum - träum nicht dein Leben!
Dies möchte ich Ihnen lieber Herr Bundsrat als Anregung mitteilen.
Sie verstehen es immer wieder aus den positivsten Dingen (die WM08 war bis jetzt sicher ein solches) nur und ausschliesslich und alleinig etwas negatives davon abzuleiten oder mindestens den "Mahnfinger" wieder einmal aufzuheben um uns allen "Kund zu tun" wie Zukunftslos" doch unsere Welt ist, oder ohnen Ihre Gesinnung" doch bleiben wird.
Warum können Sie sich nicht einfach auch einmal "NUR" freuen am Positiven? Gerade an der EM08 gäbe es ja sooooo viel Gutes und schönes.
Nur einige Beispiele: Keine Gewalt, fröhliche Menschen, FREIWILLIGE Benützung des öffentlichen Verkehrs......
Diese Liste ist fast endlos.
Nein, unser Herr Bundesrat Leuenberger macht sich sogar in diesem Menschngetummel noch Gesnken über die Art der Becher und dass er (der Becher) ja doch noch umweltfreundlich sei, statt sich einfach der schönen Stimmung hinzugeben.
Der von Ihnen erwähnte Chanson hätten Sie schon löngst ausfindig machen können. Fragen Sie doch einfach einmal in einem guten Fachgeschäft für Musik und CD's nach. (Da wird auch Ihnen geholfen) Bei einer gesunden Portion Optimissmus hätten Sie auch Ihren (kleinen) Traum schon längst ausfindig machen können. Auch ohne Ihre speziellen Möglichkeiten als Bundesrat
Werden Sie fröhlich. Leben auch Sie Ihren Traum.... Zwingen Sie aber nicht den anderen Menschen Ihren Pessimismus auf!
Auch wenn die WM08 in ein paar Tagen fertig sein soll, werden die zigtausend Holländer in unseren Köpfen als etwas äusserst Positives bleiben. Bei Ihnen Herr Bundesrat sehe ich persönlich das ganze etwas anders. Nämlich auch Sie werden wenn Sie einmal aus den "Schlagzeilen" verschwinden in unseren Köpfen bleiben, aber als der Bundesrat mit dem "grossen Mahnfinger", welcher doch immer und überall noch etwas negatives abgewinnen konnte und die ganze Welt doch sooo schlecht sieht.
Gute Besserung und eine baldige Genesung von Ihrem Pessimismus
Ein glücklicher Optimist
......
Et j'étais comme la lune
Pas fier de moi
Mais sans rancune
La vie, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça
.......
"Comme la lune" von Joe Dassin
Ich kenne dieses Lied, es ist von Joe Dassin. Die Worte sind nicht ganz in der richtigen Reihenfolge, aber ich habe es sofort erkannt. Ich habe noch so eine alte Platte, wenn Sie wollen können Sie sie ausleihen, denn ich habe leider kein Aufnahmegerät.
Den Text habe ich auf dem Internet gefunden :
"Un jour que je montrais ma carabine à un inconnu
Il me dit qu'elle était belle surtout avec mon nom gravé dessus
C'est alors qu'il la retourne, qu'il pointe le canon sur moi
Me dit: "Haut les mains!", puis me salue et s'en va
Et j'étais comme la lune
Pas fier de moi
Mais sans rancune
La vie, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça
Le lendemain dans les journaux j'apprends que je suis recherché
On disait sous ma photo que la banque avait été volée
Et que j'avais oublié ma carabine sur le comtoir
Je broyais du noir en lisant mon canard
Et j'étais comme la lune
Pas fier de moi
Mais sans rancune
La vie, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça
Quelques jours plus tard il est venu me voir dans ma prison
Il était avec ma femme que je croyais à la maison
Il avait l'air chagriné et il me dit avec des yeux d'ange
"On est venu te voir pour t'apporter des oranges"
Et j'étais comme la lune
Pas fier de moi
Mais sans rancune
La vie, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça
Heureusement dans ma prison je me suis fabriqué en quelques temps
Des souliers avec des talons derrière et des talons devant
Si bien que mes geôliers ne savaient pas de quel côté j'allais
Quand ils m'ont vu passer, ils n'ont pas pu m'attraper
Ils étaient comme la lune
Un peu bêtas
Mais sans rancune
Lavé, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça"
Es hat mich gefreut Ihnen, Herr Bundesrat, behilflich zu sein. Es ist wie im Sprichwort "on a toujours besoin d'un plus petit que soi".
Bitte melden Sie sich wenn Sie Platte ausleihen möchten. Ich arbeite im BAZL und kann jederzeit im Bundeshaus (oder so) vorbeikommen.
Ganz liebe Grüsse
Patricia Herzig
Das müsste Joe Dassin's "Comme la Lune" sein. gibts auf jedem 2. Best-Of-Album von Joe Dassin. Z.b auf www.cede.ch
Btw. immer wieder serhr lesenswert Ihr Blog!
http://lyricsplayground.com/alpha/songs
COMME LA LUNE
Joe Dassin
hein un éxtrait....
Et j'étais comme la lune
Pas fier de moi
Mais sans rancune
La vie, c'est comme ça
Ouais, c'est comme ça
Quelques jours plus tard il est venu me voir dans ma prison
Il était avec ma femme que je croyais à la maison
Il avait l'air chagriné et il me dit avec des yeux d'ange
"On est venu te voir pour t'apporter des oranges"
mmmmhhhh....
...hein...sont cool ces... hein... paroles
Mr. Toe ;-)
http://lyricsplayground.com/alpha/songs/c/commelalune.shtml
Auch ich bin kein Fussballfan, doch erfreue ich mich über die wunderbare Stimmung in unserer Bundesstadt. Lese ich leichten Zynismus zwischen Ihren Zeilen? Falls dem wirklich so sei, empfehle ich Ihnen, sich von der schönen Stimmung anstecken zu lassen. Dann macht auch der Weg zum Arbeitsplatz und zurück wieder mehr Spass.
Da ich ziemlich enttäuscht bin über das Schweizer ausscheiden an diesem wunderbaren Turnier, möchte ich mich hier eigentlich nur kurz fassen: Kommen Sie endlich von Ihrem intellektuellen "Ross" herunter und kümmern sie sich um Ihre eigentliche Arbeit - die Politik! Anstatt sich dauernd in Weblogs zu verewigen und sich darin auch noch über unsere europäischen Gäste zu empören, freuen Sie sich mit der Schweiz, wenn Europa bei uns zu Gast ist! Sind es u.a schliesslich nicht auch Sie, der gerne dahin gehören würde? Hoffen wir, dass die Holländer an diesem Turnier noch viel weiter kommen werden, sodass Sie die UVEK-Sitzungen auch so richtig geniessen können! Viel Spass dabei...
Im Bundeshaus gibt es sicherlich genug Ausweichmöglichkeiten um in Ruhe eine Sitzung durchzuführen. Zudem wird der Lärmpegel wohl auch nur während den Hollandspielen hoch sein.
Ihre Probleme sind bald gelöst, die Schweiz spielt nur noch einmal und dies sogar noch an einem Sonntag Abend.
Sie müssen sich also nicht mehr lange mit dem gemeinen Pöbel, dem steuerzahlenden Fussvolk herumschlagen!
Kann kaum glauben dass man sich als Einzelperson so wichtig machen muss und anderen den Spass verdirbt. Würde ein "Normal"-Bürger sich beklagen hättet Ihr höchstens ein müdes Lächeln parat, aber bei Hr. Leuenberger muss man gleich ne neue Fanzone machen. Shame on you!
http://stadtschreiberin.blogspot.com
Was regen Sie sich über 10 Tage fröhnlichen Lärm auf? Dieser Hollandlärm beginnt ja morgens nicht allzu früh, denn da schlafen die Partylöwen ja noch. Und wie ich der Presse entnehmen konnte, verliessen die Holländer das Festgelände auch wieder, als die Angestellten der Stadt dort putzen wollten.
Ich verstehe ja, dass Ihre empfindlichen Ohren seit dem 27. September 1995 so einiges an ungesunden Tönen schlucken mussten.
Tauschen Sie doch für die Zeit der Euro 08 mal mit meiner lieben Freundin. Sie würde den Hollandlärm liebend gerne tauschen- denn der Flugzeuglärm in ihrer Wohnung dauert täglich viele viele Stunden und hört nach der Euro08 leider auch nicht wieder auf!
http://womovermietung.ch
Machen Sie sich nicht lächerlich! Einmal in, weiss nicht wie vielen Jahren, ein Fussballfest in der Schweiz und schon fühlen sich Leute belästigt... Sind wir weltoffen oder kleine Bünzlischweizer?
http://www.vfsn.ch
Leider: Es gibt keine schriftliche Garantien, dass der Ausnahmezustand auch nach 1688 Tagen zumindest in der illegalen Südschneise beendet sein wird. usw.
Passt ja wunderbar das Ihnen die Wirtschaftsfreundliche EURO nicht passt und zuviel Lärm gibt :-( Aber zum Glück können Sie sich am Mittag im Marzili erholen...
http://Lärm von Eurofans
Seit mehr als 5 Jahren berauben Sie tagtäglich und auch ABENDS 210'000 Personen im Kanton Zürich ihres Schlafes. Jetzt beklagen Sie sich über ein bisschen Fan-Lärm und darüber, dass Sie angeblich keine Sitzungen mehr abhalten könnten. Seit JAHREN dümpelt das Flughafendossier in Ihrer Pultschublade, und dies ohne Fan-Lärm! Ihre Aussagen im heutigen 20 Minuten sind eine Ohrfeige für die Zürcher-Bevölkerung aber auch eine Bestätigung für DAS, was in Ihrem Heimatkanton von Ihnen gehalten wird.
Sie sind eine der wenigen Personen, die sich mutig und öffentlich zu einer kritischen Aussage gegenüber der EM bzw. deren Nebenwirkungen wagt. Wie oft dachte ich in den letzten Tagen über das Treiben nach. Alkohol (nicht nur bei den Orangen, sondern vor allem auch bei den Jugendlichen), Abfall (sie konnten bestimmt den Zeitungen entnehmen, wie viele Tonnen jede Nacht aufgeräumt werden müssen), Uringestank (das Bier muss ja auch irgendwo entsorgt werden), durch die UEFA unterdrückte kleine Läden oder Beizen...Ich möcht enicht missverstanden werden, ich haben nichts gegen Fussball (ich würde sorgar behaupten, dass ich mehr von Fussball verstehe als viele der betrunkenen, fluchenden Zuschauer(innen)), jedoch etwas gegen die Nebenwirkungen! Da ich mitten in der Stadt arbeite und auf den ÖV angewiesen bin, verstehe ich sie durchaus. Ich bin keine Jammertante (mit 25 Jahren wäre ich dafür so oder so zu jung), sondern ein kritisches Auge welches die EM und das Diktat der UEFA beobachtet.
HOPP FUSSBALL!
http://www.plonkreplonk.ch/html/cartes/
Bern, Welthauptstadt der Schweiz
Das Wohnzimmer
http://www.plonkreplonk.ch/html/cartes/grandes_cartes/194.jpeg
To Herrn Leuenberger
Ein wenig leid tun Sie mir schon. Da äussern Sie sich ausgesprochen wohlwollen über Ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen der Euro in Ihrem Berufsalltag, und schon hagelt es Kritik von Leuten die das lesen, was sie zu lesen glauben …
Diejenigen, die hier lautstark über die Flüge über ihren Wohnort lamentieren möchten sich vergegenwärtigen, dass es in der Schweiz keine unbewohnten Gebiete mehr gibt. Überall fühlen sich Menschen durch Fluglärm gestört. Wer weniger Fluglärm will, soll sich überlegen, was er/sie tun kann, damit weniger geflogen wird – und es dann auch tun.
«Ich wollte die Südanflüge vermeiden»
UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger äussert sich im Interview der «Zürichsee-Zeitung» zu den Protesten gegen die Südanflüge auf den Flughafen Zürich. Den Vorwurf, er sei schuld an den Südanflügen, weist er zurück.
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/interviews/00177/index.html?lang=de
Südschneisern ist fast alles recht
Verhöhnt, ausgelacht, bedroht: Wer eine andere Meinung hat als die Gegner der Südanflüge, bekommt das zu spüren. Drei Jahre nach dem ersten Überflug ist die Wut weiterhin gross.
Von Roger Keller
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/680647.html
(Das letzte Mal, als ich von Zürich-Kloten wegflog, war 2'000, seither bin ich überhaupt nie mehr geflogen (von Zürich aus insgesamt vorher 2-Mal). Fliegen die sog. Südschneiser eigentlich auch immer weniger, gibt es da Zahlen? Und gewundert habe ich mich beim ersten Anflug auf Genf, also wie nah man da über Villen mit Schwimmbädern flog und dass diese Leute immer noch dort wohnen. Mit 40 bin ich bisher 10-Mal geflogen (5 Hin- und 5 Rückflüge; 2-Mal Übersee, 3-Mal Europa). Ob das viel ist? Im Weltdurchschnitt wahrscheinlich schon. Eine ganz grosse Mehrheit der Weltbevölkerung wird sicher nie fliegen.)
Macht mir meinen Bundesrat nicht so fertig. Er darf doch auch eine eigene Meinung haben.
Vielleicht ist Leuenberger nur neidisch, das er nicht so die Massen bewegen kann. Vielleicht wollte er lieber Rockstar werden.
Und etwas Humor würde jeden in diesem Land gut tun.
heissblut an die Macht.
Nach dem Supermach gegen Italien, drücke ich Holland die Daumen und hoffe, dass sie noch weit kommen werden.
Wenn einmal in weiss nicht wie vielen Jahren die Euro in die Schweiz kommt. Sollte sich niemand von Jubel Trubel Heiterkeit aus der Ruhe bringen lassen, Bundesräte schon gar nicht.
Mit den holländischen Fans vor dem Uvek. Meints das Schicksal noch recht gnädig. Die Holländer zählen nämlich zu den freunlichsten Fussballfans überhaupt.
Es ist doch lustig, dass immer nur die Südanfluggegner vorwurfsvoll gefragt werden ob sie denn nie fliegen. Das passiert denen im Norden und Osten nie. Aber vor allem die im Norden sind freiwillig in den Fluglärm gezogen weil die dort arbeiten (praktische alle die am Flughafen arbeiten, wohnen um Norden und im Osten). Und somit täglich 8 Stunden Lärm produzieren. Und jede Menge Freiflüge absitzen, die man als Mitarbeiter bekommt.
Leuenberger: «Ich wollte die Südanflüge vermeiden»
Klar, die Südanfluggegner sind Lügner:
Zitat aus der NZZ: "Auf Grund des Staatsvertrags hatte die Unique (Flughafen Zürich AG) den Anflug auf Piste 34 beim Bundesamt für Zivilluftfahrt vor einem Jahr beantragt. Dies unter dem Druck der deutschen Flugbeschränkungen und gegen den eigenen Willen. Im Herbst folgte das Gesuch für die Installation der Instrumentenlandesysteme (ILS) für die Pisten 28 und 34. Das BAZL hatte im Oktober 2002 erklärt, es liege in seinem Interesse, den Südanflug möglichst rasch einzuführen, damit einerseits die Bevölkerung im Osten entlastet werde und andererseits der Staatsvertrag (der damals noch in Vernehmlassung stand) eingehalten werden könne."
Quelle: http://www.nzz.ch/2003/05/15/zh/article8UVHP.html
Böse Südschneiser: Der Tagi hielt es ja nicht mal für nötig zu prüfen ob das angesprochene Drohmail überhaupt existiert oder ein Fake ist. Trotzdem wurden wegen einem (angeblichen) Spinner 200'000 in Blick-Manier in die Pfanne gehauen. Dabei hätte der Tagi sich ebenso gut auch mal der anderen Seite annehmen können:
http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=1424&Itemid=71
Und zuletzt: Was nützt es uns, wenn wir nicht fliegen? Was in Zürich fast so stark steigt wie der Oelpreis sind Umsteigepassagiere aus Deutschland. Der lokalen Passagiere nehmen nur sehr langsam zu. Und was nützt es mir und meiner Familie, dass wir seit 20 Jahren nie mehr geflogen sind? 10 Jahre habe ich mit meiner Frau hart gearbeitet, dann mit Familiengründung Wohneigentum gekauft. Die Alternativen: Tolle Hütte im Norden, aber Fluglärm, oder etwas viel bescheideneres im Süden, aber Ruhe. Und jetzt, was nützt es mir, dass ich nicht fliege? Jetzt hab ich im Süden noch 5.5 Stunden Nachtruhe, die im Norden, die den Fluglärm produzieren, die sich fürs gleiche Geld tolle Hütten gekauft haben, dürfen am Wochenende 13 Stunden ausschlafen.
(Ist das niederländische "Hup" bzw. "Hopp" nicht süss?)
:)
Also nicht nur ich war wohl schon mal in den Niederlanden und hatte so Freude daran, dass ihre Sprache mitunter fast wie ein Deutschschweizer Dialekt klang (mit einem englischen Akzent). Aber: Wie die Niederländer die Hauptstadt der Schweiz "fluten", das ist fast Wahnsinn! :)
(Trotzdem im Ernst: Hoffentlich geht das glimpflich aus!)
Da stört sich einer begreiflicherweise am Lärm unter dem Fenster seines Sitzungszimmers, versucht, eher schlecht als recht, witzig zu schildern, wie er sich seinen Weg durch die Oranjes zum Bahnhof bahnt...
Uii uii uii!
Und jetzt ist der gute Moritz der EM-Bösewicht schlechthin. Lächerlich.
Schade, dass die "ebenfalls lärmgeplagten" Schneiser auf dieser Pressewelle mitreiten.
Einmal mehr.
Wahrscheinlich gibt es nichts, was zum Flughafen Zürich-Kloten noch nicht gesagt, gefragt oder geschrieben wurde. Sie bringen Ihr persönliches "Schicksal" hier ein. Nur: Die unzähligen Zielkonflikte im Zusammenhang mit dem Flughafen sind ganz sicher nicht auflösbar. Der Konflikt zwischen "moderner" Extrem-Mobilität und Sesshaftigkeit könnte kaum offensichtlicher werden als an so Orten. Und dass man sich sehr selektiv für nationale Grenzen interessiert, ist auch nie neu. Mal wird auf Autonomie gepocht, mal möchte man gerne beim Nachbarn auch sagen, was Sache sei. Kommt bei der Schweiz noch hinzu, dass sie im Verhältnis z.B. zu Deutschland und USA dermassen klein ist, dass manche nicht verstehen können, warum bestimmte Leute nicht einfach ihren Wohnort um die 100km verschieben, jedenfalls sicher weg vom Flughafen und dem sog. Wirtschaftsmotor Zürich.
Und zum Text von Herrn Leuenberger: Im Gegensatz zu Ihnen und anderen hier fand ich darin eigentlich keineswegs bloss klagende Worte punkto Lärm. Man verstehe sich zwar mitunter in bestimmten Räumen kaum mehr, aber das war eher beschreibend, fand ich.
http://www.20min.ch/news/bern/story/213
Euro-Muffel Leuenberger nervt sich über Fan-Chöre
http://www.20min.ch/news/bern/story/21339023
Also wirklich, der 20minuten-Text ist m.E. schon sehr verzerrend. Und selbst wenn Leuenberger ein Euro-Muffel wäre: Die Oranjes dürfte das kaum besonders interessieren, wahrscheinlich wissen sie nicht mal, was ein Bundesrat ist, bzw. wissen sie nicht, dass sie einem Bundesrat auf die Schultern klopften. :)
"Sterk Nederland verplettert Frankrijk met 4-1"
"Oranje klopt Fransen met 4-1"
:)
Stellen Sie sich doch einfach vor bei diesen orange gekleideten fröhlichen Leuten handelt es sich um lauter Strassen- und Geleiseunterhaltsarbeiter die Ihrem Verkehrsminister zujubeln. So gehts bestimmt einfacher ;-)
http://www.nrc.nl/sport/ek2008/article1
Zwitserse minister getergd door oranjefans
http://www.nrc.nl/sport/ek2008/article1127436.ece/Zwitserse_minister_getergd_door_oranjefans?service=Print
Am Ende heisst es:
"Ook na het werk houdt de ellende volgens Leuenberger niet op: „Wanneer ik me na mijn werk door de oranje menigte probeer te worstelen, klopt bijna een op de drie in het bier dansende fans bemoedigend op mijn schouder,” klaagde Leuenberger."
2008-06-13 18:10:46
Verallgemeinerungen stellen selten die Tatsachen dar.
Aber vor allem die im Norden sind freiwillig in den Fluglärm gezogen weil die dort arbeiten (praktische alle die am Flughafen arbeiten, wohnen um Norden und im Osten). Und somit täglich 8 Stunden Lärm produzieren. Und jede Menge Freiflüge absitzen, die man als Mitarbeiter bekommt.
Ich wohne seit etwa 18 Jahren in der nördlichsten Region der Schweiz. Ich arbeite nicht im Flughafen. Niemand aus meinem Bekanntenkreis arbeitet im Flughafen und bezieht Freiflüge … Zudem produzieren nicht die Mitarbeiter des Flughafens den Fluglärm, sondern die Passagiere und die Waren, die mit Flugzeugen transportiert werden.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es vor 18 Jahren überhaupt keine An- und Abflüge über dieses Gebiet. Irgendwann begannen mich täglich um 6.00 Uhr die ersten landenden Flugzeuge zu wecken. Da sie nun von 6.00 Uhr bis 7.00 Uhr von Süden her anfliegen, kommen sie jetzt erst ab 7.00 Uhr, durchgehend bis abends um 23.00 Uhr (?) von Norden.
Was mich immer wieder ärgert, ist, dass die Menschen in der Südanflugschneise so tun, als würden die Flugzeuge den ganzen Tag dort landen und starten, obwohl es sich um begrenzte Zeiten handelt. Während der meisten Zeit, fliegen sie aber von und nach Norden.
Dass Sie das Pech haben, ein Haus gekauft zu haben, das nun in der Südanflugzone liegt tut mir leid. Es wird für Sie kein Trost sein, wenn ich erwähne, dass auch andere Menschen diesbezüglich Pech haben und z.B. plötzlich eine Autobahn, Hochspannungsleitungen, ein AKW, ein Endlager für radioaktive Abfälle, eine Schweinezucht, ein Einkaufszentrum etc. in der Nähe ihres Hauses gebaut wird.
Es nützt nicht nur etwas wenn Sie selber und viele andere weniger fliegen. Noch mehr nützt es, wenn Sie keine Dinge kaufen, die per Flugzeug transportiert werden. Zum Beispiel Lebensmittel, die aus dem Ausland kommen. Das freut dann zwar die Flughafenbetreiber und die Wirtschaftsanbeter gar nicht. Aber wie heisst es doch: „Man kann dem Bären das Fell nicht waschen ohne es nass zu machen.“
Yakin erzielt die Tore dazu!
Im anderen Spiel:
Die Türkei ist trotzdem eine Runde weiter!
Nicht auch eine Art Happy-End für multinationale Herzen?
:)
Dann hätten wir auch gleich das AHV- Problem gelöst, denn wer möchte da noch 65 Jahre alt werden? Jeder würde sich wohl schon in der Pubertät das Leben nehmen.
Grüsse
Mr. Pink
Ich bin auch Südschneiser, habe mich aber bisher zurückgehalten. Da die Frage jetzt auf dem Tisch ist, möchte ich antworten:
Ich weiss nicht, wie nahe die Flugzeuge bei Ihnen sind. Bei uns sind es 450 m Luftlinie. Man glaubt, man müsste den Piloten hinter der Scheibe sehen können. Der Lärm, der jeden morgen pünktlich um 6:05 beginnt, ist durchaus real Und wenn sie dann, an etwa einem Drittel oder Viertel der Tage auch noch abends kommen, fühlt man sich wirklich hilflos und im Stich gelassen.
Dass alle ihren Teil zur Lebensqualität einer Agglomeration mit hoher Zentralität beitragen sollten, ist unbestritten. Aber die Herzlosigkeit, mit der dies alles durchgeführt wurde, gibt einem zu denken. Dass den Einsprachen, die wir alle einreichten, die aufschiebende Wirkung gerichtlich entzogen wurde, konnte man verstehen. Obschon es, im Nachhinein gesehen, auch nur unnützer, vorauseilender Gehorsam war: Die Swissair wurde nicht gerettet, die Swiss nach Deutschland verschenkt. Aber dass dann alle, unser Bundesrat und unsere Regierungsrätin auch, so tun, wie wenn nichts geschehen wäre, ist nicht in Ordnung.
Sie sind unsere gewählten Vertreter. Ich weiss nicht, wie sie es mit ihrem Gewissen verantworten können, dass täglich mehrere zehntausend Menschen direkt überflogen werden. Was ist, wenn ein Flugzeug abstürzt wie im Bassersdorfer Wald ? Sind dann alle froh, wie am Bassersdorfer Prozess, dass der Pilot tot ist und ihm alles in die Schuhe geschoben werden kann ?
Niemand kann den Staat so leicht aushebeln, wie der Staat selbst. Deshalb ist er, der die Umwelt für uns alle schützen müsste, manchmal ihr grösster Zerstörer.
Man kann das Kind nicht baden, ohne dass es nass wird, richtig. Aber stellt man es dann zum Trocknen in den Schnee hinaus ?
Sie sollten siech das nochmals überlegen Herr Bundesrat. Dieser Tagebucheintrag ist ja schwer diskriminierend und beleidigend. Solche aussagen hätte ich eher von einem alten SVPler erwatet. Oder merk ich da bei Ihnen einen gewissen "alten verbitterten Budesrat", der schleunigst abdanken sollte?
Mit freudlichen Grüssen Kenny
2008-06-16 14:20:39
Da ich in Kloten, am Rande des Flughafens aufgewachsen bin und meine Eltern die vergangenen fünfzehn Jahre an der Grenze Opfikon-Wallisellen gewohnt haben, weiss ich ganz genau, wie sich startende/landende Flugzeuge anhören…
Ich bin froh, dass die Flugis hier wo ich jetzt wohne beim Landeanflug noch in einer Höhe von ca. 1000m fliegen (wenn ich mich nicht irre). Das stört zwar auch, aber man versteht immerhin noch sein eigenes Wort.
Ich glaube, dass wir mit Vergleichen wie diese: wer kriegt mehr wer weniger Lärm ab, nicht weiter kommen. Ich verstehe, dass Sie von den Behörden enttäuscht sind. Sie sprechen das Gewissen der Behörden an:
Ich weiss nicht, wie sie es mit ihrem Gewissen verantworten können, dass täglich mehrere zehntausend Menschen direkt überflogen werden. Was ist, wenn ein Flugzeug abstürzt wie im Bassersdorfer Wald ?
Auch diese Frage führt kaum zu einer Lösung, da es in der Schweiz – wie ich schon zuvor erwähnte – kaum mehr unbewohnte Gebiete gibt. Es ist nicht möglich, über unbewohntes Gebiet zu starten oder zu landen. Könnte es denn eine Behörde eher verantworten, dass anstatt ein Gebiet mit zehntausenden eines mit tausenden oder hunderten von Bewohnern überflogen wird – im Hinblick auf das Risiko eines Flugzeugabsturzes?
Den Flugverkehr werden wir kaum mehr aus der Welt schaffen. Ich bin aber der Ansicht, dass es die Menge bzw. das Ausmass ist, das uns solche störenden oder schädigenden Einflüsse als noch erträglich oder unerträglich empfinden lässt. Deshalb sehe ich die Reduktion des Flugverkehrs als ein Mittel der Entlastung nicht nur der betroffenen Bevölkerung, sondern auch der Umwelt. Wie diese Reduktion zustande kommen könnte und dass eine solche von der Wirtschaft nicht erwünscht ist, habe ich im vorherigen Beitrag bereits erwähnt.
http://www.traechsel.ch
der öffentliche Verkehr ausbauen ist gut, aber nicht nur in den Städten und kaum ist man draussen, läuft ab 20:00 Uhr nicht mehr!
Randregionen, sogar kurz neben dem Fricktal sind ab 20:00 Uhr stillgelegt!
Noch etwas anderes stört mich, die Atomlobby nimmt sich wieder AKW's in den Blickwinkel, aber alternative Engerie - Lösungen werden z.B. im Kanton Aargau ausgebremst, Solarenergie, Wärmepumpe und Erdwärme wird so gut wie nicht honoriert und in anderen Kanton aber schon,
mich bedrückt dies ungemein.
Und Sie, was bedrückt Sie, dass Sie nicht alle 10 Minuten Richtung Bern losfahren können?
Wer solls bezahlen, die Milchkuh Auto - + Transportgewerbe, alles Mist, die AKW - Türme könnte man doch mit Solarpanells auskleiden, für den zusätzlich Strombedarf des öffentlichen Verkehrs.
Sind Sie sicher, dass bei den Planungsaufgaben in der Schweiz, noch Spielraum für zeitlich gesetzte Ausbauziele vorhanden ist?
Ich glaube nicht an Ihre Versprechen und die Kosten, bezahlt jeder Steuerzahler!
Leider!
Sind sie auch mit dabei? Bei der Street Parade 2008 in Züri?
http://www.presserat.ch/Documents/Erkla
@ RemoM
Werde doch Politiker! Gemäss Deiner Aussage musst Du dann ja nicht arbeiten und verdienst trotzdem gut. Gelegentlich wird man Dir allerdings verbal ans Bein pi… Übrigens: Solltest Du nach einem Jahr feststellen, dass der Job als Bundesrat doch nicht so gut bezahlt ist, dann empfehle ich Dir, Dich trotzdem noch drei weitere Jahre durchzubeissen, um so in den Genuss des vollen Ruhegehalts zu kommen. Sonst musst Du wieder lernen, was arbeiten heisst…
@ Mr. Pink
Die Stadt Bern zählt 130'000 Einwohner. Am letzten Match strömten 150'000 Fans in die Innenstadt und für den kommenden Match ist gar die Rede von 500'000 Personen! Vor den bisherigen, vorwiegend Oranje-Fans ziehe ich meinen Hut für ihr friedliches Beisammensein. Trotzdem: Mit dieser enormen Masse hat niemand gerechnet, auch die Fans selber nicht.
Die direkt betroffenen Einwohner haben nicht drei Wochen frei bekommen, um bis in die frühen Morgenstunden mitfeiern zu können. Auch die Arbeitenden in der Innenstadt haben wie immer die gleiche Leistung zu erbringen, auch sie haben nicht frei. Da ist es doch nur verständlich, wenn man ob diesen grossen Massen auf die Dauer auch klagende Worte hört. Nicht jeder ist ein Fussball-Fan.
@ Artio
Die Fussballligen taten gut daran, ihren Slogan von „Fairplay“ auf „Respect“ zu wechseln. Denn: Fairplay beschränkte sich nur auf die Spieler während des Spiels. „Respect“ spricht hingegen alle an, auch jene auf den Tribünen und dies sowohl vor wie auch nach der Spielzeit.
In diesem Sinne wäre es wünschenswert, wenn Respekt, wenigstens aber Fairplay sich auch in unserem alltäglichen Leben wieder verstärkt bemerkbar machen würde – so z. B. auch in den Kommentaren dieses Blogs…
Die 20 Minuten-Redaktion scheint hingegen nicht einmal zu wissen, was das alte „Fairplay“ bedeutet. Noch schlimmer: Man kennt die branchenüblichen Regeln offensichtlich nicht. Aus der „Erklärung der Pflichten der Journalistinnen und Journalisten“ ist u. a. zu entnehmen „…lassen sich vom Prinzip der Fairness leiten.“ Und weiter: „Sie unterschlagen keine wichtigen Elemente von Informationen und entstellen weder Tatsachen, Dokumente, … noch von anderen geäusserte Meinungen.“ Der nachfolgend beschwichtigende und bedeutende Nebensatz von BR Leuenberger drückt sich im fraglichen Artikel jedoch in keiner Weise aus: „…denn die Fans in orange sind ja eigentlich ganz friedlich.“
Was lernen wir daraus? Mehrere Varianten sind denkbar:
- Wird uns damit bestätigt, was der Volksmund schon vor dem Erscheinen der ersten Gratisblätter wusste: Was nichts kostet, ist nichts wert?
- Oder es gibt in der 20 Minuten-Redaktion vielleicht gar keine JournalistInnen, „welche dieser Bezeichnung würdig sind“ (wie es im erwähnten Dokument heisst)?
- Oder die Bezeichnung „20 Minuten“ wurde immer missverstanden und steht gar nicht für die Lesedauer, sondern für den zeitlichen Aufwand an journalistischer Arbeit pro Ausgabe?
Wie auch immer, von mir gibt’s für den fraglichen Artikel eine rote Karte.
Am Rande: Da Stadt, Amt und Kanton Bern das gleiche Wappen haben und Abspaltungen im Kt. BE im Moment Trend sind, wäre es doch eine nette Geste, wenn die Stadt sich nun ein eigenes Wappen in Form einer Windmühle auf orangem Grund anschafft, oder?
Freundliche Grüsse
Titus
Ein Gejammer, wenn die Fans nicht genau das machen, was Organisatoren, Sponsoren oder die Ueafia geplant haben.
Ein Riesengezeter wegen der Süd-, Nord- West- oder Ostanflüge, dabei wird die Flug-Zuwachs-Politik auch lokal ständig politisch gestützt! Und die Starts scheinen egal zu sein, obwohl die mehr Krach machen.
Führt doch den Senkrecht-Anflug ein! (MIT oder OHNE Fallschirm...)
Auch beim Senkrechtstart dürfte der Lärm schön gleichmässig verteilt sein.
Beim Staat anklopfen wegen der steigenden Oel-. und Dieselpreise, und sonst bei jeder Gelegenheit auf dem Staat rumhacken! Gehts noch gut, Giezendanner und Co.?
Ich wünsche Ihnen Herr Bundesrat Leuenberger einen Oranjelärmfreien Tag und uns vielleicht irgendwann noch einen Fluglärmfreien Schlaf am morgen um 06:00
ein Flüglärmgeplagter
Du hast Recht. Nicht jeder ist Fussball- Fan. Doch könnten nicht auch diese, welche den Fussball nicht so mögen, wenn sie sich schon nicht für den Fussball freuen können, sich wenigstens für die anderen freuen?
Sind denn diese paar Wochen so hart zu ertragen? Können diese Bewohner nicht einmal Stolz sein, ein solches Fest vor der eigenen Tür zu haben?
Was sind 3 Wochen in einem 70 jährigen Leben? Ist es wirklich so schlimm?
Und wie soll man es nun verstehen, wenn Politiker und besonders Linke BR über Toleranz, Nächstenliebe und Verständnis für andere Kulturen schwafeln? Ist dies eben nur Geschwafel, oder ist es wirklich Ernst gemeint?
Diese Menschen sind hier, um ihr Land für einige Wochen zu Unterstützen. Sollten wir nicht Stolz auf unsere Gastgeberrolle sein und für die paar Wochen diesen Menschen unser Verständnis entgegenbringen und unsere vermeintliche Gastfreundschaft unter Beweis stellen?
Und wen interessiert es schon, wenn ein BR einige Wochen nicht Arbeiten kann?
Es grüsst
Mr. Pink
Etlichen hier (wie 20minuten auch) scheint auch der 1. Teil des Satzes entgangen zu sein: "Das tue ich allerdings gerne..."
Gruss
Artio
Ich habe keinen Vergleich gemacht, wer weniger oder mehr Lärm abbekommt und - hoffentlich - auch kein Riesengezeter gemacht.
Ich konstatierte, dass der Lärm in der Südschneise durchaus real ist und nicht nur eine Erfindung von ein paar empfindsamen Seelen. Dann sagte ich, dass die Art wie man uns behandelt hat und immer noch behandelt, nicht in Ordnung ist. Ich stellte fest, dass mit der Einführung der Südanflüge das Gefahrenpotential bei einem Absturz um Stufen zugenommen hat, ohne dass dies ernsthaft diskutiert worden wäre. Und ich wies auf den Bassersdorfer Prozess hin, der eine Gelegenheit gewesen wäre, die Risiken und Verantwortlichkeiten eines solchen Ereignisses aufzuarbeiten, aber nichts brachte ausser den lachenden Gesichtern der Freigesprochenen, die sich wieder auf den Heimweg machten.
Ich glaube nicht, dass es nur um Konsumverzicht geht. Wir leben in dieser modernen Welt und müssen lernen, sie richtig zu planen, die Risiken zu minimieren, die Verantwortlichkeiten zu klären und nicht nur zu verdrängen und die Auswirkungen auf die Betroffenen gering zu halten.
Nehmen wir das neue KKW:
Glauben Sie, dass Sie es verhindern können, indem Sie Konsumverzicht predigen ? Wollen Sie, dass es herbeigezaubert wird, wie die Südanflüge ? Oder sollen wir alle zusammen verlangen, dass es seriös vorbereitet wird, dass die von einem ernstlichen Unfall betroffene Bevölkerung aufgeklärt wurde und darüber abstimmen konnte, dass die Haftungsfrage wirklich gelöst ist und der Konsument dies weiss und in seinem Portemonnaie spürt, und dass die Entsorgung bereit steht und nicht nur gute Absicht ist ?
Dabei misstraue ich nicht den Ingenieuren und Arbeitern, die das Ding bauen und betreiben - sie leisten fast immer gute Arbeit-, aber der Wirtschaft und der Politik, die nichts sehnlicher wünschen, als dass wir ruhig und gefügig sind.
(Dieser Blog ist eine löbliche Ausnahme, danke.)
die West-Anflugschneise des (naja, Klein-) Flughafens Bern-Belp führt GENAU mitten über die Berner Altstadt (dichtbewohntes UNESCO-Weltkulturerbe) sowie über dichtbesiedelte Wohnquartiere Berns und einer Vorortsgemeinde, sowie über ein nationales Vogelschutzgebiet und ein Trinkwasserschutzgebiet...
Ein Absturz ist theoretisch nur eine Frage der Zeit, und die Folgen wären verheerend.
Aber keiner muckt auf, keiner schert sich darum, das Volk bewilligt brav Pistenverlängerungen und Erweiterungsbauten.
2008-06-18 09:25:26
Nein, nein, Sie haben keinen Vergleich gemacht von wegen wer mehr/weniger Fluglärm abbekommt – das wollte ich Ihnen auch nicht unterstellen.
Sie meinen, dass es nicht nur um Konsumverzicht geht. Ich möchte nun meinerseits festhalten, dass ich nirgends von Konsumverzicht gesprochen habe.
… Wir leben in dieser modernen Welt und müssen lernen, sie richtig zu planen, die Risiken zu minimieren, die Verantwortlichkeiten zu klären …
So Ihr Lösungsweg für Probleme, welche durch Flugverkehr und Atomkraftwerke entstehen.
Ich würde nun von Ihnen gerne anhand des Beispiels Fluglärm lesen, was Sie konkret unter „wir müssen lernen“, „richtig planen“ und „Risiken zu minimieren“ verstehen.
Unter dem Titel neue Atomkraftwerke schreiben Sie:
…dass die von einem ernstlichen Unfall betroffene Bevölkerung aufgeklärt wurde und darüber abstimmen konnte, dass die Haftungsfrage wirklich gelöst ist und der Konsument dies weiss und in seinem Portemonnaie spürt, und dass die Entsorgung bereit steht und nicht nur gute Absicht ist ?
Wenn ich diese Worte lese habe ich den Eindruck, dass Sie sich noch nicht mit der Fakten betreffend Atomenergie befasst haben. Untenstehend einige informative Links zum herumstöbern und aufwachen …
http://www.greenpeace.ch/themen/atom/atomkraftwerke/
http://reyl.com/tschernobyl/index.html
http://www.wendezeit.ch/wahre-kosten-atomstrom-versicherung-akw
Es geht nicht darum, anderen ihre Freude nicht zu gönnen. Insbesondere bei den Niederländern, wohl auch wegen ihrer kreativen Aufmachung, kommt man nicht um ein Lachen herum, wird auch mitgerissen von deren Begeisterung. Man soll die Feste feiern wenn sie fallen.
Doch genau da liegt der Hund begraben: Von „Europameisterschaft“ spricht keiner, alle Welt spricht vom „Fest“ (selbst Du) oder von der „Party“. Die Armee erfährt zurzeit das grösste Aufgebot seit 60 Jahren – und das für eine einzige grosse Party? Kann der gemeinnützige Verein von Hintertupfigen die Armee auch für einen „subsidiären Einsatz“ buchen, nämlich den Aufbau ihres Standes am Wochenmarkt.
Steht überhaupt noch das sportliche Ereignis im Vordergrund, an dem sich die besten Mannschaften Europas im Fussballspielen messen oder sind deren Matches nur noch Intermezzi in einem einzigen grossen Show-Block des Schweizer Fernsehens geworden? Sind die Match-Resultate nur noch Anlass, weiter zu feiern – mit den eigenen oder den gegnerischen Fans?
Im italienischen Val di Sole findet zurzeit die Mountainbike-WELTmeisterschaft statt. Das Schweizer Team hat dort gestern bei der Cross Country-Staffel die Silbermedaille geholt. Ebenfalls Silber holte heute in der U23-Kategorie die Solothurnerin Nathalie Schneitter.
Jetzt, wo wir endlich etwas zu feiern hätten, feiert niemand. Liegt’s vielleicht daran, dass diese WM eben keine Party ist und noch die sportliche Leistung und der Respekt vor dieser Leistung im Vordergrund steht?
Freundliche Grüsse
Titus
Der Vergleich einer Mountainbike Weltmeisterschaft und einer FUSSBALL Europameisterschaft scheint mir doch etwas an den Haaren herbeigezogen zu sein.
Nicht etwa der Titel der Meisterschaft lässt auf die grösse dieses Ereignisses schliessen, sondern das allgemeine Interesse.
Und ich bin mir sicher auch an der MB- WM wird tüchtig gefeiert, gejublelt, Tränen fliessen, Zuschauer wie auch Sportler sind verärgert, euphorisch, angespant, glücklich... - es herrscht Party auch an der MB- WM.
Für mich ist das Wort Party nicht per se negativ behaftet!
Ich bin schon aufgewacht. Ich werde doch jeden Morgen um 6:05 Uhr geweckt.
2008-06-19 17:17:49
Ich bin schon aufgewacht….
In Ordnung, das ist die humorvolle Seite Ihrer Antwort auf meine Entgegnung.
Aber auf meine sachliche Frage möchte ich von Ihnen doch noch eine sachliche Antwort erhalten.
Meine Frage lautete: Ich würde nun von Ihnen gerne anhand des Beispiels Fluglärm lesen, was Sie konkret unter „wir müssen lernen“, „richtig planen“ und „Risiken zu minimieren“ verstehen.
Was haben Sie für Vorschläge, wie wir lernen, richtig planen und Risiken minimieren in Bezug auf Fluglärm?
Deine Meinung, dass das allgemeine Interesse auf die Grösse eines Sportereignisses schliessen lässt, kann ich nicht teilen. Die zentrale Frage ist doch, wie es zu diesem „allgemeinen Interesse“ kommt.
Anfänglich hatte ich die Vermutung, es läge an der Einfachheit der Sportart: Jeder kann so ein rundes Leder vor sich herschieben (mit mehr oder weniger Geschick), überall lässt sich eine Fläche zum Spielen finden und kosten tut das Ganze auch kaum etwas.
Segeln können hingegen nur wenige, kann nicht überall ausgeübt werden (im Hinterhof hat’s keinen See und kein Meer), verlangt einen günstigen Wind und ein grosses Portemonnaie, kann also nicht so einfach von jedem ausgeübt werden. Und trotzdem war das „allgemeine Interesse“ ausreichend geweckt, damit das Publikum das Team Alinghi im 2007 für den Sport Award auserkor und dies obwohl auch ein FCZ unter den Nominierten war. Fazit: An der Einfachheit des Sports liegt es nicht.
Dann vermutete ich, es läge daran, ob und wie man sich mit der Sportart identifiziert. Doch dagegen sprechen zwei Punkte: a) Obwohl jeder Velo fahren kann (vor allem auch die Niederländer ;-), blieb ein Hype für die Mountainbike-WM bislang aus und b) nicht jeder, der zurzeit die Matches verfolgt, spielt auch selber Fussball, kann sich also kaum mit der Sache identifizieren. Somit liegt’s auch nicht daran.
Ich denke der wahre Grund für das „allgemeine Interesse“ und somit für die Grösse einer Sportveranstaltung liegt heute in der zu erwartenden Medienberichterstattung. Im Moment sind wir doch geradezu dazu verdammt, „allgemeines Interesse“ für den Fussball zu zeigen, da dieses Thema allgegenwärtig ist. Wie schrieb doch BR Leuenberger oben: „Man kann zur Euro08 stehen, wie man will, aber man kann ihr nicht entrinnen.“
Wie kann ein allgemeines Interesse für eine Mountainbike-WM da sein, wenn man kaum davon hört oder sieht? Wurde im Vorfeld der Mountainbike-WM auch schon viel darüber berichtet und wurden auch die Tage, Stunden und Sekunden gezählt, bis es endlich soweit ist?
Natürlich kann man nun auch die Huhn-oder-Ei-Frage stellen: War zuerst das allgemeine Interesse oder die Medienberichterstattung? Obwohl angeblich ein grosses, allgemeines Interesse für Fussball besteht, hört man hierzulande kaum etwas von Frauen-Fussball. Unterstreicht diese Tatsache nicht, dass es nicht an mangelndem Interesse für Fussball liegt, sondern an der Berichterstattung?
Oder gibt es andere Gründe, weshalb wir so wenig von den unzähligen anderen Sportarten hören, bei denen SchweizerInnen ebenfalls weltmeisterliche Leistungen erbringen?
Freundliche Grüsse
Titus
Ich komme aus der Planung und dem Bau. Ich bilde mir nicht ein, dass ich es besser könnte, sähe aber etwa folgende Regeln (Flughafenfragen in Klammer):
Wenn Probleme auftauchen, darf man nicht nervös werden und nicht improvisieren (kein Schnellschuss per Notrecht). Wenn Pläne bestehen, muss man zu ihnen zurück. Wenn sie fehlen, muss man sie erstellen (die raumplanerischen Grundlagen des Flughafens). Falls Notmassnahmen doch nötig sind, muss man sie als solche bezeichnen und befristen (die Südanflüge).
Dann braucht es eine Bestandsaufnahme. Wo ist die Planung gut, wo ist sie mangelhaft (welche Schneisen sind einigermassen sicher, welche nicht) ? Falls es überall an Sicherheit mangelt (alle Schneisen mehr oder minder besiedelt sind), müssen jene identifiziert werden, deren Sicherheit wiederhergestellt werden kann (der Norden und der Westen, vielleicht der Osten, kaum der Süden). Sie müssen, wieder per Notrecht, mit einem Bauverbot (z.B. in einer Breite von 800 m und bei geringeren Überflughöhen als 500 m) belegt werden.
Jetzt muss der planerische Stand aufgearbeitet werden. Dabei kommen weitere Kriterien (Lärmbelastung, Kosten, Kapazitätsfragen, Ausbauziele) hinzu. Die bestehenden Pläne werden revidiert, resp. neue erarbeitet (raumplanerische Grundlagen und Details). Die Kosten (für Bauverbote, Schutzmassnahmen) werden beziffert und verteilt. Dann geht es wieder normal weiter.
Das ist eine Operation am lebenden Patienten, ich weiss. In Detailfragen, wenn es blutet, die Atmung ausfällt, das Herz stillsteht, muss man improvisieren. Aber die Operation muss nach den Regeln der Kunst erfolgen.
Was wäre passiert, wenn so auf die deutschen Anflugbeschränkungen (für die ich Verständnis hatte - sie wurden lange genug (so wie wir jetzt) schlecht behandelt) reagiert worden wäre:
Der Hub Zürich (der langfristig ausser als Ferien- und Afrikahub für die Lufthansa ohnehin nicht haltbar ist) wäre temporär eingeschränkt worden. Die Swissair wäre (aus bekannten Gründen) ebenso untergegangen. Die Crossair wäre als Regionalfluglinie erhalten geblieben, aber nicht zur Swiss umgebaut und verschenkt worden.
Vielleicht wäre ein neues, zeitgemässeres Leitbild für die Luftfahrt in der Schweiz entstanden: Mehrere, verschieden grosse Regionalflughäfen (Zürich, Genf, Basel, aber vielleicht auch Bern, Lugano, Sion, Samedan), die alle mit den Hubs in Mailand, Paris und Frankfurt direkt verbunden sind. Aus der Crossair wäre mit der Zeit eine Premium Regionalfluglinie geworden (mit Schweizer Kreuz in Schweizer Hand). Aber jetzt träume ich. So vernünftig sind wir leider nicht.
Das KKW habe ich gebracht, weil es jetzt läuft und weil der gleiche Vorgang (Flughafen wieder in Klammer), am lebenden Patienten, gut beobachtet werden kann:
Eigentlich wollte man schon immer ein neues KKW (mehr Start- und Landekapazität). Da kann endlich ein akutes Problem dingfest gemacht werden, die "Stromlücke" (die deutschen Flugbeschränkungen). Sofort wird ein Ort bezeichnet, Gösgen (der Süden in der Verlängerung der Piste 34). Schon hat er die Zwei am Rücken und ist für die anderen, die auch in Frage gekommen wären, kein Gesprächspartner mehr. Als nächstes braucht es einen Persilschein. Das Parlament erhöht die Haftpflicht von 1 auf 1.8 Mia. Franken und lehnt Anträge für eine weitergehende Haftung ab (das Bundesgericht bejaht die Dringlichkeit und implizit damit auch die Unbedenklichkeit der Südanflüge, in dem es unseren Einsprachen die aufschiebende Wirkung entzieht - ein Geniestreich, wenn man bedenkt, dass das gleiche Gericht auch einen Absturz im Wohngebiet letztinstanzlich zu beurteilen hätte). Jetzt fehlt noch das Endlager (der allseitig offene Flughafen). Die vorgeschlagenen Standortregionen für ein Endlager (die Regionen der verschiedenen An- und Abflugrichtungen) werden sich sowieso nicht einigen. Too bad for them, aber kein Problem mehr des KKW-Betreibers (des Flughafens).
Das ist eben nicht Planung. Das ist Politik.
Für mich sind alle Meinungen, von Pink bis Globi und Wachstumskritiker (und Liza) gleich wichtig. Sie drücken unsere Neigungen aus. Je näher wir an die Wirklichkeit herangehen, desto mehr werden sie sich angleichen, weil es nur eine Wirklichkeit gibt. Lassen wir uns aber nervös machen, dann sind wir wie vermeintlich Schiffbrüchige, die auf dem Deck hin- und her rennen und das Schiff ins Schwanken bringen:
Wir laufen Gefahr, das Opfer von Piraten zu werden.
...
(Können wir das so stehen lassen ? Interessant übrigens, wie sich bei näherer Betrachtung der Fokus vom Lärm auf die Sicherheit verschiebt.)
Wieso ist diese Fussball EM ein solches Grossereignis, während kaum jemand Notiz nimmt von der Moutainbike WM?
Ob es auch etwas mit dem Team Sport zu tun hat? In den USA z.B. sind Basketball und Rugby der grosse Kracher, während in Indien und Pakistan Millionen mitfiebern bei den Hockey Meisterschaften.
"Wir sind Europameister"...oder gar "WIR sind Weltmeister!!"...da kann die Euphorie so richtig überschwappen. Bei einer gewonnenen Einzelsportart würde jedoch kaum einer auf die Idee kommen auszurufen:"Ich bin Europameister"...
Obwohl, das scheint auch nicht ganz richtig zu sein. Nach der Papstwahl erschien prompt ein grosses Deutsches Boulevardblatt mit der riesigen Schlagzeile: "WIR SIND PAPST"!
2008-06-20 13:04:03
Vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme. Ich kann diese unterstützen.
Der Hub Zürich (der langfristig ausser als Ferien- und Afrikahub für die Lufthansa ohnehin nicht haltbar ist) wäre temporär eingeschränkt worden.
Als damals der Flugverkehr über deutsches Gebiet eingeschränkt wurde, ging ich davon aus, dass halt einfach zu den noch erlaubten Zeiten geflogen wird. Sonst übernimmt die Schweiz ja auch Regelungen der EU, selbst dann wenn sie nicht dazu gezwungen wäre. Aber die Regelung der Flugverkehrszeiten scheint ein Bereich zu sein, wo „die Schweiz“ auf ihren eigenen Regeln beharrt. Als ob die Schweizer Bevölkerung ein klein wenig längere Ruhezeiten nicht auch begrüssen würde.
Vielleicht wäre ein neues, zeitgemässeres Leitbild für die Luftfahrt in der Schweiz entstanden …
Die Klärung der Frage, wie viel Luftfahrt ist für ein dicht besiedeltes Land wie die Schweiz verkraftbar, zweckmässig, realistisch und erwünscht, wäre meiner Ansicht nach Voraussetzung für die Planung. Wer aber sagt, was erwünscht, verkraftbar etc. ist? Das Volk? Das Volk hat die Flughafeninitative abgelehnt. Eine Mehrheit scheint den Flugbetrieb so zu wollen wie er ist…
Diejenigen, die gegenwärtige Situation nicht akzeptabel finden, haben mindestens die Möglichkeit, das Flugbusiness hier und jetzt nicht zu unterstützen, indem sie wenig (nicht) fliegen und zum Beispiel keine Lebensmittel kaufen, die per Flugzeug transportiert wurden. Das hat nichts mit Konsumverzicht zu tun!
Spargeln, Äpfel, Kartoffeln, Karotten, Gurken, Erdbeeren, Salat, Kirschen etc. etc. etc. etc. – die Liste kann unendlich weitergeführt werden – gibt es zur gegebenen Jahreszeit in der Schweiz zu kaufen. Schweizer Fleisch, Milchprodukte, Weine etc. sind gar von der Jahreszeit unabhängig erhältlich …
Mit dem Vergleich Atomkraftwerk – Flugregime haben Sie wohl recht. Selbst wenn abgestimmt würde, würde das Volk, welches vorgängig auf den Kurs der Interessevertreter getrimmt wurde, „richtig“ stimmen. Die Überzeugungsarbeit der Stromkonzerne und des Bundes laufen schon längst. So heissen ja Atomkraftwerke jetzt Kernkraftwerke, Atomenergie heisst Kernenergie, ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle heisst „Endlager für hoch aktive Abfälle“, es wird in absehbarer Zeit eine Stromlücke geben, Atomenergie ist Co2 neutral und billig … und so weiter.
Das ist Wirtschaftspolitik. Sie argumentiert mit einer Heilsverkündung mit Name Wirtschaftswachstum und Wettbewerb und blendet mit Szenarien und Zahlen, die Theorie sind und bleiben und weder auf Menschen noch die Umwelt Rücksicht nimmt.
http://www.rmi.org/images/PDFs/Energy/E
Die Schweiz hat keine Uranmienen, keine Atomkonzerne, keine Uranprozessierungsanlagen, keine Anreicherungsanlagen und keine Endlager. Es ist völlig absurd zum Schutz von Oligopolen und ideologischen Gründen ineffiziente, teure, ausländische Atomkonzerne zu fördern, nur um letztlich die Anzahl Klumpenrisiken und unsere Abhängigkeit von begrenzten ausländischen Rohstoffen erhöhen zu können. Aber eben, die Mehrheit der Schweizer Politiker wird das sowieso nie begreifen können.
Hier ist noch ein Artikel zum Thema:
Missing the Market Meltdown
Renewable energy is attracting Wall Street but nuclear power isn't. Why? Simple economics.
By Amory B. Lovins | NEWSWEEK
May 26, 2008 Issue
Capitalists have already scuttled Patrick Moore's claimed nuclear revival. New U.S. subsidies of about $13 billion per plant (roughly a plant's capital cost) haven't lured Wall Street to invest. Instead, the decentralized competitors to nuclear power that Moore derides are making more global electricity than nuclear plants are, and are growing 20 to 40 times faster.
In 2007, decentralized renewables worldwide attracted $71 billion in private capital. Nuclear got zero. Why? Economics. The nuclear construction costs that Moore omits are astronomical and soaring; low fuel costs will soon rise two-to fivefold. "Negawatts"—saved electricity—cost five to 10 times less and are getting cheaper. So are most renewables. Negawatts and "micro-power"— renewables other than big hydro, and cogenerating electricity together with useful heat—are also at or near customers, avoiding grid costs, losses and failures (which cause 98 to 99 percent of blackouts).
The unreliability of renewable energy is a myth, while the unreliability of nuclear energy is real. Of all U.S. nuclear plants built, 21 percent were abandoned as lemons; 27 percent have failed for a year or more at least once. Even successful reactors must close for refueling every 17 months for 39 days. And when shut by grid failure, they can't quickly restart. Wind farms don't do that.
Variable but forecastable renewables (wind and solar cells) are very reliable when integrated with each other, existing supplies and demand. For example, three German states were more than 30 percent wind-powered in 2007—and more than 100 percent in some months. Mostly renewable power generally needs less backup than utilities already bought to combat big coal and nuclear plants' intermittence.
Micropower delivers a sixth of total global electricity, a third of all new electricity and from a sixth to more than half of all electricity in 12 industrial countries (in the United States it's only 6 percent). In 2006, the global net capacity added by nuclear power was only 83 percent of that added by solar cells, 10 percent that of wind power and 3 percent that of micropower. China's distributed renewables grew to seven times its nuclear capacity and grew seven times faster. In 2007, the United States, China and Spain each added more wind capacity than the world added nuclear capacity. Wind power added 30 percent of new U.S. and 40 percent of EU capacity, because it's two to three times cheaper than new nuclear power. Which part of this doesn't Moore understand?
The punch line: nuclear expansion buys two to 10 times less climate protection per dollar, far slower than its winning competitors. Spending a dollar on new nuclear power rather than on negawatts thus has a worse climate effect than spending that dollar on new coal power. Attention, Dr. Moore: you're making climate change worse.
http://www.newsweek.com/id/137501
Warum Segeln so populär wurde, hängt wohl mit den Umständen zusammen, dass gerade eben die Schweiz kein Meer hat. Und es ist doch toll, dass auch solche Randsportarten immer wieder durch Trends belebt werden. Und wie du schon gesagt hast, spielen die MEDIEN dabei eine wichtige Rolle.
Mountainbike war übrigens vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls sehr populär. Dieser Trend hat sich jedoch wieder etwas gelegt. Und so wird es mit dem Segeln und der Alinghi sein. Es ist eben 'nur' ein Trend. Und dieser Segel- Trend kommt und geht mit dem Spektakel einher. Also mehr oder weniger im 4 Jahreszyklus. Denn nebst Alinghi interessiert sich sonst kaum ein 'Nicht- Segler' um diesem Sport.
Fussball hingegen scheint eben mehr als nur ein Trend zu sein.
Und Mannschaftssportarten sind für die Masse und deshalb wohl auch unabhängiger von Trends und darum langlebiger.
Deine These über die Identifikation mit dem Sport teile ich nicht mit dir.
Nur weil nicht jeder und jede Fussball spielt, segelt, 'surft', etc, heisst dies noch lange nicht, dass sich nicht jeder und jede mit solchen Sportarten identifizieren kann.
Warum gibt es z. B. so viele Menschen die ins Kino gehen um Superhelden zu sehen? Ich glaube es gibt wahrlich niemanden auf dieser Welt, der sich mit einem fliegenden Mann in Strumpfhosen und übernatürlichen Kräften identifizieren kann. Genau so wenig mit einem Fledermaus- Mann, einer Katzenfrau, einem grünen Muskelprotz, einem Spinnennetz werfenden Jüngling oder anderen Superhelden. Es steckt eben mehr dahinter.
Und da trifft der Fussball halt mehr den Geschmack der breiten Masse, als dies etwa Mountainbike, Segeln, Golf, Schach, etc. tun.
Und die Tatsache alleine, dass jemand Velo fahren kann, ein Schachbrett besitzt usw. verhilft diesen Sportarten eben nicht unbedingt zum Breitensport.
Letztendlich geht es eben dem Sportler um den Sport selbst, dem Organisator ums Geld und am wichtigsten: dem Zuschauer um die Unterhaltung, den Nervenkitzel, die Strategie, das Geschick oder was auch immer. Und da spielt es eben keine Rolle, ob man diese Sportart beherrscht.
Feiern, Jubeln, Tränen, Freude und der gleichen gehören eben zu jeder Sportart, egal wie populär diese sein mag. Und daran sehe ich nichts anrüchiges oder gar abstossendes.
Was würde Herr Leuenberger wohl sagen, wenn diese Menschenmassen des Papstes wegen nach Bern gepilgert wären und ihn bei der Arbeit und auf dem Weg dahin stören würden? Auch die würden nicht Stumm durch die Strassen wandern.
Grüsse
Mr. Pink
Ich verstehe nicht ganz, was die Namensänderungen mit WIRTSCHAFTSpolitik, Wettbewerb und Wachstum zutun haben sollen.
Kannst du mir bitte diese letzten beiden Abschnitte erklären?
Grüsse
Mr. Pink
Danke.
@ Richard Krähenbühl
Ja, mit Team-Sportarten hat es auch zu tun und zwar wiederum wegen der Medienberichterstattung: Für die Medien ist es gewiss interessanter, über x Sportler etwas zu berichtet (z. B. x Home-Stories) statt nur über einen. Dank dieser breiteren Berichterstattung findet wiederum jeder im Publikum (s)einen Liebling, mit dem er mitfiebern kann. Beim Einzel-Sportler gibt’s keine „Alternative“: Entweder man mag ihn oder man kann ihn nicht ausstehen.
@ Mr. Pink
Ich bin überzeugt, dass Schweizer auf der ganzen Welt - nicht nur im Sport, sondern in unzähligen anderen Bereichen - weltmeisterliche Leistungen in Kategorien erbringen, die nichts mit der Schweiz zu tun haben. Wir erfahren davon deshalb nichts, weil niemand darüber berichtet. Bei einem Milliardär, der gewiss ein weit reichendes Beziehungsnetz hat, ist das natürlich unmöglich. An meiner These, dass ein grosses Interesse dank intensiver Berichterstattung geweckt wird, ändert das nichts.
Wie es eine Sportart in die Medien schafft und mit welcher Intensität, wäre die nächste spannende Frage. Nachfolgend meine Vermutung, für welche ich etwas ausholen muss:
Die von Dir erwähnten, bestrumpften Superhelden nehmen es der dargestellten, uns ähnlich sehenden Gesellschaft ab, innert zwei Stunden die unlösbarsten Probleme dieser Welt verschwinden zu lassen. Das gefällt, denn: Wir lechzen nach Superhelden, weil wir uns von ihnen erhoffen, dass sie die anstehenden Probleme lösen und uns damit die Verantwortung für eben diese Probleme abnehmen. Die Schlussfolgerung daraus ist: Wer Verantwortung übernimmt und Probleme löst, ist in irgendeiner Form ein Held (in den Augen derer, die darauf hoffen, dass man ihre Probleme löst).
Sport ist von oben Erwähntem nicht weit entfernt: Wer das Problem „Gegner“ löst, kehrt als Held heim. Der Unterschied zum Kino liegt darin, dass es im einen Fall um Fantasie, im anderen jedoch um Realität geht. Trotzdem identifiziert sich keiner weder mit dem einen noch mit dem anderen; kein Kinobesucher schwingt sich zwischen den Häuserfassaden mit Spinnnetzen nach Hause und kein UBS Arena-Besucher dribbelt mit einem Fussball ins nächste Bistro.
Gemeinsam ist den beiden, dass wir für einen Moment lang unseren alltäglichen Problemen und Problemchen entfliehen konnten. Und: In beiden Fällen ist die Problemstellung fiktiv. Ja, auch beim Fussball, denn es ist ja zum Glück nur ein Spiel und kein Kampf gegen ein anderes Land. Spätestens wenn wir wieder in den Alltag zurückkehren merken wir, dass wir nur einer Illusion erlegen sind, denn die Helden, nach denen wir ja so lechzen, haben keines unserer Alltagsprobleme gelöst…
Wann und wo findet doch gleich wieder die WM der Solartechnologie statt?
Freundliche Grüsse
Titus
(Pink meint z.B.
Atomkraft -> Kernenergie)
"Namensänderungen", Schwarzmalereien und Schönfärbereien gehören halt zur normalen "Gehirnwäsche" von Interessenvertretern jeder Couleur gegenüber dem "Volk". Sie sind wohl nicht spezifisch WIRTSCHAFSpolitischer Natur, sondern schlicht POLITIK.
Ein Grossteil der Politik besteht leider zu häufig aus ÜBERREDEN und nicht aus ÜBERZEUGEN.
So oder so sind meistens (nicht immer) die finanzstarken Wirtschafts- und Wachstumskapitäne am längeren Hebel.
Nun, dann sind wir uns ja einig - man kann sich sehr wohl mit einem Sport identifizieren, welchen man nicht ausübt - genau so wie mit unseren Superhelden.
Und vielleicht gibt es in der Schweiz halt keine ausreichende Medienvielfalt.
Herr Leuenberger jedenfalls ist bei der Vergabe von Konzessionen für TV- Sender äusserst restriktiv.
Warum wohl?
Gruss
Mr. Pink
2008-06-22 01:46:01
Es handelt sich nicht um eine Namensänderung, sondern um das Weichspülen von Begriffen, die Menschen wegen der Assoziationen die sie hervorrufen beunruhigen könnten. So wird z.B. aus dem Atom…, welches die Menschen mit Radioaktivität, Gefahr, GAU etc. in Verbindung bringen ein Kern… Das tönt sauber, natürlich, vertrauenswürdig …
Warum brauchen Begriffe denn überhaupt weichgespült zu werden? Weil jemand dieses Produkt verkaufen will. Man muss es schmackhaft machen – es darf nicht nach Umweltsünde und Gefahr schmecken. Es verkauft sich sonst nicht gut. Das ist gerade bei der Atomenergie offensichtlich.
Verkaufen tut man ein Produkt nicht nur zum Nutzen der Verbraucher, sondern um damit Gewinne zu machen. Der Gewinn wird eingesetzt, um einerseits die Produktionskosten zu decken und andererseits, um das Geschäft zu erweitern um noch mehr produzieren zu können, damit noch mehr Gewinn generiert wird - und so weiter… Das nennt man dann Wachstum. Wenn dies landesweit oder weltweit geschieht, dass immer mehr Menschen an Produktion, Umsatz und Gewinnen teilhaben, nennt man das Wirtschaftswachstum.
Wenn Wettbewerb dazu kommt, führt das zum Wachstumszwang.
Da nun viele Politiker sowie der Bund selber an Unternehmen in irgendeiner Weise beteiligt sind, haben sie ein vitales Interesse daran bei der Wachstumsspirale um jeden Preis mitzuhalten – aus welchen Gründen auch immer. Selbst dann, wenn ein Unternehmen oder eine Technologie nicht mehr zeitgemäss ist, wie z.B. damals die Swissair und jetzt der Atomstrom, wird mit den verschiedensten Mitteln versucht, diese als etwas Gutes oder mindestens Notwendiges zu verkaufen.
So sind meines Erachtens – einfach dargestellt – die Zusammenhänge. Politik ist für sich allein nichts. Erst mit einer näheren Bezeichnung – wie z.B. Sozialpolitik – erklärt sich, um welchen Bereich der Politik es geht.
Hier die Definition von Wirtschaftspolitik gemäss Wikipedia:
Unter der Wirtschaftspolitik versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen der Staat regelnd und gestaltend in die Wirtschaft eingreift. Wirtschaftspolitik legt die Spielregeln fest, innerhalb derer die weitgehend privat organisierte Wirtschaft sich mit all ihren verschiedenen Akteuren entfalten kann.
Danke für deinen Beitrag.
Gemäss Wikipedia, wonach du deine Definition hast, sind wir uns also einig. Wirtschaftspolitik hat rein gar nichts mit diesen Namensänderungen zutun.
Jedoch finde ich deine Darstellung von Wirtschaftswachstum etwas vereinfacht. Aber das ist ja nichts neues.
Gewinn - Deckung der Kosten - Produktionsausbau - Gewinn...
So einfach ist es nun doch nicht. Denn..
...ohne Nachfrage kann man auch keine Produktion ausbauen. Man kann den Konsumenten schliesslich nicht zwingen, etwas zu konsumieren (jedenfalls nicht in unserem momentanen Wirtschaftssystem).
Steigt der Energiebedarf also nicht an, bringt's auch nichts neue KKWs zu bauen (oder andere Kraftwerke).
Wäre der Strommarkt, besonders in der Schweiz, nicht so reguliert und subventioniert, hätte sich schon lange die am rationellsten und effizientesten hergestellten Stromproduktion durchgesetzt. Dies muss, in Anbetracht der Atomsubventionen, bei weitem nicht Kernenergie sein. Aber das wollen ja viele nicht begreifen.
Und hier stellt sich also wiedermal die Frage (falls es kein Wachstum geben soll): Wer entscheidet, wer was bekommt und wie verteilt wird.
Hast du dir mal überlegt, wie und wer die AHV- und IV- Gelder in Zukunft ohne Wirtschaftswachstum bezahlen wird? Soviel ich weiss können selbst Pensionäre nicht von Hosenknöpfen und schönen Worten Leben.
Hast du dir schon mal überlegt, was mit all den Arbeitslosen geschehen soll, wenn kein Wirtschaftswachstum sein soll? Soviel ich weiss haben auch Arbeitslose ein Recht auf Leben.
Von den anderen Einschränkungen mag ich gar nicht erst wieder anfangen.
Aber ich bin mir sicher, du währst die Erste, die auf eine Heizung, Licht und fliessend Wasser verzichten würde.
Grüsse
Mr. Pink
2008-06-24 14:13:25
… sind wir uns also einig. Wirtschaftspolitik hat rein gar nichts mit diesen Namensänderungen zutun.
Ich habe keine Ahnung, wie Sie auf die Idee kommen, dass wir uns einig sind.
Es war offensichtlich naiv von mir zu glauben, es sei mir gelungen darzustellen, dass das Weichspülen gewisser Begriffe eines von vielen Mitteln der Wirtschaftspolitik ist, angestrebte Ziele zu erreichen.
Jedoch finde ich deine Darstellung von Wirtschaftswachstum etwas vereinfacht. Aber das ist ja nichts neues.
So, so?! … erstens habe ich die vereinfachte Darstellung der Zusammenhänge als solche deklariert. Vielleicht können Sie Verständnis dafür aufbringen, dass ich mich hier im Blog möglichst kurz fasse und deshalb nicht alle Aspekte einer Sache berücksichtige? Zweitens sind Ihre Seitenhiebe überflüssig, sie dienen der Sache nicht.
Da sie meine vereinfachte Darstellung als nicht richtig empfinden, würde es mich interessieren, wie Ihre differenzierte Darstellung davon aussieht, was Wirtschaftswachstum ist, wie es funktioniert und wohin es führt.
Ihr Hast du dir schon mal überlegt … kann ich bejahen. Sie mögen es kaum glauben. Haben Sie hingegen schon bemerkt, dass ich noch nie davon gesprochen habe, Wirtschaft dürfe nicht sein. Ich habe gar nichts gegen fairen Handel. Haben Sie sich schon mal überlegt, dass es andere Möglichkeiten geben könnte, als den Bank-, Pharma-, Bau-, Energiekonzernen etc. zu huldigen, weil deren ständiges Wachstum angeblich Ihre AHV/IV/AL-Rente etc. sichert?
2008-06-24 14:13:25
Sie glauben, dass Wirtschaftswachstum allen Wohlstand bringt. Vordergründig mag das so aussehen. Aber wenn Sie mal Ihre rosarote Brille abnehmen und genau hinschauen, können Sie mir vielleicht folgende Fragen beantworten:
Warum können Kleinbauern fast überall auf der Welt nicht mehr existieren, obwohl sie die Ernährung der regionalen Bevölkerung sicherstellen könnten?
Warum ver-hungern so viele Menschen, obwohl es genug Nahrung auf der Welt gibt?
Warum arbeiten Millionen von Menschen unter sklavenartigen Bedingungen?
Warum führt Wirtschaftswachstum gleichzeitig zu exorbitantem Energie- und Ressourcenverbrauch?
Warum schrumpfen die Urwälder und sind die Weltmeere in desolatem Zustand?
Warum grassiert Alkoholismus und Selbstmord bei den Inuit (und nicht nur dort)?
Warum bleiben Parallelimporte von Medikamenten verboten, obwohl die schweizerischen Medikamentenpreise die Krankenkassen besonders belasten?
Warum werden wenige immer reicher und viele immer ärmer?
Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.
Ihr Glaube, die Nachfrage bestimme das Angebot und niemand werde gezwungen Dinge zu kaufen die er nicht will, zeugt von Ahnungslosigkeit und mangelnder Menschenkenntnis.
Es ist erwiesen dass mehr Strassen mehr Verkehr erzeugen, dass billiger Strom und Treibstoff zu höherem Verbrauch führt, dass mehr Güter mehr Konsum bewirken etc. etc. Selbst die Natur funktioniert so. Das Angebot regelt die Nachfrage.
Den Menschen werden massenhaft Dinge aufgedrängt die sie weder wirklich wollen noch brauchen.
Finde ich eine Wohnung ohne Glaskeramikherd, Tumbler, Mikrowelle, TV-Anschluss, Tiefgarage, Laminatböden, Spannteppichen, Bodenheizung etc.?
Wollen Sie all die Verpackung in die die Waren eingepackt sind?
Wollen wir alle überhaupt aus XXX Produkten in den Geschäften wählen können?
Wollen wir die Musikberieselung in jedem Laden, Restaurant, WC, auf der Strasse.
Wollen wir alle diese arschglatten, hochwertigen Strassenbeläge im ganzen Land?
Wollen wir die Nacht mit Strassen-, Schaufenster- und Reklamebeleuchtung erhellt haben.
Wollen die Südkoreaner das US Fleisch?
Wollen Sie ägyptischen Kartoffeln?
Ich empfehle Ihnen, sich auf untenstehenden Links etwas umzusehen, damit Sie eine Ahnung bekommen, was Wirtschaftswachstum, das zur obersten Priorität erklärt wird, bewirkt.
http://www.evb.ch/p1.html
http://www.evb.ch/p25013500.html
darf ich Ihnen zu ihrem "Orangen"-Thema den Kommentar vom "stadtwanderer alias" Claude Longchamps empfehlen:
"die unglaubliche kulturgeschichte der farbe orange"
Juni 17, 2008
Wünsche Ihnen nach den "orangen" vorwiegend wohltuende Klangwellen vor und in ihrem Arbeitsraum. - Was in den Ohren wie Musik klingt, kann den Geist ungemein beleben.
Freundlich grüsst Sie
Walter R. Kopp
Wer unter der Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen der Staat regelnd und gestaltend in die Wirtschaft eingreift und das festlegen der Spielregeln als Weichspülung durch Namensänderung versteht, scheint mit der Realität ferner zu sein als ich das bin.
Obwohl unseren Politikern so manches zuzutrauen ist, kenne ich jedenfalls kein volkswirtschaftliches Ziel (Massnahme, Gesetz), welches die Täuschung von Kunden durch Weichspülung von Namen fördern soll.
Und diese Definition von Wirtschaftspolitik ist ja nicht von mir, sondern von Wikipedia.
Ausserdem gibt es keine dummen Fragen, sehr wohl aber dumme Antworten. Und wer keine klugen Antworten parat hat, sollte sich lieber zurückhalten.
Die meisten dummen Antworten sind wohl als Unwissenheit oder Ahnungslosigkeit abzustempeln.
Und ich finde die Definition von Wirtschaftswachstum deshalb unvollständig, weil diese einen wichtigen Parameter ausser acht lässt - nämlich die Nachfrage (es fehlen aber auch noch andere).
Und mir scheint eben gerade dieser Parameter wurde absichtlich weggelassen, um eine übertriebene Situation darzustellen, oder einfach um die 'Wahrheit' etwas zurechtzubiegen.
Man kann also nicht nur durch Namensänderungen manipulieren, sondern auch durch VORENTHALTEN von wichtigen INFORMATIONEN (wie dies oft geschieht).
Und dies ist noch viel schlimmer als eine Namensänderung, da eine Namensänderung nur eine Beschönigung ist. Im Gegensatz dazu ist das Vorenthalten von Informationen eine Täuschung oder gar Betrug.
Da man Bank-, Pharma-, Bau- und Energiekonzerne nicht huldigen darf möchte ich wissen, welche Branche überhaupt noch 'zulässig' sind?
Zumal möchte ich Behaupten, dass so zirka die Hälfte aller Arbeitsplätze in der Schweiz mit diesen 4 (von liza aufgezählten) Branchen direkt oder indirekt verbunden sind.
UND: Jede Art von Handel (ob fair oder unfair) kennt Wachstum.
Grüsse
Mr. Pink
2008-06-25 18:54:19
Eine Antwort in dieser Art habe ich befürchtet.
Tut mir Leid Mr. Pink, es bringt nichts, dass wir weiter diskutieren. Wir sprechen eindeutig nicht die gleiche Sprache. Ich sage: Grün. Sie verstehen: Rot. Ich sage: Rücksicht. Sie verstehen: Verboten. Und Sie werden auch dieses Beispiel wahrscheinlich nicht so verstehen, wie ich es meine.
2008-06-25 18:54:19
Da Sie meine vereinfachte Darstellung von Wirtschaftswachstum kritisiert haben, gehe ich davon aus, dass Sie hier differenziertere Aussagen machen können. Ich warte immer noch auf Ihre Antwort, wie Ihre Darstellung davon aussieht, was Wirtschaftswachstum ist, wie es funktioniert und wohin es führt.
http://tinyurl.com/4ehb68
Die Welt verbessern wie jeder vernünftige Mensch? Oder sich in seiner Selbstgefälligkeit suhlen und die andern davon abbringen, die Welt verbessern zu versuchen? Danke jedenfalls für die aufschlussreiche Selbstentlarvung, Pinky.
Meinen Senf zu Deinem Quark habe ich übrigens in diesem Link deponiert.
"Liebe die Flecken, vergiss Pink." Eine Namensänderung gegen Blödsinnswachstum.
Auch wenn Toilettenpapier gratis wäre, glaube ich nicht, dass du deswegen einfach mehr aufs Klo gehen würdest.
Und auch wenn Kartoffeln gratis wären, glaube ich nicht, dass du nur noch den ganzen Tag von Kartoffeln leben würdest und gar könntest.
Deine Theorie von Angebot regelt die Nachfrage ist also bis zu einem bestimmten Grad korrekt.
Und ich stimme dir auch zu, dass es sehr viele Produkte gibt, die eigentlich nur Ramsch sind und in meinen Augen überflüssig.
Aber während einige z. B. Seife als überflüssig erachten- weil sie sich nicht gerne Waschen - finden wieder andere Seife als etwas sehr nützliches.
Wer also soll uns vorschreiben was nützlich ist und was nicht?
Hätten wir nicht die freie Wahl, würden wir in einer Diktatur leben.
Der Kommunismus hat auch mit einfachen Beschränkungen angefangen. Es ging dann über die Zensur der Medien bis hin zur Kunst und man hat sich der Gegner ganz einfach im Gulag entledigt, oder gab ihnen gleich die Kugel.
Zudem würde ich nicht gleich alle Probleme der Menschheit auf Wirtschaftswachstum abschieben. Obwohl natürlich (und das habe ich nie bestritten) das Wachstum auch Probleme mit sich bringt.
Aber ich denke damit machst du (und Wirtschaftskritiker) es dir wirklich einfach.
Egal was für Probleme die Welt hat, es ist das Wachstum... wow wie simpel einfach scheint die Welt bei euch zu funktionieren.
Gruss
Mr. Pink
weitere aktuelle Beispiele:
- "Gewinnwarnung" (ist eigentlich eine Verlustwarnung)
- Strompreis"anpassung" (bedeutet StrompreisERHÖHUNG)
- "Vereinheitlichung" der Surf-Tarife (bedeutet Abschaffung des Niedertarifs)
usw. usf.