Zum Tod von Mike van Audenhove
[Version française: Hommage à Mike van Audenhove]

Donnerstag las ich Zeitung anders: Schnell klaubte ich den Züri-Tipp aus dem Tagi und suchte sofort den Comic. Ich genoss die Zeichnungen von Mike langsam und ausführlich, gab mir Mühe, nicht auf das Ende zu schielen, um die Pointe so lange als möglich hinauszuschieben. Wie oft habe ich dann die Seite herausgerissen, sie anderen gezeigt und die Freude mit ihnen geteilt. Wie oft habe ich den Witz adoptiert und weitererzählt:

Donnerstag las ich Zeitung anders: Schnell klaubte ich den Züri-Tipp aus dem Tagi und suchte sofort den Comic. Ich genoss die Zeichnungen von Mike langsam und ausführlich, gab mir Mühe, nicht auf das Ende zu schielen, um die Pointe so lange als möglich hinauszuschieben. Wie oft habe ich dann die Seite herausgerissen, sie anderen gezeigt und die Freude mit ihnen geteilt. Wie oft habe ich den Witz adoptiert und weitererzählt:
- Zwei Leute, die intensiv am Handy quatschen, und sich später, als sie sich gegenüberstehen, nichts mehr zu sagen wissen.
- Der Afrikaner, der auf dem Bahnperron die Welt nicht mehr versteht, weil sich alle über eine Zugsverspätung von drei Minuten grün und blau ärgern.
- Wie oft habe ich mich auch selber erkannt, noch letzte Woche in jener Frau, die krampfhaft nach einem entfallenen Namen sucht, der bei ihr dann viel später plötzlich wie ein Komet einschlägt.
Derart liebevoll liess ich mich gerne karikieren. Mike hat uns als eine Zürcher Familie gezeigt, die sich jede Woche wieder erkannte und sich gegenseitig immer wieder lieb gewann, wie Mike uns alle gerne hatte.
Donnerstag lese ich die Zeitung künftig anders: Wehmütig werde ich Mike und seine Comics vermissen.
Moritz Leuenberger



7 Kommentare
http://hirnentleerung.blogspot.com/
Lieber Mike van Audenhove, leb wohl und danke für Deine Kreativität. Danke für all die Lacher, die Du uns beschert hast.
Oh je...
Tut mir auf jeden Fall leid.
Der Mann war ja nun noch gar nicht alt.
Ich hoffe, er hatte ein schönes und erfülltes Leben.
R.I.P.
Gruss
I. Gärtner
Gut, dass Sie sich dem fast unerträglich gewordenen negativen Newsflow der letzten Monate und der täglich sich negativ überschlagender Kommentare für einmal entziehen. Man kann tatsächlich krank werden, wenn man sich all dem Negativen täglich aussetzt und hingibt, ohne Grenzen zu ziehen. Auch all die heuchlerischen Kommentare und die nachträgliche Besserwisserei zur Ermordung Jugendlicher bis zu einem erneuten Nachahmer-Amoklauf eines Teenagers nerven. Das ist nun mal unsere Gesellschaft, das ist das Resultat der Verhöhnung von Werten und Ethik bis in oberste Kreise, des Wahnsinnstempos der digitalen Welt, der Vereinsamung und Individualisierung etc. Wenn Eltern ihre minderjährigen Kinder ungerügt tagein-tagaus Gewaltgames auf dem Computer spielen lassen und das Internet für Minderjährige unbeaufsichtigt freigeben, dann sind diese zu bestrafen! Wenn in jedem Kasten im Schlafzimmer eine Armeewaffe rumsteht, dann muss man sich nicht wundern, wenn in schweren Zeiten Gewaltverbrechen wie Famieliendramen und Amokläufe zunehmen!
http://struppi
Danke Herr Bundesrat, dass Sie trotz Wirtschaftskriese , Bankenspektakel usw... sich Zeit nehmen einem wunderbaren Zürichkenner einem Menschen der uns immer wieder überraschte und uns das eigene Spiegelbild zeigte auf eine liebenswerte aber bestimmte Art.Ja, lieber Mike wir vermissen DICH sehr, unsere innere Stimme ist verstummt ja gesch0ckt.Aber wir danken dir für die wunderbare Zeit, die wir mit dir verbingen durften, leb wohl lieber Mike.
Ihnen Herr Leuenberger danken wir, dass auch Sie die Feinheiten des Daseins nicht übersehen.
Auch ich werde Mike am Donnerstagmorgen vermissen.
http://bonz.ch
http://www.billig-reise.ch/