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<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>Moritz Leuenberger</big><br/>Notizen zu Politik und Gesellschaft<br/></p><p><small>13.7.2008,&#xA0;19:33</small><br/><b><a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/diverses/ich-bin-das-sommerloch.html">Ich bin das Sommerloch</a></b></p><p>[Version fran&#xE7;aise: <a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/exturl/http/moritzleuenberger.blueblog.ch/static/le-creux-de-lete-cest-moi">Le creux de l'&#xE9;t&#xE9;, c'est moi</a>]<br/>
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[<a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/exturl/http/moritzleuenberger.blueblog.ch/files/images/2008/7/mob86_1215970672.jpg">bild</a>]<br/>
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Bild: Ein fiktives nichtrotierendes Schwarzes Loch<br/>
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K&#xFC;rzlich, w&#xE4;hrend der Schulreise des Bundesrates, ergab sich eine kleine Unterhaltung mit einem Journalisten, wobei ich mich nicht mehr genau an jedes Wort erinnern kann, weshalb vielleicht die eine oder andere Passage nicht unbedingt dem realen Gespr&#xE4;ch entspricht&#x2026;<br/>
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- Sie haben ja auff&#xE4;llig abgenommen.<br/>
- Stimmt 53. Das finde ich aber nicht so schlimm.<br/>
- Was nur noch 53? Das ist ja wirklich beunruhigend.<br/>
- Ach was. Ein Kollege im Bundesrat ist bei 36 und k&#xFC;mmert sich nicht darum. Recht hat er.<br/>
- 36? Selbst Widmer Schlumpf ist viel mehr.<br/>
- Ja, sie ist etwa bei 73, also weit vor mir. Nein, ich meine Couchepin, er ist immer etwa bei 36.<br/>
- Widmer Schlumpf ist doch niemals bei 73. Und Couchepin, der ist doch sicher &#xFC;ber achtzig!<br/>
- Die Umfrage zeigt aber was anderes.<br/>
- Umfrage? Ach, Sie sprechen von der Beliebtheitsumfrage der Bundesr&#xE4;te. Ich meine doch nicht die; die stimmt ja sowieso nicht. Die hat ja nicht unsere Zeitung durchgef&#xFC;hrt. Ich meine nat&#xFC;rlich Ihr K&#xF6;rpergewicht.<br/>
- Mein K&#xF6;rpergewicht? Was spielt denn das K&#xF6;rpergewicht f&#xFC;r eine Rolle? Ist ja wohl kaum Indiz f&#xFC;r das politische Gewicht. Wir leben doch nicht im Tierreich.<br/>
- Mehr als Sie glauben. Warum sagen denn einige immer wieder, Sie wirken m&#xFC;de? Weil Sie abgenommen haben! Das macht n&#xE4;mlich einen schwachen Eindruck und deswegen wagt der Blick, von Ihrem R&#xFC;cktritt zu titeln&#x2026;.<br/>
- &#x2026;von dem dann im Artikel selber gar nicht die Rede ist.<br/>
- Aber was bleibt, ist der Titel. Durch ihn f&#xFC;hlte sich die NZZ am Sonntag wiederum ermutigt und er&#xF6;ffnete die Sommerjagd. So leicht wird man zum Freiwild.<br/>
- Ach, das sind doch nur h&#xF6;chstpers&#xF6;nliche Abrechnungen von direkt Betroffenen, das merkt doch jeder.<br/>
- Dennoch, glauben Sie mir: Fortsetzung folgt. Wir stehen am Anfang des Sommerloches. Da gibt es immer ein Gerangel, wer in diesem gross rauskommt. Parteipr&#xE4;sidenten, Lobbyisten, Hinterb&#xE4;nkler werfen uns Journalisten die n&#xF6;tigen K&#xF6;der zu und wir k&#xF6;nnen bequem w&#xE4;hlen: Etwas Privates aus der Vergangenheit des Armee Chefs? Das EDA und Kolumbien? Oder R&#xFC;cktritte aus dem Bundesrat? Die sind besonders attraktiv. Ausser Doris Leuthard kommen eigentlich alle in Frage. Ich gratuliere Ihnen. Sie haben es als Erster geschafft.<br/>
- Ja, so gesehen kann ich wirklich stolz sein. Ich bin das Sommerloch. Ich frag mich allerdings dennoch, warum gerade ich das geschafft habe.<br/>
- Sag ich&#x2019;s doch: Weil Sie abgenommen haben!<br/>
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Bis bald (vielleicht sogar noch im Sommerloch)<br/>
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Moritz Leuenberger<br/>
<br/>&#xA0;</p><p><small><a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/diverses/ich-bin-das-sommerloch.html">Kommentare</a>&#xA0;(184)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/diverses">Diverses</a><br/></small></p><p><a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/p85.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
	   	 &#xA0;|&#xA0;
	   	 <a href="http://www.moritzleuenberger.net/mobile/p83.html">weiter &#xBB;</a></p><p align="center"><br/>- KOMMENTARE -</p><p><b>Thomas Urseler</b><br/>14.07.2008, 08:41<br/>Danke Herr Bundesrat,<br/>
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f&#xFC;r dieses Abbild des Faszinosums, welches den Weg aus der theoretischen Astrophysik in popul&#xE4;rwissenschaftliche Bl&#xE4;tter und schlussendlich sogar in den Volksmund geschafft hat.<br/>
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Ich will an dieser Stelle noch ein anderes Beipiel, komplett verzerrter, verdrehter und verinterpretierter Wissenschaft nennen:<br/>
"Ist doch alles relativ!", h&#xF6;re ich heute in beinahe jedem Zusammenhang. Obwohl die meisten sehr wenig oder gar keine Ahnung haben, woher der Ausspruch eigentlich kommt und in welchem Zusammenhang er Sinn macht (und in welchem eben nicht!).<br/>
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Dennoch - Ihr Blog sagt mir sehr zu und ich geniesse es, daran teilnehmen zu k&#xF6;nnen, mich mit anderen hier auszutauschen und zu "k&#xE4;ren".<br/>
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Weiter so Herr Bundesrat!!!<br/><br/><b>Thomas Urseler</b><br/>14.07.2008, 10:39<br/>Das Thema weiterziehend, will ich hier auf den letzten Beitrag von Wachstumskritiker eingehen.<br/>
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"Was passiert eigentlich mit der als extrem klein dargestellten Wahrscheinlichkeit schwerer Unf&#xE4;lle, die noch nie eingetreten sind, wenn mal einer eintritt? Steigt die Wahrscheinlichkeit f&#xFC;r weitere solche Unf&#xE4;lle, weil man sich offenbar verspekuliert hat, oder sinkt sie, weil ja nun das Ereignis, das nur alle Million Jahre 1x vorkommen "darf", schon vor&#xFC;ber ist...?<br/>
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Eine SEHR gute Frage! Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihre Anwendung in der Versicherungsmathematik setzen immer statistisches Verhalten voraus. Das heisst, bevor ich anfange, Wahrscheinlichkeiten auszurechnen, setze ich voraus, dass das, was ich berechnen will kein "Ausreisser" ist. z.B. W&#xFC;rfle ich und will die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der ich 3 mal eine "6" hintereinander w&#xFC;rfle. Kein Problem f&#xFC;r jeden Mathematiker oder Naturwissenschafter, Ingenieur usw... Wichtig dabei ist, dass ich wortlos vorausgesetzt habe, dass es sich um einen "braven" W&#xFC;rfel handelt, einen W&#xFC;rfel, der z.B. keine "7" hat und dass alle Zahlen mit einer bekannten Wahrscheinlichkeit auftreten.<br/>
Um die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens zu messen, braucht es eine Statistik. Eine Statistik kann ich NUR dann erstellen, wenn ich eine GROSSE Anzahl Ereignisse betrachte. Zur&#xFC;ck zu unserem Beispiel: Ich halte einen unbekannten "komisch geformten" W&#xFC;rfel in der Hand. Kein normaler sechseiter W&#xFC;rfel! Nun beginne ich zu w&#xFC;rfeln. Solange ich nicht genau weiss, wie der W&#xFC;rfel beschaffen ist, ODER ich ihn gen&#xFC;gend oft geworfen habe, KANN ich nicht vorhersagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Gewisse Zahl beim n&#xE4;chsten Wurf auftritt.<br/>
Das ist ganz wichtig, wenn wir &#xFC;ber Wahrscheinlichkeiten sprechen. Wahrscheinlichkeitstheorie ist a priori an eine grosse Anzahl von Beobachtungen gekn&#xFC;pft oder an eine wohldefinierte Wahrscheinlichkeit (gleichm&#xE4;ssiger sechsseitiger W&#xFC;rfel...).<br/>
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Und hier zeigt sich ganz genau, dass es keinen Sinn macht, eine Wahrscheinlichkeit anzugeben f&#xFC;r Ereignisse, die nur selten oder noch gar nie aufgetreten sind. Es gibt schlicht keine Statistik, welche deren Auftretenswahrscheinlichkeit beschreibt.<br/>
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Zwei krasse Gegenbeispiele: Autounfall, atomarer Supergau.<br/>
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Der Autounfall l&#xE4;sst sich statistisch sehr gut erfassen, da sehr, sehr viele davon auftreten und sich damit eine verl&#xE4;ssliche und genaue Statistik und Auftretenswarhscheinlichkeit erstellen l&#xE4;sst. Beim atomaren Supergau hingegen, sieht das ganz anders aus. Gerade mal eine Handvoll Unf&#xE4;lle sind bisher geschehen. Zum Gl&#xFC;ck erst ein Supergau. Damit l&#xE4;sst sich weder Statistik betreiben, noch Auftretenswarhscheinlichkeit bestimmen.<br/>
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Das ist auch der Grund, weshalb die Aussagen &#xFC;ber die Betriebssicherheit soweit auseinandergehen, welche ja direkt an die Unfallwahrscheinlichkeit gekoppelt ist.<br/>
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Noch bizarrer wirds, wenn man Unfallwahrscheinlichkeiten f&#xFC;r Anlagen spezifizieren will, die noch gar nicht gebaut sind! Sich also noch in Planung befinden und von denen noch KEINE grosse Anzahl vorhanden ist oder versagt hat.<br/>
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Unterm Strich muss man wohl oder &#xFC;bel zugeben, dass wir schlicht und einfach nicht WISSEN, wie wahrscheinlich ein zweiter Supergau ist. Egal welches Reaktorkonzept.<br/>
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Deshalb: F&#xFC;r all jene, die voller Stolz behaupten, dass die neuen Reaktoren viel, viel sicherer sind als die alten. 0.00000001% Supergau-Wahrscheinlichkeit usw. Bl&#xF6;dsinn.<br/>
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Das einzige, was wir mit Sicherheit wissen ist, DASS es passiert und WAS dabei passieren kann. Mehr nicht - leider.<br/><br/><b>Artio</b><br/>14.07.2008, 11:39<br/>Hier wird offenbar auch indirekt Bezug genommen auf den NZZ-Artikel von gestern (Der Pelz ist d&#xFC;nn geworden, von Francesco Benini, Seite 23). Wenn man Seite 22 einbezieht (SVP-Inserat), ergibt es eine witzige Bilderkombination: Herr Leuenberger macht (unbemerkt) eine freche Faxe zu "Totengr&#xE4;ber im Bundeshaus?"<br/><br/><b>Artio</b><br/>14.07.2008, 12:41<br/>P.S.: Im NZZ-Artikel wird ausgerechnet Gabi Huber zitiert, ob korrekt oder nicht, weiss ich nicht, kenne sie nicht, aber die paar Medienauftritte, die ich noch in Erinnerung habe von ihr, die hatten nicht gerade viel mit Feuer und Lebensfreude zu tun, so zum Beispiel jener nach der Abwahl Blochers in einer Sendung von "Classe Politique". Vielleicht m&#xFC;sste ich solche Sequenzen nochmals anschauen k&#xF6;nnen, im jeweiligen Kontext, um meine Erinnerung und Wahrnehmung zu &#xFC;berpr&#xFC;fen, Frau Huber wirkte (zumindest auf mich!) sehr blass, steif und quasi emotionslos, von Leidenschaft und Begeisterung keine Spur, weder in Richtung Leiden noch Freude. Fremd- und Selbstwahrnehmung m&#xF6;gen halt wohl nicht stets kongruent sein.
<br/><br/><b>Granti Furri</b><br/>14.07.2008, 17:03<br/>Wie recht sie da haben, Herr Leuenberger! Den Medien ist ja heutzutage alles Recht um die Verkaufszahlen zu steigern. Da ist jeder Skandal oder jede Spekulation willkommen. Die Macht der Medien ist eine nicht zu untersch&#xE4;tzende Kraft in unserer Zeit, und die Informationsflut hat nicht nur angenehme Seiten. Es ist sicher positiv, dass durch die vielen Gratis-Zeitungen Nachrichten f&#xFC;r alle zug&#xE4;nglich und erschwinglich sind. Daf&#xFC;r ist die Qualit&#xE4;t stark gesunken, in 20 Min.&#38; Co. gibt es ja keine Hintergrund Informationen mehr, sondern nur noch Schlagzeilen, die Kasse machen sollen. Wegen der Medien will heute auch jeder Jugendliche ein Star sein, egal wie, egal um welchen Preis. Tja, bei dieser Informationsflut da gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen, denn qualitativ hochstehende Zeitungen gibt es leider immer noch nicht gratis. Wieso machen die Journalisten w&#xE4;hrend des Sommerloches nicht auch mal eine Pause? Anstatt Berichte zu schreiben, die keinen interessieren, k&#xF6;nnten die Verleger die Zeitungen im Sommer ruhig ein bisschen schlanker gestalten.<br/><br/></p><p>1-5&#xA0;/&#xA0;
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