[Version française: De la dîme à la Réforme]

Calvin-Gotthard (Bildquellen: Wikimedia - KEYSTONE/Gaetan Bally)

Innerhalb weniger Tage zwei völlig verschiedene Feiern: 500 Jahre Calvin in Genf und der vorletzte Durchschlag des längsten Tunnels der Welt im Gotthardmassiv, und zwei völlig verschiedene Reden. Eine lange und lang erarbeitete für Calvin, eine freudige spontane im Gotthard . Und doch haben beide etwas Gemeinsames:

  • Calvin sagte: „Der Mensch ist zur Tätigkeit, nicht zur trägen Untätigkeit bestimmt.“
  • An der Gotthardfeier betonte ich gegenüber all den Zweiflern und Nörgelis, welche das Projekt seit Jahren als undurchführbar verspotteten: „Wir können es, weil wir es wollen!“
    Eine Losung der Aufklärung, die ihrerseits Wurzeln in Calvins Überzeugung hat.
  • Damit Arme und Arbeitslose Beschäftigung fänden, nahm Calvin vor 500 Jahren die Politik und die Wirtschaft in die Pflicht. Er bewegte die Stadt Genf zu einem Kredit für die Errichtung einer Tuch- und Samtfabrikation. Später übernahm die Uhrenindustrie diese Funktion. Inspiriert von Calvin tat Genf damals, was in Zeiten der Krise noch heute aktuell ist, es liess mit Konjunkturpaketen die Wirtschaft erblühen. Das war Ankurbelung der Konjunktur.
  • Tatsächlich brauchen wir nicht nur eine nachhaltige Verkehrspolitik, sondern auch eine nachhaltige Konjunkturpolitik, wie ich das in Genf ausführlich darzulegen versuchte.

Es ist ohne jeden Zweifel sehr anerkennenswert vom eigenen Ernteertrag den Zehnten zu opfern (eine Politaugurin hat ja auch schon Beifall gestämpfelt).
Für echte Nachhaltigkeit braucht es aber vielleicht doch etwas mehr.
Eine Reformation.

Bis bald
Moritz Leuenberger