Das Bankgeheimnis: Rück- und Ausblick
[Version française: Regard sur le passé et sur l’avenir du secret bancaire]

Vor mehr als dreissig Jahren wollte die SP die Macht der Banken beschränken. Sie versuchte das mit der Bankeninitiative, welche drei Schwerpunkte enthielt: die Relativierung des Bankgeheimnisses, die Entflechtung zwischen Banken und der übrigen Wirtschaft sowie stärkerem Schutz von Sparern. Die vierte Forderung, welche damals zur Diskussion stand, nahm der SP-Parteitag nicht in die Initiative, denn das wäre nach Ansicht vieler Genossen zu weit gegangen und kam ihnen als allzu kühn, ja geradezu staatssozialistisch vor: Eine Arbeitsgruppe schlug nämlich Eingriffsbefugnisse des Bundes in die Organisation der Grossbanken vor. Die Initiative sah also dann nur die Einschränkung des Bankgeheimnisses, die Unterstützung ausländischer Verfahren bei Steuerhinterziehung vor und forderte die Offenlegung bei Industriebeteiligungen von Banken. Hintergrund dieser letzten Forderung war, dass man vermeiden wollte, dass die gesamte schweizerische Wirtschaft von den Grossbanken abhängig war. Gerade in Krisenzeiten, so wurde argumentiert, könnte das verheerende Folgen für die ganze Schweiz, auch für die Steuerzahler haben: Alle seien wir dann nämlich den Grossbanken ausgeliefert.
Ausgelöst wurde diese Initiative durch den so genannten „Chiasso-Skandal“.Am 24. April 1977 wurden der Direktor und der Vizedirektor der Filiale der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA, heute Credit Suisse) in Chiasso wegen ungetreuer Geschäftsführung verhaftet. Fünfzehn Jahre lang hatten sie Fluchtgelder aus Italien mit einer SKA-Garantie in Liechtenstein angelegt. Der Zerfall der Lire hatte aber immer grössere Stützungsmassnahmen verlangt, bis ein schwarzes Loch von 1,3 Milliarden Franken sichtbar wurde. Doch als der Abstimmungskampf 1984 begann, war die Stimmung bereits wieder abgeflaut und wir standen bereits wieder in heftigem Gegenwind. Die mit massiven Finanzmitteln bekämpfte Initiative wurde mit 73 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Ich kann mich erinnern, dass an öffentlichen Versammlungen vor allem die Relativierung des Bankgeheimnisses Ängste auslöste. Manch einer hatte ein paar Tausend Franken auf einem Sparbüchlein angelegt, aber nicht deklariert. In den Versammlungen wurde das nie direkt so gesagt, sondern ich hörte dann immer etwa Folgendes: „Ich habe einen Bekannten, der hat eine Verwandte und die weiss von jemandem, der hat beim Tod des Vaters Bargeld gefunden und vergessen es zu deklarieren.“ Während des Abstimmungskampfes gelangten wir Vertreter der Initiative zur Erkenntnis, dass sie angenommen worden wäre, hätte sie nicht auch diesen Teil des Bankgeheimnisses umfasst.
Eine Meinungsumfrage nach der Abstimmung zeigte denn auch: Trotz des klaren Nein-Resultates stand eine Mehrheit der Stimmberechtigten den Anliegen der Initiative positiv gegenüber. Aber die Angst vor drohenden Arbeitsplatzverlusten und dem allmächtigen Steuervogt war stärker.
Doch indirekt verwirklichten Masslosigkeiten manche Anliegen der Initiative nachträglich dennoch: Nach einigen Finanzskandalen um Staatschefs wie Mobutu (Zaire) und Abacha (Nigeria), nach den Banken-Engagements im Apartheid-Regime Südafrika, nach dem Skandal um die nachrichtenlosen - vorwiegend jüdischen - Konten aus dem Zweiten Weltkrieg und nach einigem Druck der USA sowie der EU hat die Schweiz ihre Massnahmen gegen Geldwäscherei und Kapitalflucht verschärft. So sind denn also bereits einige Anliegen der Bankeninitiative in autonomem Nachvollzug erfüllt worden.
Bestehen blieb der Unterschied zwischen dem Steuerbetrug und der nur als geringes Vergehen geahndeten Steuerhinterziehung mit den entsprechenden Konsequenzen bei der Amts- und Rechtshilfe.
Und wie geht es weiter? Wo ist die Leadership des Bundesrates? Der Kritiken sind ja manche.
Zunächst: die schwierige Situation, in welcher der Finanzplatz steht, ist durch das masslose und zumindest illegitime Verhalten von Exponenten der UBS entstanden, nicht durch politische Behörden. Gewiss hätte der Bundesrat anders und zu einem anderen Zeitpunkt handeln können. Nicht jede Kritik ist unberechtigt, manche ist sogar nötig. Zudem ist es ja auch klar, dass im Bundesrat verschiedene Meinungen geäussert und vertreten wurden. Das ist bei jedem Geschäft so. Wieso sollte es ausgerechnet in diesem anders sein. Der Bundesrat ist dabei, die Optionen zu prüfen und eine Strategie festzulegen. Dennoch kann er nicht alle Erwägungen öffentlich abhandeln. Und erst recht wäre es falsch, der Versuchung zu erliegen, die eigene Haltung, die im Gremium vertreten wurde, nun öffentlich auszubreiten. So würde die Haltung der Regierung und damit der Schweiz erneut geschwächt. Ich kann mich gut an die bilateralen Verhandlungen mit der EU über das Landverkehrsabkommenerinnern. Je offener die Position der Schweiz - etwa zur Höhe der LSVA - bei uns diskutiert wurde, desto schwieriger, ja unmöglich waren die Verhandlungen zu führen, weil der Verhandlungspartner nicht nur den offiziellen Schweizer Standpunkt, sondern auch schon alle abweichende Meinungen dazu von Parteien oder von Interessenverbänden kannte. Wie ungleich mühsamer wird es da, wenn gar noch die abweichenden Meinungen einzelner Mitglieder des Bundesrates bekannt sind.
Bis bald
Moritz Leuenberger

Vor mehr als dreissig Jahren wollte die SP die Macht der Banken beschränken. Sie versuchte das mit der Bankeninitiative, welche drei Schwerpunkte enthielt: die Relativierung des Bankgeheimnisses, die Entflechtung zwischen Banken und der übrigen Wirtschaft sowie stärkerem Schutz von Sparern. Die vierte Forderung, welche damals zur Diskussion stand, nahm der SP-Parteitag nicht in die Initiative, denn das wäre nach Ansicht vieler Genossen zu weit gegangen und kam ihnen als allzu kühn, ja geradezu staatssozialistisch vor: Eine Arbeitsgruppe schlug nämlich Eingriffsbefugnisse des Bundes in die Organisation der Grossbanken vor. Die Initiative sah also dann nur die Einschränkung des Bankgeheimnisses, die Unterstützung ausländischer Verfahren bei Steuerhinterziehung vor und forderte die Offenlegung bei Industriebeteiligungen von Banken. Hintergrund dieser letzten Forderung war, dass man vermeiden wollte, dass die gesamte schweizerische Wirtschaft von den Grossbanken abhängig war. Gerade in Krisenzeiten, so wurde argumentiert, könnte das verheerende Folgen für die ganze Schweiz, auch für die Steuerzahler haben: Alle seien wir dann nämlich den Grossbanken ausgeliefert.
Ausgelöst wurde diese Initiative durch den so genannten „Chiasso-Skandal“.Am 24. April 1977 wurden der Direktor und der Vizedirektor der Filiale der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA, heute Credit Suisse) in Chiasso wegen ungetreuer Geschäftsführung verhaftet. Fünfzehn Jahre lang hatten sie Fluchtgelder aus Italien mit einer SKA-Garantie in Liechtenstein angelegt. Der Zerfall der Lire hatte aber immer grössere Stützungsmassnahmen verlangt, bis ein schwarzes Loch von 1,3 Milliarden Franken sichtbar wurde. Doch als der Abstimmungskampf 1984 begann, war die Stimmung bereits wieder abgeflaut und wir standen bereits wieder in heftigem Gegenwind. Die mit massiven Finanzmitteln bekämpfte Initiative wurde mit 73 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Ich kann mich erinnern, dass an öffentlichen Versammlungen vor allem die Relativierung des Bankgeheimnisses Ängste auslöste. Manch einer hatte ein paar Tausend Franken auf einem Sparbüchlein angelegt, aber nicht deklariert. In den Versammlungen wurde das nie direkt so gesagt, sondern ich hörte dann immer etwa Folgendes: „Ich habe einen Bekannten, der hat eine Verwandte und die weiss von jemandem, der hat beim Tod des Vaters Bargeld gefunden und vergessen es zu deklarieren.“ Während des Abstimmungskampfes gelangten wir Vertreter der Initiative zur Erkenntnis, dass sie angenommen worden wäre, hätte sie nicht auch diesen Teil des Bankgeheimnisses umfasst.
Eine Meinungsumfrage nach der Abstimmung zeigte denn auch: Trotz des klaren Nein-Resultates stand eine Mehrheit der Stimmberechtigten den Anliegen der Initiative positiv gegenüber. Aber die Angst vor drohenden Arbeitsplatzverlusten und dem allmächtigen Steuervogt war stärker.
Doch indirekt verwirklichten Masslosigkeiten manche Anliegen der Initiative nachträglich dennoch: Nach einigen Finanzskandalen um Staatschefs wie Mobutu (Zaire) und Abacha (Nigeria), nach den Banken-Engagements im Apartheid-Regime Südafrika, nach dem Skandal um die nachrichtenlosen - vorwiegend jüdischen - Konten aus dem Zweiten Weltkrieg und nach einigem Druck der USA sowie der EU hat die Schweiz ihre Massnahmen gegen Geldwäscherei und Kapitalflucht verschärft. So sind denn also bereits einige Anliegen der Bankeninitiative in autonomem Nachvollzug erfüllt worden.
Bestehen blieb der Unterschied zwischen dem Steuerbetrug und der nur als geringes Vergehen geahndeten Steuerhinterziehung mit den entsprechenden Konsequenzen bei der Amts- und Rechtshilfe.
Und wie geht es weiter? Wo ist die Leadership des Bundesrates? Der Kritiken sind ja manche.
Zunächst: die schwierige Situation, in welcher der Finanzplatz steht, ist durch das masslose und zumindest illegitime Verhalten von Exponenten der UBS entstanden, nicht durch politische Behörden. Gewiss hätte der Bundesrat anders und zu einem anderen Zeitpunkt handeln können. Nicht jede Kritik ist unberechtigt, manche ist sogar nötig. Zudem ist es ja auch klar, dass im Bundesrat verschiedene Meinungen geäussert und vertreten wurden. Das ist bei jedem Geschäft so. Wieso sollte es ausgerechnet in diesem anders sein. Der Bundesrat ist dabei, die Optionen zu prüfen und eine Strategie festzulegen. Dennoch kann er nicht alle Erwägungen öffentlich abhandeln. Und erst recht wäre es falsch, der Versuchung zu erliegen, die eigene Haltung, die im Gremium vertreten wurde, nun öffentlich auszubreiten. So würde die Haltung der Regierung und damit der Schweiz erneut geschwächt. Ich kann mich gut an die bilateralen Verhandlungen mit der EU über das Landverkehrsabkommenerinnern. Je offener die Position der Schweiz - etwa zur Höhe der LSVA - bei uns diskutiert wurde, desto schwieriger, ja unmöglich waren die Verhandlungen zu führen, weil der Verhandlungspartner nicht nur den offiziellen Schweizer Standpunkt, sondern auch schon alle abweichende Meinungen dazu von Parteien oder von Interessenverbänden kannte. Wie ungleich mühsamer wird es da, wenn gar noch die abweichenden Meinungen einzelner Mitglieder des Bundesrates bekannt sind.
Bis bald
Moritz Leuenberger



54 Kommentare
http://swiss-lupe.blogspot.com/
nun gilt es für den staat aufzuräumen, und verlorenes image zurückzugewinnen. die schweiz und unsere grossbanken können nur gewinnen, wenn alte zöpfe abgeschnitten werden. egal wie wirtschaftlich sinnvoll ein ist-zustand für banken sein könnte.
schade, dass die wähler noch nicht gemerkt haben, welche politische ideologie (liberalismus) diese krise verursachte.
in deutschland legt die fdp in wählerumfragen sogar noch massiv zu. nicht in der regierung zu sein, reich anscheinend.
http://blog.4st.ch/
Ich bitte Sie dringenst etwas zu unternehmen, auch wenn Sie nicht der Finanzminister sind und der BVG Kommission überstellt sind. Es ist allerhöchste Zeit zu handeln, es ist aber bereits jetzt praktisch zu spät. Leider habe ich mich bisher noch nie geeirrt bezüglich der Gefahr für die BVG, was sie in meinem Blog historisch nachblättern können. Hier in ihrem Blog mache ich seit Anfang 2008 vermehrt auf die Gefahr für unsere Altersvermögen aufmerksam.
Gegenüber den Gefahren für die BVG Gelder ist mir ehrlich gesagt das Bankgeheimnis so egal wie alter Käse. Der DOW Jones ist Heute mal wieder auf ein historisches Tief gefallen, und unsere Kassen haben dort immer noch geparkt! Eine nachhaltige Erholung halte ich auf absehbare Zeit (Jahre) für wenig wahrscheinlich.
Die BVG Gelder sind aber auch wegen Politikern in Gefahr. Auf meinem Blog weise ich dies mit harten Fakten nach.
Lassen wir die Gierigen an der eigenen Gier ersticken. Nur dies erlaubt dem Rest der normalen Unternehmen und Angestellten (auch in den Banken) ein Überleben. Der Fisch stinkt am Kopf. Der Staat hat nur eine wirkliche Chance, zurück zu einem fairen Steuer- und Lohnsystem. Da passt das Bankgeheimnis einfach nicht. Einkommen über einigen 100‘000 sind knallhart mindestens linear zu besteuern, sicher nicht weniger als solche eines normalen Arbeiters.
Es darf nur die Wirtschaft nachhaltiger Projekte im Bereich Energiegewinnung, Nahrung und Produktion gestützt werden die später einen Ertrag bzw. Wert generiert. Nur solche Investitionen haben einen Sinn. Dazu zähle ich die simple solare Warmwassererzeugung (Arbeitsplätze!), Kombigeräte (Heizen/Strom – Winterausgleich für Solarsysteme), Energiespeicher, Ausbau von Wasserkraftwerken, Geothermische Anlagen, den Bauernstand (nachhaltige Nahrungsmittelproduktion), Infrastrukturverbesserungen (Bahn/Strasse), das Gewerbe im Bereich nachhaltiger Technologien und deren Zulieferer, sowie den Gesundheitsbereich. Zudem alles im Bereich Energie sparen (Gebäudeisolation etc.). All dies ohne dabei weltweite Konzerne und Monopole zu schützen, dies müssen sich selber helfen (dies ist ein Staat im Staat). Alles ist breit zu verteilen um eine Risikosammlung (wozu ich auch ein AKW zähle) und Machtsammlungen zu vermeiden. Dies hat nichts mit Grün oder Links- und Rechts zu tun, sondern schlicht mit Verantwortung. Kritisch sind übrigens reine Infrastrukturausbauten (Strassen, Verwaltungsgebäude etc.) ohne wirklich Notwendigkeit, da diese erhöhte Wartungskosten erzeugen, die spätere Generationen enorm belasten.
Absoluter Unsinn ist die Stützung von Banken (die UBS ist ein globales, kein Schweizer Problem) und der Luftfahrtindustrien, da diese Ihre Hausaufgaben nicht erledigt haben. So zahlt insbesondere die Luftfahrt noch immer keinen relevanten Beitrag an Ihre eigenen (Umwelt-) Kosten und verhindert durch „Globalisierung“ eine Besteuerung und realistische Preise. Hier ist eine Selbst-Bereinigung das einzig sinnvolle Mittel. Im Fahrzeugbereich sollten alle Fahrzeuge ab einer Tonne und über 120G /CO2 progressiv besteuert werden um die Industrie zu lenken. Dies auf allen Wegen (Steuer, Kraftstoff und Versicherung). Auch Kerosin ist wie Benzin zu besteuern. Auf die Dauer werden ohnehin nur nachhaltige Konzepte überleben.
Die Krise wird sich verschärfen, die Dominosteine kippen. Der SMI wird sehr schnell unter 3000 Punkte fallen. Gold kann durch die Gelddruckerei USA auch schnell auf 2000$ steigen, Öl wird dieser Tendenz folgen. Gold produziert leider nichts, es bindet nur Kapital. Das Problem sind eigentlich nur die oberen 3-5% (Privat und Staatlich) die einen Grossteil des Volksvermögens aufzehren und die Mittelschicht zerstören. Das Hauptproblem ist die Verantwortungslosigkeit und Gier dieser Schicht. Das globale Kapital wird immer den günstigsten Produktionsort wählen – ohne Rücksicht auf die Folgekosten, da es diese nie trägt. Keiner ist schuld, jeder trägt mit.
Geiz ist leider langfristig gar nicht geil!
Es braucht neue Modelle die diese gierigen Globalisierungsmonster ohne Verantwortung stoppen. Andernfalls werden zuerst die Preise ins Bodenlose fallen und dann werden die Währungen und Geldwerte mit einer Hyperinflation vernichtet. Die Sparer und Arbeiter sind die Betrogenen (inkl. AHV, Pensionskasse etc.).
Alle blicken und zeigen nur auf die UBS.
Glaubt wirklich noch jemand, dass die CS ein Härchen besser ist, so wie wir hier im Blog noch vor ein paar Monaten von ökonomisch verbildeten Besserwissern getröstet wurden??
Glaubt jemand, dass die grossen Versicherungen das durchstehen??
Widerspricht jemand dem Stäubli, der den Untergang der Pensionskassen nahen sieht??
Liebe Leute, das ist nicht nur eine durchschreitbare Talsohle, sondern ein System-Beben. Ob da noch Steine aufeinanderbleiben, entscheidet die Stärke und Dauer des Bebens. Und die Steine werden sich nicht mehr selber aufschichten, da kann der Staat noch so viele Zementsäcke bereitstellen.
Ein Krebsgeschwür zerstört seinen Wirt.
Alles in unserem System ist wachstumsbasiert: Von den Hoffnungen auf Rückzahlbarkeit von privaten und staatlichen Schulden bis zu den Renten.
Wenn man anerkennt, dass Geld nicht arbeitet, man Geld nicht fressen kann und Geld nicht wächst, wenn mans pflanzt, so muss man doch einfach der Wachstumswirtschaft abschwören.
Kann mir jemand erklären, aus welchem Trieb und mit welchem Ziel eine aufgeklärte Gesellschaft dies ständig, global und systematisch leugnet, verdrängt, beschönigt und ignoriert?
Wenn sich das wachstumskranke System nun selbst demontiert, sollten wir diesen Abbruch geplant und bewusst mitgestalten, denn wenn wirs einstürzen lassen, könnten die Trümmer auch uns treffen. DAS wäre eine Staatsaufgabe, nicht diese hirnrissige Brandbekämpfung mit Benzin.
Zum x-ten Mal:
All die "Rettungs"pakete sind nur Zeitgewinn. Fragt sich für wen und wozu.
Zitat aus dem Artikel von Ueli:
"Wir steuern auf eine Kriegswirtschaft ohne Krieg zu. Eine verrückte Situation. Finanzpolitik als Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln."
Ergänzung von mir: Noch ohne Krieg. Bald beginnt man an Verschwörungstheorien zu glauben. Bald werden Sündenböcke gesucht, Köpfe rollen und die Säbel rasseln. Die "beste" Wendung auf diesem tristen Weg ist noch die Revolution. Einer verglich mich mit Ziegler (sorry, Ziegler, das haben Sie nicht verdient!), der gestern bei Giacobbo-Müller ebenfalls eine Revolution prophezeite (der hat wohl meine Beiträge gelesen... hoho schulterklopf).
Ja natürlich, die SP hat (und hätte) wieder alles richtig gemacht und schuld sind nur die Anderen.
Hätte, wäre, wenn und aber... Immer wieder die alte Leier ist zu hören.
Sie und Ihre Kollegen bedienen sich zur Rechtfertigung immer wieder der Politikgeschichte:"Hätten wir damals dieses und jenes angenommen, durchgesetzt, eingeführt etc. etc. etc., dann wäre alles besser geworden. Hätte man nur auf uns gehört und nicht auf die anderen." Usw.
Aber um die Konsequenzen zu erfahren lassen Sie und Ihre Kollegen stets die Wirtschaftsgeschichte ausser acht (bewusst oder unbewusst?).
Die Vorlage vor 30 Jahren hätte damals den stärkeren Schutz der Sparer gefordert, wie Sie schreiben. Nun, wenn Sie nur etwas Ahnung über Wirtschaftsgeschichte hätten, wüssten Sie, dass solche politischen Massnahmen bisher immer ins Unheil geführt haben.
Es hätte die Banken nämlich nur gerade so zur Risikobereitschaft animiert. Denn die hätten schon damals ihr Geld in hochspekulative Produkte investiert, hätte es eine Staatsgarantie für die Spareinlagen gegeben. Das Theater wäre schon damals losgegangen: Der Gewinn wird privatisiert, das Risiko trägt der Steuerzahler.
Und natürlich wäre dies geschehen, wie es eben schon immer geschehen ist. Aber 'Sie' und Ihre Kollegen hätten schnell wieder einen Sündenbock gefunden und hätten noch stärkere Schutzmassnahmen und Regulierungen gefordert, nur um keine Schuld auf sich nehmen zu müssen. So auch heute. Der Gewinn fliesst bei der UBS in die Tasche, das betriebswirtschaftliche Risiko trägt der Steuerzahler. Und das alles wird den Leuten durch die Politik als WIRTSCHAFTSVERSAGEN verkauft!!!
Dann schimpft wieder alles über 'Neoliberalismus', obwohl keiner dieser Wutbesessenen auch nur die geringste Ahnung über Neoliberalismus hat. Liberalismus ist genau das GEGENTEIL: Das Risiko tragen die Unternehmung und die Aktionäre, der Steuerzahler hat damit nichts zu tun.
Und so könnte es dem Steuerzahler auch egal sein, wieviel Bonus eine Pleiteunternehmung zahlt, denn es wäre schlicht und einfach kein Volksvermögen, welches verschwendet würde. Und die Pleiteunternehmung würde durch solche Misswirtschaft erst recht zugrunde gehen. Der Markt hätte die Gier bestraft! Stattdessen wird die Gier nun heute von der Politik zu Lasten des Volksvermögens belohnt.
Paradoxerweise meckert aber alles über Liberalismus?!?! Das ist der traurige Verdienst der Politik.
Dies zeigt mir, wie gering das Wissen über Liberalismus und Kapitalismus in der heutigen Gesellschaft ist. Dies rührt wohl daher, dass man eben nur noch auf Politiker hört, statt sich selber eine Meinung zu bilden und Wissen anzueignen.
Es genügt heute eben, wenn ein Politiker über die heutigen Umstände meckert und diese mit dem Wort 'Neoliberalismus' in Verbindung bringt. Die Bürger glauben dann, sie wüssten was Neoliberalismus bedeutet, denn der allmächtige Politiker hat soeben gesagt, dass es das Gegenteil der heutigen Zustände wäre. Das es aber so einfach nicht ist, käme dem politikfixierten Bürger nicht in den Sinn.
Übrigens, Herr Leuenberger: Es waren denn auch 'Ihre' allmächtig gepriesenen Regulierungsbehörden, namentlich die damalige Kartellbehörde, welche Bankenfusionen zu Megakonzernen wie CS und UBS stets gutgeheissen hat!
Der Auftrag dieser Behörde wäre aber eigentlich die VERHINDERUNG von übermächtigen Konzernen. DIESE BEHÖRDE, und damit die Politik, HAT TOTAL VERSAGT.
Man kann noch so lange über Neoliberalismus und Kapitalismus meckern, aber Gott sei Dank scheinen einige Menschen langsam zu begreifen, dass die Privatisierung von Gewinnen und das Unterschieben von Verlusten und Risiken hin zur öffentlichen Hand nichts mit Liberalismus und Kapitalismus zutun haben. Das ist nämlich purer Sozialismus.
Und es ist die SCHULD DER POLITIK, welche stets den Finanzplatz Schweiz durch Sonderstellungen und Sonderregulierungen zum 'Stolz' der Schweizer Wirtschaft, und so zu einer Unheilbringenden Abhängigkeit für die Gesamtwirtschaft, gemacht hat. Es sind die politischen Interventionen, Staatsgarantien, Risikogarantien, Schutzmassnahmen etc., welche dies ermöglichten, nicht der (Neo-) Liberalismus oder Kapitalismus.
Das sollte mittlerweilen allen verständlich sein.
Einen liberalen Gruss
Mr. Pink
P. S.: Wenn ich hier, nebst der Vertretung meines Standpunktes, auch Schuldzuweisung betreibe, dann nur aus dem Grund, dass es eine gewisse Sorte Menschen gibt, die stets jegliche SCHULD von sich weist. Die Blogbeiträge sind übrigens des öfteren auch nur pure Schuldzuweisung, wie dieser Beitrag beweist. Ich betreibe also eher 'SchuldZURÜCKweisung', respektive verteidige jene Werte die stets in diesem Blog für jegliche Art von Problemen beschuldigt werden und herhalten müssen.
Ich glaube nicht, dass die Schweizer Politik wesentliche Fehler gemacht hat, wohl aber die US-Amerikanische. Nach meiner Laien-Meinung waren dies zu niedrige Leitzinsen, Konsum und Krieg auf Pump, ungenügende Regulierung, Wenn schon war sie die Verführerin und unsere Banken waren die Verführten. Das hilft uns nicht viel, aber eine Kollektivschuld haben wir damit nicht auf uns geladen.
Toll wäre, wenn die Regierung per sofort vorschreibt, dass Pensionskassen, AHV bzw. der Staat nur noch nachhaltig investieren darf. So hätten wir ev. noch was im Alter. Neue Ideen braucht das Land.
Ach ja, Südanflüge würde ich sofort abschaffen, da kann man als Politiker noch Punkte holen. Der Goodwill in der Bevölkerung könnte noch nützlich sein. Die Wirtschaftskrise wird es ansonsten auch erledigen.
Mit Prognosen ist es so ne Sache, aber man kann diese wenigstens später nachprüfen.
Nüed für unguet. D'schwyz cha nüd defür, mir mached doch nu alles wie die anderä.
Von Herrn Lemming?
Jetzt hätte ich das Foto hier beinahe für einen Tempel gehalten, eine Kirche oder für sonst eine heilige Halle. Es fehlen wohl die Schlangen an den Schaltern, welche am laufenden Band bedient werden.
"Ich habe einen Bekannten, der hat eine Verwandte, und die weiss von jemandem..."Als ich das las, musste ich einmal mehr herzhaft lachen. Ob es eher eine Minderheit der Leser und Leserinnen Ihres Blogs ist, welche so erheitert auf Ihre Einträge reagiert, weiss ich nicht. Vielleicht gehen einige auch in den Keller zum lachen.
Wie auch immer: Die Logik Ihres Artikels ist doch eigentlich einleuchtend: Wäre die Bankeninitiative damals vom Volk angenommen worden, hätten sich die heutigen Finanzkapitalismus-Probleme der Schweiz kaum zu solchen Grössenordnungen entwickeln können. Doch das Volk hat dagegen gestimmt...die Angst... die Angst...einmal mehr stellt sich heraus - sie ist ein schlechter Ratgeber.
Und dass diese ganze akkumulierte Masslosigkeit und Gier dennoch manche Anliegen der Initiative verwirklichte, wie Sie schreiben: Nun, die Alten haben es stets gewusst. "Mole ruit sua" hat Horaz gesagt:
Kraft ohne Weisheit stürzt durch die eigene Wucht!
Oder vielleicht noch so:
Das einzige, was noch steht, ist der (Irr?)Glaube...
kann mir jenmand erklären, wofür Bankdaten, vor Untersuchung-Instanzen geheim gehalten werden sollen, ausser für unlautere Absichten....
Ich bin dankbar für jeden Hinweis.
Ich denke wirklich, dass Sie sich gut eignen würden, als President von Pro Senectute oder vielleicht ist ja beim Casinotheater in Winterthur für Sie noch ein Job frei. Vielleicht haben Sie auch Angst, dass Sie keinen Job mehr finden würden, was wohl Ihr Kleben am Bundesrats- Sessel erkären würde. Warum treten Sie nicht endlich zurück und lassen ihren Platz einer jüngeren Person? Es ist zwar nicht unbedingt Ihr Alter, das stört aber die Amtsdauer. Sie haben keinerlei Schwung mehfr und bringen gerade noch die Kraft auf, an Ihrem Blog zu schreiben.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass Kaspar Villiger sich bereit erklärt hat, das UBS Verwaltungsratspräsidium zu übernehmen. Endlich eine Persönlichkeit, die das Interesse des Landes vor seine eigenen stellt, was man von Ihnen beileibe nicht sagen kann.
Mit freundlichen Grüssen
Felix Wäger
Ich glaube du hast einen völlig falschen Eindruck vom Bankgeheimnis.
Das Bankgeheimnis nimmt keine Verbrecher in Schutz. Wenn kriminelle Tatbestände gegen eine Person bestehen, dürfen und werden die Bankdaten den Behörden seit jeher ausgeliefert. Die Schweiz hat denn auch strengere und wirkungsvollere Vorschriften bezüglich Geldwäsche als mancher EU- Staat, inkl. Deutschland.
Durch das Bankgeheimnis wird aber verhindert, dass Bankkunden generell als Verbrecher angesehen werden und einfach auf Anfrage der Behörden Bankdaten von Personen preisgegeben werden, ohne jeglichen Verdacht auf kriminelle Handlungen oder Tatbestand.
Im Gegensatz zu Deutschland und der EU können die Steuerbehörden, Jugendämter etc. in der Schweiz NOCH nicht per Knopfdruck jegliche Bankdaten von allen Bürgern einsehen und ausdrucken.
Es ist also in der Schweiz nicht möglich nach Art der Rasterfahndung alle Bürger in den Topf der Kriminalität zu werfen und so auf (Steuer-) Geldsuche zu gehen.
Das Bankgeheimnis hat vielmehr mit Vertrauen in den Bürger und Datenschutz zu tun und stempelt eben nicht jeden Bürger von vornherein zum potentiellen Betrüger und Kriminellen ab!
Aber da der Bürger längst nicht mehr der Souverän ist, kümmert man sich in der Regierung wenig, welchen Stellenwert der Bürger eigentlich haben sollte.
Nichts desto trotz wird der gläserne Bürger wohl bald auch in der Schweiz realisiert, denn die Staatsdefizite nehmen überall zu und da kommt das Bankgeheimnis jeder geldgierigen Regierung in den Weg. Das Totalitäre Regime lässt grüssen.
Aber andere, wie z. B. Singapur, wird's freuen. Denn die erleben geradezu einen Ansturm von Vermögen. Erstens haben sie dort eines der strengsten Bankgeheimnisse der Welt und zweitens haben die Banken aus der Asienkrise in den 90er Jahren gelernt und sind gestärkt hervorgegangen. Wen wundert's da noch, dass die Geldgeber der UBS auch aus diesem Stadtstaat kommen.
Ich bestreite nicht, dass unser Finanzplatz gewaltige Probleme hat, aber unserer Regierung ist es wohl egal, ob dieser gehalten werden kann oder nicht. Sollen die Banken doch allesamt vor die Hunde gehen - so jedenfalls scheint es die Politik zu wollen.
Aber selbst wenn der Finanzplatz verloren geht, dann werden unsere Unternehmungen ihr Geld eben aus Singapur beziehen - so einfach ist das.
Zur Zeit sind einige Schweizer Finanzinstitute eh zu gross für unsere kleine Schweiz, namentlich CS und UBS.
Aber ich habe gewiss etwas gegen die Totalitären Verhältnisse die Aufkommen und die Erpressermentalität der Versagerstaaten mit ihren Haushaltsdefiziten.
Einen freiheitlichen Gruss
Mr. Pink
Wenn Ihr Kommentar an Jonny zutrifft, heisst dies, dass es in Deutschland und in der EU am allerbanalsten Datenschutz fehlt. Das wäre tatsächlich zum Davonlaufen.
Warum sagen wir dann noch "Bankgeheimnis" und nicht einfach "Datenschutz" und "getreue Geschäftsführung" gemäss Auftragsrecht ?
Vielen Dank für deie Antwort. Ich gebe zu, ich komm da überhaupt nicht draus.
Wenn das so ist, wie du sagst, dass im Verdachtsmoment auf Antrag die Daten freigegeben werden, dann ist das doch ok.
Aber dann braucht man auch nicht von Geheimnis zu sprechen, dann ist das doch ganz normaler Datenschutz.
Das werde ich wohl nie ganz richtig kapieren.
Aber vielen Dank für die Aufklärung.
Freundliche Grüsse Jonny
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/top
Mr. Pink liegt zu 150% richtig mit seinem Eintrag.
Aus diesem (nicht nur!) Grund laufen die Europäer auch immer mehr zu uns rüber....
Siehe auch:
http://www.efd.admin.ch/dokumentation/zahlen/00579/00607/00621/index.html?lang=de
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Bankgeheimnis
Das beste wäre eigentlich, wenn die EU sich der Schweiz anschliessen und unser bewährtes Polit-, Steuer- und Finanzsystem übernehmen würde.
Aber es ist natürlich interessanter uns die Madeirabananen infolge deren Mangel an Länge und nicht legitimer Krümmung vorzuenthalten und sie einzig in Portugal zum Verkauf zuzulassen. Wenigstens haben es nach langem Kampf die Gurken jetzt erreicht sich auch in der Schweiz und in der EU trotz den gleichen Mängel verkaufen zu lassen
Ist eigentlich schon erstaunlich, dass die schweizerischen Grünen diese Zwangsverordnung an die Natur nie bekämpft haben. Aber in die EU möchten alle Staatsgläubige möglichst schnell!
Gruss,
Paul
Mit ihren Links kann man mir diesmal wenigstens keine 'Substanzlosigkeit' mehr vorwerfen :-)
Danke und Gruss
Mr. Pink
Pinks Erklärungen ist grundsätzlich zuzustimmen. Aber ganz so einfach ist es vermutlich nicht. Sonst könnten wir ja tatsächlich "nur" ganz entspannt über Datenschutz reden.
Leider versagen auch die Medien wieder mal kläglich. Niemand untersucht den Unterschied zwischen Datenschutz und Bankgeheimnis. Keiner recherchiert sauber und erklärts für Otto Normalsparer. Bisher hab ich nichts konkretes gesehen oder gehört. Nur Polemik, Angstmacherei, Traditionsbeschwörung, Besserwisserei...
Das "Geheimnis" steht übrigens im Bankengesetz nur wie ein Amts- oder Berufsgeheimnis vor, ähnlich wie bei Aerzten, Notaren, bei der Post oder bei öffentlichen Verwaltungen.
Wir sollten also weniger über die Definition und Inhalt des Bankkundengeheimnisses debattieren, als vielmehr über seine (globalen) Auswirkungen.
Und dass hier noch etliches im Argen liegt, bestreitet auch niemand.
Das Bankgeheimnis ist etwas Dynamisches, und erfährt halt nun einfach eine noch etwas grössere Dynamik. Who cares?
Ja da pocht halt mancheiner/e auf den Quellennachweis wenn es um die Grundlagen der substanziellen Aussagen von "Engeweihten" geht.
Habe ich seit langem bemerkt, dass dem hier so ist.
Keine Ursache war mir die Mühe auch wert ;-)
Gruss,
Paul
Bis heute ist keiner Firma mit Altte Akteuren saniert worden.
Alle Politiker mussen ihren verantwortungen wahren.
- Kapitalabfluss aus der Schweiz.
- Die Banken werden weniger Kapital für Kredite haben.
- Kredite für KMU's und Imobilien werden auf EU Niveau steigen. (Bis 5% teurer)
- Wetbebersfähig gegenüber den Lohngünstigeren EU-Länder schwindet.
- Mieten werden noch mehr steigen.
- Löhne kommen unter Druck.
- Und dass mit einer Überbevölkerung
- Gute Nacht Schweiz.
Auch ich sehe das so: Das Bankgeheimnis ist nichts anderes als ein grundlegendes Datenschutzgesetz des einfachen Bürgers. Im heutigen Digitalzeitalter ist dieses Gesetz wichtiger denn je.
Man versetze sich 50 Jahr zurück... hatten die Staaten damals die Möglichkeit automatisch ihre Bürger zu scannen? Nein sicher nicht. So verkam eine Recherche gegenüber einem einfachen Bürger zu einer langwierigen und teuren Aktion, seitens des Staates. Nur die Fälle von offensichtlichen und exzessiven Steuerdelikten hatten einen Wert verfolgt zu werden. Damit man die damals aufkommende Modernisierung der Bürokommunikation und der damit entscheidend vereinfachende Automatismus der möglichen flächendeckenden Kontrollen der einfachen Bürger zu verhindern, hob man die Latte einen höher und verankerte vor 75 Jahren das Bankkundengeheimnis. Bis heute war es für den einfachen Bürger ein Vollerfolg. Mit der laufenden Modernisierung der Kommunikations und Datenverarbeitungsindustrie wurde es immer einfacher grössere Datenmengen zu verarbeiten, auf die Steuerkontrolle bezogen heisst das ganz einfach: Kontrollspanne mit gleichen Mitteln ausdehnen.
Heute ist die Situation schon fast pervers und muss dem normalen Bürger Angst machen. Eine flächendeckende Kontrolle sämtlicher Finanzdaten können von ein paar Servern in Echtzeit vorgenommen werden. Aufwand = Fast NULL, Ergebnis = Vollerhebung. Das ist der Traum jedes Steuervogtes. Und der Alptraum jedes halbwegs normalen Bürgers.
Genau diese Konstellation gilt es zu verhindern. Hier geht es nicht um den vielzitierten Steuerbetrug, sondern es geht um den Rückgriff des Staates in privateste Bereiche. Es geht auch nicht darum ein paar Steuerflüchtlingen zum Steuersparen zu verhelfen, es geht schlichtweg um die lebenswichtige Privatsprähe der Bürger.
Die permamente Kritik der EU und der USA zeigen die dortigen Verhältnisse schonungslos auf. Die Bürger werden eben gescannt, die Strafen sind drakonisch (Haftstrafen). Die Reichen verschieben die Vermögen welche Sie erwirtschaften in Steueroasen ab, der kleine Bürger wird schier geköpft.
So jetzt direkt: die Schweiz solle ein Fluchtort für die reichen Ausländern sein?
Da gehören mittlerweile vielmehr die Offshore Plätze in Asien Karibik und mittleren Osten zu dem Fluchtorten. Der Offshoreplatz Schweiz war bis jetzt ein sicherer Hafen, aber weniger wegen des Bankkundengeheimnisses sondern wegen der stabilen politischen und wirtschaftlichen Situation. Hier parkierte und verwaltete Gelder wurdern ja Zinsbesteuert, wer also das Geld und einen Ertrag verstecken wollte, fuhr mit der Schweiz schlecht. In Singapur, Dubai oder Hongkong war er viel besser aufgehoben, wenn es nur um das reine Verstecken ging.
Es ist also nicht einzusehen, auch nicht beim grössten Gebell der Nachbarneider, wieso wir diese Errungenschaft unserer Vorfahren abschaffen sollten. Es gibt schlichtweg keinen plausiblen Grund dafür, ausser man ist Angsthase Fundamentalsozialist und ist dafür dass alles Geld jedem gehöre...
LG HF
"Die Bankeninitiative ... forderte die Offenlegung bei Industriebeteiligungen von Banken. Hintergrund dieser letzten Forderung war, dass man vermeiden wollte, dass die gesamte schweizerische Wirtschaft von den Grossbanken abhängig war."
Die Offenlegung ist das eine.
Die Grösse das andere.
Ich habe irgendwo gelesen, dass sogar der "Erzkapitalist" (Eigendeklaration) Oswald Grübel sinngemäss gesagt haben soll, dass die SBG-BV-Fusion eigentlich nicht hätte sein dürfen.
FRAGE:
Wer könnte denn solche Fehler in Zukunft verhindern?
- Die Aktionäre???
- Die Politiker???
- Die Wettbewerbskommission???
- Das Stimmvolk???
- Der Markt???
Alle predigen Markt und Wettbewerb, aber das Monopoly geht sicher munter weiter. Private Monopole finde ich schlimmer als staatliche.
Sie konzedieren selber, dass der BR in einer schwachen Verhandlungsposition ist, da die Gegenpartei um die Meinungspluralität des Gremiums weiss und das ausnützen wird. Die Weltwirtschaftskrise ist noch nicht so richtig in der Schweiz und in den Köpfen angekommen und ich befürchte, dass auch im BR noch zuviele meinen man könne jetzt auf "Business as usual" machen?! Das Game heisst Hardball und auf das muss man sich einstellen mit einem absolut einstimmigen, konsequenten Auftritt nach Aussen. Jetzt ist nicht die Zeit für Ränkespiele und sich gegenseitig in den Rücken fallen! Noch gilt Schweizerrecht und was unter keinen Umständen passieren darf, dass wir quasi auf eine à la carte Lösung bilateral mit einzelnen Staaten Hand bieten. Wenn die Unterscheidung Steuerbetrug und Steuerhinterziehung nach eingehendster Prüfung und wenn darüber ein Konsens herrscht, nicht mehr haltbar ist, dann müssen Übergansfristen und eventuell Steuermoratorien für die betroffenen Kunden ausgehandelt werden!
Und jetzt das wichtigste: Die Schweiz darf und kann nur Hand bieten für Lösungen, wenn sie gleichzeitig insitiert und Garantien abgegeben werden, dass auf anderen Offshorezentren - namntlich London und Singapur - mindestens die gleichen Rahmenbedingungen herrschen müssen. Sonst würden wir auf einseitige Erpressung nachgeben und das darf unter keinen Umständen passieren, sonst würden wir im wahrsten Sinne zur Banenrepublik verkommen und unser Standort würde total beschädigt! Gerade GB als EU Mitglied bietet Trusts in ihren Offshorezentren: Jersey, Guernsey, British Virgin Islands etc. an, die total steuerbefreit sind! Dieses heuchlerische Doppelspiel von GB/Brown und auch von Luxembourg, die ja nur darauf hoffen, dass ihr Finanzplatz Kuchen mit der Schwächung der Schweiz wieder wächst, muss von der Schweiz entlarvt werdenm und muss von den Verhandlern laut und deutliche ausgesprochen werden!
Also nochmals, als oberstes Verhandlungsprinzip: Nur Nachgeben wenn vertraglich einwandfrei sichergestellt wird, dass andere Offshorezentren gleichbehandelt werden und nicht einseitige Schlupflöcher weiterbestehen, die der Schweiz einseitig schaden. Die Gefahr ist zZt sehr gross, dass der BR vor der Erpressungsdrohung der G20 die Schweiz auf die schwarze Liste der OECD zu setzen, einknickt! Daher muss jetzt auf Hochdruck mit allen involvierten Protagonisten eine Verhandlungstaktik ausgearbeitet werden, deren Ziel es nicht sein darf einfach nachzugeben, damit nachher für eine Zeit Ruhe herrscht! Das wäre fatal! Das Game heisst Hardball Damen und Herren BR und nicht Softball! Übt mal schön! Good luck!
Man mag hierzulande über Steinbrück erzürnt sein; er macht nichts anderes als eben Hardball spielen und knallhart Eigeninteressen verteidigen. Im Vergleich zu dem was Senator Levin über die UBS und die Schweiz rauslässt, ist das geradezu Zuckerwasser. Steinbrück hat am Montag bei Beckmann (ARD) etwas richtiges gesagt, das man auch hierzulande zur Kenntnis nehmen sollte: "Die Politik hat nichts in den Aufsichtsräten der Banken zu suchen, wir sind keine Banker und verstehen das Geschäft nicht und haben uns da rauszuhalten. Hier geht es um eine globale Systemkrise..." Er meinte damit auch die Banken, die Staatsgelder erhalten haben, wie Commerzbank, Hypo Realestate etc. Damit hat Steinbrück recht und es wäre nicht schlecht, die SP und SVP Parlamentarier, die sich jetzt alle als Besserwisser und Topbanker aufspielen, würden das zur Kenntnis nehmen! Jetzt ist wieder jeder ein Bankexperte wie bei der Swissair Krethi und Plethi natürlich ein Luftfahrtexperte war. Passt auf und haltet euch zurück!
Nachstehende Aktienperformance-Vergleiche unter den global grössten Universalbanken zeigt auf, dass es sich wirklich um eine globale Systemkrise handelt und die UBS sich in bester Gesellschaft befindet (ein schwacher Trost klar..) Man möge sich auch daran erinnern, wieviele dutzend, wenn nicht hunderte von Banken bereits Hupps gegangen sind, inkl. die Riesen: Merrill Lnych und Lehman.
Aktienkurs Performance vom 52 Wochen High 2008 einiger der grössten globalen Universalbanken:
Goldman Sachs -64 %
JP Morgan -65 %
CREDIT SUISSE -73 %
Deutsche Bank -83 %
UBS -86 %
Morgan Stanley -86 %
Bank America -92 %
Lloyds TSB -92 %
Citigroup -95 %
Royal Bank of Scotland -96 %
Wahrlich ein Trauerspiel aber eben zieht sich global durch.
http://en.wikipedia.org/wiki/Credit_def
Ich empfinde es als gute Gelegenheit, mich in Dinge einzulesen, von denen ich bis jetzt keine Ahnung hatte (zB im Link). Interessant dünkt mich, dass es in vieler Hinsicht nicht mehr um Realwirtschaft geht, sondern um eine Art Spielwirtschaft (mit realen Folgen, die aber vielleicht noch grösser scheinen, weil wir sie als real wahrnehmen), nicht mehr um Dinge, wie etwa eine Beteiligung an einem Industriebetrieb, sondern nur um den Wert dieser Beteiligung und um den Profit, den sie (gleichgültig, ob es dem Betrieb gut oder schlecht geht) abwirft.
Irgendwie kommt mir das Bild einer Gruppe von Schiffbrüchigen in einem Rettungsboot in den Sinn, in dem einige besonders schlaue Mitfahrer versuchen, das Boot am Schaukeln zu halten, damit sie dann von der einen und kurz danach von der anderen Bootseite einen Lohn für das Verstärken, resp. Unterlassen des Schaukelns kassieren können.
Ob man das Schaukeln verbieten kann, ob man einfach warten muss, bis es wieder aus der Mode kommt oder ob man es, wie ein Tramführer, der eine Schar Betrunkener hinten drin hat, einfach mit Gleichmut hinnehmen und die Tour zuende fahren muss, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
Man hat das Gefühl, man hätte es mit Verdurstenden zu tun! Wachstumskritiker's Comic bringt es (obwohl in einem anderen Zusammenhang) auf den Punkt.
Pink hat recht. Sollte die Steueroase Schweiz ausgetrocknet werden, dann verstecken die Leute ihr Geld halt in Singapur.
Nur, so einfach ist das nicht. Nicht so einfach wie Pink meint, wie Wachstumskriker treffend sagt.
Der saubere Stadtstaat Singapur, wo man keinen Kaugummi wegwerfen darf ohne gebüsst zu werden, ist totalitär! Jederzeit können die Verhältnisse dort umgeschmissen werden. Kein Vergleich zur soliden, bewährten Schweizer Demokratie. Sein Geld dort zu verstecken ist mit einem ganz anderen Risiko behaftet.
Ich habe sowieso den Eindruck gewonnen, dass Pink's Ideal oder seine Fata Morgana des absoluten Wirtschaftsliberalismus in einer Diktatur eher zu verwirklichen wäre. Aber nicht in einer Demokratie.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta
Insgesamt malte Leuthard eher ein düsteres Bild der erwarteten Wirtschaftsentwicklung bis 2010. Die Entlassungen nähmen in den nächsten Monaten mit Sicherheit zu, meinte sie. Frauen seien davon voraussichtlich stärker betroffen als Männer, weil in Krisen zuerst Temporär- und Teilzeitstellen abgebaut würden.
Auszug Tagi vom
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Wo bleibt da die Logik?
Wie wäre Teilzeit für mehr Mitarbeiter als Alternative?
Die Leute sind fitter, der Platz ist eh da, es wird mehr unternommen und weniger Leute verlieren Ihren Job. Man hat sogar Zeit für einen gemeinnützigen Job. Zudem hätte man für nach der Krise genug Leute. In Zukunft ist die Arbeit sowieso auf mehr Leute zu verteilen, statt den Profit für einzelne zu maximieren. Ein Einzelner muss nicht 2-300'000 verdienen. Wemn man oben abklemmt reicht es weit. Leute wie der SP Postchef >150% 3fach Job... Ulrich Gygi gehören eh zur Kategorie Staatsbürger-Abzocker, die als miserables Beipiel zu verbietem sind.
Wie gesagt ob Staats- oder Privatbetrieb ist egal, es gibt überall eingebildete Personen.
2009-03-07 13:12:10
Eigentlich ist es verrückt, wenn bei einem so ernsten Thema so wenige Beiträge kommen.
Logisch, dass so wenige Beiträge zu diesem so ersten Thema kommen – würde ich sagen. Ständig wird den Leuten eingebläut, wie hochkomplex dieses Thema sei, dass nur Bankfachleute sich ihm anzunehmen in der Lage seien, etc.. Auch Herr Leuenberger wird von Blogteilnehmern mit den Worten, er habe keine Ahnung, abgeurteilt …
Wer traut sich da noch sich zu äussern? Oder gar Dinge zu sagen, wie z.B. dass dieses ganze Theater um Geld, Zinsen, Krediten, Spekulationen, Börsenkurse – dieser Handel mit Werten, die nicht real existieren, die in menschlichen Köpfen erfunden wurden und eine Macht entfalten, die ihresgleichen sucht – wer traut sich da zu sagen, dass dies alles einem absurden Theaterstück gleicht: Die Menschheit, deren selbstgeschaffener und gehätschelter „Dämon“ (Geldwirtschaft) ausser Rand und Band geraten ist und sie mit seiner destruktiven Kraft in Abgründe zerrt. Die Menschheit, die nun versucht, diese destruktiven Kräfte zu bändigen, indem sie ihnen noch intensiver huldigen (Staatsmilliarden zur Stützung der Banken und bestimmter Wirtschaftszweige).
Es ist ein wenig so, wie in den Alten Geschichten, wo der Mensch mit dem „Teufel“ einen Pakt eingeht. Der Mensch verspricht dem „Teufel“, seine Seele, sein erstes Kind etc. herzugeben, wenn dieser ihm aus einer schwierigen Lage hilft. Der Mensch bekommt dann ohne sein Zutun was er will. (Analogie: Das Geld wird erfunden. Die Menschen können handeln, ohne reale Werte in die Hand nehmen zu müssen. Die Geldwirtschaft erzeugt auf teilweise wundersame Weise Werte und Gewinne, die „Wohlstand“ bringen.)Wenn nach einer Zeit des Glücks, dann das Versprechen eingelöst werden sollte und der Preis dafür fällig wird, fängt es dem Menschen zu grauen an. Er vergisst, den Preis zu zahlen oder weigert sich und das Unheil nimmt seinen Lauf. (Analogie: Es zeigt sich gegenwärtig, auf was man sich mit einer ausschliesslich gewinnorientierten (Geld-)wirtschaft eingelassen hat und dass, was eine Zeitlang Glück brachte, einen makabren Preis hat.)
In einigen Geschichten nimmt das Unheil seinen Lauf, in anderen wird der „Teufel“ von ganz schlauen Akteuren überlistet und sie können das Unheil abwenden… Welchen Verlauf wird die aktuelle Geschichte wohl nehmen?
Singapur mag zwar wie ein totalitäres Regime daher kommen (jedenfalls was die individuelle Freiheit anbelangt), aber diesem Staat eine Unbeständigkeit in Bezug auf deren Politik vorzuwerfen, davor werde ich mich hüten. Ich glaube denn auch was die Wirtschaftspolitik angeht ist dieser Staat berechenbarer als die Schweiz und daher stabiler. Bei uns weiss man ja auch nie, wann das Volk den Reichen eins in die Pfanne haut.
Mit der Aussage - so einfach ist das - meinte ich folgendes: Wer eine gute Idee hat und zur Verwirklichung Kapital braucht, wird es auch erhalten. Auch wenn er dazu eine ausländische Bank fragen muss.
Meine Fata Morgana von Liberalismus ist eher mit Anarchokapitalismus zu vergleichen und ist alles andere als in einem totalitären Staat umsetzbar. Da dies aber wirklich nur eine Fata Morgana ist, bin ich eben für einen Ministaat.
Man sollte verstehen, dass meine Sicht von Liberalismus nicht nur die komplette Unabhängigkeit vom Staat bedeutet, sondern auch von der Wirtschaft. Man arbeitet also nicht des Geldes wegen und schon gar nicht der Steuern wegen.
@ Alle und besonders Herr Leuenberger
Wenn man verhindern will das die Schweizer Wirtschaft von Grossbanken abhängig wird, dann sollte man den Wettbewerb unter den Bank fördern und Fusionen zu Megabanken verhindern.
Dazu braucht es keine Eingriffsbefugnisse des Bundes in die Organisation der Grossbanken. Solche Ideen, wie im Artikel beschrieben, haben nichts mit Kühnheit zu tun, sondern mit mangelndem wirtschaftlichem Wissen. Meines Erachtens hat dies sogar was mit Dummheit zu tun.
Und wie weit es diese Staatsbanken (welche im Zuge der Unterstützungspakete entstanden sind) bringen werden, wird sich noch zeigen. Ich wage zu bezweifeln, dass dann alles nur noch Friede, Freude Eierkuchen sein wird. Auch bei Staatsbanken arbeiten 'nur' Menschen.
Noch eins Herr Leuenberger. Sie schreiben:"Je offener die Position der Schweiz - etwa zur Höhe der LSVA - bei uns diskutiert wurde, desto schwieriger, ja unmöglich waren die Verhandlungen zu führen, weil der Verhandlungspartner nicht nur den offiziellen Schweizer Standpunkt, sondern auch schon alle abweichende Meinungen dazu von Parteien oder von Interessenverbänden kannte."
Das kann ich nur als faule Ausrede auffassen. Es sollte wohl jedem klar sein, welcher Standpunkt Gültigkeit hat.
Das es immer andere Meinungen und Interessen geben wird, ist von vornherein klar. Und wenn man diese nicht an die Öffentlichkeit bringen wollen, dann muss man schon eine Zensur über die Medien verhängen. Die verschiedenen Meinungen und Interessen werden in den Ländern mit Pressefreiheit hoffentlich jedem bekannt sein.
Einen Gruss
Mr. Pink
Sie zitieren den Deutschen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit folgenden Worten:
Dass ausgerechnet Herr Steinbrück sich zu einer solchen Aussage hinreissen liess, erstaunt schon. Herr Steinbrück ist, man höre und staune, Aufsichtsratspräsident der torkelnden Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Er, Herr Steinbrück und seine Aufsichtsratskollegen kommen allesamt aus der Politik. Siehe KFW-Homepage.
http://img25.imageshack.us/img25/1525/f
Sie sprechen gerne von Vertrauen in den Staat. Von Gesetzen und gültigen Regeln. Wo sind diese denn? Ihre Aussage war, dass die Südanflüge nur provisorisch sind, nach nun bald 5 Jahren hat noch immer kein Gericht über deren Rechtmässigkeit entschieden. Ihre vor einem Jahr versprochenen Lärmmessungen haben noch immer nicht stattgefunden. Ein Schallfenster dämpft im besten Fall den Lärm um 20-30 db, wobei dies bei Fluglärm nicht der Fall ist, schauen sie mal in die längst bestehende Lärmmessung. Alternativlösungen werden verschlampt. Der Staatsfrust in der betroffenen Bevölkerung ist inzwischen enorm. Als Verkehrsminister wäre es Ihre Aufgabe hier zu handeln. Sind Sie ansonsten glauwürdiger als ein Banker? Wo bitte ist der Unterschied zwischen staatlichem und privatem Profitdenken und Willkür ?
Statt über den dünn besiedelten Norden anzufliegen, fliegt man eine überflüssige Zusatzschleife über den Süden. Dies zu Zeiten zu denen man extrem lärmempfindlich ist. Obwohl 2009 bisher 7% weniger Passagiere in Zürich zustiegen, hat die Deutsche Swiss dies mit Transitpassagieren, die keinen Franken in die Schweiz bringen, kompensiert. Eine Industrie die keine Steuern zahlt (weder MWST noch Treibstoffsteuern) und den Gewinn hauptsächlich in Deutschland abliefert, darf nicht über das eigene Land anfliegen? Wo ist da die Verhältnissmässigkeit und politische Verantwortung? Nirgens - wie bei den Banken? Besitzen Sie so etwas wie Verantwortungsbewusstsein?
http://img217.imageshack.us/img217/4373/gockhausen4hd5.jpg - schönes Bild - oder?
@ Frederik
Die KfW war seit der Gründung vor 60 Jahren eine Staatsbank im Besitz von Bund und Ländern. Die KfW ist nicht eine Geschäftsbank im üblichen Sinne sondern eine Refinanzierungsbank für Bund und Länder ähnlich wie in der Schweiz die Pfandbriefbank schweiz, Hypothekarinstitute und die Pfandbriefzentrale der Kantonalbanken. Seit der Gründung war tradionsgemäss der Bundesfinanzminister im Aufsichtgremium.
Ich habe nur zitiert was Steinbrück mE Richtiges in der jetzigen Situation der globalen Bankenkrise gesagt hat. Banking ist nicht ein JeKaMi Game wo jeder PolitikerIn und Krethi und Plethi meinen, sie könnten und wüssten alles besser.
Ihr Post ist fundiert und Sie bringen gute Argumente. Nur realisieren Sie und viele andere nicht, dass die Schweiz immer mehr isoliert dasteht und keine Verbündete mehr hat. Wir verlieren immer mehr Glaubwürdigkeit (nicht nur wegen den Steuerflüchtlingen und dem Bankgeheimnis) und stehen als Land da, das immer nur profitieren will und sich um die internationale Solidarität foutiert. Unsere direkte Demokratie verhindert grosse Reformen und macht unnötig Negativpropaganda wie aktuell mit der Minarettinitiative; als ob wir nicht dringendere Probleme zu lösen hätten!
Sie haben vielleicht auch selber festgestellt, dass die grösste Partei der Schweiz, die immer alles kritisiert und besser weiss und sich über den Rest der Welt foutiert und rassistische Ressentiments fördert, Ihnen und den Betroffenen auch kein Jota hilft. Die SVP hat immer grosskotzig gegen BR Leuenberger polemisiert und so getan, wie sie das Problem mit einer Handbewegung lösen könne. Seit RR Fuhrer für das Flughafendossier verantwortlich ist, ist bekanntlich nichts gegangen. Die Frau hat auch immer grossmundig angekündigt und wie immer bei SVP Exekutivmitgliedern, nicht geliefert! Seitdem liegt das Dossier auch bei der SVP in der untersten Schublade!
Ich habe schon seit Jahren gesagt, dass der Tag kommen wird, wo die Schweiz auf den Knien in die EU will! Dass das nicht so abwegig ist, dämmert vielleicht doch langsam in immer mehr Köpfen. Wie gesagt, der Rest der Welt foutiert sich um unsere Probleme, gerade in der Zeit der Krise, und lässt uns links liegen. Bald wird dann auch der Zeitpunkt kommen, wo der CHF schwächelt und unsere Zinsen über das EU Niveau steigen werden. Dann würden wir uns wünschen wir hätten eine stabile Währung wie den Euro und tiefe Zinsen. Und sie und ihre Leidensgenossen würden von den Südanflügen befreit.
Die Suche nach den Sündenböcken hat begonnen! Und wie immer werden sie nicht in den eigenen Reihen gesucht.
So wird angeblich die UBS zu einem 'hearing' (früher hätte man dazu noch 'Anhörung' gesagt) nach Berlin zitiert.
Da kommen uns schöne Zeiten entgegen. Private Unternehmungen werden zu 'Schauprozessen' geladen um die Allmacht des Staates zu demonstrieren. Man macht es den 'kreativen' Amis nach. Ganz nach dem Motto: Brot und Spiele für das Volk.
Es scheint gerade so, als ob alle Fehler bei der Wirtschaft liegen.
Das unsere heutige Misere aber viel mehr mit verfehlter Wirtschaftspolitik zu tun hat, kommt diesen Göttern in ihren Steuerpalästen nicht in den Sinn.
Ich frage mich aber nur: Wann müssen endlich die Staatsdiener Rechenschaft ablegen und Verantwortung übernehmen?
Da kann man nur noch hoffen, dass Herr Steinbrück und der Deutsche Staat eines Tages seine gerechte Strafe erhält.
Einen 'noch' freiheitlichen Gruss
Mr. Pink
Warum nicht gerade eine innovative Bank, die auch "ohne Bankgeheimnis" prosperiert? So wie andere alternative Banken, die zum Beispiel nicht auf Gelder aus zweifelhafter Herkunft angewiesen sind, und welche ihre Kreditnehmer veröffentlichen (aber die Privatsphäre ihrer Anleger ebenso schützen wie "Geheimnis"banken)?
Die Zeiten des Mauerbaus sind vorbei.
Innovation wäre doch auch hier gefragt, nicht immer nur Wachstum und noch mehr vom Gleichen!
Transparenz ist das Fundament von Vertrauen!
(Das "predige" ich hier zwar schon lange, aber ohne Widerspruch und auch ohne Unterstützung.)
Und noch ein TIP an die dauergeplagten "Südanflügler":
Verhindern Sie parallel zur Einforderung Ihrer Rechte das Wachstum des Hubs, der Pisten und jetzt den Unique-Grössenwahn mit der Milliardenüberbauung Butzenbüel!!!
Sonst spielt es bald keine Rolle mehr, ob Südanflüge oder Westanflüge oder Südstarts.
Heute geht es um einen Wirtschaftskrieg, um einen Verteilungskampf knapper werdender Mittel. Die USA und andere Länder versuchen Einnahmequellen zu erschliessen. Die Schweiz muss mit allen Mitteln verhindern, dass unser Status als sicheres Land mit einem gesunden Bankkundengeheimnis unterwandert wird. Es geht also nicht um Moral (da sind die USA für uns ein schlechter Ratgeber, auch unter OBAMA), sondern um handfeste wirtschafliche Interessen. Amerikanische und andere Banken wollen an unser Geschäft mit den vermögenden Privatkunden ran. Es wäre fatal in dieser Zeit der Unsicherheit unser bestes Geschäft leichtsinnig wegzugeben und damit auf breiter Front einen Rückgang von Volkseinkommen und Volkswohlstand zu riskieren. Es gilt das Bankkundengeheimnis zu verteidigen und zu stärken. Die Art und Weise wie ausländische Regierungen gegen die eigenen Bürger vorgehen lässt mich erschaudern und ist nicht vertrauensbildend.
Wenn unsere Regierung (in Vertretung für das Volk) in früheren politischen und wirtschaftlichen Krisen (und auch in Kriegszeiten) unsere Positionen nicht standhaft und auch geschickt vertreten hätte würden wir heute unter "ferner liefen" figurieren.
So wie Herr Leuenberger nicht als "ferner liefen" Bundesrat in die Geschichtsbücher eingehen möchte, haben so etwas auch die Schweiz und seine Bevölkerung nicht verdient. Wir wollen weltweit in vielen Bereichen an der Spitze bleiben.
Das Bankkundengeheimnis ist etwas moralisch hochstehendes: es schützt den schwachen Bürger vor dem übermächtigen Staat, es schützt Menschen vor der Willlür und der Diktatur welche leider immer noch in vielen Staaten weit verbreitet sind.
Ich bin überzeugt, dass auch unsere Sozialdemokraten in der Schweiz das Bankkundengeheimnis verteitigen könnten, wenn umfassend der moralische und fianzielle Nutzen dargestellt und gewürdigt werden. Und für die Zukunft gibt es zu bedenken, dass es nicht immer nur (ausländische) sozialdemokratische Regierungen sind, welche bei ihren Bürgern Steuern eintreiben wollen, welche gerne Auskünfte von den Schweizer Banken haben möchten. Erhalten Folterregime keine Auskunft? andere Regierungen aber schon? Und wer legt solche Regeln fest?
Wir tun gut daran Bewährtes zu bewahren und zu verteidigen.
Gruss
Mit Verlaub, der Anfang ihres Pots rührt mich zu Tränen. Die einseitige Schuldzuweisung an die Ratingagenturen ist falsch und billig. Die Investmentbanker, welche diese Risiken zu beurteilen haben und nahmen, verdienten praktisch alle x Mio und sollen dann nicht imstande sein, Dinge in einem grösseren Kontext zu sehen und die inhärenten Risiken von Produkten und Transaktionen beurteilen zu können? Sorry dann kann ich auch einen Stift hinsetzen! In diesen Fixed Income Teams welche u.a. die Subprime Produkte schnürten, sassen 200 - 300 Topverdiener und ihre Chefs, die Chefoekonomen, Risk Officers bis hinauf zur Topetage und dem VR sollen nicht imstande sein Risiken zu beurteilen und in Grenzen zu halten? Nein den Ratingagenturen die Schuld zu geben, ist falsch und daneben. Den Leverage und die verantwortungslose Kumulierung von Klumpenrisiken haben die geldgierigen Investmentbanker zu verschulden und niemand anderes.
Noch Ende 2006 hat Ospel himself in einer globalen Viedokonferenz den Top 800 Investmentbankern die Leviten gelesen und sie angetrieben mehr Risiken zu nehmen, sonst würde die UBS nie in den Top 5 Investmentbanken weltweit vorstossen...! Darauf wurden massiv Risiken aufgeladen - prozyklisch, viel zu spät, die Immobilienblase war seit Jahren sichtbar und sogar die hauseigenen Oekonomen haben davor gewarnt! - Im 1. und 2. Quartal 07 waren die Gewinne explodiert, was dann passiert ist, wissen wir nun!
Das Thema der Rating Agenturen!
Ich bin zwar Laie: Doch so viel ich weiss, hat die Bank, Lehman Brothers, welche zu den Auslösern des Schlamassels gehört, mit einem TRIPLE-A-Zertifikat geglänzt - mit einer "AAA-Bewertung"! Die Rating Agenturen haben dieser Bank also die bestmögliche Note erteilt. Nicht etwa AAB, was auch sehr gut wäre, (wenn auch nicht sehr sehr gut) sondern AAA - Triple A halt...die absolute Bestnote. So habe ich das verstanden.
Nun, zufällig habe ich einen Bekannten, der ist im Diamant Grosshandel tätig. Dort werden ebenfalls Zertifikate ausgestellt; gerade bei grossen und teuren Steinen. Da gibt es Lupenreine, IF genannt, ein Abkürzung für "inernally flawless", es gibt SI, "small inclusions" was soviel wie "kleine Einschlüsse" heisst, also nicht mehr ganz so sauber, und es wird weiter differenziert bis zu vsi, "very small inclusions", sogar bis vvsi "very very small inclusions".
Das sind die Brillant-Zertifikate.
Auch die Farbe gehört dazu, weil der Wert auch davon abhängt, wie weiss ein Stein ist. Ein leicht gelblich/bräunlich getönter Stein hat bei weitem nicht den Wert, selbst wenn er lupenrein ist. Ein weisser Stein ist westentlich teurer als ein weniger weisser. In den Zertifikaten wird unerschieden zwischen Weiss, feinem Weiss und hochfeinem Weiss.
Langer Rede kurzer Sinn - ein Triple A Certificate wäre in der Welt der Diamanthändler soviel wie ein Diamant der Klasse "River E Lupenrein". Ein "AAA" Stein, sozusagen.
Solche gültige Zertifikate auszustellen ist nur wenigen Instituten vorenhalten. Unter diesen Instituten haben einige sogar den Ruf, strenger zu bewerten als andere, indem sie einen Stein im Zweifelsfalle eher eine Stufe schlechter einstufen und bewerten.
Wenn ich also einen erstklassigen Stein, begutachtet von einem erstklassigen Gutachter kaufe, kann ich davon ausgehen, dass in der Packung drin ist was draufsteht.
Was da bei den Rating Agenturen abgelaufen ist...nun, das wäre in etwa so, als ob man z.b. einen W/p-2 Stein als einen RD/if deklariert hätte. Im Metier der Diamanthändler würde sowas als grober Betrug geahndet!
Es soll ja auch Gutachten für Occasions-Autos geben. Hoffentlich geht es da nicht auch so zu wie bei den Lehmannbrothers-Gutachtern-;)
2009-03-08 12:00:33
Man arbeitet also nicht des Geldes wegen und schon gar nicht der Steuern wegen.
Eine der interessanteren Aussagen von Ihnen. Schade, dass es sich dabei nur um eine Fata Morgana handelt und nicht um ein erreichbares Ziel.
…dann sollte man den Wettbewerb unter den Bank fördern und Fusionen zu Megabanken verhindern…
Megakonzerne, wie sie meistens durch Fusionen entstehen, sind wie Atombomben. Sie suggerieren Sicherheit, aber wenn sie losgehen, ist die Zerstörung immens (Siehe UBS und andere Banken und grosse Konzerne).
Wie kommen Sie auf die Idee, dass Wettbewerb Fusionen verhindert? Es ist doch genau umgekehrt. Gerade der Wettbewerb führt dazu, dass sich Konzerne zusammenschliessen, weil sich daraus Synergien ergeben, die Kosten tief gehalten werden können, deshalb zu günstigeren Konditionen gewirtschaftet und gekauft und verkauft werden kann, sowie der Vorteil: je grösser desto (volkswirtschaftlich / wirtschaftspolitisch) gewichtiger und mächtiger ausgenutzt werden kann.
Danke für diese interessanten Gedanken.
Aber es ist ein Irrglaube zu denken, dass je grösser eine Unternehmung ist, desto wirtschaftlicher Arbeite sie und der Wettbewerb würde Megafusionen begünstigen.
Bisher habe ich in allen Megakonzernen die gleichen Probleme erkannt. Sie gleichen mit der Zeit einem Staatsapparat und mutieren zu unwirtschaftlichen, undurchsichtigen, bürokratischen Gebilden in denen sich Fehlentscheidungen häufen und alteingesessene Strukturen nur schwer zu beseitigen sind.
Je grösser die Unternehmung, desto undurchsichtiger wird sie und je mehr kann sich das Management vor Fehlentscheidungen verstecken. Auf lange Sicht geht dies nicht auf.
Die einzige Möglichkeit langfristig als Grosskonzern erfolgreich zu sein sehe ich in Familienunternehmungen, wo eben eine Familie mit dem privaten Vermögen für die Unternehmung haftet und somit für deren Fortbestand ein aktives Interesse hat. Oder aber in Unternehmungen die aus eigener Kraft grösser werden - d. h. nicht durch Fusionen, sondern durch geschickte Investitionen in Maschinen, Wissen und guten Mitarbeitern. Es ist auch entscheidend, inwieweit die einzelnen Unternehmungen fremdfinanziert sind. Dies sagt sehr viel über die Unternehmenskultur aus. So hat sich auch heute wieder mal bestätigt, dass Unternehmungen, welche von Banken unabhängig sind die geschickteren Marktteilnehmer sind.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich meiner Mutter danken, welche mir stets eingetrichtert hat, nur jene Sachen zu kaufen, welche ich auch bar bezahlen kann, also ohne Kredit aufzunehmen. Sie wäre gewiss die bessere Managerin gewesen, als so mancher Konzernchef.
Aber wieder zurück zum Thema:
Es scheint nur logisch, dass je härter der Wettbewerb ist, desto schwieriger wird es Unmengen an Geld zu horten um Megafusionen aus eigener Kraft finanzieren zu können.
Ausserdem werden in der kapitalistischen Marktwirtschaft Fehlentscheide von Unternehmungen bestraft. D. h. die UBS wäre heute nicht mehr, nach gerade mal 11 JAHREN Megakonzern! So auch Fannie Mae, Freddie Mac, Citigroup, BoA, GM, Chrysler, AIG, Hypo Real etc. etc. etc. Alles grosse Unternehmungen, welche eigentlich nach kapitalistischer Marktauffassung keine Daseinsberechtigung mehr haben. Leider sieht es der Keynesianismus oder Sozialismus anders.
Natürlich gibt es Megakonzerne die dem endgültigen Aus entkommen (ohne Staatshilfe), aber diese werden oft von Grund auf neustrukturiert und redimensioniert (ABB z. B.). Es erfordert also radikales Umdenken und radikales Handeln auf allen Ebenen. Aber auch solche Massnahmen sind ein Risiko und keine Garantie für den Fortbestand der Unternehmung (in der kapitalistischen Marktwirtschaft) und durch den inneren Widerstand stets schwer umzusetzen.
Wie blöd das Management in Megakonzernen sein kann, ohne aufzufallen sieht man nicht nur bei der UBS. Für mich ist immer noch eines der Paradebeispiele GM. Die haben 80% ihres Gewinns aus dem internen Hypotheken- und Leasinggeschäft erwirtschaftet, wobei ihr Kerngeschäft nach wie vor die Herstellung von Automobilen war. Wem da kein Licht aufgeht, hat rein aus moralischen Gründen gegenüber anderen Marktteilnehmern kein Recht zu existieren.
Es kann also durchaus in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft Megakonzerne geben, aber diese besitzen keine Daseinsberechtigung und werden erst recht nicht vom Staat durch ein bail-out in Schutz genommen.
Aber ich denke wenn wir ein funktionierendes kapitalistisches System hätten, welches nicht durch Zentralbanken inflationsgetrieben ist, würde unsere Wirtschaft heute ganz anders aussehen und solche Megakonzerne wären wohl nicht wie Pilze aus dem Boden geschossen.
Einen schönen Gruss
Mr. Pink
Wenn es aber gelingen sollte, das Bankgeheimnis nur dann abzuschaffen, wenn auch die anderen Steueroasen beseitigt würden, gäbe es kaum Gründe mehr, das Geld von den Schweizer Banken abzuziehen, denn: die Schweizer Banken können einen sehr guten Service bieten, die Angestellten sind tüchtig und seriös, ausserdem herrschen hier stabile Verhältnisse.
Das hat Pink wohl nicht ganz ernst gemeint, dass Wettbewerb Grossfusionen verhindere.
Die Realität straft doch solche Behauptungen Lügen.
Jedes Kind weiss, dass bei einem Wettbewerb nur EIN Hauptgewinner möglich ist.
Ein Wettbewerb, der sich in echter Konkurrenz zeigt (ist m.E. nicht genau das gleiche), ist verdammt anstrengend!
Und diesem Druck weichen die Unternehmen nur zu gerne.
Der Zwang zu "Effizienz" erzeugt einen Gegendruck, der gegen den Wettbewerb gerichtet ist.
Ein Ausweg sind Fusionen: wenn der Mitbewerber nicht aus dem Markt gedrängt werden kann, dann wird er eben einverleibt.
Das hat x "Vorteile":
- Quantitatives Wachstum
- Ausschaltung des Konkurrenten
- Steigerung der Effizienz aus Optik des Fressenden
- Steigerung der Marktmacht
Eine ganze Heerschar von sogenannten "Steuerberatern" verdient sich so eine goldene Nase auf Kosten der grossen Mehrheit der ehrlichen Steuerzahler. Auch das ist Steuerbetrug, am eigenen Volk !
Solche Gedanken wie du sie hast, sind genau jene welche mir grosses Bedenken bereitet. Man gibt einfach jegliche private Freiheit auf, nur um DEN REICHEN eins auszuwischen, ohne überhaupt zu ende gedacht zu haben.
Wie ich schon erwähnte, können in Deutschland auch Jugendämter und andere kleine Behörden auf die Bankdaten zugreifen.
Sollte nicht der Staat dem Volk Rechenschaft schuldig sein, statt das Volk dem Staat? Hier stimmt doch schon lange etwas nicht mehr?!
Es mag dir vielleicht nicht aufgefallen sein, aber auch der Austausch von Informationen über Patienten zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen (jenes 'gute' Beispiel du erwähnst) ist mehr als zweifelhaft.
@ Wachstumskritiker
Der Wettbewerb auf dem Markt ist natürlich nicht mit einem Migros- Wettbewerb zu vergleichen. Das eine könnte man als dynamisch und fortwährend betrachten und das andere als eher statisch, einmalig.
Man kann zwar mit vielen Teilnehmerscheinen die Chancen im Migros- Wettbewerb erhöhen, doch auch dies garantiert noch lange keinen Gewinn. Und ein einmaliger Gewinn bedeutet kein Glück und Wohlstand auf Lebenszeit.
Die Grösse der Unternehmung ist also KEINE Garantie für Erfolg, gute Produkte und kluges Handeln. Beispiele gibt es ja genug.
- So kann ich quantitatives Wachstum nicht als Vorteil sehen (ausser für Managerlöhne).
- Die Ausschaltung des Konkurrenten durch eine Fusion ist nicht immer einfach und unproblematisch. Verschiedene Betriebskulturen bringen oft mehr Probleme mit sich, als man Vorteile hat. Dies gilt besonders bei feindlichen Übernahmen.
- Man kann zwar durch die Ausnutzung von Synergien die Effizienz steigern, aber durch die Zentralisierung entstehen eben diese starren Strukturen, welche mit dem Staat zu vergleichen sind. Der gesamte Konzern wird abhängig von einer zentralen Stelle. Fehler in diesen Stellen wirken sich auf die gesamte Unternehmung aus. Langfristig ist dies sicherlich kein Vorteil.
- Was nützt diese 'Marktmacht' aus Fusionen, wenn man schlechte Ware, Güter oder Dienstleistungen anbiete? Wenn man starre Strukturen hat, welche die rasche Anpassung auf den rasch ändernden Markt verhindert? Wenn man dabei abhängig von einer zentralen Stelle oder einer Abteilung wird?
Ich muss aber dazu noch sagen: Durch all die Interventionen des Staates ist der Wettbewerb sicherlich SEHR STARK behindert und insofern muss ich dir, Wachstumskritiker, recht geben. Die heutige Situation begünstigt Megakonzerne. "too big to fail" heisst das Ziel für die Konzerne.
Gute Nacht
Mr. Pink
Seine Betrachtungen über Familienunternehmungen kann ich weitgehend teilen. Nicht aber seine Extrapolation auf Grossunternehmen. Ich fände es etwas surreal, z.B. Roche noch als Familienunternehmen anzusehen.
Unsere Gewerbe-, Industrie- und auch Bankenwelt ist relativ vielfältig, weil sie überblickbar ist, und ihre Elemente (abgesehen von den Grossen eben) verschiedene Segmente des Markts beackern. Es herrscht ein gesunder, "gerechter" und echter Wettbewerb um diese Segmente, aber nicht eine tödliche Konkurrenz. Schön, alle könnten zufrieden sein.
Aber da ist ja noch der Wachstums"zwang":
Irgenwann stösst jedes Unternehmen, indem es sich dem Wachstum verschreibt, ins "Gärtchen" von Mitbewerbern vor und begibt sich damit in eine immer härter werdende Konkurrenz. Sie wirkt je länger desto anstrengender und ineffizienter. Wer nicht untergehen will, muss fressen oder sich fressen lassen.
Die Gefahr der Oligopolisierung und der Wettbewerbsbehinderung besteht.
Ein Befreiungsschlag kann in echter Innovation bestehen, welche aber unweigerlich konventionelle Marktteilnehmer aus der Markt wirft bzw. werfen müsste. Genau dies geschieht viel zu wenig, denken wir an den Energie- oder Mobilitätsstektor.
Und hier gebe ich Pink wieder recht, wenn er die direkte und indirekte Subventionitis kritisiert, seien es Dinosauriertechnologien, welche ihre Kosten der Allgemeinheit überbürden oder beim Staat jammern, oder die "verstaatlichten" Banken.
Aber die Wirtschaftswelt strotzt vor Schein-Innovationen!
Am krassesten die Finanzwelt mit ihren "neuen" Finanz"produkten", die lediglich der Verschleierung von Systemfehlern und übler Dreckgeschäfte dienen. Irgendwann muss das alles zusammenbrechen, zum Glück hat das jetzt begonnen.
Ich sehe noch immer keine Antwort, wie man diese Aufblähung (die auch ein Mr. Pink offenbar ungesund findet) verhindern können soll, wenn nicht durch eine Besinnung auf ein tendenziell wachstumsfreies Wirtschaftssystem.
Der "Familienbetrieb" Roche hat für
47'000'000'000 die eigene Familie inzestisiert...
Solange der Staat die Unternehmung dabei nicht unterstütz, oder im Konkursfalle eingreift, kann es uns egal sein, was die mit 'ihrem' Geld Anfangen. Selbst wenn es das Geld einer Bank ist, who cares? Wenn die Bank das Risiko SELBST trägt. Aber eben...
Ob es eine kluge Investition war, wird sich noch zeigen. Aber dass das Management von Roche etwas klüger und vorsichtiger zu sein scheint, zeigt doch die Tatsache, dass die Firma bei tiefen Börsenkursen investiert (im Gegensatz zu vielen Anderen!).
Woher das Geld kommt, dass ist ein anderer Faktor, welcher für die langfristige Fortführung dieser Unternehmung entscheidend sein könnte.
Das ist es eben, was ich meine mein lieber Wachstumskritiker: Der Staat hat nicht in die unternehmerische Tätigkeit einzugreifen und so haben auch alle anderen, die nicht mit dieser Unternehmung in irgendeinem Zusammenhang stehen, das Recht zu intervenieren - aber natürlich darf man seine Meinung kundtun und seine Bedenken äussern.
Einen schönen Tag noch
Mr. Pink
So bilanziert C. Leuvrat soeben.
Schade für die SP,
aber gut für die Sache.
Bankgeheimnis - Angeschuldigte Schweiz – Schweiz ohne Courage
Seit bald einem Jahr steht die Schweiz unter Druck wegen dem Bankgeheimnis. Durch Untätigkeit im EFD und wohl auch Zaudern des Gesamt-BR hat sich dieser Druck seit letztem Sommer noch verstärkt. …
Die Schweiz lässt sich immer …. Wie wäre es, wenn auch die Schweiz einmal die Krallen oder die wie ein Hund die Zähne zeigen würde? Sicher gibt es Positionen, die sich die Schweiz zu Nutzen machen könnte, gegenüber anderen Ländern oder Organisationen zu zeigen, dass die Schweiz nicht irgendwer ist, oder nicht! Die OECD ist ja sicher keine Organisation, die „ sich selber „ finanziert. Welchen Betrag leistet die Schweiz z.B. dieser Organisation. Wäre es vorstellbar, diese Beiträge auf’s Eis zu legen und damit zu zeigen, dass mit der Schweiz nicht einfach so verfahren werden kann, wie es die OECD, Herr Steinbrück und auch die USA zur Zeit machen?!
Die Schweiz darf sich nicht selber als „Reduit-Nation“ verkaufen und sich so immer wieder zum Spielball anderer Nationen oder Organisationen machen lassen. Sie soll vorausschauend handeln! Attacke!
Ein treuer ex-Beamter
http://www.sackstark.info
In Anbetracht Schröder's Leistung kann und darf man nicht einfach gegen Liberalismus sein, gegen ein Revival des Manchestertums hingegen schon. So wenig Staat wie möglich - soviel Staat wie nötig sollte das Credo heißen und auch die Schweiz sollte sich endlich mit ihrer Regulierungswut zurückhalten. Kontrolle ja, gelegentliche gezielte Eingriffe ja, Gesetzesflut und Regulierungswut - definitiv NEIN.
Die Schweiz wäre gut beraten, die von BR Doris Leuthard verzögerte Phase 3 der Konjunkturmaßnahmen *sofort* auszulösen, denn auch diese greifen erst in 12 bis 18 Monaten! Mir ist unverständlich, wie wenig Politiker von der Wirtschaft verstehen. Aber das scheint allerorten so zu sein, nicht nur in der Schweiz.
Carolus Magnus
mit diesem Artikel haben Sie in ein Wespennest gegriffen und sich mit Sachen auseinander gesetzt, worüber Sie wenig Kenntnisse haben.
Grundsätzlich braucht die Wirtschaft gewisse Grundregeln, aber Möglichkeiten für Staatseingriffe sind verfehlt. Es gibt Gesetzesvorschriften, die eingehalten werden müssen und jedes Unternehmen verfügt über interne Regeln. In jeder Zeitepoche hat es Verfehlungen gegeben und Menschen, die vorsätzlich widerrechtlich gehandelt haben. Für die Einhaltung der internen Regeln sowie der gesetzlichen Vorschriften sind die Kontrollstellen zuständig. (Treuhänder und staatliche Stellen)
Die Finanzmarktkrise wurde von Menschen und ganzen Gruppen heraufbeschworen, die den Realitätssinn verloren haben und vor lauter Überheblichkeit sich nicht mehr bewusst waren, was mit ihren Handlungen ausgelöst wird. Obendrein haben sich viele Menschen aus der Gesellschaft von den erzielten Zwischenergebnissen blenden lassen und sich an der sogenannten "Erfolgswelle" auch beteiligt. Damit wurde eine Massenhypnose ausgelöst. Der Fall Madoff ist ein Parade-Beispiel dafür!
Letztendlich haben die Kontrollstellen (Treuhänder) und die staatlichen Kontrollen versagt. Damit versucht nun die SP abermals die freie Marktwirtschaft zu bodigen, was völlig falsch ist. Die freie Marktwirtschaft hat vielen Volkswirtschaften Erfolg gebracht und damit verbunden dem Individuum. Das System der freien Marktwirtschaft ist nicht das Übel der Verfehlungen, sondern die Menschen, die das System missbrauchen. Bei diesen Menschen muss der Hebel angesetzt werden.
Auch Bundesrat Leuenberger soll zur Kenntnis nehmen, dass es in der Regel immer die Menschen sind, die Verfehlungen auslösen und sämtliche Systeme Schwächen und Stärken aufweisen. Jedoch bei der freien Marktwirtschaft überwiegen die Stärken.