Wein trinken und Wasser predigen
[Version française: Fais ce que je dis, pas ce que je fais]

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Während ich an meinem Geburtstag zahlreiche Glückwünsche per SMS und per Telefon entgegennehme, erreicht mich die Nachricht von Hansrudolf Merz’ Herzattacke. Ich bin ganz schockiert und sehe in den vielen Wünschen für gute Gesundheit plötzlich einen viel tieferen Sinn. Diesen Wunsch nach baldiger Genesung möchte ich Hans-Rudolf Merz und seiner Frau von ganzem herzen weitergeben.
Einige Kommentare zu meinem letzten Blog fragen, wie glaubwürdig ein Politiker sei, der nicht persönlich vorlebe, was er politisch anstrebe. Wer Anderen moralisches Verhalten predigt, überzeugt sicher mehr, wenn er selber lebt, was er empfiehlt. Oder wenn er es wenigstens versucht. Denn er kann ja auch zu seiner eigenen Unvollkommenheit stehen. So macht er auch niemandem Vorwürfe, der das ideale Verhalten auch nicht schafft. Nun bin ich aber der Meinung, Politiker seien nicht in erster Linie Moralprediger. Sie haben zunächst die Aufgabe, verbindliche Gesetzesregeln zu schaffen, an welche sich alle zu halten haben. Solche verbindliche Regeln, die dann auch zwangsweise umgesetzt werden, sind dann nötig, wenn freiwilliges Verhalten nicht funktioniert oder nicht zum Ziel führen kann. Ich nenne das „systemische“ Politik im Unterschied etwa zur Einzelhilfe an einen Bedürftigen, eine Politik also, die versucht, ein gerechtes System zu schaffen, das sich für alle auswirkt und nicht nur für diejeinigen, die zufälligerweise durch die Einzelhilfe begünstigt sind.
Nur solche systemische Politik kann den Hunger, die Klimaänderung oder die Energieversorgung erfolgreich angehen. Auch wenn ein noch so kleiner Einzelbeitrag wichtig ist, eine Spende, persönliches Energiesparen und so weiter (ich habe mich in meinem letzten Beitrag ausdrücklich dafür eingesetzt), so kann doch nicht alles und jedes nur mit persönlichem Verhalten gelöst werden. Mir scheint, von der Notwendigkeit systemischer Politik werde oft abgelenkt, indem in Interviews sehr rasch Fragen gestellt werden wie: „Und was kann der Einzelne tun?“ oder: „Was tun denn Sie gegen die Klimaänderung?“ Auch das ist eine Personalisierung der Politik. Es lässt sich über das persönliche Verhalten viel einfacher diskutieren und palavern als darüber, welche Verbindlichkeiten notwendig sind und wie sie gegenüber denjenigen durchgesetzt werden, die sich persönlich eben nicht daran halten.
Es ist zumindest eine Fehlüberlegung, in Wirklichkeit aber eher eine billige Ausrede in einigen Kommentaren, wenn systemische Vorschläge, also eine CO2 Abgabe oder Filtervorschriften für Dieselmotoren, mit dem Argument als unglaubwürdig hingestellt werden, selbst engagierte Umweltpolitiker führen ja selber auch Auto. Ich habe in einem Interview gestanden, die Umweltpolitik Arnold Schwarzeneggers sehr zu schätzen, auch wenn er einen Offroader fahre. Unglaubwürdig wäre für mich Schwarzenegger erst dann, wenn er behaupten würde, mit persönlichem Verzicht könnten wir der Energiekrise und der Klimänderung beikommen. Aber solange ein Politiker Normen anstrebt, denen er sich dann auch unterwerfen muss, predigt er nicht Wein und trinkt Wasser, sondern will den Wein- und Wasserkonsum gerecht für alle regeln.
Bis bald
Moritz Leuenberger

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Während ich an meinem Geburtstag zahlreiche Glückwünsche per SMS und per Telefon entgegennehme, erreicht mich die Nachricht von Hansrudolf Merz’ Herzattacke. Ich bin ganz schockiert und sehe in den vielen Wünschen für gute Gesundheit plötzlich einen viel tieferen Sinn. Diesen Wunsch nach baldiger Genesung möchte ich Hans-Rudolf Merz und seiner Frau von ganzem herzen weitergeben.
Einige Kommentare zu meinem letzten Blog fragen, wie glaubwürdig ein Politiker sei, der nicht persönlich vorlebe, was er politisch anstrebe. Wer Anderen moralisches Verhalten predigt, überzeugt sicher mehr, wenn er selber lebt, was er empfiehlt. Oder wenn er es wenigstens versucht. Denn er kann ja auch zu seiner eigenen Unvollkommenheit stehen. So macht er auch niemandem Vorwürfe, der das ideale Verhalten auch nicht schafft. Nun bin ich aber der Meinung, Politiker seien nicht in erster Linie Moralprediger. Sie haben zunächst die Aufgabe, verbindliche Gesetzesregeln zu schaffen, an welche sich alle zu halten haben. Solche verbindliche Regeln, die dann auch zwangsweise umgesetzt werden, sind dann nötig, wenn freiwilliges Verhalten nicht funktioniert oder nicht zum Ziel führen kann. Ich nenne das „systemische“ Politik im Unterschied etwa zur Einzelhilfe an einen Bedürftigen, eine Politik also, die versucht, ein gerechtes System zu schaffen, das sich für alle auswirkt und nicht nur für diejeinigen, die zufälligerweise durch die Einzelhilfe begünstigt sind.
Nur solche systemische Politik kann den Hunger, die Klimaänderung oder die Energieversorgung erfolgreich angehen. Auch wenn ein noch so kleiner Einzelbeitrag wichtig ist, eine Spende, persönliches Energiesparen und so weiter (ich habe mich in meinem letzten Beitrag ausdrücklich dafür eingesetzt), so kann doch nicht alles und jedes nur mit persönlichem Verhalten gelöst werden. Mir scheint, von der Notwendigkeit systemischer Politik werde oft abgelenkt, indem in Interviews sehr rasch Fragen gestellt werden wie: „Und was kann der Einzelne tun?“ oder: „Was tun denn Sie gegen die Klimaänderung?“ Auch das ist eine Personalisierung der Politik. Es lässt sich über das persönliche Verhalten viel einfacher diskutieren und palavern als darüber, welche Verbindlichkeiten notwendig sind und wie sie gegenüber denjenigen durchgesetzt werden, die sich persönlich eben nicht daran halten.
Es ist zumindest eine Fehlüberlegung, in Wirklichkeit aber eher eine billige Ausrede in einigen Kommentaren, wenn systemische Vorschläge, also eine CO2 Abgabe oder Filtervorschriften für Dieselmotoren, mit dem Argument als unglaubwürdig hingestellt werden, selbst engagierte Umweltpolitiker führen ja selber auch Auto. Ich habe in einem Interview gestanden, die Umweltpolitik Arnold Schwarzeneggers sehr zu schätzen, auch wenn er einen Offroader fahre. Unglaubwürdig wäre für mich Schwarzenegger erst dann, wenn er behaupten würde, mit persönlichem Verzicht könnten wir der Energiekrise und der Klimänderung beikommen. Aber solange ein Politiker Normen anstrebt, denen er sich dann auch unterwerfen muss, predigt er nicht Wein und trinkt Wasser, sondern will den Wein- und Wasserkonsum gerecht für alle regeln.
Bis bald
Moritz Leuenberger



23 Kommentare
Wein trinken, Wasser subventionieren, Sonne abklemmen!
Nun habe ich den Kragen schon etwas voll. Die Energiebarone haben nun mit Erfolg die Alternativen so effektiv bekämpft, dass die Wasserkraftwerke in den Tochterfirmen der Kantonalen EWs mit Bundessubventionen saniert werden können, auf Kosten des Steuerzahlers. Zudem haben die Herren die abgeschriebenen Infrastrukturanlagen reaktiviert und schreiben diese zu Lasten der Kunden ab. Dann kommt die Verrechnung innerhalb der Schweiz wo jede Gemeinde 15 -20 % verdienen will. Dann müssen wir einen neue Verrechnung erfinden obwohl in Deutschland seit Jahren alles schon eingerichtet ist.
Strompreiserhöhungen - Schuld seien die alternativen Energien. So eine Missinformation die sogar die Politiker glauben wollen.
Wenn die Herren nur nicht auf die Nase fallen, der kWh Preis wird bald so hoch wie die Sonnenenergie sein, diese Kosten fallen in den nächsten Jahren dramatisch. Dann füllen wir die Stauseen am Tag und brauchen die Wasserenergie nachts und verkaufen diese nicht nach Deutschland und machen wie die Räthia und andere den grossen Reibach.
Ich lobe das EWZ, die machen es fair und richtig, auch nicht ohne Druck des Gemeinderates aber immer besser und vor allem für den Verbraucher billiger. Der Kunde befiehlt. Also kaufen wir weiter Solarenergie und bringen die Schweiz weiter, auch ohne grosse Promotion der Überlandwerke. Für heute ist genug, aber bald wieder.
Ihr Energiefritz
Übrigens, haben Sie noch Platz in der neu zu gründenden Arbeitsgruppe, ich hätte noch ein paar Ideen wie eine liberalisierter Strommarkt funktionieren könnte. Geben Sie mir Bescheid wenn ich wo sein soll. Danke
Herr Bundesrat
Endlich einmal ein ...ähm... Statement mit dem sogar ich weitgehend einig gehen kann :-)
„ Die Welt ändert sich ständig! Aber es geht nicht darum zu wissen wie, sondern es geht darum zu wissen wie der Mensch in Zukunft darin zurechtfindet damit sie Lebenswert für alle ist“
Aufgeschnapptes ...ähm... Zitat. Man frage mich bitte nicht nach dem ...ähm... Urheber. Ich weiss nur noch, dass ich es ...äh... auf französisch im ...ähm... Kopf habe ;-)
ähm.... eine bitte;
Kann man es ...äh... vielleicht in ...äh.... Zukunft unterlassen von ...äh... pauschaler ...ähm.... Klimaänderung zu sprechen, sondern von ...äh... menschgemachter klimatischer ...ähm.... Intervention oder so ähnlich, denn ....äh..... darum geht’s ja schliesslich.
mmmmhhhh...
Mr. Toe ;-)
Aber, Herr Leuenberger, bei Ihnen sieht das unterfangen die welt zu retten immer so einfach und realisierbar aus. Das tut gut. Besten dank dafür!
Nicht nur der Einzelne ist reformierbar, indem er etwa durch Einsicht dazu kommt, dass persönlicher Verzicht angesichts einer gesellschaftlichen Problematik notwendig ist. Sondern auch die Gesellschaft ist reformierbar, indem sie sich immer wieder neue Regeln gibt, die den geänderten Problemstellungen entsprechen.
Vielleicht ist damit das Gespenst vom vermeintlichen Gegensatz zwischen Individuum und Gemeinschaft gebannt.
Schön wäre, wenn wir jetzt auch noch das zweite Gespenst, das immer wieder durch den Blog geistert, jenes vom Gegensatz zwischen Links und Rechts bannen könnten: Links, wird behauptet, sind jene, die mit immer neuen Regeln die Freiheit des Einzelnen einschränken wollen, rechts jene, die diese Freiheiten bewahren.
Grundsätzlich gilt, dass alles, was nicht geregelt ist, frei ist. Liberalismus an sich ist kein Programm. Es ist der Naturzustand. Wenn das Individuum frei ist, dann sorgt es zuerst für sich selbst, dann für seine Familie, dann für seine Gemeinschaft, dann für seine Nation, zuletzt, wenn überhaupt für alle und alles.
Der Zustand der führenden Familien im Ancien Regime, die unter sich das Staatswesen aufgetilt hatten, war in diesem Sinn freier als der darauf folgende liberal-demokratische Staat. Es gab weniger Regeln und entsprechend mehr individuelle Macht. Der Liberalismus, der gleichviel Freiheit für alle anstrebte war damals, vor 1850, links und die Konservativen waren rechts. Um diese neue, gleichmässig verteilte Freiheit für Alle zu bekommen, brauchte es aber nicht weniger Regeln als im Ancien Regime, sondern mehr. Es brauchte eine Verfassung, die uns heute selbstverständlich scheint, die aber alles andere als selbstverständlich ist.
Es ist ein völliger Unsinn zu glauben, dass das Gute in einem möglichst wenig geregelten Urzustand zu finden ist. Wenn ein Gewässer überfischt oder ein Gebiet leergejagt ist, dann profitiert nur die Gemeinschaft, wenn das Fischen und Jagen eingeschränkt wird. Der Einzelne profitiert mehr, wenn er trotz der Einschränkungen weiter fischt und jagt (fliegt, fährt, Fleisch isst - die Liste lässt sich beliebig verlängern). Und er tut es in der Regel auch, wenn ihn die Gemeinschaft nicht daran hindert.
Deshalb ist es immer wieder notwendig, dass "Linke" mit immer wieder neuen, hoffentlich guten Regeln dafür sorgen müssen, dass möglichst alle möglichst gut für sich sorgen können und nicht nur jene wenigen, die ohnehin gut für sich zu sorgen wissen.
(Ich lasse mich gerne kritisieren.)
Ich sehe dies mit dieser 'systemischen' Politik und den ganzen überbordenden Regelungen natürlich etwas anders.
Seitdem es Politiker gibt (und besonders in den letzten Jahrzehnten als diese zu wuchern begannen), wurde das Leben der Menschen immer nur komplizierter und damit künstlich erschwert, statt vereinfacht.
Darum denke ich, wird die Politik weder den Welthunger, noch die Klimaänderung, oder gar die Energieversorgung, oder sonst irgend ein grösseres Problem erfolgreich bekämpfen können. Im Gegenteil.
Dies hat mehrere Gründe:
Zum einen sind Probleme, wie z. B. Energieversorgung, hausgemacht - also erst durch die Politiker entstanden.
Zum anderen sind es natürliche Phänomene, wie z. B. Klimaänderung. Interessant ist hier, dass man plötzlich nicht mehr von Klimaerwärmung spricht!
Und dann gibt es sicherlich Kombinationen dieser beiden, wie z. B. den Welthunger, welcher gerade eben durch die Politiker noch verschärft wurde (Stichwort Biotreibstoffe).
Die Menschheit wird diese oben genannten Probleme (und auch noch viele andere) in den Griff bekommen, früher oder später. Davon bin ich überzeugt.
Politiker braucht es dazu aber nicht. Im Gegenteil, sie werden so manche Lösung zu verhindern wissen - zum puren Selbsterhalt oder Selbstzweck? Ich weiss es nicht.
Werden wir eines Tages mit Gesetzen und Vorschriften so zugedonnert sein, dass wir für jede Bewegung die wir machen werden dazu erst einmal unser portables Gesetzbuch (im Handyspeicher oder iPod) befragen müssen? Und wenn es keine Antwort weiss aktivieren wir einfach das Internet und kontaktieren direkt eine Zuständige Person unter admin.ch und fragen dort um Erlaubnis ob wir nachts um 23 Uhr im Keller das Licht für höchstens 30 Sekunden anmachen dürfen, da wir ein seltsames Geräusch dort unten gehört haben?
Ich darf mich nun abmelden und Grüsse recht herzlich
Mr. Pink
Wein trinken, Tatsachen vernebeln und nicht viel verstehen. So kommt es mir vor wenn der Chef von Swissgrid erklärt, dass die notwendige Energie bei einem Ausfall eines Kernkraftwerkes vorgehalten und durch den Bezüger bezahlt werden muss.
Ich bedanke mich bei Frau Sommaruga wenn sie sich für uns Konsumenten einsetzt. Wir sind ja keine Kunden sondern Konsumstellen.
Also, was soll den teurer werden?
Bis heute (mit hohen Gewinnen)
-musste der Strom über die Netze transportiert werden
- die Reseveenergie vorgehalten werden
- die Tagesfahrpläne erstellt werden
- die gegenseitigen Verrechnungen aufbereitet werden
- Pikett- und Wartungsarbeiten erfüllt werden
- der Betrieb sichergestellt werden
neu werden (mit noch höheren Gewinnen)
- Verkäufer angestellt
- VR und GL besser entlöhnt
- Anlagen gebaut und vorzeitig saniert
- Konkurrenten aufgekauft
und was mich am meisten ärgert, die Risiken auf den Bezüger verschoben.
In einem liberalisierten Markt soll derjenige der die Lieferung nicht erbringt bestraft werden, soviel zur Reserveenergie Herr Schweikhart.
Nun die ELCOM ist eine Organisation ohne Zähne. Dass sich der hochverehrte, und das meine ich ehrlich, Carlo Schmid zu diesem Mandat getrieben hat ist für mich unverständlich. Die Herren Politiker verkennen, dass die Schöntuer welche während der Amtszeit alles für so toll halten plötzlich zu Gegner werden wenn es um den eigenen Stutz geht. Wie die Energielobby zeigt funktioniert es mit taatlicher Unterstützung bestens. Sehr geehrter Herr Schmid vergessen Sie alles, Sie sind fast alleine gegen Alle.
Mein Vorschlag, alles zurück auf Feld 1. Nur so werden die Hausaufgaben gemacht und nicht alles weiterverrechnet. So können wir auch die zusätzlichen Stellen sparen.
Und wo bleibt der Caterpiller Amman. Allzu fest zurückhalten sollte er sich nicht. Er wird noch früh genug BR. Vorher muss er doch noch etwas mehr fürs Volk tun. Bauen wir doch ein Konkurrenzunternehmen zu Swissgrid, kaufen den Kantonen im offenen Wettbewerb die Höchstspannungsnetze ab und bringen so einen Marktpreis zustande. Wäre das was für die schlafenden Schweizer Energieunternehmen.
Herzlichst euer Energiefritz
ich hätte nicht einmal geglaubt, dass unsere Bundesräte sich wirklich gedanken über solche wichtige Themen machen.
Ich denke aber, es ist auch wichtig, wenn ein Bundesrat sich auch Mühe gibt, um seine guten Vorsätze ein zu halten. Es kann ja nicht sein, dass wir (die Bürger) alle Gesetzen Folgen müssen und die, die das ganze Entwerfen und Erfinden, müssen es nicht. Und dass es in der Schweiz immer mehr in diese Richtung geht, sehen wir ja beim Thema Näf - Schmid....
Wem sollen wir vertrauen? Wessen Ratschläge,Gesetze und Regeln sollen wir denn befolgen?
Ich würde genre zurück in diese Zeit, als die Menschen Ihre Umwelt und Mitmenschen aus Liebe gut behandelt haben, denn dann braucht es auch keien Gesetze und Verbote mehr... Von wo kommt dieser Hass??
Dieser Hass der in uns eingebaut wird, entsteht in der Erziehung. Ich denke, wenn man sich besser um die Kinder/Jugend kümmern würde, könnte man sich sehr viele Probleme verhindern... Doch da stellt der staat ein paar Sozialpädagogen hin.... Wissen Sie was? Diese Menschen gehen mit den Jugendlichen wie dreck um und wie sollte ich als junge Frau lernen respect zu haben, wenn man mich nicht so behandelt???
http://www.bloggerin.com
Ich denke, es braucht beides. Ich mag aber keine Politiker, die nur von anderen Fordern, so wie du Moriz, oder auch Schwarzenegger, und selbst die Umwelt zerstören.
Wer Politik machen will, muss das, was er predigt, auch selbst umsetzen können, und soll es vorleben.
Gesetze, da wo nötig, sind wichtig. Leider ist der Mensch alles andere als vernünftig, und ohne Leitschranken ufert so vieles aus.
Doch was nutzen uns Gesetze, wenn sie nicht kontrolliert und umgesetzt werden? Rein gar nichts!
Darum braucht es dann doch den einzelenen, der durch etwas Umdenken nicht nur das Klima schont, sondern auch noch sein eigenes Geld weniger Sinnlos ausgibt.
Genau so, wie der Staat auch viel tun kann. Siehe Bundeshaus, wo 12000 Glühbirnen den ganzen Tag vor sich hin heizen, ohne jeglichen Sinn. Energiesparlampen wären genau so hell, und würden dem Steuerzahler tausende von Franken sparen.
Aber eben, nur fordern, und Wasser Predigen, Gesetze dazu erlassen, das andere auch ja nur noch Wasser saufen können, aber selbst, nur den allerbesten Wein saufen.
Wer das nicht länger will, sollte sich bei den anstehenden Wahlen in den Kantonen mal Gedanken machen, wen er wählt. Wählt er SP , SVP, CVP und FTP, so wird er nur ein elitärer Kreis von Selbstherrlichen Politiker unterstützen. Die Grünen sind leider auch nicht mehr besser.
Wählen sollte man Leute, die auf keiner dieser Grosskotzlisten steht. Sondern, die ganz ohne, oder mit sehr kleinen Parteien antreten müssen.
Und wer ernsthaft was verändern will, fängt nun mal wirklich bei sich selbst an! Das gilt auch für dich, Moriz!
Wenn wir, gem. Maturana/Varela, als Beobachter die Interaktionen in einem Organismus beobachten, können wir uns viele Möglichkeiten vorstellen, wie sich dere Organismus, oder die Einheit, hätte anders verändern können, wenn es zu anderen Interaktionen gekommen wäre. (s. Blogpost: was wäre, wenn es diesen Blog nicht gäbe)
Die tatsächlichen Strukturveränderungen, systemisch gesehen, werden bestimmt durch den Einfluss des Mileus, das im Spiel der Interaktionen "selektiert". Maturana sagt (der Baum der Erkenntnis) ".....kann das Milieu als ständiger "Auswähler" der vom Organismus erfahrenen Strukturveränderung angesehen werden.....umgekehrt geschieht mit dem Milieu genau das entsprechende; die in ihm integrierten Lebewesen wirken als "Auswähler" für seine Strukturveränderungen....."
Es geht also mE mit dem Begriff systemisch darum, Strukturveränderungen in einer Verträglichkeit vorzunehmen, die das Fortbestehen grundlegend sichert (strukturelle Koppelung als autopoietische Einheit)
Systemische Politik heisst demnach nichts anderes als die Erhaltung der Anpassung (Verträglichkeit) an strukturelle Veränderungen.
Deshalb hat es in der systemischen Politik, so wie ich sie verstehe, nicht soviel zu tun mit dem Einfluss weniger Mächtiger (obwohl sie das natürlich dauernd versuchen), als mit der Kunst der oben beschriebenen "Selektion" unter Berücksichtigung der Veträglichkeit.
Die Stromkonzerne brauchen das Geld auch um neue, teure, ausländische AKWs finanzieren, und ihr Monopol ausbauen zu können. Ein neues AKW kostet inzwischen gut 10 Milliarden Franken und benötigt bis zu 20 Jahre bis es überhaupt Strom produziert.
Private Investoren sind an solchen Abenteuern nicht interessiert, deshalb müssen die Schweizer Haushalte herhalten.
Demgegenüber ist dezentrale Energie einiges günstiger: Im Jahr 2006 hat die global addierte Atomstromkapazität lediglich 3% der addierten dezentralen Stromkapazität betragen. Und solare Heizenergie ist bereits jetzt günstiger als mit Atomstrom betriebene Heizwendeln, deshalb hat das atomfreundliche China auch weit mehr Solarwärmeleistung als Atomleistung installiert. Der Weltmarkt interessiert sich nicht für neue Atomenergie, weil sie trotz massiver Subvention und internationaler Förderung zu teuer ist.
Lieber Ueli Schäfer,
Links, wird behauptet, sind jene, die mit immer neuen Regeln die Freiheit des Einzelnen einschränken wollen, rechts jene, die diese Freiheiten bewahren.
Woher kommt das?
Die Linken befürworten Militärdienstzwang?
Die Linken befürworten einen Überwachungsstaat?
Die Linken befürworten Abtreibungsverbote?
Die Linken befürworten Monopolkonzerne, Kartelle und planwirtschaftliche Landwirtschaft?
Die Rechten befürworten einen liberalisierten Markt mit Parallelimporten?
Die Rechten befürworten eine offene Aussenpolitik?
Die Rechten befürworten eine liberale Drogenpolitik?
Wurde das Frauenstimm- und Wahlrecht damals eigentlich von den Linken bekämpft?
Eigentlich stimme ich mit Ihnen überein, dass ein Bundesrat in erster Linie einmal seine Arbeit zu tun hat, aber Sie haben - ob Sie das nun beabsichtigen oder nicht - auch eine Vorbildrolle. Die Kommentare zeigen das implizit, Sie stehen im Rampenlicht und das werden Sie bis zum Ende Ihrer Tage nicht mehr verlassen. Sie wollten diesen Job haben und eine Konsequenz daraus ist, dass Sie auch Rollen übernehmen müssen, die nicht in der Arbeitsplatzbeschreibung stehen. Ich verstehe gut, dass Sie manchmal auch nur Mensch sein wollen mit ein paar Schwächen. In den Augen der Schweizer Bevölkerung dürfen Sie sich aber nur kleine leisten. Sie sind in dieser Position, weil Sie der Wähler (auch indirekt) für fähig hält und deshalb müssen Sie auch den Vorstellungen derer genügen, denen Sie dienen. Überspitzt gesagt, dürfen Sie nur Wein predigen und Wein trinken. Wobei es für Sie eine unlösbare Gratwanderung in den Grauschattierungen der öffentlichen Meinungen ist. Damit müssen aber Sie leben. Sie werden niemals die gesuchte Toleranz finden.
Und dann noch dieses; Sie sind nicht Schwarzenegger - mal ganz abgesehen vom Körperbau. Ihm verzeiht man Schwächen viel eher als Ihnen, weil es sein Image erlaubt. Auch ein Helmut Schmidt kann noch hemmungslos im Fernsehen rauchen, wer wollte ihm das noch verbieten (Nicht das ich Arni mit Helmut Schmidt auf eine Stufe stellen möchte)? Sie könnten sich das nie erlauben. Ein Aufschrei der Entrüstung ginge durch die Bevölkerung, und das zurecht. Tut mir leid. Und damit kommen wir dann auch zu des Pudels Kern. Warum herrscht eine solche Politikverdrossenheit? Weil die
Vorbilder fehlen. Sie möchten es ja nicht sein, aber dabei wäre das logische Vorbild für die Bevölkerung der Bundesrat. Es braucht es nun mal. An irgendetwas muss man sich auch orientieren können und deshalb ist es auch Ihre Pflicht ein Vorbild zu sein damit wir uns an etwas halten können.
Ihre kleinen Schwächen sollen Sie trotzdem pflegen, denn das macht Sie menschlich.
PS. Arnold und Moritz treffen sich in ....
Vielversprechender running Gag? Wer macht weiter?
Erlauben Sie mir eine technische Anmerkung:
Wie Sie vielleicht wissen gibt es verschiedene Arten, ein Blog zu lesen. Es auf einer Website anzusehen ist eine Möglichkeit. Die Beiträge in einem separaten Programm - einem sogenannten RSS-Reader - anzuzeigen, ist eine andere. Diese wird mit der zunehmenden Anzahl Blogs, deren ein Leser täglich widmet, immer populärer.
Es ist schwierig, dieses Blog auf einem RSS-Reader (z.B. Google Reader) zu lesen, weil - im Gegensatz zur Anzeige auf der Website - sämtliche Zeilenumbrüche verschwinden.
Der Grund dafür liegt darin, dass die Zeilenumbrüche im Quellentext mit einem [br] tag (einem "weichen" Zeilenumbruch) codiert sind, nicht mit einem [p] tag (einem "harten" Zeilenumbruch oder Absatzzeichen). Das führt dazu, dass RSS-Reader die Blog-Einträge in einen langen, unstrukturierten Blocksatz verwandeln, der schlicht und einfach unangenehm zu lesen ist. Ich vermute, dass die Texte aus einem anderen Programm ins Blog kopiert werden, was zu dieser falschen Formatierung und Anzeige führt.
Im Sinne einer verbesserten Leserlichkeit dieses Blogs würde ich mich freuen, wenn Sie dies korrigieren und in Zukunft [p] statt [br] tags verwenden könnten.
Danke und beste Grüsse
TS
Mein Beitrag war eine Antwort auf die zu erwartenden Einwände von Pink, der, wenn ich ihn richtig verstehe, das Heil in einem möglichst ungeregelten, "naturrechtlichen" Zustand sieht.
Ihren Einwand verstehe ich nicht richtig. Wenn Sie damit sagen möchten, dass die "Rechten" zwar (Regelungs-) Freiheit predigen, aber im konkreten Fall dann doch häufig bestehende Reglungen (mit denen sie gut leben gelernt haben) verteidigen, kann ich mich anschliessen.
Wäre ja wie Wasser predigen und Wein trinken.
http://autofahrer.wordpress.com/
Sie müssen sich nicht rechtfertigen, das kommt schon fast einem Schuldeingeständnis gleich.
Andererseits teile ich aber durchaus die Einschätzung mit Ihnen, dass man mit persönlichem Verzicht einer Energiekrise oder der Klimaänderung nicht beikommen kann. Da habe ich gerade von links-grüner Seite und auch von Ihnen schon andere Töne vernommen. Dass Verzicht nicht der Weg sein kann, habe ich schon verschiedentlich in Ihrem und in meinem Blog dargelegt.
Wenn Sie nun schon sehen, dass das System Verbindlichkeiten schaffen muss, die gerecht sind, dann tun Sie das auch. Aber bitte schön für alle gerecht, auch für die Autofahrer.
Wenn Sie im NZZ-Interview von gestern erwähnen, dass das Road-Pricing dereinst die Mineralölsteuer ersetzen soll, zweifle ich an der angestrebten Gerechtigkeit. Sie wollen ganz einfach ideologisch weiter gegen Individualismus und Individualverkehr kämpfen, das sind doch Ihre Wahren Ziele. Ich hoffe, Sie überlassen das Feld in dieser Angelegenheit rechtzeitig einem Nachfolger.
Freundliche Grüsse,
ein Autofahrer
Sie haben teilweise recht.
Ich sehe das Heil eher in einem selbstregulierten Zustand, aber nicht im Sinne einer Anarchie.
Ich würde es Selbstbestimmung nennen mit einer Portion Verstand und Vernunft.
Lasst uns wieder Atmen und eigenständig Denken. Aber Herr Leuenberger und seine Kollegen propagieren da anders - Ihr (das Volk) braucht nicht zu überlegen, denn wir (die Politiker) sorgen mit unseren Gesetzen dafür, dass ihr blind durchs Leben gehen könnt.
Diese Lebensauffassung scheint dafür da zu sein, um die Kreativität im Keime zu ersticken.
Offenbar glauben einige Menschen, sie seinen die Einzigen die wissen, wie man sich Verhalten muss und wie man zu Leben hätte. Darum wollen sie ihr Glück uns allen Aufzwingen. Danke, aber nicht mit mir.
Regelungen erzeugen m. E. genau das Gegenteil von dem, was man damit eigentlich erreichen will - nämlich ein einfaches und stressfreies Miteinander.
Es gibt wie bei allem ein Idealzustand. Und so auch bei Gesetzen und Regelungen. Die kilometerlangen Bundesordner voller Verordnungen, Gesetzbücher, Ausnahmeregelungen etc. sind ein deutliches Zeichen dafür, dass der Idealzustand längst überschritten wurde.
Und das Heer an Juristen das wir mittlerweile benötigen bekräftig dies.
Oder ist dies nur Arbeitsbeschaffung für Herr Leuenbergers Kollegen? Oder etwa Vorsorge für die Zeit nach dem BR? :-D
Jedenfalls, so denke ich, trägt diese naive und überhebliche Lebenseinstellung der ungehemmten Regulierung und Bevormundung wesentlich zu einer Vielzahl unserer heutigen Zivilisationskrankheiten bei.
Gruss
Mr. Pink
Heute hat sich die Elektrolobby beklagt, dass man so mit den erarbeiten Lösungen und den Preisen unzufrieden sei. Es ist natürlich auch ungeschickt, dass der Bock zum Gärtner gemacht wird.Es gibt doch auch noch andere Spezialisten und nicht nur die Energielobby.
Zudem erklärt der frisch gewählte Herr Rohrbach (siehe auch Teletext), dass mit mehr Power den Stromkunden erklärt werden muss, dass eine Stromlücke zu erwarten ist. Entweder ist er nicht ganz bei Trost oder er hat in der Ausbildung geschlafen. Es wird nie eine Stromlücke geben, das wiederum erklären die Professoren an der ETH. Die haben keinen Argumentations Notstand. Nach dem italienischen Ausfall mussten sich alle Europäer verpflichten sich nicht mehr zu isolieren.
Herr Rohrbach es wird "Marktpreise" geben die Sie bezahlen müssen wenn zu wenig Energie eingekauft und geplant haben. Das wissen Sie genau so wie ich. Nur das Risiko wollen Sie weitergeben. Als AG mit Staatsgarantie. Umglaublich. Aber Gewinn abliefern nur zurückhaltend an den Kanton oder die Gemeinde.
Angst habe ich vor der Zukunft wenn ich sehe wie unbedarft die Probleme durch Ihre Gilde angegangen werden. An der europäischen Strombörse wo die Energien wie Aktien gehandelt werden, werden genau wie bei den Finanzbörsen Händler ohne EW Einzug halten und Leerverkäufe tätigen und Wetten laufen haben die auf hohe Preise zielen. Es werden Energiemengen reserviert und die Preise nach oben zu drücken.
Es ist mir schon klar, dass wenn sie mehr Energie erzeugen wie sie im Maximum brauchen, als Verkäufer auftreten können. Aber wenn Sie auf ihrem Produkt sitzen bleiben, dann übernimmt der Steuerzahler die Misere. Fehlinvestitionen drohen in diesem Bereich.
Da sind die Alternativen Energien sehr unangenehm für die EW Barone, da Sie sich um das Geschäft (Energieflüsse) intensiv bemühen müssen und nicht nur verwalten können, sondern auch Regeln und die Wettervorhersage nicht nur zur Stausee Begehung anschauen müssen.
Es braucht eine Bundes Aufsicht welche alle auf uns zukommende Anforderungen abdeckt, wie
- Technische Leiter und Betreiberkompetenz
- Betriebswirtschaftliche Spezialisten
- Finanzmarkt Strategen wie bei den Banken
- Energiestrategen mit Marktkompetenz
- Börsenhändler mit Energie Erfahrung
- die ELCOM
mit Weisungskompetenz wie z. Bsp. die BVG Aufsicht, welche den Börsenhandel besser reguliert als wie die Schweizerische Finanzmarktausicht in den letzten Jahren.
Übrigens eine Nationalbank als Feuerwehr gibt es bei den Elektrikern nicht. Also drohen da auch Konkurse, aber das schadet nichts wenn schlecht gewirtschaftet wird, wie der Prof. Dr. Geiger zu sagen pflegt.
Es gibt was zu tun, verschlafen wir es bitte nicht.
Freundliche Grüsse ihr Energiefritz.
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/p
Die Reserven der Staatlichen Pensionskasse sind aufgebraucht. Aber alles ist Gut und das geht bestens so weiter, irgendwann wird es wieder nach oben gehen.... in den Händen der Privatspekulanten sind die 'Bundes-Alten' bestens aufgehoben.
Auch bei der Strompreiserhöhungen in den nächsten Jahren soll gemäss Herrn BR Leuenberger die Liberalisierung NULL Schuld an den kommenden Preiserhöhungen haben, alles in bester Ordnung, lasst SIE machen.
Alles ist Gut
http://www.bahnfahrer.ch
Eine blogische Gegenrede zu Ihrem Vortrag am Radio Day 08
Sehr geehrter Herr Bundesrat, liebe aktuelle und künftige Blogleser,
Das Jahr 1983 war ein Freudenjahr. Die ersten privaten Radio-Sender gingen in Betrieb. Nach Jahren der Einschränkung wurde ein ganzes Land befreit. In der Ostschweiz konnten wir, Gott sei Dank, SWF3 und Ö3 empfangen. Wir durften also quasi nicht "erlaubte" Musik empfangen. Ich weiss noch wie ich mich fühlte als in meinem Basler Exil das Medienhaus einige Jahre später eröffnet wurde. Die Aufregung, der Ruck der durch das Land ging war zu spüren. Man war nicht mehr auf ausländische Sender angewiesen sondern konnte die gleiche Musik wie beim SWF3 und Ö3 geniessen und locker gestaltete Sender On Air gingen. Jetzt erst konnte man auch für das regionale TV Hoffnung zu schöpfen.
Sie, und nicht nur Sie, beklagen die eintönige Programmgestaltung, die heute vorherscht. Ist das nicht ein Zeichen, dass Radio ein Alltagsgut geworden ist? Für uns nachgeborene sind radio Aktuell, Radio 24, Radio Basilisk und so fort unser "Beromünster". Wir sind damit aufgewachsen und erfreuen uns daran. Sie haben unser Informationsbedürfnis und unser Musiklust gestillt.
Sie beklagen auch, dass monetäre Interessen und nicht journalistische Missionen im Vordergrund stünden. Ich verweise hier auf die Jubiläums-Bücher zum Ringier-Konzern und der NZZ. Ringier fing als Drucker an und benötigte den Content, sprich den Journalisten und Reporter um seine Druckerein auszulasten. Die NZZ war und ist bis heute ein Luxusartikel im besten Sinne. Es ist fast schon überflüssig zu sagen, dass auch Radio-Journalisten Brot und ein Dach über dem Kopf wollen. Wäre es nicht idealistisch auf den Lohn zu verzichten und für die geleistete Arbeit nur Kost und Logis vom arbeitgebenden Wohltäter zu erhalten :-) ? Wer es da nicht besser am überkommenen festzuhalten? Die Werbung bringt Geld rein der Journalist gibt es aus.
Sie sprachen auch über die Messbarkeit der journalistischen Arbeit. Diese Arbeit soll informieren, aufklären und unterhalten. Die einzige Möglichkeit dies zu messen, sind entweder Marktforschungen (ahs auch ein Instrument der Werbung) oder eben die Quote. Wenn gerade die Weltformel gefunden wurde und von FM 1 unters Volk gebracht wird, ist das natürlich Aufklärung und Information. Wenn diese Formel nicht stimmt war es reine Unterhaltung. Wie soll jetzt das gemessen werden? An der Anzahl der Entrüstungen, der hörenden Personen oder,...? Hier kommt man sicher nicht um eine Imageforschung herum.
Braucht Radio wirklich eine Seele? Wenn das Radio als Hintergrund-Geräusch läuft, eher nicht. Wenn ich, wie in Krisenzeiten, auf das Radio als einzige mögliche vertrauenswürdige Quelle, angewiesen war, gebe ich Ihnen recht, dass hier durchaus Geborgenheit empfunden werden kann.
Man kann nicht Vielfalt befehlen. Sie dürfen sich das wünschen, und wo fehlt beklagen. Radio ist auch ein Wettlauf gegen Konkurenten, Kosten, Einnahmen und ganz am Schluss um die Zuschauergunst. Vielfalt ist nur eingeschränkt möglich, da die Trends nicht immer gesetzt werden können sondern man Mitläufer ist. Daher auch die beklate Uniofrmität. Britney Spears rules!
Lassen Sie mich mit einer kleinen Episode schliessen:
Als ich noch in die Primarschule ging und an Grümpelturnier teilnahm, waren die Sportvereine mit Trainerjacken ausgerüstet. Diese waren mit dem jeweiligen Namen und TV vorangestellt bedruckt, also TV Trogen, TV Speicher, TV Teufen, TV Heiden, .... Da war ich schon ganz aufgeregt in der Meinung, dass jedes Dorf im ausserrhodischen seinen TV-Sender hätte. Die Freude war nur von kurzer Dauer. Heute haben wir immerhin ein TeleOsschweiz, TeleTop und woanders auch andere regionale Sender. Diese erbringen durch ihre Existens schon einen Mehrwert. Sie schaffen auch Nähe und Heimat.
Ich danke Ihnen, lieber Herr Leuenberger und Mit-Bloger wenn Sie soweit gelesen habe und Sie meinen Gedankengängen folgen konnten.
Bis an den Comdays in Biel.
http://www.marcjost.ch
Merci.
800'000 für einen leitenden Bahn- oder Postangestellten? Wie gross war die Lohnerhöhung in den letzten 5 Jahren?
Haben Sie eine Ahnung vom Einsparungspotential im Energiebereich (ineffiziente Kühl und Produktionssysteme, sinnlose Transporte, übertriebene Beleuchtung...).
Wissen Sie, dass mit einem vernünftigen Hybrid- oder Kleinfahrzeug nicht nur Abgase, sondern auch der Lärm reduziert wird. Im Stau und in der Stadt massiv weniger Abgase produziert werden, der Platzbedarf abnimmt und der Fahrstiel massiv ruhiger wird?
Mit den bestehenden Dachflächen die Schweiz ein sehr grosser Teil des Energiebedarfs Solar gedeckt werden könnte (Strom, Warmwasser)? Weitere Systeme wie Wärme-/Kraftkopplung, Bioenergie, Kleinkraftwerke etc. besser genutzt werden könnten. Die Schweiz Ihre Abhängigkeit gegenüber Oel, Uran, Gasproduzenten und der bestehenden AKW- und Oel-Lobby massiv reduzieren könnte?
Lächerliche Fr. 1.50 / Haushalt und Monat kostet die beschlossene Förderung der alternativen Energien (davon gerade mal ca. 5% oder wenige Fr. 100‘000 für Solarenergie), woher kommen die 20% Strompreiserhöhung von SwissGrid und Co.? Staatliche Verwaltungskosten? Oder eine gute Gelegenheit sich privat auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern?
Die Politik ist nicht in der Lage etwas zu bewegen, da diese statt auf eigene Erfahrung auf die Lobbys der Abzocker hört. Auch bei Ihnen kann ich persönlich kaum ein gutes Beispiel erkennen, ausser was Ihren Fleischkonsum betrifft. Was machen Sie mit Ihren 450'000? Sie erscheinen mir tatsächlich wie der, der Wasser predigt und Wein trinkt. Sie wundern sich, dass der Politik kaum einer glaubt? Sorry, aber auch Sie haben das Image eines typischen Sesselklebers mit wenig Wirkung. Ihr Leistungsausweis ist in Tat und Wahrheit äusserst dürftig.
Die tolle 100% Strategie bei Massnahmen gegen Verkehrsunfälle. Dabei, kennt jedes Kind die Regel, dass 100% unmöglich, sinnlos und unbezahlbar sind – die Politikführung hat’s vergessen. Wie wäre es am Fussgängerstreifen wieder das Handzeichen einzuführen, statt blindes Vortritts- und Paragraphenrecht? In 20% der Fälle erfüllt der Mensch und die Technik die 100% Randbedingungen leider nicht. Die Gesetzvarianten kennt eh keiner mehr – siehe MWST. Eine 80% Strategie wäre wohl sinnvoller.
Typisch auch die handstreichartige und selbstbestimmte Einführung der Südanflüge und neuen Warteräume. In eigener Regie und ohne Befugnis unsinnige Zusagen geben. Wirklich eine tolle Leistung für alle Betroffenen. Gesetze beachten? Fehlanzeige, wenn die "Wirtschaft" befiehlt und das Ego waltet sind die SP Gedanken und der Bürger tot.
Wo ist die flat tax, die gerechte Besteuerung von Ehepaaren, die Kerosinsteuer, die Vereinfachung der Gesetzesfriedhöfe … weshalb ist der Eigenmietwert zu versteuern, nicht aber die Luxusferien? Weshalb wachsen die Staatseinnahmen seit Jahren überproportional?
Wo ist Ihre Vorbildfunktion die Sie und Ihre Gilde glaubwürdig macht? Schon mal über den eigenen Schatten gesprungen?
Wenn jemand "klaren Wein" einschenkt, ist dieser Wein dann auch farblos, also gleich dem Wasser, das man nicht nur predigen sollte?
Klaren Wein schenken Denk- und Aktions-Pioniere wie Betrand Piccard ein:
Im Gegensatz zu (S)ECOnomiesuisse, die z.B. im Energiebereich einfach in vorauseilendem "Gehorsam" pro Jahr 2% mehr Energie bereitstellen will, sagt Piccard klar:
"Wir können und müssen pro Jahr 2% weniger Energie verbrauchen."
Auch die Einwürfe von Energiefritz sind sehr bedenkenswert.
BR Leuenbergers Betrachtungen zu systemischer Politik sind grundsätzlich zielführend. Oder besser gesagt: sie WÄREN es, denn m.E. scheitert die Vision an der Grundfrage:
WO zieht man die Systemgrenze? Warum ist Wirtschaftswachstum ein unantastbares Heiligtum und einziges menschgemachtes "Natur"gesetz?
Konkret:
Was nützt es, wenn wir mit technischem Fortschritt die Effizienz steigern und mit politisch-kulturellem Fortschritt mehr Gerechtigkeit anstreben, während dahinter ein unersättliches, offenbar völlig unantastbares Krebs-System sitzt, das sich selbst zu ewigem Wachstum zwingt und damit beharrlich und stetig GEGEN die zuvor erreichten Massnahmen arbeitet?
Ohne Überwindung dieser System"grenze" schafft auch erfolgreiche systemische Politik nur einen Schrecken ohne Ende und schiebt die wachsenden Probleme vor sich her. Genau wie bei der irren Finanzmarkt"rettungs"panik: Sogar UBS-Chefökonome Wellershoff lässt sich uns durch seinen trüben Wein blicken; sinngemäss: "Das 700'000'000'000$-Programm erkauft nur Zeit."