Vom Zehnten zur Reformation
[Version française: De la dîme à la Réforme]

Innerhalb weniger Tage zwei völlig verschiedene Feiern: 500 Jahre Calvin in Genf und der vorletzte Durchschlag des längsten Tunnels der Welt im Gotthardmassiv, und zwei völlig verschiedene Reden. Eine lange und lang erarbeitete für Calvin, eine freudige spontane im Gotthard . Und doch haben beide etwas Gemeinsames:

Innerhalb weniger Tage zwei völlig verschiedene Feiern: 500 Jahre Calvin in Genf und der vorletzte Durchschlag des längsten Tunnels der Welt im Gotthardmassiv, und zwei völlig verschiedene Reden. Eine lange und lang erarbeitete für Calvin, eine freudige spontane im Gotthard . Und doch haben beide etwas Gemeinsames:
- Calvin sagte: „Der Mensch ist zur Tätigkeit, nicht zur trägen Untätigkeit bestimmt.“
- An der Gotthardfeier betonte ich gegenüber all den Zweiflern und Nörgelis, welche das Projekt seit Jahren als undurchführbar verspotteten: „Wir können es, weil wir es wollen!“
Eine Losung der Aufklärung, die ihrerseits Wurzeln in Calvins Überzeugung hat. - Damit Arme und Arbeitslose Beschäftigung fänden, nahm Calvin vor 500 Jahren die Politik und die Wirtschaft in die Pflicht. Er bewegte die Stadt Genf zu einem Kredit für die Errichtung einer Tuch- und Samtfabrikation. Später übernahm die Uhrenindustrie diese Funktion. Inspiriert von Calvin tat Genf damals, was in Zeiten der Krise noch heute aktuell ist, es liess mit Konjunkturpaketen die Wirtschaft erblühen. Das war Ankurbelung der Konjunktur.
- Tatsächlich brauchen wir nicht nur eine nachhaltige Verkehrspolitik, sondern auch eine nachhaltige Konjunkturpolitik, wie ich das in Genf ausführlich darzulegen versuchte.
Es ist ohne jeden Zweifel sehr anerkennenswert vom eigenen Ernteertrag den Zehnten zu opfern (eine Politaugurin hat ja auch schon Beifall gestämpfelt).
Für echte Nachhaltigkeit braucht es aber vielleicht doch etwas mehr.
Eine Reformation.
Bis bald
Moritz Leuenberger



70 Kommentare
Interessant wäre aber doch für das Publikum zu hören, wie Sie sich diese Reformation vorstellen.
Die Essays von Roger de Weck im TA-Magazin: "Kapitalismus als Religion" sind für mich ein wertvoller Diskussionsbeitrag zu diesem Thema!
http://dasmagazin.ch/index.php/kapitalismus-als-religion-folge-1/
Eine Diskussion und Bewältigung der Finanzkrise findet hierzulande praktisch nicht statt. Kriminelle Optimierung und Megaexzesse die zu immer grösseren Verwerfungen führen und dann unter dem Motto "Too Big to Fail" sozialisiert werden, sprich in Staatsschulden umgewandelt werden, die dann vom Steuerzahler mit Lohnausweis mittels immer höherer Steuern und Abgaben bedient werden müssen. Von Rückzahlung dieser Schuldenberge spricht schon niemand mehr!
Die nach dem Gau verbleibenden Global Players sind mittlerweile noch viel grösser geworden und bei der nächsten Krise dann voraussehbar auch wieder Too Big to Fail. Was dann?
Es ist beängstigend zu beobachten, wie wenig passiert und wir direkt auf den nächsten (Total) Kollaps zuschreiten!
De Weck hat recht: Kapital muss wieder mehr besteuert werden und Arbeit sollte nicht immer noch mehr besteuert werden. Nur hat das das dumme Volk immer noch nicht realisiert und sägt beständig am eigenen Ast, wo es meint bequem zu sitzen... Die Volkstribune und Milliardäre Blocher, Autofrey, Spuhler und Co. haben ihre Gefolgschaft so dressiert, dass sie ihnen praktisch alles aus der Hand fressen. Abschaffung der Erbschaftssteuern, Kapitalgewinnsteuern, Dividendenbesteuerung für Mehrheitsaktionöre, Flattaxen usw. usf. Blocher und Co. lachen sich die Hucke voll und haben ihre Net Worth maximal optimieren können, während das dumme Volk immer mehr zahlen darf und als Resultat noch die Sozialwerke gekürzt bekommt!
Man kann sich wirklich nur noch an den Kopf greifen, was sich das Volk alles bieten lässt!
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/
Bleibt zu hoffen, dass Ihnen jene folgen werden, die Sie ansprechen.
Ein Hauptproblem ist immer noch, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" missverstanden und missbraucht wird! Die meisten, welche sich oder ihr Business mit der Eigenschaft "nachhaltig" schmücken, meinen "anhaltend, immerwährend".
Sogar Linke und Grüne schwafeln von "nachhaltigem Wachstum", dem schwarzen Schimmel der Ökonomie.
Der Wort-Ursprung "sustainable" meint übrigens auch "Nach-Hall, nachhallend" (akustisch). Also ein Ereignis mit Nachwirkung (positiv oder negativ)! Vielleicht ein Übersetzungsfehler?
Sie können sich jetzt fragen wieso ich zu solchen Schlüssen komme, bei so hübsch inszenierten Tunneletappendurchbrüchen, notabene von deutschen Bohrmaschinen durchgefräst, liegt es doch so fern der realen Wahrnehmung.
Wenn man aber den Dunst der Tunnelsprengungen verwehen lässt und hinter die Schotterhaufen der 153 Km ausgehauenen Felsen schaut, erkennt man mit Schrecken das im Verkehr fast erstickende Mittelland, von Genf nach Rohmanshorn steht man jeden Tag an jedem Ecken und Enden in zahllosen Verkehrsstaus. Nicht nur auf der Strasse auch beim Zug das exakt gleiche Bild: Standing Ovations von morgens bis abends, nur möchten die Bahnbenützer eben sitzen und haben es satt ihre glorreichen Tunneldurchbrüche stehend zu feiern.
Jetzt kommt eben der Bumerang, andere nennen es den Preis, oder die Konsequenzen dieses Grössenwahns NEAT. Es fehlt das Geld, ein Konzept, und den nötigen politischen Willen beim viel wichtigeren Thema Aglomerationsverkehr.
Anstatt mit den 30 Milliarden Fränklis, teuersten Alpenfels rauszuhauen hätten mit diesem Geld eine neue Mitteland Metro mit Anschluss an jedem bessern Bauernkaff geschaffen werden können.
DAS wäre eine echte Innovation und Zukunfstlösung gewesen, die uns unsere Nachfahren noch in 200 Jahren gedankt hätten. Löcher in den Berg zu hauen, war vor 150 Jahren vielleicht eine Heldentat, heute haben sich die Prioritäten ein wenig geändert....
Lg HF
EINE "Sozialisierungs"strategie für die Staatsschulden hast du noch vergessen:
Die inkaufgenommene bzw. gewollte Inflation.
Wahrscheinlich werden Nationalbank und Parlament eine homöopatische Mischung von alldem vornehmen, so dass wir noch weiter schlummern dürfen...
Vielleicht müssen wir uns noch einigen, ob wir eine "Bewältigung der Finanzkrise" überhaupt wollen und was wir darunter verstehen wollten.
Ich möchte diese Krise nämlich nicht "bewältigen", jedenfalls nicht, indem ich noch Benzin in den Brandherd giesse. Sondern diese angebliche Krise soll ruhig voll einreissen, sich austoben und "dem Volk" die Augen öffnen! Denn "bewältigen" kann ja wirklich nur "zurück zum alten Schlamassel" heissen.
Eine lange Rede, in der Tat. Aber eine. welche man gerne liest und über die man auch lange nachdenken kann. Nun bin ich gespannt, was der grösste Philosoph aller Zeiten, Mr. Pink, dazu zu sagen hat!
Max Manhart
Dass die Geschichte nach runden Zahlen vorgeht, glaube ich aber nicht. Dass eine neuerliche Reformation, sofern es sie überhaupt noch einmal gibt, gerade nach 500 und nicht zum Beispiel nach 337 (wie der 137, einer der ganz grundlegenden Zahlen in der Physik) Jahren kommt, dürfen wir nicht erwarten. Wenn es ein Ereignis in der Moderne gibt, das in seiner Wichtigkeit dem Thesenanschlag in Wittenberg entspricht, so ist es wahrscheinlich die Erscheinung des ersten Bandes von "Das Kapital" von Karl Marx 1867. Träfe dies zu, so hätten wir in den Neunziger Jahren nach dem Zusammenbruch des Ostblocks (eine im Vergleich zum Frühbarock stark verspätete) Gegenreformation gesehen und würden jetzt eine von vielen noch folgenden Restaurationen erleben, in denen sich der im Sinken begriffene Kapitalismus immer wieder moralisch aufrüstet und neu formiert und so sein Überleben für kommende Jahrzehnte sichert, bis er dann (ich rate jetzt einmal) mit dem Versiegen der fossilen Energiequellen definitiv Geschichte wird.
Ebenso macht mich der Begriff des Weltwunders etwas ratlos. Die chinesische Mauer war vielleicht gar keine so zukunftsträchtige Investition. Sie half vielleicht nur, das in die Jahre gekommene chinesische Kaisertum für ein paar weitere Jahrhunderte vor den klüger gewordenen Nachbarn zu beschützen, bevor es dann endgültig unterging. Vielleicht ist der Gotthard-Basistunnel ein Sprung in die Zukunft (es würde mich zutiefst freuen), aber ebenso gut kann es sein, dass er es mit dem alten Gotthardtunnel, der die europäische Eisenbahn irgendwie neu definierte und mit der Gotthardautobahn, der mit der Streckenführung auf der anderen Seite des Vierwaldstättersees wenigstens gelang, das Engnis der Axenstrasse zu umgehen und das Autobahnnetz aus der Umklammerung von Zürich zu lösen, nicht aufnehmen kann.
Mecker, mecker, ich weiss. Arme Ziege.
Es ist wirklich erstaunlich, wie so mancher Politiker über Wirtschaft und insbesondere Marktwirtschaft spricht ohne überhaupt eine Ahnung zu haben. Jeder Paragraphenreiter der noch nie eine Firma geleitet hat scheint heute besser über wirtschaftliche Gesamtzusammenhänge bescheid zu wissen, als alle Ökonomen zusammengenommen.
Wieder mal wird vom BR alles verteufelt, was nicht irgendwie mit der sozialistischen Doktrin zusammenhängt. Solange Geld nicht umverteilt wird, so will er und seine Komplizen uns weiss machen, seien wir geldgierige Kapitalisten und werden in der Hölle schmoren.
Machen wir doch ein Umverteilungsexperiment: Ziehen wir das gesamte Geld der Schweiz zusammen und verteilen es unter der Bevölkerung neu. Jeder erhält gleich viel Geld - finanzielle Chancengleichheit für Alle. Nach wenigen Jahren wird die Verteilung unter der Bevölkerung wieder ähnlich sein wie vor der Umverteilung. Und dann? Sollen wir diesen sinnlosen Zyklus immer wiederholen? Umverteilung bringt also NICHTS. Aber jene Propheten die eine Umverteilung predigen, wehren sich dies anzuerkennen - wohl bis in den Tod.
Wie man aus der Geschichte weiss, sind staatliche Stützungen der Wirtschaft nichts Neues und keine Erfindung Calvin's. Und wie immer in der Geschichte erweisen sich diese Konjunkturpakete nur als sinnlose Geldverschwendung. Auch Calvin konnte mit seinem Vorhaben den Niedergang der Tuch- und Samtfabrikation in Genf nicht aufhalten. Das wird in der Rede von einem blinden BR leider nicht erwähnt. Trotzdem werden diese Konjunkturpakete stets als Investitionen in die ZUKUNFT verkauft. Und auch hier werden die Propheten ihre Überzeugung mit ins Grab nehmen, ohne jemals ihren Standpunkt neu zu überdenken und Fakten selbst zu prüfen.
So spricht ein blinder BR auch:"„Weniger Staat", hiess die Losung..." Das die Staatsquote heute aber immer noch > 3% über dem Stand von 1990 liegt, verschweigt er in seiner Rede gänzlich. Die Losung mag also 'weniger Staat' gewesen sein, jedoch blieb dies nichts weiter als eine Losung.
Auch wenn der blinde BR die Pensionskassen anspricht verschweigt er, dass die staatlichen Pensionskassen seines scheinbar unfehlbaren Staates die grössten Probleme haben und stets mit Steuergeldern gestützt werden müssen.
Aus der moralischen Leere soll dann auch noch die grösste Finanz- und Wirtschaftskrise entstanden sein. Auch hier ist der BR blind, oder aber er will die wahren Hintergründe der Krise gar nicht erst wissen.
Den amerikanischen Traum wollte Clinton für jeden US- Bürger verwirklichen, also ein Eigenheim und eine Mikrowelle, als er ein Gesetz verabschiedete, dass es einkommensschwachen Schichten ermöglichte ein Eigenheim durch Kredit zu finanzieren. Das diese Absurdität, gepaart mit dem naiven Glauben des Ex- Präsidenten an fortwährend steigenden Immobilienpreisen und der staatlichen Bürgschaft dieser Kredite, die Ursache der Blasen- Kettenreaktion war, scheint heute aus der Politik niemand mehr zu interessieren - kein Wunder, denn politisches Versagen scheint es bei den Damen und Herren in Bern nicht zu geben. Trotzdem wird von diesen Propheten frisch fröhlich der Staatsglaube gepredigt, denn dieser gehört zu ihrer Doktrin.
Und darum lernt die Menschheit nichts aus der Geschichte - weil niemand bereit ist, den Tatsachen ins Auge zu schauen und unausweichlich an seiner Doktrin festhält. Dieses Verhalten ist in der Politik fehl am Platz.
Übrigens, die Nörgelis haben nie an der technischen Durchführbarkeit der NEAT gezweifelt, jedoch am Sinn und der Finanzierung.
Einen augenaufreibenden Gruss
Mr. Pink
In den letzten 20 Jahren hat v.a. eine grosse Umverteilung von unten nach oben stattgefunden! Nach dem Zerfall des (nicht) real existierenden Sozialismus und der Zelebrierung des Kapitalismus wurden praktisch sämtlich Steuern auf Kapital abgeschafft und zugleiche eine totale Deregulierung des Kapitalverkehrs herbeigeführt. Wo uns das hingeführt hat, wissen wir nun! Die Exzesse des Casinokapitalismus werden sozialisiert und die riesigen Staatsschulden darf dann der sog. Mittelstand mit Lohnausweis auf Generationen hinaus durch höhere Steuern und Abgaben finanzieren! Das nennt man Gerechtigkeit...?!
Der Mittelstand hat heute deutlich geringere Realeinkommen nach Steuern und Abgaben als vor 20 Jahren. Bei den Reichen und Reichsten ist es genau umgekehrt! Kapitalgewinnsteuern, Erbschaftssteuern wurden abgeschafft. Dazu kamen eine Halbierung der Dividendenbesteuerung für Mehrheitsaktionäre und Pauschal- und Flattaxen für Reiche. Der Blocherclan - um das an einem populären Beispiel zu zeigen - hat sich in den letzten 20 Jahren massiv optimiert und den Net Worth gesteigert. Allein die ungerechte Abschaffung der Dividendenbesteuerung für Mehrheitsaktionäre bringt dem Clan jährlich 10 - 20 Millionen zusätzlich! Jeder kleine Schlucker darf dann die Dividenden auf seinen paar Aktien noch als Einkommen versteuern...! Die Abschaffung der Erbschaftssteuer bringt den Blochers mehrere hundert Millionen!
Es kann nicht sein, dass der Mittelstand nun für Jahrzehnte für die Exzesse der Bankwirtschaft bluten muss und die Reichsten immer mehr entlastet werden! Es muss wieder ein ausgewogeneres Gleichgewicht zwischen Besteuerung von Arbeit und Kapital gefunden werden! Störend ja zynisch ist die Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Für die UBS stellt man über Nacht locker 60 Milliarden zur Verfügung unter totaler Umgehung von Parlament und Volk. Für die Schwächsten, die Invaliden und Alten, soll nun plötzlich kein Geld mehr vorhanden sein. Die SNB hat bereits 5 Milliarden auf den toxischen UBS Papieren abgeschrieben zu Lasten der Steuerzahler! Und es werden noch viel mehr werden!
Nach dem Gau sind die verbleibenden globalen Marktplayers noch deutlich grösser geworden und bei der nächsten Krise auch wieder Too big to fail?? Was dann?
Über die allgemeine Gleichgültigkeit angesichts dieser Ereignisse kann man nur den Kopf schütteln!
Wenn Kapital weiterhin so unter Denkmalschutz gestellt wird wie bis anhin und nur noch die Arbeitsleistung besteuert wird, dann haben wir tatsächlich nichts gelernt und bei der nächsten Krise wird es wirklich zum Totalkollaps kommen!
Der Fakt, der ihm von den gleichen Leuten vorgeworfen wird, der Amtsälteste zu sein und sein Departement seit 1998 inne zu haben alleine gibt ihm schon langjährige und intensive Beschäftigung und damit Fachwissen zu den betreffende Themen.
Also Mr. Pink, hinterfrage etc., was wacht denn sie zum Experten über alles im UVEK?
Mr. Pink, woher glauben sie zu wissen, dass Bundesrat Leueneberger von "Marktwirtschaft spricht ohne überhaupt eine Ahnung zu haben"?
Nebeneffekt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard-Basistunnel#Baustellentourismus
Ganz einfach: Entgegen dem Realitätsverlust des UVEK und dessen Kommandaten müssen wir Bahnfahrer, Autofahrer, Zürich-Südanflügler, Energiekunden (man denke an das SWISSGRID Debakel...) jeden einzigen Tag daran denken was wohl falsch läuft im System. Ich bin nun Experte, ich bin nun ein Leidensexperte...
Zudem sind bei JEDEM der einzelnen Dossiers genug brauchbare Gegenvorschläge diskutiert worden. Sogar beim NOGO Thema Südanflüge sind neue Vorschläge aufgetaucht, welche die Position der Schweizer gegen die Schwarzwäldler erheblich verbessern, ( CDA / RNAV Anflugverfahren) hier fehlt es nur am politischen Willen mal endlich das Zepter in die Hand zu nehmen und vorwärts zu machen. Gerade die hyperaktive Zeit der Wandlungen würde hier ein Vorpreschen mehr als rechtfertigen. Das Eine geben, das Andere nehmen..
Aber nein, hier läuft nichts...
Nein doch nicht, es finden tief im Berg, Kilometer unter Tage, seltsame Rituale statt, dort feiert man spirituelle Zeremonien, ob des Zusammenfindens zweier löcherhauenden Gefolgschaften, auf den Zentimeter genau gefunden haben sie sich, hoffen wir dass sie nicht auch noch die bösen Untertagedämonen finden werden, denn die Ubertagedämonen finde ich jeden Tag bei Härkingen, Wangen aA, Brüttisellen, Gubrist, Crissier, Bern Wankdorf... aber auch in jedem besseren SBB Zug so um 7h am morgen oder 17h am Abend....
Der Chef des UVEK sollte vielleicht auch mal so eine dämonische Stelle aufsuchen, dann würde er sofort auch zum Leidensexperten und vielleicht eine Erleuchtung mit nach Hause tragen...
LG Hf
Ich bin mit Ihnen einverstanden, man muss die Gleichheit immer wieder einfordern.
Aber, man darf nicht erwarten, dass man sie immer bekommt. Sie ist, scheint mir, ein sehr seltenes Wesen. Jeder der gelegentlich "Monopoly" spielt, weiss dies. Die Spielregeln sind für alle die Gleichen, die Würfel und das Startgeld auch. Trotzdem ist es nach einer halben Stunde mit der realen (nicht der rechtlichen) Gleichheit vorbei. Die ersten Hotels stehen und es geht nur noch darum, wer zuerst pleite ist.
Die relative Gleichheit der Nachkriegszeit war die Ausnahme in der Moderne, nicht die Regel. Der Krieg hatte grosse Schäden hinterlassen, zu deren Beseitigung alle gebraucht wurden. Die Massenproduktion verlangte möglichst viele, leistungsfähige Käufer und Mieter. Die Drohung des Kommunismus machte Gleichheit ratsam auch im Kapitalismus, der eigentlich, wie das "Monopoly" zeigt, trotz gleichen Chancen im Prinzip zu Ungleichheit in der Realität führt.
Ich finde, man sollte immer wieder den Blick über unsere Epoche hinaus in andere Epochen werfen. Hätte man lieber im Barock gelebt, als der Landesfürst der (fast) alleinige Kapitalist war ? Oder im Mittelalter, als ausserhalb der schützenden Burg-, Kloster- und Stadtmauern wahrscheinlich die blanke Not herrschte. Oder in der Antike, als die Mehrheit Sklaven oder (sehr beschönigend) Klienten waren ?
Da ist mir die Ungleichheit der Moderne doch irgendwie lieber, obwohl ich nicht ausblende, dass ausserhalb der Ersten Welt sehr viel Armut und Hoffnungslosigkeit herrscht. Zudem vermute ich, dass in einer Gesellschaft im Sinkflug (oder Gleitflug, was auch auf ein Absinken hinauskommt), die Chancen etwas weniger ungleich zu sein, grösser sind, als im Aufstieg, wie im Frühkapitalismus des 19. Jahrhunderts oder im China von heute. Immerhin müssen die Immobilien, die bereits stehen, und die Produkte, die immer noch auf den Markt kommen, irgendwie vermietet und verkauft werden.
Ist es nicht merkwürdig, dass am Anfang dieser Diskussion ausgerechnet Calvin steht ? Die Reformation hat doch ein Gutteil zur Entstehung des Kapitalismus der Moderne beigetragen: Jeder spricht selbst zu Gott und ist seines eigenen Glückes Schmied. Nicht umsonst sind so viele Genfer Privatbanker geworden. Die Tugenden, die Calvin ihnen, nicht immer nur in so wohlmeinender Art, wie die Rede unseres Bundesrats unterstellt, einbläute, haben ihnen den Weg gezeigt.
Beitrag.
Ich zitiere mal den Schlusssatz, zu dem ich was schreiben möchte.
"Für echte Nachhaltigkeit, braucht es ja vielleicht noch etwas mehr, eine Reformation"
Für echte Nachhaltigkeit, brauchen wir eine komplette Erneuerung der Energien sowie eine Abschaffung von Co2 förndernden Energien und Kernkraftwerken.
Für eine echte Reformation braucht es
einen New Green Deal.
Die Umsetzung eines New Green Deals würde auch der Wirtschaft wieder frischen Aufwind geben und viele neue Arbeitsplätze schaffen.
Aber die Umschaltung von Treibstoffbetriebenen Autos auf Hybridmodelle, benötigt doch wieder eine Riesenmenge, an zusätzlichem Strom, und wo soll dieser denn herkommen? Aus neuen zusätzlichen Atomkraftwerken? Die wir doch alle gar nicht mehr wollen? Da setzen wir doch lieber auf erneuerbare Biotreibstoffe, auf solche die nicht um
weltschädlich sind, sondern umweltfördernd.
Die Zukunft ist nicht schwarz sondern grün.
Da ist ja der Vorstoss der FDP Zürich sehr zu begrüssen, der verlangt, dass Zürich aus der Kernenergie aussteigt und vermehrt auf Windenergie setzt.
Leider liegt es ja nicht unbedingt in der Natur des Menschen, auf das zu verzichten, was möglich wäre, sondern er will immer das haben, was im Bereich des möglichen liegt. Deshalb müssen wir vorwärts blicken und nicht zurück. Und den New green Deal in die Tat umsetzen.
Für die Zukunft sollten wir uns alle
ein Vorbild an Amsterdam nehemen, und das Velo zu den wichtigsten Organen in den Städten werden lassen.
bereits die halbe Fläche eines Parkplatzes pro Person reicht aus um die alten AKWs alleine durch Photovoltaik zu ersetzen. 2.5 m * 7 m ergibt bei 30 Grad Anstellwinkel 20.2 m2 (das sind lediglich 5% der verbauten Fläche bzw. 0.36% der gesamten Fläche der Schweiz). Bei lediglich 12% photovoltaischen Wirkungsgrad sind das: 18.2 GW (18200 GWh bei 1000 Sonnenstunden gegenüber 8000 GWh der 3 alten Meilern)
Oder in anderen Worten: Wenn jede Person in der Schweiz pro Monat nur ein einziges solches Photovoltaikmodul: http://www.evoenergy.co.uk/cm/pdf/EVO%20-%20SunPower_SPR-315-WHT.pdf
auf den bestehenden Dächern montiert, dann ergibt das bereits in 4 Monaten die Photovoltaik-Leistung, welche nötig ist, um mehr als die Strommenge der 3 alten Atommeiler generieren zu können.
Und mit der restlichen Hälfte der Parkplatzfläche lässt sich übrigens genügend Strom produzieren um mit 2 Million Elektromobilen über 40'000 km pro Jahr zurückzulegen (9100 GWh = 9.1 Milliarden kWh; Tesla Roadster beschleunigt in weniger als 4 Sekunden auf hundert und braucht 0.11 kWh/km = 82.7 Milliarden km = 82'700 Millionen km)
Aber eben die Mehrheit im Schweizer Parlament hat eben kein Interesse daran einen Christoph Meili anstatt zur Fürsorge auf Schweizer Dächer zu schicken und Schweizer Technologie zu installieren, weil sie lieber ausländische Atomkonzerne und die Abhängigkeit der Schweiz von ausländischen Rohstoffen fördern möchte (auch wenn sie natürlich aus PR Gründen stets das Gegenteil behauptet).
Und falls jemand schwarze Dächer nicht ausstehen kann: Schweizer WKKs sind im Gegensatz zu ausländischen AKWs günstig, schnell gebaut, schnell amortisiert, flexibel, reduzieren die Netzbelastung, reduzieren die Verluste, produzieren keinen radioaktiven Abfall und keine Klumpenrisiken.
Eine Schweizer WKK welche bestehende Ölheizungen ersetzt, kann im Gegensatz zu einem neuen ausländischen AKW den CO2-Ausstoss nahezu sofort senken und das zu einem Bruchteil der Investitionskosten.
Zudem können sie genau dann im Schweizer Winter Strom und Wärme produzieren, wenn der Schweizer Strom- und Wärmebedarf auch am höchsten ist.
http://www.youtube.com/watch?v=klooRS-Jjyo
http://tinyurl.com/nei-article
http://tinyurl.com/co2-wkk
Ich zweifle generell an der Glaubwürdigkeit des BR.
Ich habe ja im vorigen Beitrag erklärt, dass die Staatsquote nicht gesunken ist, die Tuch- und Samtfabrikation in Genf nicht gerettet werden konnte, die Finanzkrise politische Ursachen hat etc. etc. etc. Und die NEAT ist politisch gesehen auche ein absolutes Debakel. Bei diesen Kosten die mittlerweile angefallen sind, bezweifle ich, dass dieser Tunnel jemals unabhängig vom Steuerzahler sein wird. Also nichts da von Nachhaltigkeit.
@ blogwatch
Ich bin gegen jegliche Umverteilung. Weder von unten nach oben, noch von oben nach unten. Und auch gegen (fast) alle Steuern.
Ausserdem sprichst du hier in deinem Beitrag einen Teil Leute an (z. B. die Blochers), von denen es 'real' nicht viele gibt.
Trotzdem hängst Du und die Politik diese 'Reichen' jeweils an die grosse Glocke und tut so, als wären es allesamt Sklaventreiber und Gauner und es gäbe sie wie Sand am Meer.
Ich denke eher jene die diese 3% der Bevölkerung stets als Sündenböcke abstempeln und die Lösung für die Menschheit bei der Ausrottung dieser Wenigen sieht, sind die Provokateure und Realitätsfremden.
Tut mir leid, aber es ist nun mal so, wer reich ist, hat's einfacher, noch reicher zu werden. Aber das sollte eigentlich allen einleuchten.
Das die Reichen immer reicher werden hat auch sehr viel damit zutun, dass der Staat ein Gelddruck- Monopol hat. Papiergeld vermehrt sich nun mal viel schneller und wer eben viel von dem Papier hat, hat's einfacher an noch mehr zu kommen.
Man sollte endlich begreifen: Wenn der Mittelstand ärmer wird, hat dies nichts mit den Reichen zu tun, sondern mit der misslungenen Politik und einem überbordenden Staat. Schliesslich habe ich Herr Blocher noch nie dabei erwischt, wie er bei mir zuhause eingestiegen ist und mir Geld aus der Brieftasche geklaut hat. Ich weiss aber ganz genau, dass der Staat sehr sehr lange Finger hat.
Das traurige dabei ist, dass die Steuerlast kein Ende hat. Und so ist es für uns arme Schlucker nicht einfach, auch mal etwas Wohlstand zu erlangen und ein sorgenfreies Leben geniessen zu können.
Leider sind wir in einem Teufelskreis. Gerade die ärmeren und mittleren Schichten schreien immer am lautesten nach mehr Staat und dessen Hilfe um mehr Sicherheit. Wenn vom Staat dann die Infrastrukturen, Vorsorgen, Sozialabgaben etc. immer mehr ausgebaut werden, steigen mit dem ganzen Staatsmüll auch die Steuern und Abgaben - dafür fühlen wir uns bis in den Tod sicher, zumindest solange die Wirtschaft blüht. Aber diese Steuern und Abgaben bekommen wir nicht nur beim Ausfüllen der Steuererklärung zu spüren, sondern greifen tief in unser täglich Leben ein.
Und so bleibt Ende Jahr immer weniger in der Brieftasche. Das Problem ist, wir zahlen den Staatsmüll bis ans Ende unseres Lebens, der Profit aus dem ganzen geniessen wir aber nur einige Jahre. Und deshalb ist es wichtig, den Staat möglichst klein zu halten, denn sonst übertreffen die Kosten leicht den Nutzen. Wir haben diesen Break- Even in der Schweiz längst überschritten.
Mit der vermeintlichen Wohlstandsverteilung für ärmere und mittlere Schichten werden diese faktisch also immer ärmer. Das hat nichts mit den Reichen zu tun. Und man braucht auch kein Genie zu sein, um zu verstehen, dass es sinnlos ist, Gelder von der linken Hosentasche in die rechte Hosentasche umzuverteilen. Wer glaubt, dadurch entstehe Wohlstand muss wirklich ein Volltrottel sein (sorry, aber man kann's nicht anders sagen).
Die Lösung um aus dem Teufelskreis zu kommen heisst eben nicht noch MEHR Staat und noch MEHR Umverteilung und dadurch noch MEHR Abgaben und Steuerlast, sondern weg mit dem Staat, zurück zu einer eigenfinanzierten Gesellschaft und Zukunft. Das wäre auch nachhaltig, denn dann könnten wir nur finanzieren, was wir uns auch leisten könnten. Das unser Land dabei ganz anders aussehen würde, versteht sich von selbst.
Aber eben, was rede ich denn da. Die meisten sehen vor lauter Bäume schon den Wald nicht mehr.
Gute Nacht
Mr. Pink
Mr. Pink, ich habe nicht gefragt, ob sie dem Bundesrat vertrauen, sondern was Ihnen die Kompetenz gibt die Arbeit des UVEK und ihres Vorstehers ökonomisch, ökologisch, technisch, sozial, politisch usw. zu beurteilen.
Da sie beide eine Antwort schuldig blieben und stattdessen mit einen Wust an alten (und längst bekannten) Vorwürfen ihre Sprachlosigkeit zu verstecken versuchen, gehe ich davon aus, dass da nicht ist.
Was macht eine Gesellschaft, einen Staat aus? Sicher nicht Sozialdarwinismus eugenischer Prägung und Laisser faire Kapitalismus eines Pink. Wo uns der entfesselte Kapitalismus ohne Regulierung hingeführt hat, das sehen wir ja nun. Zahlen dürfen wie immer der Mittelstand und die Schwächsten.
Nochmals, auch als Liberaler mit einem ethisch moralischen Fundament, sehe ich ein, dass der zur Religion emporstilisierte Kapitalismus ohne Grenzen uns in den Totalkollaps und Staatsbankrott treiben wird. Das Pendel muss wieder Richtung mehr Ausgewogenheit und Nachhaltigkeit zurückschlagen und korrigiert werden.
Das bedeutet die nur noch einseitige Besteuerung von Arbeitsleistung muss korrigiert werden und Kapital zum Teil auch wieder besteuert werden. Eine nationale Erbschaftssteuer für Vermögen über 1 Mio ist ein realisitscher, vernünftiger Vorschlag. Wiedereinführung von Kapitalgewinnsteuern für kurzfristige, rein sepkulative Börsengeschäfte wäre ein anderer.
Eine gerechte Gesellschaft gibt es nicht aber sehr wohl eine ungerechte. Und die haben wir jetzt. Eine Grundsolidarität und Gerechtigkeit sind die Fundamente einer gesunden Gesellschaft.
Immerhin spendet Blocher die 20 Mio, die er durch die Abschaffung der Dividendenbesteuerung gespart hat, für eine Musikstiftung. Nur kann er diesen Betrag nochmals von den Steuern abziehen. Zweimal abziehen darf man, aber zweimal besteuern darf man nicht!
Der arme Mittelständler der ein paar Aktien besitzt, darf dafür jeden Franken seiner Dividenden nochmals einkommensversteuern.
Unsere Gesellschaft muss sich selber wehren, wenn sie nicht ein Mehrklassensystem will mit immer mehr Privilegien für die Reichen und Reichsten inkl. Gated Communities wie in OW nur für die Reichsten!
Wehret euch für mehr Gerechtigkeit!
Mit Hasspredigern wie Pink kommen wir nicht weiter, weder in irgendeiner Form der Nachhaltigkeit, noch in einem ausgewogenen Verhältnis von Staat und Eigenverantwortung.
Seitdem ihm Ueli Schäfer demütig zugejubelt hat, gibt Pink noch mehr Gas, und die Betragslänge hat sich vervielfacht.
Natürlich hat er nicht nur unrecht, aber man stelle sich mal vor, wenn das Volk nur aus Pinks bestehen würde...
Mit schwarz meinte ich natürlich nicht die Photovoltaikanlagen, sondern den Gewinn von herkömmlichem Benzin aus Erdöl, welches immer noch zu 90 Prozent unseren Treibstoffverbrauch deckt.
In wird sage und schreibe aus: Erdboden gewonnen, welcher von noch unberührten Wäldern bedeckt wird.
ja das war schon klar.
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir auch mit der Schweizer Sonne gewaltige Energiemengen produzieren können um beispielsweise eine riesige Elektromobilflotte zu betreiben. Es ist letztlich keine technische sondern eine politische Frage. (Und möglicherweise ist es eine Geschmacksfrage - falls die Mehrheit schwarze Parkplatzdächer nicht leiden können sollte.)
Was gibt Ihnen denn das Recht über Kompetenzen zu entscheiden? Arbeiten Sie denn womöglich noch im Departement? Würde gut zu Ihren Statements passen.
Aber abgesehen von den fragwürdigen Qualitäten Ihrer "im Kopf Pauschalisierungswünsche" bin ich leider schon ein wenig Experte. Vielleicht nicht der Superexperte, der sowieso gar keiner mehr sein kann, weil er im Wald sitzt und nur noch Bäume sieht aber keinen Wald mehr, sondern eben der Betroffene mit genug Fachwissen, um zu sehen, dass hier elend viele Dossiers komplett falsch laufen und den Bach runtergehen.
Katastrophal laufen im Moment zum Beispiel die UVEK Dossiers Energie, Strasenverkehr, Bahnverkehr, Kommunikation, und natürlich der Flugverkehr mit dem Hotspot Kloten.
Es werden laufend neue Löcher geöffnet wo die Allgemeinheit reinfällt. Absprachen werden nicht gemacht, , es wird auch "Dienst-nach- Vorschrift" Politik gemacht.
Wollen Sie Beispiele?:
Dienst nach Vorschrift:
Flughafen Zürich, politische Aktivität in Deutschland = Null, Betroffene 250'000 Menschen, Vorher 700, volkswirtschaftlicher Schaden = gigantisch
Kommunikation: Swisscom lebt das Monopol, Betroffene: Orange und Sunrise, die Dummen im Spiel: WIR
Volkswirtschaftlicher Schaden = enorm
Post mit allen Nebenbetrieben: Betroffene: alle KMU's und Kleinläden welche die Post laufend Marktanteile abjagt getragen von staatlichen Budgets und UNSEREN ÜBERTEUERTEN BRIEF UND PAKETKOSTEN. Also wieder ALLE.
Volkwirtschaftlicher Schaden = Gross
Gottseidank hat man wenigsten die Bankenlizen noch unter Verschluss gehalten
Energiedossier:
Organisation zur Swissgrid, (in beratenden Funktionen der Ausschüsse war das UVEK sehr vertreten... wenn man weiss wie viel Einfluss die haben ist alles klar)
Betroffene: Alle, am meisten die Kleinen
Schaden: Exorbitant
Dossier erneuerbare Energien:
Weitblick: Keiner
Betroffene: Alle
Schaden: jetzt noch klein, in Zukunft gigantisch
Makroökonomisch gesehen: möglicherweise verpassen eines Kontratieff Zyklusses
Strassenverkehr:
Betroffen: rund die Hälfte der Einwohner und das Transportgewerbe
Staus rund um die Uhr, keine Besserung in Sicht, offensichtliche Fehlplanungen an der Tagesordnung, keine Roadmap, keine Visionen ausser Begrenzungsanstrengungen ala Road-Pricing:
Folgen der Versäumnisse: Multimilliarden
Volkwirtschaftlich: Lebenswichtig
Besserung in Sicht: Nein, eher das Gegenteil
Schienenverkehr:
Probleme in Spitzenzeiten, Abbau der Servicedienstleistungen, externalisierte Kosten, Leistungsprobleme, keine vernünftige Roadmap, Rollmaterialprobleme, Personalprobleme, Preis-Leistungsprobleme, Fehlplanungen am laufenden Band, die NEAT ist übrigens nur eine davon
Betroffene: Wir alle
Volkwirtschaftliche: Wichtig zum Glück aber nicht mehr existenziell
Durch falsche Prioritätensetzungen fehlt aber anderswo das Geld
Die UVEK Baustelle gleicht der des VBS
Das kann man mit gutem Gewissen sagen ohne zu übertreiben, eher eine noch Grössere...
Ich habe nicht gesagt dass ein BR alle aufs Mal lösen muss, weil die Dossiers ja zum Teil auch älter sind als ein BR in der Regierung sitzt, aber er muss die Weichen stellen in die richtigen Fahrgründe, und genau das happert es gewaltig...
Linker, jetzt sind Sie dran, machen SIE doch mal die Vorschläge, wie man aus dem Debakel rauskommt, wenn Sie das für nötig erachten.
Ich habe hier nur die Fakten aufgezählt. Wer die Wahrheit nicht verträgt, sollte nicht auch noch aufgebehren...
LG HF
Ausserdem wäre ich dafür, dass sich Pink für ein "Social"sphere-37-Experiment zur Verfügung stellt, in welchem es vor allem keinen Staat gibt. Dafür aber Salzwasser, Waldbrände, Überschwemmungen und wilde Tiere.
Reine Vernunft gibt mir die Kompetenz. Und da ich parteilos bin besitze ich die nötige Distanz.
@ blogwatch
Kapitalismus ohne Regulierung hat es nie gegeben. Und das ist der Fluch des Kapitalismus, mit ihm wächst auch der Staat und seine Regulierungen.
Meine Forderung ist ganz einfach. Wenn es einen Staat gibt, dann soll er sich aus der Wirtschaft raushalten. Wie überall mischt sich der Staat immer mehr in unser persönliches und alltägliches Leben ein und so auch in die Wirtschaft. Das ist nicht der Sinn eines Staates. Statt uns das Leben zu vereinfachen werden wir immer mehr überwacht, bespitzelt und kontrolliert.
Die Trennung von Staat und Kirche stellt niemand in Frage und so muss auch Staat und Wirtschaft getrennt werden. Das heisst aber nicht, dass der Staat keine Rahmenbedingungen stellen darf.
Totalkollaps und Staatsbankrott rühren daher, weil alles miteinander verflechtet ist. Wäre alles entflechtet gäbe es auch keinen Totalkollaps. Oder warum glaubst Du, gibt es Totalkollapse? Doch nicht weil alles entkoppelt ist?
Und der Staatsbankrott kommt nicht von einer liberalen Wirtschaft, sondern vom Versagen des Staates und der hohen Schuldenlast. Wer sein Budget nicht im Griff hat, soll die Fehler nicht bei anderen suchen. Die liberale Gesellschaft selbst ist von Staat UND Wirtschaft entkoppelt. Und so würden Wirtschaftskollapse und Staatsbankrotte auch nicht die Gesellschaft mitreissen.
Ausserdem stört mich die geradezu engstirnigste Sicht der Staatsanbeter. Jeder hier glaubt eine liberale, deregulierte Wirtschaft bringt nur Nachteile für den Bürger und Staat. Nein, lieber blogwatch, eine deregulierte und liberale Wirtschaft bringt die grössten Nachteile der Wirtschaft selbst! Und deshalb will auch die Wirtschaft keine liberale Wirtschaftsordnung, denn es hiesse für viel: Fertig mit Subventionen, fertig mit Patentschutz, fertig mit Vorzugs- Mwst., fertig mit Sonderbehandlung durch Gesetze, fertig mit Marktabschottungen, fertig mit billigen Staatskrediten, fertig mit Konjunkturpaketen, fertig mit Staatshilfe und bail- outs, fertig mit Exportförderung, fertig mit Schutzzöllen etc. etc. etc. etc. etc. Eine wahre Deregulierung wollen die Unternehmer selbst auch nicht, denn die müssten am meisten zurückstecken.
Unser halbherziges System ist das Übel und schuld an der ungerechten Verteilung von Reichtum. Und merke dir: Es gibt keinen Markt auf dieser Welt, der nicht irgendwie vom Staat reguliert ist. Eine deregulierte und liberale Wirtschaft hat's noch nie gegeben.
In der Geschichte gab es immer Leute, die glaubten sie wüssten über alles besser Bescheid und müssten die Geschicke zentral leiten um alle Völker zum Wohlstand zu führen. Die haben sich aber allesamt getäuscht.
Wenn du die letzten 4000 Jahre dieser Geschichte betrachtest, wirst vielleicht sogar Du eines Tages merken, dass ein steuerfinanzierter Staat noch nie überlebt hat und immer an den selben Krankheiten zugrunde gegangen ist und zugrunde gehen wird. Auch Preisbindungen, Mindestlöhne und Subventionen, des Staates liebste Kinder, haben den Niedergang nie verhindern können. Zudem ist jede durch Steuern finanzierte Gesellschaft verarmt. Das hat simple Gründe und überhaupt nichts mit der Wirtschaftsform zutun.
Die zentralisierte Bevormundung sollte eigentlich schon lange ausgedient haben, denn nach 4000 Jahren wäre es endlich an der Zeit umzudenken.
Es grüsst dich
Mr. Pink
Wie kann sich etwas aus seinen Bestandteilen raushalten?
Der Mensch soll sich aus seiner Lunge raushalten?
Eine Wirtschaft ohne Staat gibt es ja gar nicht.
Die andere Möglichkeit:
Die Wirtschaft soll sich aus dem Staat raushalten! Das würde viel mehr nützen!
Schonmal DARÜBER nachgedacht???
Wenn wir ehrlich sind:
Beide sind aufeinander angewiesen.
Staatsfeinde bringen auch die Wirtschaft um.
Die Frage bleibt natürlich erlaubt, WELCHE Wirtschaft und WELCHER Staat zukunftsfähig ist.
"...wenn es einen Staat gibt...soll er sich aus der Wirtschaft heraushalten" - was soll es denn anderes geben als Staaten? Etwa einen globalen Dschungel darwinistischer Prägung wo jeder mit einer Pumpgun den Gegner aus dem Weg räumt...?!
Zurück zur Realität und den Fakten:
Seit dem Ende des Sozialismus vor 20 Jahren und der wirtschaftlichen Globalisierung wurden sämtliche Märkte stark dereguliert und vorallem die globalen Finanzmärkte. Ganze Teile davon wie zB Hedge Funds und Private Equity, die mit sehr hohen Leverage Raten operieren, waren überhaupt nicht reguliert und meist noch auf unkontrollierten Offshore Plätzen angesiedelt.
Wer hat jetzt die Welt vor dem Totalkollaps bewahrt und weltweit um die 6000 Milliarden Schrott garantiert und abgeschrieben? Der Staat und wir Steuerzahler!
Und jetzt soll im gleichen Stil weitergemacht werden, Pink? Wie gesagt, ernstnehmen tun wir das alle nicht und er will sowieso nur provozieren.
Das Volk wäre wirklich blöd, wenn es die sozialisierten Riesenverluste einfach so hinnehmen würde! Es muss nicht nur global mehr Regulierung her. v.a. muss dieser unsinnige Leveragefaktor aus den internationalen Finanzmärkten genommen werden. Auch Kapital darf nicht total steuerfrei sein und Arbeit immer noch mehr besteuert werden. Die Zeche, explodierende Staatsschulden, muss eh bezahlt werden und ausgerechnet die Verursacher sollen total ungeschoren davonkommen??? und nur die dummen Steuerzahler mit Lohnausweis blechen? Das wäre wirklich im höchsten Grade zynisch!
Sie übertreiben natürlich masslos und ihre Breitseite gegen BR Leuenberger reiht sich ein in die übliche Polemik der Rechten.
Ich sehe als Liberaler auch deutlich Reformbedarf im UVEK v.a. bei den staatlichen Regiebetrieben: Swisscom, Post, SBB und SRG. Da muss Fett weg und unbedingt mehr Wettbewerb her!
Die pauschalisierenden Vorwürfe in Bezug auf Verkehr und Umwelt teile ich nicht und sie entsprechen nicht der Wahrheit.
Rundumkritiker blenden bewusst immer aus, dass ein BR eigentlich viel weniger bewegen kann, als er in der Tat möchte. Unsere direkte Demokratie und unser Parlament sind erhebliche Bremsklötze.
Gerade von rechter Seite wird seit Jahren an der NEAT herumgenörgelt. Wenn die CH nicht mehr imstande ist, grosse Infrastrukturaufgaben wahrzunehmen, dann fallen wir standortmässig wirklich zurück.
Und Leuenberger mangelnde Sensibilität für Umweltanliegen vorzuwerfen ist doch eher absurd, ist er doch eigentlich ein Grüner und steht mir in all diesen Fragen fast zu stark auf dem "Gaspedal".
Wenn es zu den eigenen BR der SVP kommt, dann bleibt jeweils jede Objektivität ein Fremdwort. Dass diese Partei nichts im BR verloren hat, beweist nun Maurer wieder deutlich! Letzte Woche hat er wieder für die eigene Parteibasis geweibelt und einen Mehrheitsbeschluss des Volkes für Ausland-Armeeeinsätze einfach ignoriert und zukünftig von einer SVP-Armee ohne Auslandeinsätze und europ. Koordination palavert. Hat jetzt Maurer eigentlich einen Eid auf die Verfassung geleistet und ist der Gesamtbevölkerung verpflichtet oder hat er einen Eid auf das SVP Parteiprogramm geleistet! Die Schmierenkomödie geht im gleichen Stil weiter!
Viel mehr ist es auch eine Frage des Geldes, da ja eine Solaranlage die genügt um den Gesamtenergieverbrauch eines Hauses zu decken an die 40`000 Fr. kostet.
Ein Haufen auf einmal, der zwar allemal lohnenswert zu investieren wäre, und der sich auch auf die Jahre hinweg um ein vielfaches auszahlen würde, aber anscheinend längstens nicht jedermann so auf die Schnelle auftreiben kann. Sonst müsste doch die Solarzellen beinahe auf jedem Dach installiert sein!?
Wissen sie wieviel denn so eine Solaranlage kosten würde und wie gross diese werden würde, wenn sie reichen würde, um ein Auto vollkommen mit Energie zu versorgen?
Und übrigens: Rabenhans ist nicht so ganz die richtige Ansprache, da ich eine sie bin. Und sie zählen sich schon zu den Herren oder?
"Eine menschengerechte Sozialpolitik bedingt globale Reformation. Die Wirtschaft hat ihre Grenzen überwunden. Die Solidarität noch immer nicht."
Ich fand diese Aussage ein Highlight dieser Bundesratsrede. Weil wir mittlerweile gewohnt sind, den Begriff "global" ausschliesslich negativ zu deuten. Man denkt an globale Zerstörung, globale Ausbeutung, globale Versehrungen aller Art.
Globale Solidarität?
Ein Traum.
"I have a Dream" ...das hat zwar nicht Luther, der Reformator gesagt. Aber Martin Luther King immerhin hatte es gesagt.
Als Martin Luther King diesen Traum aussprach - wer hätte damals gedacht dass eines Tages ein Schwarzer Präsident der USA werden würde?
Am Anfang war der Mensch - nicht das Gesetz.
Wenn wir Menschen wirklich so Mordlustig wären und ohne Gesetze uns gegenseitig abknallen würden, hätte unsere Spezies nie überlebt. Wer jemanden umbringen will tut dies auch trotz Gesetz. Aber die wenigsten von uns würden ohne Gesetz zum Mörder.
Da nimmt wohl jemand einfach die Westernfilme zu ernst.
Natürlich ist meine Sicht in unserer heutigen Welt nicht realisierbar. Man muss dem Staat aber die Grenzen sehr eng setzen, denn dieser wird mit aller Macht versuchen, diese Grenzen zu erweitern.
Und ich fordere ja gar nichts anderes als Staat und Wirtschaft zu entkoppeln. Also gäbe es für keine Unternehmung der Welt auch nur einen müden Peso von irgend einem Steuerzahler. Es würde eben ganz und gar nicht so weitergemacht wie bisher - was du mir unterstellen willst.
Mit der selben halbherzigen, lächerlichen und dilettanten Deregulierung wie man hierzulande Telekom, Postmarkt, Energiemarkt etc. dereguliert hat, wurden die Finanzmärkte 'dereguliert'. Das konnte nur in die Katastrophe führen. Der Staatskapitalismus, eine Mischung aus Sozialismus und Schönwetterkapitalismus, funktioniert nicht. Wie ich schon aufgezeigt habe, wurden in den USA Gesetze von Politikern erlassen, welche die Banken zwangen, Hypotheken an kreditunwürdige Personen zu verteilen. Im Gegenzug dazu übernahm der Staat das Risiko. So was kann nur in einem eng vermaschten System passieren.
Diese halbherzigen und dilettanten Deregulierungen sind typisch für unsere sozialistische Staatsform. Verkauft wird dieser Mist aber als kapitalistische und liberale Idee.
Es ist naiv zu glauben, wenn man die (verhältnismässig wenigen) Reichen einfach mehr zur Kasse bittet, würden sich die Geldsorgen eines Staates einfach verflüchtigen. Wie schon gesagt, von der Antike bis heute haben alle Herrscher immer mehr ausgegeben, als sie durften. Es gab keine Ausnahme.
Übringes, Darwins Theorie auf das 'Recht des Stärkeren' zu reduzieren ist ein Beleidigung dieses Wissenschaftlers.
Wer glaubt, indem man die Stärkeren schwächt, werden die Schwächeren stärker hat nichts begriffen. Nur eine starke Gesellschaft kann auch Schwache unterstützen. Bei den Bisons z. B. sind die Stärksten immer ganz aussen und bilden einen Ring. Im inneren tummeln sich die Schwachen und Kinder. Wenn man nun die Starken aussen schwächt, hat man plötzlich kein Tier mehr, das aussen sein kann. Ein Haufen Schwacher macht eben noch keinen Starken aus.
Das Volk ist ja gerade dabei, die sozialisierten Riesenverluste hinzunehmen, mein lieber blogwatch. Die Politik hat entschieden und keiner tut was dagegen. Die Sozialisierung dieser Verluste ist gewiss nicht im Sinne eines ECHTEN Liberalen, sondern nur von Sozialisten aller Art.
Und nicht der dumme Steuerzahler ist schuld, dass er die Zeche für die Verursacher der Krise blechen muss, sondern die Politiker die so entschieden haben. Warum ist das für dich so schwer zu begreifen? Ich schätze dich als intelligent ein, aber da stellst du dich einfach nur quer.
Ich will nicht, das alles so weiter geht wie jetzt. Im Gegenteil, ich fordere neue Lösungen, die man zwar schon lange kennt, aber seit Menschen gedenken noch nie so umgesetzt hat.
Wenn man sich für die Deregulierung entscheidet, dann muss man dies konsequent durchführen, ohne Rücksicht auf Lobbys, Parteien und Kartelle.
Was geschieht wenn eine zentralisierte Macht alles plant und reguliert, dass wissen wir ALLE. Leider ist dieses Wissen nach gerade nur 20 Jahren schon wieder vergessen.
Einen schönen Abend
Mr. Pink
das grundsätzliche Problem ist, dass wir in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland über keine ungedeckelten Einspeisevergütungen verfügen. Ansonsten würden wir viel mehr Photovoltaikdächer sehen.
Im Freistaat Bayern wurde bereits vor 4 Jahren mehr Photvoltaik-Leistung in einem einzigen Jahr neu installiert, als was das AKW Mühleberg an Leistung aufweist:
http://www.solarserver.de/news/news-6079.html
Um mit dem Elektroauto Tesla Roadster 20'000 km pro Jahr zurücklegen zu können, benötigt man 2200 kWh. Bei 1000 Sonnenstunden pro Jahr entspricht das einer 2.2 kW Anlage. Auf ebay.de findet man Komplettanlagen für umgerechnet unter 6'000 CHF pro kW. Das heisst unter 15'000 CHF für eine 2.2 kW Anlage ist erreichbar. Bei 20% Zellenwirkungsgrad sind das gerade mal 11 m2.
Die Photovoltaikanlage hat eine Lebensdauer von 25 Jahren, also reicht die Energiemenge für eine Strecke von insgesamt 500'000 km. Um 500'000 km mit einem 6 Liter Auto zurückzulegen blättert man gut 50'000 Franken für's Benzin hin und das nur wenn der Benzinpreis zukünftig günstig bleibt.
Das momentane Problem des Elektromobils sind also nicht die etwaigen Solarstromkosten (im Gegenteil), sondern die Batteriekosten.
Wieso begreifst du z.B. nicht, dass man Staat und Wirtschaft gar nicht entkoppeln kann? Genauso wie man unsere Organe nicht vom Körper entkoppeln kann (jedenfalls nicht, ohne das eine oder das andere oder beide umzubringen).
Beide sind aufeinander angewiesen.
Wirtschaft ist eine Teilmenge des Staats.
Ohne einen "Staat", der nun halt mal gewisse Leitplanken setzt, würde sich die Wirtschaft eben der Pump... (was für eine vieldeutige Vorsilbe...!) Pumpgun bedienen!
Nicht nur der Staat lebt auf Pump. Die Wirtschaft noch viel stärker. Beides ist ein Fehler und beides entspringt der Zins- und Wachstumswirtschaft. Ein Krebsgeschwür, das Organe und Körper zerstören wird:
Staat und Wirtschaft,
Erde und Menschen.
Ich finde diesen letzten Beitrag von Mr. Pink halt wieder gut gelungen. Er hat, von uns allen, in diesem Blog am meisten gelernt und wird immer kompletter.
Sein Problem ist, dass er den "Staat" als menschenfernes Phantom ansieht. Dabei ist die Bisonherde, bei der aussen die stärksten Tiere stehen, auch so etwas wie ein Staat, eine Gemeinschaft von Individuen, die zusammen etwas bewirken, das sie, jeder für sich allein, nicht könnten.
Dabei hat er aber recht, dass der "Staat" oft als etwas an sich Gutes vereinnahmt wird, das man bei fast beliebiger Gelegenheit (fast so wie Maggi) hervorholen kann, wenn einem etwas aus welchen Gründen auch immer notwendig, aber zu gross (oder zu mühsam) erscheint, um sich selbst darum zu kümmern.
Diese Position ist nur scheinbar rechts, weil die Rechten glauben, dass sie, wenn sie etwas fordern, bei sich selber anfangen müssen. Die richtigen Sozis waren genau so. Mein Grossvater war einer und ich weiss, wovon ich spreche.
Er hätte, ausser in ganz besonderen Fällen auch nicht gewollt, dass der Staat ihm zu Hilfe kommt und stellvertretend für ihn das Gute tut. Aber gerecht und durchlässig sollte er (der Staat) sein, sodass jeder selbst für sich sorgen kann.
http://moritzleuenberger.blueblog.ch/de
Vorsorglich mal eins ans Schienbein zu geben mit dem Vorwurf ich sei befangen durch eine Anstellung in einem Departement - haben Sie das wirklich nötig?
Über Stammtischniveau heben sich Ihre Vorwürfe auch in dieser Darstellung nicht ab. "Gigantisch", "enorm" sind die Schlagworte, die Sie gebrauchen um ihre undifferenzierten Plattitüden zu untermaueren.
Dass Sie mir schlussendlich noch die Verantwortung für die Lösung ihrer Scheinprobleme (Entschuldigung, ich konnte es nicht lassen) geben ist symptomatisch und zeigt einmal mehr, dass Sie absolut hilflos sind bei der Bewältigung von gesellschaftlichen Aufgaben.
Dass sie die Wahrheit zu besitzen glauben und mir die freie Meinungsäusserung verbieten möchten, zeichnet ein deutliches Bild Ihrer Kompetenz.
In diesen Beiträgen und Kommentaren finden sie viele Lösungen und Ansätze dazu und Ideen zu Ihren Fragen:
http://moritzleuenberger.blueblog.ch/default/index.html
Herr Pink, glauben Sie wirklich Ihre subjektive Wahrnehmung sei die objektive Wahrheit?
Leider muss ich Ihnen sagen dass in meinen Ausführungen gar nichts übertrieben ist, ich habe eher noch Sachlich untertrieben. Leider...
Nur einer Sache kann ich zustimmen, die Umweltbemühungen von BR Leuenberger sind offensichtlich. Dummerweise sind diese immer am falschen Ort anzutreffen wo diese meistens nur Wirtschaftsschaden anrichten statt echten Nutzen für die Umwelt zu bringen. Die Wirtschaft hat übrigens gar kein Interesse an Umweltschäden, denn diese bezahlt diese öfters wie länger selber, monetär wie politisch und auch persöhnlich (die Unternehmen haben Mitarbeiter welche ethisch-moralische Lebensweisen haben die Umweltschäden kritisch gegenüber stehen)
Auch ist es klar dass in der Schweiz mit dem Konkordanzsystem keine Schnellschüsse möglich sind. Das KKS ist aber keinesfalls ein totes Verwaltungssystem sondern lebt von echten konsensfähigen Lösungen. Diese gibt es sehr wohl. Gerade dieses System vermindert den Einfluss von Machtballungen. Nehmen wir doch ein Beispiel: die Energiemarktderegulierung:
Die Machtballung der Elektrokonzerne könnte ohne weiteres mit einem neuen Energiegesetz durchbrochen werden, zwar könnten die Stromheinis fleissig lobbieren und könnten Notfalls noch ein Referendum durchziehen aber schlussendlich hat das Volk die Wahl, also nichts mit Machtballung, höchstens eine Kurzfristige. Genau dort kommt aber die Problematik der Politk ins Spiel. Praktisch alle grossen Stromplayer gehören den Staaten (Kantonen), diese sind also quasi Eigentum der Allgemeinheit. Bei einem Beschluss zur Strommarktderegulierung hat sich die Politik entschlossen die fixen (oft zu teuren aber immerhin konstanten) Energiepreise einem Pseudomarkt zu opfern mit dem bekannten Resultat der Strompreiserhöhung.
Dieser Deregulierung hätte ein weiser Bundesrat nicht zustimmen dürfen und hätte Änderungen empfehlen müssen, bis hin zur Drohhung das Ganze vor Volk zu delegieren mit der Empfehlung = Strommarktderegulierung ablehnen.
Es lief aber anders wie wir wissen.
Heute stehen wir im Dossier Strom vor einem marktwirtschaftlichen, allgemeinen und volkswirtschaftlichen Scherbenhaufen.
Ein Bundesrat hat im sogenannten vorparlamentarischen Entscheidungskomplex sehr viel Einfluss auf künftige Lösungen, in diesem Verfahren bilden sich konsensfähige Lösungen bereits ab. Wenn er also dort wegweisende Konzepte einbringt kann es durchaus zu Koalitionen aller Parteien führen. Genau hier liegt meine Hauptkritik, im UVEK wird seit längster Zeit (Zeit auch vor der Ära ML) nur gewurstelt, alles getragen von starken Interessensblöcken, aber leider nicht getragen vom Volk und auch nicht von neuen Ideen.
Das Volk wurde sogar angelogen damit man gewisse Projekte auch dort durchpauken kann. Ein solches ist die NEAT. Abgesehen von den Kosten (die sind belegbar frisiert worden um eine Abstimmung zu gewinnen) ist die Sinnhaltigkeit dieses Unterfangens von der Regierung nie kritisch hinterfragt worden. Vordergründig ging es doch immer um Verkehrsverlagerung. Wenn das stimmen würde, wieso braucht man dann eine Rennbahnröhre wo die Züge mit 250Kmh durchdonnern können? Für Güterverkehr sind 100Kmh mehr als genug, auch generell für reinen Güterverkehr braucht es bis auf die 2 Geleise eine gänzlich andere Bahninfrastruktur. Die NEAT wird aber nicht als Verlagerungsinstrument gebaut (was dem Volk versprochen wurde) sondern als alpenquerenden Untertageflieger. Und für den Mist geben wird schlussendlich über 30Mia aus... für ein paar Touristen und Geschäftsleute die schneller nach Mailand kommen wollen...
Im Gegenzug ertrinkt das Mitteland und die Ballungszentren regelrecht im Agglomerationsverkehr. Auf allen Wegen und Strecken fehlen Konzepte, es wird zwar nach einer ultralangen Roadmap gebastelt, aber nicht konzeptionell und Casebezogen, da wird mal ein neuer Tunnel in Zürich eröffnet und gleichzeitig mit unbegreifbaren Massnahmen ein gigantisches Stauproblem auf der Stadtumfahrung auf den anderen Seite geschaffen. Notabene dort wo Reisende die Stadt umfahren wollen, herrscht jetzt "Ampel rot...." das ist einfach nur lächerlich und zeigt den jämmerlichen Zustand unserer Verkehrsplanung auf.
Jedes der von mir genannten Problemdossiers hat ähnliche Planungsfehler aufzuweisen.
Realismus hat nichts mit einer politischen Ausrichtung zu tun. Ich bin überhaupt nicht rechtsgerichtet, dort gibt es auch zu viel Schaum im Wasserbad.
Aber ich sehe jeden Tag überfüllte Züge, jeden Tag vor meiner Haustür die Staukolonnen die sich am Wangenstutz (nach einer idiotischen Pseudosanierung) aufkolonnieren, jedes Wochende die Staumeldungen von meiner Partnerin die von Zürich nach Bern her kommt und den ganzen A1 Parcours absolvieren muss und die positiven Ruhezeitenmeldungen der ob der Wohnung durchfliegenden Verkehrsflugis und meine mit über 10% höhere Stromrechnung und und....
Eine Baustelle nach der Anderen..
Jetzt kann man sich fragen: Was läuft hier falsch?
LG HF
Anstatt immer wieder den wirren Pink zu loben, ohne zu erwähnen, WAS denn genau stimmen sollte an seinem Geschreibe, würdest Du besser mal sagen, was bei Blogwatch oder mir falsch sein soll.
In ganz seltenen Fällen war ich mit Pink auch schon einig. Aber meist fabuliert er.
Du merkst es entweder nicht, oder bist sogar froh, dass ein Pink sich wagt, Deine eigene Haltung so dampfwalzenartig auszubreiten.
Er erfindet Vorhalte, die niemand zuvor behauptet hat.
Er verdreht Aussagen anderer bis zur Unkenntlichkeit.
Er steigert auch berechtigte Anliegen ins unerträglich Danebenliegende.
Hör' doch auf, sochen Brandstiftern an den Lippen zu hängen.
Ich kann Deine immer so wohlklingend dahingesäuselten Beiträge schon nicht mehr ernstnehmen.
Danke für diese interessanten Informationen.
Sind die heutigen Solaranlagen tatsächlich schon so weit? Man rechne aus, wenn im einem Hochhaus 10 Familien leben würden und die alle ein solarbetriebenes Auto haben wollten, ergäbe das eine Fläche von 110m2, auf dem Dach hätten die sicher keinen Platz. Und abgesehen davon sind ja 20`000Km im Jahr nicht gerade viel. Wo sollte man denn diese Solarzellen alle hinmontieren, alle oberhalb von Autobahnen?
Und dann in einer Grossstadt, man stelle sich die Zukunft vor, wo jeder ein mit Solarstrom betriebenes Auto haben möchte(na ja, der Kluge nimmt den Zuge/und in Zukunft Metro;)) sollten dann alle in öffentliche Solarzellen investieren können und dafür für ihr Auto gratis Energie ab der Steckdose beziehen können.
Oder aber dieser Strom wird alle in der Wüste gewonnen und mit Hilfe von Leitungen nach Europa eingespeist.
Bei den nicht problematischen Umwelttreibstoffen, wie Beispielsweise: Algendiesel, liegt der Knackpunkt bei den Preoisen für die Herstellung, da momentan der Literpreis bei 3.70 Euro liegt, kann er nicht wirtschaftlich mit der Dieselgewinnung aus Erdöl mithalten oder mit dem Benzin. Wirtschaflich würde er interessant ab einem Literherstellungspreis von 38 Cent.
Hier mal ein verfasstes Dokument von mir zum Thema Algentreibstoff
[IMG]http://i41.tinypic.com/2zpnp5h.jpg[/IMG]
Danke.
Hoffe nur, dass sie nicht wieder eine Schelte von anderen beziehen :-)
@ Wachstumskritiker
Der Vergleich von Staat und Wirtschaft mit einem Körper scheint mir daneben. Beides funktioniert völlig verschieden und sollte so weit als möglich voneinander entkoppelt sein. Genauso wie die Gesellschaft von diesen beiden Institutionen entkoppelt sein muss.
Eine entkoppelte Gesellschaft wäre weder auf Staat noch auf Wirtschaft angewiesen. Bei dieser Gesellschaft würden also Staat und Wirtschaft in den Hintergrund treten. Die Familie, Freundeskreis und Verwandtschaft würden wieder in den Vordergrund kommen.
Eine völlige Entkoppelung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bleibt sicher eine Illusion (trotzdem mache ich mich dafür stark). Aber diese Entkoppelung sollte angestrebt werden und für jedermann/ -frau oberste Priorität besitzen.
Heute sind diese drei Institutionen so verflechtet, dass Wirtschaftskrisen und Staatskrisen jeweils tief in die Gesellschaft eingreifen. Zudem springen die Krisen leicht von einer Institution zur Anderen über. Plötzlich sind Renten, Arbeitslosenversicherungen, Pensionskassen, IV etc. in Gefahr und damit die Gesellschaft.
Die Politiker haben uns seit Jahrzehnten vorgerechnet, wie billig und sicher die Vorsorge sei, wie gut und rentabel die Infrastruktur ist, wie toll das AHV- System, wie effizient die ALV ist etc. etc. etc. Man hat uns die totale Sicherheit bis in den Tod versprochen. Diese von den Politikern abgegebenen Versprechen sind nicht erst seit heute unhaltbar und trotzdem geht alles seinen gewohnten Weg und es wird munter weiter versprochen und gewurstelt.
So, und um deiner Forderung von kürzeren Beiträgen gerecht zu werden, erlöse ich dich nun... zumindest für den Moment.
Einen schönen Gruss
Mr. Pink
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/
110 m2 sind auch nur gerade mal 10 m x 11 m und der Nachbar im Einfamilienhaus könnte zusätzlich noch aushelfen.
Die Idee mit dem Algentreibstoff tönt zwar modern und fortschrittlich, ist aber genau das Gegenteil. Sie klebt an veralteten Annahmen wie, dass ein Auto brumm machen muss, ein Getriebe und ein Schaltung zu haben hat usw.
Es gibt durchaus Konzepte, die einen neuen Umgang mit der individuellen motorisierten Mobilität umgehen und in der Realisierung sind.
Stellen Sie sich vor die Schweiz hätte die Milliarden statt, wie Globi es zu sagen pflegt, in ausländische Ramschpapiere ind so etwas wie better place investiert.
http://www.betterplace.com/
http://www.bonavita.info/flatrate-auto-die-vision-von-shai-agassi.htm
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,602253,00.html
Hier viele Informationen zur Strom/Enegrieversorgung, der Film "Der große Blackout" ist leider nicht mehr abrufbar.
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/hitec/magazin/109583/index.html
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Europaeische-Firmen-planen-gigantische-Stromversorgung-aus-der-Wueste/story/14034665
Was soll denn das für eine Interpretation sein? Aus Algentreibstoff lässt hauptsächlich Diesel gewinnen, und es ist ja nicht so, dass alle Dieselfahrzeuge veraltete Monstermodelle wären. Zwar ist es so, dass aus Diesel nicht das Höchste Ausnutzungsniveau gezogen werden kann, dieses liegt bei strombetriebenen Fahrzeugen oder Hybridmodellen.
Hier der zweite Versuch meinen Beitrag über Algen zu veröffentlichen: hoffentlich klappts jetzt:
Ich habe Ihren Widerspruch erwartet.
Wenn ich Mr. Pink zustimme, heisst das nicht, dass ich andere kritisiere. Die Beiträge von Blogwatch lese ich sehr gerne. Er ist immer deutlich und sehr nahe an den Fakten. Ihre unnachgiebige, etwas holzschnittartige Haltung mag ich auch. Sie ist eine weitere Farbe im Kaleidoskop der Meinungen. Aber bei Ihnen weiss ich inzwischen, was in etwa kommen wird, während mich Mr. Pink halt manchmal ziemlich überrascht.
110 m2 sind lediglich 11 m mal 10 m. Ein Hochhaus verfügt sicherlich über diese Grundfläche. Ansonsten könnten einstöckige Wohnungen mit einer Wohnfläche von 110m2 gar nicht erst existieren. Und 11m2 entspricht nicht mal der Fläche eines abgeschrägten Parkplatzdaches und Parkplätze werden auch für Elektromobile benötigt.
Und mal ganz abgesehen davon, dass wir auch über bedachte Schulen, Universitäten, Bahnhöfe, Parkgaragen, Mehrzweckhallen, Sporthallen, Fussballstadien, Schwimmbäder, Eishallen, Scheunen, Kasernen, Einfamilienhäuser, Gemeindehäuser, Spitäler, Gewerbehäuser, Garagen, Fabriken, Bürohäuser, Einkaufshäuser, Lagerhäuser etc. verfügen (und von den Fassadenflächen welche ebenso verwendet werden kann aber keine zusätzliche Grundfläche benötigt ganz zu schweigen).
Es gibt also überhaupt keinen Grund warum wir ausgerechnet mit dem Bedachen von Autobahnen beginnen sollten.
Photovoltaikdächer gibt es bereits jetzt:
Der Wirkungsgrad einer PV-Zelle ist nicht wirklich entscheidend, da wir über genügend Fläche verfügen. Aber dieses Modul hat einen Wirkungsgrad von 19.3% und ist kommerziell erhältlich:
http://www.sunpowercorp.de/Products-and-Services/~/media/Downloads/for_products_services/sp_315ewh_de_a4_w_ds.ashx
Zudem gibt es ja keinen Grund Wind- und/oder Solarstrom vom Ausland zu importieren. Das Öl importieren wir ja ebenfalls.
Algen haben ein hohes Potential um einen Treibstoff mit einer hohen Energiedichte zu generieren (Flugzeuge, Lastwagen). Aber mal abgesehen davon, dass Algentreibstoff momentan noch nicht kommerziell erhältlich ist, sie benötigen wesentlich mehr Fläche als Photovoltaikzellen um die gleiche Energiemenge zu generieren, zudem müssen sie regelmässig 'geerntet' und in einen Dieseltreibstoff umgewandelt werden, während Photovoltaikzellen Strom direkt generieren.
Es gibt eine kreativere Lösung: 200 Jahre vorwärts!
Nämlich freiwillig und in rel. kurzer Frist dorthin, wo wir nach Ende der fossilen Energieträger, auf einem überhitzten und von Kriegen um Wasser und Land versehrten Planeten wären:
Bei der energetischen Ausrichtung auf die Sonnenenergie.
Bei einer aufgeklärten (auch politisch globalisierten) Gesellschaft, die mehr Gerechtigkeit (nicht Gleichschaltung) lebt, und die sich ein Wirtschaftssystem unterhält, das dank Transparenz und Verantwortung ohne Ausbeutung und auch ohne materielles Wachstum auskommen kann.
Und auf dem Mars gibts eine jede Menge Spielhöllen in einer Biosphere 4, wo alle Alt- und Neo-Materialisten ihre Allmachts- und Wachstumsphantasien unter ihresgleichen ausleben können.
Mit ihrer Kultur, ihrem Geist und ihrem Intellekt hätte die Menschheit die Fähigkeit dazu. Subito. Aber eben:
"Wir nutzen nur 10% unseres geistigen Potentials." (Einstein)
Was Sie genau gelernt haben, von den anarcho-libertären Phantasiererein Pinks bleibt nicht nur mir schleierhaft!
Was Pink hier vertritt wurde bereits von den extremen Protagonisten der Oesterreicher Schule, wie zB Murray N. Rothbard in den 30er Jahren heftig debattiert! Offensichtlich bieten grosse Krisen einen guten Nährboden für auch extreme Theorien als "Lösung" aus der Krise. Die Theorie vom Anarcho-Kapitalismus kann nur Theorie bleiben, denn sie führt unweigerlich in die Anarchie! Die bekannten Vertreter der asboluten freien Markt Theorie: Hayek, Friedman, von Mises gingen nicht so weit wie die Libertarians und waren im heutigen Jargon Neoliberale. Auch die haben in den letzten zwei Jahren ziemlich viel Fett lassen müssen und stehen heute nicht weit oben in der Beliebtheitsskala.
Interessant als Lektüre, auch für interessierte Laien, finde ich:
"Wordly Philosophers" - The Lives, Times and Ideas of Great Economic Thinkers - Prof. Robert Heilbroner
Auch auf deutsch erhältlich:
"Die Denker der Wirtschaft" Ideen und Konzepte der großen Wirtschaftsphilosophen
Heilbroner war viel mehr ein "Middle of the Road" Oekonom und auch praktisch anwendbar. Auch Krugman kann man lesen: The Conscience of a Liberal. Mit einem aktuelleren Bezug zum Geschehen.
Nochmals, die neo-libertären Provokationen eines Pink können mal lustig sein, um sich darüber zu streiten. Aber dutzende Mal wiederholt und mit dem Anspruch der Ernsthaftigkeit, wirken sie mit der Zeit dumm, weil in der realen Welt absolut nicht anwendbar oder man wolle Krieg und Anarchie!
Das sind keine neoliberalen Provokationen. Ein Umdenken sollte endlich stattfinden.
Mir wird unterstellt, ich wolle alles beim Alten lassen. Dabei forderst gerade du und die breite Masse so weiter zu wursteln wie bisher, denn man fordert nur was man schon immer gemacht hat - Regulierungen, Verbote und Steuererhöhungen. Und das Ganze soll jetzt einfach nur ausgeweitet werden. Das ist kein neues Rezept, sondern uralt und es hat langfristig noch nie gewirkt.
Natürlich forderst du und die Anderen die 'WAHREN' Regulierungen, damit unsere Welt eine bessere wird. Jedoch weiss niemand, welches diese Regulierungen überhaupt sein sollten. Jede Regulierung hat eine Auswirkung, welche nur sehr schwer abschätzbar ist.
So forderst du etliche Regulierungen, Anpassungen und Steuern, z. B. auf jegliches Kapital und Erbschaften. In deinen Ohren klingt das alles gut und gerecht, aber was kommt danach? Glaubst du wirklich, dass das sinnlose Geldverteilen dann ein Ende nehmen wird? Glaubst du die Ausgaben werden dann gestoppt und er Staat nachhaltig und vernünftig?
Hast du immer noch nicht begriffen, wie unsere steuerfinanzierte Gesellschaft funktioniert? Je mehr Geld der Staat einnimmt, desto mehr verteilt er auch. Ein Fass ohne Boden! Was kommt also danach? Noch höhere Steuern und noch mehr Abgaben. Das ist der Kreislauf einer steuerfinanzierten Gesellschaft. Du siehst, mit mehr Abgaben, Steuern (mögen die noch so fair scheinen) wird man die Probleme der heutigen Zeit nicht lösen können.
So denke ich denn auch, dass alle Regulierungen einem ursprünglich noblen Gedanken zugrunde liegen. Auch Clinton's Gesetz, welches die Finanzblase kreierte, basiert auf einem guten Vorsatz und hatte natürlich nicht den Kollaps der Finanzindustrie als Ziel. Aber damals hat keiner der Politiker die fatalen Folgen gesehen und Skeptiker wurden ignoriert. Heute wissen aber ausgerechnet diese Politiker, wie man die Finanzkrise zu bekämpfen hat. Das ist mehr als lächerlich.
Das Ziel mag noch so nobel sein, die Folgen sind trotzdem unvorhersehbar und oft fatal.
Nur weil du dir deinen Weg in der Anarchie mit einer Pumpgun freischiessen würdest, heisst dies nicht, dass wir alle so sein würden.
Der naive Gedanke, dass jeder sich in einer Anarchie bewaffnen würde scheint dein einziges Argument zu sein. Selbst im Wilden West, scheinbar für dich der Inbegriff der Anarchie, waren die wenigsten schiesswütige Kopfgeldjäger oder Bandit.
Und wenn eine liberale Gesellschaft mit Pumpguns ausgerüstet ist, dann ist dies vielleicht immer noch besser als in einer Demokratie mit steuerfinanzierten Kampfjets, Panzern und Atombomben zu leben. Krieg ist keine Erfindung der Anarchie, im Gegenteil, die grössten und blutigsten Kriege sind allesamt steuerfinanziert. Dein Argument von Anarchie = Krieg stimmt nicht.
Um H. G. Wells zu zitieren:"Erwachsene Menschen brauchen keine Führer."
Was die Zentralisierung der Macht selbst in einer Demokratie bedeutet, hat nicht nur George W. nachdrücklich gezeigt. Und trotzdem soll alles so weiter gehen wie bisher? Einige wenige bestimmen über Milliarden an Steuergeldern und geben die auch aus - wie seit Jahrtausenden.
Wie ich schon oft dargestellt habe, sind diese liberalen Theorien nichts Neues und es gibt auch unter diesen Theorien starke Abweichungen.
So halte ich nicht viel von Friedman's monetärer Theorie, welche das Handeln der Zentralbanken unterstützt, und sehe diese als eines der grössten Übel der heutigen Welt. Liberal ist eben nicht gleich liberal und so kann man nicht einfach alle die sich liberal nennen in einen Topf werfen.
Nur weil Gedanken als unbeliebt gelten, heisst es nicht das sie falsch sind. Viele grossartige Denker wurden ihrer unbeliebten Gedanken wegen belächelt oder mussten sogar mit dem Leben dafür bezahlen. Hier geht es sicher nicht um Beliebtheit.
Schönen Sonntag
Mr. Pink
Ich weiss nicht, was Sie unter anarcho-libertären Phantasierereien verstehen. Ich finde, dass Mr. Pink oft Kinderfragen stellt, wie das Kind in "Des Kaisers neue Kleider" und Kinderantworten gibt. Ich mag das. Es erinnert mich an die eigene Kindheit, als wir am Mittagstisch ähnliche Fragen stellten und dann mit Erwachsenenantworten zum Schweigen gebracht wurden.
Ich hätte eine ähnliche Kinderfrage. Vielleicht wissen Sie eine Antwort darauf:
Wie kommt es, dass man vom Aktionär als vom Eigentümer einer Firma spricht, wenn er gar nicht wie ein richtiger Eigentümer mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Firma haftet ? Was unterscheidet ihn vom Spieler in einem Kasino ? Wenn er gewinnt, geht er als reicher Mann nach Hause. Wenn er verliert, ist sein Einsatz verloren.
Was hat man eigentlich erwartet, als man dazu riet, die Chefs der Firmen mit Aktien und Aktienoptionen an das Wohlergehen der Firmen zu binden ? Dass sie dann wie richtige Eigentümer, die mit ihrem Privatvermögen haften, für ihre Firmen kämpfen oder dass sie wie Spieler im Kasino versuchen, den Wert der Firma hochzutreiben und dann im geeigneten Moment abzuspringen ?
Kann man, mit solchen Fehlkonstruktionen im Fundament, ernstlich Ökonomie betreiben ? Haben die ernsthaften Ökonomen, die Sie zitieren, eine Antwort darauf ? Wie würden Sie selbst, falls Sie überhaupt anerkennen, dass es eine Fehlkonstruktion ist, diese Fehlkonstruktion beheben ? Wer sollte in die Rolle des wahren Eigentümers, der tatsächlich persönlich haftet, schlüpfen, der Manager, der Verwaltungsrat, der Aktionär, oder halt doch, wie gerade jetzt, der Steuerzahler ?
Eine letzte Frage:
Haben eigentlich all die Fonds und Optionsgeschäfte den gleichen Mangel, dass sie uns zu Spielern machen, die nur um ihren Einsatz bangen ?
Das Wirken eins Calvin vor 500 Jahren mit dem Durchschlag eines Tunnels durch einen Berg heute zu vergleichen ist wohl schon etwas daneben, war nicht Calvin nach Paulus vor ihm und Marx nach ihm einer von den drei "Zerschlägern" des vollkommenen Menschen in drei Teile?
In Ihrem Sinn, wäre dieser Calvin tatsächlich eher ein "Durchlöcherer" der Menschen!
Seele, Geist und Körper war einmal eine Einheit und ermöglichte dem Menschen das Verständnis der Schöpfung und ein harmonisches Zusammenleben mit allem was ist zu erfahren.
Bis ein Paulus in seinem Drang nach Herrschaft als erster die Seele vom Menschen abtrennte und sie als einzig "heilig" über den "minderwertigen" Geist und den "sündigen" Körper stellte und somit die erste Schreckensherrschaft über die Menschen errichtet:
Die Seeleninternationale.
Als sich dann aber der "ganze" Mensch zum Widerstand regte und ihn ein Martin Luther wieder auf den Geist ermahnte kam ein Calvin und verdrehte in seinem Herrscherdrang diese Lehre, er trennte den Geist vom Menschen und erklärte diesen als einzig "heilig" und setze ihn über die Seele und über den Körper. Wissen ist Macht war sein Ruf und er errichtete die zweite Schreckensherrschaft:
Die Geistesinternationale.
Doch dann regte sich einmal mehr der ganze Mensch und diejenigen die ihr Lebensunterhalt mit körperlicher Arbeit erbrachten riefen zum Aufstand.
Doch dann kam Marx, in seinem Drang zur Herrschaft über die Anderen trennte er den Körper vom ganzen Menschen und errichtete die dritte Schreckensherrschaft:
Die Körperinternationale.
Die Seeleninternationale
Die Geistesinternationale
Die Körperinternationale
Drei künstliche Gebilde aus zerrissenen Menschen, jämmerliche Kreaturen stehen uns gegenüber, wenn wir auf die Strasse gehen begegnen wir drei verschiedenen Menschen:
1. Die Seelenfricks, die vor lauter Aberglauben ihren sündigen Körper mit Suf und Drogen verkommen lassen und selig dahin träumen
2. Die Geistesfricks, die vor lauter Wissen, Gesetzen, Verträgen und Profitgier auf ihren fetten Hintern in ihren Luxuxbüros herumsitzen und blutleer durch die Welt taumeln.
3.Dann sind da noch die Stakanows, die Schläger und Hooligans, die vor lauter Kraft alles zertrümmern was ihnen in den Weg kommt.
Drei jämmerliche Gestalten stehen uns gegenüber!
Aber jetzt regt sich einmal mehr Widerstand, täglich erwachen jetzt immer mehr "ganze" Menschen und erkennen den Irrtum!
Neue schöne ganze Menschen erscheinen im Licht einer neuen Zeit, vereint mit einer lauteren Seele, einem gläubigen Geist und einem gesunden schönen Körper gehen sie daran eine neue Welt zu erschaffen!
So werden auch die künstlichen Tunnels bald wieder in sich zusammenfallen und wir werden fliegen mit freier Energie bis in die Weiten des ewigen Alls!
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Bei Pink wissen wir auch, was kommt.
Dass er meinen Vergleich von Staat und Wirtschaft mit einem Körper und seinen Organen "daneben" fand, musste sein.
Nur so kann er sein argumentatives Lottergebäude retten.
Und: Doch, wenn Sie Pink so undifferenziert zustimmen, heisst das genau, das Sie andere indirekt kritisieren und fundamental ablehnen.
Sein Anspruch auf die "reine Vernunft" war ja der Gipfel der Überheblichkeit.
Vielleicht könnten Sie, U.S., ja mal ausführen, was Pink nicht geschafft hat, nämlich wie Staat und Wirtschaft (noch mehr) "entkoppelt" werden sollen, zwei Gebilde, die einander bedingen?
Meine These:
Sie sind heute schon so weit entkoppelt, dass sie beide unterzugehen drohen.
Geld regiert die Welt, es steuert die Menschen und das politische Geschehen. Völlig irreale "Werte" zählen.
Und der Staat, der Körper, glaubt, das krebskranke Organ, die Wirtschaft, mit Doping retten zu müssen und zu können.
Von den toxischen Papieren zu den toxischen Massnahmen?
der Aktienbesitz ist immerhin Teil des Privatvermögens.
Interessant wäre eigentlich zu wissen, warum eine Bank, welche inbesondere Vermögen verwaltet und nicht etwa besitzt aber trotzdem Rekordverluste einfährt, von Steuerzahler gestützt werden muss, obwohl sie absolut nichts produziert und dazu noch bei einem Rekordverlust einen Bonus von durchschnittlich gut 50'000 Franken pro Mitarbeiter auszahlt.
Interssant wäre eigentlich zu wissen, warum ein Staat einer steuerzahlerabhängigen Bank, welche ironischerweise im Steuergeldhinterziehgeschäft tätig ist, trotz Rekordverlust erlaubt Boni von 4000 Millionen Franken auszuzahlen und gleichzeitig lediglich mit 15 Millionen Franken Schweizer Stromdächer fördert. Schweizer Stromdächer welche erwiesenermassen zukunfsfeste Schweizer Arbeitsplätze schaffen und die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen reduzieren.
Wenn ich Ihren letzten Beitrag aufmerksam lese, komme ich zum Schluss, dass in Ihrer Vorstellung der Staat ("der Körper") das Ganze ist und die Wirtschaft ("das krebskranke Organ") ein Tal davon. Wenn Sie von der "Gemeinschaft der Menschen innerhalb eines als Staat definierten Gebiets" sprechen würden, wäre ich damit einverstanden.
In meiner Vorstellung (Sie dürfen das jetzt nicht auf die Goldwaage legen, ich schreibe es zum ersten Mal) ist der Staat das Gebilde, das sich diese Gemeinschaft der Menschen in einem langen historischen Emanzipations- und Lernprozess geschaffen hat, um Probleme, die sie alle (als Ganzheit, wenn Sie wollen) betreffen, zu regeln, wie die Rechtnormen, die ihr Zusammenleben bestimmen, die Gemeinschaftseinrichtungen (wie Strassen, Bahnen, Leitungsnetze), die natürliche Monopole erzeugen und so am besten gemeinschaftlich betrieben werden, den Schutz von Schwachen, die sich anders nicht zu helfen wissen, die Ausführung dieser staatlichen Aufgaben in geeigneten Organisationsstrukturen, die Beziehung zu anderen menschlichen Gemeinschaften ausserhalb des eigenen Territoriums.
Neben diesem Staat bestehen andere, diesem an Wichtigkeit und Notwendigkeit gleichbedeutende Elemente wie die Wirtschaft, das Bildungswesen, das soziale Umfeld aus Partnerschaften, Familien, Vereinen usw.. Obschon ich überhaupt kein Anthroposoph bin, finde ich dabei (sinngemäss) den Gedankengang von Rudolf Steiner zutreffend, dass die drei Schlagworte der französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gleichberechtigt nebeneinander für das Geistesleben, die Bildung und die individuelle Existenz (die Freiheit), den Staat (die Gleichheit) und die Wirtschaft (die Brüderlichkeit) stehen.
Ich bin also, wahrscheinlich in naher Übereinstimmung mit Mr. Pink, für eine (grundsätzlich) strikte Trennung zwischen Wirtschaft und Staat, aber gleichzeitig für starke Rechtsnormen, die die Gleichheit der in der Wirtschaft Tätigen begünstigen und ihre Verbindlichkeiten untereinander und gegenüber der Gemeinschaft (wie etwa die tatsächliche und nicht nur fiktionale Haftung des Aktionärs als nomineller Eigentümer) regeln und sicherstellen.
Anders als Sie glaube ich aber nicht, dass Staat und Wirtschaft krank sind (sie haben im Gegenteil gerade jetzt, beide zusammen, eine erstaunliche Selbstheilungskraft bewiesen), aber doch in die Jahre gekommen und irgendwann gründlich zu erneuern sind.
@Globi
Wenn ich ein Haus besitze, hafte ich als Gebäudeeigentümer, wenn ich autofahre als Fahrzeughalter und -lenker, sogar wenn ich im Garten eine Leiter über nacht stehen lasse und ein Kind hinaufsteigt und herunterfällt, trifft mich allenfalls eine Kausalhaftung.
Nur wenn ich es als Aktionär an der GV (durch Abwesenheit, Gleichgültigkeit, Obrigkeitsgläubigkeit, Geldgier) oder Mitglied einer Pensionskasse (indem ich den Organen der Kasse blind (oder ohnmächtig, es kommt auf das Gleiche heraus) vertraue) zulasse, dass eine risikowilde Managergarde die Firmenleitung usurpiert und die Geschäfte nach eigenem Gutdünken und zum eigenen Vorteil in die Binsen führt, hafte ich (obwohl alle mich den Eigentümer nennen) nicht.
Merkwürdig, oder ?
(Was sind wir doch für Schnörri !)
Kinder habt ihr Fragen!! Und ob ich jetzt da auf alles eine Antwort wüsste!?
Was Heilbroner (s. meine frühere Buchempfehlung 1989 sagte, gilt für mich immer noch. Obschon Heilbroner ein Leben lang ein Sozialist war, hatte er seine Meinung geändert:
<<Though an outspoken socialist for nearly his entire career, Heilbroner famously wrote in a 1989 New Yorker article:
Less than 75 years after it officially began, the contest between capitalism and socialism is over: capitalism has won...Capitalism organizes the material affairs of humankind more satisfactorily than socialism.[1]
He further explained in Dissent in 1992 that "capitalism has been as unmistakable a success as socialism has been a failure"[2] and complimented Milton Friedman, Friedrich Hayek, and Ludwig von Mises on their insistence of the free market's superiority. He emphasized that "democratic liberties have not yet appeared in any nation that has declared itself to be fundamentally anticapitalist>>
Krugman, der letztjährige Nobel Laureate, ein Liberaler gibt viele mögliche Antworten auf die aktuelle Lage.
Ich finde auch, dass es keine wirkliche bessere Alternative zum freien Marktkapitalismus oder wie man es nennen will, gibt. Das Konstrukt ist nicht falsch nur das was daraus gemacht werden kann oder gemacht wird. d.h. wir brauchen Regeln und die müssen ständig neu definiert und erarbeitet werden! Vorallem auch im Zeitalter der globalen Märkte und den damit verbundenen inhärenten, grossen Risiken. Dass jetzt eine grundlegende Überarbeitung und Neudefinierung dieser Regeln gemacht werden muss, steht für mich ausser Frage. Ich habe natürlich kein Patentrezept. Das ist Sache der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft das neu zu definieren.
Das Volk steht offensichtlich noch mehr Staatsinterventionen und einer zunehmenden Staatsverschuldung, zurecht, sehr skeptisch gegenüber. In den Europawahlen haben die Sozialisten, die am meisten für staatliche Kontrollen und Intervetnion stehen, eine massive Schlappe erlitten. Die Grünen, die für eine oekologische Umorientierung stehen, haben zwar zugelegt, sind aber keineswegs mehrheitsfähig mit ihren Anliegen.
Was das Volk will ist wieder mehr Solidität und Wahrheit. Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Politik und der Gesellschaft allgemein. Da liegt es an jedem selber auf seiner Stufe dafür zu sorgen, dass wir diesem Ziel gemeinsam wieder näher kommen.
Dielibertäre These einer absoluten Freiheit ohne Staat eines Pink darf man ruhig als Hirngespinst ablegen. Die ganze Geschichte der Menschheit und die Natur des Menschen beweisen das Gegenteil! Es gibt kein friedliches Mit- und Nebeneinander ohne Regeln, Gesetze und Ausgleich! Etwas anderes als Anarchie, Ausbeutung, Unterdrückung, Mord und Totschlag kann daraus nicht entstehen oder man müsste den Menschen neu erfinden.
Zu ihren Fragen betr. Finanzmärkte und Anlagen: Herr und Frau Schweizer wissen im Schnitt sehr wenig oder gar nichts über Finance und Anlagen. Das hängt zu einem guten Teil mit der "Entmündigung" unseres 3. Säulen Systems zusammen. Die Kapitalanlagen in der 2. Säule werden von Dritten gemacht und entziehen sich weitgehend der Kontrolle der Versicherten. Die meisten kümmern sich auch nicht gross darum, obschon sie die Möglichkeit hätten sich zu engagieren. Dazu braucht es aber ein Minimum an Fachwissen, das man sich selber aneignen muss. Die Angelsachsen, die seit Generationen vorallem selber für sich vorsorgen müssen, haben ein hohes Fachwissen, das oft dem eines Stiftungsrates einer PK überlegen ist! Vorallem haben sie einen langen Anlagehoriziont und sind viel disziplinierter, wenn es um ihre Anlagestrategie geht. Viele orientieren sich an der simplen Faustregel: 100 - Lebensalter = Aktienanteil im Portfolio und fahren damit über Jahrzehnte meist nicht schlecht. Die meisten Schweizer sind Herdentiere und von kurfristiger Gier getrieben und meinen Aktien seien kurzfristig zum Spekulieren da. Ohne genügend Fachwissen geht das meist in die Hosen und dann wird alles in Bausch und Bogen schlechtgeredet, von den Banken, ihren Beratern bis zu den Finanzmärkten allgemein. Schlussendlich ist jeder selber verantwortlich für seine Anlagen und muss halt diese Verantwortung auch wahrnehmen! Statistisch weiss man, dass der Durchschnittsschweizer 5 - 10 mal mehr Zeit aufwendet, um seine Ferien zu planen als für seine Finanzanlagen! Das sagt doch schon fast alles!
Die langfristigen Rendite auf den verschiedenen Anlagekategorien sind immer noch intakt auch nach den aktuellen grossen Verwerfungen: d.h. grösseres Risiko und höhere Volatilität muss und wird langfristig mit einer höheren Rendite entschädigt.
Also langfristig rentieren Aktien mindestens immer noch mindestens doppelt soviel pro Jahr wie Obligationen: Durch die Kumulierung ergibt sich mit Sachwertanlagen eben langfristig ein viel höherer Ertrag.
Wer persönlich davon überzeugt ist, dass die Schwellenländer auch zukünftig wesentlich höher wachsen als die alte Welt - was anzunehmen ist - kann sich ja zusätzlich, zukzessive vorallen in schwachen Phasen dort etwas engagieren. Vorallem für jüngere macht das Sinn. Es gibt eine ganze Reihe sog. BRIC Zertifikate, welche die grössten Schwellenländer insgesamt: Brasilien, Russland, Indien und China abdecken.
http://www.dissentmagazine.org/
Da hab ich wohl die Relationen des Quadratmeters ein wenig überschätzt. Der besitzt nämlich eine relative Fläche. Stellt man sich nämlich 110 m2 im Kopf vor so kommt man auf eine ganz schön grosse Fläche. Dabei ist es in Wirklichkeit ja gar nicht viel.
Die Idee mit Solarenergie finde ich ja auch gut. Habe gerade gelesen dass eine Studie des Bfe eine Einspeisevergütung für Solarenergie ablehnt. Nur eben wenn jedermann Solarzellen zu zahlen vermögen würde, würde er dies wohl tum. Jetzt sowieso mit dem Vorbild Piccards. Hut ab vor ihm! Ich drücke ihm auf alle Fälle alle Daumen, dass sein Vorhaben gelingen wird.
Nun wäre da aber noch das Problem mit dem Co2, welches bis 2020 um 20 Prozent reduziert werden soll, ich frage mich wie dies gelingen sollte, wenn nicht durch die Vernichtung von Co2? Und da ist der Algentreibstoff doch die ideale Lösung dafür.
Meine Meinung ist, dass Firmen die ihre Algenkultivierung mit den Treibhausgasen von Fabriken speisen, Co2 Zertifikate verkaufen dürfen sollten. Zum Beispiel an Flugreisende die gerne Co2 neutral reisen würden. Die könnten so ihren ausgestossenen Treibhausgase quasie wieder einfangen, da sie es ja im Flugzeug nicht können, kaufen und sicher sein, dass er unschädlich gemacht wurde. Dies würde zur Folge haben, dass solche Firmen Algentreibstoff viel günstiger als heute produzieren könnten, und es sogar eventuell konkurrenzfähig würde mit Benzin. Co2 Zertifikate würden viel billiger, und man könnte ohne schlechtes Gewissen soviel fliegen wie man wollte.
Und mit der Zeit würde die Algenkultivierung kreise ziehen und weitere Fabriken animieren es zu probieren.
Eine Anlage wie bei der Jacobs Universität, die nur von Fabrikabgasen gespiesen würde, und auf 600Km2 erstreckt wäre und jährlich 12`000 Tonnen Co2 umzuwandeln vermögen würde, könnte bei einem angenommenem Co2 Umwandlungszertifikatswert von 3.129To also pro Jahr etwa 3836 Klimazertifikate verkaufen.
Durchschnitt des Co2 Ausstosses auf einem Flug von Frankfurt nach Los Angeles hin und zurück: 1,875To Lufthansa + 4,384To My Climate = 6.259To : 2 = 3.129To.
Bei einem Vergünstigtem Angebot der Lufthansa muss man für klimaneutrales fliegen 38 Euro zahlen. Bei anderen Unternehmen bis zu 330 Fr.
Ja darum ist unsere Welt heute so friedlich und ausgeglichen; weil wir Regeln, Gesetze und den Ausgleich haben.
@ Wachstumskritiker
Ein Staat kann ohne Steuereinnahmen nicht existieren, denn er könnte weder seine Grenzen verteidigen, noch Gesetze durchbringen und auch keine Herrscher beschäftigen. Oder glaubst du irgend jemand hätte ein Interesse Kaiser zu werden, wenn's da nichts zu holen (Geld) und befehlen (Macht) gäbe??? Kaiser (Präsident, Politiker, BR) wäre ein total sinnloser und überflüssiger Beruf.
Der Staat existiert also nur solange Steuereinnahmen existieren. Steuern existieren aber nur, wenn etwas produziert wird (das nennt man Wirtschaft), das auch abgegeben werden kann. Zu Calvin's Zeiten opferte man vom eigenen Ernteertrag eben den Zehnten und heute wird dieser mit Geld beglichen. Wobei sich heute jeder glücklich schätzen könnte, müsste er nur den Zehnten abgeben!
Wenn du das Gleichnis mit dem Körper also schon machen willst, dann muss es schon umgekehrt lauten: Der Staat ist das krebskranke Organ und glaubt die Wirtschaft mit noch mehr Krebsgeschwulsten retten zu können und müssen.
Aus diesem Grund kann ich dein Gleichnis nicht akzeptieren, denn ich glaube der Körper kommt sehr wohl ohne Tumore aus.
Einen friedlichen Gruss an alle
Mr. Pink
Stimmen wir uns mal kurz aufs HirngespinKst ein:
Auch ICH bin dafür, kränkelnen Unternehmen keinen roten Heller zu geben.
Auch ich wäre dafür gewesen, die UBS hops gehen zu lassen (hab ich alles schon gesagt).
Auch ich will keinen Staat, der der "Wirtschaft" dreinredet.
Aber auch keine Wirtschaft, die dem Staat dreinredet und so unverschämte Forderungen stellt oder Drohungen ausspricht!
Wie soll denn eine Global-Player-Wirtschaft vom Staat entkoppelt werden?
Dazu habe ich ausser leeren Schlagworten noch nichts gelesen.
Die Mitarbeiter eines Unternehmens sind Elemente eines Staates oder mehrerer Staaten, ob sie wollen oder nicht. Die Entkopplung ginge also nur, wenn das Unternehmen null Mitarbeiter hätte!
Was produziert es dann noch? Wer handelt, wer kauft, wer verdient??? Stillstand.
Da also diese vollständige Entkopplung nicht möglich ist, sind Staat und Wirtschaft eben aufeinander angewiesen, und hier trennen sich unsere Wege, Pink und Ueli Schäfer. Ihr hängt beide dem viel grösseren Hirngespinst nach als ich mit einer Wirtschaft ohne Wachstum.
Wie ich in der obersten Grafik darlegen wollte, ist uns als Menschlein primär mal die Natur gegeben. Punkt.
Darin eingebettet die Gesellschaft, meinetwegen auch der Staat als TEILMENGE, als Organisationsform (egal ob mit Territorium oder nicht). Darin eingebettet wiederum die Wirtschaft als fast wichtigste Kommunikations- und Umgangsform.
Nun hat aber die wirtschaftliche Globalisierung, die Suprafluidität des Kapitals, hat die Nationalstaaten weggespült! Gekillt. Einverleibt.
Wie auch schon dargelegt, kann das nur gutgehen, wenn auch die Kultur, die Politik, die Geschichte, das Klima, einfach alles globalisiert würde. Auch das geht nicht.
Ich wollte nicht sagen, die Wirtschaft ist krank. Jedenfall nicht die Realwirtschaft. Aber deren Anteil sinkt langsam ins Unbedeutende.
Eine Wirtschaft oder eine Branche, welche sich mehrheitlich bei nicht erneuerbaren Ressourcen und zukünftigen Generationen bedient, ist für mich nicht real!
Sie ist virtuell und verantwortungslos.
Was würden emotionslose Computer oder neuronale Netzwerke unter sich für ein System etablieren?
Jedenfalls NIEMALS ein System, das sich selbst in die Abhängigkeit von ewigem Wachstum stellt!!!
Sie würden sich austauschen, sich organisieren, lernen, altes verwerfen. Aber was wäre das Ziel, der Input, der Antrieb, die Mission? Möglichst viel Ferien? Also Rationalisieren bis zum Nichtstun? Vielleicht. Geist und Kultur entwickeln? Lust? Gefühle? Nur aus reiner Langeweile? Sinn-volle, aber zweck-lose Tätigkeiten? Oder einen Neuro-Sozial-Darwinismus? Zuletzt eine perfekte Superstruktur, die in einer Supernova zerstrahlt? Ihre Materie eines Tages in eine geistige Energiewelle verpufft und ins All hinausstrahlt?
Die heute grösstenteils virtuelle Wirtschaft ist krank. Krank, weil (zum Glück) kränkelnd.
Und krank, weil eine Erfindung kranker Hirne, kulturlos, geistlos, sinnlos - genauso wie ein Steuersystem, das Arbeit besteuert.
http://www.tagesanzeiger.ch/meinungen/d
Danke für Ihre Antworten.
Ich nehme an, es ist Ihnen klar, dass Sie auf meine Kinderfrage (ich hoffe Mr. Pink verzeiht mir diese Wortschöpfung) eine Erwachsenenantwort gegeben haben, einen Wust von Wissen und Bedeutung, aber keine Antwort auf die einfache Frage, ob nicht die fehlende Verantwortung des Aktionärs im Aktienrecht eine der Ursachen für die jüngsten Fehlleistungen sein könnte.
Sehr gradaus ist Rudolf Strahm in seinem Kommentar im Tagi (Link oben). Lesenswert.
Was glauben Sie passiert, wenn der CO2 Anteil in der Luft zunimmt ? Richtig, die Atmossphäre wird wärmer. Die Energie, die die atmossphärischen Prozesse antreibt, nimmt zu. Es regnet mehr. Die Wachstumsgrenze steigt höher und kommt den Polen näher. Die Pflanzen produzieren mehr Blattmasse und Holz. Algen breiten sich aus. Was die Tiere nicht verarbeiten, fällt auf die Erde und sinkt auf den Grund der Seen und Meere.
Fast hätte ich geschrieben, ein neues Gleichgewicht entsteht. Aber das Gleichgewicht besteht immer, sonst würde das überschüssige CO2 nicht in höhere Luftschichten steigen und die überschüssige Biomasse nicht auf die Erde und den Grund der Seen und Meere sinken.
Was sind wir doch für Angsthasen ! Klar, Gott ist tot und das Gottvertrauen gibt es nicht mehr. Sollten wir uns als Ersatz dafür in mehr Naturvertrauen (und Naturfurcht und -ehrfurcht, natürlich) üben ?
(Ich lese Ihre Beiträge gerne. Ihr Interesse an Sonnenenergie freut mich.)
in deinem antwortversuch an U.S. scheinst du in deinem element zu sein...
aber gebracht hat uns diese Antwort nicht viel.
(jetzt darfst du wieder sagen, diese deppen kommen halt nicht draus).
zu deiner antwort nur soviel zur erinnerung:
ein markt ist nicht frei, wo er von intransparenz und verantwortungslosigkeit lebt.
und an U.S:
ich habe auch keine angst vor dem CO2-Anstieg per se. Und das dürfen Sie schon schreiben, dass sich mit dem CO2-Anstieg ein anderes gleichgewicht einstellt. laufend. das ist klar.
nur kann der mensch dieser veränderung vielleicht nicht rasch genug folgen.
und vermutlich dehnen sich die wüsten aus - im äquatorialgürtel verlieren wir mehr fruchtbaren platz als wir in den höheren breiten und erdkuppen gewinnen können.
und die schwindenden gletscher könnten auch in unseren breiten zu grossen wasserversorgungsproblemen führen.
beides zu immensen völkerwanderungen.
diese wiederum zu......
aber das haben wir ja alles schon durchgekaut.
Danke für deine interessante Antwort.
Und ich kann dir ja auch (z. T.) zustimmen. Die Entkoppelung gilt natürlich beiderseits und ich dachte das hätte ich eigentlich auch im Beitrag vom 2009-06-23 22:35:58 aufgezeigt. Die Wirtschaft würde ebenfalls erheblich zurückstecken müssen.
Irgendwie hast du aber diese Abhängigkeit, resp. Entkoppelung von Staates, Wirtschaft und Gesellschaft missverstanden. Es hat nichts damit zutun, ob Mitarbeiter Teil eines Staates oder mehrerer sind. Es geht darum, dass unsere Vorsorgesysteme, unsere ALV, IV, Krankenkassenprämien, Bauern, Milchverarbeiter, NEAT, Bildung, Zivilschutz, Militär, Kinderbetreuung, Forschung, Infrastruktur, Pensionskassen, Bahn, Energie, Post etc. vom Staat abhängig sind. Das zeigt sich in Subventionen, Abgaben, Umverteilungen, Steuern und dergleichen. Dabei sind die Zahlungen an den Staat von der Wirtschaft abhängig und die Bürger wiederum vom Staat, der die Umverteilung ineffizient ausführt. Läuft die Wirtschaft also nicht, dann gibt's auch keine Einnahmen für den Staat und damit sind alle vorher genannten sinnlosen Umverteilungen für den Bürger in Gefahr. Selbst ganz einfache Unterhaltszahlungen für Krankenkassenprämien oder Infrastruktur werden unsicher. Diese Abhängigkeit meinte ich. Und darum kann ich dir z. T. recht geben: Heute sind Wirtschaft, Staat und Gesellschaft bis aufs äusserste miteinander verfilzt und für so manchen ist es schwierig sich vorzustellen, diese drei Institutionen wieder voneinander zu trennen. Dazu gehört schon etwas Mut und Kreativität.
Die Idealvorstellung wäre natürlich, dass jeder Bürger soweit als möglich ein Selbstversorger ist und damit unabhängig von Staat und auch Wirtschaft. Vielleicht würde sich diese Unabhängigkeit und Entkoppelung dadurch zeigen, dass jedes (Wohn-) Haus einen Teil des Stroms aus Solarkollektoren beziehen würde. Damit wäre die Stromversorgung weitgehend von Stromkonzernen unabhängig und somit zu einem Teil von der Wirtschaft. Das bedingt aber, dass diese Solarzellen nicht vom Staat subventioniert werden, denn sonst ist man ja gleich wieder mit dem Staat verkoppelt und von dessen Almosen abhängig - das sollte eben auch vermieden werden. Siehst du jetzt den Zusammenhang und warum man die Entkoppelung anstreben sollte?
Heute wird dem Bürger ja nicht einmal mehr die Kinderbetreuung zugetraut. Ein Diplom soll her und damit wird auch die Kinderbetreuung vom Staat abhängig. Das Ganze gibt's bestimmt nicht gratis und so wird auch die Kinderbetreuung von Wirtschaft und Staat abhängig. EIN TEUFELSKREIS.
Obwohl sich zwar jeder Politiker als Familienfreund gibt und diese immer entlasten will, scheint das nur leeres Geschwätz zu sein. Wenigstens solch sinnlosen Kram müsste man entrümpeln und Leute die diese Ideen verbreiten entsorgen. Das würde ein Anfang zur Entkoppelung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sein. Die Verantwortung der Erziehung muss unbedingt bei der Familie liegen, denn nur so lernen unsere Kinder Verantwortung, Nächstenliebe und Nachhaltigkeit. Der Staat kann dies alles nicht vorleben, geschweige denn 'seinen' Kindern beibringen.
Sind wir heute also wirklich schon so weit, dass wir dem Staat und einem fetzen Papier (Diplom) mehr vertrauen als unseren Grosseltern, Tanten und Verwandten?
Der Eingriff des Staates in die Gesellschaft als Erzieher, Lehrer und Besserwisser ist m. E. langfristig gesehen noch gefährlicher als die Abhängigkeit der Wirtschaft. Dies hat nämlich einen direkten Einfluss auf unser Verhalten und unsere Wertschätzung.
Währenddem ein BR von einem Fest zum Anderen eilt und die Anderen sich Gedanken um ein Diplom für die Kinderbetreuung machen, erleben die Bürger dieses Staates die schwerste Krise seit knapp 80 Jahren. Wer jetzt immer noch nicht begreift, dass dieses Modell des Staates ausgedient hat, den kann ich nicht beneiden. Da müssen gewaltige Veränderungen stattfinden, um diese Missstände zu begleichen.
Einen schönen Tag
Mr. Pink
Den Ausdruck "Selbstversorger" kann man nicht unwidersprochen lassen.
Seit sich die Wege von Pflanzen und Tieren getrennt haben, ist eigentlich niemand mehr Selbstversorger. Jeder profitiert vom anderen. Nur zusammen können sie langfristig überleben.
Menschen können partielle Selbstversorger sein. Mein Grossvater, der damals noch ziemlich "ökologisch" lebte, war es vielleicht zu 30%. Als Vegetarier brauchte er kein Fleisch. Salat und Gemüse zog er selbst. Im Sommer gab es Salat, im Winter Gemüse, das, zusammen mit den Äpfeln (vom Bauern) für das tägliche Birchermus, im Keller gelagert wurde. Brot, Milch und Butter und Strom, Gas zum Kochen und Kohle zum Heizen (und Kleider, die Tageszeitung und und und) wurden eingekauft.
Heute gibt es fast nur noch "Lifestyle-Selbstversorger" (wir auch, weit unter 10%), ein Salatbeet, ein paar Beerenbüsche und Fruchtbäume, aber halt doch Frischgemüse das ganze Jahr und keine Schrumpeläpfel aus dem Keller.
Eine grosse Zahl ernsthafter Selbstversorger wäre ein Alptraum für unsere moderne, arbeitsteilige Gesellschaft. Im Sommer, wenn die Natur freigiebig ist, blieben die Gemüsebauern auf ihrer Ernte sitzen und müsste der überschüssige Strom der unzähligen PV-Dächer in Pumpspeicherwerken (die dann auf erbitterten Widerstand stossen würden) gespeichert werden. Im Winter müsste dennoch Frischgemüse aus Gewächshäusern und aus dem Süden in den Regalen sein und Spitzenstrom für Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und lange Gamer- und Fernsehabende bereitstehen.
Kurz:
Ich glaube, der Gedanke der Entkopplung heute unnötig verbundener Elemente, der Vereinfachung der Abläufe und der Stärkung der Eigenverantwortung und -steuerung ist richtig. Der Traum vom völlig entflochtenen, gänzlich selbstbezogenen Leben (im Idealfall der Privatplanet des kleinen Prinzen von Saint-Exupéry) ist es nicht.
Eine neue, nachmoderne Gesellschaft wird im Gegenteil noch vernetzter und komplexer sein und die Frage wird sein, wie sie geordnet und gestaltet werden kann, dass sie sich dennoch einfach, gut verständlich, freiheitlich und individualistisch anfühlt, wie sich moderne (und erst recht nachmoderne) Menschen dies wünschen.
Das schweizer Gesundheitswessen kostet pro Jahr 50 Mia in diesem Bereich wird das Geld verkonsumiert d.h. es verpufft meistens für lebensverlängernde Massnahmen.
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich ihnen ihre Wortschöpfung nicht übel nehme. Im Gegenteil, es hat mich zum lachen gebracht.
Ihrem Beitrag kann ich nur zustimmen; eine völlige Selbstversorgung, und somit Unabhängigkeit von der Wirtschaft, wird es mit dieser Weltbevölkerung nicht geben.
Den Staat erwähne ich hier bewusst nicht, weil ich überzeugt bin, es braucht ihn nicht und somit wäre theoretisch eine völlige Unabhängigkeit vom Staat möglich. Das ist so ungefähr wie mit dem Sozialismus, theoretisch funktioniert er...
Aber wie ich eben schon in den vorigen Beiträgen angetönt habe, ist unser gesamtes Leben von der Wiege bis zur Bahre von einer Arbeitsstelle und dem Umverteilungsapparat des Staates abhängig.
Und so ist es unmöglich unabhängig von Staat und Wirtschaft zu werden - jedenfalls zum Teil unabhängig.
Aber je mehr Freiheit der Staat uns lässt, desto unabhängiger kann jeder einzelne von Staat und Wirtschaft auch werden. Was schlussendlich jeder einzelne aus dieser Freiheit macht, bleibt selbstverständlich ihm überlassen.
Aber jemand der seine Zukunft selbst gestaltet und nicht vom Staat planen lässt, ist selbstständiger und verantwortungsvoller.
Aber viele scheinen mehr Freiheiten mit mehr Freizeit zu verwechseln und deshalb glauben jene, die Menschen würden sich dann aus lauter Langeweile eine Pumpgun kaufen. Dem ist aber nicht so - im Gegenteil: Mehr Freiheit bedeutet auch mehr Verantwortung und vielleicht sogar weniger Freizeit.
Heute ist einfach zu viel von einem REGELMÄSSIGEN Einkommen abhängig und das könnte sich in Zukunft als Fatal erweisen.
Mit dieser (Teil-)unabhängigkeit meine ich ganz einfach, dass jeder der z. B. seinen Job verlieren würde, nicht gleich das ganze System der AHV, ALV, Pensionskasse etc. ins wanken bringt, sonder selbst mehrere Monate ohne jegliche Subvention von Staat oder Einkommen aus Arbeit auskommen könnte. Heute sind aber die meisten auf ein regelmässiges Einkommen (Arbeit) oder auf Almosen vom Staat angewiesen. Wenn die also ihre Arbeit verlieren, sind sie zu 100% vom Staat abhängig. Und was geschieht wenn der Staat plötzlich sein Versprechen nicht mehr halten kann und selbst zahlungsunfähig wird (und der Tag wird kommen)? Ja dann kauft sich jener vom Staate betrogene vielleicht eine Pumpgun.
Der Punkt ist aber der: Ist man für sein Leben selbst verantwortlich, weiss man auch was es Wert ist. Und da muss man mir doch recht geben; nur wer weiss was das Leben wert ist, kann auch wirklich nachhaltig denken und sein.
So wären wir Menschen nachhaltiger in Bezug auf Ressourcen (namentlich Geld), wenn der Staat uns nicht ein unhaltbares Versprechen über ein sorgenfreies Leben bis in den Tod geben würde. Diese Sorglosigkeit bis in den Tod macht uns gewiss verantwortungslos und rücksichtslos.
Übrigens, als 'Kind' weiss ich nur eins, nämlich das ich nichts weiss :-) Und deshalb stelle ich alles erstmal in Frage und suche eine eigene Antwort.
Es grüsst sie
Mr. Pink
Nur in der Frage der Ursachen und in der Frage des gesunden Masses. In der von Dir runtergebeteten Art ist es wirklich nichts als Blödsinn.
Zum x-ten Mal: Ich bin nicht gegen "die Wirtschaft", gegen das Leistungsprinzip (wer mehr leistet, soll sich auch mehr leisten könnnen)¨, auch nicht gegen ökonomische Effizienz.
Aus dem Effizienzbedürfnis folgt unter anderem die Arbeitsteilung: Theoretisch könnte zwar jede(r) / jede Familie Selbstversorgerin sein, was aber hochgradig ineffizient wäre, und wie richtig gesagt, mit so vielen Menschen auf dem Planeten gar nicht erst möglich. Und wie die Welt aussähe, wenn jeder seine eigene Polizei hätte, also mal ehrlich!
Was wäre RECHT? Wie wäre die Justiz zu organisieren? Selbstjustiz? Der Schritt zur "Pumpgun-Gesellschaft" wäre nicht nur klein, sondern schlicht logisch.
Vermutlich hat sie im Erdaltertum schon existiert, und ihre Anhänger wurden wegselektioniert, sind ausgestorben, weil ein gewisser Altruismus biologisch effizienter ist.
Deshalb pflanzt einer Weizen, der andere holt Wasser, der dritte schlägt Holz, ein vierter unterrichtet Kinder, ein fünfter schützt das Recht, und die andern 95% suchen es mehr oder weniger dreist zu hintertreiben... Nun, ganz so schlimm ists ja nicht.
Und daraus ergaben sich auch gewisse gesellschaftliche Gemeinschaftsanliegen, die - zumindest geografisch lokal - von dieser am effizientesten gelöst werden, und die sich irgendwan "Staat" nannte. Ein Staat ist also bis zu einem gewissen Grade die effizienteste Organisationsform einer "Gesellschaft".
Aber mit der Globalisierung der Wirtschaft wurden viele dieser gewachsenen Strukturen hintertrieben, untergraben und zerstört.
Zumindest die Nationalstaaten existieren faktisch nicht mehr.
Dass es z.B. Kinderkrippen (staatliche und private) gibt, lehrt uns mehrere Sachen:
Es besteht offenbar ein Bedürfnis, geringgeschätzte Verantwortung (z.B. Familie, die kleinste Staatsform!)abzutreten (und dafür eine andere zu übernehmen).
Kinderbetreuen in der Familie und überhaupt Haushaltarbeit wird nach wie vor zuwenig als wirtschaftliche Leistung anerkannt.
Einige (Grossverdiener?) sind überzeugt, dass eine andere Körperschaft effizienter ist im Kinderbetreuen als sie selber, und dass eine andere Arbeit mehr wert sei als das Kinderbetreuen.
Einige (Möchtegern-Grossverdiener?) sind überzeugt, dass der Staat effizienter ist im Kinderbetreuen als sie, und sie deshalb ihre Zeit dazu verwenden, Geld für die externe Kinderbetreuung zu verdienen.
Offenbar ist es effzienter, die Kinderbetreuung dem Staat zu übergeben, wenn dafür in einer andern Branche ein höheres Einkommen erzielt werden kann.
Es gibt hunderte solcher Beispiele, bei denen bei mehr oder weniger Menschen das Bedürfnis entsteht, eine Sache gemeinsam zu lösen, und die damit nach mehr oder weniger Staat schreien.
Wir wollen den Staat, wir sind der Staat, wir bleiben immerwährend Teil des Staats. ob wir wollen oder nicht
Die Frage nach dem Mass ist damit nicht beantwortet, nur diese lohnt sich, zu diskutieren.
Vorab:
Mich hat gefreut, dass Sie in einem Ihrer letzten Beiträge H. G. Wells erwähnt haben. Seine Weltgeschichte finde ich die Beste, wie wenn wir Teil eines wunderbar epischen Films wären.
Dann:
Wenn Sie der Meinung sind, dass der Staat primär eine Parallelwirtschaft ist, dann stimme ich Ihnen zu. So gehört er abgeschafft. Ist er aber primär das Regel- und Ordnungswerk, das sich die menschliche Gemeinschaft geschaffen hat, um Chancengleichheit zu fördern und zu sichern, Missbrauch zu verhindern, Einrichtungen, die nur gemeinschaftlich durchführbar sind, zu betreiben und Bedrohungen, die alle betreffen, abzuwenden, dann ist er sinnvoll und notwendig.
Ebenfalls bin ich einverstanden, dass der Staat keine Versprechungen für die Zukunft machen sollte, von denen er nicht weiss, ob er sie halten kann. Die Dienstleistungen, die den Alten zukommen, müssen von den dann lebenden Jungen erbracht werden. Deshalb kann er (der Staat) zwar versprechen, dass einem im Alter geholfen werde (das Umlageverfahren der AHV), aber nicht, dass man im Alter wohlhabend sei (die 2. Säule).
Manchmal dünkt mich, dass wir glauben, dass nur Abstimmungen in Räten oder an Urnen gute und nachhaltige Resultate bringen können, Abstimmungen an der Migroskasse, beim Autokauf und an der Zapfsäule, beim Arzt und im Spital (usw.) aber nicht. Wie wenn wir nur mit dem Stimmzettel in der Hand mündig wären, mit Portemonnaie und Kreditkarte aber nicht.
"Gott ist tot, und sollten wir deshalb ein wenig mehr Ehrfurcht vor der Natur zeigen?"
Ja meiner Meinung nach schon, ich bin der Meinung dass der Mensch nicht alles tun sollte, nur weil er es kann. Wobei ich selbst eher wissenschaftlicher Natur bin und auch nicht an Gott in Person glaube sondern als Schöpfung, glaube ich, dass es ethische Grenzen gibt, die wir uns selbst setzen sollten. Ich glaube alles was auf natürliche Weise erschaffen worden ist, sollte man nicht so manipulieren, dass es zu schädlich wird, oder grundlegend verändern, wie dies etwa bei der Gentechnik der Fall ist, so etwa die Implantierung von Korallengene in Christbäume, so dass sie selbstleuchtend werden. Wenn dies so vorgesehen wäre von der Natur, gäbe es dies schon, oder es wird in Zukunft entstehen.
Da der Mensch als einziger in der Lage ist, seine Umgebung massgeblich zu verändern, und auch in den natürlichen Verlauf der Dinge sich einmischen kann, so sollte er auch seinen Schaden in Grenzen halten, oder nichts tun womit er sich selbst und Mitlebewesen in Gefahr bringt. Deshalb glaube ich sehr, dass Biomimetrik und umweltfreundliche Technologien unsere Zukunft prägen werden.
Der Mensch wäre sogar in der Lage, seinen ökologischen Kreislauf zu erschaffen, aber das wird wohl nie zu 100 Prozent der Fall werden.
http://www.derbund.ch/zeitungen/meinung
Z.B. den Wachstums- und Casiono-Kapitalismus.
Siehe erstes Posting von blogwatch:
http://dasmagazin.ch/index.php/kapitalismus-als-religion-folge-1/
Oder wie es ein Leserbrief sehr schön formulierte:
Kapitalismus ist eine Religion,
mit Propheten wie Adam Smith, Milton Friedman, John Kenneth Galbraith,
mit Predigern wie Margret Thatcher, Thomas Held, Silvio Borner oder Hans-Rudolf Merz,
und Kathedralen, wie die Hochschule St. Gallen oder Wall Street.
(Quelle im Juli09 siehe Link oben.)
Ergänzung:
Und auch diese Religion hat ihre kranken Auswüchse: Fanatismus, Blindheit, Hassprediger, Lügner, Terroristen, Verbrecher gegen die Menschlichkeit.
ch, HaJede Religion ist
Ja, was ist Religion ?
Die Erklärungsversuche, die wir uns im Kopf zurechtlegen, um mit der Welt klar zu kommen, oder das Gefühl der Eingebundenheit (religare, lat., einbinden, festbinden), das einen befällt, wenn man frühmorgens auf einer taufeuchten Wiese steht ?
(Kann es sein, dass, wenn wir nur mit dem Kopf (caput, lat. der Kopf) und nicht auch mit dem Herzen denken, vieles kaputtgeht ?)
Da sprechen sie mir aus dem Herzen! :)
http://dasmagazin.ch/index.php/kapitali
Religion kann positiven und negativen Touch haben (auch unabhängig vom Schöpferglauben).
Positiv:
Wenn sie dazu beiträgt, in uns die
die Herzen, den Geist anzusprechen und als Lebenspfeiler genauso zu aktivieren und anzuerkennen wie die ach so logische Kopfarbeit.
Negativ:
Wenn sie in unkritisches blindes "Vertrauen" und/oder Fanatismus mündet.
Bezüglich der jetzigen Erosion der aufgeklärten Vernunft und menschlich-kultureller Werte dürfte klar sein, welcher Aspekt voll durchgeschlagen hat...