[Version française Essayer une voiture hybride?]

Bitte um Beratung


Gegenwärtig werde ich überhäuft mit Anfragen von Automobilfirmen, die mich bitten, ihre Hybrid-, bezw. Bioethonal-, bzw. Wasserstofffahrzeuge zu testen und darüber öffentlich Bericht zu erstatten. Die Bitte geht an alle Mitglieder des Bundesrates und einer oder eine wird wohl dann als erste oder erster in die Annalen umweltfreundlicher Automobilmagistraten eingehen. Abgesehen davon, dass ich schon oft Hybridfahrzeuge gefahren bin, wenn ich ein Auto mietete, zum Beispiel, und durchaus bestätigen kann, dass sie in Sachen Komfort, Geschwindigkeit, Anzug etc. einem Benzin- oder Dieselauto in nichts nachstehen, zweifle ich, ob ich bei einer solchen Aktion, die ja nicht nur für umweltfreundliches Fahren, sondern auch für eine bestimmte Marke, wirbt, mitmachen soll.

Ich habe mein Automobil erworben, als die Diskussion um umweltfreundliche Fahrzeuge und deren Technologie noch nicht so aktuell war, wie jetzt. Es steht aber hauptsächlich in der Garage und ich benutze den Zug. Das ist keine Heldentat, denn ich wohne in Zürich und arbeite in Bern. Bessere Zugsverbindungen gibt es wohl kaum. Mit einem öffentlichen Test, so finde ich, erliege ich auch etwas einem Modetrend, einem sinnvollen zwar, aber ich mache mich eben doch zum willigen Werbevehikel für eine oder mehrere Firmen, die ihre Produkte so besser verkaufen wollen.

Die eigentlich wichtige Aufgabe eines Bundesrates, so scheint mir, ist doch, die allgemeinen Voraussetzungen zu schaffen, damit weniger CO2 ausgestossen wird. Daher haben wir ja den Klimarappen und die CO2 Abgabe erarbeitet. Wie mühsam und langwierig das war, habe ich geschildert (vgl. meinen Beitrag: „Ein Ziel zu nennen ist nicht schwer, es umzusetzen jedoch sehr“). Mit einer solchen öffentlichen Testfahrt wird ein politisches Problem auch personalisiert und damit wird von der wirklichen Aufgabe abgelenkt.

Deswegen möchte ich lieber von solchen öffentlichen Tests absehen. Auf der anderen Seite verdienen die Verbesserungsbemühungen der Industrie um umweltfreundlichere Individualmobilität durchaus Unterstützung.

Was tun?

Fragt

Moritz Leuenberger