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Projektteam. Bild: UVEK


„Was war Ihr erster politischer Schritt?“ werde ich in Schulen oft gefragt. Antwort: „Ich schrieb als Schüler einen Leserbrief in den Basler Nachrichten und der Nationalzeitung.“
Das war damals das Kommunikationsmittel, das ich als Jugendlicher nutzen konnte, um mit einem öffentlichen Beitrag vielleicht etwas zu beeinflussen.

Heute heisst dieses Kommunikationsmittel Internet. Es könnte, so dachte ich mir, ein Mittel sein, in welchem sich interessierte Jugendliche mit der Politik nicht nur vertraut machen, sondern sie gleichzeitig beeinflussen können. Denn das sollen sie – im eigenen Interesse, aber auch in demjenigen der Demokratie als solcher. Dieser Überzeugung widmete ich mich speziell in meinem letzten Präsidialjahr und auch in meinem letzten Buch. Deshalb besuche ich ja auch immer wieder Schulklassen.

Allerdings stelle ich bei solchen Besuchen immer wieder eine kommunikative Kluft fest: Ich spreche in aller Selbstverständlichkeit von Kommissionen, Kollegialität und Konkordanz. Für viele Jugendliche sind solche Begriffe aber neu oder zumindest unklar.

Erreichen wir Politiker die Bürgerinnen und Bürger - vor allem auch die jüngeren - tatsächlich, oder scheitern wir daran, dass wir „unsere“ Sprache sprechen, die vielen Jungen nicht geläufig ist? Zwar haben wir alle wunderbare Websites mit umfassenden Informationen, aber sie sind offenbar für viele Menschen dennoch unverständlich.

Basler Schülerinnen und Schülern haben in einer Projektarbeit die Website youvek.ch realisiert, die heute aufgeschaltet wird. Sie haben sich intensiv mit umwelt- und verkehrspolitischen Themen auseinandergesetzt, liessen sich bei Bedarf von Spezialisten aus den UVEK-Fachämtern inhaltlich unterstützen, und auch mich haben Sie im Rahmen ihrer Arbeit besucht und befragt. Und ich versuchte zu erklären. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht im Übersetzen, nämlich im Übersetzen vom Fachjargon der Spezialisten in eine verständliche Sprache.

Ich habe von der Arbeit der Jugendlichen sehr profitiert. Youvek.ch behandelt die Themen, mit denen ich mich täglich befasse, aus einer anderen Perspektive und in einer anderen Sprache. Youvek.ch ist für mich und mein Departement damit auch ein Spiegel der eigenen Kommunikation und Selbstdarstellung.

Youvek.ch ist eine Website von Schülern für Schüler, und das Projekt soll weitergeführt werden. Und vielleicht ist youvek.ch ja erst der Anfang einer Plattform, auf der zunächst andere Departemente, dann auch andere politische Bereiche Platz finden könnten, eine Art virtuelles Jugendparlament. Warten wir mal ab. Gestartet ist zunächst ein Experiment mit offenem Ausgang.

Surfen sie also los, auf youvek.ch.

Bis bald
Moritz Leuenberger