Slumdog
[Version française: Slumdog]
Nun hat also Slumdog Millionaire kräftig Oscars abgeräumt. Als Folge wird er noch grössere Zuschauer anlocken und noch mehr diskutiert werden. Obwohl ich ja Filme und Theaterstücke immer politisch sehe, habe ich, ganz ehrlich gesagt, die politische Brisanz des Filmes etwas unterschätzt. Schon nur der Titel: Dass Slumdog ja wörtlich Slumhunde heisst und also Slumbewohner beleidigen muss, habe ich erst anlässlich der jetzigen Polemik richtig realisiert. Kenner wehren sich zum Beispiel gegen die Sequenz, in der ein Junge geblendet wird, damit er als Bettler mehr einträgt. „So etwas gibt es bei uns nicht.“, sagen sie. Dass für Inder zudem die Szene, in der ein Junge aus einer Latrine in einen Kothaufen springt, ebenfalls eine Beleidigung sein muss, leuchtet uns im Westen, die wir bei der Szene naiv und unpolitisch schmunzeln, auch erst ein, wenn wir erfahren, dass es gar keine derartigen Kothaufen gebe.
„Vieles hat sich ja bei uns zum Besseren gewandelt“, betonen Sozialarbeiter, die in indischen Slums arbeiten. Es ist offensichtlich: Viele wollen die grossen Probleme im Land lieber selber regeln als unter dem spöttischen Gelächter der ganzen Welt.
Hand aufs Herz: Das geht auch anderen so.
Bis bald
Moritz Leuenberger
Nun hat also Slumdog Millionaire kräftig Oscars abgeräumt. Als Folge wird er noch grössere Zuschauer anlocken und noch mehr diskutiert werden. Obwohl ich ja Filme und Theaterstücke immer politisch sehe, habe ich, ganz ehrlich gesagt, die politische Brisanz des Filmes etwas unterschätzt. Schon nur der Titel: Dass Slumdog ja wörtlich Slumhunde heisst und also Slumbewohner beleidigen muss, habe ich erst anlässlich der jetzigen Polemik richtig realisiert. Kenner wehren sich zum Beispiel gegen die Sequenz, in der ein Junge geblendet wird, damit er als Bettler mehr einträgt. „So etwas gibt es bei uns nicht.“, sagen sie. Dass für Inder zudem die Szene, in der ein Junge aus einer Latrine in einen Kothaufen springt, ebenfalls eine Beleidigung sein muss, leuchtet uns im Westen, die wir bei der Szene naiv und unpolitisch schmunzeln, auch erst ein, wenn wir erfahren, dass es gar keine derartigen Kothaufen gebe.
„Vieles hat sich ja bei uns zum Besseren gewandelt“, betonen Sozialarbeiter, die in indischen Slums arbeiten. Es ist offensichtlich: Viele wollen die grossen Probleme im Land lieber selber regeln als unter dem spöttischen Gelächter der ganzen Welt.
Hand aufs Herz: Das geht auch anderen so.
Bis bald
Moritz Leuenberger



18 Kommentare
Der Oscar für den besten Schauspieler in einer "Leading Role" war wohl die schwierigste Entscheidung. Doch ist letztendlich die Wahl von Sean Penn sehr gerecht und verdient und erlaubt Hollywood eine dringend notwendige politische Botschaft zur Gleichberechtigung von Gays auszusenden. Langella in der Rolle Nixons fand ich absolut genial und er hätte die Auszeichnung ebenso verdient. Nur ist der Film zur Zeit nicht sehr timely, um die richtige politische Botschaft auszusenden.
2008 war ein grosses Filmjahr und ist zu vergleichen mit einem exzellenten Bordeaujahrgang!
http://de.wikipedia.org/wiki/Millennium
Man sollte sich fragen, zu was die politisch korrekte Betroffenheit über das Wort "Slumdog" führt.
Ist sie geeignet, die Situation der hunderten Millionen "Slumdogs" zu verbessern?
Oder dient sie lediglich dazu, weiterhin der Wahrheit nicht ins Gesicht blicken zu müssen?
Vielleicht müssten sich die Hunde beleidigt fühlen, denn diesen paar Dutzend Millionen Hunden auf der Welt gehts wohl besser als den paar hundert Millionen Menschen, die "unter jedem Hund" in Slums, in Armut, in Krankheit, in Unterdrückung oder im Krieg dahinvegetieren. Aber vielleicht ist das in Indien anders.
Oder all die Unterhunde, welche jene Löhne erarbeiten, welche dann die Nichtsnutze in den Teppichetagen einstreichen.
Jedenfalls sollten wir uns vielmehr überlegen, welche wirtschaftlichen. ökologischen und sozialen Bedingungen dazu führen, dass die Verstädterung und Verslummung weltweit zunimmt, auch bei uns. Und daran denken, dass wir meilenweit von den Millenniumszielen der UNO entfernt sind und uns weiter davon entfernen!
Mein Kommentar passt leider nicht zu diesem Thema, aber ich habe hier kein Thema gefunden wo er passen würde.
Er betrifft den aktuellen Schlamassel der UBS.
Ich möchte Sie Herr Leuenberger und alle anderen die diese Seite besuchen darauf aufmerksam machen, dass die U.S. Einkommenssteuer, welche die UBS einigen Amerikanern geholfen hat zu hinterziehen, gegen die Bill Of Rights verstösst.
Es ist eine illegale Steuer!!!!! Sie wurde zusammen mit der FED, eine Privatbank die den Dollar druckt und gegen Zins verleiht, eingeführt.
Die Einkommenssteuer braucht der Staat, um zumindest ein Teil der Schulden an die FED tilgen zu können.
Gehen Sie dieser Sache nach und kämpfen Sie mit diesem Argument, lieber Bundesrat.
Liebe Grüsse
Nikki May
Ich benütze die Stille, um einen weiteren Gedanken auszuspinnen:
Pink braucht häufig den Gegensatz von Rechts und Links. Damit hat er viel mehr Recht als wir meinen, aber auch Unrecht. Es gibt diesen Gegensatz; aber so, wie er ihn braucht, ist es im Grunde der Gegensatz von Rechtsbürgerlich und Linksbürgerlich. Beide würden gern Gutes tun (so schlecht sind die meisten Menschen doch gar nicht). Der Rechtsbürgerliche möchte (manchmal) Geld zurückgeben; aber er weiss auch, dass Geld Unheil anrichten kann und versucht deshalb, diese Rückgabe über eine wohlmeinende Philanthropie wie eine Stiftung (oder ein Museum, wenn er zuviel Kunst gesammelt hat) zu kontrollieren. Der Linksbürgerliche möchte (häufig) Geld umverteilen. Er versteht oft zu wenig von Geld und richtet dann manchmal tatsächlich Unheil an, wie geschehen bei Freddie Mac und Fanny Mae.
Wirkliche Linke (ich bin, anders als damals mein Grossvater, keiner) haben keine philanthropischen Beweggründe. Sie wollen nicht, dass ihnen Gutes getan wird, sondern dass sie, wie alle anderen auch, diejenigen Rechte erhalten, die sie befähigen, selbst für ihr Wohlergehen zu sorgen.
Ich finde es eine Schwäche der heutigen Schweizer Sozialdemokratie, dass sie mehr linksbürgerlich als links ist. Viele von ihnen würden in einen linken Flügel der bürgerlichen Parteien gehören.
Ist es nicht so, dass die zwei wichtigsten sozialen Projekte der letzten zwanzig Jahre, die obligatorische Krankenkasse und die 2. Säule, statt zu Solidarprojekten (die Gesunden zahlen für die Kranken, die Starken für die Schwachen) zu Kapitalprojekten (alle sparen, aus dem Topf wird gezahlt) geworden sind ? Und hat nicht gerade die jetzige Krise gezeigt, dass die vermeintliche Sicherheit des Topfs das grösste Risiko ist ?
Ist es nicht ein Problem, dass man glaubt, dass man das Problem der Überalterung mit Geld und nicht Arbeit lösen zu können ? Soll, was Sorge wäre, ein Geschäft sein ? Müsste nicht (ich versuche jetzt die Kurve zu nehmen, was (leider) nicht ganz gelingen wird) eine richtige Linke (und eine richtige Rechte, wenn sie ehrlich ist) dafür kämpfen, dass Sorge Sorge bleibt, von Menschen für Menschen und nicht von Produzenten für Konsumenten ?
Leider fürchte ich, dass auch die riesigen Rettungspakete gegen die Finanzkrise, nur noch mehr Haie und Heuschrecken anziehen. Wer soll denn, ausser Menschen mit einer ausgeprägten spekulativen Begabung, mit diesen neuerlichen Geldbergen etwas anfangen können ?
Ich wünsche mir, dass unsere linken Parlamentarier und Bundesräte diesen Weg des "Empowerment" der Massen (der für Entwicklungsländer entwickelt wurde) auch hier konsequent einfordern. Wenn man etwas aus Filmen über arme Menschen und Slums in Entwicklungsländern lernen kann, dann, dass diese Menschen genau so klug, sympathiebegabt und zielstrebig sind, wie die besser gestellten, aber dass ihnen meist die Spielräume und Handhabe (und meist auch die Rechte dazu) fehlen, dies tatsächlich zu tun.
http://moritzleuenberger.blueblog.ch/p1
http://moritzleuenberger.blueblog.ch/p108.html
glaubte ich, dass die links-rechts-ideologischen Gräben etwas zugeschüttet wurden.
Sie werden aber kurz darauf von gewissen Stammgästen hier mit Inbrunst wieder ausgehoben. Dass sie dafür ein Feinbild (wie mich) brauchen und mich gerne in einem "grünmarxisitischen" Graben sehen, kann ich aus ihrer Optik nachvollziehen. Welch Glück für sie.
Pink erkennt immerhin wenigstens manchmal noch Gemeinsamkeiten mit meinen Argumenten, Blogwatch kanzelt uns vom hohen Ross oben runter.
Bei Ueli Schäfer werde ich auch nicht ganz schlau. Auch er scheint irgendwie an Schubladen für Linke und Rechte herumzubasteln. Das bringt uns einfach nichts.
Für mich sind "beide Seiten" unfähig, die sogenannte "Krise" (welche nach solcher Vorgeschichte nichts als NORMAL ist!) zu meistern.
Die Linke will sinnlose Strohfeuer- und Giesskannenübungen veranstalten, die Rechte will Staaten und Demokratien demontieren und volle Pulle weiterfahren mit dem fatalen "business as usual" oder am liebsten direkt zum Sozialdarwinismus wechseln.
Ich wage mal eine provokative Bilanz:
Die "Linken" sind die "besseren" Kapitalisten.
Denn vor allem "dank" ihnen hat er überhaupt solange überlebt. Stichwort soziale Marktwirtschaft.
Mit dem reinen, nackten Kapitalismus, wie er Pink vorzuschweben scheint, hätten sich die ganz rücksichtslosen Ellbogen-Geschäfter längst ins Offside gefahren und wären in einer Revolution untergegangen.
Was aber beide Seiten nicht begreifen wollen, ist die Begrenztheit unseres Systems, in dem unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist.
Folge:
Entweder strebt man Stabilität an (wie alle Wachstumskritiker), oder man nimmt die barbarischen Selbstregulierungsmechanismen der Wachstumswirtschaft in Kauf (wie der Rest der Welt).
Dieses Fazit ist nicht misanthropisch, sondern schlicht die Realiltät.
Ich lese Ihren Blog seit Anbeginn und kommentiere auch (allerdings ganz selten).
Anfangs gab es hier wirklich gute Diskussionen, die mehr oder minder auch konstruktiv waren. Das ist heute seltener geworden. Dafür kommen jetzt öfter Pöbeleien vor (Schimpf schimpf Sozialisten... schimpf schimpf grün-rotes Pack... schimpf schimpf Sozialistenpack... etc.)
Tja, es wird dadurch leider immer uninteressanter. Aber auch Ihre Themen sind etwas flacher geworden. Ich denke, dass es schon wichtigere Themen gibt als die Ruhewagen oder die uninteressanten jährlichen Oscar-Gewinner.
Ich hoffe, das Blatt wird sich mal wieder wenden und sonst... Blogs gibt es ja unterdessen wie Sand am Meer.
Übrigens ist die Unterteilung in Links und Rechts meiner Meinung nicht mehr aktuell, denn eine richtige Linke hat die Schweiz leider wahrlich nicht mehr.
Gruss
I. Gärtner
"...Obwohl ich ja Filme und Theaterstücke immer politisch sehe, habe ich, ganz ehrlich gesagt, die politische Brisanz des Filmes etwas unterschätzt..."
Dieser Satz ist mir etwas aufgelegen...
Die Macher des Films wollten ganz eindeutig einen tollen, unterhaltsamen Film machen - ja der nicht an der Realität vorbeigeht - aber eine politische Botschaft enthält er eigentlich nicht. Wenn wir als verwöhnte, realitätsfremde Westler, da etwas politsch hineininterpretieren, dann ist es wohl eher unser eigenes Unbehagen, wenn wir so direkt mit den Realitäten der dritten Welt konfrontiert werden.
Sorry, ich finde das zwanghaft und schade, wenn jemand in jeden Film und jedes Theaterstück etwas Politisches hineininterpretieren will! Film und Theater sind vorallem da, um zu unterhalten und eben gerade vom der Oede und Verlogenheit des Alltags abzulenken! Von Politik haben es die meisten bis oben gestrichen voll! Glauben sie mir!
Die meisten Leute registrieren, die kleinen Botschaften wohl und haben meist ein offeneres Herz als manche Politiker (ich klage damit nicht sie persönlich an...). Nee immer und überall Poltik und Interpretation, nee danke!
Für Leute die sich nicht länger von schönen Hollywood Geschichten und Reden unserer "Volks"vertreter beeindrucken lassen wollen hier einige interessante Videobeiträge zu den Referenten.
http://www.anti-zensur.info/videos.html
Besonders für Sie Herr Leuenberger als Verkehrsabgeortneter brisant der Beitrag von Werner Altnickel, warum wurde die schweizer Bevölkerung nie informiert darüber das die USA eine uneingeschränkte Überflugsgenehmigung hat die nie durch unser Parlament ging?
Ueberbordende Kosten bei der NEAT -
In Ihrem Blogbeitrag vom 13.10.2008 rühmen Sie den NEAT-Bau so, als würde alles wie geplant laufen.
Der Bundesrat empfahl dem Volk die NEAT mit Gesamtkosten von Fr. 12.5 Milliarden zur Annahme. Inklusive Anschluss der Ostschweiz an die NEAT via Zimmerberg und Hirzel. Die Teuerung sei während der ganzen Bauzeit inbegriffen, hiess es.
Heute sind die Kosten auf ca. 18 Milliarden aufgelaufen. Der Anschluss Ostschweiz wurde ersatzlos gestrichen, notabene. Selbst die Piora-Mulde verzeichnete beim Durchstoss keine nennenswerten Probleme. Bis dato ist der Bau fünfzig Prozent teurer und Sie kritisieren die Mahner, die darauf hinweisen.
Der Terminal in Italien, der die ankommenden Lkws aus dem Norden einmal übernehmen soll, ist schon seit Jahren geplant, vorhanden ist es jedoch noch immer nicht. Es herrschen eben weiterhin unterschiedliche Meinungen darüber, wer es finanzieren soll. Schlussendlich wird es wohl einmal mehr das "reiche" Schweizervolk abstottern müssen, weil der Bundesrat eben unfähig ist, sich durchzusetzen.
Selbst Rolf Büttiker, seines Zeichens Vizepräsident der NEAT-Aufsichtsdelegation ist besorgt. Für ihn sind (man höre und staune) die Teuerung, die Mehrwertsteuer und Anpassungen an die Sicherheit Schuld an dieser 50%-igen Verteuerung (Migros Magazin Nr.9, 2009).
Ich meine, die Besorgnis hätte viel früher einsetzen müssen.
Heute fragt sich doch jeder, welche Rolle die NEAT-Aufsichtsdelegation eigentlich spielt? - Wohl keine!? Es müssen die steuerfreien Nebeneinkünfte sein, die jahrelang in deren Taschen sprudeln.
Die Verhandlungen zum An- und Abflug über süddeutsches Gebiet mit dem zuständigen Baden-Württembergischen Minister sind nicht zu Gunsten des Schweizervolkes ausgefallen, Dank Ihrer miesen Verhandlungstatktik sind einseitige Vertragsbedingungen in Kraft getreten, welche praktisch identisch mit dem Vertrag selbst sind.
Ist es nicht zynisch, wenn man die gegenwärtigen Südanflüge über dicht besiedelte Gebiete nur als Übergangslösung dulden sollte, sie aber schliesslich stillschweigend als Endlösung akzeptieren muss, nur um den "lästigen" Nachbarn im Norden zu beruhigen? Als Vertreter des Schweizervolkes vertreten Sie damit jedoch die Interessen der Deutschen und nicht die unseren. - Irgendwie paradox!
Weitere Probleme, die Sie zwar nicht direkt betreffen, aber Sie als Bundesrat im Kollegium trotzdem berühren, sind:
Verluderte Sozialversicherungen, rote Zahlen bei der IV, Prämienexplosion bei der "kranken Kasse", mittelfristig defizitäre AHV und brandaktuell die UBS-Skandale. Hier sollten Sie jetzt und heute etwas unternehmen und nicht warten, bis Sie sich von anderen Staaten erneut vorschreiben lassen müssen, wie Sie zu handeln haben.
Doch was machen Sie? Sie wissen nichts gescheiteres zu tun, als in Ihrem Blog über Sinn und Unsinn von Ruhewagen der SBB und über einen indischen Jungen, der in einem Film angeblich in einen Sch....haufen gehüpft ist zu schreiben.
Ich bin es leid, ständig den Kopf hinhalten zu müssen, für die Vergehen unserer Regierung. Irgendwie gewinne ich den Eindruck, das Volk ist in Ihren Augen nur gut genug, ihre politischen Experimente mit stetig steigenden Steuern und Abgaben zu finanzieren. Das erinnert mich an die Philosophie des Kommunisten Karl Marx, der in einem an Brief an Adolf Cluß, 1852 (MEW 28,537) über den Plebs schrieb: "Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht."
Gestern wie heute, geändert hat sich nichts.
Tut mir leid, wenn Sie die Dominanz gewisser Teilnehmer und Themen hier negativ empfinden. Mit meinem Nickname stemple ich mich selber zum Ein-Themen-Blogger.
Die beschränkte Vielfalt hängt vielleicht auch mit der Aufschalt-Rate der Kommentare zusammen.
In vielem könnte man mit BR Leuenberger übereinstimmen. Aber Kopfnicken ist ja nicht spannend. Je politischer es wird, desto kontradiktorischer werden logischerweise die Kommentare.
Die Bedeutung und Wirkung eines "europäischen Eisenbahnpreises" z.B. kann ich mir schlecht ausmalen. Hier fehlt mir eine Diskussionsbasis, auch sähe ich keinen Sinn, daraus einen politischen Fight zu machen.
Gut, ich hätte meine Anerkennung ausdrücken dürfen. Sicher sind "Preise". Lob und Anerkennung motivierender als dauernde Schelte von allen Seiten.
Von daher verstehe ich Herrn BR ML, wenn er sich nicht immer mit Beiträgen exponierten will, die viel Angriffsfläche bieten.
Andererseits fühlen sich Politiker wohl dann am meisten bestärkt im Ausloten des "Goldenen Mittelwegs", wenn die Kritik von ALLEN Seiten kommt.
Ich hätte gern mal einen Blog von Frau Leuthardt oder Herrn Merz zum Kommentieren! Da gäbe es sehr viel mehr zu sagen und auch mehr zu meckern.
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Gruss,
Spass
http://dasmagazin.ch/index.php/es-dreht
Danke für Ihre massvollen Worte.
Ich glaube, der Hauptunterschied unserer unterschiedlichen Auffassungen kommt daher, welchen Ursprung wir, vielleicht unbewusst, annehmen. Kommt die Welt aus dem Sein, dann hat alles seinen Preis: Gibt es mehr von diesem muss es zwingend weniger von jenem geben. Kommt sie aus dem Nichts, dann kann dies ohne eine wundersame Vermehrung (dem "Wachstum") gar nicht gegangen sein.
Diese Vermehrung kann, da haben Sie Recht,im konkreten Fall dieses Planeten, seinen Energiehaushalt zwischen Ein- und Abstrahlung und das auf dem Planeten zur Verfügung stehende Material (einschliesslich seiner Fläche) nicht überschreiten. Der Unterschied zu den anderen Planeten, die wir kennen, besteht aber darin, dass im Rahmen dieser Grenzen auf der Erde ein riesiger Wachstums- oder Verschachtekungsprozess, wenn Ihnen dies lieber ist, entstanden ist, dessen Grenzen m.E. noch nicht absehbar sind.
Dass auf diesem Weg viele Dummheiten passieren, die bei den Menschen durch die Hebel (leverage) des Denkens, der Sprache, der Zusammenarbeit und der Technik, beachtliche Ausmasse annehmen können, bestreite ich nicht. Dennoch scheint mir das Positive (die Enfaltung in immer neuere Lebens- und Wirtschaftsformen, Kunstformen, Bewusstseinssphären, was auch immer), das Negeative (wie Wertberichtigungen wie gerade jetzt) bei Weitem zu überwiegen.
Ich weiss nicht, wo sie Ihren Lebenssinn hernehmen. Für mich ist er in der Teilhabe an diesem Vorgang, der so ausserordentlich ist und, neben vielem Negativem, das streite ich gar nicht ab, soviel Schönes und Gutes hervorbringt.
..
(Im URL Feld ein interessanter Artikel, den viele wohl schon gelesen haben.)
Toller Link.
Für mich ist nicht unbedingt etwas neues dabei, aber vielleicht werden meine Beiträge nun etwas ernster genommen, denn ich habe schon oft die selben Themen und Beispiele aufgegriffen die Mr. Ferguson im Artikel erwähnt.
Das interessanteste ist m. E. wohl folgendes:"Es kommt jedoch nicht nur darauf an, wer mehr davon hat (Geld). Genauso wichtig ist, wie die Geldwirtschaft eines Landes organisiert ist, auf welcher Grundlage zum Beispiel der Wert von Münzen oder Scheinen beruht. Entscheidend ist, wie das Kredit- und das Bankenwesen gestaltet sind. Welche Organisationsformen für Wirtschaftsbetriebe eine bestimmte Epoche entwickelt hat. Entscheidend ist das Finanzsystem."
Den Wert der Münzen und Scheine im heutigen System habe ich schon des öfteren angesprochen, aber noch viel interessanter ist, dass angeblich Entscheidende sei das Finanzsystem.
Nun, jedem sollte klar sein, dass wir mit dem Dollar als Weltwährung mehr oder weniger im gleichen Sumpf stecken, wie das US- Finanzsystem. Und darum haben wir ja auch eine Weltwirtschaftskrise. Die Krise wurde quasi mit dem Dollar exportiert.
Deshalb ist klar, die Lösung zur jetzigen Krise kann nicht auf einer (internationalen) Regulierungsbehörde beruhen, welche dann den Dollar, oder eine andere Papierwährung, als (Welt-) Währung akzeptiert und bewirtschaftet.
Gruss
Mr. Pink
Grundsätzlich brauche ich nicht verbissen nach einem Lebenssinn zu suchen; das Leben ist Selbstsinn. Punktum. Voilà.
Einen Teil des Lebenszwecks entnehme ich aus dem Drang nach Entwicklung, Veränderung, Verbesserung und nach Zukunftskompetenz. (Aber jedenfalls nicht nach quantitativem Wachstum...)
Mr. Pink findet den Link toll.
Ich auch.
Also klopfen wir uns gegenseitig ein bisschen auf die Schultern und stimmen ins Lied ein "wir haben es ja schon immer gesagt".
Die Tragik aller Krisen. Zukunftsforscher sind Historiker, die auch nach vorne blicken.
Aber auf Zukunftsforscher hört keiner. Für eingetroffene (schlechte) Prognosen bedankt sich niemand. Sondern die Propheten werden höchstens der Arroganz bezichtigt, wenn sie auf ihren "Erfolg" hinweisen.
Hier in der englisch-schprachiger Welt kein Filmkritiker hat den Namen "slumdog" als Beleidigung empfunden. Ein "slumdog" ist offensichtlich ein zaeher und bewunderungswerter Ueberlebenskuenstler; so wie in der Armee a "dogface" ist der zaehe, tapfere, dreckige, usw. Infanterist. Offenbar hat das kein Mensch den Slumbewohners von Mumbai erklaert. Alle Glauben Englisch zu koennen, aber Englisch ist eine sehr nuancierte Sprache, die man nur nach vielen Jahren in einem Land, wo sie einheimisch ist, wirklich versteht.
"Slumdog" wuerde man eben als "backhanded compliment" bezeichnen.
Mit freundlichen Gruessen,
R. Zimmermann