Im mainstream der Raserdebatte

Meine öffentlich geäusserten Gedanken zu den Rasern konfrontieren mich mit einem ganz anderen Phänomen. Ich erlebe plastisch, wie mediale Straffung und Zuspitzung den ursprünglichen Inhalt allmählich verändern kann und wie ein zunächst differenzierter und eigenständiger Gedankengang einen Drall erhält, so dass er zunächst im mainstream der öffentlichen Meinungen mitschwimmt und schliesslich in den Strudel der Mehrheitsmeinung gezogen wird.
Es begann mit den drei vorherigen Beiträgen im Blog. Sie wurden von insgesamt gegen zweihundert Kommentaren diskutiert und in verschiedenen Medien aufgenommen. Die SonntagsZeitung fragte mich schliesslich nach einem grundsätzlicheren Interview. Das Gespräch mit den beiden Journalisten verlief für mich anregend; ich schätze es, in einem Interview nicht nur ein Frage- und Antwortspiel abzuspulen, sondern zu diskutieren und dabei angeregt zu werden.
- Nach einem solchen, etwas längeren Gespräch ist es allerdings nichts als natürlich, wenn die schriftliche Fassung gerafft werden muss und vieles vom Gesagten nicht mehr erscheinen kann. Dennoch bin ich mit dem veröffentlichten Text des Interviews zufrieden, denn ich vermochte meine Skepsis gegenüber härteren Strafen darzulegen und auf das weite Spektrum der in via sicura geplanten Massnahmen Gewicht zu legen. Deshalb verweise ich an dieser Stelle ganz gerne auf das Interview: „Die Justiz zeigt merkwürdige Beisshemmungen“.
- Sehr viel zugespitzter erschien allerdings der Anriss auf der Titelseite. Da war nur von Justizkritik und höheren Strafen, die ich fordere, die Rede. Auch das scheint mir aber hinnehmbar, denn schliesslich konnte ja jedermann einige Seiten weiter hinten das Interview ausführlich lesen.
- Mit diesem hatte dann aber der Aushang der Zeitung gar nichts mehr zu tun, denn auf diesem prangte an allen Verkaufsstellen in der Schweiz die Ankündigung, welche ich nun wirklich nicht gemacht habe, nämlich: „LEUENBERGER: TODESRASER SOFORT INS GEFÄNGNIS!“
- Darauf meldete sich die Schweizer Tagesschau und wollte ein Interview zu meiner Forderung nach höheren Strafen und zu der Justizkritik. Ich handelte die Bedingung aus, dass auch meine grundsätzlichen Gedanken zum Zuge kämen. Obwohl das garantiert wurde, wurden die Aufnahmen dann doch wieder sehr justizkritiklastig zurechtgeschnitten, so dass
- am nächsten Tag in den Zeitung zu lesen war, ich unterstütze die Initiative von roadcross (was ich nie gesagt habe) und ich hätte die Verwahrung von Rasern gefordert.
- Das wiederum hat nun zur Folge, dass ich Zustimmung von jenen Kreisen bekomme, denen ich im ursprünglichen Interview just erklärt habe, dass höhere Strafen zwar für den moralischen Stellenwert eines Verbrechens ihre Berechtigung hätten, aber für die ursächliche Verhinderung von Verbrechen nur bedingt taugen würden.
So wurden meine Aussagen durch stete Zuspitzungen und Interpretationen in den mainstream der gängigen Forderung nach härteren Strafen abgedrängt und die Kritik lässt natürlich auch nicht auf sich warten: Ich kann einer Überschrift im Landboten gar nicht böse sein, der mir mit dem Titel „Ich bin auch ein Christoph Blocher“ Populismus vorwirft.
Ich konnte beobachten, wie alle Mitbeteiligten selber von der Notwendigkeit höherer Strafen überzeugt waren und ihre eigene Meinung wohlwollend durch meine Meinung untermauern wollten. Ich schildere dies auch deshalb alles ohne jeden Vorwurf (ausser vielleicht den einen an mich selber, dass ich dem Zeitungsinterview nicht noch ein elektronisches hätte folgen lassen sollen, denn das musste notwendigerweise zu einer Verkürzung führen). Ich will an dieser beispielhaften Erfahrung nur darlegen, wie sich eine ursprüngliche Botschaft durch viele Spindoctors und subjektive Interpretationen zu einer neuen verformen kann und dass auch ich in meinem Amt nicht davon verschont bleibe. Ich hoffe deshalb doch sehr, dass dieser Beitrag nicht seinerseits einen Drall verpasst erhält und am Schluss als Medienschelte kommentiert wird.
Bis bald
Moritz Leuenberger



35 Kommentare
Jetzt krebsen Sie wieder zurück und kommen mit der üblichen "Weichspühler" Mentalität: Habe ich ja nicht so gesagt, habe ich ja nicht so gewollt.
Dann bringen Sie bitte auch nicht solch unwirkliche Forderungen an die Öffentlichkeit. Ihre Forderungen betreffend Rasern entbehren jeglicher Realität! Zudem haben Sie weit über das Ziel hinausgeschossen. Wer in einem Wespennest stochert muss sich nicht wundern wenn es auf einmal losgeht!
Vergessen Sie nicht, dass weit mehr als die hälfte der Befölkerung mehr oder weniger regelmässig mit dem Auto fährt. Sie wollen doch nicht all diese Leute mit Ihren überzogenen Massnahmen kriminalisieren?
Gute Besserung und viel Freude mit Ueli Maurer im Kollegium
Der Löwe ist losgelassen!
Ihr Rechter
Nach Ihrem neuen Posting muss ich wieder einmal sagen, dass mir Politiker manchmal auch etwas leid tun, dass sie sich neben dem Tagesgeschäft auch noch mit solchem Müll auseinandersetzen müssen.
Viel Kraft und Durchhaltewillen! (Gerade für die kommenden vier Jahre)
Gruss
I. Gärtner
Dieser Drall oder spin, der durch Vereinfachungen, verfälschende Kürzung, auch selektiver Wahrnehmung der Journalisten selbst, das ursprünglich Gesagte völlig entfremdet erscheinen lässt, führt dazu, dass ich persönlich die Medien nicht mehr ernst nehmen kann. Es geht zu sehr um Sensationslust, sprich Auflagen und Einschaltquoten. Das Handwerk und die Kunst des Journalismus ist oft den Marketingzielen unterlegen, hat seine Eigenständigkeit und oft auch seine literarische Besonderheit verloren.
http://autofahrer.wordpress.com/
Jetzt sind sie schon so lange Bundesrat und auch noch Medienminister, und dann soll dies jetzt ernsthaft Ihr Fazit zu der Zusammenarbeit mit den Medien sein?
Das sagt ja dann mehr über Ihre Lernfähigkeit aus als über die Raser-Debatte...
Lernfähigkeit wäre gerade bei Via Sicura von Nöten. Wenn Sie mit dem Programm hundskommune, normale Bürger zu schikanieren und kriminalisieren beginnen, dann kommt das nicht gut heraus.
Definieren Sie doch mal in aller Öffentlichkeit, wie Sie genau einen Raser definieren und diesen vom normalen Autofahrer unterscheiden wollen. Dort liegt nämlich der Hund begraben - die harten Strafen dürfen nämlich nicht Otto-Normalverbraucher, der aus Versehen einmal kurz zu schnell unterwegs war treffen.
Konkreter werden müssten Sie auch beim Problem "Fussgängerstreifen". Die aktuelle Ausgabe der "Automobil Revue" hält es so fest: "Auch Fussgänger sind gefordert". Sie wollen aber weiterhin nur einseitig den Autofahrer ins Gebet nehmen. Auch das funktioniert so nicht.
Ich hoffe, Ihr neuer Kollege im Bundesrat wird diese Sachen mit Ihnen diskutieren und nicht nur alles durchwinken, wie im letzten Jahr. Oder kommen Sie und Ihr Departement eventuell aufgrund der vielen Kommentare darauf, dass es in der Bevölkerung in dem Bereich brodelt?
Ich meinerseits wollte eigentlich nie Blogger werden. Meinen Blog habe ich nur deswegen geschaffen, um Pendlern, die auf das Auto angewiesen sind, eine Stimme zu verschaffen, da ich Ungerechtigkeit und unsoziales Verhalten der Regierung verspüre. Und nicht mehr zu der schweigenden Mehrheit gehören will.
Gruss von einem Autofahrer
Die Debatte hat offensichtlich nicht viel gebracht. Sie krebsen wieder zurück und widerrufen x-Statements, die Sie als Mann der Tat darstellen. Offenbar ist Ihnen der Status Quo und eine softe Justiz näher. Ich finde das, mit Verlaub, Sturheit!
Ich habe in einem früheren Post darauf hingewiesen, dass in der Bevölkerung seit Jahren, übrigens durch alle politischen Lager hindurch, immer wieder die gleichen Signale aussendet: Schwere Straftaten werden generell viel zu milde bestraft und Opfer alleingelassen! Wenn man über Jahre immer noch darüber diskutiert, ob ein Raser eventualvorsätzlich handelt oder nicht, dann ist das ein Skandal und Justizblindheit. Wenn ein Raser nach 7 Führerausseisentzügen !!! wieder herumfährt und eine junge Frau zu Tode rast, dann soll man endlich aufhöhren zu palavern und endlich mal handeln!!!
Mit Verlaub Herr Bundesrat, Ihre Ausreden sind beklemmend und eine Tortur für jedes Opfer und seine Angehörigen! Wenn Sie nicht imstande sind, griffige Lösungen zu präsentieren, dann wird Sie die Annahme der Road Cross Initiative dazu zwingen!
Als regelmässige Leserin Ihrer Beiträge zum politischen/gesellschaftlichen/menschlichen Geschehen das uns alle betrifft schätze ich Ihre engagierte, sachlich fundierte und dialogfähige Art sehr und finde viele für mich wertvolle Impulse darin, die mich zu eigenen Gedanken und in meiner eigenen Meinungsbildung anregen; und ich möchte Ihnen an dieser Stelle einmal herzlich danken dafür und hoffe, Sie werden noch lange die Kraft und die Bereitschaft haben, weiterhin so mit uns Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren. Ich wünschte, es gäbe mehr Politiker (und Menschen um uns herum) quer durch alle Parteien wie Sie, damit wir fern von jeder unsachlichen Polemik gemeinsam Lösungen für das, was wir zu lösen haben miteinander, finden können.
Mit freundlichen Grüssen.
u.ks
Nun ist zu der Raserei auf den Strassen schon sehr viel gesagt worden. Dabei stellt jeder "Sager" die Umstände aus seiner Sicht dar. Auch ich selbst habe eine Sichtweise, die auf dem täglichen Erleben von zu schnellem, nicht angepasstem Fahren beruht. Sie deckt sich deshalb auch mit den meisten Argumenten, die Ihnen schon bekannt sind.
Recht gut kann ich mich an den Beginn meiner eigenen Karriere als Autofahrer erinnern. Zum Teil bin auch ich damals "wie ein Henker" gefahren. Es brauchte einige Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, Erfahrungen, die mich schliesslich "in den Senkel" stellten - glücklicherweise ohne jedes Blutvergiessen.
Einen kleinen Unterschied zur heutigen Zeit, so scheint es mir, hat es aber dennoch gegeben. Bei allem Geniessen der entlehnten Kraft war mir doch das eigene Leben offensichtlich mehr wert als es den vielen rasenden Automobilisten heutigentags zu sein scheint. Die zu beobachtenden so genannten Sportarten wie Bunji-Jumping, Base-Jumping, Cliff-Hanging und und und zeigen doch, dass der Kick oder Thrill, die Freude am Risiko zugenommen hat und das "Überleben" dabei mehr und mehr an Bedeutung verliert. Es ist nicht meine Aufgabe, die Ursachen dafür herauszufinden. Denkbar wäre es, dass unsere Gesellschaft dazu neigt, alles technisch Mögliche auch anzuwenden. Ob dabei das Konzept des Überlebens aus kurzer oder langer Sicht zu Bruch geht, bleibt dabei mehr und mehr ausser Acht. Und dieser Umstand ist nicht nur im Spezialfall des Autofahrens zu beobachten.
Doch zurück zu den Rasern. Erinnere ich mich an die Einführung der Gurtenpflicht, so kommt mir die ausgezeichnete Plakataktion zu diesem Thema in den Sinn. Vielleicht wäre eine derartige Aktion auch zum Thema "Raser" wertvoll, etwa mit dem Tenor: "Nur Idioten rasen" oder " ... denn sie wissen nicht, was sie tun". Es wäre doch denkbar, dass damit das pubertäre Gebaren bewusster werden würde, wenn auch nicht bei allen. Auch heute noch sind einige gänzlich Unbelehrbare gegen die Gurtenpflicht.
Mit sehr herzlichen Grüssen
F.Gersdorf
http://www.ostsee-zeitung-blog.blogspot
Meine Schlussfolgerung: Was ich zum Medienbetrieb sagen habe, erfährt jedermann aus meinem Blog. Medienvertretern, egal welchen Mediums, gebe ich keinerlei Auskünfte mehr.
Vielleicht ist meine Haltung eine Überlegung wert. Schließlich haben Sie Ihr Blog!
http://www.website-marketing.ch
gute Visualisierung einer nicht gewollten Spirale des missverstehens... :o)
@ Autofahrer
Habe ich Sie richtig verstanden; Ich fasse mal Ihren Beitrag zusammen:
jammer... ich bin die Stimme der Pendler ... sniff .. ein Otto ... gränn, wollte nie Blogger werden... sniff Ungerechtigkeit ... heul.... nur schnell aufs Gaspedal drücken... sniff... ihr seit fis zu uns... brüäl... :o( ... böse Regierung...
(hi hi)
Bis bald... Blog leser und manchmal auch schreiber
ob berechtigt oder nicht,
ob als Medienminister mitverantwortlich oder nicht:
Es ist logisch, dass auch das Journalistenhandwerk und die Vermittlungskunst durch rein wirtschaftlich begründeten Wachstumsdruck untergraben wird.
Weitere altgediente, qualitativ hochstehende Zeitungen werden verschwinden.
Aber auch ein Blog hilft nicht zwingend weiter, denn:
Die Botschaft entsteht immer beim Empfänger.
Jeder sieht und hört genau das, was er sehen und hören WILL.
Dies ist eine Binsenwahrheit und wurde hier im Blog schon hundertfach bewiesen, weil zuoberst bei allen Lesenden der gleiche Beitrag steht...
http://www.novatlantis.ch
zuerst möchte ich vorausschicken, dass ich überhaupt nichts gegen Raserfilme habe. Mich hat nur gestört, dass Sie in einem Post Raser kritisiert, im nächsten den Macher eines Raserfilms gelobt haben. Als jetzt 65-jähriger Vorachtundsechziger hätte ich dies meinem Vater auch nicht durchgelassen.
Dann hatte ich Mühe damit, dass Sie, in dem Foto in jenem Post, irgendwie beeindruckt zum Regisseur aufschauten. Sie sind der Bundesrat. Er ist der Regisseur, ein sehr liebenswerter junger Mann, dem man allen Erfolg der Welt wünscht.
Jetzt mache ich einen Riesensprung:
Ich bin überhaupt kein SVP-Mann, und mit ihrem Patriarchen kann ich gar nichts anfangen. Aber wie Ueli Maurer hingestanden ist und gesagt hat, "Jetzt machen wir die beste Armee der Welt", habe ich ganz toll gefunden. Ist es nicht das, was wir alle wollen, einfach hinstehen und das Beste geben ?
Wenn ich an Ihr Departement denke:
Die beste Eisenbahn der Welt: Haben wir. Die beste Post, das beste Telefonsystem, die beste Airline: Hatten wir. Warum können wir nicht ändern und doch die Besten bleiben (oder die Besten sein wollen) ? Die besten Autobahnen, das beste Mietauto-System (mobility): Wir sind ganz nahe dran. Der beste Flughafen Europas: Haben wir offenbar, wenn die Ratings stimmen. Aber haben wir ihn auch, wenn man an die Anwohner denkt ?
Oder:
Das beste Energiesparprogramm: Hätten wir (die 2000 W Gesellschaft, wieder einmal der Link oben). Aber sind wir nicht verdammt mutlos und kleingestrickt ? Die beste Stromversorgung: Haben wir vielleicht immer noch. Aber wird es wirklich sichtbar und sind die Weichen für die Zukunft richtig gestellt ? Wobei ich nicht apriori gegen Kernkraft bin. Aber sollten wir nicht zuerst den Tatbeweis der funktionsfähigen Endlagerung sehen ?
Ich wünsche mir, dass Ueli Maurer frischen Wind in den Bundesrat bringt. "Yes we can" auf SVP oder schweizerdeutsch. Who cares. Wenn nur die Herzen höher schlagen.
Wie bei der Windenergie: Gegen den Wind stehen, aber mit dem Wind drehen.
Herzlich.
Sie schreiben von "Mainstream" und "Meinungsströmungen" - der legendäre Mahlstrom liesse sich hinzufügen. Einige Zeitungen scheint dieser mit sich hinabzureissen in den Orkus.
Da nützen auch sämtliche Anrisse und knüppeldicken Schlagzeilen nichts. Und Medienschelte ist auch nicht nötig. Was diese drallen Blätter da treiben, hat etwas vom Kampf eines Ertrinkenden.
So kommt es mir jedenfalls vor.
Mit freundlichem Gruss
Richard K.
Dass Mörgeli sich ändern wird, glaube ich überhaupt nicht. Solche Typen haben sowieso jedwelchen Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben verloren!
Es ist schön wieder einmal etwas von ihnen zu lesen.
Und ich finde es toll, dass sie nichts gegen Raserfilme haben und dies gar erwähnen.
Danke und Gruss
Mr. Pink
Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern dass Herr Mörgeli alle Zeit der Welt und noch viel mehr hat um sich seinen Taten, seinem Schaffen und seiner Zukunft zu machen ..
Ich weiss hier wovon ich rede... Löcher an der Diele zu zählen ist irgendwann einfach nicht mehr spannend...
Und weil man mit politischen Gegnern hart ins Gericht geht hat man noch keinen Grund den Respekt des Lebens zu verlieren...
MFG HF
http://www.bahnfahrer.ch
Nachdem TeleZüri auf einen Rekurs verzichtete und vorwärts schaut, ergreifen Roger Schawinski und Günter Heuberger den Rekurs gegen die jeweiligen Konzessionen. Der Grundtenor ist bei beiden, dass der Faktor Medienmonopol zu wenig berücksichtigt wurde. Im RTVG steht eindeutig, dass zuerst die Hauptkritierien erfüllt sein müssen um dann bei gleichwertigen den Faktor Monopol zu prüfen.
Ob sie mit dem Rekurs durchdringen ist nicht gewiss. Dass sie überhaupt nichts zu verlieren haben ist auch gewiss. Das Prozessrisiko spielt nicht mal eine Rolle wenn es wesentlich wäre, da alles quasi Gründungskosten wären.
Gut ist, dass jetzt schon Entscheide für die nächsten Konzessionen in ca 9 Jahren bestünden auf die man zurückgreifen kann.
Wohl bemerkt: Ich räume beiden Rekursen keine grosse Chance ein. Speziell TeleSäntis ist erst in den Köpfen aber noch nicht geboren.
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Um nicht missverstanden zu werden: jeder Unfall ist ein Unfall zu viel und jeder verletzte ist ein Verletzter zu viel.
Trotzdem ist ein Blick über die Grenzen unseres Landes (auch) bezüglich der Verkehrsunfälle in Städten interessant.
Gemäss einer in der letzten Ausgabe von Men's Health veröffentlichten Statistik lebt es sich in Schweizer Städten vergleichsweise (verkehrs)sicher.
Zürich belegte mit 2.97 Autounfällen mit Personenschaden (pro 1'000 Einwohner im Jahr 2007) unter 55 Städten im deutschsprachigen Raum den 52. Rang, Basel mit 2.81 Unfällen gar den 54. und damit zweitletzten Platz, während Städte wie Graz, Linz, Hannover und Lübeck mehr als doppelt so viele Unfälle verzeichnen. Auch im schweiznahen Freiburg i. Br. lebt es sich mit 5.13 Unfällen vergleichsweise gefährlich.
MfG Thomas Kirchhofer
http://blog.4st.ch/?p=482
http://www.tagesanzeiger.ch/meinungen/dossier/kolumnen--kommentare/Leuenberger-missachtet-2000-Jahre-Rechtsgeschichte/story/23480853#kommentar
Zanetti wirft Leuenberer vor für Autoraser in der Schweiz einen Gulag nach UDSSR Vorbild errichten zu wollen. Zanetti kommt soweit Moritz Leuenberger vorzuwerfen zu Folter zu tendieren.
"Vermutlich ist Sozialdemokrat Leuenberger noch der sowjetischen Tradition verhaftet, in der es fantasievollen Richtern unter Berufung auf den berüchtigten Paragrafen 58 («konterrevolutionäre Tätigkeiten» und «antisowjetische Agitation») möglich war, alles und jeden mit Zwangsarbeit im Gulag zu bestrafen"
Wie ich in meinem Blog (link oben) berichte,so hat sich Herr Zanetti aber selbst für mehrwöchige anstrengende Zwangsarbeit ausgesprochen: Für Graffiti Sprayer und Farbbeutel Werfer zum Beispiel.
Die Vorwürfe von Zanetti gegen Leuenberger wurden ja in diesem Blogbeitrag bereits relativiert.
Es ist unglaublich in welche Richtung die Raserdebatte derzeit tendiert, es geht einfach zu weit. Die SVP entpuppt sich derweilen als die wahre Nachfolgerin der Autopartei.
Ich bin froh dass Herr BR Leuenberger derweilen aus der Finanzkrise für die Klimapolitik gelernt hat und sich hier vielleicht eine Diskussion in diese Richtung entfalten könnte.
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/aus_der_finanzkrise_fuer_die_klimapolitik_lernen_1.1403802.html
Ein wunderschöner Satz, ein schönes Bild, vom Wachstumskritiker.
Dieser Blogg könnte ein tolles Forum sein, um sich sachlich bemühend auseinanderzusetzen, um fragend und antwortend verstehen zu lernen. Herr Leuenberger bietet das an, die Meisten nehmen diesen Faden auf.
Was mir schwer fällt zu akzeptieren ist, dass hier anonyme Kommentare aufgenommen werden. Die Möglichkeit der Anonymität kann zu Aussagen verführen, die man/frau im direkten Kontakt möglicherweise nochmals überlegen würde. Aus meiner Sicht sollten Mitdiskutierende erkennbar sein, mindestens namentlich.
Zu den Medien:
Meine Erlebnisse mit der NLZ (einzige Tageszeitung in der Zentralschweiz) bestätigen leider Herrn Leuenbergers Aussagen. Die Tendenz zu suggestiven Artikelüberschriften, die oft nicht das betonen, was der Artikel beschreibt oder der Zitierte wirklich meint, nimmt stetig zu. Im gleichen Grad nimmt die inhaltliche Qualität ab. Im Gespräch mit Freunden, Bekannten und Ratskollegen (Gemeinderat) erhalte ich quasi durchwegs Zustimmung.
Doch wer von denen, wer von uns, getraut sich diesen Medien in entsprechender Klarheit zu stellen ?
Das ist etwas was mich oft beschäftigt, die Frage, wie dieser Art "Journalismus" aktiv begegnet werden kann.
„...wiederholt sich die Geschichte, verkommt sie zur Farce“
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/interviews/00388/index.html?lang=de
Veröffentlicht am: 08.12.2008
„Ich beobachte merkwürdige Beisshemmungen bei der Justiz. Man könnte zum Beispiel einen Raser so lange inhaftieren, bis abgeklärt ist, ob es besondere Massnahmen braucht, damit er seine Raserei nicht wiederholt und die Bevölkerung nochmals gefährdet. Ich hoffe, die öffentliche Debatte und Via Sicura machen den Richtern Mut für härtere Verdikte.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Leuenberger
Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2008 um 06:26 Uhr geändert
„Zwar wurde er von einer juristisch relevanten Mitschuld freigesprochen, musste sich aber dennoch harsche Kritik gefallen lassen, da er als damaliger Zürcher Regierungsrat das fragliche Hafturlaubs-Gesuch trotz Warnungen von psychiatrischer Seite bewilligt hatte.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Pasquale_Brumann
Tatsache ist, dass sie wenige Jahre später Bundesrat wurden!
Via Secura oder auch Vita Secura... ganz bestimmt Erstrebenswert und sehr gut gemeint.
Aber! Solange jemand nicht gewillt ist bei vom Instinkt (krank?) getriebenen Aktionen Verantwortung zu übernehmen, da seine persönliche Empfindlichkeit den Unterschied von Gut und Böse schwerlich oder überhaupt nicht unterscheiden kann, sollte man sehr vorsichtig mit der Handhabung von ideologisch geprägten Veränderungen der Gesetzgebung, welche aber die absolute Mehrheit der friedfertigen Bevölkerung tangiert sein. Ganz speziell in Ihrer Position.
Ich kann mir schwer vorstellen, dass Sie nach Umsetzung der verschärften Vorschriften bei einem Rückfall des Délinquenten einen Aufstieg ( Friedensnobelpreis?) in Ihrer politischen Karriere erreichen könnten. Jedoch den Ausstieg auf Ihr Programm setzen, das würde ich Ihnen bei Eintreffen dringend raten.
Mein Verständnis des Auszugs Ihres Interviews (SonntagsZeitung/ UVEK) geht allerdings dahin, dass Sie die Verantwortung den Richtern ( den heutigen, wie zukünftigen) zuschieben wollen, und sie einmal mehr ganz klar nicht übernehmen werden.
Lüge, List und Leidenschaft.
MfG
P.S. Niemand ist hier anonym! Im UVEK kennt man meine IP Adresse und die, der anderen Schreiber ;-)
2008-12-14 14:53:10
Solange jemand nicht gewillt ist bei vom Instinkt (krank?) getriebenen Aktionen Verantwortung zu übernehmen, …
Aber, aber Floh, jetzt kommen Sie schon wieder mit Ihren eigenartigen Vorstellungen von defekten Menschen. Damals schrieben sie:
Zitat Floh: Wenn das Gehirn, warum auch immer (da nicht vollkommen) etwas nicht erfassen kann, nuetzt auch die beste Erziehung nicht den kriminellen Akt zu verhindern.
Zitat liza: Exgüsi, wieso sollte ein normales Gehirn so etwas wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsregeln nicht erfassen können? Hirngeschädigte dürfen und können ja gar nicht Auto fahren … Was ist das also für eine Unvollkommenheit des Gehirns von der Sie reden?
Auf meine Frage habe ich übrigens nie Antwort erhalten.
Von Instinkt spricht man heutzutage bei Tieren. Der Instinkt ist eine überlebenswichtige Funktion und niemals etwas Krankes.
…da seine persönliche Empfindlichkeit den Unterschied von Gut und Böse schwerlich oder überhaupt nicht unterscheiden kann…
Ich möchte mich nun nicht auf das Thema was „Gut und Böse“ ist einlassen, so interessant es auch wäre. Ich frage Floh nur: können Sie selber aufgrund Ihrer persönlichen Empfindlichkeit den Unterschied zwischen Gut und Böse unterscheiden?
http://jean-claude.schmidig.net
liza, meine Antwort ist irgendwo untergegangen oder vielleicht erst später aufgeschaltet worden. das kann hier manchmal passieren.. bei meinen Postings ;-)
Versuchen sie doch einfach mal bei meinen Kommentaren tiefgründiger mitzudenken und wer weiss, vielleicht kommen sie sogar zum Schluss, dass mein Gehirn evtl. auch irgendwie geschädigt ist, aber das sieht man mir ganz sicher nicht an. Wenn sie verstehen was ich meine... nach gründlichem Nachdenken!
Zudem kann ich sie schwerlich bei jedem Bedürfnis privat anschreiben, da sie ja auch nicht eine e-mailadresse ersichtlich machen. Ihre IP-Adresse zu verlangen ist auch nicht möglich, da dies unter Persönlichkeitsschutz fällt.
Lesen sie doch einfach mit und versuchen sie mit empathischem Denken meinen Postings zu folgen, was ich im Übrigen bei den ihren auch mache ;-)
MfG
Da steht: "Mittelfristig findet Leuenberger, wäre es gerecht, wenn jeder Erdenbürger nur eine begrenzte Menge von Kohlendioxid emittieren dürfte."
Ich würde diesen Ansatz sehr begrüssen! Mir schwebt schon lange vor, dass jede/-r ein bestimmtes Energiequantum haben sollte, das er pro Jahr verbrauchen darf. Es wäre dann jedem selber überlassen wofür er es einsetzt (ob fürs Fliegen, fürs Autofahren, für energiefressende Geräte etc.). Überschritten werden dürfte es nicht, auch nicht gegen Bezahlung. Hingegen eine Unterschreitung würde belohnt werden. Neben dem individuellen Quantum wäre auch denkbar, ein ähnliches System für Firmen zu haben. Es gibt Unternehmen, die ein solches System bereits eingeführt haben. Zum Teil sogar solche, bei denen die vorgegebene begrenzte Menge pro Jahr um einen gewissen Prozentsatz abnimmt. Innerhalb eines Unternehmens bzw. in einem kleineren Rahmen ist dieser "Energiesparansatz" sicher durchführbar, ich bezweifle aber, dass dies in einem grösseren Rahmen, d.h. auf die Schweiz, geschweige denn auf die Weltbevölkerung bezogen realisierbar wäre.
2008-12-15 11:12:35
Wenn Sie hier ernst genommen werden wollen, nehmen Sie sich doch bitte die Mühe und beantworten Sie Fragen, welche Sie mit Ihren Aussagen provozieren - anstatt wortreich um Verständnis zu betteln und abzulenken.
Die Fragen lauten:
Wieso sollte ein normales Gehirn so etwas wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsregeln nicht erfassen können? Hirngeschädigte dürfen und können ja gar nicht Auto fahren … Was ist das also für eine Unvollkommenheit des Gehirns von der Sie reden?
Können Sie selber aufgrund Ihrer persönlichen Empfindlichkeit den Unterschied zwischen Gut und Böse unterscheiden?
Haben sie besten Dank für die bezogene Schelte.
Ich habe zwar nicht darum gebettelt, aber ich weiss jetzt wie meine persönliche Befindlichkeit in der Frage „Gut / Böse“ ist. Womit eine ihrer Fragen, so hoffe ich, zu ihrer Befriedigung beantwortet wäre.
Vielleicht haben sie in ihrer näheren Umgebung einen Neurologen und allenfalls einen Psychiater, die sie über die erwartete Norm eines Gehirns, das die Umsetzung von Gesetz, Moral und Gewissen erfüllt und sie zu ihrer Zufriedenheit ins Bild setzen könnten. Ansonsten gibt es einschlägige Lektüre dazu.
Sie verstehen sicher, dass dies der Blog von Bundesrat M. Leuenberger ist und ich nicht das Verlangen verspüre hier mit ihnen ein Forum einzurichten. Es sollte genügen, dass sie mich in ihrer schulmeisterlichen Manier nochmals nötigen, hier einen weiteren Kommentar über die Komplexität von divergierenden Denkvorgängen anzufügen.
Ich möchte sie nicht brüskieren, aber das Verständnis für meine Absage zu Frage und Antwortspiel sollte auch ihnen dadurch klar sein. Schade haben sie keine e-mailadresse, so könnte ich mir vielleicht überlegen, ihnen das Gewünschte zu mailen, da ihnen anscheinend so viel daran liegt mich zu lesen.
MfG
P.S. Keinen weiteren Kommentar ;-)
2008-12-16 19:48:37
Ja, ja, guter Floh
Sie sind mit Ihrem Problem nicht alleine. Das machen ganz viele auch so wie Sie: Es werden zu einem Thema, welches Herr Leuenberger aufgeworfen hat, Massnahmen diskutiert und Erklärungsversuche gemacht, die auf Behauptungen und falschen Vorstellungen basieren, und weder Hand noch Fuss haben.
Wenn dann jemand Genaueres über die vorgebrachten Argumente wissen möchte, wird es für die Betreffenden peinlich. Sie machen es wiederum so, wie andere auch: Sie weichen den geforderten Antworten aus, indem Sie die Person, welche Ihnen auf den Zahn fühlt angreifen und als blöd hinstellen. Am einfachsten gelingt das, indem Sie die Sache in’s Lächerliche ziehen.
Das hatten wir hier schon xfach. Sie befinden sich in bester Gesellschaft.
Auf eine FRAGE hätte ich gerne eine ANTWORT, bitte.
Haben Sie in Ihrem Programm Via Sicura auch Massnahmen vorgesehen, um dem Wunsch nach schnellerem Fahren (RASEN) auch einmal in der Schweiz legal nachkommen zu dürfen (Rennstrecke, Viertelmeilenpiste, etc.)
Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen frohe Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr.
Freundliche Grüsse
ACR
Niemand will Unfaelle, oder? Weder der Raser noch der Fussgaenger. Fussgaenger und Raser vertragen sich einfach schlecht: Raser sind geschuetzt, Fussgaenger halt nicht. Darum schlage ich vor, dass Sie ab sofort saemtliche Fussgaenger aus den Staedten verbannen. Dann koennen wir Autofahrer letztlich auf den Trottoirs parkieren (Parkplatzproblem geloest) und Fussgaengerunfaelle sind passe. Nicht uebel, oder?
Und wenn sie die Raserunfaelle verhindern wollen, dann heben Sie einfach die Geschwindigkeitsbeschraenkungen auf - freie Fahrt ueberall. Und sie haben keine Geschwindigkeitsunfaelle mehr.
Und wie losen sie das Alkoholproblem auf Schweizer Strassen? Erhoehen Sie die Promille Grenze auf 5 Promille und sie verzeichnen keine Alkoholunfaelle mehr.
Die Stau Probleme in um die Schweizer Staedte loesen sie, indem sie das Auto- und Lastwagenfahren auf Maenner beschraenken. 30 % weniger Verkehr sind ihnen sicher, und die Strassen sind wieder frei.
Ich bin mir bewusst, dasss die unpopulaere Massnahmen sind, doch was solls: die Strassen gehoren den Autos, nicht den Fussgaengern, oder?
Gruss
Auch wenn wir Autofahrer mittlerweise sehr gut gelernt haben auch tagsüber unser Abblendlicht am Fahrzeug eingeschaltet zu lassen, neuere Fahrzeuge sogar mit Tagfahrlicht etc. ausgestattet werden, haben es ich sage rund 70% der Fahrradfahrer/innen heute noch nicht kapiert in der Dämmerung oder bei Nacht mit Licht zu fahren, hierzu kommt in den meisten Fällen noch dunkle Bekleidung hinzu. Für mich eine echte Gefahr! Auch die Disziplin bei der Zeichengebung oder Benützung der zahlreich vorhandenen Radwege lässt teilweise arg zu wünschen übrig. Hier besteht ebenfalls akuter Handlungsbedarf. Der Strassenverkehr ist ein "Miteinander" alle sollten Ihren Teil dazu beitragen.
Ich persönlich denke jedoch es ist nicht angemessen nur auf den Autofahrern herumzutrampeln.
In diesem Sinne wünsche ich allzeit gute Fahrt.
Christoph Hänni
Geschätzter Herr Leuenberger
Mein Kopf ist am explodieren, mein Herz am Rasen, meine Nerven abgestorben.
Als CH mit italienischen Wurzeln besitze ich charakterlich ein Mix aus Moral und Disziplin als auch Leidenschaft und Freisinn. Entsprechend habe ich zwar Verständnis für Regeln und Gesetzte, finde es aber entwürdigend schwierig, einige davon zu befolgen.
Ich bin eine Dame die vom Fleck kommen will. Entsprich eigentlich auch der CH-Mentalität; alles muss schnell gehen..schnell erwachsen werden, schnell lernen, schnell verstehen, schnell arbeiten, schnell zahlen etc., aber wenn es ums Fahren geht, soll es plötzlich langsam gehen? In meinen Augen ist das nicht logisch.
Warum gelange ich also an Sie? Weil ich verstehen will!
Weder kann ich die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen verstehen, noch das man die überhaupt machen kann!
Einige Beispiele die mein Missverständnis erklären sollen:
1. Vor ca. 3 Mte. wollte ich mit einer Freundin etwas trinken gehen. Meine Freundin ist eher eine gemütliche Fahrerin, so ist sie also ausserorts mit gemütlichen 75 evtl. 70 gefahren. Als wir um eine Kurve fuhren, sahen wir direkt vor uns 2 Velofahrer nebeneinander!
Situation: 2 Velofahrer benutzen Ihre gesamte Fahrspur. Bremsen reicht nicht mehr. Auf der Gegenfahrbahn sehen Sie ein entgegenkommendes FZ, welches mit erlaubten 80 unterwegs ist. Rechts eine Wand. Was also machen Sie lieber Hr. Leuenberger?
Entscheiden Sie binnen Sekunden, ansonsten sind die Velofahrer tot!
-> meine Freundin ist aufs Gaspedal getreten, hat auf 120 beschleunigt, gehupt und die Velofahrer überholt.
Nun, wir hatten Glück im Unglück. Angenommen sie hätte nicht dermassen beschleunigt aber die Gegenfahrbahn gewählt, wären wir in das entgegenkommende, ebenfalls korrekt fahrende Fahrzeug gecrasht. Tod/IV: 3 Personen. Hätte sie sich entschieden auf der Spur zu bleiben und zu bremsen, evt. wären die Velofahrer nur IV, eher tot (2Pers). Hätte sie rechts die Mauer gewählt,- ich wäre bestimmt ums Leben gekommen evtl. sie auch (tot: 2 Pers). Letztere und für mich überlebenswichtigste Entscheidung aufs Gaspedal zu drücken und eine SCHEISS GESETZWIDRIGKEIT zu machen, danke, danke dass sie das gemacht hat! Aber wäre ein Radar dort gewesen, hätte unser wundervolles Gesetz uns lieber sterben sehen!
2. Vor ca. 2 Mte. bin ich auf dem Nachhauseweg ausserorts einem „Kätteler“ nachgefahren. Dieser Trottel fuhr in der erlaubten 80er Strecke, unterschiedlich zwischen 45 – 60km/h. Mir ist bewusst dass es sich bei den Geschwindigkeitsangaben um Maximalwerte handelt, aber bei Sonnenschein, trockener und übersichtlicher Strasse so langsam zu fahren, provoziert! Nicht nur dass es provoziert, man weiss ja nie, warum der so fährt. Evtl. hat er Angst, oder ist betrunken, oder sonst was und stellt in meinen Augen eine Gefährdung dar. Ich also, komplett entnervt, wollte überholen. Da mein FZ nicht gerade wenig PS hat, hätte es locker gereicht den Schleicher mit 100km/h zu überholen, ohne das entgegenkommende FZ zu beeinträchtigen, hätte der Schleicher nicht im selben Moment auch auf 90km/h beschleunigt! ich musste links ins Feld fahren, weil ich sonst mit dem entgegengekommenen FZ gecrasht wäre!!! Nun, seitens Gesetz habe ich eine Geschwindigkeitsübertretung gemacht und wäre entsprechend Schuld, hätte es mich geblitzt, oder hätte ich einen Unfall gebaut!
3. Letzten Oktober hat es mich auf der Autobahn geblitzt. Obwohl ich mit lächerlichen 129km/h (IM 100) unterwegs war (üblich 120!), erhielt ich nun eine Verwarnung! Begründung; wegen einer leichten Widerhandlung durch Verletzung von VK-Regeln rufe ich eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervor und mich trifft dabei nur ein leichtes Verschulden. HAHAHAHA, was für eine Gefahr?
Die einzige Gefahr die von mir ausgeht, ist, wenn jemand so was behauptet! Was soll das bitte? Warum plötzlich 100 auf der Autobahn?? Soll ich mich nun auf die Schilder oder die Strasse konzentrieren?? Mittlerweile ist auch meine halbe Arbeitsstrecke nur noch 100! Wissen Sie, wie viel Zeit Sie mir damit klauen?? Abgesehen von den ganzen Baustellen, welche meine Steuergelder verschlingen und mir dabei nebst Geld auch Zeit rauben?
Leider könnte ich Ihnen noch tonnenweise solch Material liefern, aber lieber würde ich mal mit Ihnen persönlich diskutieren. Deshalb schlisse ich nun mit diesen Fragen ab: Warum gibt es in der CH solche Geschwindigkeitsbegrenzungen, weswegen statt 120 plötzlich nur 100 und warum die ganzen Schikanen?
Mit freundlichen Grüßen
Eine verärgerte Bürgerin - die vielleicht wirklich mal gefährlich werden sollte!
...hat sicher nicht nur Unrecht, auch in Nachtdiensten gilt es mitunter schnelle Entscheidungen zu treffen, aber wer auf der Strasse nicht gerade als Ambulanzfahrer/in oder Feuerwehrsmann/-frau unterwegs ist, kann durchaus auf der Strasse auch die Vorteile der Langsamkeit (gemäss Maximalgeschwindigkeitsangaben auf den Geschwindigkeitstafeln) wahrnehmen, um sich selbst und andere nicht unnötig zu gefährden. Sogar bei der Tour de France (wie ist es beim Giro?) werden den Fahrern (per Funk) offensichtlich gefährliche, nasse Kurven gemeldet oder glitschige Fussgängerstreifen und andere Stellen in engen Kurven -- nach dem 1-2 oder mehrere Fahrer davor dort schon auf die "Schnauze" fielen, ziemlich brutal. Also manche Geschwindigkeitsbeschränkungen, über die sich Frau Entnervt wohl mitunter nervt, haben durchaus ihre Vorgeschichte, wo es sich als Antwort darauf wirklich lohnt, sich etwas in Langsamkeit zu üben...