[Version française Divertissement à la télévision]


Sehr geehrte BloggerInnen, BesucherInnen und KommentatorInnen

Immer noch kämpfe ich etwas mit der Gestaltung meines Blogs. Ich möchte ja gerne auf die vielen einzelnen Fragen antworten. Doch wenn ich das tue, gerät mein Beitrag zu einem einzigen Sammelsurium von Antworten. Ich überlege mir also eine eigene Rubrik, in der ich nur auf Fragen antworte und daneben würde ich dann jeweils meine neuen Beiträge entwerfen. Diese Antwortrubrik sollte demnächst aufgeschaltet werden.

Innerhalb einer einzigen Woche musste ich mich dreimal über die Qualität von Fernsehsendungen äussern, letzten Donnerstag in Luzern, sonntags in Lugano und am Dienstag in Bern. Alle drei Reden sind auf meiner homepage aufgeschaltet.

So zappe ich jetzt einmal von der globalen Erwärmung weg zu den neuen Unterhaltungssendungen des Schweizer Fernsehens:

In den letzten Wochen hat das Schweizer Fernsehen fünf neue Sendungen lanciert. In den Medien werden sie nach Strich und Faden zerrissen: Das neue Wissensmagazin „Einstein“ bringe zu kurze Beiträge, „Baschi national“ interessiere nur die Jungen, das Nachfolgemagazin von „Quer“ sei zu wenig quer, und überhaupt: Die Einschaltquoten der neuen Sendungen seien miserabel.

Sicher ist die Quote nicht das einzige und wichtigste Qualitätsmerkmal. Eine grosse Anzahl von Zuschauern bedeutet doch noch lange nicht, dass die Sendung auch gut ist. Sonst wäre der McDonald’s ja das beste Restaurant. Ich glaube, ein Programm, das ständig nur „ankommen“ und nie anecken will, läuft sich tot. Braucht es nicht auch neue Programme, eben vielleicht solche, die dann scheitern? Nur so können doch Sendungen entstehen, über die auch diskutiert und gestritten wird.

Wir sind ja auf Diskussionen und Auseinandersetzungen angewiesen, damit wir uns weiter entwickeln können. Und zu dieser Diskussion muss das Fernsehen auch beitragen. Natürlich nicht nur mit trockenen Informationssendungen, sondern auch mit unterhaltenden Sendungen wie es die neuen Produkte vor allem sind. Nichts gegen Unterhaltung. Wie Märchen werfen auch Soaps und Sitcoms Fragen auf, die unser Zusammenleben berühren: Liebe und Hass, Treue und Verrat, Feigheit und Mut etc. Und wie die Märchen können auch „Music Star“ oder „Deal or no Deal“ nicht nur Glücksgefühle auslösen, sondern auch zu Widerstand ermuntern. Die Zuschauer und Zuschauerinnen sind ja nicht Marionetten, sie haben eine eigene Meinung und verarbeiten die Sendungen kreativ und manchmal unberechenbar.

Fernsehen ist ein emotionales Medium und alle Sendungen wecken unsere Emotionen. Ich merke immer, wie hoch diese sind an den Diskussionen am Stammtisch - oder im Blog.

Bis bald

Moritz Leuenberger