Huttwil und Hilton
[Version française Huttwil et Hilton]
Sorry, ich war abwesend, nach Holland in Wien, wo ich bei der der meist eher konservativen ÖVP über die Bedeutung von politischen Parteien sprach, und dann in Genf, wo ich vor der meist eher fortschrittlichen Sozialistischen Internationale über den Zusammenhang von Krieg und Klimapolitik spreche (alles je auf Internet zu finden). Zwischen all diesen Auftritten in gleissendem Scheinwerferlicht internationaler Medien war ich in Huttwil. Dass dort die Unwetter mehrere Tote verursachten, hat mich sehr mitgenommen, und ich wollte den Menschen in dieser Gegend, insbesondere den Familienangehörigen meine Anteilnahme zeigen. Es gab kaum Medien. Ich habe meinem Stab sogar ausdrücklich gesagt, ich möchte nicht, dass man nur wegen mir solche anvisiert. Manchmal laufe ich in meinem Beruf nämlich etwas die Gefahr, der These zu erliegen, es fände nur statt, worüber die Medien berichten. Das stimmt nicht. Es ist oft zufällig, wo die Medien sind und von wo sie berichten. Es gibt viel Elend, Hunger, ja Kriege, von denen wissen wir trotz Überflutung mit Informationen aus aller Welt nichts. Dafür beschäftigt sich alle Welt intensiv mit Knut oder Paris Hilton. Umso wichtiger ist es, dass wir auch dorthin gehen, wo keine Medien sind und anderen Menschen als Mensch in die Augen blicken. Ich versuchte das in Huttwil zum Ausdruck zu bringen.
Meine Ansprache lautete:
„Merkwürdig, wie unterschiedlich öffentliche Reaktion auf ein Unglück ausfallen. Vor zwei Jahren wurden Teile der Innerschweiz, v.a. Nidwalden überschwemmt. Im Fernsehen sahen wir Filme aus der Vogelschau, gedreht aus Helikoptern. Alle waren entsetzt über das Ausmass der Schäden. Betroffene äusserten sich darüber, wie sie alles erlebt haben, über die zerstörten Garagen und Wohnungen, über vernichtete Erinnerungen. Samuel Schmid, der damalige Bundespräsident, besuchte die Gegend zwei Mal, ich als Umweltminister ebenfalls. Dennoch gab es ausführliche Kritik in den Medien und im Parlament, wir seien zu spät gekommen, wir hätten nicht alle Schadensorte besucht. Eine Zeitung empörte sich, ich hätte einen unpassenden Regenmantel angezogen. Ja, die Schäden waren gross, die Bilder spektakulär.
Das ist die Optik der Kamera. Je näher die Kamera, je mehr Kameras zu Stelle, desto grösser die Betroffenheit des Landes. Das ist in der ganzen Welt so. Es gibt viele Katastrophen, über die halten wir uns nicht auf, weil wir sie nicht kennen, weil keine Medien dort sind.
Und das ist auch in unserem Land so.
Das Unglück, das wir heute betrauern, erfuhr ich aus dem Teletext. Ich war wie gelähmt, als ich las, dass hier Menschen starben. Aber es informierte mich kein Katastrophendienst, kein Medium drängte auf Anteilnahme. Und die Behörden Ihrer Gemeinde haben in grosser Bescheidenheit nicht die Anwesenheit eines Bundesrates verlangt oder gar darauf gedrängt, heute hierher zu kommen.
Ich bin trotzdem gekommen. Und ich habe die Medien nicht darüber informiert. Denn ich bin hier eigentlich gar nicht so sehr als Bundesrat, sondern einfach, weil mich dieses Unglück beschäftigt, weil es mich bewegt hat, dass hier Menschen gestorben sind. Der Oberaargau ist die Gegend meiner Heimat. Ich habe während der Schulzeit meine Ferien hier bei Bauern verbracht und meine Heimatgemeinde Rohrbach hat mich gefeiert, als es mir gut ging und ich Bundesrat wurde. Und so möchte ich, wenn hier Trauer herrscht, wenn es nicht gut geht, hier sein. Ich möchte, dass das ein Zeichen der Solidarität ist, der Solidarität von Mensch zu Mensch. Denn wir sind alle mitten im Leben vom Tod umgeben.
Ich möchte auch, dass es ein symbolisches Zeichen des Bundesrates ist. Unser Land denkt an Sie, die Sie Ihre Lieben verloren haben, mitten aus dem Leben gerissen. Im Namen aller Menschen in unserem Lande möchte ich Euch versichern: Wir denken an Euch. Wir sind bei Euch. Mitten in diesen Gedanken an den Tod, sollen Sie vom Leben umgeben sein.“
Bis bald
Moritz Leuenberger
Sorry, ich war abwesend, nach Holland in Wien, wo ich bei der der meist eher konservativen ÖVP über die Bedeutung von politischen Parteien sprach, und dann in Genf, wo ich vor der meist eher fortschrittlichen Sozialistischen Internationale über den Zusammenhang von Krieg und Klimapolitik spreche (alles je auf Internet zu finden). Zwischen all diesen Auftritten in gleissendem Scheinwerferlicht internationaler Medien war ich in Huttwil. Dass dort die Unwetter mehrere Tote verursachten, hat mich sehr mitgenommen, und ich wollte den Menschen in dieser Gegend, insbesondere den Familienangehörigen meine Anteilnahme zeigen. Es gab kaum Medien. Ich habe meinem Stab sogar ausdrücklich gesagt, ich möchte nicht, dass man nur wegen mir solche anvisiert. Manchmal laufe ich in meinem Beruf nämlich etwas die Gefahr, der These zu erliegen, es fände nur statt, worüber die Medien berichten. Das stimmt nicht. Es ist oft zufällig, wo die Medien sind und von wo sie berichten. Es gibt viel Elend, Hunger, ja Kriege, von denen wissen wir trotz Überflutung mit Informationen aus aller Welt nichts. Dafür beschäftigt sich alle Welt intensiv mit Knut oder Paris Hilton. Umso wichtiger ist es, dass wir auch dorthin gehen, wo keine Medien sind und anderen Menschen als Mensch in die Augen blicken. Ich versuchte das in Huttwil zum Ausdruck zu bringen.
Meine Ansprache lautete:
„Merkwürdig, wie unterschiedlich öffentliche Reaktion auf ein Unglück ausfallen. Vor zwei Jahren wurden Teile der Innerschweiz, v.a. Nidwalden überschwemmt. Im Fernsehen sahen wir Filme aus der Vogelschau, gedreht aus Helikoptern. Alle waren entsetzt über das Ausmass der Schäden. Betroffene äusserten sich darüber, wie sie alles erlebt haben, über die zerstörten Garagen und Wohnungen, über vernichtete Erinnerungen. Samuel Schmid, der damalige Bundespräsident, besuchte die Gegend zwei Mal, ich als Umweltminister ebenfalls. Dennoch gab es ausführliche Kritik in den Medien und im Parlament, wir seien zu spät gekommen, wir hätten nicht alle Schadensorte besucht. Eine Zeitung empörte sich, ich hätte einen unpassenden Regenmantel angezogen. Ja, die Schäden waren gross, die Bilder spektakulär.
Das ist die Optik der Kamera. Je näher die Kamera, je mehr Kameras zu Stelle, desto grösser die Betroffenheit des Landes. Das ist in der ganzen Welt so. Es gibt viele Katastrophen, über die halten wir uns nicht auf, weil wir sie nicht kennen, weil keine Medien dort sind.
Und das ist auch in unserem Land so.
Das Unglück, das wir heute betrauern, erfuhr ich aus dem Teletext. Ich war wie gelähmt, als ich las, dass hier Menschen starben. Aber es informierte mich kein Katastrophendienst, kein Medium drängte auf Anteilnahme. Und die Behörden Ihrer Gemeinde haben in grosser Bescheidenheit nicht die Anwesenheit eines Bundesrates verlangt oder gar darauf gedrängt, heute hierher zu kommen.
Ich bin trotzdem gekommen. Und ich habe die Medien nicht darüber informiert. Denn ich bin hier eigentlich gar nicht so sehr als Bundesrat, sondern einfach, weil mich dieses Unglück beschäftigt, weil es mich bewegt hat, dass hier Menschen gestorben sind. Der Oberaargau ist die Gegend meiner Heimat. Ich habe während der Schulzeit meine Ferien hier bei Bauern verbracht und meine Heimatgemeinde Rohrbach hat mich gefeiert, als es mir gut ging und ich Bundesrat wurde. Und so möchte ich, wenn hier Trauer herrscht, wenn es nicht gut geht, hier sein. Ich möchte, dass das ein Zeichen der Solidarität ist, der Solidarität von Mensch zu Mensch. Denn wir sind alle mitten im Leben vom Tod umgeben.
Ich möchte auch, dass es ein symbolisches Zeichen des Bundesrates ist. Unser Land denkt an Sie, die Sie Ihre Lieben verloren haben, mitten aus dem Leben gerissen. Im Namen aller Menschen in unserem Lande möchte ich Euch versichern: Wir denken an Euch. Wir sind bei Euch. Mitten in diesen Gedanken an den Tod, sollen Sie vom Leben umgeben sein.“
Bis bald
Moritz Leuenberger



26 Kommentare
Es ist traurig, Überschwemmungen, Regengüsse wie in tropischen Gebieten, und die Folge davon. Tod und Verwüstung. Und immer betrifft es wieder andere Gemeinden oder Regionen. Der Mensch kann nur zuschauen und versuchen, daraus zu lernen.
Ja, aber was soll er daraus lernen? "Das Bachbett breiter machen, nicht mehr so nahe am Bach bauen, sei Haus etwas höher hinauf stellen. Aber Achtung: dort lauert doch der Berg, der Hang rutsch ab, und im schlimmsten Fall kommt Berg komplett runter.
In den flacheren Gebietenist ist das nicht so ein grosses Problem. Diese sind aber auch nicht so stark von den Unwettern betroffen. Aber Achtung: dort könnten bald mehr Orkane, ja vielleiht sogar ganze Tronados wie das in Deutschland schon der Fall ist, auftreten.
Was tun? Die Häuser tiefer in den Boden bauen, die Dächer doppelt befestigen, Tornado-erprobte Häuser entwickeln und bauen. Aber Achtung: Plötzlich regnet es drei Monate lang nicht mehr, kein Tropfen, die Temperaturen erreichen beinahe 40 Grad C., die Bäche führen kein Wasser mehr, die Seen sind warm wie Badewannen und tot, das Grundwasser sinkt. Was nun?
Was nun?
Man könnte auch die These vertreten, dass der Mensch wieder zurück in die STeinzeit versetzt wird. Nichts ist mehr sicher, nichts ist mehr versicherbar, die Gefahren nehmen zu, die Lebenserwartung sinkt wieder... Anarchie droht im schlimmsen Falle....oder ganze Völkerwanderungen....
Was dann?
Ich weiss es auch nicht.
Ich weiss nur eins: Gemäss UNO-Bericht haben wir noch ein paar Jahre Zeit, um zu handeln.
Also, lieber Herr Bundesrat, auch wenn sie Fragen nicht beantworten, ist es klar, dass Sie sich Gedanken darüber machen. Es braucht neue, beinahe revolutionäre Ideen. Eine 3 Rappen Erhöhung auf den Brennstoffen scheint in diesem Zusammenhang gerade zu lächerlich. Finden Sie nicht auch? Aber Sie haben recht, die Schweiz kann im globalen Kontext alleine keine Verbesserung herbeiführen. Deshalb ist je länger je mehr die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gefragt, und deshalb muss die Rolle der UNO auch im Bereich Klimapolitik so stark als möglich von der Schweiz unterstützt werden.
Dass wir lokal natürlich ebenfalls einiges verbessern können, muss ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Aber wenn hier aufgrund des politischen Systemes nur Konsenz-Lösungen möglich sind, kann man sich Lösungen und die komplete Umstellung auf erneuerbare Energien, wie das z.B.Kalifornien macht, vergessen. Wir haben keinen Klima-Termiantor, und wenn, dann wird er auf dem Weg nach oben so zerhackt, dass er nicht einmal mehr Pips sagen kann.
Freundliche Grüsse
M.Schöpfer
Ihren heutigen Beitrag finde ich sehr sympathisch.
Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Fähigkeit und Ihrem Mut, als Politiker so echt und menschlich zu sein.
Mit Ihren Feststellungen zu den Medien sprechen Sie mir aus dem Herzen. Wenn die Medien lenken haben Millionen Menschen Mitleid mit einem kleinen Eisbären, wissen aber nichts vom aber Leid der Leute in der Nachbarschaft!!
Danke, dass Sie da waren, in Huttwil!
Huttwil ist überall, wo Not, Furcht, Verzweiflung, Wut und Trauer die Menschen umtreibt, quält und kaum mehr los lässt. Der Tsunami im Indischen Ozean am Weihnachtstag 2004 machte in apokalyptischen Dimensionen deutlich, wie eine hochtechnisch gerüstete Welt, umflogen von Hunderten von Wettersatelliten, den Urkräften der Natur schutzlos preisgegeben war und ist.
Weltweit beweinten die Hinterbliebenen ihre Lieben, klagten und schrieen ihr Seelenleid in die „endlosen Tiefen des Ozeans und seinen Gewalten“.
Der Tod, ein undefinierter Bereich des Grauens hinterlässt keine Antwort auf die Sinnfragen nach dem Warum.
Die Sprache als virtuoses Medium für die fundamentalen Prozesse des Lebens, versagt ihren Dienst, wenn der Mensch seinen letzten Atemzug getan. Vom Hinscheiden, Ableben ist die Rede, jedoch nicht von den seelischen Notständen, der inneren Leere, wo den Gefühlswelten jeglicher Halt entgleitet.
Ein Vater und Ehemann wird zum Mörder an einem Skyguide-Lotsen, nachdem er seine Familieangehörigen beim Flugzeug-Absturz von Überlingen verloren hatte. Diese Schreckensbotschaft stürzte seine geistig-psychische Ordnung in einen traumatischen Zustand, vermutlich in eine schwere depressive Episode.
Der Mord ist nicht entschuldbar, aber es gibt Erklärungsursachen, welche die zersetzenden Kräfte in einem von Trauerschmerz und Wut gepeinigten Menschen begreifbar machen.
Betroffene und ihr Umfeld, Psychiatrie und Psychologinnen, philosophische und theologische Deutungsansätze versuchen seit jeher die Brücke zwischen dem Leben und seinem Danach zu finden oder zu bauen und damit den endgültigen Abschiedsschmerz von einem geliebten Menschen zu mildern.
Ein belastendes Thema und trotzdem in den Spitäler, SeniorInnen-Heimen, auf Kriegsschauplätzen, in Slums und Hungergebieten, weltweit an unzähligen Orten ist Sterben tägliche Realität.
Sich damit hin und wieder zu befassen, hilft, die eigenen Lebensvorhaben an der Projektionswand der Endlichkeit kritischer zu besehen.
Im AT steht sinngemäss zu lesen: „Mensch bedenke, dein Hinscheiden ist jederzeit möglich und lerne daraus, damit du kluge Entscheidungen triffst.“
Trotzdem wünsche ich allen einen frohen Tag.
Walter
Es ist richtig. Das sind Momente des Innehaltens, und der Reflexion, des Mitgefühls und der Hinterfragung.
In Zeiten des Klimawandels werden sich diese jedoch häufen,und nun braucht es Leute, die die richtigen Entscheide fällen. Es gilt, unsere Welt neu zu erschaffen, was einer Pioneerleistung ähnlich wie dieser bei der Erschaffung eines Staates notwendig ist, wie dies z.B. bei der Besiedlung der USA nowendig war.
Sind Sie der richtige Mann dafür. Taten statt Worte sind gefordert!!! Die Natur wird ihre Pioneerleistung unweigerlich messen. Wenn der Damm gegen die Klimakatastrophen hält, den Sie in einer Art Pioneerleistung erschaffen müssen, sind Sie der richtige Mann. Sonst nicht!!!
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Durchhaltewillen.
Ernst Spass
Was die Medien betrifft, so vermute ich, dass die Gehirnkapazität des Menschen am Limit angelangt ist, so dass grosszügig aussortiert werden muss. Verständlich, dass man nichts mehr von Unglücken wissen will.
Knut haben fast alle lieb, über ihn kann man sich freuen, auch wenn die Umstände furchtbar sind.
Noch was zur Umwelt: Klar, wenn wir etwas tun, dann verschwinden nicht gleich 20% vom CO2.
ABER wir können es vormachen !
Damit in anderen Ländern gesagt wird: "In der Schweiz funktioniert es. Dann können wir das doch auch !"
Freundliche Grüsse
Phillip
Ich freue mic ihrer Einstellung wegen, nur die Optik der Katastophenauslegung bedarf einer Hinterfragung.
Durch die Hyperpräsenz der Medien mutiert jedes unschöne Ereignis schnell mal zur "Über" Katastrophe. Nicht dass es sich in Einzelfällen um effektive tragische Fälle handelt, das vorneweg. Aber ist es nicht so, dass es immer schon solche Ereignisse gegeben hat? Auch solche mit weit aus tragischeren Folgen für Land und Leute? Wir besiedeln immer mehr Land, es wird langsam eng mit den sicheren Plätzen.. Überschwemmungen hat es früher schon gegeben, noch viel Grössere, (Linthebene, Juragewässer, Rheinebene usw) Das Prblem ist nur dass der Mensch Sie einfach vergisst... so erscheint jede neue grosse Überschwemmung wie ein Jahrmillionenereignis... (das überigens heute dann sofort dem ändernden Klima zugesprochen wird, was wissenschaftlich hinkt..)
Ein Todesopfer ist eines zuviel. Aber ist es nicht so, dass die Chance vom Dorfbach verschluckt zu werden massivstens geringer ist als von einem Blitz erschlagen zu werden, oder noch viel eher von einem Lastwagen überfahren zu werden? Ist es nicht so dass vom Menschen verursachte Aktionen wie zb die Flughafenlärmgechichte in Zürich weit mehr Geld und Gut vernichten als dies der Langentenbach oder andere Bäche jemals könnten?
Aus eigener Erfahrung weiss ich ob der Mechanik des Katastrophenmoments für die Betroffenen. Es ist nämlich so, dass durch die brutale Schnellikeit der Ereignisse sich der Betroffene auf ganz andere Werte konzentriert als die Aussenstehenden es vermuten könnten. Es zählt das Überleben, das Sichern was noch da ist und sofort anpacken dass es besser wird. Natürlich ist es nicht schön Gut zu verlieren, noch viel "unschöner" ist es wenn man verletzt wird oder wenn sogar Bekante und Verwandte sterben.
Aber was ungemein wichtig ist: Katastrophen sind Ereignisse die abrupt eintreffen, wo die persönliche Situation nach dem Eintreffen im Freifall auf ein wenig über Null gesunken ist. Danach stellt sich in aller Regel eine stetige positive Besserung ein, die in meisten Fällen wieder mit dem Vorherigen Zustand endet.
Anders verhält es sich bei den unbemerkten unlauten Katastrophen:
Dort zeigt die Diagnose in den meisten Fällen langsam aber stetig nach unten. Mit dem Resultat einer riesigen perönlichen und materiellen Vernichtung. Beispiele: Flughafenlärm, Abwanderung der Bergbevölkerung, negative Umwelteinflüsse generell, hoher (Wirtschafts) Druck Angestellte,usw...
Im Interesse der Lebensoptik wäre es gescheiter sich auf die unlauten Katastrophen zu konzentrieren und versuchen der Probleme dort anzunehmen...
Die lauten Katastrophen, können überdies in allermeisten Fällen mit Verischerungen abgedeckt werden, wo wird mindestens der materielle Schaden (teilweise) ersetzt...
die Leisen in der Regel leider nicht....
viele Grüsse
M.Gerber
Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, warum die Schweiz eine noch bessere Vorreiterolle in der Klimapolitik einnehmen sollte. Ist es nicht etwas naiv zu glauben, dass die Länder, die wirklich erwiesenermassen mit Abstand am meisten CO2 prodzieren, plötzlich unsere Haltung übernehmen werden?
Mein Geographielehrer (Gymnasium) hat uns kürzlich erzählt, dass in China wöchentlich ein neues thermisches Kohlekraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt ans Netz gehe. Ich komme mir total bescheuert vor, wenn uns eingetrichtert wird, dass wir Hybridautos fahren sollen und in China jede Woche eine neue "Dräggschleudere" aufgestellt wird. Seien wir realistisch - um auch nur eines dieser Kraftwerke mit seinen Emissionen zu kompensieren müssten viele Autofahrer in der Schweiz zu Hause bleiben.
Ich bin nun mit meinen Überlegungen wieder am Anfangspunkt angelangt. Die wirklich grossen Länder müssten was tun.
Wird China seine Aktivitäten im Bereich Kohlekraftwerke und anderen umweltschädlichen Massnahmen stoppen oder zumindest reduzieren? Ich denke nicht, denn
das würde der Wirtschaft des Landes schaden. Dürfen wir uns das Recht herausnehmen und sagen, dass sie gefälligst damit aufhören sollen? Über die USA brauche ich hier keine grossen Worte zu verlieren, weil sie schon öffentlich gesagt hat, dass sie das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnen werde, weil das ihrer Wirtschaft schade.
Mein Schluss ist, dass alles von den "Grossen" und ihrem Willen abhängt. Auch fände ich es sinnvoller 1 FR. in die Klimaschonung in anderen Ländern zu investieren, da mit 1 FR. dort mehr erreicht werden würde als in der Schweiz.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.. :-)
Freundliche Grüsse
R.Schwendtner
*Mirosch Gerber
„… unlaut, unleise, unlieb, ungescheit …“
???
Ganz wichtig für das persönliche Wohlbefinden in diesem Blog: wer die (unbequeme) Warheit nicht verträgst darf auch mal wegschauen....
gute Nacht und keine bösen Träume denn der Tag kommt früh genug....
1.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland – Neue Aufträge über 500 Mio. Euro Der SolarWorld-Konzern baut vor dem Hintergrund des boomenden Exportgeschäftes für 600 Mio. Euro eine weitere integrierte Solarfabrik (GigaFab) in Freiberg und erhöht damit die Kapazitäten in der Waferproduktion in Sachsen um 500 MW auf 1,0 Gigawatt (1.000 Megawatt). Am neuen Standort entstehen ab 2008 auf einer Fläche von 20 ha 1.000 neue Arbeitsplätze. Die Verdoppelung des bisherigen Ausbauziels ist der hohen internationalen Nachfrage für die Siliziumwafer der SolarWorld-Tochter Deutsche Solar AG geschuldet, einem der weltweit größten Produzenten der hauchdünnen Solarsiliziumscheiben. Die Deutsche Solar AG hat - zusätzlich zu den bisher vereinbarten und vermeldeten Kontrakten - weitere Langfristverträge mit Kunden aus der internationalen Solarzellen- und Solarmodulindustrie über 500 Mio. Euro abgeschlossen. Insgesamt summiert sich der Auftragsbestand damit auf 5 Mrd. Euro mit einer Laufzeit bis 2020.
Eine solche Industrie kann nur mit Subventionen errichtet werden. Deutschland subventioniert schon seit langem die Solarindustrie. Dort sind ca 800 mal mehr Solarfläche installiert, als bei uns, trotz der ungünstigeren Sonneneinstrahlung.
Zum Glück haben wir ein paar innovative Ungernehmer, wie die 3S Swiss Solar in Lyss, OT Oerlikon oder Meyer Burger.
Diese Firmen exportieren jedoch zu grössten Teil.
Es sieht auch so aus, als würde sich in den kommenden Jahren bei uns nichts ändern. Der Zug ist zar noch nicht ganz, aber fast abgefahren.
InvestInNature
Kohle erlebt als Energieträger eine Renaissance. Das weltweit hohe Wirtschaftswachstum favorisiert trotz der CO2 Debatte die Kohleförderung, da Kohle günstiger als Öl und Gas ist, und da Atomstrom auf breite Kritik stösst. Alleine in der USA sind 140 neue Kohlekraftwerke geplant. Dank neuer Technologien, die in naher Zukunft den CO2-Ausstoss bei der Kohleverbrennung bis zu 90% reduzieren können, ohne dabei die Kosten entscheidend zu erhöhen, bleibt Kohle auch in Zukunft eine valable Alternative. Das Erreichen der hohen Reduzierung des CO2-Ausstosses ist allerdings die Grundlage für den Kohleausbau, denn neue Klimavereinbarungen lassen den einzelnen Regierungen nicht unbegrenzten Freiraum.
http://www.adrianwuethrich.ch
Das Unwetter bei uns in der Region Huttwil, und später in anderen Gemeinden in der weiteren Umgebung, war schrecklich. Verwüstung überall. Die Versicherungen und die Verantwortlichen sagen, dass sie die Schäden zahlen werden. Aber sicher ist noch nichts. Es wird einige auch finanziell belasten. Wir wohnen im Stadtkern von Huttwil und waren zum Glück nicht betroffen. Ich vergesse aber den Helikopter-Lärm, die vielen Polizeiautos und das Treiben beim Feuerwehrmagazin in dieser Nacht nicht so schnell.
Danke, dass Du bei uns in Huttwil warst.
Gruess, Adrian Wüthrich,
Präsident SP Emmental, Huttwil
http://www.nrel.gov/international/china
Der erneuerbare Energiesektor ist ein enorm schnell wachsender Markt.
Genauso verhält es sich mit der effizienzsteigenderen Technologien.
Wenn wir enorm teure ausländische AKWs importieren, dann ist das zwar gut für die Franzosen aber schlecht für unsere Wirtschaft. Zudem verpassen wir zunehmends einen schnell wachsenden Markt, weil unser Land nicht auf erneuerbare Energie angewiesen sein wird, und weil zudem das Schweizer Kapital, welches nach Frankreich verschoben wurde, dann halt im Inland fehlt. (Die Stromlobby will 3 AKWs und 5 Gaskombikraftwerke - da hat es keinen Platz mehr für Effizienz und erneuerbare Energie - ausser natürlich wir wollen eine Stromflut erzeugen.)
China investiert 184 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien bis 2020 (link). Wäre doch schön wenn unsere Exportwirtschaft auch etwas davon erhalten könnte - oder sollen wir diesen Markt beispielsweise den Deutschen überlassen?
China hat ausserdem nicht nur 200 mal mehr Einwohner, ein hohes Wirtschaftswachstum und verbraucht pro Einwohner wesentlich weniger Energie als wir. Wir können ja wohl kaum von den Chinesen verlangen sich einzuschränken, solange wir mehr Energie verbraten oder sind wir Schweizer etwas besseres? Zudem hat China grosse eigene Kohlenvorräte deshalb lohnt es sich für die Chinesen wirtschaftlich auch auf Kohle zu setzen. Wir hingegen haben weder Kohle, Gas noch Uran noch die Technologie um AKWs selbst herzustellen. Aber wir haben dafür Brainpower um Fotovoltaik zu optimieren und LEDs effizienter zu machen.
Momentan machen die Banken die höchsten Gewinne. Sollen wir jetzt deshalb die Ingenieurschulen reduzieren, einen haufen Steuergeld einsparen und uns vollständig auf den Finanzsektor konzentrieren? Steuergeld sparen und Leute dort einsetzen wo sie am Meisten verdienen können - ist doch super!
Was aber wenn die Banken feststellen, dass es zur Finanzverwaltung gar keine Angestellten braucht und ein Computer wesentlich effizienter ist? Was wenn die Banken ihren Steuersitz aus der Schweiz entfernen?
Wer übernimmt die Kosten für die Arbeitslosen? Die Stromlobby?
Die Kosten der erneuerbaren Energien sind übrigens kein Problem; ganz einfach weil die Lohnkosten und Immobilienkosten verglichen mit den Energiekosten in der Schweiz enorm viel höher als beispielsweise in China sind. Alleine 20 Franken CO2 Abgabe auf jedes Flugticket (grösste CO2 Schleuder) bringt Einnahmen von 360 Millionen Franken jedes Jahr und ist natürlich für einen kurzfristig gebuchten Business Flug ein lächerlicher Betrag und führt zudem dazu, dass Billigflugreisende vermehrt das Europäische Hochgeschwindigkeitsnetz beanspruchen.
PS: Hier ist noch ein Geographielehrer-Tipp: China letztes hat letztes Jahr nahezu 80% aller neuen Solarwärmekollektoren der Welt installiert! Und im Finanzsektor sind übrigens kaum Geographie-kenntnisse notwendig, da könnten wir Geographie-Lehrer auch noch grad wegrationieren und noch mehr Geld einsparen. Ein Geographie-lehrer müsste dann einfach auch im Finanzsektor tätig werden oder sonst halt einfach nicht mehr weiter leben - nicht dass er etwa noch irgendwelche sonstigen Kosten verursacht.
Nichts für ungut mirosch.
Aber liza hat eine überdurchschnittliche Begabung Texte als Gesamtes, ebenso darin enthaltene Einzelaussagen verstehen und einordnen zu können. Ihr Anliegen war auch nicht, Deine Formulierungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu beleuchten, sondern Dich auf Deine Gedankengänge, manchmal sogar Gedankenflüge hinzuweisen.
Du hast durchaus Phantasie bei der Wortwahl. Nur beim inhaltlichen Zusammenhang und der logischen Zuordnung hast Du diesmal keine glückliche Abstimmung gefunden.
Von daher würde ich liza`s Wortspiel als Empfehlung auffassen, das nächste Mal das eigene Manuskript selbstkritischer nach Optimierungen zu überprüfen.
Beste Grüsse Walter
Sie schreiben:“ … wer die (unbequeme) Warheit nicht verträgst…“
Die Wahrheit ist wohl nicht, dass in Zukunft „unlaut“ anstatt „leise“ geschrieben wird?
Was ist überhaupt „die Wahrheit“?
http://www.thinkabout.ch
Und umgekehrt? Es läuft sich tot. Alles, was über den Bildschirm flimmert, läuft sich tot, stumpft ab. Die Mobilisierung unserer Anteilnahme hat enge Grenzen - und braucht einen Anreiz des persönlichen Betroffenseins. Aber wenn diese Anreize zu nahe bei einander liegen? Dann muss immer mehr investiert werden, um Emotionen zu wecken.
Nehmen Sie wenigstens, liebe Leser, jetzt mal rasch den Menschen in den Arm, der Ihnen am nächsten ist und das Glück hat, eben bei Ihnen zu sitzen. Das bringt was, ehrlich. Ganz indirekt auch den Menschen von Huttwil, wer weiss! Und das meine ich überhaupt nicht zynisch.
http://goggiblog.blogspot.com/
Lustiger Blog, Herr Leuenberger.
Die Medien stehen untereinander in einem schonungslosen Wettbewerb, wollen sie „überleben“, müssen sie ihre Marktanteile halten, ausbauen und zerren sich entsprechend um die Leser- und Zuschauerquoten.
Jede/r JournalistIn, Kameramann/frau, FotografIn will sich intern durchsetzen und in der Öffentlichkeit beachtet werden. Ob mit fachlicher Kompetenz oder Ellbogenmentalität, im medialen Markt gilt es sich zu behaupten, Durchsetzungsfähigkeit ist ein Qualitätsmerkmal und wer empathisch den KollegInnen den Vortritt lässt, wird infolge seiner ethischen Gesinnung bald einmal weg vom „Medien-Fenster“ sein.
Wenn sich dann dutzende von Medienschaffenden um Paris Hilton drängen, sie mit jedem neuen Glitzer-Stöffchen ablichten über jedes noch so unnötige Sensatiönchen grosse Stories schreiben, wird über die „gierige Medienmeute“ gewitzelt, über den „Jäger“, der auf „Wild lauert“, gelästert und der „Mediensumpf“ als eines der grossen Übel dieser Welt verunglimpft.
Auch in dieser Branche finden sich die Guten und die Bösen, die Aufklärer und Demagogen. Es gibt den Mainstream und diejenigen, welche gegen den Strom schwimmen, den Boulevard-Stil und anspruchsvolle Kulturbeiträge, Phantasie-/Lügengeschichten und der sozialverantwortliche Aufklärungs- und Enthüllungsjournalismus.
Worüber jedoch zu wenig nachgedacht und geschrieben wird, sind wir, die KonsumentInnen, welche den Medienmarkt mit unserer „Nachfrage“ bestimmen.
Was nicht gelesen, eingeschaltet wird, schlechte Quoten hat, kommt in die Versenkung. Aus „Gratis-Zeitungen“, die nicht gelesen werden, wird niemand zitieren.
Als Paris Hiltons Knastgeschichten publik wurden, habe auch ich auf der Bluewin-Seite mit Schadenfreude mitverfolgt, wie der „vergoldeten Erbin“ das Nervenkostüm in „Fetzen herunterhing“. Ansonsten ärgert mich jedes Mal, wenn „Paris-Barbie“ wieder in den Schlagzeilen erscheint.
Natürlich kann ich begründen, warum ich diese Berichte mitverfolgt habe. Wollte doch informiert sein, mitreden können. Nur, damit habe ich den Markt beeinflusst, das Angebot nachgefragt und die Quotenstatistiker registrierten es mit „Genugtuung“.
Wenn ich mit dem Finger auf andere (die Medien) zeige, ist gut zu bedenken, dass drei meiner Finger gegen mich gerichtet sind.
Mit medialen Grüssen
Walter
Letztendlich sind wir ebenso an der Macht gewisser Medien schuld. Meine Tipps:
- Seriöse Zeitungen lesen (denn die gibt es auch noch!)
- keine Gratiszeitungen mehr lesen (steht eh nichts Interessantes drin und führt zum Niedergang anderer Zeitungen, die einen wesentlich höheren Informationsgehalt haben!)
- "Neuigkeiten" über Paris Hilton, Britney Spears und ähnliche Promis einfach ungelesen übergehen. Ich persönlich kann und will diesbezüglich nämlich gar nicht mitreden können.
Ich bin bisher wunderbar damit "gefahren".
Danke für Ihre Anteilnahme betr. Huttwil, Herr Leuenberger! Es ist gut, dass es noch Leute wie Sie in der Politik gibt.
Gruss,
Ingo Gärtner
Die Betrachtung zum Thema Medien, wie sie Walter R. K. vorgenommen hat, steht meines Erachtens am Anfang eines kritischen Umgang’s mit den Medien. Ich meine damit, dass wir uns zuerst einmal bewusst werden müssen, dass wir Konsumenten es sind, die die Medien und deren Inhalte „steuern“ indem wir sie akzeptieren oder ablehnen. Und dass wir uns nicht über den „Schrott“ zu ärgern brauchen, der via Internet, Zeitschriften, Fernsehprogrammen etc. immer aufdringlicher unsere Aufmerksamkeit erheischt, wenn wir ihn unkritisch konsumieren. Auch ich gestehe, dass ich mich vor allem im Internet immer wieder durch Bilder oder Schlagzeilen hinreissen lasse, den grössten Unsinn zu lesen oder anzuschauen. Manchmal jedoch gelingt es mir, bevor ich weiterklicke zu denken: Halt! Was bringt es mir an Bildung und Lebensqualität, darüber Bescheid zu wissen? Ist es nicht reine Neugierde und Sensationslust?
Ingo Gärtner gibt einige Tipps zum Umgang mit Medien. Ich möchte dazu ergänzen, wieso es so wichtig ist, dass wir bewusst wählen, was wir lesen, sehen, hören.
Es wird allgemein anerkannt, dass Hygiene etwas Wichtiges ist. Dass wir unseren Körper pflegen, uns ausgewogen ernähren, uns bewegen, genügend schlafen, unsere Umgebung sauber halten etc., um uns fit, leistungsfähig, gesund und zufrieden zu halten. Was oft übersehen, wird ist, dass Psychohygiene genau so notwendig ist und unsere seelisch-geistige Gesundheit ausmacht.
Die „Ernährung“ der Seele oder des Geistes geschieht über Interaktion mit Mitmenschen oder Tieren – also Beziehungen, durch das Aufnehmen von Sinneseindrücken – Musik, Geräusche, Bilder etc. und durch sprachliche Inhalte – also das was wir lesen oder an Gesprächen hören. Es wird somit klar, dass die Inhalte der Medien ein Teil unserer seelisch-geistigen „Ernährung“ darstellt. Es wird auch klar, dass Qualität und Quantität von Inhalten die wir aufnehmen eine Rolle spielen, denn sie bilden uns und haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unser Fühlen, Denken und Handeln.
Medien sind in unserem Alltag leicht verfügbar, besonders diejenigen die Inhalte geringer Qualität anbieten – Internet, Gratiszeitungen, Illustrierte, Videos etc. und drängen sich uns oft geradezu auf, so dass die Herausforderung darin besteht, Selbstdisziplin und „nein“ sagen zu lernen. Sich den Film (oder Zeitschriften) mit Gewaltszenen und abartigen Darstellungen bewusst nicht anzusehen, auch wenn alle anderen ihn gesehen haben. Die neuste Bildstrecke der Silikonballone - äh, Brüste von B.S. bewusst nicht anzuklicken. Den Fernseher bewusst abzustellen, wenn schlechte Sendungen geboten werden etc. etc. – das heisst, sich bewusst weigern Minderwertiges zu konsumieren. Sich bewusst mit positiven Inhalten zu umgeben und zu befassen. Zum Beispiel mit guter Musik und Literatur, seriösen Zeitschriften mit relevanten oder kulturellen Themen, Kunst, schönen Blumen/Pflanzen, nahe stehenden Menschen etc. etc.. Tun wir dies, wird sich unser Befinden, Denken und Handeln mit der Zeit ändern – hin zu mehr Gelassenheit, Friedfertigkeit, Wohlwollen, vielleicht zu kritischerem Blick … diese Fähigkeiten sind gefragt, wenn wir den destruktiven Tendenzen unserer Zeit etwas entgegensetzen wollen.
ihre Anteilnahme ehrt Sie. Die Trauer um das Ereignis sollte allerdings auch eine Wirkung auf ein schnelles Handeln der Politik haben. Die Symptome der Klimaveränderung die wir hier live miterleben sind doch nicht erst seit gestern bekannt. Seit Jahren wenn nicht sogar seit Jahrzehnten wird gewarnt. Leider blieb unser Land bisher relativ "untätig" im Vergleich zu unseren Nachbarn. Bei Ihren Besuchen im Ausland haben sie sicherlich festgestellt, dass es in Deutschland oder Österreich bald auf jedem Bauernstadl ein Solardach gibt. Es werden Co2 neutrale Brennstoffe (Raps u.a.) angebaut die an fast jeder Tankstelle zu haben sind. Die Franzosen haben seit Jahren Russpartikelfilter in Ihren Fahrzeugen. In anderen Ländern wird ein nachträglicher einbau von RPF gefördert!!! Und hier hinken wir dieser Entwicklung nach, prüfen erst mal und warten ab. Wie lange noch?? Wie oft muss ein "Huttwil" oder Gondo passieren. Wie lange ärgert man sich noch wenn ein vorausfahrendes fabrikneues Dieselfahrzeug eine richtige "Rauchwolke" ausstösst??? Wo bleibt die Filterpflicht??? sogar 2009 wäre schon zu lange!!! Wo bleibt ein Förderung für erneuerbare Energien.
Auch wenn China weit weg und die grösste "Dreckschleuder" ist. Wo wird der Grossteil unseres Warenangebotes produziert? Nachhaltigkeit wäre hier ein passendes Stichwort. Warum sind ausländische Lebensmittel die um die halbe Welt gereist sind billiger als vor Ort produzierte??? Sie sind ein Vertreter des Volkes und haben die Aufgabe ein Bewusstsein zu schaffen dass auch unseren Kindern erlaubt in einer freien und lebenswerten Schweiz aufzuwachsen.
Nix füa unguat
Stephan Dachtler
Es ist sehr schön, dass Sie einmal mehr die richtigen Worte bei einer Katastrophe gefunden haben. Die menschliche Anteilnahme ist ein schöner und eindrücklicher Zug von Ihnen. Ich bezweifle aber, dass sich die Landbevölkerung von Ihnen als SP Bundesrat wirklich verstanden fühlt. Ich selber lebe auf dem Land, habe Herz und Seele einer Bäuerin, obwohl ich von Beruf Psychiaterin bin und bin Mitglied der SP weil mir soziale Solidarität und Solidarität mit der Erde und allen sie bewohnenden Wesen ein grosses Anliegen sind. Als ich über das neue Parteiprogramm las, verstand ich die Welt nicht mehr. Wo ist darin die Solidarität mit den Schweizer Bauern zu finden? Wieso soll das Agrarabkommen mit der EU so schnell wie möglich abgeschlossen werden? Damit werden ja nur noch mehr Prinzipien des freien Marktes einer Branche aufoktruiert, die diese gar nicht will. Die Bauern brauchen ja eine regulierte Wirtschaft , sonst können sie gar nicht bestehen. Ich verstehe nicht, dass die SP in ihrem Parteiprogramm etwas fordert, das die Marktwirtschaft fördert, den Bauernstand gefährdet und die Landbevölkerung reihenweise in die Arme der SVP treibt. Woher kommt dieses Denken? Werden die Bauern immer noch, wie in den fünfziger und sechziger Jahren als reiche Grundbesitzer wahrgenommen, die die Bevölkerung abzocken? Die bäuerlichen Einkommen sinken und wenn man den Stundenlohn ausrechnet kommt man auf Zahlen, zu deren Lohn kein Arbeiter auch nur eine Schaufel in die Hand nehmen würde. In der heutigen Situation gehören die Bauern nicht zu den Reichen.Nur auf Preissenkung aus zu sein, auf Kosten einer starken und gesunden Landwirtschaft ist in meinem Verständnis kurzsichtig. Oekologisch gesund produzierende Bauern helfen mit die Landschaft zu pflegen und das Klima zu schonen. Ich bin der Meinung, dass auch die Bauern die volle Unterstützung der SP bräuchten, weil sie häufig arm und in Sachen Sozialversicherung meist sehr schlecht abgesichert sind. Im übrigen waren auch früher die Bauern in der Schweiz oft mausarm. Sonst wären sie sicher nicht in die Fabriken arbeiten gegangen. Ich frage mich, ob die SP Schweiz in vergangenen Jahrzehnten nicht eine Sichtweise ungeprüft übernommen hat, die sehr wohl auf das Ausland zutraf, wo es landwirtschaftliche Grossgrundbesitzer und "Kapitalisten" gab. Für die Schweiz mit ihrem weit verbreiteten Kleinbauerntum traf diese aber sicher nicht zu. Ich denke, dass es dringend an der Zeit wäre diesen fälschlicherweise kreierten Graben zuzuschütten und die Aengste, Nöte und Anliegen des Bauernstandes im Rahmen des Solidarisierungsgedankens der ganzen Gesellschaft wahrzunehmen und auch im Rahmen des Parteiprogrammes zu fördern. Auch so wird es wohl einige Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis die ländliche Bevölkerung ihr Misstrauen gegenüber der SP ablegen kann, das sich über Jahrzehnte schlechter Erfahrungen auch aufgebaut hat. Wir können nicht Solidarität schaffen indem wir Feindbilder schaffen. Wir können nur Solidarität schaffen indem wir alle in dieses Denken einbinden und Solidarität auch einfordern. Solidarität heisst ja, etwas geben, dem andern zu liebe oder einem wichtigen Anliegen zu liebe auf etwas verzichten, das wir selber gerne haben möchten, oder den andern unterstützen. Sobald wir aber Feinde schaffen, werden sich diese kaum solidarisch zeigen. Ich bin solidarisch mit der Umwelt, wenn ich auf schädigendes Verhalten verzichte und nützliches Verhalten fördere und ich verhalte mich solidarisch mit der Umwelt weil ich weiss, dass es mir nur nachhaltig gut geht, wenn die Umwelt mein Freund und nicht mein Feind ist. Die Umwelt wird sich mir gegenüber nicht solidarisch verhalten, wenn ich sie schädige oder zerstöre. Dieses Denken kann auch eins zu eins auf jegliche gesellschaftlichen Systeme übertragen werden, wo es genau so zutrifft.
Einen schönen philosophischen Sommer wünscht mit
freundlichen Grüssen,
Regula Maggiori
Wird die Berechnung aber seriös gemacht und mit einem Handwerker oder Bürger mit einem kleinen Unternehmen verglichen wird man sehen, dass es den Bauern besser geht als allen andern.
Darüber könnte man auch einmal eine Arena machen.
Paul, (Ich bin auch Kleinbauer)
http://www.gehoerschutz-versand.de
Herzliche Grüße! Carlos