[ Version française Ce qui s’est vraiment passé ]

Die allen Automobilisten vertraute Parkuhr, aufgenommen am 25. Februar 2002 in Trimbach. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Die allen Automobilisten vertraute Parkuhr, aufgenommen am 25. Februar 2002 in Trimbach. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Aufgeschreckt durch Anfragen des Schweizer Fernsehens und des „Blick“ werde ich auf eine Geschichte in „20 Minuten“ aufmerksam. Demnach soll ein Polizist eine Parkuhr, die ich zu bedienen vergass, aus eigener Tasche gefüttert haben, um mich vor einer Busse zu bewahren.

Zunächst konnte ich mich an nichts erinnern, doch jetzt dämmert es mir, und ich will die Wahrheit hier auf dem Blog nicht verschweigen:

In den Sommerferien stellte ich mein Auto vor einem Museum ab, um dort ein vorbestelltes Buch abzuholen (es heisst „Kunst und Politik“ und ich brauchte es für mein Buch über Lügen und List). Als ich nach wenigen Minuten zurück zum Auto komme, steht da ein freundlicher Herr, der mich anspricht, ich hätte da eigentlich die Parkuhr bedienen sollen, doch das habe er jetzt für mich gemacht, vielleicht könne er mit mir dafür einen kleinen Schwatz halten. Ein weiterer Bekannter kommt dazu, wir reden über Gott, die Welt und Zürich. Es war, wie gesagt, Sommerferien, kein Mensch auf der Strasse – auch keine Autos. Ich fand während des Gesprächs, ich müsste da keine Parkgebühr bezahlen, weil ich ja einen Gütertransport durchführe. Nein, meint der freundliche Herr, ein Buch begründe noch keinen Gütertransport, ein politisches Buch schon gar nicht. Da stürzt aus dem Museum eine Frau: „Herr Leuenberger, Ihre Frau hat noch zwei grosse Bilder bei uns bestellt. Können wir Ihnen die nicht in den Kofferraum laden?“ Das war insofern ein Fauxpas, als meine Frau mich mit diesen Bildern eigentlich überraschen wollte, doch wir laden die Bilder trotzdem ein und ich sage dem freundlichen Herrn: „Sehen Sie, jetzt ist es doch zu einem Gütertransport geworden.“ Stimmt“, meint er, „aber jetzt habe ich für Sie schon bezahlt, kommt ja der Stadt Zürich zugute.“ Und: „Ach ja und übrigens: Ich bin Polizist.“

Ich habe diese Begegnung als eine sehr schöne in Erinnerung, umso mehr als ich bestätigen muss: Ich werde als Automobilist keineswegs geschont. Ich habe nämlich in Zürich schon etliche Bussen bezahlt. Hoffentlich gibt dieses Geständnis nicht eine neue Geschichte für’s Fernsehen…

Bis bald

Moritz Leuenberger