Vom Antischunkelreflex
[Version française Réflexe antigrégaire]
Die Symptome zeigten sich erstmals wieder bei Gottschalk. Zwischen den Reden (die meinige ist auf meiner homepage aufgeschaltet unter dem Titel „Ein Gott, ein Schalk und die heilige Quote“) spielte eine kleine Jazzgruppe und animierte das Publikum zu rhythmischem Mitklatschen, was denn ein Grossteil desselbigen auch willig tat. Ich konnte nicht.
Meine Krankheit nahm ihren weit heftigeren Fortgang bei Gilberto Gil, dem brasilianischen Kultusminister und Sänger, als dieser im Hof des Landesmuseums auftrat. Gil sang dem Publikum jeweils einen Takt von zwei bis drei Tonfolgen vor und das Publikum echote sie fröhlich zurück, erstaunlich präzis und melodiös für eine so grosse Masse, wie ich ausdrücklich festhalten möchte. Das steigerte sich zu immer schnelleren und lauteren Sequenzen (Gil wendet sein Ohr ins Publikum: „Ich höre Euch nicht, lauter!“, und das Echo wird tatsächlich immer stärker). Es folgt rhythmisches Klatschen. Reihenweise erhebt sich das Publikum. Die Welle erfasst die VIP-Bänke. Amtsdirektoren, Ständeratskandidaten, Nationalrätinnen (aller Parteifarben) Handelskammervorsteher samt ihren Gattinnen und Schwestern wogten gemeinsam mit Gil und skandierten portugiesische Texte, die ich jedenfalls nicht verstand und wohl ein grosser Teil des Publikums auch nicht. Da Gilberto Gil sich ja für die Menschenrechte und auch für eine ökologische Umweltpolitik einsetzt, dürfte es dieser Text sicher verdient haben, von Tausenden Kehlen inbrünstig in den Himmel Zürichs gestossen worden zu sein.
Und doch blieb ich sitzen. Es meldete sich meine Krankheit zurück, ein Relikt aus meiner frühesten Jugend. Mein allererster Leserbrief im Alter von 12 oder 13 Jahren verfasst und von mir in Schulklassen oft als meine erste politische Aktion bezeichnet, beschrieb meinen Aberwillen gegen eine Evangelisationsveranstaltung von Billy Graham in Basel. Wie leicht lassen sich Menschen zu Texten oder Stimmungen zunächst verführen und dann auch manipulieren, wo dann nicht immer nur für Menschenrechte und gegen den CO2-Ausstoss die Rede ist, sondern vom Gegenteil, von Rassismus oder Menschenverachtung. Nein, das war bei Gilberto Gil ganz und gar nicht der Fall. Alle waren fröhlich und wussten, wofür sie mitschwangen, stampften und skandierten, nämlich gegen das Abholzen der Wälder in Brasilien und für die Rechte der Ureinwohner; das muss so gewesen sein.
Aber meine Krankheit bleibt. Ich kann nicht auf Befehl lachen und klatschen, was mir schon oft böse Kommentare über mein mürrisches und sauertöpfisches Erscheinen in der Öffentlichkeit bescherte. Ich möchte mich dafür entschuldigen, ich habe einen Virus gegen Massenpsychose in mir, einen Antischunkelreflex. Sorry.
Bis bald
Moritz Leuenberger
Die Symptome zeigten sich erstmals wieder bei Gottschalk. Zwischen den Reden (die meinige ist auf meiner homepage aufgeschaltet unter dem Titel „Ein Gott, ein Schalk und die heilige Quote“) spielte eine kleine Jazzgruppe und animierte das Publikum zu rhythmischem Mitklatschen, was denn ein Grossteil desselbigen auch willig tat. Ich konnte nicht.
Meine Krankheit nahm ihren weit heftigeren Fortgang bei Gilberto Gil, dem brasilianischen Kultusminister und Sänger, als dieser im Hof des Landesmuseums auftrat. Gil sang dem Publikum jeweils einen Takt von zwei bis drei Tonfolgen vor und das Publikum echote sie fröhlich zurück, erstaunlich präzis und melodiös für eine so grosse Masse, wie ich ausdrücklich festhalten möchte. Das steigerte sich zu immer schnelleren und lauteren Sequenzen (Gil wendet sein Ohr ins Publikum: „Ich höre Euch nicht, lauter!“, und das Echo wird tatsächlich immer stärker). Es folgt rhythmisches Klatschen. Reihenweise erhebt sich das Publikum. Die Welle erfasst die VIP-Bänke. Amtsdirektoren, Ständeratskandidaten, Nationalrätinnen (aller Parteifarben) Handelskammervorsteher samt ihren Gattinnen und Schwestern wogten gemeinsam mit Gil und skandierten portugiesische Texte, die ich jedenfalls nicht verstand und wohl ein grosser Teil des Publikums auch nicht. Da Gilberto Gil sich ja für die Menschenrechte und auch für eine ökologische Umweltpolitik einsetzt, dürfte es dieser Text sicher verdient haben, von Tausenden Kehlen inbrünstig in den Himmel Zürichs gestossen worden zu sein.
Und doch blieb ich sitzen. Es meldete sich meine Krankheit zurück, ein Relikt aus meiner frühesten Jugend. Mein allererster Leserbrief im Alter von 12 oder 13 Jahren verfasst und von mir in Schulklassen oft als meine erste politische Aktion bezeichnet, beschrieb meinen Aberwillen gegen eine Evangelisationsveranstaltung von Billy Graham in Basel. Wie leicht lassen sich Menschen zu Texten oder Stimmungen zunächst verführen und dann auch manipulieren, wo dann nicht immer nur für Menschenrechte und gegen den CO2-Ausstoss die Rede ist, sondern vom Gegenteil, von Rassismus oder Menschenverachtung. Nein, das war bei Gilberto Gil ganz und gar nicht der Fall. Alle waren fröhlich und wussten, wofür sie mitschwangen, stampften und skandierten, nämlich gegen das Abholzen der Wälder in Brasilien und für die Rechte der Ureinwohner; das muss so gewesen sein.
Aber meine Krankheit bleibt. Ich kann nicht auf Befehl lachen und klatschen, was mir schon oft böse Kommentare über mein mürrisches und sauertöpfisches Erscheinen in der Öffentlichkeit bescherte. Ich möchte mich dafür entschuldigen, ich habe einen Virus gegen Massenpsychose in mir, einen Antischunkelreflex. Sorry.
Bis bald
Moritz Leuenberger



40 Kommentare
Und die Bundesversammlung könnte man so wie einen Zirkus einrichten. Und in der Mitte darf dann der Bundesrat ab und zu auftreten, oder halt andere berühmte Personen, und das jeden Tag, un dzwar direkt im Fernshen. Und wenn dann Wahlen anstehen, gibt es natürlich Lieblinge, und solche, die halt etwas weniger beliebt sind (es kann ja nich jeder gleich beliebt sein), und wenn dann die weniger beliebten ersetzt werden, sollte man Ihnen lebenslang eine jährliche Rente so in der Höhe eines Bundesrates geben. nd sie sollten in Werbesendungen auftreten können, oder in den bei uns sehr beliebten Schweizer Heimatfilmen.
Das Prinzip könnte dann als Export-schlager an die anderen Demokratien oder noch nciht Demokratien verkaufr werden, udn damit könnten dann wieder die Löhne im Bundeszirkus erhöht werden.
Ich bedaure nur, dass ich in der Schjule nicht so gut aufgepasst habe, und mich erst spät fü die Politik interessiert habe. Einen Job im Bundeszirkus würde mir auch gefallen.
Alles Gute, lieber Herr Bundesrat Leuenberger und Blogg-Angestellter.
Meine Sympatien sind mit Ihnen, und mit Herrn Blcoher - weil sie beide die besten Public-Performances gebt.
Hochachtungsvoll
JustInTime (es is halt doch zu spät)
Zwar kann ich verstehen, wenn sich Künstler über Begeisterungsäusserungen aus dem Publikum freuen (eines heizt das andere ja an), aber auf Kommando fröhlich sein und tun, was jemand auf der Bühne vorne möchte, nein! Nichts gegen einen begeisterten Applaus nach Ende einer Rede oder einer Vorstellung, wenn es einem gefallen hat, aber - wie gesagt - nicht auf Kommando. Gibt es nicht sogar Shows, in welchen für das Publikum jeweils eine Anzeige eingeblendet wird, wenn es klatschen sollen?
Wir werden bereits genug manipuliert. Und wie immer hilft dagegen nur: Kopf einschalten, überprüfen, und wenn etwas für einen persönlich nicht stimmt: Nicht mitmachen!
Ein weiteres Mal klatsche ich Ihnen Beifall, Herr Leuenberger. Und... ja, ich mache dies aus eigener Überzeugung! ;-)
Gruss,
Ingo Gärtner
Mit freudigen Grüssen
M.Wolf
http://www.aikidoai.ch
Allerdings habe ich es auch nicht so mit Massenveranstaltungen resp. -euphorie. Es macht mir riesig Respekt um nicht zu sagen Angst.
Und: nur ein Smiley ist immer ein Smiley!
In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende.
Ich habe warscheinlich dieselbe "Krankheit" und jetzt wo Sie Gilberto Gil erwähnen, darf ich auch mein kleines "coming-out" (das eigentlich keines ist, denn ich oute mich ja öfters ;-)) wagen.
Gerade letzten Samstag,als ich an meiner Glotze etwas rumgefummelt habe, hab ich sie wieder einmal enorm gespürt. Ja richtig ich habe wieder mal gezappt! Auch zu Live earth! Aber nur ein klein wenig. Weil beim zweiten mal beim zappen, als mich Al Gore so penetrant anmachte (das Gefühl hatte ich,jawohl!), ist mir die Lust auf Musik verleidet. Nicht dass ich die Musik und die Stars nicht mochte :-(
Ich muss mich in ganzer Ehrlichkeit bei Ihnen dafür entschuldigen, dass mich die "Krankheit" bei Ihren Ansprachen manchmal auch ergreift. Ich entschuldige mich bei Ihnen über mein Empfinden in Zwiespalt, weil ich auch weiss, dass Sie als Bundesrat Ihren Schäfchen etwas erzählen oder gar erklären müssen. Das erwartet Ihr Fussvolk einfach von Ihnen. Wie sie das rüberbringen ist Ihre grundeigene Art oder auch Ihr Stil und mir stehen manchmal auch die Nackenhaare zu Berge von den Tränen die da kommen sollten und partout nicht wollen, ganz zu Schweigen. Das gilt im Übrigen auch für Ihre Kollegin (M.C.-R.), die das noch "schöner" macht. Wie auch immer, ich richte mich nach den Taten, die darauf folgen und erlabe mich meist mit etwas Verspätung über gesagtes...oder manchmal halt gar nie :-(
Schlimmer für mich sind die Prediger, die aus dem Showbuiz ( Bono, Sharon Stone usf ) kommen, oder welche es nach der politischen Karriere nicht für nötig finden sich dem Publikum mit Mainstreamthemen zu enthalten. Das macht für mich einfach keinen Sinn. Denn ich bin der Meinung, wenn jemand als ehemals demokratisch gewählter Politiker seine Überzeugungen vormals nicht umsetzen konnte, sich dem Volk nicht weiter aufdrängen sollte. Sollen sie sich doch im Ruhestand ein wenig beim Golfen, Segeln, Bergsteigen oder ähnlichem verausgaben und mir nicht weismachen wollen, dass die Kinder z.B. in Thailand nach einem Tsu-Nami unbedingt einen Fussballplatz nach Schweizerstandart benötigen ( A.Ogi!) da die "Armen nichts, aber auch gar nichts haben !!! " (wobei vorher daselbst auch nichts war !), um den Leuten die Geldtasche solidarisch zu entleeren. Fussball kann man auch auf einer Wiese oder einem Hartplatz praktizieren und das bringt auch noch mehr fun und Kreativitätsbewusstsein als
vorgegaukeltes Zusammengehörigkeitsgefühl nach unseren Normen die auch immer wieder Hinterfragt werden.
Wenn Sie Herr Bundesrat damit einverstanden sind, nennen wir die Krankheit von nun an einfach:
"Nichmitlaufundichkenndenzweckdesgehabesundichbindagegenimmunsyndrom"
Ich hoffe eigentlich nur, dass das Virus sich ein bisschen mehr verbreitet und danke Ihnen für Ihre gütigste Mithilfe ;-)
Einen schönen Gruss und ich bleib am Ball.
Blogger ;-)
http://www.infonegocio.com/thalassos
Schweizer sind halt "sosos", aber mir ist das sympathisch. Auf Kommando fröhlich sein, ist nun mal nicht so unser Ding. Nicht Ihres, nicht meines.
Und dabei belasse ich es, ich will absolut nicht geheilt werden.
Freundliche, "sosos" Grüsse
V. Fankhauser
hauptsache man ist sonst gesund.
das ist eine Krankheit, wie Sie sagen.
Sie können nichts dafür. Das wurde damsl, als Sie Jung waren, der schweizer Jugend in Familien, die konservativ waren, eingeimpft. Und es herrschte die verbreitete Meinung, dass der Wohlstand das wichtigste sei, und dass man dazu das Bankgeheimnis braucht. Das hat doch damals schon jedem weiter denkenden normalen Jugendlichen verunsichert, und in die sich ständig hinterfragende Ecke gedrückt. "Was, ein Bankgeheimnis, das Betrug geradezu eingelanden hat, soll gut sein, und das muss man mit allen Mitteln verteidigen?"
Die heutigen Jugendlichen wachsen zum Glück viel freier auf, und haben weniger "hemmigä".
Ich hatte dieses Virus auch. Ich lebte aber in der Zwischenzeit lange im Ausland. Ich habe dort gelernt, das man stolz und extravertiert seine Meinung vertreten kann, und dass man dieses Sicherheitsdenken (darf ich? was ist die Folge?..) einfach wegwerfen kann, und dass man extrovertirt und stolz sein kann, auch auf die Schweiz.
Ich könnte noch etwas stolzer sein, wenn die Schweiz das Bankgeheimnis und die Holdingbesteuerung abschaffen würde. Denn dann könnte man auch jedem Ausländer ins Gesicht sehen, und sagen. Wir sind zwar ein kleines Land, aber wir sind ziemlich ehrlich und erfolgreich.
Dass natürlich das Bankgeheimnis auch heute noch einen Einfluss auf die Schweizer hat, und zwar vor allem auf die Konservativen, ist klar. Es passt zu deren Abschottungskarakter.
Dank der Linken und dank äusseren Einflüssen sind wir heute aber weiter.
Wenn es die EU nicht geben würde, und die Globalisierung, und Herrn Meili - vor dem ich den Hut ziehe - wären all die Verbesserungen nicht zu stande gekommen, die das Bankgeheimnis heute einigermassen erträglich machen, da es nicht mehr viele Möglichkeiten gibt, Schwarzgeld anzulegen. Es wäre aber in jedem Fall jetzt an der Zeit, es ganz abzuschaffen, und den kleinen Verdienstausfall zu akzeptieren, im Sinne einer offenen und transparenten Schweiz. (Die Grossbanken verdienen ihr Geld vor allem mit Vermögensverwaltung, und die kleinen Privat-Banken müssten sich halt umorientieren!)
Wenn Gilberto Gil Musik macht, kann man eigentlich nur aufstehen, und mittanzen. Dass Sie das nicht können verstehe ich, denn die verknortzte Schweiz der Rechten hat auch heute noch seinen Einfluss auf die, die gegen Sie kämpfen.
Lassen Sie sich weder für Ihre Karriere, noch aus menschichen Gründen "hemmigä" auferlegen, sondern kämpfen Sie gegen die Ungerechtigkeiten und gegen die Abschottungstendenzn der Rechten.
Dann können Sie auch beruhigt vertrauen, und die Wärme, den Rythmus und die Träume eines Gilberto Gil in sich wirken lassen, und die Beine tun dann den Rest. Auch wenn man an ihm natürlich immer, wie an jederman, etwas aussetzen könnte, denn auch er muss Kompromisse eingehen, und auch er kann in der Politik nicht einfach alles sofort umsetzen. Die Probleme Brasiliens sind so immens grösser als unsere. Er verlässt aber seine Grundhaltung nicht, und kämpft weiter!!
Freundliche Grüsse
Die von Ihnen beschriebene Begebenheit hat neben der persönlichen Ebene, wo Sie darstellen, wie Sie nicht in die Euphorie der übrigen TeilnehmerInnen des Anlasses mit einstimmen können, noch eine weitere Dimension.
Ihre Beschreibung zeigt nämlich auf, wie „die Masse“ reagiert. Musik zum Beispiel ist ein wirkungsvolles Medium, um Menschen emotional zu ergreifen, aufzuwühlen und damit Botschaften zu vermitteln. Es gibt auch andere Themen und Medien, die die Menschen fast sofort emotional (also auf der Gefühlsebene) ergreifen und dann emotional reagieren lassen. So zum Beispiel das Thema Religion, Kindererziehung, Politik, Geld, sowie das Medium Bilder, oder Grossanlässe wie Fussballmatch, Konzerte, etc. Diese versetzen die Menschen in eine von Emotionen dominierte Verfassung. In dieser Verfassung sind die Menschen leicht zu überzeugen aber auch zu manipulieren.
Dieser Mechanismus wird von allen die ein Interesse daran haben, die Massen für sich zu gewinnen in ihren Strategien ausgenutzt. Zum Beispiel von Politikern, Werbern für Konsumgüter und Dienstleistungen und so fort.
Das bedeutet, dass derjenige am meisten Menschen - sprich Erfolg - für sich gewinnen wird, der es schafft, die Gefühle der Menschen anzusprechen. Dieser Mechanismus wird immer wieder bei Abstimmungen bestätigt. So haben sehr oft die auf Emotionalität zurecht geschneiderten Voten der SVP nicht geringen Erfolg und die auf der Vernunft fussenden weniger.
Denn es gibt eben auch hier eine Hierarchie. Das Stammhirn ist älter als das Grosshirn. Das Stammhirn ist für die überlebenswichtigen Funktionen zuständig, das Grosshirn für die „höheren“ Funktionen wie zum Beispiel Denken, Urteilsvermögen und Ähnliches. Das heisst, denken, urteilen etc. kommt immer erst nach der Sicherung der überlebenswichtigen Funktionen (Herzschlag, Blutversorgung im Organismus, Fluchtreflexen etc.). So löst Angst zum Beispiel zuerst Reaktionen im Stammhirn aus (Ausschüttung bestimmter Hormone etc.) und nicht das Denken über Lösungen eines Problems.
Diese Gesetzmässigkeiten bestimmen das Verhalten der Menschen unbewusst. Das bedeutet, dass Bedrohung (Stammhirn) immer prioritär vor Gerechtigkeitsdenken und Logik (Grosshirn) den Platz einnimmt. Dies erklärt den Erfolg bzw. Misserfolg von Abstimmungsvorlagen und Projekten.
Wenn Sie nun nicht in die allgemeinen emotionalen Begeisterungsstürme einstimmen konnten, heisst das meiner Ansicht nach nur, dass nicht nur Ihr Stammhirn, sondern auch ihr Grosshirn aktiv war …
http://www.reflexion-religion.ch
Wahrnehmung der Manipulation einer Menschenmenge durch beispielsweise einen Chief-Entertainer kann jeden innerlich bewegten und nachdenkenden Menschen dazu veranlassen, dass es einem 'abstellt'. So benötigen denn auch die meisten Menschen als Einstieg in solches Massenfeeling Alkohol, Religion oder andere 'Verstandestöter'. Einmal drin, ist das Mitmachen dann meist kein Problem mehr. Die Crux ist nur, dass genau das heute als gesund und normal angesehen wird...
Freude, der 'schöne Götterfunken' entspringt einer anderen Quelle, welche Sie gewiss kennen, da bin ich mir ganz sicher. Wer weiss, vielleicht entdecken die Massen ja irgendwann auch dieses Gefühl wieder.
Herzliche Grüsse
Marianne Ludin
Guten Tag Herr Bundesrat Leuenberger.
Nicht auf Befehl hin lachen und klatschen zu können ist gewiss keine Krankheit, wenn es davon rührt, dass man die Emotionalität im Raum nicht verstehen kann.
Allerdings, so denke ich, ist es gegen die eigene emotionelle Freiheit, wenn man, obwohl man selbst glücklich und zufrieden wäre, für eine fröhliche Stimmung eingestellt sein könnte, trotzdem weder klatschen, singen noch lachen kann.
Eine komplexe Gefühlswelt verlangt nach Gefühlsausdruck.
Es gibt Menschen die können generell kaum lachen, klatschen oder singen an grösseren Anlässen. Zu diesem Typus gehörte ich früher auch.
Je grösser der Anlass, desto Unheimlicher wurde es mir.
An Weihnachten wurde ich früher sogar ohne Grund mürrisch (vor allem wenn nur zu zweit), alleine deshalb, weil mir die allgemein 'befohlene' Feierstimmung missfiel. Das übertrug sich aber in für mich nicht legitimer Weise auf die Stimmung meiner Nächsten.
Ich verstehe, dass es durchaus gesunde Reaktionen geben kann seine Emotionen zu schützen, aber es gibt auch krankhaftes Verweigern.
Behinderung der eigenen Freiheit
Heute sehe ich es als Behinderung meiner inneren Freiheit an, wenn ich nicht mitlachen kann, wenn ich trotz Feierstimmung nicht zu singen und klatschen vermag.
Die Vergangenheit und Moral
Viele vor allem intelligente Menschen können oftmals nicht so recht fröhlich sein, aber auch Menschen die eine etwas zu moralisierende Vergangenheit durchgemacht haben, zum Beispiel nach strenger Christlicher Moral ausgerichtet wurden in ihrer Jugend, die vielleicht eine Art Preussische Selbstkontrolle und „Heiligenzustand“ verlangte.
Nicht auf Befehl Emotionen haben zu können ist nicht dasselbe wie gar keine Emotionen zu haben, wenn einfach alle fröhlich sind und ein Musiker die Menschen fröhlich stimmen möchte.
Wenn ich fröhlich bin und die Stimmung im Raum für mich stimmt, dann will ich aber auch lachen, klatschen und singen können.
Die Angst vor Masseneffekten ist jedoch oftmals ein vorgeschobener Grund um seine Reaktion nachträglich positiv zu deuten.
Der Verstand ist ohne Gefühle hilflos.
Man sollte beachten dass der Verstand ohne Gefühle steuerlos ist. Sowohl Gefühle wie Verstand fordern Freiheit, gemeinsam sind sie stark. Sogar die Lebensspanne profitiert davon, ob ein Mensch fröhlich sein kann.
Den Gefühlen nur Negatives zuzuschreiben ist eine 'moderne' Krankheit vieler Intellektuellen.
Solange ist das der Fall bis sie verstehen, dass der Mensch ohne seine Gefühle sich keinen Millimeter mehr aus eigener Kraft bewegen könnte, weil dann die Aufträge an den Verstand ausbleiben. Man beackert dann vor allem noch Aufträge an den Verstand, die von Aussen und nicht von einem selbst kommen. Man arbeitet für Andere.
Jenen die behaupten dass die Nazis ja auch die Massen nur mit Gefühlen gesteuert haben muss ich entgegen halten, dass gerade diese Extremisten ihr System auf mechanische Unmenschlichkeit und Rationalität ausrichten wollten, sie arbeiteten vorwiegend auf Verstandesebene. Künstler wurden verfolgt die keine ‚realistischen Bilder’ produzieren wollten und komplexe Gefühle ausdrücken wollten. Der perfekte Mensch sollte mechanisch einwandfrei funktionieren, sein Verstand geschärft werden und die Emotionalität auf ein paar wenige Gefühle reduziert werden.
Der Irrtum vieler Linken besteht darin, dass diese meinen das ‚Rechts’ vor allem die Gefühle der Massen ansprechen wolle. Das stimmt meiner Meinung nicht. Nein, man arbeitet damit dass man den Verstand von >gefühlsarmen< Menschen anspricht und deren Empathie kanalisieren will. Der Verstand eines gefühlsarmen Menschen soll begreifen dass ein Missbrauch stattfindet, dass es nicht darauf ankommt Minderheiten auszuradieren, dass die ‚Volksgesundheit’ und das ‚Volksvermögen’ in Gefahr ist wenn man den Missbrauch (sprich die Minderheiten und Andersenkenden) nicht ausmerzt.
Gefühlsarm sein heisst nicht, gar keine Gefühle zu haben.
Die schlimmsten Verbrecher gegen die Menschlichkeit lachten, klatschten und sangen nie bei Massenanlässen, es gelingt ihnen gerade noch die Hand zum Gruss zu erheben und zu poltern, mit Grimasse. Hass als Folge dessen das man einen angeblichen Missbrauch nicht will, ist natürlich vorgesehen, ebenso das Einigkeitsgefühl im Rahmen einer Allmachtsphantasie, bei Erfolg der eigenen Ideologie.
Die Politik leidet nicht unter zuviel Gefühlen, sondern sie leidet an >gefühlsarmen<, aber durchaus auch intelligenten Menschen, mit auf Nationalismus, mechanistischer Ideologie ausgerichteter Empathie. Deshalb kann ich nicht davon sprechen, dass ein zügeln der eigenen Emotionalität in jedem Fall und ohne Grund, etwas Nützliches für die Gesellschaft wäre und stets gesund für sich selbst und Andere ist.
Zuletzt: Gefühle sollen durchaus angesteuert werden, wenn irgend etwas erreicht werden soll, denn die Gefühle steuern uns alle. Es ist nicht die Frage ob, sondern WIE das zu machen ist. Eine Statistikkurve löst nun mal kaum Menschliche Regungen aus, weder eine 'Linke' noch eine 'Rechte'.
Exgüsi, aber einige Ihrer Äusserungen halten einer genaueren Betrachtung kaum stand.
Zum Beispiel: „Nicht auf Befehl Emotionen haben zu können ist nicht dasselbe wie gar keine Emotionen zu haben…“ Keine Emotionen haben, das gibt es schlicht nicht. Jeder Mensch hat ständig Gefühle und das Denken wird von diesen beeinflusst.
Zum Beispiel: „…dass der Verstand ohne Gefühle steuerlos ist.“ Ich nehme an, dass Sie mit ‚Verstand’ das Denken meinen. Wie oben erwähnt, gibt es kein Denken ohne Gefühle. Denken und Fühlen lassen sich nicht voneinander trennen oder sozusagen getrennt ‚tun’. Ob wir in einem Moment eher emotional oder verstandesbetont reagieren hängt davon ab, welche Hirnregion gerade die grössere Aktivität aufweist. Das Gehirn ist aber auch dann nicht nur in dieser Region, sondern immer als Ganzes aktiv.
Zum Beispiel: „Gefühlsarm sein heisst nicht, gar keine Gefühle zu haben.“ Ich bin der Meinung, dass es so etwas wie Gefühlsarmut nicht gibt. (Ausgenommen schwere psychische oder organische Erkrankungen, wo das Gefühlsleben (und das Denken) gestört sind.) Meines Erachtens liegt der Unterschied darin, dass es Menschen gibt, die ihre Gefühle bewusster wahrnehmen als andere und deshalb ihre Gefühle besser benennen können.
Bei der folgenden Aussage gehe ich einig mit Ihnen: „Sowohl Gefühle wie Verstand fordern Freiheit.“ Die Freiheit besteht aber nicht darin, sich unkontrolliert von seinen Emotionen fortschwemmen zu lassen oder umgekehrt, mittels Verstand seine Gefühle immer zu kontrollieren und zu unterdrücken. Obwohl auch hier beides in bestimmten Situationen seine Berechtigung hat. Zum Beispiel, bei einem tragischen Ereignis soll man seinen Emotionen freien Lauf lassen können oder umgekehrt sollte man die Wut, die man gegenüber einem Polizisten empfindet, der einem gerade eine saftige Busse gibt, beherrschen können.
Freiheit besteht darin, sich entscheiden zu können. Also sich bewusst zu entscheiden, will ich mit einstimmen in das Klatschen, Singen, Schunkeln etc.? Will ich mitmachen oder nicht mitmachen? Will ich mir die Freiheit nehmen und meinen Gefühlen freien Lauf lassen oder nehme ich mir die Freiheit, meine Gefühle verbergen? Will ich mich dem Willen des Sängers (mitsingen, klatschen etc.) unterwerfen oder nicht unterwerfen? Will ich teilhaben und Teil dieser begeisterten Masse sein oder will ich das nicht?
Es gibt keine Freiheit, ausser die Freiheit im Kopf.
innerlich mache ich la ola. Ganz allein und ohne, dass ich mich von irgendeiner kollektiven Fröhlichkeit hätte anstecken lassen müssen. Einfach nur, weil ich mich über ihren Beitrag so freue.
Vielen Dank und herzliche Grüsse
Esther
"Denken und Fühlen lassen sich nicht voneinander trennen".
Ich kann durchaus im Gefühl eine andere Ansicht als in meinem Denken haben und das recht gut trennen.
Ich gehe mit ihnen aber darin Einig dass stets das gesamte Gehirn aktiv ist, das sagt aber keinesfalls etwas über das Bewusstsein selbst aus. Zwar hat der Mensch ständig Gefühle, aber der Zugriff über das Bewusstsein ist sequentiell und von Mensch zu Mensch stark verschieden.
Ich nutze das Wissen wie meine Gefühle funktionieren zum Beispiel um Situationen zu begegnen in denen ich etwa Wut empfinde. Ich weiss von mir dass Wut bei mir eine Halbwertszeit von ca. 15 Minuten besitzt, je nach Situation. Unter Wut würde mein Wollen anders aussehen als wenn meine Wut ‚verraucht’ ist. Wenn ich also Wut empfinde ziehe ich mich oft bewusst zuerst aus dem Gefahrengebiet zurück. Ich denke in Ruhe über die Situation nach und entscheide dann ob die Wut berechtigt war oder nicht. Es gibt aber Situationen in denen ich bewusst meine Wut unmittelbar ablasse, das hängt davon ab ob ich eine betreffende Situation bereits kenne oder nicht. Aggressionen die berechtigt sind müssen abgebaut und unmittelbar bereinigt werden, da sie sonst unbewältigt zurückbleiben und etwa Empfindungen wie Trauer hinterlassen. Auch Freude, Singen, Klatschen, Beifall sind spontane Gefühlsäusserungen die unmittelbar ‚abgebaut’ werden müssen, wenn sie ehrlich vorhanden sind. Macht man das nicht, so schädigt man sein Empathievermögen und neigt dann zu Cholerischen Zuständen.
Natürlich wird das Denken von den Gefühlen beeinflusst, ich sagte dass die Gefühle Elemente des Wollens sind und das Denken durch das Wollen angetrieben wird.
Aber Sie haben sicher Recht wenn Sie sagen dass die Freiheit aus dem Kopf kommt, beziehungsweise auch die Unfreiheiten entstammen, anhand dessen wie wir gelernt oder nicht gelernt haben.
Mit Gefühlsarm meine ich den verengten Blickwinkel von Personen. Wenn ein Mensch intensiv über längere Zeit die Gefühle anderer Menschen ausblendet. Das hat zur Folge dass der Lerneffekt über die Zustandsbeschaffenheit der Mitmenschen stark reduziert ist. Die Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und zu deuten, muss man lernen, ansonsten beginnt man zu verallgemeinen.
Achten Sie auf die aktuelle Wahlpropaganda der SVP, die richtet sich an den Verstand von gefühlsarmen Menschen. «Ganz Europa hat Angst vor fremden Kulturen»
«Wir dürfen das nicht Tolerierbare innerhalb unserer Grenzen nicht mehr tolerieren.» «Der Politik des Wegschauens und Schönredens ein Ende setzen»
Die meisten Wahlsprüche sind Entpersonalisiert und auf ganze Menschengruppen aufgeschlüsselt. Mit Gefühlsarm meine ich die Verallgemeinerung durch Beschränkung des Blickwinkels.
Nur Menschen mit einem drastisch eingeschränkten Blickwinkel können daraus ein Wollen ableiten.
Alle anderen Menschen wissen Das Europa keine Angst haben kann, weil ein Kontinent keine Gefühle besitzt, sie wissen das es bereits Gesetze gibt die ‚Untolerierbares’ nicht erlaubt weil die Gesetze bereits bestimmen was tolerierbar ist, sie wissen das Schönreden den vorhandenen Statistiken widerspricht nach denen Politiker und der Staat bereits reagieren müssen und Wegschauen höchstens jene Einzelnen Politiker ohne Einfühlungsvermögen in Einzelschicksale anbetrifft, also die bekannten Initianten der Propaganda selbst die sich nicht um Einzelschicksale bemühen wollen, weil sie die Fähigkeit dazu gar nicht besitzen.
Ich machte in meiner Jugend ähnliche Erfahrungen, nicht etwa weil ich das Ding mit den Massenphänomenen bereits durchschaute, sondern schlicht, weil während der Klatscherei die Musik nicht gar nicht mehr zu hören war. Erst mein Musiklehrer stand schliesslich auf meiner Seite als er darlegte, dass Musik über Musik kommuniziert.
So unterstelle ich jenen unentwegten Claqueurs mangelnde musikalische Kommunikationsfähigkeit und einen immensen Hang zur Langeweile, wenn sie bei kaum angeklungenen Rhythmen gleich kritiklos ihre Patschhändchen aufeinander schlagen müssen zwecks Abreagierens irgendwelcher Dränge, über deren Wesen sie kaum eine Ahnung besitzen.
Musiker, die solche «Claquerie» bewusst heraufbeschwören und gerne damit prahlen, wie sehr doch das Publikum während ihrer Auftritte mitmache, befinden sich in einem permanenten Irrlauf und beschäftigten sich wohl besser als Handelsreisende für Körpercremes.
Dazu mutmasse ich, solche Musiker besässen gar nicht den Mut, sich einem Schlussbeifall zu stellen, selbst wenn der nicht so riesig ausfallen sollte.
verogruss
nur noch kurz...
Sie schreiben:
"Freiheit besteht darin, sich entscheiden zu können"
Der Spruch deutet auf den zentralen Fragepunkt des Antischunkel Reflex 'Virus'.
Glauben Sie wirklich dass wir diese Freiheit haben und glauben Sie Herr BR Leuenberger's Antischunkel -Reflex sei ihm selbst immer willkommen?
Ich glaube definitiv seit langem nicht mehr daran, dass ich mich stets frei entscheiden könne. Neben Reflexen die ich ebenfalls habe, ziehe ich noch viele andere Reaktionen aus meinem Verhaltensregister, bevor mein Bewusstsein auch nur ahnt, dass hier Entscheidungen getroffen werden.
Das muss man zuerst entdecken, bevor man aus 'freier Entscheidung' zu handeln vermag oder sich in Zukunft korrigieren kann.
Mit besten Grüssen: Andres
http://www.legatax.ch
"Die Musik verleiht dem Universum eine Seele, dem Geist Flügel, der Phantasie Flugkraft, der Traurigkeit einen Zauber,
und allen Dingen Freude und Leben."
Das Zitat stammt von Plato
Was ihren Beitrag anbetrifft:
Mein Europäisch geschulter Verstand gibt Ihnen Recht, meine Moral aber ereifert sich ob dem Unverständnis anderer Musikkultur und meine Gefühle lachen, klatschen und singen, weil sie eben eine Platte von Gilberto Gil anhören.
Man wähle nun meine Meinung selbst aus der angebotenen Trinität, wie es beliebt.
Auf meine Aussage „Freiheit besteht darin, sich entscheiden zu können“ fragen Sie mich, ob ich glaube, dass wir wirklich die Freiheit dazu haben und ob ich glaube, dass Herrn Leuenberger’s Antischunkelreflex ihm selber immer willkommen sei.
Es sind zwei Fragen zu beantworten:
1. Haben wir wirklich die Freiheit zu entscheiden? Ja, ich behaupte, dass grundsätzlich die MÖGLICHKEIT dazu besteht. Wer zwingt Sie, während eines Anlasses aufzuspringen und die Hand in die Luft zu heben oder zu klatschen, weil es eine Person auf der Bühne es so will? Sie selbst sind es – bewusst oder unbewusst haben sie sich dazu „entschieden“. Deshalb die Ergänzung meiner Aussage im nachfolgenden Satz:“ Freiheit heisst, sich BEWUSST zu entscheiden …“ Denn das was uns unbewusst „steuert“, ist eben gerade nicht Freiheit – weil wir dann keine Wahl haben. Aber wer steht uns im Wege, uns frei bzw. bewusst zu entscheiden? Doch niemand, ausser wir selber.
Deshalb nochmals: Es gibt keine Freiheit, ausser die Freiheit im Kopf.
Sie haben recht, das alles muss man zuerst entdecken … und bereit sein, an sich selber zu arbeiten.
2. „Ist der Antischunkenreflex von Herrn Leuenberger ihm selber immer willkommen?“ Das Wesen des Reflexes besteht darin, dass etwas unwillentlich, eben reflexartig geschieht. Ob Herr Leuenberger das willkommen ist oder nicht müssen Sie ihn schon selber fragen.
http://www.fewthings.blog.de/
Da bezeichnet ein Bundesrat, also einer, der nicht nur wohlbehütet, sondern privilegiert aufgewachsen ist und bis zum Bundesrat Karriere machen konnte, sein Privileg, nicht mitklatschen zu müssen, wenn ihm nicht danach ist, als Krankheit. Nicht zu fassen. Weiss der Herr Bundesrat nicht, dass es hierzulande Hunderttausende gibt, die – zu Obrigkeitsgläubigkeit und Demut erzogen – bei jeder erdenklichen Gelegenheit mitklatschen müssen, wenn sie keine Nachteile in Kauf nehmen wollen? Wir sind ein Volk mit Menschen, die nicht nur beim Jodeln die Fäuste in die Hosensäcke stecken.
Ich selber – wenig privilegiert und als Mensch mit einer Behinderung weitgehend von Behörden und den Entscheiden sozialdarwinistischer Gesinnungstäter in der Politik fremdbestimmt – habe mir dennoch immer das Recht genommen, dann zu klatschen oder es sein zu lassen, wenn ich es gemäss meiner sozialen und rechtsempfindlichen Einstellung für richtig hielt. Und ich habe für meine eigenen geklatschten oder stillen Meinungsäusserungen immer gebüsst. Ich habe in meinem Leben für die Inanspruchnahme der Meinungsäusserungsfreiheit mehr Busse getan als die betenden Klosterfrauen, die mich liebevoll aufgezogen und erzogen haben.
Da war der Heimleiter, der im Heim immer nur vorbeikam, um uns Buben mit dem Lederriemen den nackten Arsch zu versohlen. Weil ich als sehr braver und sensibler Bub dabei immer weinen musste, wenn meine Freunde verdroschen wurden, bekam ich auch so manche schallende Ohrfeige verpasst („jetzt weißt du, warum du weinst“).
Da war der Lehrmeister, der es nicht ausstehen konnte, wenn ich seine frauenfeindlichen Witze nicht wie die Kollegen mit einem Lachen, sondern mit einem schockierten Gesichtsausdruck quittierte. Er durfte mich dafür blossstellen und als Weichei oder schwuchteliges Sensibelchen beschimpfen, was in den damaligen Zeiten ganz besonders gut ankam.
Da war ein Gewerbeschullehrer, der einem kritischen Schreinerlehrling, der sich erlaubte, seine Natur- und Holzkenntnisse in Frage zu stellen, vor versammelter Klasse mit einem Teppichmesser die lange blonde Lockenpracht kürzte. Ich war damals nicht der einzige in der Klasse, der lange Haare bis auf Gürtelhöhe trug. Aber ich war der einzige, der seine fehlenden Holzkenntnisse kritisierte...
Da war ein Arbeitgeber, der es sehr blöd von mir fand, dass ich seine kundenfeindlichen Sprüche (die er regelmässig in Abwesenheit der Kunden zum Besten gab) nicht beklatschte; Er bestrafte mich mit dem Entzug der Gratifikation, obwohl ich doch sonst der beste und fleissigste Schreiner in seiner Bude war.
Da war ein anderer Arbeitgeber, der vor Abstimmungen immer die Meinung seiner Mitarbeiter hören wollte. Und wehe, es hatte einer eine Meinung, die sich nicht wenigstens annähernd mit der seinen deckte. Ich wurde von ihm gemobbt und ich war rechtzeitig gescheit genug, selber zu kündigen.
Da waren in meinem ganzen Leben noch so viele, die mich dafür bestraften, dass ich nicht an der falschen Stelle klatschen wollte.
Heute als Mensch mit einer Behinderung werden meine mitklatschenden oder stillen oder auch verbalen Meinungsäusserungen noch um einiges stärker beobachtet und kontrolliert, um jede Gelegenheit nutzen zu können, mir eins auszuwischen oder Schaden zuzufügen. Mit den Knebeln, die mir zwischen die Beine geworfen werden, könnte ich mehrere Winter lang heizen. Was zur Folge hat, dass ich mich lieber in die wohltuende Einsamkeit zurückziehe, als mich andauernd verächtlichen Blicken und Denunzierungen auszusetzen. Mein Engagement gegen die 5. IV-Revision und meine diesbezüglichen öffentlichen Auftritte haben für mich widerliche (auch finanzielle) Folgen. Ein der SVP nahestehendes Behördenmitglied bezeichnete mein Engagement sogar als „selbstzerstörend und selbstbedrohend“ (dahinter schwebt die Idee zu einem fürsorglichen Freiheitsentzug).
Aber das ist von unsereins alles zu verkraften. Weil es Hunderttausenden so ergeht und weil es Alltag ist. Die Schweiz ist ein Volk voller Denunzianten, Ignoranten und sozialdarwinistischen Gesinnungstätern, die stets an der falschen Stelle klatschen und jene bestrafen, die es nicht tun.
Und da kommt nun eine äusserst privilegierte Person wie Herr Bundesrat Moritz Leuenberger und berichtet über den heftigeren Fortgang seiner „Krankheit“, aus innerer Überzeugung nicht an falscher Stelle klatschen zu können. Hehe, wie weit haben wir es eigentlich in der Schweiz gebracht? Sie Herr Bundesrat Leuenberger sind doch einer der wenigen, die eben nicht an der falschen Stelle klatschen. Weil sie nicht nur mit der linken rationalen Hirnhälfte, sondern ganzheitlich auch zusammen mit der rechten emotionalen Hirnhälfte Politik betreiben. Und deshalb völlig gesund sind. Bleiben Sie gesund und klatschen Sie weiterhin nicht an falschen Stellen im Interesse jener, die nicht so privilegiert sind wie Sie und sich Meinungsäusserungsfreiheit nicht leisten können.
Oder irre ich mich etwa? Sind wir heute so weit, dass sich nicht einmal mehr ein privilegierter Bundesrat leisten kann, an falscher Stelle nicht zu klatschen? Dann ist es Zeit, wenn wir den stinkenden Ziegenböcken die Hörner stutzen und sie raus auf die Weiden treiben, wo sie hingehören; Es muss ja nicht das Rütli sein...
FEW things
Vielen Dank für Ihre Antworten!
Sie schreiben:
"Denn das was uns unbewusst „steuert“, ist eben gerade nicht Freiheit – weil wir dann keine Wahl haben."
Das können sie so auslegen, sicher ist dies auch gemäss der aktuell führenden Intelligenzija so üblich. Ich habe aber zum Teil andere Freiheitsvorstellungen.
Zum Gegenstand stellt sich hier der Begriff ‚Bewusstsein’.
Ich billige zum Teil meinem ‚Unterbewusstsein’, wie Sie das nennen, auch Freiheiten zu und fühle mich durch dieses 'Steuersystem' nicht Unfrei noch halte ich die für weniger wichtig, selbst dann nicht wenn ich (das Bewusstsein), gar keine Wahl habe. Ich halte meine eher unbewussten Persönlichkeitsteile durchaus für fähig, ihre eigenen Freiheiten zu leben und sehe das dann ebenfalls als Frei entschieden an.
Wenn ich wütend bin, dann will ich keine Wahl haben nicht wütend zu sein, wenn ich fröhlich bin, dann ist das genauso wie wenn ich Liebe, etwas das mein Bewusstsein verändert, bevor ich dazu irgendetwas entschieden habe. Ich entscheide nicht, WEN ich liebe und WARUM ich es tue.
Diese vielleicht auf Körperchemie beruhenden Steuerungen sollen ihre eigene Freiheit haben. Die Freiheit des Unbewussten bildet auch einen Teil meiner Freiheit, man muss sich nur ganzheitlich erfassen. Wenn man sein Soziales Umfeld noch in seine eigene Persönlichkeit integriert, dann wird das Wort Wahl oft auch noch ausgelagert (bei mir).
Die Begriffe ‚Freiheit’ und ‚Bewusstsein’ sind für mich wie Schweizer Käse, am Rand zum Nebulösen tendierend.
In mir rebelliert der Verstand immer heftigst, ich fühle mich immer einfach nur verulkt und auf den Arm genommen, als Individuum nicht respektiert, wenn man mir dümmliche Shows präsentiert oder von mir verlangt, "gute Miene" zu einem Spiel zu machen, das mich nicht interessiert, oder das mir sogar zuwider ist.
Das Leben ist schwieriger, wenn man zu seinen Gedanken und Gefühlen steht - aber es ist auch zufriedenstellender. Man bleibt immerhin sich selbst treu,
Bitte beachten Sie, dass ich ‚bewusst’ beziehungsweise ‚unbewusst’ nie gewertet habe.
Zum Begriff Freiheit: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit
Zum Begriff Bewusstsein: http://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein
http://www.hobbes.ch
Herzliche Gratulation - die in diesem Beitrag verlinkte Rede zum Cicero von Thomas G. ist wieder einmal ein Glanzstück. Ich weiss nicht, ob Sie Ihre Reden selber schreiben oder nicht - aber ich habe Sie während des Lesens reden gehört und mehrmals laut gelacht.
Nebenbei bemerkt ein Kommentar zu diesem Blog als solcher: Ich freue mich darüber, dass auch die Classe politique endlich zu verstehen beginnt, dass man Kommunikationsmedien durchaus sinnbringend nutzen kann - und mit sinnbringend meine ich in diesem Fall: Den WählerInnen "Sinn bringen" - nämlich: Was haben Sie im Sinn? Bin ich noch bei Sinnen, wenn ich Sie wähle (gut, das kann ich nicht direkt, aber trotzdem, es passt so schön). Denn mit diesem Blog geben Sie mir etwas, was ich bei den meisten Ihrer Kolleginnen und Kollegen (im B-, S- und N-Rat) schmerzlich vermisse: Einblicke in Gedanken, Wertvorstellungen, Inhalte und Ziele. Und deswegen wähle ich Sie ja, oder nicht?
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Ich gratuliere all denen, die meinen Ratschlag befolgt haben, und in Aktien von erneuerbaren Energien investiert haben.
Die Aktie von
3S Swiss Solar ist alleine seit Anfang 2007 um mehr als das 4-fache gestiegen.
Conergy Solar und Windkraft ist seit Anfang 2005 um beinahe das 10-fache gestiegen.
Greentech Windenergie ist seit 2002 um das 10-fache gestiegen.
Meyer Burger ist seit November 2006 um das 5-fache gestiegen.
Nordex Windenergie ist in den letzten 3 Jahren um das 3-fache gestiegen.
Solarworld ist seit 2003 um mehr als das 100-fache gestiegen.
Vestas Windenergie ist in den letzten 3 Jahren um das 5-fache gestiegen.
Werter Herr Leuenberger,
Ihre originellen und gebildeten Referate auf Ihrer Homepage gewürzt mit den humorvollen und ironischen Mehrdeutigkeiten lese ich gerne und lasse mich auch davon inspirieren.
Wenn Sie sich als Informationsminister und Medien-Verantwortungsträger der Schweiz jedoch hinreissen lassen, eine „Predigt“ über Massenphänomene und Musikeinflüsse zu halten, benötigte ich ein Time-out, bevor ich mich wieder zu Wort gemeldet habe.
Massenereignisse und Musik, zwei Themenbereiche, welche in historischen wie angewandten Forschungsarbeiten unendliche Felder der Auslegungen und Darstellungen zulassen mit einem Populärbegriff wie „Antischunkelreflex“ zu assoziieren, darf wohl auf Ihrem Denkniveau als problematisch bezeichnet werden.
Im Weiteren führen Sie diesen Antireflex auf ein einziges Erlebnis aus Ihrer Jugendzeit zurück, dramatisieren den Meinungsmix völlig indifferent mit „einer Krankheit“ und verbinden die drei erwähnten Massenepisoden mit der eigenen Wortschöpfung „Massenpsychose“.
In der Folge sind die Stellungnahmen im Blog „massensuggestiv“ eher emotional ausgefallen, obwohl einige wie Globi (in ungewohnter aber träfen Kürze), O. ,
A. Stäubli@vero und FEWthings (etwas weniger persönlicher Ärger wäre eher mehr gewesen) rational und z.T. berechtigt kritisch reagierten.
Persönlich bin ich der Meinung, soll an Massenveranstaltungen mit Musikdarbietungen jedefrau/jedermann dem Bewegungs- oder Stillhaltedrang nachgeben wie sie/er will, die Welt wird deswegen nicht mehr oder weniger suggestiv beeinflusst.
Beeinflusst werden wir u.a. von den Psycho-Tricksereien im Werbe- und Konsumumfeld, wo Farben, Formen, Texte, Musik in all ihren Kombinationen nachhaltige Reizspuren hinterlassen.
Von meinem Text allerdings müssen Sie sich nicht zu einer Reaktion verleiten lassen. Das ist eh nur digitale Farbe auf weissem Hintergrund …
Mit gewohnt freundlichen Grüssen
Walter R. Kopp
http://www.fewthings.blog.de/
Ist das hier jetzt ein Blog für Börsennachrichten? Respektlos.
FEW things
http://www.fewthings.blog.de/
...schon wieder einer, der Noten verteilt und Einschränkung wünscht. Wenn Ärger den Ton angibt, berichte ich über Ärger, laut und deutlich und so heftig, dass die LeserInnen den Ärger spüren können. Wenn Freude herrscht, schreib ich in angepasster Intensität über Freude. Ich bin eben kein Diplomat und nehme keine Rücksicht auf das Harmoniebedürfnis anderer. Das ist das Schicksal und gleichzeitig die Kraft und die Macht der Armut.
Ich habe 1000 Krankheiten. Einige sind schulmedizinisch diagnostiziert, nur der Antischunkelreflex ist als Krankheit nicht dabei. Er hat mir im Leben viel Ärger verursacht, das ist Schicksal. Er garantiert mir aber auch, mir selber treu zu sein und zu bleiben, nicht an falschen Stellen zu klatschen, keine falschen Götter anzubeten, meine eigene Meinung zu vertreten und gegen meine Überzeugung weder dem Geld noch den Parteien und schon gar nicht der SVP und alles, was links von ihr steht – und das ist sehr viel - nachzuseckeln. Ich habe halt ein lautes Mundwerk, jedoch keine gespaltene Zunge, die links rot und rechts braun eingesabbert ist...
Der Antischunkelreflex ist die Manifestation meiner Würde. Das gibt Kraft, sich auch mal zu verweigern. Verweigerung ist die Macht der Armut.
FEW things
Nicht behindert, sondern ein Mensch mit Behinderungen.
nein, das ist eine sogenannte Push-Massnahme (Marketing) im Bereich Umweltschutz.
Wenn man börsenquotierte Firmen/neuerbare Energien investiert, pushed man deren Wirtschaftlichkeit, und dadurch den Output, was der Umwelt zu gute kommt.
Gleichzeitig ist der Return on Investment in diesem Bereich besonders hoch.
Alle, die in Aktien von z.B. UBS, Credit Suisse, Novartis, Holcim, Nestle.... etc investieren, sind eindeutig dumm und nicht in der Lage, eine Umfeld-Analyse zu machen und erfolgsorientiert zu anzulegen.
Leider kann man nicht sagen, dass sie selber Schuld sind, denn ihre Anlagen würden natürlich die Erneuerbaren noch mehr pushen, und die Renditen steigern....
Es lebe die Umwelt.
Es lebe die Rendite.
Es lebe die Freizeit, die man sich damit leisten kann, in einer schönen intakten Umwelt.
Ich lebe hoch, hoch, hoch....
Ist das hier jetzt ein Blog, wo man nicht mehr seine Meinung und Gedanken äussern kann, ohne Ihnen immer irgendwie auf den Schlips zu treten …
Ihre „Gehirn“ –Blogs sind sicher interessant aber, „Exgüsi“, widersprüchlich.
Dass Gefühle, die umgesetzte Informationen von Sinnesorganen sind, das Denken anregen bzw. steuern ist bekannt. Die Kopplung von Fühlen und Denken ist aber sehr variabel und nicht so absolut, wie Sie es darstellen. Es kann im Extremen vom Fühlen unbeeinflusstes Denken und vom Denken unbeeinflusstes Fühlen geben.
Das zweite „Exgüsi“ kommt bei: „Sowohl Gefühle wie Verstand fordern Freiheit.“. Das tönt so nach liberalem, politischem Manifest. Wollen Sie etwa den Millionen in Unfreiheit lebenden Menschen das Fühlen und Denken absprechen? Klar ist, dass Kreativität, z.B. in Kunst und Wissenschaft, Freiheit fordert und es nötig sein kann, Grenzen zu überschreiten, um Neuland zu erreichen. Der Anwendungsbereich für Freiheit muss immer genau definiert werden, er ist eben sehr kontrovers und führt oft zu den grössten Missverständnissen in unserer Gesellschaft. Der Freiraum für das Denken ist wahrscheinlich am grössten, für das Fühlen ist er schon eingeschränkt– denken Sie an den Schmerz -, ebenso für das Handeln.
Sie sagen: „ Freiheit besteht darin, sich entscheiden zu können.“. Die Entscheidung ist ein Denkvorgang, der nicht von den Gefühlen getrennt ablaufen kann. Die Gefühle lassen sich nicht einfach ausschalten, aber sie können leider sehr stark manipuliert werden, -denken Sie an unterschwellige Reklame, Alkohohl und stärkere Drogen auch bei Massenveranstaltungen-.
Wenn Andres Stäubli seinen Gefühlen volle Freiheit geben will muss er akzeptieren, dass seiner Denk- und Handlungsfreiheit engere Grenzen gesetzt werden (von der Natur oder auch der Gesellschaft).
Übrigens kann ich der Logik im Beitrag A.S. vom 14.07 betreffend Masseneffekten (Massenhysterie) nicht folgen. Sie sehen offensichtlich grundsätzliche Unterschiede zwischen den Massenveranstaltungen der Nazis und den heutigen. Aber alle beide haben den Zweck die Entscheidungen des Volkes von der Verstandesebene weg stärker auf die Gefühlsebene zu verschieben (auf der sie dann leichter zu manipulieren sind). Das ist doch das von populistischen Bewegungen bekannte Verfahren, das eben viele Menschen, nicht nur die ¨Intelligenzija¨, als gefährlich ansehen.
Die Cicero-Rede war herrlich. Grosses Kompliment. Und der Antischunkelrefelx? Kein Problem! Halten Sie es doch einfach so wie ich: wer seinen eigenen Stil hat, braucht nicht jedem Trend nachzuseck...sorry: nachzuspringen. Das gilt in der täglichen Verhaltensweise genauso wie zum Beispiel in der Mode.
http://www.bassattac.net
keep on singing
Ich kann, entgegen Ihrer Behauptung, in meinen Beiträgen keine Widersprüche erkennen.
Falls Sie sich mit den Begriffen Denken, Gefühl, Freiheit vertieft auseinandersetzen möchten, empfehle ich Ihnen Wikipedia – eine Quelle vielfältiger, seriöser und interessanter Informationen.
http://www.fewthings.blog.de/
„Ist das hier jetzt ein Blog, wo man nicht mehr seine Meinung und Gedanken äussern kann, ohne Ihnen immer irgendwie auf den Schlips zu treten …“
Nein, sicher nicht. Aber ich verstehe halt nicht so richtig, weshalb es Leute gibt, die hier irgendwelche Beiträge posten, die überhaupt nichts mit dem Thema des Beitrags von Bundesrat Moritz Leuenberger zu tun haben. Ich finde es respektlos, in einem Blog themenfremde Beiträge zu platzieren und damit diese prominente Plattform für die eigenen Missionen missbrauchen. In meinem Blog würde ich dies sicher nicht zulassen.
@ herzgog und freund von picasso
„nein, das ist eine sogenannte Push-Massnahme (Marketing) im Bereich Umweltschutz.“
Das habe ich schon begriffen, ich bin ja nicht blöd und schliesslich gelernter Marketing-Fachmann. Nur ist mir nicht klar, was ihre Marketingmassnahmen und Börsenkurse mit dem Beitrag über den „Antischunkelreflex“ von BR Moritz Leuenberger zu tun haben sollen. Picasso hatte jedenfalls ein besseres und kreativeres Konzept und war einer, der akribisch ein Thema malend verfolgte und sich nicht verzetteln liess. Sie sollten sich an ihm ein Beispiel nehmen; Dazu sind „Freunde“ doch auch da...
FEW things
ich lese ihre bücher und kolumnen mit viel interesse und amüse mich köstlich über ihren so feinen humor
eine nur hausfrau
http://www.ttobias.ch
dass ich meine Frage hier platziere hat seinen guten Grund, Sie werden gleich sehen.
Man erzählt sich in Vegetarierkreisen, dass Sie kein Fleisch essen. Stimmt das? Sie würden zwar Fisch essen, also muss ich annehmen, dass Sie das nicht aus "ethischer", echter religiöser oder moralischer Sicht, bzw. Mitgefühl mit der Kreatur machen. Darf ich Sie nach den Gründen fragen? Für mich ist ein Tieresser halt noch kein kultivierter, auch kaum vergeistigter, bewusster Mensch, ein bisschen intellektuell an der Oberfläche vielleicht. Und die tägliche Massentiermorderei ist halt auch eine Massenpsychose und hängt tief zusammen mit all den entsprechenden negativen Erscheinungen auf der Welt. Den Tolstoi bemühen wir jetzt nicht.
Warum tun Sie nichts in der öffentlichkeit gegen diesen eigentlichen Wahnsinn? Irgendeinmal ein Machtwort. Etwas Wachrüttelndes, das muss doch wichtiger sein als Potentateneitelkeit, die ich in Ihnen nicht sehe.
Freundlich grüsst
Tobias Lienhard
Santo Domingo, R.D.