Fragen zur Mobilität
[Version française Questions de transport]
Liebe Leserinnen und Leser
Sie haben es ja ohnehin gemerkt und deswegen gestehe ich es auch total freimütig: Ich war in den Osterferien und liess das Bloggen für ein paar Tage. Umso grösser war meine Freude, als ich in meinem Blognest einen bunten Osterstrauss von Fragen vorfand, die ich gerne beantworte:
1. Pascal Waelti trauert um einen Töffkollegen, der an Ostern im Waadtland ums Leben gekommen ist. Er wünscht sich ein paar Rennstrecken in der Schweiz, damit Töfffahrer richtiges Verhalten bei hohen Tempi üben könnten und fragt, warum der Bundesrat sich gegen den Bau von Rundstrecken stelle. Töfffahrer seien deshalb gezwungen, für ein Training ins Ausland auszuweichen.
Mir tut dieser Todesfall wirklich sehr leid. Es ist traurig, dass wir nach einem schönen Wochenende lesen müssen, wie viele Töfffahrerinnen und Töffahrer bei Unfällen verletzt oder getötet worden sind. Viele dieser Unfälle sind Selbstunfälle und es ist wirklich wichtig, dass in der Ausbildung aller Motorfahrzeuglenker das Verhalten in schwierigen Situationen trainiert wird. Dazu braucht es aber keine neuen Rennstrecken. Viele Veranstalter (Versicherungen, Fahrschulen, private Klubs) bieten in unserem Land Kurse für sicheres Fahren an, zum Teil auf besonderen Anlagen, zum Teil auf Flugplätzen oder anderen abgesperrten Pisten, wo man niemanden stört. Dort lässt sich alles trainieren, was es auf der Strasse wirklich braucht: Das sichere Handling des Motorrades, das Bremsen, das Ausweichen, die Wahl einer schnellen und gleichzeitig sicheren Kurvenlinie und das Gefühl für die eigene Schräglage. Eine Vollbremsung aus Tempo Autobahn liegt hier genau so drin wie die Gewöhnung an höhere Schräglagen, damit einem im Notfall in einer Kurve nicht plötzlich die Strasse ausgeht. Und für die Knieschleifer-Fraktion bietet der TCS sogar Kurse für sportliches Motorradtraining auf einer ehemaligen Rennstrecke in Lignières bei Neuenburg an. Informationen dazu finden Sie unter http://www.tcs.ch/main/de/home/kurse/test_training.html.
Leider hilft das alles nichts gegen die häufigen Unfälle, wo Motorradfahrer von unachtsamen Automobilisten abgeschossen werden – aber das ist eine andere Geschichte.
2. Herr Baldinger befürchtet, dass es bald soweit kommt, dass 70jährige Menschen ihren Führerausweis abgeben müssen. Ich kann Sie beruhigen. Das Alter allein ist kein Entzugsgrund. Das darf es nicht sein und ich will das auch gar nicht einführen. Ältere sind ja schliesslich nicht weniger auf das Auto angewiesen als junge. Aber: Letztes Jahr gab es über 370 Tote und über 5000 Schwerverletzte im Strassenverkehr. Das sind immer noch viel zu viele, auch wenn dank verschiedener Massnahmen die Opferzahlen in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Wir haben den Promillegrenzwert gesenkt, das trifft nicht nur ältere Lenker. Neulenker erhalten heute den Führerausweis nur noch auf Probe. Das sind vor allem die Jungen, die wenig Erfahrung haben und ihr Können oft überschätzen. Wir wissen aber auch, dass mit zunehmendem Alter bestimmte Fähigkeiten nachlassen. Das ist bei jedem Mann und bei jeder Frau wieder anders. Bei einigen ist es schon früh nicht mehr zu verantworten, an das Steuer zu sitzen, andere könne bis über 90 fahren. Kürzlich las ich von einer 110 Jahre alten Frau, die noch Auto fahre (bei mir wird das sicher nicht der Falls ein…) Weil es bei jedem wieder anders ist, brauchen heute alle Automobilisten ab 70 eine ärztliche Bestätigung ihrer Fahrtauglichkeit. Das macht der Hausarzt, und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Er kann nämlich dem Patienten, den er ja kennt, auch den richtigen Ratschlag geben. Viele geben nämlich den Ausweis freiwillig ab.
3. K. S. sieht zu viele Lastwagen auf den Strassen und fragt, warum diese nicht per Gleis durch die Schweiz befördert werden könnten. Da kann ich nur sagen: Wir sind daran. Letztes Jahr ist die Zahl der Lastwagen, die die Schweiz auf der Strasse durchquert haben, auf 1,18 Millionen gesunken, im Jahr 2000 waren es noch 1,4 Millionen. Im Gegenzug hat die Gütermenge, die per Containerzüge oder rollende Landstrasse die Schweiz durchquerte, stark zugenommen. Die Verkehrsverlagerung funktioniert.
Diese rollende Landstrasse, die Rola, transportiert ganze Lastwagen. Die Fahrer können sich im Zug ausruhen. Auf lange Sicht ist es aber besser, nur die Container auf der Schiene zu transportieren, denn die Lastwagen verlassen ja dann den Zug an der Grenze wieder und sind dann doch auf der Strasse. Für das Gewicht des transportierten Lasters kann zusätzlich Ware in Containern transportiert werden.
4. Viele Kommentatorinnen und Kommentatoren bedauern, dass fünf Milliarden Franken für den weiteren Ausbau der Schweizer Bahninfrastruktur zu wenig seien und dass das Geld erst noch falsch eingesetzt werde. Als Verkehrsminister und Bahnfahrer würde ich natürlich sehr gern viel mehr Ausbauwünsche erfüllen. Aber es ist nun einmal so, dass das Volk 1998 für die NEAT, die Bahn 2000, die Lärmbekäpfung und die Anschlüsse ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz 30,5 Milliarden Franken bewilligt haben. Der Bundesrat muss und will sich an diesen Rahmen halten. Gerade auch deshalb, weil es neben dem Verkehr noch andere wichtige Aufgaben gibt. Ob das Geld richtig eingesetzt wird, soll nun auch die Vernehmlassung über den Vorschlag des Bundesrates zeigen. Wir werden das Projekt sicher anpassen müssen, wenn wir die Ergebnisse der Vernehmlassung kennen, und dem Parlament einen verbesserten Vorschlag unterbreiten. Das Parlament kann dann immer noch anders entscheiden.
Bis zum nächsten Mal
Ihr Moritz Leuenberger
Liebe Leserinnen und Leser
Sie haben es ja ohnehin gemerkt und deswegen gestehe ich es auch total freimütig: Ich war in den Osterferien und liess das Bloggen für ein paar Tage. Umso grösser war meine Freude, als ich in meinem Blognest einen bunten Osterstrauss von Fragen vorfand, die ich gerne beantworte:
1. Pascal Waelti trauert um einen Töffkollegen, der an Ostern im Waadtland ums Leben gekommen ist. Er wünscht sich ein paar Rennstrecken in der Schweiz, damit Töfffahrer richtiges Verhalten bei hohen Tempi üben könnten und fragt, warum der Bundesrat sich gegen den Bau von Rundstrecken stelle. Töfffahrer seien deshalb gezwungen, für ein Training ins Ausland auszuweichen.
Mir tut dieser Todesfall wirklich sehr leid. Es ist traurig, dass wir nach einem schönen Wochenende lesen müssen, wie viele Töfffahrerinnen und Töffahrer bei Unfällen verletzt oder getötet worden sind. Viele dieser Unfälle sind Selbstunfälle und es ist wirklich wichtig, dass in der Ausbildung aller Motorfahrzeuglenker das Verhalten in schwierigen Situationen trainiert wird. Dazu braucht es aber keine neuen Rennstrecken. Viele Veranstalter (Versicherungen, Fahrschulen, private Klubs) bieten in unserem Land Kurse für sicheres Fahren an, zum Teil auf besonderen Anlagen, zum Teil auf Flugplätzen oder anderen abgesperrten Pisten, wo man niemanden stört. Dort lässt sich alles trainieren, was es auf der Strasse wirklich braucht: Das sichere Handling des Motorrades, das Bremsen, das Ausweichen, die Wahl einer schnellen und gleichzeitig sicheren Kurvenlinie und das Gefühl für die eigene Schräglage. Eine Vollbremsung aus Tempo Autobahn liegt hier genau so drin wie die Gewöhnung an höhere Schräglagen, damit einem im Notfall in einer Kurve nicht plötzlich die Strasse ausgeht. Und für die Knieschleifer-Fraktion bietet der TCS sogar Kurse für sportliches Motorradtraining auf einer ehemaligen Rennstrecke in Lignières bei Neuenburg an. Informationen dazu finden Sie unter http://www.tcs.ch/main/de/home/kurse/test_training.html.
Leider hilft das alles nichts gegen die häufigen Unfälle, wo Motorradfahrer von unachtsamen Automobilisten abgeschossen werden – aber das ist eine andere Geschichte.
2. Herr Baldinger befürchtet, dass es bald soweit kommt, dass 70jährige Menschen ihren Führerausweis abgeben müssen. Ich kann Sie beruhigen. Das Alter allein ist kein Entzugsgrund. Das darf es nicht sein und ich will das auch gar nicht einführen. Ältere sind ja schliesslich nicht weniger auf das Auto angewiesen als junge. Aber: Letztes Jahr gab es über 370 Tote und über 5000 Schwerverletzte im Strassenverkehr. Das sind immer noch viel zu viele, auch wenn dank verschiedener Massnahmen die Opferzahlen in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Wir haben den Promillegrenzwert gesenkt, das trifft nicht nur ältere Lenker. Neulenker erhalten heute den Führerausweis nur noch auf Probe. Das sind vor allem die Jungen, die wenig Erfahrung haben und ihr Können oft überschätzen. Wir wissen aber auch, dass mit zunehmendem Alter bestimmte Fähigkeiten nachlassen. Das ist bei jedem Mann und bei jeder Frau wieder anders. Bei einigen ist es schon früh nicht mehr zu verantworten, an das Steuer zu sitzen, andere könne bis über 90 fahren. Kürzlich las ich von einer 110 Jahre alten Frau, die noch Auto fahre (bei mir wird das sicher nicht der Falls ein…) Weil es bei jedem wieder anders ist, brauchen heute alle Automobilisten ab 70 eine ärztliche Bestätigung ihrer Fahrtauglichkeit. Das macht der Hausarzt, und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Er kann nämlich dem Patienten, den er ja kennt, auch den richtigen Ratschlag geben. Viele geben nämlich den Ausweis freiwillig ab.
3. K. S. sieht zu viele Lastwagen auf den Strassen und fragt, warum diese nicht per Gleis durch die Schweiz befördert werden könnten. Da kann ich nur sagen: Wir sind daran. Letztes Jahr ist die Zahl der Lastwagen, die die Schweiz auf der Strasse durchquert haben, auf 1,18 Millionen gesunken, im Jahr 2000 waren es noch 1,4 Millionen. Im Gegenzug hat die Gütermenge, die per Containerzüge oder rollende Landstrasse die Schweiz durchquerte, stark zugenommen. Die Verkehrsverlagerung funktioniert.
Diese rollende Landstrasse, die Rola, transportiert ganze Lastwagen. Die Fahrer können sich im Zug ausruhen. Auf lange Sicht ist es aber besser, nur die Container auf der Schiene zu transportieren, denn die Lastwagen verlassen ja dann den Zug an der Grenze wieder und sind dann doch auf der Strasse. Für das Gewicht des transportierten Lasters kann zusätzlich Ware in Containern transportiert werden.
4. Viele Kommentatorinnen und Kommentatoren bedauern, dass fünf Milliarden Franken für den weiteren Ausbau der Schweizer Bahninfrastruktur zu wenig seien und dass das Geld erst noch falsch eingesetzt werde. Als Verkehrsminister und Bahnfahrer würde ich natürlich sehr gern viel mehr Ausbauwünsche erfüllen. Aber es ist nun einmal so, dass das Volk 1998 für die NEAT, die Bahn 2000, die Lärmbekäpfung und die Anschlüsse ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz 30,5 Milliarden Franken bewilligt haben. Der Bundesrat muss und will sich an diesen Rahmen halten. Gerade auch deshalb, weil es neben dem Verkehr noch andere wichtige Aufgaben gibt. Ob das Geld richtig eingesetzt wird, soll nun auch die Vernehmlassung über den Vorschlag des Bundesrates zeigen. Wir werden das Projekt sicher anpassen müssen, wenn wir die Ergebnisse der Vernehmlassung kennen, und dem Parlament einen verbesserten Vorschlag unterbreiten. Das Parlament kann dann immer noch anders entscheiden.
Bis zum nächsten Mal
Ihr Moritz Leuenberger



27 Kommentare
http://www.akademikerzeitung.ch/
Warum bloggen Ihre Kollegen im Bundesrat eigentlich nicht? Sind die zu beschäftigt oder einfach zu abgehoben, um mit uns Leuten aus dem "einfachen" Volk zu diskutieren?
Noch eine andere Frage: schreiben Sie eigentlich alle Einträge selbst oder sitzt da ein PR-Team dahinter? Wie viel Zeit pro Woche wenden Sie eigentlich fürs Bloggen auf?
(für einen erfolgreichen blog braucht es ja kommentare, nicht?)
hut ab, herr leuenberger, ihr blog erscheint mir als sehr fortschrittlich. andere könnten sich ein vorbild nehmen an ihnen. nicht nur ein blog bieten sie, sondern auch noch ein guter blog.
b.
http://medienlese.com/
Es erstaunt mich, dass Sie sagen, mit dem System "Hausarzt kontrolliert langjährigen Patienten" auf die Fahrtauglichkeit, machen Sie gute Erfahrungen. Ich bin als Mutter von kleinen Kindern auch manchmal tagsüber mit dem Auto unterwegs (und natürlich oft zu Fuss) und treffe immer wieder auf alte FahrerInnen, die nun wirklich nicht mehr fahrtauglich sind: Das geht von Tempo 50 auf der Autobahn, über aprupte Stopps, weil der Rückspiegel offensichtlich nicht benutzt wird, bis zu wirklich gefährlichen Manövern zum Beispiel auf dem Migrosparkplatz. Meine Kinder sind schon öfter fast unters Auto gekomnen, weil die alten Leute den Kopf gar nicht mehr drehen können, um zu sehen, ob sich jemand hinter dem Auto befindet. Ich habe auch Erfahrungen gemacht mit alten Fahrern, die so schwerhörig waren, dass sie selbst lautes Rufen bei offenem Autofenster (zwei Kinder hatte der Beteffende fast überfahren und es gar nicht gemerkt) oder gar die Sirene eines Polizeifahrzeuges nicht mehr hörten.
Die Hausärzte sind doch mit langjährigen und "guten" Patienten eindeutig in einem Intressenskonflikt. Sie möchten diese mit einem Füherausweisentzug nicht verärgern oder aber der Patient fordert vom Arzt quasi einen Freundschaftsdienst. Ich bin mit der momentanen Regelung jedenfalls gar nicht einverstanden und plädiere für viel schärfere und vor allem unabhängige Kontrollen der Fahrtüchtigkeit ab dem Rentenalter. Damit würde sich die Sicherheit gerade auch der Kinder im Strassenverkehr wesentlich verbessern.
Vielen Dank und beste Grüsse,
Sandra Laufer
http://miseenplace.dyndns.ch
http://miseenplace.dyndns.org
Ein Lob zum Anfang: Ihr Blog gefällt mir wirklich ausserordentlich gut. Da ich als junge Auslandschweizerin schnell das Gefühl habe den Draht zur schweizer Politik zu verlieren, freut es mich sehr hier eine politische Diskussion zwischen Bundesrat und Volk mitzuerleben. Ich werde auf jeden Fall weiterhin ihre spannende Blogkarriere verfolgen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das Bloggen nicht einfach ist. Netterweise kontrolliert China das Internet so stark, dass ich meinen Blog meistens gar nicht aufrufen kann. Doch solche Probleme haben sie in unserer Schweiz ja nicht.
Anne-Sophie Chiarello
http://www.marcfrei.ch
Wie steht es eigentlich mit den Lichtemmissionen des neu gestalteten Bundeshauses? Da wir gerade ein Projekt im Umweltbereich durchführen, wollten wir fragen, ob wir ein Konzept schreiben dürften, da dieses Thema im moment sehr aktuell ist. Als vorreiter wäre das Bundeshaus ein guter Träger.
Besten Dank im voraus
Marc Frei
Gemäss Ihren Ausführungen scheinen Sie in einer Stadt, einem Dorf mit lauter Rentnern, die alle nicht mehr „fahrtüchtig“ sind, trotzdem Auto fahren und eine ständige Gefahr für Sie und Ihre Kinder darstellen zu leben. Sie sind mit dem heutigen System, welches vorschreibt, dass ältere Menschen ihre Fähigkeit ein Auto zu lenken durch einen Hausarzt prüfen lassen nicht einverstanden, weil Sie den Ärzten weder Sachlichkeit und Unabhängigkeit zutrauen. Ich schlage Ihnen vor, Ihre Vorurteile gegenüber Ärzten und älteren Menschen abzulegen und diesen etwas mehr zuzutrauen. Möglicherweise hat diese Menschengruppe mehr an Fachwissen, Lebenserfahrung und Fahrpraxis zu bieten als Sie? Weiter plädieren Sie für viel schärfere und unabhängige Kontrollen ab Rentenalter. Ich plädiere für viel härtere Fahrprüfungen sowie Persönlichkeitstests für junge LenkerInnen bis zum Alter Dreissig.
Mit freundlichen Grüssen
Liza
Ich muss Sandra im grossen und ganzen unterstützen. Ihre geschilderten Situationen sind mir nicht fremd. Alte Lenker sind - neben Junglenkern - die auffälligsten Verkehrsteilnehmer. Das heisst nicht, dass mehr Rentner Auto fahren als sonst eine Altersgruppe, aber sie fallen einfach mehr auf. Und im Strassenverkehr auffallen heisst meistens "negativ auffallen"; da doch die meisten Schweizer gut, kollegial und verantwortungsbewusst fahren und das Aufffallende somit eher negativ ist.
Allerdings gibt es auch Rentner die sehr gut, sogar durchaus besser als solche aus anderen Altersgruppen. Genau gleich, wie es auch Junglenker gibt, die besser fahren als die meisten mittleren Alters.
Zu den Arztkontrollen: Ich teile Sandras Bedenken. Dem Hausarzt, der seine Patienten schon seit Jahrzehnten kennt, fällt es zwangsläufig schwer seinem Patienten nahezulegen, den Führerschein abzugeben. Das hängt weniger mit inkompetenz zusammen, aber mit mitteilnahme. Dieser Arzt, ein langjähriger Freund, ist voreingenommen. Und es bricht ihm das Herz.
Du plädierst für härtere Fahrprüfungen, sowie Persönlichkeitstests für junge LenkerInnen bis 30.
Ich halte härtere Fahrprüfungen für schlecht. Zum einen sind sie bereits heute (leider nicht überall in der Schweiz; Ort mit nur einer Ampel und ohne Verkehr ist einfacher als eine Stadt MIT Verkehr...) anspruchsvoll. Ausserdem bin ich der Meinung, dass das bestehen der Fahrprüfung nicht auf dem Höhepunkt des Lehrlings absolviert werden soll: Es ist erst der Anfang einer lebenslangen Lernphase. Der Experte entscheidet während der Prüfung lediglich, ob der Fahrschüler die Schranke erreicht hat, um von nun an alleine weiter zu lernen.
Eigentlich sollte sich jeder Automobilist immer zu 100% auf die Strasse konzentrieren, doch ist das nicht immer möglich (Beziehungsproblem, Todesfall in der Familie; Lohnerhöhung, etc. Vieles ist möglich und meiner Meinung nach auch verständlich). Doch sind wir Schweizer (im Ausland war ich noch nicht so oft, daher spreche ich auch nur von uns) wie zu beginn gesagt tolerant und auch kollegial. So kanns vorkommen, dass ich einmal bremsen muss, obwohl ich Vortritt hätte, und ebenso bin ich froh, dass ein anderes mal für mich gebremst wird.
Wenn die Fahrschüler, um die Prüfung zu bestehen, besser Auto fahren können müssen als die Eltern, so verschlechtert das bloss die Stimmung. Und vorallem ist es auch für die Eltern bedenklich. Dieses Besserwerden kommt nach (NACH!) der Prüfung, je nach Ehrgeiz.
Zudem gibt es jetzt den Ausweis auf Probe, und damit verbunden sind zwei Pflichtkurse; damit wird dieses Besserwerden direkt Pflicht. Wer wieviel aus diesen Kursen mitnimmt, ist eine andere Frage.
Zu den Persönlichkeitstests:
Alle müssen zu einem Psychiater, einen Test machen? Solche Tests finde ich für zu teuer (egal wieviel sie kosten) und helfen nicht weiter. Oder sollen nurnoch 30% der Bevölkerung eine Zulassung zur Fahrprüfung erhalten? Vergiss es.
Und warum nur bis 30?
ich melde mich auch mal wieder, übrigens ganz ohne Schadenfreude über das Wahlresultat der SP im Kt. Zürich! Bei einer Stimmbeteiligung von 34% muss man ja schon bald von Zufallsresultaten sprechen! In manchen Ländern würde ein Urnengang mit einer so schlechten Beteiligung für ungültig erklärt! Die Gleichgültigkeit der Schweizer / innen gibt mir schon zu denken!!
Die Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene hat vielleicht im Transitverkehr begonnen, im Binnenverkehr aber läuft es immer noch umgekehrt. Ich kann aus meiner Branche berichten. Was da noch vor wenigen Jahren an unserem Bahnhof verladen und ausgeladen wurde ist enorm. Fast alle Ackerprodukte und eine grosse Menge Holz gingen per Bahn weg, Produktions- und Futtermittel kamen per Bahn. Zuletzt waren es noch die Zuckerrüben. Eine Wagenladung Rüben (45t) in die Fabrik zu führen kostete am Schluss Fr. 1200.-- , und das ist jetzt kein Witz!! Doch für die Bahn rentierte es angeblich auch so nicht. Die Bauern wollten den Bahntransport beibehalten. Die SBB aber schob alles mögliche ab, oder verlangte unglaubliche Preise. So „wanderten“ die Transporte ab auf die Strasse, unser Bahnhof wurde unwirtschaftlich und musste geschlossen werden. Dafür drücken schwere LKWs die nur leicht befestigten Nebenstrassen zusammen, der Gemeinde fehlt das Geld um diese zu unterhalten oder gar zu verstärken.
Die Infrastrukturen für ein Zurück auf die Schiene sind nicht mehr vorhanden, wir haben gar keine Möglichkeiten mehr unsere Güter per Bahn zu spedieren. So ist die Realität!!
Mit freundlichen Grüssen
Hp Maurer
Ich kann ja sehr gut verstehen, dass die Infrastruktur der SBB ausgebaut, das Angebot erhöht werden und die Qualität verbessert werden will.
Aber bitte... wieso ist es nicht möglich, dass ich als Kunde nur diejenigen 'Angebote' beziehen kann, die ich auch tatsächlich gebrauche? Wieso werde ich 'gezwungen' z.B. Zonenabos zu kaufen die 'Leistungen' beinhalten die ich nie nutze?
Es wäre an der Zeit, dass dieser Zustand wieder geändert wird.
Könnte durchaus auch ein Beitrag für die Entlastung von finanziel Minderbemittelten sein
Ich bin heute zum ersten mal Gast auf Ihrer Blog Site. Komplinet das Sie sich die Zeit nehmen um auf die Fragen, Anregungen, Sorgen und Nöte Ihrer Mitbürger einzugehen.
Ich muss aber feststellen, dass Sie die Frage von Pascal Waelti, zum Thema Rennstrecken in der Schweiz wohl sehr kompetent kommentiert, aber in keiner Weise beantwortet haben.
Darum wiederhole ich hier die Frage. Warum stellt sich der Bundesrat gegen den Bau von einer oder mehreren geschlossenen Rennstrecken inder Schweiz?
Ich bin Überzeugt diese Frage brennt vielen Menschen in der Schweiz unter den Nägeln. Es wäre doch schön von Ihenen Bundesrat Leuenberger eine schlüssige Antwort zu diesem Thema zu bekommen.
Ich freue mich auf Ihre Stellungnahme.
Freundliche Grüsse
http://moritzleuenberger.blogspot.com
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Sie pro einzelnen Blogeintrag viel zu viel schreiben. Um die Einträge in die Jugend Sprache zu Übersetzen benötige ich deswegen extrem viel Zeit.
Eine kurze Frage, hätten Sie Interesse an einer Linkpartnerschaft zwischen meinem und ihrem Blog? Das würde uns gegenseitig helfen völlig umweltfreundliche Besucherströme zu erschliessen. :)
Schreiben Sie mir einfach eine Mail.
http://www.bernetblog.ch
die nzz-meldung über den na ja wirklich simplen witz von herrn blocher hat mich wieder mal auf ihr blog geführt. am anfang war ich skeptisch, jetzt muss ich sagen: hut ab! mir gefällt, wie sie den dialog pflegen. und die langen beiträge gehören nun mal einfach zu ihrem stil, auch wenn sie nicht dem schulbuch-rezept für blogs entsprechen.
das entscheidende: ich habe den eindruck, sie nehmen ihre leser und den dialog ernst. und ich lese hier den "wirklichen" moritz leuenberger, kein pr-produkt oder einen ghostwriter.
dahinter steckt ein grosser aufwand. bravo.
(ps: hat mich gefreut, wie selbstironisch und unaufgeregt sie auf den witz reagiert haben.)
Ein paar Fragen auf Deine Ausführungen hin möchte ich stellen:
Hast Du Kinder, die von Rentnern beinahe überfahren worden sind? (Du schreibst, dass Dir Situationen wie Sandra Laufer sie beschreibt, nicht fremd sind.)
Kennst Du Ärzte, die aus Teilnahme oder Freundschaft Rentnern das Abgeben des Führerausweises nicht nahe gelegt haben, obwohl dies notwendig gewesen wäre aufgrund der medizinischen Daten?
Hast Du etwas dagegen, dass die Zulassung zum Autofahren für jüngere LenkerInnen genau so streng gehandhabt wird, wie jene für ältere AutolenkerInnen? (Wie sie von Sandra Laufer gefordert wird.)
Wie kommst Du auf die Zahl 30% der Bevölkerung, die zum Autofahren zugelassen würde, falls auch ein Persönlichkeitstest bestanden werden müsste?
Gruss Liza
Zu Ihrer Aussage:
Leider hilft das alles nichts gegen die häufigen Unfälle, wo Motorradfahrer von unachtsamen Automobilisten abgeschossen werden – aber das ist eine andere Geschichte.
Ich habe Sie schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass die Massnahem "Fahren mit Licht am Tag" Ihrer ehemaligen Verkehrsinitiative kontraproduktiv in Bezug auf Unfälle mit Motorfahrräder, Fahrräder und Fussgänger ist. Durch diese Massnahme wird die Sichtbarkeit dieser Verkehrsteilnehmer deutlich vermindert, was übrigens auch Ihr Amt bestätigt.
Ich selber bin gelegentlicher Motorradfahrer und als solcher immer mit Licht gefahren. Dadurch, dass nun viele Autofahrer auch mit Licht am Tag fahren, gehen die Motorradfahrer im Verkehr unter bzw. werden öfter übersehen. Dies gilt noch mehr für Radfahrer in der Stadt. Die Verkehrsstatistiken der letzten 4 Jahre bestätigen diesen Sachverhalt ebenfalls.
Ich bitte Sie, den Ratschlag "Fahren mit Licht am Tag" endlich aus ihrer Initiative zu streichen, um nicht noch mehr der schwächsten Verkehrsteilnehmer unnötig zu gefähren.
Zwei andere heissen "Lärm" und "Gestank". Ein heutiges Personenauto ist im Vergleich zu einem Motorrad geradezu flüsterleise und praktisch geruchlos. Ich gönne jedem seinen Spass, aber in der Masse - und eine Masse ist es - sind die Töfffahrer eine Landplage.
Vielleicht kann mir jemand - gerne auch der Verkehrsminister himself - die Frage beantworten, warum ein reines Vergnügungsgerät punkto Immissionen so viel mehr Toleranz geniesst als echte Transportmittel?
Kaum machen die Augen nicht mehr mit, dann ist es kein Problem, nicht mehr aufs Auto angewiesen zu sein.
Oder gibts bald Subventionen für fahruntüchtige Rentner, damit sie sich einen Privatchauffeur leisten können?
Von wegen Ruhestand. Für die meisten ist das nur noch staatlich finanzierte Freizeit. (Meist durch Familien, die dann unterstützt werden (Krippen, Tagesschulen etc.), damit sie mit ihren Lohnabzügen den AHV-Rentnern das Auto subventionieren können)
Alle die ihr Einkommen ohne Arbeit vom Staat beziehen, sollen ein Grundeinkommen erhalten, das für alle gleich hoch ist.
Wie sozial ist ein Land, das Unterschiede macht unter den Sozialversicherungsabhängigen?
Pseudosozis!!!!
Ich kann mich nur dem Kommentar von E. Ryant anschliessen. Ich bin nämlich in der ähnlichen Situation.
Bei mir ist es sogar so, dass ich von 2004 bis 2006 ein 125ccm Motorrad gefahren bin und als ich auf eine grosse Maschine umsteigen wollte, musste ich feststellen, dass das nach dem neuen Gesetz nicht mehr möglich ist und dass ich zuerst noch 2 Jahre A- fahren muss.
Nun fahre ich seit April 06 eine "beschränkte" Maschine, besitze aber die Prüfung erst seit Oktober 06. Da ich aus finanziellen Gründen ende Sommer 07 meine Maschine verkaufen musste muss ich mir jetzt nur für diesen Sommer nochmals eine "beschränkte" Maschine zutun und dies ist für wenig Geld nicht möglich, denn die Motorräder sind nicht nach diesem Gesetz gebaut, das heisst entweder man fährt eine 125er oder man muss viel Geld hinblättern um eine Maschine zu drosseln (denn man darf ja erst ab Jg. 2000 drosseln!).
Ich finde es macht einfach keinen Sinn, dass obwohl ich schon 5 Jahre Motorrad fahre, immer noch nicht eine offene Maschine fahren darf und nur weil jemand schon 25 Jahre alt ist, kann er sich sofort zum Beispiel eine Ducati 998 mit 150ps zutun, obwohl er noch nie auf einem Motorrad gesessen hat!! Da müssen Sie sich nicht fragen wieso das durchschnitts alter bei vielen Motorrad Unfällen zwischen 30 und 40 liegt!!
Mit freundlichen Grüssen
Giuseppe Eggimann
http://truckonline.de/blog
alle Achtung für Ihr Engagement in Sachen RoLa. Nur die Aussage "die Fahrer können sich im Zug ausruhen" ist mehr als weltfremd.
Die Wahrheit ist: Der Fahrer hat zwar 9 oder 10 Stunden Pause, ist aber alles andere als ausgeruht. Es ist laut, die Temperatur in den Abteilen lässt sich nicht einstellen, von der Sauberkeit ganz zu schweigen.
Es wäre schön, wenn sich Poliziker öfters persönlich von Sachen überzeugen, über die Sie berichten oder berichten wollen.
Da dies nicht so ist, wirken viele (oder alle?) Politiker unglaubwürdig.
Bei der Schwerverkehrsabgabe hat das Stimmvolk, der Souverän, also die höchst Instanz unseres Landes eine Lenkungsabgabe (nicht nur Kostendeckungsabgabe) für den Schwerverkehr zugestimmt.
Wie können unsere Verwaltungsrichter den Volkswillen verdrehen und nur eine Kostendeckungsabgabe als rechtens bestimmen.
Das Bundesgericht müsste eigentlich nach dem Volkswillen entscheiden und der Erhöhung der Lenkungsabgabe zustimmen, weil wir diese so beschlossen und auch der EU damals so kommuniziert haben.
Bitte Herr Bundesrat, wenn ich auch nicht immer Ihrer Meinung bin, so wäre ich froh wenn Sie dem damaligen Volksentscheid zur Durchführung verhelfen würden. Richter wären eigentlich dem Volkswillen verpflichtet.
Mit freundlichen Grüssen
Urs Baumgartner
Vous avez énormément fait pour les transports publics durant vos années au C.F. Plus spécialement pour les CFF et également pour les chemins de fer privés. Malheureusement, vous avez oublié un secteur très touristique et j'ose espérer que vous aurez le temps de faire le nécessaire avant votre départ à la retraite.
Il s'agit des magnifiques bateaux à vapeur sur le lac Léman. C'est très gentil de votre part d'avoir donné 20 ou 30 millions par exemple pour les chemin de fer des Rochers de Naye.
Mais touristiquement parlant, les bateaux à vapeur du Léman transportent plus de touristes et en plus sont mondialement reconnus.
Je parle du lac Léman mais certainement que ceux du Tessin, du lac de Thoune et Brienz ou encore des 3 lacs (Neuchâtel,Bienne,Morat) doivent se trouver dans la même situation et sans aucune aide solide et durable.
Il est primordial de trouver une solution financière à long terme pour financer d'une part la réparation et l'entretien mais également l'exploitation à long terme de ce patrimoine unique au monde.
En vous remerciant d'avance de bien vouloir tenir compte de ma démarche et de faire le nécessaire avant votre départ.
Mit freundlichen Grüssen
Pierre-Alain Griesser
http://www.swiss-webkatalog.ch
Mein Input:
Anstatt den Verkehrsteilnehmer immer mehr mit Strafen zu drohen, finde ich den präventiven Ansatz besser. Man müsste die Verkehrsteilnehmer durch die Medien mehr auf die Schicksale von Verkehrsunglücke aufmerksam machen, als es einfach als ein gewöhnlicher Zwischenfall darzustellen. Den der Verkehrsteilnehmer soll Rücksicht nicht aus Angst einer Strafe, sondern aus Wissen über seine Verantwortung an den Tag legen.
Mit freundlichen Grüssen