Gleichgewicht
[Version française Equilibre]

Das Pentagramm: die perfekte Proportion nach dem goldenen Schnitt. (Bild: Wikipedia/Nils Bossung)
Teilnahme am IEF, dem Internationalen Energy Forum, in Rom Anfang Woche. Heftige Diskussionen zwischen Öl produzierenden und Öl konsumierenden Staaten und über die Frage der Biotreibstoffe. Welcher Ölpreis ist angemessen? In welchem Verhältnis stehen Nahrungsmittel und Treibstoffe zu einander? Eine Stadtwanderung durch das alte Rom liess ich mir nicht nehmen und stieg auch die breite Treppe zur Piazza del Campidoglio hinauf. Ich kann mir nicht richtig erklären, warum dieser Platz derart atemberaubend ist. Er fällt ganz leicht ab zur Treppe und seine Dimensionen im Verhältnis zu den umliegenden Gebäuden sind derart ausgewogen, dass er eine eigentliche Harmonie ausstrahlt. Ich kann das nicht rational darlegen oder gar mit einer mathematischen Formel nachvollziehen. Kunsthistoriker wissen wohl mehr darüber. Es sind die Proportionen, die dem Beschauer einen überwältigenden Eindruck bescheren, nicht etwa die absolute Dimension, denn Platz, Museum und Palazzo sind keineswegs riesig, aber sie strahlen wahre Grösse aus. Ein ähnliches Gefühl habe ich immer in der ganz kleinen Kirche von San Nicolao in Giornico, in welche ich den österreichischen Bundespräsidenten führte und der wie ich auch von diesen perfekten Proportionen beeindruckt war. Jede Ordnung, auch die der Natur und der menschlichen Gesellschaft, ob im Kleinen oder im Grossen, lebt von Proportionen, vom Gleichgewicht, welches die Harmonie zwischen allen Beteiligten sicherstellt. Wird eine Kraft zu dominant, wenn sie masslos wird, zerstört sie das Gleichgewicht und damit das ganze System. So zeigt sich wahre Grösse in ihren Proportionen zu anderen und nicht in Absolutheit. Was ist das richtige Mass? Die Architekten der Kirche in Giornico und der Piazza del Campidoglio kannten es. Die Architekten einer Abgangsentschädigung von 22 Millionen Franken bei einem Verlust von vier Milliarden dagegen kennen es ganz offensichtlich nicht.
Nach dem Besuch der Piazza zurück in das Energieforum mit den Fragen: Welcher Preis für Öl ist verhältnismässig? Und: Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung? Gibt es ein Augenmass für weltweites Gleichgewicht?
Bis bald
Moritz Leuenberger

Das Pentagramm: die perfekte Proportion nach dem goldenen Schnitt. (Bild: Wikipedia/Nils Bossung)
Teilnahme am IEF, dem Internationalen Energy Forum, in Rom Anfang Woche. Heftige Diskussionen zwischen Öl produzierenden und Öl konsumierenden Staaten und über die Frage der Biotreibstoffe. Welcher Ölpreis ist angemessen? In welchem Verhältnis stehen Nahrungsmittel und Treibstoffe zu einander? Eine Stadtwanderung durch das alte Rom liess ich mir nicht nehmen und stieg auch die breite Treppe zur Piazza del Campidoglio hinauf. Ich kann mir nicht richtig erklären, warum dieser Platz derart atemberaubend ist. Er fällt ganz leicht ab zur Treppe und seine Dimensionen im Verhältnis zu den umliegenden Gebäuden sind derart ausgewogen, dass er eine eigentliche Harmonie ausstrahlt. Ich kann das nicht rational darlegen oder gar mit einer mathematischen Formel nachvollziehen. Kunsthistoriker wissen wohl mehr darüber. Es sind die Proportionen, die dem Beschauer einen überwältigenden Eindruck bescheren, nicht etwa die absolute Dimension, denn Platz, Museum und Palazzo sind keineswegs riesig, aber sie strahlen wahre Grösse aus. Ein ähnliches Gefühl habe ich immer in der ganz kleinen Kirche von San Nicolao in Giornico, in welche ich den österreichischen Bundespräsidenten führte und der wie ich auch von diesen perfekten Proportionen beeindruckt war. Jede Ordnung, auch die der Natur und der menschlichen Gesellschaft, ob im Kleinen oder im Grossen, lebt von Proportionen, vom Gleichgewicht, welches die Harmonie zwischen allen Beteiligten sicherstellt. Wird eine Kraft zu dominant, wenn sie masslos wird, zerstört sie das Gleichgewicht und damit das ganze System. So zeigt sich wahre Grösse in ihren Proportionen zu anderen und nicht in Absolutheit. Was ist das richtige Mass? Die Architekten der Kirche in Giornico und der Piazza del Campidoglio kannten es. Die Architekten einer Abgangsentschädigung von 22 Millionen Franken bei einem Verlust von vier Milliarden dagegen kennen es ganz offensichtlich nicht.
Nach dem Besuch der Piazza zurück in das Energieforum mit den Fragen: Welcher Preis für Öl ist verhältnismässig? Und: Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung? Gibt es ein Augenmass für weltweites Gleichgewicht?
Bis bald
Moritz Leuenberger



98 Kommentare
Ob es ein Augenmass für weltweites Gleichgewicht gäbe, das ist wirklich eine spannende Frage.
http://www.aikiko.ch
Zu Gier und Dummheit kommt noch die Angst resp. unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Halt. Droht in irgendeiner Form Verknappung von Ressourcen, dann kommt es zu Hamsterkäufen... Energie wird so blockiert (und künstlich verteuert) und kann nicht mehr frei fliessen. Das gilt für jede Form der Energie (Öl, Geld, Nahrungsmittel...). Blockierte Energie bedeutet Krankheit.
Nahrungsmittel kann man bekanntlich am schlechtesten horten, da ist Öl schon besser, oder Geld, das allerdings seinen Wert verlieren könnte und das man bekanntlich nicht essen kann.
Heutzutage hört man immer, dass China und Indien an der Energieverknappung schuld sei, da diese Nationen immer mehr an Energie verbrauchen würden. Wie ich kürzlich gelesen habe, ist jedoch der Topverbraucher nach wie vor die USA. Pro Kopf benötigen die US-Amerikaner demnach fast doppelt so viel Energie wie z.B. die Deutschen. Der chinesische Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 26% des deutschen resp. 13 Prozent des US-amerikanischen. Inder benötigen sogar nur 8 bzw. 4 Prozent. Würden die Chinesen pro Kopf so viel Energie einsetzen wie die US-Amerikaner, würden sie annähernd die gesamte Weltenergieproduktion für sich beanspruchen.
Wer sieht bei alldem noch durch? Ich hoffe doch stark, dass Sie, Herr Leuenberger zu denjenigen gehören, welche tatsächlich den Weg im Dickicht noch finden können, denn sie scheinen zumindest noch eine saubere Einstellung zu haben.
wenn die Rahmenbedingungen in der Schweiz so gesetzt würden, dass Schweizer Unternehmen in erneuerbare Technologie und Effizienz investieren würden und Schweizer Unternehmen in diesem Bereich einen weltweiten Spitzenrang einnehmen würden, dann müsste sich die Schweiz nicht nur weniger über den Ölpreis aufregen, sondern könnte später den Energie-exportierenden Ländern diese Schweizer Technologie ebenfalls teuer verkaufen, sobald diese Länder dann auch langsam auf dem Trockenen sitzen.
Ganz nach dem Motto: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.
Oder was ist diesbezüglich eigentlich der Plan des Schweizer Parlaments? Soll in der Schweiz nach Rohstoffen gesucht werden und sollen diese dann ebenfalls teuer exportiert werden? Ist schon jemand fündig geworden?
Danke für Ihre Fragen. Sie wissen natürlich dass die Beantwortung für Beides zwar gefunden werden müsste, aber es Ihnen niemand wirklich beantworten kann.
Es gibt zudem Fragen deren Beantwortung mehr von der Zeit abhängen in der sie gestellt werden als andere Fragen. Die Frage nach dem Preis einer erneuerbaren Ressource ist zudem leichter zu beantworten als wenn es sich um eine endliche Menge wie Erdöl handelt.
Der Massstab mit welcher wir üblicherweise Preise bemessen befindet sich in einem Raum den wir Marktkapitalismus nennen. Angebot und Nachfrage sowie Arbeitskosten sind Faktoren zur Berechnung in diesem Modell.
Die Bloger die mich inzwischen etwas kennen wissen es bereits, meine Kostenberechung würde über andere Parameter berechnet.
Aber Halt!
Nein, der Marktkapitalismus kann tatsächlich gewisse Preise auch aus meiner Sicht gut berechnen. Für den Preis von Gold zum Beispiel würde ich mit diesem Massstab ansetzen.
Aber auch hier muss ich modifizieren, denn der Preis für den Abbau sollte entgegen dem Marktkapitalismus auf jeden Fall die Kosten für den Schutz des Ökosystems beinhalten sowie Mindestlöhne für die Arbeiter beinhalten.
Den realen Preis für Erdöl kann niemand berechnen. Vielleicht hat Erdöl in 300 Jahren soviel Wert wie Gold, aber vielleicht ist es auch Wertlos geworden. Ich gehe aber von der Voraussetzung aus dass dieser Rohstoff auch in ferner Zukunft noch verwendet werden könnte. Da ich an die Menschen in der Zukunft denke, müsste Erdöl einen sehr viel höheren Preis besitzen als jetzt, denn wir wollen doch nicht den Kindern nur noch eine Kraterlandschaft mit Bohrlöchern ohne Inhalt hinterlassen? Die Marktwirtschaft interessieren solche Massstäbe nicht, daher ist sie in diesem Fall zur Berechnung bereits ungeeignet.
Faktoren wie CO2 Belastung sollten in die Berechnung des Wertes mit einfliessen sobald der Rohstoff verbrannt wird. Was kostet eine Tonne verseuchte Luft? Ich weiss es nicht.
Dass die Arbeiter auch hier Mindestlöhne erhalten müssten und der Abbau Umweltverträglich sein müsste, das versteht sich auch hier von selbst.
Nahrungsmittel dürfen selbstverständlich solange nicht zur Verbrennung verwendet werden, als das auch nur ein einziger Mensch zuwenig davon hat. Die Humanität steht über der freien Marktwirtschaft und Spekulation. Für das Augenmass zur Berechung von Nahrungsmittelpreisen sollten ethische Massstäbe gelten.
Es gibt keinen Anspruch auf Mobilität solange Menschen deswegen hungern müssen.
Eine der für mich schwierigsten Fragen taucht im Zusammenhang mit Nahrung auf wenn ich an die Überbevölkerung der Welt denke, respektive den Mangel an Nachwuchs bei uns. Gibt es einen Anspruch des Menschen solange zu wachsen bis die Nahrungsressourcen erschöpft sind? Wer bestimmt dann wer Essen erhält und wer nicht. Müssen nicht im Preis für Nahrung auch noch die Kosten für Massnahmen zur Geburtenregulierung in der dritten Welt miteinbezogen werden, bei uns jedoch die Unterstützung für Familien mit Kindern?
Auf jeden Fall sollten die Kosten für den Erhalt der Artenvielfalt mit einbezogen werden, die Kosten für Mindestlöhne bei den Landwirtschaftsarbeitern sowie für den Erhalt der nachhaltigen über Generationen möglichen Bewirtschaftung der Landwirtschaftsflächen.
Das Augenmass für Preisberechnung und Nutzung einer Ressource richtet sich aus meiner Sicht stets zuerst an Ethischen Grundsätzen aus. Dabei ist es wichtig zukünftige Entwicklungen mit einzubeziehen. Wie ich bereits kundgetan habe, sehe ich in der Bereitstellung eines Grundlohnes für alle Bürger die Möglichkeit das aus einer komplexen Materie wie der Preisberechnung von Ressourcen, vereinfachte Kalkulationen für Preise möglich sind. Der goldene Schnitt liegt für mich in einer Ausgewogenheit unserer Existenz zwischen Marktwirtschaft und Immateriellen ‚Werten’.
Wer genau hinsieht was man mit einem Grundeinkommen für die Bürger alles lösen kann wird überrascht sein. Für was würde man dann noch AHV benötigen oder IV? Wozu wären Pensionskassen dann noch nötig? Für welche Fälle wären Gewerkschaften noch nötig? Die Abwanderung aus den Bergen würde gebremst, die Städte vom Ansturm von Menschen entlastet. Ja selbst die Mobilität würde verbessert, da Menschen dann Zeit hätten Arbeit in ihrer Nähe zu suchen. Die Menschen könnten sich mehr darauf konzentrieren ihnen passende Arbeit zu finden. Selbst der Wettbewerb in der Wirtschaft würde qualitativ verbessert.
Kultur müsste weniger Subventioniert werden, ja es wäre sogar möglich die Steuern abzuschaffen. Die Jugendkriminalität würde zurückgehen, Kriminalität generell. Alles wäre berechenbarer und sicherer.
Proportionen, Gleichgewicht, Harmonie zwischen allen Beteiligten in einer Gesellschaft, da bin ich sicher, würde durch ein Wirtschaftsmodell mit einem Grundeinkommen entstehen können. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,386396,00.html
Diese Idee habe ich bereits seit Jahren, und es würde garantiert klappen, denn die Motivation in einem solchen System arbeiten zu dürfen muss gewaltig sein, selbst für 'einfache Menschen' die als Kassendame oder Abfallentsorger ihre Teilzeitjobs suchen. Aus und Schluss mit Steuerflucht, das Geld würde im Land bleiben.
Schöne Träume und noch guten Morgen
Andres
Eigentlich kann es keinen "angemessenen" oder "verhältnismässigen" Preis für Güter oder Ressourcen geben, die wir nur durch unwiderbringliche Zerstörung nutzen können.
Der Preis für Öl (oder Uran) müsste somit schon heute unendlich sein. Oder wie sollte eine zukünftige Nichtmehr-Verfügbarkeit in die Preisgestaltung einfliessen?
Sonnenlicht, Luft, Wasser, Sand und Waldbrombeeren sind gratis. Erneuerbar. Für den Zeitraum der Menschheit ewig.
Sobald etwas (aus nachhaltig nutzbarerQuelle) nur dank einer menschlichen Leistung verfügbar wird, ist dafür eine Gegenleistung des Nutzers gerechtfertigt (Agrarprodukte, recyclebare Rohstoffe wie Eisen).
Nur "dank" der technischen Entwicklung kann der Mensch nicht-nachhaltige Quellen nutzen.
Das Wirtschaftssystem hingegen ist im dunklen Mittelalter stecken geblieben! Es ist hochgradig unfähig, den Menschen an der Zerstörung seiner Lebensgrundlagen zu hindern!
Wie das Immunsystem gegenüber einem Krebsgesschwür.
Oder welche Gegenleistung erhält der Planet für die Ausbeutung?
die Menschheit bzw. zumindest die bestimmende Menschheit wird auch zukünftig mehrheitlich schadenfreudig und egoistisch sein.
Mit Argumenten für die Verhältnismässigkeit, Moral und Umwelt wird wenig bewegt werden können.
Warum traut sich eigentlich keiner von Euch Politikern endlich einmal von der "freien Energie" zu sprechen?
Es gibt sie doch!
Sie sind hier, unter uns sind die jungen "Indigos", sie werden uns zeigen, wie man diese absolute "freie Energie" nutzen kann, sie werden die Geräte dazu bauen wenn wir sie nur endlich lassen!
Hier ein kleiner Hinweis:
Elemental Rod Generator
Video 1: http://www.youtube.com/watch?v=l9xiGhVeLEY
Video 2:
http://www.youtube.com/watch?v=T5DROp3F3fA
Herr Leuenberger, fassen Sie den Mut und machen Sie den ersten Schritt!
Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen ist schon etwas älter. Aktuell geworden ist sie wieder durch den DM-Boss Götz Werner, wenn ich mich nicht täusche.
Diese Idee finde ich hervorragend. Unter all den von Ihnen genannten Gründen auch deswegen, weil die Menschen dann vermehrt Kapazität für Kreativität und idealistische Arbeiten hätten, also z.B. im Kultur- und Sozialbereich. Arbeiten für Organisationen, die auf Freiwilligkeit und Unentgeldlichkeit angewiesen sind.
Auch wenn diese Idee (vor allem in Deutschland) momentan wieder positiv diskutiert wird (sogar in bürgerlichen Kreisen!!!), glaube ich nicht, dass wir deren Einführung noch erleben werden. Das käme einer Revolution gleich und dafür sind die Menschen nicht mehr bereit.
Gruss
Ingo
http://www.co2-spiegel.ch
Jetzt gibt es einen Weg, mit dem jährlich auf einfachstem Weg bis zu 50'000 Tonnen CO2 eingespart werden können, und kein (ok, 152 Personen) interessieren sich dafür.
50'000 Tonne sind doch immerhin fast 10% der Reduktion, wie von Ihnen gefordert.
Aber vielleicht interessieren Sie sich ja dafür.
Gruss
Rucm
Ihre Aussage, Herr BR, über Abgangsentschädigungen und das Gerede über Gleichgewichte macht deutlich, warum ich längst das Vertrauen in Politik und Politiker verloren habe (und nicht nur deswegen).
Wie viele Menschen im Angestelltenverhältnis in der Schweiz haben ein Grundeinkommen, welches 1 Mio. Schweizerfranken pro Jahr übersteigt? Und wie viele davon erhalten Abgangsentschädigungen in Millionenhöhe? Und wie viele kommen denn auch in den Genuss dieser Entschädigungen?
Sind es eher 700, 7'000 oder 70'000 Angestellte? Ich kann diese Frage nicht präzise Beantworten. In Realität liegt diese Zahl wohl unter 1% (wahrscheinlich aber näher bei 0.1%).
Aber wie viele Wählerstimmen erreichen Sie mit solchen Aussagen? Auch diese Frage kann ich nicht präzise Beantworten. Aber durch die mediale Präsenz solcher 'Abzocker- Manager', welche eine Minderheit darstellen, dürften Sie damit realistischerweise gegen 20% der Wähler schweizweit erreichen (und nahezu 100% der Bloger hier). Und diese 20% sind doch eher sehr vorsichtig geschätzt.
Ein Verhältnis also von 1:20 (bei 1% Abzocker) oder 1:200 (bei 0.1% Abzocker).
Was würde es den 99% Schweizer Bevölkerung bringen, würden Sie ein Gesetz erlassen, welches solche Löhne und Abgangsentschädigungen bei diesem einen Prozent einschränkt? Nichts. Die eingesparte Lohnsumme verschwände im Konzerngewinn.
Aber die blosse Aussage bringt Ihnen und Ihrer Partei eben eine Menge Wählerstimmen.
Sie und Ihre Politikerfreunde sollten realitätsnahe Politik betreiben, statt Neid- oder Hetzkampagnen zu führen.
Solche Aussagen sind ganz klar parteiideologisches Geschwafel und dienen zur Jagt auf Wählerstimmen und nichts weiter. Sie benutzen eine Minderheit dazu, Ihre ideologischen Ziele zu verbreiten. Dahinter steckt purer Selbstzweck. Sie helfen damit niemandem, ausser natürlich sich und Ihrer Partei.
Parteiideologie und Eigennutzen stehen leider auch bei den Sozialisten vor Vernunft und Realität.
Auch Sie sollten sich vermehrt mit Gleichgewichten, Verhältnissen und Proportionen befassen, statt diese nur zu fordern.
Grüsse
Mr. Pink
http://jeanb@balcab.ch
Nicht ein einzelnes Riesengebäude erfreut der Menschen Aug und Herz, sondern das harmonische Zusammenstehen verschiedener Bauwerke mit passenden Proportionen. Das einzelne Bauklötzchen nimmt sich bescheiden zurück und befördert so die Schönheit des Ganzen. Architekten können die idealen Verhältnisse errechnen (z.B. Goldener Schnitt), oder auch, wie sie es durch Jahrhunderte getan haben, mit Augenmass das Richtige finden. Geistlos postmodernes Zitieren hingegen schafft Hässlichkeit, man sieht es etwa bei gewissen Shopping-Tempeln.
Auch in der Ethik gilt das rechte Mass. 22 Millionen Franken Abgangs-Entschädigung passen in keine reale Landschaft, Jahressaläre von mehr als einer Million auch nicht. Die Proportionen stimmen einfach nicht in einer Welt, in der Kinder an Hunger sterben müssen.
Wer sich für die künstlerische Suche nach schönen Farbklängen und richtigen Proportionen interessiert, wird gegenwärtig in Baden fündig. Im 'Trudelhaus' stellen H.R. Fitze und Guido Nussbaum aus.
Beim goldenen Schnitt geht es darum, zwei nebeneinander liegende Dinge möglich gut zusammen sehen und zugleich unterscheiden zu können, bei einem dreiseitig geschlossenen Platz wie dem Campigoglio darum, dass er gerade so geschlossen ist, dass er noch als guter Platz erscheint, und so offen, dass die Terrassenwirkung, die die offene Platzseite erzeugt, optimal zur Geltung kommt. Wir müssen nur im Kopf die beiden Platzseiten einwärts drehen, um festzustellen, dass dadurch der Platz beengt zu erscheinen beginnt und eine Scheuklappenwirkung entsteht, resp. auswärts, wodurch der Platz optisch, in unserer Wahrnehmung langsam auseinander fällt. Ob genau die mathematische Regel des Goldenen Schnitts oder der gleichschenklige, fünfzackige Stern das beste Ergebnis ergeben, wissen wir nicht. Aber sie sind offensichtlich nahe dran.
Ob es für andere, nicht optische Fragen auch Proportionen gibt oder geben sollte ist eine Ermessensfrage. Was ist das richtige Verhältnis zwischen einer Forelle und einem Fluss oder einem Schiff und dem Ozean, zwischen dem Lohn einer Bankangestellten und ihrem Chef (gilt die Frage auch zwischen Afrikanern und uns ?), zwischen dem Aufwand, das Öl zu produzieren (inkl. die biologische Vorgeschichte oder ohne ?) und dem Preis, der an der Zapfsäule bezahlt wird ?
Der Streit um Nahrungsmittel oder Öl zeigt eher, dass jetzt (nicht unähnlich dem Platzvergleich interessanterweise) eine zweite obere Grenze in unser Gesichtsfeld kommt. Vor Peak Oil gab es gleichsam nur die untere Grenze der Förder- und Transportkosten. Jetzt nach Peak Oil kommt die Frage nach den Kosten von Alternativen wie dem Speiseöl im Tank (dem Elektroantrieb mittels Wasserkraft und Batterie oder dem solar produzierten Wasserstoff) als zweite, obere Begrenzung:
Ein Glück, dass es diese obere Grenze auch gibt. Der Ölpreis könnte sonst (wie die Bankergehälter vor der Hypothekenkrise) ins Unermessliche wachsen. Ein Pech aber auch, weil plötzlich das Gespenst der Mobilität auf Kosten anderer (der Galeerensklaven und Rikschafahrer) ins Blickfeld rückt. Sind wir also doch nicht "automobil" (selbstbewegt) ? Ist der moderne Traum ausgeträumt ?
Ob es ein Augenmass für ein weltweites Gleichgewicht gibt, weiss ich nicht. Aber dass das in die Ferne sehen, das heute möglich ist, die Ungleichgewichte sichtbar macht, lässt wenigstens hoffen (wobei es mit der Senftube in der Jackentasche dann nicht getan ist).
..
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist eine ganz dumme Idee. Ich widerspreche in aller Form.
Abgesehen davon, dass uns die Natur dieses Grundeinkommen in der Form der Sonnenstrahlung, der frischen Luft, der fruchtbaren Erde und der fleissigen Pflanzen und Tiere ja bereits zur Verfügung stellt.
Es gibt keinen vernünftigen oder gerechten oder angemessenen Ölpreis.
Der Preis ist ein Konstrukt aus Besitzverhältnissen Nachfrage und Spekulation.
Zu den Besitzverhältnissen: Es ist doch fragwürdig ob nun eine Ressource die uns die Natur zur Verfügung gestellt hat ein paar Leuten gehören darf. Wem gehört denn die Luft? oder das Wasser? die Meere? ... bei Bodenschätzen ist die allgemeine Auffassung wohl die, das es sich um Schätze der Landbesitzer handelt. Diese dürfen also "Ihr" Stück Land nicht nur benutzen, (also Erträge welche zb durch Landwirtschaft entstehen) sondern auch AUSBEUTEN. Zu Lasten der restlichen Welt, inklusive Tier und Pflanzenwelt und Nachkommen.
Da ist die Diskussion über den gerechten Preis schon Makkulatur.
Noch schlimmer steht es im Bereich Nachfrage: Was ist denn die Nachfrage genau? Es sind Bedürfnisse der Märkte. Wenn also ein Bedürfnis steigt geht logischerweise der Preis auch hoch sofern er nicht durch staatliche (Planwirtschaft) Eingriffe gelenkt ist. Soweit so gut, ein normaler Regelmechanismus würde man meinen, aber leider ist dem nicht so. Die Nachfrage unterscheidet hier nicht nach dem Verwendungszweck. So entstehen hier nicht Angebotspreise sonder eben Nachfragepreise, resp das Angebot richtet sich nach der Nachfrage. Sollte eine Nachfrage aus einem anderen Zweck einen den Angebotsprreis in die Höhe treiben kann das für die Primärnachfrage nie gerecht sein.
Zum Thema Spekulation: Das ist der Gipfel des "Ungerechten" denn diese kombiniert die Nachfrage mit dem Angebot und wettet auf künftige Entwicklungen. Sie quadriert also quasi die Ungerechtheiten.
Summa Summarung müsste man sagen dass die Marktwirtschaft im Bereich Rohstoffverwertung versagt und nie gerecht sein wird. Es wird immer Profiteure und Verlierer geben, im Falle ÖL sind die Verlierer wohl in erster Line nicht WIR (wir profitieren ja auch davon) sondern aktuell die Natur und morgen unsere Nachfahren....
Darum muss ein Ausstieg aus der kohlenstoffbasierten Energierversorgung sehr schnell erfolgen. Denn eines können wir schnell erreichen: die Sonne gilt als Allgemeingut (vielleicht gibts ja leidierweise ein Ami der irgendwann noch ein Patent auf die Sonne anmeldet) und der Nutzen daraus baiert nicht auf RAUBBAU sonder BENUTZUNG und steht sämtlichen Individuen des Planeten Erde in der Rohform "Sonnenstrahlung" frei zur Verfügung.
Der daraus folgende Gewinn oder die Wertschömpfung durch Wandelung, kann durch normale Handelsprozesse durch das marktwirtschaftliche System einigermassen zufriedenstellend und "Fair" abgedeckt werden kann.
... also ein Ölpreis egal ob 1$ oder 1000$ pro Liter ist immer unfair...
Wow? habe schon lange nicht mehr so gestaunt über einen Youtube Trick... LOL
zum besseren Verständnis: Neutrinos sind ELEKTRISCH NEUTRALE Teilchen die mit nichts interagieren und deshalb nur extrem schwierig nachzuweisen sind.
Wer einen Elektronenfluss in der gezeigten Form mit einer 60W Glühlampe mit Neutrinos herstellen kann, kriegt die Nobelpreise gleich im Duzend... und lässt die bekannt Physik gleich umschreiben.. dagegen wäre Einstein ein Aushilfstrainiee gewesen..
Darum besser Bildung statt Youtube...
LG MG
Ich bin keine Hellseherin, weiss es nicht.
Bitte BR Leuenbergers Text genau lesen!
Er "hetzt" nicht einfach, eine Neidkampagne entfachend, gegen Manager und Abgangsentschädigungen in Millionenhöhe. Er spricht von "22 Millionen Abgangsentschädigung bei einem VERLUST von 4 Milliarden".
Wo ist da der KonzernGEWINN von dem sie hier sprechen, in dem diese eingesparte Lohnsumme verschwände?
Übrigens liegt auf der Erde fast unendlich viel fruchtbares Land brach, weil die Bauern so schlechte Preise erhalten, dass sie aufgeben mussten und müssen. In der Schweiz werden noch 8 von 100 Fr. für Nahrung ausgegeben, trotzdem will Frau BR Leuthard im fernen Ausland noch billiger einkaufen! BILLIG MUSS ES SEIN, KOSTE ES WAS ES WOLLE!!
Mein lieber Mirosch,
Damals haben auch viele gestaunt, als es klar wurde, dass die Erde keien Scheibe ist.....
So werden auch wieder viele staunen, wenn es allen klar wird, dass es diese "freie Energie" tatsächlich gibt!
Dagegen war Einstein tatsächlich lediglich ein "Aushilfstrainee" von dem grossen Nikola Tesla, der ja bereits 1931 einen solchen kosmischen Tachionenkonduktor (Elemental Rod Generator) gebaut hatte und damit ein Auto antrieb.
http://waterpoweredcar.com/teslascar.html
Doch die Evolition des Bewusstseins ist seither enorm fortgeschritten , deshalb heisst es heute: ...."elektrisches" Bewusstwerden ist besser als "magnetische" Bildung....
Alles ist möglich!
VOW!!
Ihren neusten Beitrag finde ich besonders sympathisch. Sie stellen Fragen. Das heisst für mich, Sie stehen dazu, dass Sie nicht alles wissen und vielleicht auch nicht zu allem schon eine fertige Meinung haben. Ihre Fragen, finde ich enorm wichtig. Es sind Fragen, auf die es wohl keine schlüssigen Antworten gibt. Wir alle sind gefordert, über solche Fragen nachzudenken.
Welcher Ölpreis ist angemessen?
Ein angemessener Preis für ein Produkt ist für mich ein Preis, der sich aus den Kosten zusammensetzt, die entstehen durch Aufbau der Infrastruktur, der Produktionskosten des Produktes, (bei zeitlich begrenzter Produktion) des Rückbaus der Infrastruktur, sowie allen weiteren Aufwendungen die notwendig sind, um das Produkt herzustellen zu können. Stichwort dazu: Kostenwarhheit.
In welchem Verhältnis stehen Nahrungsmittel und Treibstoffe zu einander?
Zur Beantwortung dieser Frage kann man die Frage stellen: Können Sie, wir, die Menschen Treibstoff essen? Die Antwort weist uns darauf hin, dass es eindeutige, naturgegebene Prioritäten gibt. Hier schliesse ich mich Herrn Stäubli an: Es gibt keinen Anspruch auf Mobilität solange Menschen deswegen hungern müssen.
Was ist das richtige Mass?
Ich bin der Ansicht, dass es darauf Antworten gibt.
In einem früheren Beitrag habe ich geschrieben: Ab einer bestimmten Grösse beginnen sich die Dinge destruktiv zu verhalten. Diese Grösse kann aber ganz unterschiedlich sein. Die Anzahl Schüler in einer Schulklasse wird ab einer bestimmten Grösse kritisch, bzw. unkontrollierbar mit allen Folgen, die das mit sich bringen kann. Tierhaltung in der Landwirtschaft ist in der Regel unproblematisch. Erst die Massentierhaltung bringt Leid und Stress für die Tiere, keine persönliche Beziehung der Pfleger zum Tier, Einsatz von Medikamenten, etc. Holzschlag, Fischfang in begrenztem Umfang, in einem bestimmten Masse ist kein Problem – erst ab einer bestimmten Grösse wirken sie sich destruktiv aus. Auch die Dichte der Menschen auf einer bestimmten Fläche wirkt sich unterschiedlich aus – überschreitet sie eine bestimmte Grösse, steigt die Aggressivität und sinkt die Möglichkeit, sich auf dieser Fläche zu entfalten und zu ernähren.
Sie beschreiben das Selbe mit etwas anderen Worten:
Jede Ordnung, auch die der Natur und der menschlichen Gesellschaft, ob im Kleinen oder im Grossen, lebt von Proportionen, vom Gleichgewicht, welches die Harmonie zwischen allen Beteiligten sicherstellt. Wird eine Kraft zu dominant, wenn sie masslos wird, zerstört sie das Gleichgewicht und damit das ganze System.
Es wird klar: Auf das Mass kommt es an. Es wird aber auch klar. Es gibt nicht EIN bestimmtes richtiges Mass. Doch scheint es für jedes Ding ein OPTIMALES Mass zu geben.
Dieses optimale Mass ist in gewissen Bereichen bekannt, in anderen nicht. Wenn also die Erfahrungen fehlen, braucht es ein Augenmass für Gleichgewicht. Sie fragen, ob es dieses (für weltweites Gleichgewicht) gibt. Ich bin überzeugt, dass dieses Augenmass gibt. Aber es ist nicht Sache von Berechnungen und Goldenem Schnitt, sondern wir haben in uns ein Gefühl dafür. Ich bin deshalb überzeugt, dass die Schönheit und Faszination der Piazza del Campidoglio und der Kirche von San Nicolao in Giornico nicht nur auf Berechnung der Harmonie beruht, sondern dass es der Geist der Erbauer ist, der diese Bauwerke durchdringt und diese Faszination ausübt.
Was heisst das? Es heisst, dass Erfahrungsauswertung und Berechnung von Harmonie nicht genügen. Es braucht Augenmass - in der Kunst - ein Gefühl und eine Leidenschaft für Ästhetik; in der Politik ein Gefühl und eine Leidenschaft für Moral und Ethik.
seit über 100 Jahren versuchten erst seriöse und nun immer mehr unseriöse (will heissen, Geld motivierte Scharlatane) "Wissenschafter", diese mysteriöse, vorhergesagte "Energie" anzuzapfen.
Fakt ist: Noch nicht einem ist es gelungen, sein Experiment plausibel darzulegen.
Fakt ist: Noch nicht einem ist es gelungen, sein Experiment "auf Kommando" zu wiederholen.
Fakt ist: Noch keiner unabhängigen Forschungsgruppe ist eine erfolgreiche Verifikation eines solchen Effektes gelungen.
Die hierzu passende physikalische Theorie ist gar keine. Sie hört sich für den Laien plausibel an, ist aber bei genauerem hinschauen sehr leicht als Bluff zu identifizieren. Blendwerk.
Das dumme an dieser Sache ist folgender Umstand: Es ist beianhe unendlich viel einfacher, eine Fälschung, eine Scharlatanie, zu konstrukieren, als tatsächlich eine neue Energiequelle zu entdecken. Die Atomlobby und die Öllobby sind zwar auch heute noch sehr mächtig, aber nicht mehr so mächtig, wie auch schon. Würde es tatsächlich so etwas, wie den Tesla-Generator geben - tja - wo ist er denn??
Ich persönlich bilde mir ein, dass ich Ihnen einen Verbrennungsmotor zusammen schrauben könnte, der offenbar mit Wasser läuft, anstelle von Benzin. Und sie hätten wahrscheinlich Ihre liebe Mühe, meine Scharlatanie aufzudecken. Und dennoch wäre es eine Scharlatanie. Daran ändert keine Verschwörungstheorie etwas, noch der liebe Herr Tesla, dem wir immerhin erkannter massen den Wechselstrom verdanken.
Noch was: trauen Sie nie, wirklich niemals, einem Video. Schon bei life Vorführungen lässt sich bescheissen und lügen, bis sich die Balken biegen (persönlich schon miterlebt). Was man mit einem Video anstellen kann, ist Ihrer Fantasie überlassen.
MfG
TU
Zwei Fragen oder Bemerkungen zu Deinem Kommentar vom 26.04.2008, 23.24 h bezüglich Deiner Definition eines angemessenen Preises:
Du erwähnst dabei den Begriff „Kostenwahrheit“. Mir fehlt in Deiner Definition jedoch den Aspekt „Mensch“, dessen Leistung und vor allem dessen Entlöhnung. Oder anders gesagt: Jeder, der in der gesamten Wertschöpfungskette von Öl involviert ist, wird Dir sagen, dass er nach dem Prinzip der Kostenwahrheit rechne. Nur – sind diese Kosten „hoch“ genug? Bekommt z. B. derjenige, der die Infrastruktur auf- oder abbaut auch einen „gerechten“ Lohn oder nur einen Hungerlohn?
Der zweite Punkt betrifft die Frage Herrn Leuenbergers zum „gerechten Ölpreis“ an sich: Ich verstehe diese nicht im Sinne von Bazen (Du sprichst von Kosten), sondern eher im „übertragenen“, symbolischen Sinne. Den Klimawandel kannst Du ja auch als „Hypothek“ für kommende Generationen verstehen und dabei ist auch nicht eine Hypothek im monetären Sinne bei der UBS gemeint (und wenn dem so wäre und sich die Hypothek in den USA befände, wäre sie eh nichts mehr wert und die Hypothek „Klimawandel“ vom Tisch… ;-)
Welcher Preis im Sinne von „welche Opfer müssen wir oder andere erbringen“ ist für Öl verhältnismässig? Sicher ist, dass das durchs Verbrennen von Öl entstehende CO2 alle auf diesem Planeten betrifft und somit alle das „Opfer Klimawandel“ erbringen müssen. Klimawandel definiere ich – etwas salopp ausgedrückt – als „das Wetter spielt verrückt“. Ist das Leid, das durch Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen usw. entsteht den Preis wert, den wir fürs weitere CO2-Produzieren mittels Öl bezahlen müssen? Wie viel Wert hat „Leid“ (jetzt wäre ich wieder beim Punkt der immateriellen Güter…)?
Ich bin im Moment von Herrn Leuenbergers Fragen überfordert, weil es u. a. auch ums Abwägen resp. Bewerten von materiellen Gütern (Öl) gegenüber immateriellen Gütern (Leid resp. dessen Gegenteil) geht (äxgüsi wenn ich schon wieder auf diesem Thema herumreite).
Unter diesem „übertragenen“ Sinne, was ist für Dich ein verhältnismässiger Preis für Öl?
Freundliche Grüsse
Titus
...es sind eben gerade die Phantasten, die die Welt bewegen hat Erich von Däniken einmal gesagt aber sicher nicht diejenigen, die sich ja nie etwas anderes sagen lassen oder gar selber zu denken trauen!
Mein lieber Thomas Urseler,
Die Zeit ist jetzt gekommen, das Zepter den Jungen zu übergeben, sie kommen aus der "Neuen Zeit", sie werden es beweisen!
Sie sind hier!
Überigens, lesen Sie doch mal dieses Buch:
http://wegalink.eu/energy/crystagg/doc/electrinium.pdf
Haben Sie ein spezielles Gerät, mit dem Sie die Motive anderer sehen können? Woher nehmen Sie eigentlich Ihr Wissen, wenn Sie anderen unterstellen, dass sie an einer Neid- und Hetzkampagne interessiert wären, nur weil sie die Verhältmässigkeit bestimmter Dinge in Frage stellen? Diese "Abzocker" hinterlassen halt bei vielen bestimmte Eindrücke, die auch Sie nicht aus der Welt schaffen können. Ich persönlich rede zwar quasi nie von "Abzockern", natürlich ist das ein Schlagwort wie andere auch. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass diese Leute überhaupt etwas mit der Gesellschaft zu tun haben wollen. Überhaupt erschliesst sich mir der Sinn ihres finanziellen Tuns oft nicht.
"Mein lieber Thomas Urseler," bitte sparen Sie sich Ihre mitleidige Art - wir kennen uns nicht.
Dennoch will ich auf Ihre Antwort kurz eingehen: Erich von Däniken ist eines jener Parade Beispiele, von denen ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe. Ein populistischer Scharlatan. Und? Hat er die neue Energiequelle nun erfunden? Hat er Kontakt zu Ausserirdischen hergestellt? ...? Die Antwort darauf kennen wir wohl alle.
Viele Dinge klingen in Laien Ohren sehr glaubwürdig, "logisch". Dennoch gibt es Leute, die sich ein Leben lang mit genau solchen Gebieten auseinander gesetzt haben und dann leider sehr ernüchternd mit einer absolut rationalen Erklärung überzeugen können. Ein Beispiel:
Das Marsgesicht. Bild hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Marsgesicht
Lange wurde auf Grund eines - E I N E S - Bildes der Viking Sonde 1976 von populistischen UFO-Scharlatanen behauptet, dass dies schlicht DER Beweis dafür sei, dass es noch anderes, intelligentes Leben in unserem Sonnensystem gäbe.
Später hat sich durch die Beobachtung durch Mars Global Surveyor 2001 herausgestellt, dass es eine Felsformation ist, die per Zufall beim richtigen Lichteinfall und VIEL menschlicher Fantasie, ein Gesicht zu erkennen gibt. Fakt ist, dass unser Hirn, Assoziationen bildet mit allem, was wir sehen. Da nun Gesichter eine sehr stark assoziativ geprägte Form sind, sehen wir auch sehr schnell in etwas unbekanntem eben ein Gesicht. Ein ähnlicher Effekt ist der Mann mit Hut und dunklem Mantel, der scheinbar an der Strassenecke steht. Wenn man dann näher kommt entpuppt sich der vermeintlich geheimnisvolle Herr als Lichtspiel von Strassenlaterne und Strauch, Hausecke, Müllcontainer oder sonst was. Unser Hirn führt uns eben oft aufs Glatteis.
Ähnlich ist es mit den Kornkreisen, die wir alle irgendwann mal im Fernsehen gesehen haben.
Auf den ersten Blick sind natürlich Ausserirdische die plausibelste Erklärung, denn dadurch brauchen wir keine komplizierten menschgemachten Verstrickungen zu berücksichtigen.
Wenn wir allerdings genauer hinsehen, WIE die Ausserirdischen denn überhaupt hierher kommen sollten usw... so ist die einfachste Erklärung wiederum jene, dass es menschgemachte Kornkreise sind. Sorry.
Ich finde es schön, dass Sie sich für derartige Themen interessieren. Doch bitte geben Sie sich nicht mit spektakulärem, populärwissenschaftlichem von Däniken Geschreibsel zu frieden - das kann jeder. Studieren Sie das Thema - an einer Uni oder privat - aber eben mit Hingabe und Zeit und nicht an einem verregneten Sonntag.
MfG
TU
Schweizer Politiker sind da, um Schweizer Politik zu betreiben.
Politiker ist ganz sicher nicht da, um irgendwelche Politik für eine private Unternehmung zu betreiben.
Dies ist also ganz klar eine linkspopulistische Aussage, um Gemüter zu erhitzen.
Und:
In Anbetracht von 230 Milliarden (230'000'000'000) Franken Verschuldung, stehen doch wohl die 400'000 Franken Lohn und die lebenslange Pension eines BR auch nicht unbedingt in einem guten Verhältnis. Oder wie seht ihr das?
Und der wesentliche Unterschied ist doch wohl der:
Für die 230 Mia Franken müssen WIR Schweizer Bürger und alle nachkommenden Generationen aufkommen.
Und seltsam ist doch, wenn private Unternehmen ihr EIGENES Geld verpulvern, meint jeder er müsse dies stoppen und es habe etwas unsoziales an sich.
Das verpulvern von ÖFFENTLICHEN Steuergeldern scheint hingegen niemanden so richtig zu stören.
Welche dieser Geldverschwendungen ist also unmoralischer und unsozialer frage ich?
Es grüsst
Mr. Pink
Um Unterschied zu IHREN Weltverbesserungshelden bevorzuge ich diejenigen die ihre Entdeckungen gründlich erkunden und in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlichen damit andere Fachleute das Experiment nachvollziehen können. Es geht in erster Linie nicht mal ums Begreifen des grundlegenden Theroie sondern um die Replizierbarkeit. Sollte ein unabhängiges Team einen solchen Effekt kopieren können ist eine Manipulation nämlich ausgeschlossen, eine solche Entdeckung wäre effektiv eine Neuentdeckung und alle die Lorbeeren könnten dem Entdecker gerecheterweise zukommen.
Leider funktioniert diese bei IHREN Wissenschaftshelden nicht weil diese ihre Experimente nicht veröffentlichen und immer in irgendwelchen Youtube Portalen mit Hokuspokus verbreiten.
Lieber Free Info, im Youtube kann ich mittels Foto und Videomontage in ein schwarzes Loch fallen und hinten wieder raussteigen :-)
Aber glauben Sie nur was Sie mögen, wir haben hier ja Glücklicherweise die Glaubensfreiheit... :-)
Sehr geehrter Herr Bundesrat Leuenberger
Danke und chapeau für Ihren neusten, sehr bemerkenswerten Blogeintrag mit dem sinnigen Titel „Gleichgewicht.“
Sie machen über einen subtilen architektonischen Einstieg zu Recht deutlich: In unserer heutigen Gesellschaft sind zu viele Proportionen völlig verloren gegangen: Egozentrische Optiken ersetzten ein vernünftiges Augenmass. Intransparent gesponsorte Expertenmeinungen zählen mehr als ein nachvollziehbarer, gesunder Menschenversand. Politische Fragestellungen müssen sich vermehrt mit der Absurdidät der real existierenden Marktwirtschaft befassen. Die gigantische Schein-Arbeit der Finanzleute und Spekulanten schadet der Schweiz in bisher unvorstellbarem Masse. Wahrscheinlich bräuchte es jetzt eine Bewegung oder gar eine „Partei für ehrliche Arbeit.“
Ihre rhethorische Frage: „Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung?“ hat MAHATMA GANDI seinerzeit prägnant so beantwortet:
DIE WELT HAT GENUG FÜR JEDERMANNS BEDÜRFNISSE,
ABER NICHT FÜR JEDERMANNS GIER.
Und John F. Kennedy gab kurz vor seiner Ermordung zu bedenken: „Eine Gesellschaft, die den Armen nicht helfen kann, kann auch die Reichen nicht retten.“
ECO DI CAMEDO
PS
Die beiden Zitate stammen von der Website http://www.freisinnig.ch ,
welche in faszinierender Weise die Geschichte des Freisinns von 300 Jahren vor Christus (!) bis heute darstellt.
Wissen Sie, wie viel die ganze öffentliche und staatliche Infrastruktur der Schweiz wert ist?
Und gibt es denn keine Politiker/innen, die die Interessen einer wie auch immer verstandenen Privatwirtschaft vertreten? Die der Banken, die der Pharmaindustrie, um zwei Branchen zu nennen, wo sich auch manche in der sog. Privatwirtschaft die Augen reiben über die schräg wirkenden Luftnummern einzelner Chefs, wenn es um Gehälter und Abfindungen geht. Und Ihre Krankenkassenprämien, Ihre Pensionskassengelder haben nichts mit diesen Bereichen zu tun? Wie und wo wollen Sie stets exakt die Grenze ziehen zwischen Staat und Privatwirtschaft? Und wenn Private einen Teil ihres Vermögens an die SVP "verpulvern", dann findet man ja da auch quasi eine Schnittstelle zwischen privat und demokratisch gewählten Politikern vor.
Und da es hier unter anderem auch um Öl ging: Was ist denn das für eine Leistung, auf einer Ölquelle zu sitzen und damit "grosse" Geschäfte zu machen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Haben_oder
2008-04-27 20:54:59
1. Ich habe „Gleichgewicht“ von Herrn Leuenberger nochmals durchgelesen und finde nirgends den Ausdruck „gerechten Ölpreis“, den Sie erwähnen und symbolisch verstanden haben wollen.
Eco di Camedo - waedi.wyss [at] bluewin.ch
2008-04-28 15:10:48
Hält die Frage Herrn Leuenbergers: Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung? für eine rhetorische Frage.
Bin ich zu blöd oder zu naiv, dass ich Herrn Leuenbergers Fragen weder als symbolisch gemeint noch als rhetorisch auffasse?
2. Ihnen fehlt in meiner Ausführung zu Welcher Ölpreis ist angemessen? der Aspekt Mensch. Um unbeliebte überlange Beiträge zu vermeiden, versuche ich mich so kurz wie möglich zu fassen. Deshalb zähle ich nicht alles bis in’s hinterletzte Detail auf. Ich meine aber, dass unter den von mir gewählten Formulierungen Produktionskosten des Produktes und sowie allen weiteren Aufwendungen die notwendig sind … die Lohnkosten der Menschen als mit einbezogen verstanden werden können.
Der Begriff „Kostenwahrheit“ beinhaltet meines Erachtens eben auch eine angemessene Entlöhnung der arbeitenden Menschen. Wäre dem nicht so, so könnte und dürfte sicherlich nicht von KostenWAHRHEIT gesprochen werden.
Ich bin im Moment von Herrn Leuenbergers Fragen überfordert, weil es u. a. auch ums Abwägen resp. Bewerten von materiellen Gütern (Öl) gegenüber immateriellen Gütern (Leid resp. dessen Gegenteil) geht (äxgüsi wenn ich schon wieder auf diesem Thema herumreite).
Ich habe absolut nichts dagegen, dass auf die nicht materiellen Aspekte einer Sache hingewiesen werden.
Es geht bei dem von Ihnen erwähnten Abwägen zwischen dem Materiellen und dem Nichtmateriellen eigentlich um die Frage von SEIN oder HABEN.
Hier möchte ich auf Erich Fromm und sein Werk Haben oder Sein verweisen: http://de.wikipedia.org/wiki/Haben_oder_Sein
Am Ende seines Werkes arbeitet Fromm Gemeinsamkeiten derjenigen Denkweisen heraus, die sich vom Gedanken des Habens gelöst haben und sich der Sicht des Seins verpflichtet fühlen. Dieser Geist des Seins zeichnet sich durch folgende Punkte aus:
1.) die Produktion habe der Erfüllung der wahren Bedürfnisse des Menschen und nicht den Erfordernissen der Wirtschaft zu dienen
2.) das Ausbeutungsverhältnis der Natur durch den Menschen wird durch ein Kooperationsverhältnis zwischen Mensch und Natur ersetzt
3.) der wechselseitige Antagonismus zwischen den Menschen ist durch Solidarität ersetzt
4.) oberste Ziele des gesellschaftlichen Arrangements seien das menschliche Wohlsein und die Verhinderung menschlichen Leids
5.) maximaler Konsum ist durch einen vernünftigen Konsum (Konsum zum Wohle des Menschen) ersetzt
6.) der einzelne Mensch wird zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben motiviert
Auf Ihre Frage: Unter diesem „übertragenen“ Sinne, was ist für Dich ein verhältnismässiger Preis für Öl? kann ich nur nochmals auf die obigen Punkte hinweisen.
Noch was:
Ich schreibe Ihnen hier mit einer Windows-98-Bill-Gates-Kiste -- aber das Ding funktioniert immer noch, zum Erstaunen einiger, auch wenn es mitunter etwas "Krach" hat mit Norton oder mit mir auch. Microsoft hat Sonnen- und Schattenseiten, selbst Bill Gates hat zum Teil bemerkt, dass die vorhanden sind. Wie nur kommen Sie auf die Idee, dass Privatwirtschaft und Staat und ev. gar UNO in jedem Fall separate Dinge sein müssen?
Warum sollte jemand, der auf einer Ölquelle sitzt, etwas mit 'Mobilität' zu tun haben?
Was ist da schon ein Bundesratslohn im Vergleich mit solchen Dimensionen aus der Privatwirtschaft.
Dass sie Herrn Leuenberger sippenhaftmässig mitverantwortlich machen für das Staatsdefizit ist ihr gutes Recht.
Sie gehören nun mal zur Bevölkerungsschicht der Politikverdrossenen und haben hier eine Blog-Bühne zur freien Verfügung, um ihre Verdrossenheit zu artikulieren.
Ich habe gerade etwas gelesen über "Konjunkturritter": Das sind Leute die jede Konjunktur zu reiten vermögen, egal ob eine gute oder schlechte. "Wie reitet man eine schlechte Konjunktur?" hatte ich mich gefragt. Herr Leuenbergers Manager Beispiel war für mich eine gute Antwort darauf.
Noch eine Frage Mr.P.:
Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen einem Politiker und einem Staatsmann?
"Der chemische Baukasten des Erdöls wird verwendet, um fast jedes chemische Erzeugnis zu produzieren. Dazu gehören Farben und Lacke, Arzneimittel, Wasch- und Reinigungsmittel, um nur einige zu nennen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l
Hallo allerseits
Seit einigen Wochen prangen grosse Plakate eines Grossverteilers an vielen Wänden, welche uns zu verstehen geben, was man nicht alles zur CO2-Reduktion unternehme:
http://www.migros.ch/DE/Ueber_die_Migros/Nachhaltigkeit/Projekte/Klimaschutz/Seiten/Uebersichtsseite.aspx
Das Engagement dazu ist IM ANSATZ ebenso lobenswert wie das neue „CO2-Champion-Label“: http://www.migros.ch/DE/Ueber_die_Migros/Nachhaltigkeit/Produkte_Labels/CO2_Produktdeklaration/Seiten/CO2_Produktdeklaration.aspx
Aber eben – nur im Ansatz: Wer etwas tiefer ins Detail geht, bekommt dann im Factsheet zu einem „CO2-Champion“ für Waschmittel zu lesen: „Halten Sie sich dazu an die auf der
Packung angegebene Dosierung und stellen Sie die Maschine bis zu zwei Temperaturstufen
oder 20 Grad tiefer ein! Erst damit holen Sie den Klimavorteil von Total Cool Active heraus –
und das Waschresultat ist dasselbe.“
Naja, liebe Migros, das steht nicht auf dem neuen Label. Und: Den Hinweis bezüglich richtiger Dosierung und tieferer Wassertemperatur hätte man schon früher ohne grossen wissenschaftlichen Mess-Aufwand prominenter anbringen können.
Letzte Woche hatte ein anderer Grossverteiler eine Medienmitteilung veröffentlicht, welche in den Medien ohne jegliche Resonanz blieb: http://www.coop.ch/ueber/medien/medienkonferenz_2008-04-22-de.html
Dabei geht’s nicht nur um den Aspekt „CO2-Reduktion“, sondern gleich um „CO2-neutral“. Es wird ein „Gleichgewicht“ geschaffen zwischen Ausstoss und Verminderung von CO2. Dieses Projekt scheint mir wesentlich konsequenter betreffend Nachhaltigkeit zu sein, berücksichtigt es doch nicht nur den Aspekt „CO2“, sondern alle Aspekte der gesamten Wertschöpfungskette (Lebensqualität, Ausbildung, Gesundheitsversorgung usw.). Unklar bleibt die Frage nach dem Wasserverbrauch für die Herstellung der fraglichen T-Shirts (mein Nachfragen ist bisher unbeantwortet geblieben).
Fazit: Auf freiwilliger Basis sich für mehr Nachhaltigkeit zu engagieren, Verantwortung wahrzunehmen, dies ganz ohne politisches Hickhack und ohne das „vorgeschrieben“ wird, das ist der „Spirit“, den wir brauchen.
Auch wenn es in einigen Details noch etwas hapert, so ist doch ein Anfang gemacht – bitte weiter so!
Freundliche Grüsse
Titus
P.S. Ich bleib’ bei meinen Waschnüssen und den 30 Grad…
ich sehe das auch so wie Thomas Urseler und Mirosch. nichts für ungut, aber ich glaube einfach nicht an dieses zeug.
und videos kann man in der tat sehr leicht fälschen.
Wenn jemand die freie Energie entdecken würde, müsste die auch noch gross genug sein um eine Turbine damit betreiben zu können und kompliziert genug um im langen und breiten beschrieben werden zu können. Wollte einer sich ein Patent ausschreiben lassen auf die Nutzung der freien Energie, müsste er diese auf mindestens zwei Seiten beschreiben können.
Dass die meisten Menschen zu wenig Fantasie haben gebe ich ihnen Recht. (Fische können zwar nicht Velo fahren, aber nur weil sie keine Füsse haben! Dafür können sie Limbo tanzen und Slalom schwimmen siehe auf:www.zisch.ch unter Bonus)
Aus freien Stücken wäre hier im Blog wohl niemand drauf gekommen.
http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/ani1.ht
Asche über mein Haupt: Den Begriff „gerecht“ habe ich ins Spiel gebracht. Sigmund Freud würde nun sagen, dass ich „verhältnismässig“ mit „gerecht“ gleichsetzen würde...
Gerade weil ich aus Deinen früheren Kommentaren weiss, dass Du nicht diejenige bist, die rein materialistisch denkt, war ich über „Preis“ und „Kosten“ - ohne weitere Präzisierung - überrascht. Deshalb die Nachfrage. Was A sagt ist ja nicht immer das, was B versteht…
In einem früheren Kommentar zu den Agro-Treibstoffen hatte ich bereits vom Humanismus gesprochen. Daher bin ich Dir dankbar für den erneuten Hinweis, denn Erich Fromms Werke (oder z. B. die der alten Griechen) scheinen mir aktueller denn je. „Spuren“ von Humanismus sind auch in der Präambel unserer Bundesverfassung zu finden. Leider nützt das wenig, wenn’s nur schöne Worte bleiben und nicht gelebt wird.
Vielleicht sollte die "Grossen" der weltweiten Politik einmal den Mut haben, über derart grundsätzliche Punkte nachzudenken statt Zeit nur in Symptombekämpfungsmassnahmen zu investieren.
Freundliche Grüsse
Titus
http://www.wupperinst.org/de/projekte/t
2008-04-27 20:54:59
Ergänzung:
Kostenwahrheit ist ein Ideal, das es heute wohl kaum noch gibt, da die Produkte quersubventioniert, subventioniert, steuerbefreit, besteuert, ausbeuterisch hergestellt, etc. werden – oder ihre Bestandteile, oder die Infrastruktur zur Herstellung selbst schon nicht den Kriterien der Kostenwahrheit entsprechen.
Der „Witz“ bei der Kostenwahrheit ist, dass viele Produkte und Dienstleistungen teuerer wären/würden und nicht mehr oder in geringerem Masse konsumiert würden (Flüge, Kunststoffprodukte, Atomstrom etc.). Andere Produkte, die heute weniger von Privilegien profitieren, wären dann wahrscheinlich nicht mehr teurer (Wind- und Sonnenenergie, etc.) Das heisst, Kostenwahrheit hat eine regulierende Wirkung auf den Verbrauch und auf das Angebot von Produkten und Dienstleistungen.
Deshalb scheint es mir wichtig, generell das Ideal Kostenwahrheit anzustreben, auch wenn es nicht gratis zu haben ist.
2008-04-28 23:17:53
Hä, wie bitte? Habe ich irgendwas verpasst?
Sie schreiben bezüglich Grundeinkommen für Alle:
„Auch wenn diese Idee (vor allem in Deutschland) momentan wieder positiv diskutiert wird (sogar in bürgerlichen Kreisen!!!), glaube ich nicht, dass wir deren Einführung noch erleben werden. Das käme einer Revolution gleich und dafür sind die Menschen nicht mehr bereit.“
Selbstverständlich glaube ich nicht dass diese Idee bereits Morgen im Bundesrat diskutiert wird. Allerdings würde ich das für unsere Politiker zur Diskussion anempfehlen.
Die Menschen waren übrigens nie zu Revolutionen bereit, es lag stets an Zwängen und technologischen oder Gesellschaftlichen Veränderungen das revolutionäre Ideen zum Durchbruch verhalf oder gar erforderlich machten. Die Französische Revolution entstand infolge solchen Gesellschaftlichen Umbrüche, besonders wichtig dabei war die Technologische Entwicklung.
Ich bin überzeugt dass diese Gesellschaftlichen Umwälzungen kurz bevor stehen, bzw. das wir mit einem Bein bereits im Wachtumskollaps stecken. Mehrere weiteren Schwächen unseres Wirtschaftssystems zeigen auf dass der Zusammenbruch des UdSSR-Kommunismus bald vom dem des Marktkapitalismus gefolgt wird.
Der Russische Kommunismus war ja mitunter bereits eine Reaktion auf die Schwächen der Marktwirtschaft. Leider versäumten es die Revolutionäre den Stärken des Kapitalismus in ihrem System Raum zu bieten, oder besser, sie konnten es unter den Geschehnissen nach der Revolution gar nicht.
Vielleicht ist dem Einen oder Anderen aufgefallen dass die Soziale Marktwirtschaft derzeit stabiler erscheint als das US Amerikanische Pendant. Herr BR Leuenberger sprach von Gesetzen der Harmonie, des goldenen Schnitt etc.
Selbstverständlich gibt es solche Gesetzmässigkeiten auch in der Wirtschaft, die ja zum Menschen kompatibel und harmonisch sein müsste.
Ein Staat mit AHV und IV ist stabiler als Staaten ohne solchen Sozialen Einrichtungen. Die Schwächen von AHV und IV sind aber trotzdem noch immer, dass sie nicht effektiv in unser Wirtschaftsmodell integriert sind und daher ständig destabilisierend wirken, besonders in schwierigen Zeiten.
Bereits gibt es ja Forderungen dass sich Private für die Deckung ihrer Minimalbedürfnisse Privat zusätzlich versichern müssen. Damit erzeugen wir aber weitere Ungleichgewichte in der Gesellschaft.
Der Zusammenbruch der Marktwirtschaft wird kaum innerhalb der Grenzen der Schweiz erfolgen, aber wir werden darin partizipieren und hinein gezogen werden.
Das System eines Grundeinkommens für alle stellt das derzeit harmonischste Wirtschaftsmodell dar, es ist besonders deshalb empfehlenswert, da es die üblichen Modelle der Marktwirtschaft nicht über den Haufen kippen will, es die Vorteile erhalten möchte.
Wettbewerb ist in diesem Modell sogar noch vermehrt möglich, ein Grund vermutlich dass auch einige Liberale es wünschen. Einer der Hauptschwächen der Marktwirtschaft ist das kaum steuerbare Wachstum von dem alles abhängt und die starken Sozialen Ungleichgewichte.
Ein System mit Grundeinkommen für Alle wächst nur soweit es die Ressourcen und die technologische Entwicklung das erlauben, Soziale Ungleichgewichte werden ohne Zutun von Gewerkschaften oder Staat Systembedingt bereits ursächlich bekämpft.
Die folgenden Worte aus Ihrem letzten Beitrag lese ich gerne. Sie beinhalten meines Erachtens eine Weisheit.
Jede Ordnung, auch die der Natur und der menschlichen Gesellschaft, ob im Kleinen oder im Grossen, lebt von Proportionen, vom Gleichgewicht, welches die Harmonie zwischen allen Beteiligten sicherstellt. Wird eine Kraft zu dominant, wenn sie masslos wird, zerstört sie das Gleichgewicht und damit das ganze System.
Wären wir doch sensibler für Proportionen und Gleichgewicht. Nicht erst dann, wenn die Dinge bereits aus dem Gleichgewicht geraten sind.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, beinhaltet Ihre Aussage auch, dass jedes Ding auf der Erde seinen Platz hat – es kommt nur darauf an, dass keines zu dominant wird.
Persönlich bin ich nun der Überzeugung, dass es einige Dinge gibt, die keinen Platz haben dürften. Zum Beispiel Gentransfer von Tieren zu Pflanzen, Atomkernfusion- und Spaltung oder auch Tierversuche, und weitere. Dies sind Dinge, die das Gleichgewicht auf dem Planeten Erde in höchstem Masse gefährden und/oder zerstörerisch auf das Leben wirken – unabhängig von Mass und Proportion.
Dem Menschen sind kaum Grenzen gesetzt. Aber nicht alles was der Mensch kann, darf oder sollte er auch tun. Wir Menschen sind gefordert, uns selber Grenzen zu setzen.
Was ist nun das Augenmass, mit dem man die Dinge erkennt, die auf das System Erde zerstörerisch wirken?
Die Natur sagt uns alles was wir wissen müssen. Das was die Natur von sich aus „tut“, kann und soll der Mensch nutzen. Was der Mensch aber von der Natur erzwingt, was sie nicht „freiwillig“ tut, das zerstört das natürliche Gleichgewicht zwischen den Elementen und die Harmonie zwischen den Beteiligten. (Beispiele siehe oben)
>Welcher Preis für Öl ist verhältnismässig?
Ein Liter Öl enthält ca 10Kwh (grob, zum merken). Ein Mensch kann 100W dauerhaft leisten. Ergibt also 100 Arbeitsstunden. Die Stunde zu 25 Franken
Ergibt also: 2500 Franken.
Gut, man könnte argumentieren, dass man nicht mit Wärme nähen kann (oder ähnliches). Aber die Marschrichtung ist klar. Der Preis ist nach wie vor MASSIV zu tief.
>Und: Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung?
Auf diese Frage gibt es keine Antwort weil es kein Grundrecht auf Nahrung gibt. Fragen Sie einen (toten) Somalier. Es gibt nur ein Grundrecht: Derjenige der Geld hat kann sich Nahrung leisten. Derjenige ders nicht hat, verhungert. Ich war nie da, aber so soll es gewesen sein laut meiner Tante die dort gelebt hat (nicht nur Ferien) und den Bildern die wir immer wieder sehen. Wenn wir nichts am System ändern, dann werden wir das 3Tonnen-FlexFuel-SUV durch die Strassen fahren sehen und am Strassenrand verhungert jemand.
Das Problem liegt am Geld. Heute müssen wir einem Banker in den Allerwertesten kriechen damit er Geld rausrückt. Dann müssen wir ihm auch noch dankbar sein. Er investiert in den Arbeitsplatz Schweiz! Was für ein Held. Dabei müsste es umgekehrt sein. Wer das Geld zurückhält, der sollte eins an die Ohren kriegen.
Im Schuld(Positiv)zins System wird sich nie was ändern.
und das ganze Schlamassel wegen eine Vorzeichenfehler.......der Zins müsste negativ sein. Aber das wird sich nie ändern.
Da bleibt nur eins: Prepare,Prepare, Prepare.....
Beste Grüsse
Ben
Nämlich das Gleichgewicht.
Gemeint ist das DYNAMISCHE Gleichgewicht, wie es sogar in einem Dampfkochtopf herrschen kann, also die ständige Bewegung in gesamtheitlicher Konstanz und Beständigkeit. So wie das Wetter, oder der Wasserkreislauf. Oder so, wie der Kohlenstoffkreislauf SEIN SOLLTE. Prozesse in der Zuverlässigkeit eines Regelkreissystems, das schön stabil ist, auf Störungen höchstens mit kurzen Schwankungen reagiert und diese souverän ausgleicht, NIE aber unkontrolliert zu schwingen beginnt und an die Systemgrenzen schlägt.
Man muss leider damit rechnen, dass der Planet die Störung "menschgewolltes ewiges Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum", dieses wahnwitzige immer schnellere Wegdriften des Gesamtsystems von der Stabilität, leider nur durch radikale Ausschaltung ihres Verursachers beheben kann.
Also, geniesst das Leben.
"Welcher Preis für das Sonnenbaden ist angemessen ?"
Sonnenbaden ist gratis, genauso wie das Laufen im Gras, das Riechen an einer Blume, die Liebe. Nur das Betreten der Badi (die Grundrente) und die Arbeit des Bademeisters und seiner Hilfskräfte (die Arbeitskosten) kosten etwas.
Genauso ist es beim Erdöl (abgesehen davon, dass dessen übermässige Verbrennung vielleicht das Klima so schnell verändert, dass wir (die Menschen, nicht die Natur) nicht mithalten können): Die Grundrente gehört dem Ölscheich, die Arbeitskosten dem Ölmulti und seinen Eigentümern und Mitarbeitern.
Es ist beim Erdöl wie bei der Windenergie und der Photovoltaik. Die Energie ist gratis. Nur das Aufstellen der Gerätschaften zu ihrer Umwandlung und ihrem Transport zum Ort der Anwendung kostet.
Darum gibt es die Frage für die richtige Proportion für den Preis der Energie, der Nahrung (ein weiteres Geschenk der Natur an uns) eigentlich nicht, nur jene nach der Verhältnismässigkeit der Aufwände, die wir zu ihrer Beschaffung und Nutzung treiben.
Alle wollen Libyens Öl
http://www.zeit.de/online/2008/09/libyen-oel?page=1
Vielleicht sollte man in der Wirtschaft doch auch nur von 'lebenslangen Pensionen' sprechen, statt von Abgangsentschädigungen. Das klingt doch viel preiswerter und sozialer. Zudem hat das Wort 'Abgangsentschädigung' irgendwie einen Versager- Nachgeschmack.
Wer aber Verhältnisse von einzelnen Unternehmungen anprangert sollte sich seiner eigenen Missverhältnisse auch bewusst sein und vielleicht zuerst darüber nachdenken.
Und in diesem Kontext glaube ich eben schon, dass 400'000 Franken in keinem Verhältnis zu den 230 Milliarden Schulden stehen.
Ich mache ja Herr Leuenberger auch nicht alleine für die Schulden verantwortlich. Jedoch hat sich der Schuldenberg in den letzten 10 - 15 Jahren, trotz guter Konjunktur und Schuldenbremse massiv verschlechtert.
Im Gegensatz dazu wird wohl die Unternehmung bald wieder Gewinne einfahren und die Schulden tilgen.
Es grüsst
Mr. Pink
P. S.: Viele scheinen zu vergessen, dass das Geld für die staatliche Fürsorge nicht vom Staat kommt, sondern von den Steuerzahlern. Die 230 Milliarden haben also einen weitreichenderen Einfluss, als viele wahr haben, oder zugeben wollen.
>Welcher Preis für Öl ist verhältnismässig?
Ein Liter Öl enthält ca 10Kwh (grob, zum merken). Ein Mensch kann 100W dauerhaft leisten. Ergibt also 100 Arbeitsstunden. Die Stunde zu 25 Franken
Ergibt: 2500 Franken.
Gut, man könnte argumentieren, dass man nicht mit Wärme nähen kann (oder ähnliches). Aber die Marschrichtung ist klar. Der Preis ist nach wie vor MASSIV zu tief.
>Und: Was ist die Verhältnismässigkeit zwischen dem Preis für individuelle Mobilität und dem Grundrecht auf Nahrung?
Auf diese Frage gibt es keine Antwort weil es kein Grundrecht auf Nahrung gibt. Fragen Sie einen (toten) Somalier. Es gibt nur ein Grundrecht: Derjenige der Geld hat kann sich Nahrung leisten. Derjenige ders nicht hat, verhungert. Ich war nie da, aber so soll es gewesen sein laut meiner Tante die dort gelebt hat (nicht nur Ferien) und den Bildern die wir immer wieder sehen. Wenn wir nichts am System ändern, dann werden wir das 3Tonnen-FlexFuel-SUV durch die Strassen fahren sehen und am Strassenrand verhungert jemand.
Das Problem liegt am Geld. Heute müssen wir einem Banker oder Investor in den Allerwertesten kriechen damit er Geld rausrückt. Dann müssen wir ihm auch noch dankbar sein. Er investiert in den Arbeitsplatz Schweiz! Was für ein Held. Dabei müsste es umgekehrt sein. Wer das Geld zurückhält, der sollte eins an die Ohren kriegen.
Im Schuld(Positiv)zins System wird sich nie was ändern.
und das ganze Schlamassel wegen eine Vorzeichenfehler.......der Zins müsste negativ sein. Aber das wird sich nie ändern.
Da bleibt nur eins: Prepare,Prepare, Prepare.....
Beste Grüsse
Ben
Der Mensch neigt dazu als einziges Lebewesen überhaupt, seine Umwelt aus dem Gleichgewicht zu bringen. Vielleicht sogar weil er gar nicht anderst kann, da er einfach an nichts richtig angepasst ist. Er hat aber auch unglaublich viele Bedürfnisse, bei der Verwirklichung der Umsetzung seiner Sehnsüchte und Wünsche fällt er sehr leicht aus dem Gleichgewicht dessen was für die Umwelt noch ertragbar wäre. Und nur zu oft ist ihm das egal. China ist wohl das Beste Beispiel dafür. Dort wird sogar das Gras grün gefärbt nur damit es bei den Gästen einen erfrischenden Eindruck hinterlässt.
In menschlicher Hinsicht wäre er durchaus in der Lage mehr Gleichgewicht herzustellen. In der dritten Welt sterben sterben täglich hunderte von Menschen an hunger und durst während die Reichsten es sich leisten für das teuerste Menu der Welt 40`000Fr. für einen Abend zu bezahlen. Wenn es schon solche Egoisten geben darf, sollten die ab 5000 Fr, pro Menu, mindestens 10 Prozent des bezahlten Betrages spenden müssen. Und auch bei den Löhnen gibt es gewaltige Unterschiede die nicht zu rechtfertigen sind, wenn eine Putzfrau einer UBS vielleicht 4500Fr monatlich verdient und ein hoher Mitarbeiter 450`000Fr. so ist das ein Verhältnis von 1 zu 100, was man als keine schöne Proportion bezeichnen kann.
In der Mathematik ist der Mensch geradezu ein Meister des Gleichgewichts. Wohl kein Termitenhügel der Welt ist so symmetrisch wie eine Piazza del Campidoglio. Dafür so gut isoliert und belüftet wie kein Gebäude der Welt.
Erst seit wenigen Jahhren kommt es in Mode, natürliche Vorgänge zu imitieren und für eine unschädliche, effiziente Umwelttechnologie einzusetzen. Da wir mehr und mehr lernen die Prinzipien der Natur nachzumachen und für uns zu nutzen schaffen wir es vermehrt ein künstlich, natürliches Gleichgewicht herzustellen. Die Mathematik sollte uns ein gutes Vorbild sein von Gleichgewichten und Proportionen, denn dort sind wir nur zu genau.
Lisa, besten Dank für Deine ergänzenden Erläuterungen. Die Schwierigkeit bei der Kostenwahrheit scheint mir im Beziffern der eigentlichen Kosten an sich zu liegen. Damit meine ich nicht die kostenverzerrenden Geldströme wie z. B. Subventionen, sondern das Beziffern der so genannten Folgekosten.
Als Beispiel: Es klagen heute vermehrt Leute über Atem-Beschwerden, deren Ursachen man in der verschmutzten Luft sieht. Die daraus entstehenden Gesundheitskosten in die Kostenrechnung z. B. für Benzin zu integrieren scheint mir sehr schwierig. Schon alleine die Zuordnung der Kosten an eine Ursache (ist es wirklich die Luftverschmutzung? Liegt’s am Benzin, Diesel oder Heizöl?) ist ja nicht einfach. Zudem meldet sich bei gesundheitlichen Beschwerden auch nicht jeder gleich beim Arzt usw…
Beim Nachdenken über die Kostenwahrheit bin ich auch noch auf das gestossen, was ich „Produktwahrheit“ nenne. Wie dieser Begriff schon besagt, geht’s um die „Wahrheit“ eines Produkts und zwar im Sinne der Nachhaltigkeit:
Wie viel
- Energie
- CO2
- Wasser
wird von der Herstellung über den Transport bis zum Verkauf eines Produkts (Dienstleistungen eingeschlossen) - aber auch für dessen Gebrauch/Anwendung nach dem Kauf - benötigt?
Wenn man für jeden Schoko-Riegel weiss, wie hoch der Energiewert (KJ, kcal) und der Gehalt an Kohlenhydraten, Eiweiss und Fett ist, sollte man doch eigentlich auch die oben genannten Kriterien in Erfahrung bringen können. Selbstverständlich wird der Aufwand dafür relativ gross sein. Dabei ist es gerade dieser Aufwand der die Hersteller dazu bringt, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Ressourcen-Ver(sch)wendung auseinanderzusetzen.
Eine andere, spannende Frage ist dann, was man aus diesen Angaben macht: Diese lediglich auf dem Produkt ausweisen; Produkte, welche ein Mindest-/Maximalmass nicht einhalten gleich verbieten; Einführung einer Bezeichnung analog den Energieeffizienzklassen; usw.
Damit könnten die weiter unten von Lisa erwähnten Grenzen gesetzt werden, um damit zu einem besseren Gleichgewicht zu gelangen.
Freundliche Grüsse
Titus
Was A sagt ist ja nicht immer das, was B versteht…
Die Kommunikation ist tatsächlich eine nicht harmlose Sache. Wenn A sagt: Ich fahre nicht Auto, kann B verstehen: A hat keinen Führerschein, C versteht: A besitzt kein Auto, D glaubt: A kann sich kein Auto leisten, E denkt: A zieht den ÖV vor, etc. etc.
Bei der Interpretation, also wie eine Nachricht vom Empfänger verstanden wird, spielen viele verschiedene Faktoren mit, die ich als Absender nicht beeinflussen kann. Gerade deshalb ist es wichtig, sich möglichst klar und unmissverständlich auszudrücken. Wenn ich einen Kommentar an jemanden schreibe, verwende ich deshalb die gleichen Worte wie der Autor. Sonst wird leicht aus einem „verhältnismässig“ ein „gerecht“, was zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Dass es aber gerade bei der schriftlichen Information Missverständnisse gibt, ist kaum zu vermeiden. Nur schon deshalb, weil Stimme, Mimik und Gestik fehlen, die die richtige Interpretation des Gesagten erleichtern könnten. Zudem spielt der Empfänger einer Nachricht selbst eine wichtige Rolle. Ist er bereit, „ich fahre nicht Auto“ als Information, die nichts weiter besagt als dass A nicht Auto fährt, so stehen zu lassen? Kann er der Versuchung widerstehen, anhand von Vermutungen oder eigenen Erfahrungen diese Aussage zu etwas anderem zu machen als sie ist?
Danke für den Link zur Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung. Möchten doch die Räte im Bundeshaus sich diese vor jedem Geschäft in Erinnerung rufen!
Im Namen Gottes des Allmächtigen!
Das Schweizervolk und die Kantone,
in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,
im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,
gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,
geben sich folgende Verfassung1:
http://marktcheck.greenpeace.at/2934.ht
2008-04-30 20:40:32
Wenn ich vom Ideal Kostenwahrheit spreche, schliesse ich auch das Verursacherprinzip darin ein. Mit anderen Worten: Die Produzenten und die Firmen müssten die Verantwortung von A – Z zu tragen haben. Das würde bedeuten, dass auch Schäden an Umwelt und Menschen nicht an die Allgemeinheit überbürdet werden könnten, wie das heute häufig der Fall ist.
Ein Plantagebesitzer, der die Arbeiter durch ungenügenden Anleitung und Schutz beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln u.ä. gesundheitlich schädigt, müsste die Kosten für Arzt, Arznei oder gar Rente übernehmen - um nur eine von vielen Auflagen zu nennen.
Aber auch die Firmen, die die Produkte kaufen, müssten mit haften. Denn diese bevorzugen das billigste Produkt und kümmern sich nicht darum, wie dieses hergestellt wird – bis auf wenige Ausnahmen. Auch die Konsumenten, die nur die billigsten Produkte kaufen, tragen Verantwortung mit. Denn auf diese Weise wird der Ausbeutung von Menschen und Umwelt Vorschub geleistet.
Müssten Atomkraftwerkbetreiber zum Beispiel auch die Schäden an Umwelt und Menschen beim Uranabbau und dessen Verarbeitung mit verantworten und mit bezahlen – es würde sich nie rentieren, ein AKW überhaupt zu betreiben.
Wenn man vermehrt nach dem Prinzip der Kostenwahrheit denken und handeln würde, hätte das meines Erachtens eine enorm regulierende, sprich bremsende Wirkung auf Ressourcenverbrauch, Produktion und Konsum von Gütern.
Aber wem nützen alle diese idealistischen Überlegungen, weit weg von Einflussmöglichkeiten auf das Wirtschaftsgeschehen und die Politik?
1. Sie nützen vorerst mir selber als Person und Konsumentin. Ich lerne Zusammenhänge zu erkennen und kritisch zu hinterfragen (Agrodiesel, Atomstrom, exotische Nahrungsmittel, Mobilität, persönliches Glück, etc.). Informationen klären mich über Dinge auf, von denen ich bis anhin nichts wusste. Ich beginne Produkte bewusster auszuwählen, beziehungsweise gewisse Produkte zu meiden. Ich verbrauche Ressourcen zurückhaltender.
2. Sie nützen anderen Menschen, wenn ich das was ich als richtig und wichtig erkannt habe vorlebe und an andere weitervermittle. Das beginnt in der eigenen Familie. Ich stelle fest, dass viele Menschen schlecht informiert sind und das erstrebenswert finden, was die Werbung vorgibt. Viele Menschen sind aber bereit Produkte zu meiden, die nicht mit umweltverträglichen und ethischen Massstäben vereinbar sind, sobald sie davon erfahren.
3. Sie nützen der Welt, wenn wir von Firmen und Politikern Transparenz, Deklarationspflicht und Einhaltung von Richtlinien (Umweltverträglichkeit und Existenz sichernde Arbeitsbedingungen) fordern und uns aktiv dafür einsetzen.
2008-04-30 18:15:42
Wohl kein Termitenhügel der Welt ist so symmetrisch wie eine Piazza del Campidoglio. Dafür so gut isoliert und belüftet wie kein Gebäude der Welt.
Interessante Gegenüberstellung, finde ich.
Die Mathematik sollte uns ein gutes Vorbild sein von Gleichgewichten und Proportionen, denn dort sind wir nur zu genau.
Mathematik funktioniert eben nur „zu genau“.
(Falls das nicht stimmt, bitte korrigieren.)
Galileo Galilei sagte gar: "Mathematik ist das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat."
http://blog.rheintalwetter.ch
Nahrungsmittel hingegen sollten möglichst günstig sein und trotzdem noch teuer genug, dass der Produzent anständig entschädigt werden kann, um davon leben zu können.
Auch beim Zinssystem gehe ich einig mit Dir. Dieses System bringt sehr viele Probleme mit sich, die nicht sein müssten. Bereits ein Null-Prozent System würde viele Probleme lösen. Und es wäre das einzig richtige, doch das wird sich wohl wirklich nie ändern...
http://www.wisarts.com/digital/mandala/
2008-05-02 11:16:01
2008-05-01 22:16:58
Ein dritter Versuch, Galileos Aussage graphisch darzustellen.
Hallo allerseits
Aus dem „Gleichgewicht“ gebracht durch einen am 30.04.2008 gesendeten Bericht in der „10-vor-10“-Sendung von SF1 bezüglich Einspeisevergütung für Windenergie, wonach den Stromproduzenten nur noch 20 statt 25 Rappen pro kW gemäss Entscheid des Gesamtbundesrats vergütet werden sollen und wodurch gemäss BFE-Vize-Direktor nur noch ein Viertel der ursprünglich gegen 100 geplanten Anlagen eine Zukunft hätten, versuche ich mir mein eigenes Bild über die Sache zu machen.
Zugegeben, die Wegleitung zur Steuererklärung liest sich wie ein Kinderbuch im Vergleich zur Stromversorgungs- und Energieverordnung. Auch die „Elektrizitätstarifverordnung“ meiner Wohngemeinde verlangt für die Endverbraucher, pardon, für die Kunden schon fast nach einer Dechiffrierschablone. Wohl nicht umsonst sind auf der jährlich nach der Zählerablesung zugestellten Strom-Abrechnung alle Details höchstens in einer 6-Punkt-Schrift und der nachzuzahlende Betrag auf dem Einzahlungsschein mindestens in einer 14-Punkt-Schrift aufgedruckt. Diese Botschaft ist angekommen: Lieber Stromkunde, du brauchst nichts zu verstehen - wir sagen dir dann schon in grossen Lettern, was du zu zahlen hast. Da frage ich mich aber: Wie will man „Öko-Strom“ an den Mann resp. die Frau bringen, wenn man sich vorab mit technischen Fachbegriffen und Zahlen auseinander setzen muss, um als Vergleichsbasis das heutige System für „klassische“ Stromnutzung verstehen zu können?
Dass die Materie kompliziert ist, zeigt sich wohl auch daran, dass die Medien die Mitte März 2008 vom Gesamtbundesrat verabschiedete StromVV/revidierte EnV trotz Medienkonferenz und zahlreichen Unterlagen erst jetzt und auch nur äusserst beschränkt aufgegriffen haben (Windenergie). Zu sehr war man wohl absorbiert von anderen, auch wichtigen Themen. Stellenabbau in Bellinzona und Aufstände in Tibet lassen sich eben verständlicher vermitteln.
Nach „Studium“ verschiedener Unterlagen stelle ich mir die folgenden Fragen:
- Wie kann man von „kostendeckender Einspeisevergütung“ sprechen, wenn wie im Falle der Windenergie nur noch ein Viertel der Anlagen gebaut werden kann (obwohl die eingereichten Projekte als realistisch eingestuft wurden)? Weht in unseren Landen ein zu wenig rauer Wind?
- Ist der fragliche Tarif-Entscheid des Gesamtbundesrats ein langfristiger, umwelt- und energiepolitischer oder ein kurzfristiger, finanzpolitischer Entscheid (diese Frage hat schon fast rhetorischen Charakter)?
- Steht dieser Entscheid nicht im Widerspruch zur aktuellen Energiepolitik, welche noch im Februar dieses Jahres ebenfalls durch den Gesamtbundesrat bestätigt wurde und wonach erneuerbare Energie gefördert werden sollen (da fällt mir Goethes Faust ein: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“)?
- Weshalb sind die anfänglichen Einspeisevergütungen je nach Stromart so unterschiedlich? Mache ich mir ein falsches Bild von den Gestehungskosten? Oder sollen damit gewisse Stromarten (insbesondere Photovoltaik) stärker gefördert werden?
Nebenbei, so abweichend im ersten Augenblick die obigen Fragen vom aktuellen Blog-Beitrag erscheinen, können sie doch alle in einen Gleichgewichtskontext gebracht werden (von wegen welcher Preis ist für Windenergie verhältnismässig usw.)
Hat jemand eine aufklärende Antwort zur einen oder anderen Frage? Oder soll ich mich doch lieber wieder der Wegleitung der Steuererklärung zuwenden…?
Freundliche Grüsse
Titus
Quellen (siehe auch die jeweils weiterführenden Links):
http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php?docid=20080430
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00474/00492/index.html?lang=de&msg-id=17836
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00474/00492/index.html?lang=de&msg-id=17400
http://jeanb@balcab.ch
Die seltsamen Praktiken der UBS zeigen es deutlich: es mangelt in der Grossbank an ethischem Grundwissen. Das lässt sich leicht und 'kostenneutral' beheben, man schaue dazu einfach die entsprechenden 'Sternstunden Philosophie' des Schweizer Fernsehens.
6. Januar 2008
'Muhammad Yunus, sind Sie ein Banker?'
Der Friedensnobelpreisträger spricht mit Roger de Weck über seine sehr erfolgreiche alternative Bank.
2. März
'Was taugt der Markt?'
Ein Krisengespräch mit Gerhard Schwarz, dem NZZ-Wirtschaftschef.
Moderator: Roger de Weck.
30. März
'Was sollen wir gegen die weltweite Armut tun?'
Die Philosophin Barbara Bleisch *1973 und der Ethik-Professor Peter Schaber im Gespräch mit Norbert Bischofberger.
Wer lieber liest, der lese das neuste Buch der Philosophin Carola Meier-Seethaler 'Macht und Moral'.
Nicht nur das ethisch Gute, auch das ästhetisch Schöne beglückt die Menschen.
Konzerttipp: Appenzeller 'Frauestrichmusig', 9. Mai Bülach ZH, Sigristenkeller
Ich bin einig mit Ihnen und Ben, dass Energie mehr kosten darf oder sollte. Aber das Rechenbeispiel von Ben ist von Grund auf falsch:
Um 1 kWh pro Tag (10h x 100W) in einer Tretmaschine zu erzeugen, muss Ben mindestens 4 kWh oder 4000 kcal essen. Etwa 2 kWh braucht er um seinen Grundumsatz über 24 h aufrechtzuerhalten. 1 kWh geht als Wärme beim Treten verloren. 1 kWh ist Nutzenergie.
Das heisst, dass Ben, wenn er auf diese Art Energie erzeugt, in Wirklichkeit Energie vernichtet. Erzeugen kann er sie nur, weil die von aussen auf die Erde scheinende Sonne Pflanzen wachsen lässt, die wir dann direkt oder über den Umweg von tierischem Eiweiss essen.
Es ist gerade dieser Wahn, dass wir alles selbst (ohne die Natur, ohne die Pflanzen und Tiere, ohne unsere Mitmenschen) tun können, der immer wieder diese Missverhältnisse entstehen lässt. Würden wir erkennen, dass wir eben nicht die Energie (oder die Nahrung) bezahlen, sondern Menschenmacht und Menschenarbeit, die damit einhergehen, sähe alles anders aus.
Ich kann eure Gedankengänge bezüglich der Zinsen durchaus nachvollziehen, jedoch muss ich sagen, dass diese von Grund auf falsch sind.
Und der Gedanke, dass Zinsen eigentlich 'negativ' sein sollten, ist geradezu eine Verschärfung von dem, was die Zinsskeptiker erreichen wollen - nämlich einen vernünftigen Umgang mit Geld.
Warum aber?
Ein 'negativ' Zins im Sinne von Ben würde ja bedeuten, dass ich beim entlehnen von Geld belohnt würde. Ich könnte mir also heute zehn Millionen leihen und mit dem 'negativen' Zinssatz wäre ich in einigen Jahren schuldenfrei. Was für eine verrückte Welt? Solch ein System würde doch gerade dazu Einladen, verschwenderisch und rücksichtslos mit Geld umzugehen. Mehr glaube ich, muss man dazu nicht sagen.
Selbst ein 0- Prozent- Zinssatz, wie dies Herr Thurnherr fordert, verführt zu Verschwendung und Rücksichtslosigkeit.
Denn die heutigen Probleme der Immobilien-, Kredit- und Finanzkrise rühren unter anderem daher, dass die Zinsen zu niedrig sind und damit das Geld zu billig.
Banken und Unternehmen erhalten durch die niedrigen Zinsen also billiges Geld. Das bedeutet eben, dass unsinnige, kritische Investitionen bei einem niedrigen Zinssatz früher anfangen zu rentieren und das Risiko geringer wird.
Die Spekulanten an den Börsen freuen sich natürlich über die dadurch ausgelöste Investitionslust der Unternehmungen. Und darum steigen ja auch jeweils die Börsenkurse nach Zinssenkungen der Zentralbanken.
Und: Nicht allzu oft werden für eine Unternehmung dadurch plötzlich Investitionen in Aktien lukrativer als Investitionen in neue Anlagen, Forschung, Entwicklung etc., also Investitionen ins Kerngeschäft und damit Arbeitsplätzen.
Ein weiteres Problem der zu niedrigen Zinsen ist folgendes:
Da es durch die niedrigen Zinsen nicht lohnt zu Sparen, fangen Geldanleger an zu spekulieren - meist mit Aktien, Obligationen, Optionsscheinen etc. Denn durch die erhöhte Inflation erlebt man auf dem Sparkonto ein Rückgang des ersparten, statt ein Zuwachs. Durch den Wertzerfall des Geldes wird der Sparer also quasi gezwungen, sein Geld in andere Anlagen zu stecken, um wenigstens eine kleine Rendite zu erhalten. Wiederum - die Spekulanten an den Börsen freuen sich...
Die oben genannten Beispiele sind Folgen von zu niedrigen Zinsen und nicht von zu hohen!
Und wer trägt die Verantwortung an diesen niedrigen Zinsen? Der STAAT und seine Zentralbanken natürlich (Sorry, aber das musste sein).
Die Zinsen müssen also rauf und zwar rapide. Sparen (z. B. für die Zukunft) muss sich wieder mehr lohnen, als zu spekulieren. Investitionen müssen wieder sorgsamer geplant werden und der Kreditkarteninhaber muss zur Vernunft gezwungen werden.
Nur so können in Zukunft Spekulationsblasen verhindert werden. Solange aber die FED, EZB, SNB etc. Niedrigzinspolitik im Namen der Regierung betreiben, solange werden wir von einer Blase in die nächste geführt.
Grüsse
Mr. Pink
http://atomenergie.googlepages.com/
dass die Einspeisevergütungen den jeweiligen Stromerzeugungskosten angepasst werden, ist grundsätzlich schon sinnvoll, insbesondere da ja der Topf begrenzt ist. Und da liegt auch schon der Hund begraben: Die Schweizer Einspeisevergütungen (im Gegensatz zu Deutschland, welches dieses erfolgreiche Förderinstrument schon vor 18 Jahren eingeführt hatte und inzwischen 78% seiner Windanlagen exportiert) werden mit maximal 0.6 Rappen pro übertragener kWh finanziert.
Wenn unsere Atomlobby ihre selbst prophezeite Stromlücke ernst nehmen würde, würden sie alles daran setzen, dass die lächerliche Beschränkung von 0.6 Rappen pro kWh für bzw. gegen erneuerbaren Strom aufgehoben würde. Wohlgemerkt 0.6 Rappen pro kWh entsprechen lediglich Mehrbelastungen von 2 bis 11.5 Rappen pro Haushalt und Tag. Der Durchschnittshaushalt gibt alleine mindestens 3 Franken im Tag für Zigaretten aus. Die Landwirte sollen demnach gefälligst von unseren hartverdienten Steuergeldern finanziert werden und nicht etwa in dem sie sauberen, regenerativen, sicheren, zuverlässigen Schweizer Strom ins Netz speisen.
Noch tragischer ist, dass der Bund jedes Jahr nahezu 5 Milliarden Franken in die Landesverteidigung steckt, obwohl sich unser Land mit noch grösseren Abhängigkeiten von ausländischen Rohstoffen und noch mehr Klumpenrisiken erwiesenermassen nicht militärisch verteidigen lässt.
Der Iran verdient ja zukünftig auch dank bundesrätlicher Mithilfe immer mehr Geld. Was ist eigentlich, wenn der Iran mit diesem Geld Langstreckenraketen von Pakistan einkauft und auf ein Schweizer AKW feuert? Hätte das wohl irgendwelche volkswirtschaftlichen Vorteile für die Schweiz oder können Schweizer Kampfjets neuerdings auch ballistische Raketen mit 10 facher Schallgeschwindigkeit abfangen?
Die Schweiz hat zudem keine Uranmienen, keine Atomkonzerne, keine Wiederaufbereitungsanlagen, keine Anreicherungsanlagen und keine Endlager und trotzdem wird die Atomenergie nach wie vor subventioniert.
Die Schweiz kann Technologie aber keine Rohstoffe exportieren, aber das wird wohl die Mehrheit der Schweizer Politiker nie begreifen können.
Stellen Sie sich einmal vor, Benzin und Diesel würden plötzlich 10 mal mehr kosten, wie Sie schreiben. Dann würden Sie in den Wald gehen und Holz hacken und es auf Ihrem Buckel nach Hause tragen.
Aber damit noch nicht genug! Sie würden für die Lebensmittel - ach schreck - plötzlich viel viel mehr bezahlen... oder haben Sie einen kleine Garten und bereiten die Blumenbeete schon vor, Kartoffeln zu erzeugen?
So einfach ist das Ganze gar nicht. Die Dinge sind viel komplexer als nur schnell sagen: 10 mal mehr! -
Und: es ist erwiesen: Leute die meist radikale Änderungen verlangen, sind meist diejenigen, die sich im Nachhinein am meisten und am lautesten beklagen, wenn ihnen eine Laus über die Leber läuft; sprich etwas nicht passt.
Das Übel liegt ganz an einem anderen Ort begraben und kann mit Geld nicht und nie gelässt werden.
Der Punkt ist nämlich: Energie in der primitiven Form, wie sie heute erzeugt wird dient NUR dazu: einige wenige steinreich werden zu lassen. - (Ich habe nichts gegen Reichtum und gegen Steinreiche), aber ich habe etwas dagegen, dass man alle für Dumm verkauft und uns vorlügt, es gibt keine Alternative zur heutigen Energieversorgung.
Energie sollte so günistg wie möglich allen, JA ALLEM Menschen zur Verfügung sthen, wie ja auch Narungsmittel! Damit hätte wir keinen Grund uns zu bekriegen!
Damit könnten wir weltweit über 1'350 Miliarden Dollar, Ausgaben steigend, jährlich einsparen und für wohl wichtigere Dinge verweden.
Aber mit der heute produzierten Energie wird leider sehr oft.... Krieg finanziert und da liegt der Hase begraben
Schönes Wochenende
Rich I'm
Besten Dank für Deine Antwort. Zwischenzeitlich habe ich die Antwort bezüglich unterschiedlicher Vergütungstarife (die Spannweite reicht von 7.5 bis 90 Rappen) auch gefunden: „Die Vergütung richtet sich nach den im Erstellungsjahr der Anlage geltenden Gestehungskosten von Referenzanlagen. Diese … müssen der jeweils effizientesten Technologie entsprechen. Die Vergütung wird nach Technologien, Kategorien und Leistungsklassen unterschiedlich berechnet.“ Und: „Je nach zu erwartenden technologischen Fortschritten und der Marktreife einer Technologie werden die Vergütungstarife sukzessive gesenkt.“
Zudem meine ich auch, nun die Geld- und Energieflüsse ab dem 01.01.2009 in alle möglichen Richtungen und Mengen zwischen allen möglichen Beteiligten verstanden zu haben.
Fraglich erscheint mir im Moment nur noch die Definition der „Gestehungskosten von Referenzanlagen“. Dies setzt nämlich eine Vergleichbarkeit voraus, was mir bezüglich Anlage an sich durchaus als möglich erscheint. Nur: Die so genannte Erschliessungsleitung „den Berg runter“ zum nächsten Netz-Einspeispunkt gehen auch zu Lasten des Windstrom-Produzenten (EnV, Art. 2, Abs. 5). Hier ist jedoch für jeden Anschluss eine andere Situation gegeben (Gotthard, Jura-Höhen, usw.) und daher eine Pauschalisierung nicht möglich…
Zu Deiner Äusserung „…aber das wird wohl die Mehrheit der Schweizer Politiker nie begreifen können“: Vielleicht müsste das Stimmvolk der Politik mit einem Volksentscheid auf die Sprünge helfen? Ich wiederhole mich wenn ich sage, dass es bisher noch keinen klimapolitischen Auftrag durchs Volk gegeben hat. Dabei könnte auch gleich die AKW-Frage gestellt werden, um nicht noch länger Mutmassungen anstellen und „Optionen“ offen lassen zu müssen. Die Ereignisse der letzten Wochen wirken (Klimaveränderung, Ölpreis, Nahrungsmittelkrise). Bis es zu einer möglichen Abstimmung kommt ist das Volk „reif“ für eine aktive(re) Förderung erneuerbarer Energien.
Freundliche Grüsse
Titus
stimmt, die Kosten für die Erschliessungsleitung sollte nicht nur der Verantwortung des Windparkbetreibers unterliegen.
Ein Bergdorf muss ja seine Erschliessungsstrasse auch nicht selbst berappen und im Gegensatz zu einem Windpark kann es weder unsere Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen reduzieren, noch kann es tausende Haushalte täglich mit sauberem Strom beliefern.
Das Ganze ändert aber leider nichts daran, dass das vorhandene Geld für die Finanzierung solcher Projekte begrenzt ist und lediglich ein Bruchteil der jährlichen Gewinne der Stromkonzerne beträgt.
Zukünftige Windparkbetreiber müssten wohl besser ein AKW-Rahmenbewilligungsgesuch eingeben, auf eine Ablehnung hoffen und anschliessend das eingeklagte Geld benutzen um den Windpark zu erstellen. Die Atomlobby konnte auf diese Weise bereits vor bald 20 Jahren immerhin 577 Millionen Franken Steuergelder einstreichen. Das reicht bereits aus, um 25% der SBB mit Windstrom zu betreiben.
Sollte es aber bezüglich erneuerbarem Strom zu einem Volksentscheid kommen, wird sich die Atomlobby mit unseren Geldern schon zu helfen wissen und beispielsweise darauf hinweisen, dass es während der Nacht keinen Solarstrom gibt. Dass aber der Strombedarf am Tag dreimal so hoch ist, wie während der Nacht und dass das AKW Leibstadt nahezu 20% des Schweizer Strombedarfs liefert, während einem halben Jahr keinen Strom produzierte und die Lichter trotzdem nicht ausgegangen sind, spielt dabei keine Rolle.
Was lese ich heute 7. Mai in den Nachrichten?
Neuer Ölpreis-Rekord belastet Konsumenten?
Lese ich das richtig?
Dass nicht nur Benzin und Heizöl teurer werden? - und als Folge davon die Portemonnaies der Konsumenten belasten?
Wer war doch dafür die Preise um ein 10 - faches anzuheben?
"Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Tendenziell müsse man mit weiter steigenden Ölpreisen rechnen." cit. Tageszeitung.
Nun, da haben Sie's - vielleicht besser, man würde den Teufel nicht an die Wand malen... man weiss ja NIE!
herzliche Grüsse an alle, die sich danach sehen, für Energie mehr bezahlen zu wollen. Jetzt könnt Ihr es tun - und erst noch ganz gratis!
Rich I'm
ps. zynisch? - da haben alle recht...
Mit einer Verteuerung der Preise für fossile Brennstoffe soll bekanntlich bezweckt werden, dass man umdenkt resp. sich auf die Suche nach Alternativen macht. Nicht umsonst nennt man das dann „Lenkungsabgabe“ (oder MbG – Management by Geldbeutel ;-).
Hätten wir die seit diesem Jahr in Kraft getretene CO2-Abgabe z. B. schon vor 10 Jahren eingeführt und wäre diese Jahr für Jahr angehoben worden, dann wäre unsere heutige Abhängigkeit von Rohöl gewiss nicht mehr so gross. Folglich wäre auch das Gejammer wegen den aktuell hohen Rohöl-Preisen nicht so immens.
Vor allem aber wäre das, was mittels Lenkungsabgabe mehr bezahlt hätte werden müssen, im Land geblieben und hätte für alternative Energien eingesetzt werden können. Das, was Du jetzt (noch) mehr bezahlst, fliesst hingegen irgendwo ins Ausland ab. Zudem wird es nun sicher schwieriger, weitere Lenkungsabgaben einzuführen oder bestehend weiter zu erhöhen. An sich ist das nicht dramatisch, da durch die hohen Preise die Verbraucher nun anderweitig „gelenkt“ werden. Schade ist nur, dass so eine Einnahmequelle zugunsten einer nachhaltigen Energieversorgung mindestens nicht erhöht werden kann. So bleibt nur zu hoffen, dass dank höherer Nachfrage nach Komponenten zur Gewinnung alternativer Energien auch grössere Produktionsanlagen gebaut werden, die die Preise für die fraglichen Komponenten in den Keller purzeln lassen.
Im gegenüber Benzin inzwischen höheren Dieselpreis zeigt sich noch ein anderes Phänomen: Der heutige (späte?) „Run“ nach Alternativen führt plötzlich zu neuen Preisverhältnissen. Was bisher günstig(er) war, ist nun plötzlich teuer(rer). So könnte es auch bald möglich sein, dass Du in der Migros nicht nur für einen Plastiksack einen Franken bezahlst, sondern auch für dessen Alternative aus Papier (um nur ein Beispiel zu nennen). Dem kommt noch hinzu, dass es noch lange nicht für alles eine Alternative gibt. Oder hast Du eine Idee, womit man unsere Kehrrichtsäcke aus Plastik ersetzen könnte (um wiederum nur ein Beispiel zu nennen)?
Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, den ich bei dieser Preis-Entwicklung interessant finde: Dass die Erdöl-Lobby eine CO2-Abgabe bekämpft, erscheint logisch. Dass diese jedoch die Preise für Erdöl nicht senkt oder die Fördermenge erhöht (wie dies früher in ähnlichen Situationen seitens OPEC der Fall war), erscheint mir eher merkwürdig. Mit diesem Verhalten werden auch jene zur Alternativ-Suche motiviert, welche nicht so idealistisch für alternative Energien eingestellt sind. Ich werde deshalb den Verdacht nicht los, dass man uns schnellstmöglich zu Alternativen drängen will, weil die Erdöl-Vorkommen doch nicht mehr so gross sind wie bisher angenommen… (?)
Freundliche Grüsse
Titus
P.S. Kurzfristig werden wir wohl IN JEDEM FALL mehr für Energie bezahlen müssen. Mittel- oder langfristig dürften die Preise davon abhängen, welche Alternativen gefördert werden und wie hoch die Infrastrukturkosten für die Gewinnung der Alternativ-Energien sein werden.
Die 577 Millionen aus dem Kaiseraugst Debakel waren nicht "Bereicherungsbeiträge" wie du das hier darstellst sondern waren Schadenszahlungen aus Rechtsansprüchen. Da ging es schlichtweg um Rechtssicherheit im ach so von allen hochgehaltenen Rechtsstaat. Wenn du eine letztrechtsgültige vom Souverän ausgestellte Bewilligung hast, danach baust und mitten im Bau bricht der gleiche Souverän mit seiner gültigen Bewilligung, ist Schadenersatz mit mindestens den bereits getätigen Aufwendungen angebracht. Da ist es völlig egal ob es sich um ein AKW ein Wasserkraftwerk, eine Windkraftanlage eine Autobahn oder DEIN Einfamilienhäuschen handelt. Es ist das Prinzip des Rechtsstaates und sonst gar nichts. Hier daraus eine Affaire in Verbindung mit der Auklearindustrie zu suchen zeugt nicht gerade von Objektivität.
Und nochmals zum Thema Netzaufbau:
Die Wasserkraft ist starken Schwankungen unterworfen. Schneearme Winter oder niederschlagsarme Sommer beeinflussen die Stromproduktion massgebend. Um solche natürlichen Schwankungen auszugleichen sind die Kernkraftwerke gebaut worden. Die gleiche Problematik (in der Windkraft noch verstärkt) stellen sich bei den restlichen Regenerativen.
Den 9 monatigen Aufall von Leibstadt konnten wir nur so "leicht" verkraften weil Lieferverträge mit Frankreich zum Zuge kamen. Notabene genau diejenigen welche nach dem Kaiseraugst Abbruch durch die damalige Stromwirtschaft mit Frankreich abgeschlossen worden sind. Als Gegenleistung beteiligte man sich an französichen Nuklearprojekten, MIT DEM FREIGEWORDENEN KAISERAUGST Geld...!!!
Ironie des Schicksals...
Es wären die Lichter auch nicht ausgegangen ohne die Franzosen, wir hätten dann auf dem Spotmarkt einfach 20% höhere Stromkosten bezahlen müssen... der Vertrag regelt nämlich den Strompreis und die Menge...
So wie du das hier wieder darstellst ist deine Meinung, welche ich natürlich respektiere, aber stellt nicht die reelen Umstände dar.
Gruss Mirosch
In der Schweiz gibts sogar seit 1988 eine Vereinigung zur Freien Energie:
http://www.safeswiss.org/portal.htm
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Kurzbeschreibung Arbeitsgruppe Kozyrev:
Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Äthertheorie des russischen Astrophysikers Nikolai Kozyrev in ihren wesentlichen Aspekten sowohl im Zusammenhang mit seiner Zeittheorie als auch seiner experimentellen Arbeiten nachzuvollziehen. Das Projekt gliedert sich in einen theoretischen, einen experimentellen und einen öffentlichen Teil.
Der weitere Kontext des Projektes ist gegeben durch das Oberthema Wechselwirkungen zwischen dem Äther und materiellen Systemen.
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die theoretischen und experimentellen Arbeiten einiger weiterer russischer Physiker, Biologen und Geologen, die vielfältige Querverbindungen zu den Forschungen Kozyrevs beinhalten, mit einzubeziehen: u.a. die Torsionsfeldtheorie Akimovs und Shipovs, die Biogravitationstheorie und die Chronobiologie Alexander Dubrovs, die Bioplasmatheorie Viktor Injuschins, und das Biosphären- und Noosphärenkonzept Vladimir Vernadskys, deren Arbeiten wichtige Teilaspekte liefern, um die Wechselwirkungen zwischen dem Äther und verschiedenen materiellen Systemen (Wechselwirkungen zwischen dem Äther und dem Gehirn, zwischen dem Äther und der DNS, dem Planeten Erde als Ganzem, Wechselwirkungen mit Pflanzen u.a..) präziser verstehen zu können.
Durch die starke Betonung des Zusammenhanges zwischen dem Äther und der Zeit in der Kozyrevschen Theorie kommen zudem sehr grundlegende philosophische, anthropologische sowie wissenschafts- und erkenntnistheoretische Aspekte ins Spiel, die wesentliche Grundlagen und Bausteine für ein neues nachmaterialistisches Paradigma sichtbar werden lassen.
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Kurzbeschreibung der Arbeitsgruppe Wirbelphysik:
Ziel der Arbeitsgruppe ist das Erarbeiten, Diskutieren und Weiterentwickeln von Wirbelphysik und Äthertheorien.
Die Wirbelgruppe trifft sich in etwa monatlichen Abständen in Zürich. Zur Zeit liegt das Schwergewicht auf der theoretischen Behandlung der Themen.
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Alles in allem kann man zum Thema nur sagen: Fragt doch einmal die Russen, die sind in diesen Bereichen der Forschung mindestens 20 Jahre voraus! Leider sind aber die meisten mir bekannten Unterlagen nur auf russich, wenn überhaupt verfügbar. Deutschland hat vor 3 Jahren ein Forschungsprojekt über genau diese "unerklärlichen" Technologien gemacht.. Der Bericht ist nach langer Verzögerung entdlich öffentlich, muss aber schriftlich in Bonn bestellt werden. haha, soviel zur Wissenschaft ;) Suche den Link dazu in den nächsten Tagen heraus, den zu lesen sollte für jeden Politiker Pflicht sein! Es kann doch nicht sein, das dort Forschungsberichte existieren und niemand weiss davon.
Herzliche Grüsse
WebRevolution
http://www.methernitha.com/Deutsch/alternative_Energie/alternative_energie.html
Es gibt keine Energiekrise nur eine Krise des Wissens ;)
Bitte bringen Sie folgende Überlegungen in die Diskussion:
Gegen Kameras, die helfen gewalttätige Leute frühzeitig unschädlich zu machen, ist im Grunde genommen nichts einzuwenden.
Im Gegensatz zur „neugierigen Hausmeisterin“ kann man solche Kameras so programmieren, dass die Informationen, die sie aufzeichnen, nur in einem, dem Zweck angemessenen Rahmen, „sichtbar“ sind.
Ein Beispiel: die Hausmeisterin sieht Herrn Meyer, wie er mit 5 Blondinen nach Hause kommt und erzählt dann der ganzen Gemeinde, was der Herr Meyer, ihrer Auffassung nach, da so treibt. Eine Kamera sieht so etwas zwar und zeichnet es sogar auf (und dies 24h am Tag) … aber diese „Information“ kann, wenn man das nur will, komplett „tote“ Information bleiben. Nur wenn irgend ein präzise festgelegter Umstand auftritt, sollte ein ebenso präzis festgelegter Personenkreis Zugang zu diesen Informationen haben … beispielsweise, wenn der Herr Meyer von einer „Blonden“ ermordet wurde.
Kameras können Sicherheit und Freiheit schenken. ABER die Betreiber müssen VERTRAUENSWÜRDIG sein. Der Bürger muss sicher sein, dass ein solches Sicherheitssystem NICHT zu Bespitzelung führt.
Wenn Angestellte und Beamte von diesem Land schon wegen sehr geringfügigen Verkehrsbussen, massiv die Verfassung und die Gesetze brechen, dann kann der Bürger diesem Staat und seinen Angestellten NICHT vertrauen.
Ein Staat, der nicht dafür sorgt, dass seine Verfassung und die Rechte seiner Bürger eingehalten werden handelt in krimineller Art und Weise, weil er verhindert, dass unsere vorhandene Technologie zum Nutzen der Bürger eingesetzt wird.
Meine Kollegen in den Universitäten, bei IBM und bei anderen Firmen dieser Art, sind mit mir der Ansicht, dass in den nächsten Jahren eine enorme Industrie entstehen wird, die Programme schafft, die die Vertraulichkeit von Daten sicherstellen, die Datenschutzbedingungen umsetzt und die auch dafür sorgt, dass Bilder von Sicherheitskameras nur dann verwendet werden, wenn dies wirklich mehr Sicherheit schafft.
Ich verkaufe Sicherheits-Kameras und die dazu gehörigen Programme, aber ich möchte auf keinen Fall, dass Produkte, die ich anbiete und unterstütze, verwendet werden um Menschen zu bespitzeln und zu unterdrücken.
http://blog.rheintalwetter.ch
@Mr.Pink: Sie haben mich nicht verstanden: Wenn ich von Null-Zins Politik schreibe, dann meine ich das auch so: Es gäbe dann keine Zinsen mehr für nix! Das ist ein Gedankenexperiment, das ein nicht nur ein Ökonom nicht durchführen kann, weil alles, was er gelernt hat, dann nicht mehr existiert! Ich empfehle Ihnen das Buch "Woran krankt die Welt" von Rüdiger Dahlke! Dort wird sehr gut beschrieben, wie krank dieses System ist und wie es unsere Wirtschaft immer noch kranker macht.
http://atomenergie.googlepages.com
Die Initianten des AKWs in Graben (BE) haben den Bund wegen Nichterteilung einer Rahmenbewilligung verklagt und sind anschliessend mit ganzen 227 Millionen Franken Steuergeldern abgespiesen worden.
Wohlgemerkt In Graben (BE) ist absolut nichts gebaut worden - es sind nicht einmal Bagger vorgefahren. Angenommen man rechnet pro Arbeitsplatz mit ganzen 200'000 Franken und man stellt 100 topverdienende Ingenieure an, dann können diese Ingenieure während nahezu 12 Jahren rumplanen. 100 Ingenieure während 12 Jahren vollzeitlich am Rumplanen, für ein Objekt welches zudem von zahlreichen Firmen kommerziell angeboten wird! Was Du so hier wieder darstellst ist Deine Meinung, welche ich auch respektiere, aber stellt selbstverständlich nicht die reellen Umstände dar.
Solche jegliche Risiken-auf-Steuerzahler-verteilende-Deals sind bezeichnend für die Nuklearindustrie, welche ohne Subventionen tatsächlich nie überlebensfähig sein könnte. Der kleine Windanlagenbetreiber muss dagegen schon erheblich grössere Risiken eingehen und bekommt nur dann etwas, wenn seine Anlage auch Strom produziert. Ist der Windstandort schlechter als erwartet, dann trägt der Windanlagenbetreiber das volle Risiko und kann nicht einfach mal schnell den Bund oder den Wetterdienst verklagen oder wie bei Leibstadt den Strompreis entsprechend erhöhen. Wenn eine geplante Windanlage nicht bewilligt wird, dann trägt selbstverständlich auch der Gesuchssteller die Kosten, welche für die Projektierung bezahlt werden mussten.
Gerne zeige ich Dir noch ein paar andere Beispiele Deiner Nuklearindustrie:
Und nochmals zum Thema Netzaufbau.
Die Schweizer Speicherkraftwerke können für 3 Monate die Schweiz äusserst flexibel mit Strom versorgen, sollte tatsächlich solange die Sonne nicht scheinen oder der Wind nicht wehen, was in den letzten 5 Milliarden Jahren noch nie geschehen ist.
Dagegen haben zahlreiche AKWs während wesentlich mehr als 3 Monaten absolut keinen Strom produziert. Tatsächlich sind in Deutschland letztes Jahr 6 AKWs stillgestanden und trotzdem hat Deutschland einen Stromüberschuss von 14 Milliarden kWh produziert und exportiert.
Die Schweiz hat immer noch keine Uranmienen, immer noch keine Atomkonzerne, immer noch keine Wiederaufbereitungsanlagen, immer noch keine Anreicherungsanlagen und immer noch keine Endlager. Es ist völlig absurd die Atomindustrie weiterhin zu subventionieren.
Die gibt es schon sehr lange: Ausser der uralt „Einkaufstasche, die man mitbringt“ gibt es inzwischen auch Einkaufstaschen die biologisch abbaubar sind . Aber auch dies geht davon aus, dass man etwas produziert, statt vorhandenes zu verwenden.
Es gibt etwas, was komischerweise niemand systematisch nutzt, gescheige denn ein ganzes System daraus konstruirt: die Kartons, in denen die Waren, in den Laden geliefert werden. Diese werden einfach „entsorgt“ niemand überlegt, dass diese Kartons eigentlich ein viel besseres Transportmittel, als irgendwelche Plastiktüten sind. Man könnte sie sogar von Anfang an so gestalten, dass die Weiterverwendung vorgesehen wird. Man könnte auch unseren Mitmenschen beibringen, dass ein „Tomaten-Karton“, der leer ist, kein „Dreck“ ist, sondern ein sehr praktischer Behälter (stapelbar, kostenlos, leicht zu entsorgen). Sogar die Lebensmittel Multi’s könnten davon profitieren: „wir liefern unsere Waren in weiterverwendbaren Behältern“…
Wenn wir nur ein bisschen, die alten eingefahrenen Ideen, die unsere Gesellschaft behindern, ablegen würden, dann kommen wir sehr schnell zu einer 2000 W Gesellschaft. Aber mit den „alten Zöpfen“, die man, alle 50 Jahre, mit ein paar überalterten Produkten und Ideen, ein wenig „anpasst“ oder "renoviert", da geht das nicht.
Das Einkaufssack Syndrom ähnelt in perfider Weise den Ideen von Nicolas Hayek : auch er konstruiert jetzt nochmals das „Auto der Zukunft“ … für unsere Mitbürger, die 1960 gelebt haben. Dies anstatt zu begreifen, dass das Auto "tod" ist und dass die Zukunft in "Verbundsverkehrssystemen" liegt.
Sowohl "Einkaufstaschen", Hayeks Autos als auch Prestigeuhren haben eines gemeinsam, man denkt nur auf einer Stufe und die Leute, die das verbessern wollen, sind nicht in der Lage, das ganze System mit in ihre Überlegungen mit einzubeziehen: sie machen aus einer schon ziemlich protzigen "Rolex" eine noch protzigere "Rolex2", diese Leute merken noch nicht einmal, dass es schon lange Kopien im Internet gibt, die viel billiger sind und dazu auch noch die Zeit viel genauer anzeigen..
Wir müssen zu einer Gesellschaft kommen, wo wir darüber nachdenken, wie wir unseren Lebensablauf rationell gestalten können, wir müssen dafür sorgen, dass Systeme über mehrere Stufen ineinander übergreifen: damit kann man schon über 50% der benötigten Energie einsparen.
H.-J. Schelb
Zukunftstechnologien für nachhaltige Entwicklung:
Unkonventionelle Ansätze zur Energiegewinnung
und Aktivierung biologischer Prozesse:
http://www.buch-der-synergie.de/archiv/bericht_e_5001_15.pdf
PS: Besonders Kapital 4 "Dekontamination radioaktiver Abfälle" beachten!
http://www.klangart.ch
Habe gerade diese Pressemitteilung gesehen (so mag ich Religion :) :
"09. Mai 2008 / 10:36:55
Gerechtigkeit für künftige Generationen
SCHWEIZ
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) präsentiert mit der Studie «Energieethik» Leitgedanken für ein zukunftsfähiges Energiesystem. Der SEK plädiert für die «2000-Watt-Gesellschaft» und für einen spirituellen Umgang mit der Energiekrise.
RNA
Die Studie beginnt mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme der energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Situation der Schweiz. Die spezifische Position des SEK wird durch eine fundamentale Erkenntnis eingeleitet: Energiepolitik müsse sich an grundlegenden ethischen Kriterien messen lassen, die zu verantwortungsbewussten Entscheidungen führen. Auch künftige Generationen sollen frei sein, über ihre Energiepolitik zu entscheiden. Unter diesem Blickwinkel stellt der SEK auch die Frage nach der Anwendung politischer Steuerungsinstrumente.
Die Studie behandelt vor allem auch die spirituelle Dimension der Energiekrise. Die Erfahrung von Verlust und Endlichkeit lege den Bezug zur menschlichen Grunderfahrung der Trauer nahe. Entsprechend teilt die Studie den Weg durch die Energiekrise in verschiedene Trauerphasen. Am Ende stehe die Zuversicht, mit einer als begrenzt akzeptierten Energie innovative Wege aus der Krise zu finden.
In diesem Zusammenhang prüft die «Energieethik» des SEK die verschiedenen Energieszenarien des Bundesamtes für Energie und plädiert für die «2000-Watt-Gesellschaft». Nur diese verbinde eine ethisch verantwortbare Zielformulierung mit konsequenten Veränderungen in allen betroffenen gesellschaftlichen Bereichen.
Weiterfuehrende Links zum Thema:
Download der Studie:
http://www.sek.ch/ "
Eure beiden Beispiele zeigen eins:
Wie die Politik den Steuerzahler zum Narren hält.
Die Politiker in Bern haben längst vergessen, woher denn eigentlich das Geld, welches sie mit beiden Händen zum Fenster raus werfen, denn auch stammt.
Und zwar von Links bis Rechts, da gibts keine Unterschiede, sie sind alle gleich.
Und das ist meine Meinung.
Es grüsst
Mr. Pink
Ihre Forderungen schreien gerade zu nach einem totalitären Staat.
Zudem würde ich in 'Verbundverkehrssystem' auch Auto und Flugzeug mit einbeziehen (sie meinen aber wohl nur ÖV?). Und gerade in Zukunft könnte z. B. das Flugzeug immer wichtiger werden. Mal sehen.
Und akzeptieren sie doch einfach, dass es Leute gibt, die Schweizer Präzisionsuhren billigen Kopien vorziehen. Im Gegensatz zu anderen Branchen, hat unsere Uhrenindustrie wenigstens immer noch Welt weit einen guten Ruf. Und ich hoffe das bleibt auch so.
Sie sind wohl erst zufrieden, wenn die gesamte Schweizer Wirtschaft am Boden zerstört ist?
Aber ich kann sie trösten, hier im Blog sind sie nicht der einzige.
Gruss
Mr. Pink
Wo ist die Demokratie, wenn Gesetze nur dann gelten, wenn diese der Wirtschaft und dem Geld dienen? Haben Sie je ein Wort mit den stark betroffenen gewechselt? Wenn, nicht würde ich es Ihnen empfehlen. Es ist kinderleicht den Problemen davon zu laufen, aber es entspricht nicht einem Menschen mit Verantwortungsgefühl.
http://media10.simplex.tv/content/73/74/1939/
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/
H.-J. Schelbs Kommentar verstehe ich als Aufruf zu mehr nachhaltigem Denken und Handeln. Sogar zwischen den Zeilen suchend finde ich nicht das geringste Indiz dafür, dass hier nach einem totalitären System gerufen wird.
Du siehst deshalb überall immer ein totalitäres System, weil für Dich gelebte Nachhaltigkeit nicht ohne entsprechende Regeln und Vorschriften möglich sein soll und diese in Deinen Augen sowieso Gift für die Wirtschaft sind. Das mag gut sein, aber vergiss bitte eines nicht:
Ein totalitäres System setzt eine Diktatur voraus. Alles, aber auch wirklich alles in diesem Land fusst auf einem demokratischen Hintergrund. Wenn Du somit mit einer Regel oder Vorschrift nicht einverstanden bist, dann kannst Du einen demokratisch zustande gekommenen Entscheid einfach nicht akzeptieren. Das ist Dein gutes Recht – genauso wie Du dann das Recht hast, mittels Referendum resp. Volksinitiative, Medien oder einem sonstigen Instrument gegen einen in Deinen Augen vorhandenen „Missstand“ anzukämpfen. Hey, wir haben das demokratischste System der Welt und dieses ist den Schweizern heilig! Deshalb, und nicht primär unseres Geldes wegen, haben nach meiner Einschätzung die Schweizer auch so Mühe mit der EU. Hätte man in dieser das gleiche Demokratie-Verständnis wie bei uns, wären wir vermutlich schon lange keine Insel mehr auf der EU-Karte.
Daher kannst Du den Ausdruck „totalitäres System“ im Zusammenhang mit der Schweiz aus Deinem Wortschatz entfernen…
Zur Thematik „Wirtschaft“: Haben wir eine Wirtschaft der Wirtschaft wegen oder haben wir eine Wirtschaft um zu (über-)leben? Hier antworten wir wohl beide mit letzterem, denn: Die Schweiz ist nicht nur Wirtschaft, sie ist auch Lebensraum.
Wenn Dein Keller wegen eines Unwetters überflutet wurde, dann gehst Du bestimmt nicht arbeiten, sondern versuchst weitere Schäden zu vermeiden. In dem Moment stellst Du den Lebensraum, Deinen Lebensraum, über Deine wirtschaftliche Aktivität. Das tut auch die Schweizer Bevölkerung. Die Sicherung des Lebens(raums) steht über der Wirtschaft. Denn: Die Wirtschaft bemüht sich nicht, Dein sicheres Dach über dem Kopf oder Deinen Keller zu schützen, da bist Du auf Dich alleine gestellt. Allenfalls erhältst Du Unterstützung von der Feuerwehr, der Gemeinde, der Armee oder dem Zivilschutz - in Wirtschaftsaugen alles Non-Profit-Organisationen.
Du, als Konsument und Teil des Wirtschaftmotors, kommst in Situationen, wo Dein Lebensraum bedroht ist gar nicht mehr dazu, zu konsumieren. Erspartes, welches Du für Luxusgüter wie z. B. Ferien vorgesehen hattest, musst Du für Dinge einsetzen, die durch keine Versicherung abgedeckt sind. Und letztere werden aufgrund der Höhe und der Häufigkeit der „Schadensfälle“ ihre Prämien erhöhen müssen, womit Dir auch nach dem „Schadensfall“ wiederum weniger Geld zu Verfügung steht.
Rein wirtschaftlich (und kaltblütig) betrachtet sind Menschen, deren Lebensraum so bedroht ist, dass sie obdachlos, krank, hungrig oder (physisch und psychisch) verletzt sind oder es werden, die schlechtesten Konsumenten.
Deshalb, Mr. Pink, ist eine nachhaltige Sicherstellung unser aller Lebensräume der beste Garant für eine florierende Wirtschaft. Unsere Wirtschaft ist dann „am Boden zerstört“ (Deine Worte), wenn unsere Lebensräume in Gefahr sind oder zerstört werden.
Der oben stehende Link weist auf eine Symptombekämpfungsmassnahme hin, welche dadurch notwendig wird, weil unser Verhalten bisher nicht sehr nachhaltig war. Da kannst Du auch nachlesen, wohin Deine und meine Steuern fliessen. Und die Wirtschaft, die von diesen präventiven Massnahmen profitiert, weil sie dank Verhinderung von Hochwasserschäden weiter produzieren kann und weil deren Mitarbeiter nicht mit Keller auspumpen abwesend sind, beteiligt sich diese Wirtschaft an diesen Massnahmen? Falls nicht, könnte man diese Millionen auch aus dem Budget für Wirtschaftsförderung nehmen…
Sonniges Wochenende
Titus
"Mittlerweile werden bis zu 45 Prozent der Ölvorkaufsrechte von Spekulanten gehalten"
Interessant dass sich unter diesen Preistreibern gerade einige jener Menschen befindet welche zu den grössten Kritikern der Notenbank Aktionen rund um den US Hypomarkt gehören und bei den Linken als 'Warner vor dem Untergang des Marktes' gefeiert werden.
Zum Beispiel George Soros und Jim Rogers. Jedenfalls bezeichnet Multimilliardär und Hedgefonds-Gurus George Soros die Rallye als eine "commodity bubble", also als eine Spekulationsblase, berichtet Bloomberg. Soros glaubt aber, dass sich die Blase noch in der Wachstumsphase befindet.
Beide spekulieren mit Rohstoffen aller Art, von Zucker über Kaffee bis zu Erdöl und Erdgas.
Es gibt viele Verursacher von Ungleichgewichten, aber es gibt auch die Spekulaten die mit Ungleichgewichten nach dem Ungleichgewicht spekulieren.
Dieses Treiben kann Menschen durch Hunger töten, es kann eine Volkswirtschaft ruinieren und sie kann Renten gefährden.
Soviel ich weiss gab es Zeiten wo auf Spekulantentätigkeit mit Nahrungsmitteln die Guillotine ausgesprochen wurde. Anstelle Notprogramme für Hungernde auf Kosten der Steuerzahler zu schnüren fordere ich sehr harte Gesetze und Massnahmen gegen Rohstoffspekulation die nicht auf Eigenbedürfnisse zurückzuführen ist.
Über das Gewissen in diese Sache schrieb jemand in der Le Père Duchesne (‚Revolutionszeitung’ in Frankreich):
Die Grosskaufleute haben keins. Solange sie glaubten, dass ihnen die Revolution von Nutzen sei, waren sie mit von der Partie. Sie haben den Sansculotten die Hand gereicht, um Adel und Parlements zu vernichten.
Das war aber, um sich selber an die Stelle der Aristokraten zu setzen. Seit es nun keine Aktivbürger mehr gibt, seit der ärmste Sansculotte über die gleichen Rechte verfügt wie der reichste Steuereinnehmer, haben alle diese Scheisskerle ihre Kittel gewendet und setzen Gott und die Welt in Bewegung, um die Republik zu zerstören.
Sie haben alle Nahrungsmittel, alle Bedarfsgüter gehortet, um sie uns zum Gewicht des Goldes zurückzuverkaufen oder uns die Hungersnot zu bringen.
Danke für deinen Kommentar und den Link. Treffender weise steht dieser Link zurzeit nicht zur Verfügung. Ich werde also nicht erfahren können, was mit meinen Steuergeldern wirklich geschieht.
Und dein Beispiel mit dem Hochwasser schildert so ziemlich die Situation in der Schweiz.
Bäche, Flüsse, Seen wurden alle eingelegt, gestaut etc., also reguliert. Und genau daher rühren auch die Überschwemmungen.
Die Antwort auf dieses Problem sind aber nicht noch mehr Staumauern, Kanäle, Rohre etc. sondern die Wiederherstellung der natürlichen Umgebung.
Aber die meisten Bloger hier fordern eben gerade noch mehr Regulierung, statt eben Deregulierung. Ich weiss, es ist sehr sehr schwer, einst erlangtes wieder hergeben zu müssen und da sehe ich eben auch ein Dilemma unserer spendierfreudigen Politiker.
Der einzelne Bürger muss eben wieder lernen, sich selbst zu Helfen. Selbst die Pumpe im Keller anzuwerfen (oder allenfalls den Hörer in die Hand zu nehmen).
Er, der Bürger, soll eben nicht wegen jeder feuchten Stelle im Keller vor Panik zu Vater Staat rennen und dessen Hilfe verlangen.
Und nur weil einige das Gefühl haben eine Rolex sei zu protzig und Diene nicht zur 'Weltverbesserung', solle man diese meiden (oder wohl gleich verbieten). Nun, welche Uhr trägt denn schon zur 'Weltverbesserung' bei? Sollte also nicht gleich die gesamte Uhrenproduktion eingestellt werden?
Ist die 1. Klasse bei der Bahn nicht auch zu protzig? Sollte man diese nicht abschaffen?
Diverse Automarken sind zu protzig. Sollte man sie also verbieten?
Ja was dürfen wir eigentlich noch besitzen? Vielleicht also nur noch die vom Staat (oder Herr Schelb) vorgeschriebenen Sachen?
Nun, Hitler gab seinem Volk den Volkswagen, die Bolschewisten ihrem Volk den Moskwitsch. Eine Auswahl an Uhren gab es sicher auch nicht gross (und teure fürs Volk schon gar nicht), Nahrung wurde in solchen Ländern gegen Essensmarken verteilt... Also alles war so ziemlich reguliert. Aus diesen Ländern, mit solchen Systemen kam aber gänzlich nur Schrott. Ausnahmen sind die Bereiche in denen man in direkter Konkurrenz mit 'freien' Staaten war.
Das riecht für mich nach einem totalitären Staat. Ein Staat der eben vorschreibt, was man Besitzen darf. Ein Staat der vorschreibt, was protzig ist. Ein Staat der vorschreibt, welche Keller ausgepumpt werden...
Natürlich, Herr Schelb hat gut reden, denn auch in einem totalitären Staat braucht man Überwachungskameras und Sicherheitskameras (vielleicht gar mehr). Es könnte eben sein, dass der eine oder andere Bürger nicht das selbe Verständnis für Protzigkeit hat wie es der Staat vorschreibt. Und den möchte man ja bespitzeln.
Und deshalb schreit der Beitrag von Herr Schelb geradezu nach einem Überwachungsstaat, einem totalitären System.
Und dieses Einschränken und Vorschreiben ist eben ein Schritt in Richtung totalitäres System. Und nur anzunehmen, weil man in einer Demokratie lebe, sei Grund genug um dieses verhindern zu können ist eben völlig falsch und gar nachlässig. Ich würde eher sagen - im Gegenteil, eine Demokratie ist sehr anfällig, zu einem totalitären System zu verkommen.
Es grüsst
Mr. Pink
ein sehr gelungener Beitrag (2008-05-10 12:26:14)!
MfG
TU
So wie ich das sehe, hast Du mit dem Hinweis auf die Nachhaltigkeit und anderen Argumenten eine Schwäche von Mr. Pink blossgelegt: Seine Mühe mit den Zwischentönen, seine Neigung zur holzschnittartigen Wiedergabe, oder einfach sein Schwarz Weiss Denken.
Er tut so, als ob hier die Wirtschaft pauschal und unterschiedslos in vielen Kommentaren verteufelt würde. Das ist nicht der Fall, das hast Du hier gut dargelegt, finde ich.
Aber das heisst nicht dass man sie glorifizieren sollte, die Wirtschaft, den Handel, the Commerce, den Kommerz, die all-übergreifende heutige Kommerzialisierung!
Wirtschaftsphilosophie, Designphilosophie, Shareholderphilosophie, usw. usw. - selbst den Begriff "Philosophie" hat sie sich unter den Nagel gerissen, die Wirtschaft!
Aber eine philosophische Weltanschauung ist mir eigentlich nur dann möglich, wenn ich möglichst wenig "Interessen" habe, und einigermassen absichtslos auf die Welt schaue.
http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a6.html
Vorab: Der fragliche Link funktioniert bei mir im Moment wunderbar. Vielleicht war der betroffene Server kurzweilig nicht erreichbar, weil einige vertrauliche Dokumente des EJPDs entfernt werden mussten… ;-)
Falls es bei Dir immer noch nicht klappt: Es geht dabei um die dritte Rhone-Korrektion. Dieses Bauwerk, wie auch jene der zweiten Juragewässerkorrektur oder der Linth durchs Glarnerland in den Walensee oder des Linth-Kanals vom Walensee in den Zürichsee usw. wurden „für die Ewigkeit“ gebaut. Sie haben alle während Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten keinerlei Anlass zur Sorge gegeben.
Dem ist heute nicht mehr so. Nebst einem sicherlich auch vernachlässigten Unterhalt haben diese Bauten auch immer häufiger immer grösseren Wassermengen standzuhalten, welche in immer kürzerer Zeit entstehen.
Falls Du an diesen grösseren Wassermengen Zweifel hast, so kann Dir Folgendes helfen, diese auszuräumen: Von den grösseren Schweizer Seen sind praktisch alle reguliert. Sie dienen quasi als „Auffang- oder Ausgleichsbecken“ von grösseren Wassermengen. Wie viel aus ihnen in den nächsten Fluss wieder abfliesst (und somit wie stark dieser nachfolgende Fluss und dessen Dämme belastet werden), kann gesteuert werden. Und trotzdem: Die Hochwasser der letzten Jahre zeigen, dass das heute nicht mehr reicht. Es IST eben mehr Wasser da.
Werfen wir einen Blick zurück: Die Regulierung der Wasserläufe und der Seespiegel hatte in der Vergangenheit sehr positive Seiten: Ackerland wurde nicht mehr ständig überflutet, zusätzliches Kulturland konnte gewonnen werden, Seuchen konnten sich nicht mehr ausbreiten usw. Deregulierung, wie Du es forderst, würde im Falle unseres Seensystems bedeuten: Schleusen auf! Im Seeland, der Gemüsekammer der Schweiz könnte dann Reis angepflanzt werden, weil die Kartoffeln verfaulen – oder wohl eher ertrinken würden. Mancher Ort im Aargau könnte Venedig Konkurrenz machen und „Turgi“ kennt man dann nicht mehr als Ortschaft sondern als „Argovia’s Underwater Mystery Park“...
Was sagt uns das alles? Mit Regulierungen wird ein Gleichgewicht geschaffen – oder zumindest angestrebt.
Mir scheint es sinnvoll, noch zwischen der Regulierung von Naturkräften und der Regulierung menschlichen Verhaltens zu unterscheiden. Ersteres wird immer schwieriger, weil immer gewaltiger. Zudem können wir Naturkräfte an sich ja nicht regulieren (also ob mehr oder weniger Regen fällt), aber wir können versuchen, die Folgen daraus „abzufedern“ (breitere Flüsse, höhere Dämme, zusätzliche „Stauräume“, usw.).
Tja, und dann bliebe noch das menschliche Verhalten. Du hast u. a. geschrieben: „Der einzelne Bürger muss eben wieder lernen, sich selbst zu Helfen.“ Da gebe ich Dir absolut Recht, wobei ich das „sich selber helfen“ auch verstehe als „selber Verantwortung übernehmen“.
In einem Kommentar unter dem Thema der Agro-Treibstoffe (2008-04-24 22:39:13) habe ich Dir die bis jetzt noch unbeantwortete Frage gestellt, was Du von Folgendem hältst: Jede Person nimmt Verantwortung für sich selber wahr und trägt nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben in Staat und Gesellschaft bei.
Ich habe Dir dabei verschwiegen, dass es sich um Art. 6 unserer Bundesverfassung handelt. Es ist daher umso erfreulicher, dass Du bei Deinen Schlussfolgerungen unbewusst genau zur gleichen Aussage kommst.
Das heisst aber wiederum, dass wir deshalb das menschliche Verhalten regulieren müssen (um ein Gleichgewicht zu schaffen), weil niemand mehr Verantwortung übernehmen will. Damit zur Frage: Wie motiviert man Menschen, FREIWILLIG Verantwortung zu übernehmen?
Bei H.-J. Schelbs Beispielen (Rolex & Co.) - so wie ich sie verstanden habe - ging es nicht um „mehr“ oder „protziger“, sondern um den Aufruf, die alten (gedanklichen) Fahrwasser zu verlassen und neue Wege zu gehen. In diesem Sinne (neue Wege) findet vielleicht auch jemand eine Antwort zur vorgängig gestellten Frage.
Freundliche Grüsse
Titus
P.S. Äxgüsi, ich schaff’s einfach nie kürzer…
Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung (der Link funktioniert mittlerweile auch bei mir).
Und ich kann dir im Grossen und Ganzen auch nicht widersprechen. Deine Argumente leuchten mir ein.
Jedoch ist es eben so: Früher hat die Natur mit den regelmässigen Überschwemmungen dafür gesorgt, dass das überschwemmte Land mit fruchtbaren Nährstoffen versorgt wurde. Die Natur hat sich selbst geregelt und es waren keine Menschen nötig. Denn erst die Regulierung macht überhaupt eine Regulierung nötig.
Man muss dies so verstehen: Weil eben die Flüsse und Seen reguliert sind, muss eben der Bauer auch wiederum seine Felder durch künstliche Dünger neu beleben. Der Bauer muss also dadurch den Nährstoff im Boden künstlich regulieren. Es entsteht ein 'Regulierungs- Teufelskreis'.
Unsere Vorfahren waren etwas klüger - man nennt diese nicht vergebens PFAHLBAUER. Da konnte eben kein Keller überschwemmt werden, obwohl die Pfahlbauern direkt an den Ufern der Flüsse lebten. Sie nutzten die natürliche Regulierung und wussten sich selbst zu Helfen.
Generell kann man sagen:
Eine künstliche (durch Menschen) verursachte Regulierung wird niemals so gut funktionieren wie eine natürliche. Es gibt in der Politik und Gesellschaft zu viele Interessenkonflikte, welche einen Idealzustand erlauben würden. Ausserdem kommt immer der Aspekt der Gerechtigkeit zur Geltung. Durch das künstliche regulieren kann ich gewissen Interessen zuvorkommen, oder aber diese auch vernachlässigen. Die natürliche Regulierung kennt dies nicht.
Und damit komme ich wieder auf das eine Thema zurück: Zu viel 'Mensch' im System schadet eben auf Dauer.
Und es ist schon so, dass Herr Schelb einen Aufruf machte, alte Fahrwasser zu verlassen und neue Wege zu gehen. Aber wie hat er dies gemacht? Er hat eben explizit das Beispiel der Rolex gewählt. Und ich glaube eben, er hat dieses Beispiel nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern hatte seine Gründe. Und im Subtext seines Beitrages empfinde ich eine Abneigung gegen Herrn Hayek, Rolex- Uhren und anderen Statussymbolen. Dieser Beitrag schreit geradezu nach Verbot, oder zumindest Regulierung und Vorschrift.
Und wie gesagt, da sehe ich eben einen klaren Schritt in Richtung totalitäres System.
Das Vorschreiben fängt eben mit der Rolex an, aber wo hört es auf?
Der Niedergang einer Lawine fängt auch mit dem Fall der ersten Schneeflocke an.
Grüsse
Mr. Pink
Zu jedem zweiten Satz könnte ich Dir etwas entgegnen, ich konzentriere mich jedoch auf Deine folgende (schon früher gelesene) Aussage: „Zu viel 'Mensch' im System schadet eben auf Dauer.“
Wie misst Du das „Zuviel“, zeitlich wie mengenmässig und wo liegt die Grenze?
Freundliche Grüsse
Titus
Die Grenze liegt dort, wo durch die Aufblähung des Systems eine Ineffizienz und Intransparenz entsteht. Durch die Ineffizienz werden einfachste Abläufe kompliziert und undurchschaubar. Die Abläufe werden künstlich verteuert und wichtige Ressourcen (z. B. Steuergelder) werden verschwendet.
Das Hauptproblem in unserem Staat ist doch, dass dieser immer mehr aufgebläht wird.
Den Staat schlank und effizient zu halten ist kein Ziel und hat auch keine Priorität - und das ist meines Erachtens falsch.
Der Staat ist zu einem Starren Geschwür mutiert, welches nur wenig flexibel und anpassungsfähig ist.
Es gibt keine Grenze die in Zahlen ausgedrückt werden kann. Doch die Zeit arbeitet ganz klar gegen den Staat. Dieses Geschwür kann kurz- bis mittelfristig immer noch agieren, die Frage ist eben nur - Wie lange noch? Und was sind die Folgen, wenn der Staat nicht anpassungsfähig ist?
Die Beantwortung der Frage nach diesen zeitlichen und mengenmässigen Grenzen kann nicht in Absoluten Zahlen ausgedrückt werden. Dafür ist dieses System zu komplex und es gibt zu viele Einflussfaktoren.
Aber eine Methode des messen von 'Zuviel' ist doch jene der Staatsquote. Und die zeigt ganz eindeutig, dass der Staat über die letzten Jahrzehnte immer stärker als die Wirtschaft gewachsen ist. Es herrscht also seit Jahrzehnten ein Ungleichgewicht.
Ja bei der Staatsquote bin gar ICH ein Gegner des 'grenzenlosen' Wachstums.
Und zu viel Mensch im System erkennt man eben auch daran, dass Irrationalität zu Normalität wird und diese dann dadurch akzeptiert wird, resp. nicht mehr als Irrationalität erkannt werden kann.
Gruss
Mr. Pink
Die Vergleiche aus der 'Medizin' oder 'Brotbackstube' mögen dir gefallen oder nicht. Meine Gedanken dazu könnte ich in 'Metzgerlatein' ausdrücken: Es ist mir eigentlich Wurst.
Ich jedenfalls finde Vergleiche sehr nützlich. Mit einfachen Vergleichen kann man so eben oft sehr viel erklären, ohne lange um den heissen Brei zu reden.
Was ich an diesem Staat schätze? Ich schätze die Menschen um mich herum die in diesem Staat leben. Aber würde ich in einem anderen Staat leben, würde ich die Menschen um mich genauso schätzen. Es hat also nichts mit dem Staat zu tun.
Ich schätze die schöne Landschaft in diesem Staat. Aber die Landschaft war schon hier, bevor es den Staat gegeben hat. Dies hat also auch nichts mit dem Staat zu tun.
Ich schätze die Kultur in diesem Staat. Aber die Kultur entwickelte sich schon vor dem Staat. Auch dies hat also nichts mit dem Staat zu tun.
Eines sollte man sich einfach immer bewusst sein (und ganz besonders Politiker sollten sich dessen stets bewusst sein): Menschen gab es, und lebten auch schon zusammen, bevor es das Gebilde 'Staat' gegeben hat. Wir (die Menschen) brauchen keine Landesfürsten (Politiker) zum Überleben. Sie, die Landesfürsten brauchen aber uns (die Bürger). Denn wenn niemand auf sie hört, werden sie überflüssig.
In jüngster Zeit scheinen aber viele zu vergessen, dass sie ohne Staat auch leben können. Im Gegenteil, viele meinen heutzutage, der Staat garantiere ihnen das Überleben. Dieser folgenschwere Irrtum verleiht diesem Moloch extrem viel Macht. Der Staat und die Politik scheinen ihr Ziel erreicht zu haben.
Vielleicht kannst du mir aber sagen, was du an diesem Staat schätzt?
Gruss
Mr. Pink
Und zudem könnte ich hier auch kleingeistig an all Ihren Fehlern rumnörgeln (wie "leihen" statt "Laien"), an den meinen natürlich auch, die ich selbst bemerke. Aber im Rahmen dieses Blogs halte ich das nicht für sinnvoll, es geht ja hier weder um Behördenbriefe noch um Texte, die man x-mal liest, bevor man sie abschickt. Augenmass und Verhältnismässigkeit kennen wohl keine absoluten und situationsunabhängigen Massstäbe bei eher sozialen Dingen.
Zitat:
"Die Freiheit, Handel oder ein Gewerbe zu betreiben, ist in allen westlichen Verfassungen garantiert. Von wem? Vom Staat. Das ist widersprüchlich! Sie finden das offensichtlich auch, denn Sie wollen mit Ihrem Tagungsmotto „Freiheit, Vertrauen, Verantwortung“ eben gerade erreichen, all die freiheitsbedrohenden staatlichen Einschränkungen und Vorschriften überflüssig zu machen.
Wer teilt sie nicht, die Vision einer selbstverantwortlichen und damit sich selber regulierenden Gesellschaft ohne Vorschriften? Wir stellen uns ein Strassenverkehrsrecht vor, das aus einer einzigen Reglung besteht: Es wird rechts oder links gefahren. Würde das Vertrauensprinzip funktionieren, bräuchte es keine weiteren Regeln. Was im Strassenverkehr von jedermann als Utopie erkannt wird, wird im Wirtschaftsleben dennoch hartnäckig immer wieder gefordert: Ein Staat, der sich überhaupt nicht einmischt. Kaum ein Kandidat, der nicht solches verspräche: „Mehr Freiheit, weniger Staat“, „Mehr Freiheit, weniger Steuern“, „Freie Fahrt für freie Bürger“. Nur eine einzige Aufgabe hat der Staat: Er soll die Freiheit garantieren und sonst gar nichts.
Doch mit der Garantie der Freiheit beginnt ja schon die Spirale der Beschränkungen: Die Abwesenheit staatlicher Vorschriften garantiert dem Individuum keineswegs Freiheit. Deregulierung kann die individuelle Freiheit einengen:
Die Liberalisierung von Post, Telekommunikation und Eisenbahn, also die Gewährung der Freiheit an andere Marktteilnehmer, im bisherigen Monopolbereich mitzuwirken, hat in allen Fällen zu Regulierungen und zu neuen staatlichen Stellen geführt, welche den Markt kontrollieren. Mein Departement ist jedenfalls durch die Liberalisierung grösser geworden. Es gibt eine Postregulationsbehörde, es gibt eine Eisenbahnschiedskommission, es gibt eine Comcom - alles staatliche Einrichtungen, die dann von den Vertretern der Exmonopolisten prompt als neuer „Kommunismus“ gegeisselt werden.
Es geht aber nicht nur um die Wirtschaft. Auch die Mehrheit in einer Demokratie kann eine Minderheit beherrschen, und deswegen garantiert ein liberaler Staat Minderheitenschutz. Der Staat muss zwangsläufig die Freiheit der einen beschränken, um diejenige der anderen zu garantieren. Das bestätigt: Kaum wird die Freiheit reglementiert, ist sie auch schon eingeschränkt."
Aus:
Eine Dreifaltigkeit für die Wirtschaft! - Welche?
Rede bei der Eröffnung des 35. ISC-Symposiums unter dem Tagungsthema „Liberty, Trust and Responsability“ in St. Gallen
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/00736/index.html?lang=de
Danke für die ausführliche Antwort.
Die Menschen sprechen schon seit je her in Metaphern und verwenden Vergleiche. Ohne sie wäre die Literatur wohl langweilig und viel zu formell.
Metaphern und Vergleiche soll man ja auch nicht wörtlich nehmen, sondern im übertragenen Sinne. Aber was schreibe ich denn da...
Es braucht eben überall eine Balance. Dein Beispiel mit den Verkehrsregeln ist übrigens ganz gut. Denn in Holland hat man in einer Stadt einen Versuch gestartet und dort kurzerhand über 50% der Verkehrsschilder und Ampeln entfernt. Siehe da, die Automobilisten, Fussgänger und Velofahrer wurden alle viel rücksichtsvoller, respektvoller gegenüber und die Unfallzahlen gingen ebenfalls zurück. Ein klarer Beweis, dass Überregulierung nichts bringt, ausser einer trügerischen Sicherheit. Es braucht aber Mut, um so was zu bewerkstelligen.
Wie ich aber eben an Titus geschrieben habe, ist es nicht ganz so einfach, das richtige Mass zu finden. Jedoch bemüht sich die Politik gar nicht, das Idealmass zu finden, da diese dazu nicht verpflichtet ist. Es steht eben nirgends geschrieben, dass der Staat effizient sein sollte, und wenn doch, hält er sich nicht daran (etwa so wie mit dem Beispiel der Schuldenbremse).
Die neuen Behörden, die du nennst, wurden doch gegründet, um eben die Post, Swisscom etc. doch nicht ganz so dem 'freien Markt' überlassen zu müssen.
Und nicht nur in deinem Departement wird der Bürokratenwahn grösser, sondern überall. Das ist eine direkte Folge der staatlichen Regulierung und Überwachung und ist eben KEIN Zeichen von Regulierungsabbau.
Vor dem Gesetz sind eben nicht alle gleich. Es werden kurzerhand Sonderregelungen und Ausnahmefälle geschaffen.
Ich fordere auch nicht die Abschaffung des Staates und die Einführung der Anarchie, sondern es geht mir eben darum einen 'gesunden' Staat zu haben der effizient ist. Ein effizienter Staat hätte eben auch mehr Geld zur Verfügung, um den Bedürftigen zu helfen. Stattdessen ist der Staat heute zu einer Geldvernichtungsmaschine geworden.
Und ich reduziere das Leben überhaupt nicht auf Geld und Lohn. Im Gegenteil: Ich habe ja geschrieben, was mir wichtig ist. Es hat aber weder mit dem Staat zu tun, noch mit Geld oder Lohn.
Darum bin ich überzeug, auch in einem schlanken Staat würden wir leben können, ja sogar noch besser und friedlicher.
Das du (scheinbar) als Staatsangestellte aber Angst vor einem schlanken Staat hast, leuchtet mir ein. Und darum kann ich ganz gut verstehen, dass du lieber einen noch mächtigeren Staat vordern würdest. Wie ich schon mal geschrieben habe: Eigeninteresse kommt eben vor Allgemeininteresse. Und Eigeninteresse trügt eben oft die Wahrnehmung der Vernunft und Logik (bewusst oder unbewusst).
Und doch hätte ich von dir gerne gewusst, was du am Staat schätzt?
Gruss
Mr. Pink
MfG
Artio
:)
Nun, oher soll ich wissen, dass dies ein Zitat von Herrn Leuenberger ist?
Aber vielleicht würdest du frischen Wind in ein Departement bringen und das könnte nicht schaden. Denn die mutigen Entscheidungen kommen oft von Aussenstehenden. Die alten 'Hasen' in der Verwaltung jedenfalls sind meist nur am Selbsterhalt des Status Quo interessiert.
Es grüsst
Mr. Pink
Am 30.10.2008 bestehen die Südanflüge 5 Jahre. Dies ist ein erheblicher Teil der Lebensspanne eines Menschen und keine Kleinigkeit.