Erste 1. August Blog Rede
[Version française Premier discours blogué du premier août]
[Versione italiana Primo discorso del 1° agosto pubblicato in un blog]

Nachdem ich in den letzten Jahren meine 1. Augustreden 2005 in Samaden (rätoromanisch und schweizerdeutsch sprechender Teil der Schweiz), 2006 im Val de Travers (Kt. NE, französisch sprechende Schweiz), 2007 in Palagnedra (italienisch sprechende Schweiz) klassisch bei Lampions und Feuer gehalten habe und mich 2001 und 2006 als Bundespräsident an Radio und Fernsehen zum Nationalfeiertag äusserte, verfasse ich diesmal, vor einer anderen Gemeinde und in einem anderen Medium, einen 1. August Blog. Das ist nicht nur für mich eine Première: Es handelt sich schweiz- und weltweit um die erste 1.August-Rede in einem Blog überhaupt.

Liebe Besucherinnen und Besucher meines Blogs,
Was ist schweizerisch? In einer Serie lässt die NZZ Gastautoren über diese Frage nachdenken und schreiben. Mir ist aufgefallen, dass zwei Kulturschaffende, die hier wohnen und arbeiten, nämlich Stardirigent Nicolas Harnoncourt aus Österreich und Matthias Hartmann, Direktor des Zürcher Schauspielhauses aus Deutschland, unabhängig voneinander beide einen Umstand als „typisch schweizerisch“ empfinden: Die Schweizer würden auf den Strassen oft unter der signalisierten Höchstgeschwindigkeit fahren. Beide lassen keinen Zweifel daran, dass sie diesem helvetischen Volkscharakterzug nicht das Geringste abgewinnen und darüber nur verständnislos ihre Köpfe schütteln können.
Ich könnte mich als Verkehrsminister natürlich über gelegentliche gegenteilige Feststellungen der Polizei äussern. Ich könnte Harnoncourts und Hartmanns Beobachtungen auch näher untersuchen: Häuft sich die angeprangerte zurückhaltende Fahrweise eher auf dem Weg ins Geschäft, während der Arbeitszeit oder auf dem Heimweg? Die psychologischen Schlüsse wären relativ einfach zu ziehen. Ich könnte gewiss auch über die möglichen tiefenpsychologischen Wurzeln dieses Limiten unterschreitenden Nationalverhaltens sinnieren. Bedeutet es eigenverantwortliches Sicherheitsdenken, ökologisches Bewusstsein oder gar ein abgeklärtes Verhältnis zu Zeit und Ewigkeit?
Doch lassen wir die Spielereien; Spott will ich schon gar nicht aufkommen lassen. Ich schätze das kulturelle und politische Engagement der beiden, ich denke besonders an einen Beitrag von Harnoncourt zu Schul- und Bildungsfragen, und ganz ehrlich gesagt: So einfach ist die Frage „Was ist schweizerisch?“ keineswegs zu beantworten.

Doch zur Feier des 1. Augustes sei ein Versuch gewagt:
Eine schweizerische Besonderheit muss ich bei bilateralen Verhandlungen, in UNO-Konferenzen oder internationalen Kongressen immer und immer wieder erklären:
Die direkte Demokratie und ihre Folgen für die Stimmbürger, für unser Regierungssystem und für den politischen Stil. Selbst in europäischen Demokratien stösst sie nicht nur auf Unkenntnis, sondern auch immer auf Unverständnis. So hat mir kürzlich der Staatspräsident eines Nachbarlandes wohlmeinend zugeraunt: „Von dieser mühsamen Staatsform werdet Ihr ja gelegentlich einmal abrücken müssen.“
Überwinden wir mal den ersten patriotischen Rechtfertigungsreflex und fragen wir uns selber: Ist an diesen Vorbehalten vielleicht doch etwas dran?
Gerade als Verkehrsminister sehe ich, dass die Politik in repräsentativen Demokratien mit ihren wechselnden Regierungsmehrheiten oft eher ein Hüst und Hott darstellt und weniger von geradliniger Konsequenz geprägt ist. In unserer direkten Demokratie aber haben sich die Stimmbürger immer wieder für die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ausgesprochen und dabei so komplizierten Vernetzungen wie derjenigen zwischen LSVA, NEAT und den bilateralen Verträgen Rechnung getragen. Und ist einmal ein Entscheid getroffen worden, stellt ihn niemand mehr in Frage. Die direkte Demokratie bringt also Stabilität mit sich. Auch den bilateralen Weg mit der EU ist die Schweiz bisher konsequent gegangen.
So wie sich ein einzelner Mensch sozial verhält, tut das auch ein Gemeinwesen. Dabei verhalten sich eine Regierung oder ein Parlament nicht etwa solidarischer als jede Bürgerin und jeder Bürger. Die Schweiz ist in einer Volksabstimmung der UNO beigetreten und sie hat die Kohäsionszahlungen für die neuen EU-Mitglieder ebenfalls an der Urne bestätigt.
In einem Land mit vier offiziellen und unzähligen inoffiziellen Sprachen und mit vielen Kulturen, einem Land, das praktisch nur aus Minderheiten besteht, müssen wir zwangsweise auf Minderheiten Rücksicht nehmen. Und von wegen Investitionen: In einer Volksabstimmung wurden mehr als 30 Milliarden Franken für Verkehrsprojekte beschlossen, die hauptsächlich künftigen Generationen dienen werden. Dass sich die Bürger in der direkten Demokratie auch dem Rechtsstaat unterziehen wollen, hat die letzte Abstimmung über die Einbürgerungsinitiative gezeigt.

Nun tönt das alles schon sehr nach einer sehr klassischen und patriotischen 1. Augustrede und danach, als ob wir im gerechtesten, vor lauter sozialer Verantwortung durchdrungenen Staat leben würden, in dem jeder und jede alle Voraussetzungen zum vollkommenen Glück hätte.
So idyllisch sind die Verhältnis gewiss nicht und es ist ganz klar: Der Grundgehalt der direkten Demokratie muss stets wieder errungen werden, auch bei uns. Rechtsstaatlichkeit und Solidarität sind stets in Frage und auf die Probe gestellt.

Die Qualität der direkten Demokratie zeigt sich aber insbesondere in den Prozessen, in denen wir zu den Entscheidungen gelangen. Idealerweise möchten wir in der Demokratie ja einen Konsens anstreben: Die verschiedenen Interessen so lange abgleichen und austarieren, bis eine Lösung gefunden ist, die alle akzeptieren können. Doch das ist eine Illusion. Meist muss ein Mehrheitsentscheid gefällt werden. Und so ist besonders wichtig: Selbst wenn ein solcher Entscheid demokratisch legitimiert ist, muss er gegenüber den unterlegenen Minderheiten gerechtfertigt werden können, so dass sich diese damit abfinden können. Daher muss die Demokratie so organisiert werden, dass die Minderheiten ihre Interessen und Argumente einbringen können. Dies wollen unsere langwierigen Vernehmlassungen, Kommissionsberatungen und Differenzbereinigungen erreichen.
Das erheischt eine eigene, eine typisch schweizerische Geschwindigkeit, die in unseren Nachbarländern oft als langsam empfunden wird. Doch gelingt uns damit eine politische Nachhaltigkeit, indem wir umsichtig vorgehen. In einigen Bereichen sind wir denn auch eindeutig weiter als die EU, in der Verkehrspolitik, im Gewässerschutz beispielsweise; in anderen gehen wir bedächtiger voran, in der ganzen Liberalisierung zum Beispiel. Hier kann sich zu schnelles Vorgehen rächen. Das hat die Strommarktöffnung gezeigt. Wir sollten es bei der Postliberalisierung bedenken.
Das ist das wirklich Schweizerische an unserem Staat: Er drängt uns zum Verhandeln, zum Interessensausgleich, zum Kompromiss – und gerade dadurch finden wir zu praktikablen und dauerhaften Lösungen. Das ist der tiefere Sinn der direkten Demokratie: Sie verhindert, dass sich eine Kultur, eine Sprachgemeinschaft oder eine politische Kraft auf Kosten der anderen mit einseitigen Vorschlägen durchsetzen kann – weder innerhalb der Regierung noch ausserhalb. Deshalb widerspricht der Gang „in die Opposition“ dem Grundgedanken der direkten Demokratie. Denn es gibt nicht eine Mehrheit in Parlament und Regierung, welche „das Volk“ bis zu den nächsten Gesamterneuerungswahlen vertritt, sondern die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben jederzeit und zu jedem Gegenstand das letzte entscheidende Wort. Zur Vorbereitung desselben haben alle Gewählten die Pflicht, an der Kompromisssuche teilzunehmen. Um allen denselben Einfluss zu gewähren rotieren ja Kommissions-, Parlaments- und Regierungspräsidien und deswegen sind alle grossen Parteien in allen wichtigen Gremien vertreten. So präsidieren im Moment Mitglieder der SVP sowohl die Sicherheitskommission als auch die Umwelt- und Energiekommission (UREK) des Nationalrates, und die Präsidien von National- und Ständerat werden von der SVP ausgeübt. All die Präsidenten vertreten dabei loyal und gewissenhaft ihre Kommissionen bzw. Parlamente. Wie könnten sie da parallel dazu noch Grundsatzopposition betreiben? Das widerspräche dem Geist unserer Staatsform, welche für die Gestaltung unseres Gemeinwesens die Beteiligung Aller postuliert.
Hüten wir uns aber, „typisch Schweizerisches“ zu einem Klischee erstarren zu lassen. „Typisch schweizerisch“ ist nicht die Bewahrung eines idealisierten und erstarrten Urbildes, sondern bedeutet, den grundsätzlichen, tiefen Gehalt der direkten Demokratie überall wahrzunehmen, auch weltweit. Die Grundidee unseres Systems ist, dass Alle teilnehmen können und sich einsetzen sollen. Statt Angst zu haben, dass unsere Eigenheiten gefährdet werden könnten, sollten wir unsere Teilnahme an der Weltgemeinschaft als eine logische Fortsetzung unserer Überzeugungen verstehen. Wir tun das im Rahmen der UNO: Menschenrechtsrat in Genf, Vermittlungsrolle in vielen Konflikten. Wir werden unser Verhältnis zur EU auch immer wieder unter diesem Aspekt überprüfen müssen. Gegen die Solidarität mit den neuen EU-Ländern Rumänien und Bulgarien ist das Referendum bereits angekündigt worden und wir wissen noch nicht, welche Parteien welche Parolen beschliessen werden, (selbst wenn sie selber das Referendum nicht unterstützen). Wir wissen auch noch nicht, wer die Referendumskampagne mit welchen Mitteln finanzieren wird. Bedenken wir: Mit den Beitragszahlungen an die beiden neuen Länder steht auch unser ganzer bilateraler Weg mit der EU zur Diskussion. Wir können uns eine weitere Isolation unseres Landes nicht leisten, nicht nur wirtschaftlich nicht, sondern auch politisch nicht. Schon heute fragen wir uns, warum Kolumbien unsere Unterhändler für die Geiselbefreiung kritisiert, nicht aber diejenigen der EU-Mitglieder Spanien oder Frankreich. Und wieso gerät gerade die Schweiz für die rechtstaatliche Verhaftung des Sohnes von Ghaddafi unter Druck, während Libyen kein Aufhebens machte, als Hannibal in zwei EU-Staaten mit dem Gesetz in die Quere kam (2001 Festnahme in Italien wegen einer Prügelei, 2004 Verurteilung wegen Gewalt und unerlaubtem Waffenbesitz in Frankreich)? Wenn wir schon nicht Mitglieder der EU sind, so ist es doch unter keinen Umständen denkbar, dass wir nicht einmal bilateral mit ihr verbunden bleiben. Solidarität müssen wir uns gegenseitig erbringen, denn auch wir sind darauf angewiesen. Diese Erkenntnis haben wir in vielen Volksabstimmungen regelmässig immer wieder zum Ausdruck gebracht und ihr müssen wir uns in unserer direkten Demokratie weiterhin verpflichten.

Vielleicht haben unsere beiden Kulturschaffenden Nicolas Harnoncourt und Matthias Hartmann gar nicht so Unrecht. Die Fahrweise in einer direkten Demokratie gebietet Eigenverantwortung und nicht blossen Gehorsam gegenüber verordneten Verkehrsschildern und das führt zu einer eigenständigen Geschwindigkeit. Nicht alles, was erlaubt ist, darf und soll gemacht werden. Mit Pragmatismus, Augenmass und einem Tempo, das es allen erlaubt, Schritt zu halten, kommen wir in der direkten Demokratie schneller und sicherer ins Ziel. Dieses Ziel ist auch globale Solidarität und Mitverantwortung. Wir sind nicht nur Citoyens unseres Landes, sondern tragen Verantwortung für die ganze Welt.
Ich wünsche allen einen schönen 1. August.
Moritz Leuenberger

Bildquelle: Mes années à Genève
[Versione italiana Primo discorso del 1° agosto pubblicato in un blog]

Nachdem ich in den letzten Jahren meine 1. Augustreden 2005 in Samaden (rätoromanisch und schweizerdeutsch sprechender Teil der Schweiz), 2006 im Val de Travers (Kt. NE, französisch sprechende Schweiz), 2007 in Palagnedra (italienisch sprechende Schweiz) klassisch bei Lampions und Feuer gehalten habe und mich 2001 und 2006 als Bundespräsident an Radio und Fernsehen zum Nationalfeiertag äusserte, verfasse ich diesmal, vor einer anderen Gemeinde und in einem anderen Medium, einen 1. August Blog. Das ist nicht nur für mich eine Première: Es handelt sich schweiz- und weltweit um die erste 1.August-Rede in einem Blog überhaupt.

Liebe Besucherinnen und Besucher meines Blogs,
Was ist schweizerisch? In einer Serie lässt die NZZ Gastautoren über diese Frage nachdenken und schreiben. Mir ist aufgefallen, dass zwei Kulturschaffende, die hier wohnen und arbeiten, nämlich Stardirigent Nicolas Harnoncourt aus Österreich und Matthias Hartmann, Direktor des Zürcher Schauspielhauses aus Deutschland, unabhängig voneinander beide einen Umstand als „typisch schweizerisch“ empfinden: Die Schweizer würden auf den Strassen oft unter der signalisierten Höchstgeschwindigkeit fahren. Beide lassen keinen Zweifel daran, dass sie diesem helvetischen Volkscharakterzug nicht das Geringste abgewinnen und darüber nur verständnislos ihre Köpfe schütteln können.
Ich könnte mich als Verkehrsminister natürlich über gelegentliche gegenteilige Feststellungen der Polizei äussern. Ich könnte Harnoncourts und Hartmanns Beobachtungen auch näher untersuchen: Häuft sich die angeprangerte zurückhaltende Fahrweise eher auf dem Weg ins Geschäft, während der Arbeitszeit oder auf dem Heimweg? Die psychologischen Schlüsse wären relativ einfach zu ziehen. Ich könnte gewiss auch über die möglichen tiefenpsychologischen Wurzeln dieses Limiten unterschreitenden Nationalverhaltens sinnieren. Bedeutet es eigenverantwortliches Sicherheitsdenken, ökologisches Bewusstsein oder gar ein abgeklärtes Verhältnis zu Zeit und Ewigkeit?
Doch lassen wir die Spielereien; Spott will ich schon gar nicht aufkommen lassen. Ich schätze das kulturelle und politische Engagement der beiden, ich denke besonders an einen Beitrag von Harnoncourt zu Schul- und Bildungsfragen, und ganz ehrlich gesagt: So einfach ist die Frage „Was ist schweizerisch?“ keineswegs zu beantworten.

Doch zur Feier des 1. Augustes sei ein Versuch gewagt:
Eine schweizerische Besonderheit muss ich bei bilateralen Verhandlungen, in UNO-Konferenzen oder internationalen Kongressen immer und immer wieder erklären:
Die direkte Demokratie und ihre Folgen für die Stimmbürger, für unser Regierungssystem und für den politischen Stil. Selbst in europäischen Demokratien stösst sie nicht nur auf Unkenntnis, sondern auch immer auf Unverständnis. So hat mir kürzlich der Staatspräsident eines Nachbarlandes wohlmeinend zugeraunt: „Von dieser mühsamen Staatsform werdet Ihr ja gelegentlich einmal abrücken müssen.“
Überwinden wir mal den ersten patriotischen Rechtfertigungsreflex und fragen wir uns selber: Ist an diesen Vorbehalten vielleicht doch etwas dran?
Es wird, wenn ich unser System erkläre, eingewendet, in einer direkten Demokratie könnten keine langfristigen Strategien entwickelt, es könne keine Kohärenz hergestellt werden; die Entscheide müssten doch gewiss sprunghaft und nicht von einer inneren Logik geprägt sein.
Gerade als Verkehrsminister sehe ich, dass die Politik in repräsentativen Demokratien mit ihren wechselnden Regierungsmehrheiten oft eher ein Hüst und Hott darstellt und weniger von geradliniger Konsequenz geprägt ist. In unserer direkten Demokratie aber haben sich die Stimmbürger immer wieder für die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ausgesprochen und dabei so komplizierten Vernetzungen wie derjenigen zwischen LSVA, NEAT und den bilateralen Verträgen Rechnung getragen. Und ist einmal ein Entscheid getroffen worden, stellt ihn niemand mehr in Frage. Die direkte Demokratie bringt also Stabilität mit sich. Auch den bilateralen Weg mit der EU ist die Schweiz bisher konsequent gegangen.
In einer direkten Demokratie, dies ein weiterer Einwand, achte jedes Gemeinwesen nur auf die eigenen Vorteile, die Gemeinden, die Kantone und der Bundesstaat. Die direkte Demokratie erbringe keine Solidarität.
So wie sich ein einzelner Mensch sozial verhält, tut das auch ein Gemeinwesen. Dabei verhalten sich eine Regierung oder ein Parlament nicht etwa solidarischer als jede Bürgerin und jeder Bürger. Die Schweiz ist in einer Volksabstimmung der UNO beigetreten und sie hat die Kohäsionszahlungen für die neuen EU-Mitglieder ebenfalls an der Urne bestätigt.
Es verkomme, auch das ein Argument, die direkte Demokratie zur „Demokratur“. Die Mehrheit könne die Minderheit systematisch überstimmen und sich alle Rechte herausnehmen. So denke doch jede Generation nur an sich und sei für langfristige Investitionen nicht bereit.
In einem Land mit vier offiziellen und unzähligen inoffiziellen Sprachen und mit vielen Kulturen, einem Land, das praktisch nur aus Minderheiten besteht, müssen wir zwangsweise auf Minderheiten Rücksicht nehmen. Und von wegen Investitionen: In einer Volksabstimmung wurden mehr als 30 Milliarden Franken für Verkehrsprojekte beschlossen, die hauptsächlich künftigen Generationen dienen werden. Dass sich die Bürger in der direkten Demokratie auch dem Rechtsstaat unterziehen wollen, hat die letzte Abstimmung über die Einbürgerungsinitiative gezeigt.

Nun tönt das alles schon sehr nach einer sehr klassischen und patriotischen 1. Augustrede und danach, als ob wir im gerechtesten, vor lauter sozialer Verantwortung durchdrungenen Staat leben würden, in dem jeder und jede alle Voraussetzungen zum vollkommenen Glück hätte.
So idyllisch sind die Verhältnis gewiss nicht und es ist ganz klar: Der Grundgehalt der direkten Demokratie muss stets wieder errungen werden, auch bei uns. Rechtsstaatlichkeit und Solidarität sind stets in Frage und auf die Probe gestellt.
Rechtsstaatlichkeit: Die Initiative gegen das Verbandsbeschwerderecht will, genau wie es die Einbürgerungsinitiative auch wollte, den Rechtsstaat und den Umweltschutz dann nicht mehr garantieren, wenn an der Urne oder in Gemeindeversammlungen die Realisierung eines Projektes im Grundsatz beschlossen worden ist. Das darf nicht in Frage kommen. Auch ein Projekt, das eine Mehrheit will, hat den Gesetzen, die für die Umwelt erlassen wurden, zu genügen und, da die Natur nicht selber Rekurs einlegen kann wie ein Nachbar, sollen die Umweltverbände als Anwälte der Umwelt an die Gerichte gelangen können, welche dann entscheiden. Eine Demokratie ist erst gerecht, wenn sie auch ein Rechtsstaat ist. Das haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bei der Einbürgerungsinitiative eindrücklich festgehalten.
Solidarität: Die Idee eines CO2-Ablasshandels, wonach die Schweiz all ihren CO2-Ausstoss im Ausland kompensieren und selber keine eigene Reduktionen leisten soll, ist nicht solidarisch mit all denen, die effektive Anstrengungen zur CO2-Reduktion leisten sollen. Abgesehen davon, dass die Weltgemeinschaft eine solche Haltung nicht tolerieren will, können wir mit Energieeffizienz bei uns und vermehrten erneuerbaren Energien von der Erdölabhängigkeit wegkommen. Wir können Technologien entwickeln und unseren eigenen Beitrag zur Klimapolitik leisten.
Die Solidarität mit künftigen Generationen ist auch heute in Frage gestellt, nicht nur durch den organisierten Widerstand gegen jede Klimapolitik oder durch die Abbaupläne im öffentlichen Verkehr. Denken wir daran: Investitionen in die Infrastrukturen sind unabdingbar und wir dürfen uns dafür auch verschulden, das heisst wir dürfen der künftigen Generation einen Beitrag an diese Investition zumuten.

Die Qualität der direkten Demokratie zeigt sich aber insbesondere in den Prozessen, in denen wir zu den Entscheidungen gelangen. Idealerweise möchten wir in der Demokratie ja einen Konsens anstreben: Die verschiedenen Interessen so lange abgleichen und austarieren, bis eine Lösung gefunden ist, die alle akzeptieren können. Doch das ist eine Illusion. Meist muss ein Mehrheitsentscheid gefällt werden. Und so ist besonders wichtig: Selbst wenn ein solcher Entscheid demokratisch legitimiert ist, muss er gegenüber den unterlegenen Minderheiten gerechtfertigt werden können, so dass sich diese damit abfinden können. Daher muss die Demokratie so organisiert werden, dass die Minderheiten ihre Interessen und Argumente einbringen können. Dies wollen unsere langwierigen Vernehmlassungen, Kommissionsberatungen und Differenzbereinigungen erreichen.
Das erheischt eine eigene, eine typisch schweizerische Geschwindigkeit, die in unseren Nachbarländern oft als langsam empfunden wird. Doch gelingt uns damit eine politische Nachhaltigkeit, indem wir umsichtig vorgehen. In einigen Bereichen sind wir denn auch eindeutig weiter als die EU, in der Verkehrspolitik, im Gewässerschutz beispielsweise; in anderen gehen wir bedächtiger voran, in der ganzen Liberalisierung zum Beispiel. Hier kann sich zu schnelles Vorgehen rächen. Das hat die Strommarktöffnung gezeigt. Wir sollten es bei der Postliberalisierung bedenken.
Das ist das wirklich Schweizerische an unserem Staat: Er drängt uns zum Verhandeln, zum Interessensausgleich, zum Kompromiss – und gerade dadurch finden wir zu praktikablen und dauerhaften Lösungen. Das ist der tiefere Sinn der direkten Demokratie: Sie verhindert, dass sich eine Kultur, eine Sprachgemeinschaft oder eine politische Kraft auf Kosten der anderen mit einseitigen Vorschlägen durchsetzen kann – weder innerhalb der Regierung noch ausserhalb. Deshalb widerspricht der Gang „in die Opposition“ dem Grundgedanken der direkten Demokratie. Denn es gibt nicht eine Mehrheit in Parlament und Regierung, welche „das Volk“ bis zu den nächsten Gesamterneuerungswahlen vertritt, sondern die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben jederzeit und zu jedem Gegenstand das letzte entscheidende Wort. Zur Vorbereitung desselben haben alle Gewählten die Pflicht, an der Kompromisssuche teilzunehmen. Um allen denselben Einfluss zu gewähren rotieren ja Kommissions-, Parlaments- und Regierungspräsidien und deswegen sind alle grossen Parteien in allen wichtigen Gremien vertreten. So präsidieren im Moment Mitglieder der SVP sowohl die Sicherheitskommission als auch die Umwelt- und Energiekommission (UREK) des Nationalrates, und die Präsidien von National- und Ständerat werden von der SVP ausgeübt. All die Präsidenten vertreten dabei loyal und gewissenhaft ihre Kommissionen bzw. Parlamente. Wie könnten sie da parallel dazu noch Grundsatzopposition betreiben? Das widerspräche dem Geist unserer Staatsform, welche für die Gestaltung unseres Gemeinwesens die Beteiligung Aller postuliert.
Hüten wir uns aber, „typisch Schweizerisches“ zu einem Klischee erstarren zu lassen. „Typisch schweizerisch“ ist nicht die Bewahrung eines idealisierten und erstarrten Urbildes, sondern bedeutet, den grundsätzlichen, tiefen Gehalt der direkten Demokratie überall wahrzunehmen, auch weltweit. Die Grundidee unseres Systems ist, dass Alle teilnehmen können und sich einsetzen sollen. Statt Angst zu haben, dass unsere Eigenheiten gefährdet werden könnten, sollten wir unsere Teilnahme an der Weltgemeinschaft als eine logische Fortsetzung unserer Überzeugungen verstehen. Wir tun das im Rahmen der UNO: Menschenrechtsrat in Genf, Vermittlungsrolle in vielen Konflikten. Wir werden unser Verhältnis zur EU auch immer wieder unter diesem Aspekt überprüfen müssen. Gegen die Solidarität mit den neuen EU-Ländern Rumänien und Bulgarien ist das Referendum bereits angekündigt worden und wir wissen noch nicht, welche Parteien welche Parolen beschliessen werden, (selbst wenn sie selber das Referendum nicht unterstützen). Wir wissen auch noch nicht, wer die Referendumskampagne mit welchen Mitteln finanzieren wird. Bedenken wir: Mit den Beitragszahlungen an die beiden neuen Länder steht auch unser ganzer bilateraler Weg mit der EU zur Diskussion. Wir können uns eine weitere Isolation unseres Landes nicht leisten, nicht nur wirtschaftlich nicht, sondern auch politisch nicht. Schon heute fragen wir uns, warum Kolumbien unsere Unterhändler für die Geiselbefreiung kritisiert, nicht aber diejenigen der EU-Mitglieder Spanien oder Frankreich. Und wieso gerät gerade die Schweiz für die rechtstaatliche Verhaftung des Sohnes von Ghaddafi unter Druck, während Libyen kein Aufhebens machte, als Hannibal in zwei EU-Staaten mit dem Gesetz in die Quere kam (2001 Festnahme in Italien wegen einer Prügelei, 2004 Verurteilung wegen Gewalt und unerlaubtem Waffenbesitz in Frankreich)? Wenn wir schon nicht Mitglieder der EU sind, so ist es doch unter keinen Umständen denkbar, dass wir nicht einmal bilateral mit ihr verbunden bleiben. Solidarität müssen wir uns gegenseitig erbringen, denn auch wir sind darauf angewiesen. Diese Erkenntnis haben wir in vielen Volksabstimmungen regelmässig immer wieder zum Ausdruck gebracht und ihr müssen wir uns in unserer direkten Demokratie weiterhin verpflichten.

Vielleicht haben unsere beiden Kulturschaffenden Nicolas Harnoncourt und Matthias Hartmann gar nicht so Unrecht. Die Fahrweise in einer direkten Demokratie gebietet Eigenverantwortung und nicht blossen Gehorsam gegenüber verordneten Verkehrsschildern und das führt zu einer eigenständigen Geschwindigkeit. Nicht alles, was erlaubt ist, darf und soll gemacht werden. Mit Pragmatismus, Augenmass und einem Tempo, das es allen erlaubt, Schritt zu halten, kommen wir in der direkten Demokratie schneller und sicherer ins Ziel. Dieses Ziel ist auch globale Solidarität und Mitverantwortung. Wir sind nicht nur Citoyens unseres Landes, sondern tragen Verantwortung für die ganze Welt.
Ich wünsche allen einen schönen 1. August.
Moritz Leuenberger

Bildquelle: Mes années à Genève


Es wird, wenn ich unser System erkläre, eingewendet, in einer direkten Demokratie könnten keine langfristigen Strategien entwickelt, es könne keine Kohärenz hergestellt werden; die Entscheide müssten doch gewiss sprunghaft und nicht von einer inneren Logik geprägt sein.
99 Kommentare
http://harrysding.wordpress.com
Die von Ihnen geäusserten Gedankengänge sind äusserst spannend und inspirierend.
Obwohl ich nicht immer mit Ihrer Meinung einverstanden bin (muss man in einer direkten Demokratie auch nicht, oder?), gratuliere ich Ihnen zu diesem 1. August-Ansatz.
Es wäre wünschenswert, wenn sich auch andere häufiger solche staatspolitischen Grundsatzüberlegenungen machen würden.
Schöner 1. August!
http://blog.rainbownet.ch
Zur Verbandsbeschwerde: Der Grossteil der Verbandsbeschwerden sind erfolgreich, sprich, sie haben ein nicht gesetz-konformes Projekt zur Einhaltung des Gesetzes gezwungen. Dass dies gewissen Wirtschaftsvertretern rund um die Zürcher FDP nicht passt ist offensichtlich. Offenbar will die FDP der Wirtschaft ein Recht auf Anarchie erkämpfen. Opfer dabei ist die Natur..... und damit wir alle.
Gefühlsmässig habe ich die Qualität der direkten Demokratie und ihre Abhängigkeit vom Ethos jeder Bürgerin und jedes Bürgers schon immer so wahrgenommen, wie Sie es in Ihrer Ansprache aussprechen. Die Lektüre tut gut, sie fasst diese Qualität in Worte und zeigt, worin sie (auch) gründet.
Mich berühren die Sätze:
"Eine Demokratie ist erst gerecht, wenn sie auch ein Rechtsstaat ist."
"Die Grundidee unseres Systems ist, dass Alle teilnehmen können und sich einsetzen sollen."
Diese zwei Sätze mögen, für sich gelesen, lapidar klingen. Ihre Rede zeigt, dass sie essentiell sind.
Danke!
Tim Norton
http://www.christianvogler.ch/
Herzliche Gratulation zu Ihrer etwas unorthodoxen Rede, Herr Leuenberger
http://www.morgarten.info
Zur direkten Demokratie. Hat die Schweiz wirklich eine direkte Demokratie? Wir Stimmbürger können zwar Gemeinderäte, Stadträte, Regierungsräte und Parlamentier wählen bzw. uns wählen lassen, Richter und Bundesräte dürfen wir jedoch nicht wählen. Immerhin dürfen wir Initiativen einreichen und haben ein Referendumsrecht.
Stellvertreterdemokratien wie sie z.B. in Deutschland vorkommen sind meiner Meinung nach eigentlich keine richtigen Demokratien. Das Volk kann dort nicht direkt auf politische Entscheide Einfluss nehmen. Stellvertreter-Demokratien sind meiner Meinung nach lediglich demokratisch legitimierte Diktaturen.
Warum in der Schweiz eine Opposition auf Bundesebene notwendig ist: Der Bundesrat wird von der vereinigten Bundesversammlung und nicht vom Volk gewählt. Vertreter der unterlegenen Minderheit, die mitunter zur stärksten Partei des Landes gehören können, kommen dadurch zu kurz. Es ist die Aufgabe der Opposition auf die Anliegen, der zu kurz gekommen Minderheit aufmerksam zu machen.
Noch etwas zur Einbürgerungsinitiative: Diese wollte, dass der Souverän des Landes über den Richtern steht. Das heisst der Wille des Volkes höher gewertet wird als mögliche Entscheide einer Rekurskommission bzw. des Bundesgerichts. Die Judikative ist nämlich eigentlich eine Gewalt, die dem Souverän unterstellt ist und nicht umgekehrt. Abgesehen davon sind auch Richter nicht unfehlbar wie sich immer wieder zeigt.
http://www.kyriacou.ch
(Weitere, ältere Bolgbeispiele auf www.kyriacou.ch.)
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http://swiss-lupe.blogspot.com/
nur liegt es bei diesem tempo nicht immer für alle im bereiche des möglichen, diese ziele noch zu erleben,
das hauptdilemma aber ist, dass es nie zu einer mitte-links mehrheit im schweizerischen parlament reichen wird, weil die mitte-links-parteien, solange sie in der regierung sind, für die bevölkerung an allen missständen mitschuldig sind.
in anderen demokratien kommt es zu wechsel, wenn die bevölkerung mit der gesamtlage der nation sehr unzufrieden sind. weil sie dann von den "nicht-verantwortlichen" mehr versprechen.
Sie verdrehen und verwursteln ja so ziemlich alles, bis es in Ihren Rachen passt - aber das kennen wir ja bereits schon von Ihren früheren Beiträgen.
Der Souverän steht NICHT über dem Recht, das er geschaffen hat. Das ist ja gerade der zentrale Punkt, dass sich der Souverän einer Entscheidung (die er selber getroffen hat) unterordnet. Alles andere ist launisch und vor allen Dingen: WILLKÜR.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es viele Schweizer und Schweizerinnen gibt, die nur zu gerne an der Urne, anonym und feige dem nochnicht-Schweizer Nachbarn eines ans Bein gingen würden.
An jenem Tag, als die Schweiz NEIN gesagt hat zur Urneneinbürgerung, war ich sehr stolz auf mein Land. Weisheit und Vernunft hat vor kindlischer Machtgier entschieden.
Und damit ist die Sache erledigt.
Tolle Rede, Herr Bundesrat!
MfG
TU
Sie betont die Schweizerische Eigenständigkeit und Individualität, sowie ihre Eingebundenheit in weiterreichende, Globale Verhältnisse.
Wie kommen Sie denn auf eine Idee wie "... fahren die meisten Schweizer in der Tat langsamer als zulässig", wenn Herr Leuenberger treffend von "Höchstgeschwindigkeit" und nicht etwa von einer Mindestgeschwindigkeit, die ja signalisierbar wäre, sprach?
http://www.morgarten.info
http://www.morgarten.info/das-volk-hat-entschieden/
Herr Sutter
Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie mit Ihrer Aussage genau bestätigen was die Herren Harnoncourt und Hartmann zu recht festgestellt haben?
Vielleicht sollten wir im Rahmen der Nulltoleranzpolitik auch eine Mindestgeschwindigkeit festlegen. Es gibt viel zuviele möchtegern Polizisten auf der Strasse, die andere gerne ausbremsen indem sie ohne trifftigen Grund auf Strecken mit Tempolimite 80 mit 60 herumgurken. Früher nannte man sowas Sonntagsfahrer, heute kann man das aber nicht mehr, da man solche Fahrer heutzutage täglich in grosser Anzahl antrifft.
http://politicamentescorretto85.blogspo
http://www.honigbaerli.eu
ich werde sie morgen mit einer verlinkung in meinem blog würdigen!
en schöne erschte ouguscht!
http://de.wikipedia.org/wiki/Braess-Par
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Fische in Schwärmen zeitgleich reagieren und sich auch bei Störungen von aussen vollkommen synchron verhalten. Tausende bewegen sich demnach mit gleicher Geschwindigkeit elegant durchs Wasser. Keiner drängelt, bremst plötzlich oder wechselt ständig die Spur.
Das gilt auch für das schnelle Vorwärtskommen im Verkehr. Die Schweizer haben wohl einfach ein schlaueres Unterbewusstsein als diese hastigen Künstler. Der Schweizer gleicht dem Fisch im Strassenwasser.
Oben habe ich noch einen besonderen Link für unseren "Strassenminister" reingesetzt. Es geht um das Braess-Paradoxen. Die Schweizer haben ein sehr dichtes Strassennetz. Das ist wiederum weniger schlau. Das Braess Paradoxon besagt nämlich dass wir Schweizer pro Km voraussichtlich langsamer sind bei gleicher Geschwindigkeit als die Deutschen deren Strassennetz insgesamt weniger dicht und zufallsverzweigt ist.
Also Herr Leuenberger,sparsam mit dem Strassenbau umgehen und Geld und Zeit sparen. Nützlich wäre auch das sperren von bestimmten Strecken für Fahrradfahrer.
Je mehr gut geplante Fussgängerzonen Sie in den Städten einrichten, desto schneller ist der Verkehr.
1.
Die Rede finde ich zu lang.
2.
Mir gefällt, dass die meisten Gedanken mit konkreten Ergebnissen eidgenössischer Urnengänge untermauert sind.
3.
Jeder Vergleich hinkt, so auch der Vergleich mit der Beobachtung, dass viele Schweizer die Tempolimiten nicht ausschöpfen. Wer eine Tempolimite ausschöpft, fährt oft zu schnell! Denn wichtiger als die Geschwindigkeitstafel ist die Vorschrift, dass man die Geschwindigkeit stets den Umständen anpassen muss.
Sie, die Mehrheit des Bundesrates, des Parlamentes und der Verwaltung wollen das Schweizer Volk übergeordnetem, undemoraktisch bestimmten Recht, unterordnen. Sie wollen die Schweiz der EU ausliefern. Wissen Sie eigentlich noch, was Sie bei Ihrer Vereidigung zum BR geschworen haben?
Weiter philosophieren Sie, der "Gang in die Opposition, widerspreche dem Grundgedanken der Direkten Demokratie". Auch da sind Sie nicht ehrlich. Es waren die, die Ihnen nahe stehen, die die Konkordanz im Bundesrat aufgehoben und die SVP rausgeworfen haben. Wenn die mit Abstand grösste Partei nicht mehr in der Regierung vertreten ist, ist sie automatisch in der Opposition! Es war nicht die Wahl der SVP, es war die Wahl eines frühpubertären Kindergartens.
Können Sie verstehen, dass ich Institutionen wie dem Bundesrat und dem Parlament heute nicht mehr mit Achtung, sondern mit tiefer Abscheu begegne?
Ich wünsche Ihnen einen schönen 1. August und ich hoffe, dass Sie bei dieser Gelegenheit vielleicht noch etwas mehr über die Direkte Demokratie nachdenken.
http://www.cellere.ch
Ich finde es toll, dass wir so einen modernen Bundesrat haben!
Allen einen schönen 1. August !
"Der Souverän steht NICHT über dem Recht, das er geschaffen hat."
Ist unsere Verfassung seit 6000 Jahren in Stein gemeisselt? Steht der Souverän der geschaffen hat ÜBER dem aktuellen? Welche Generation hat diese Freiheit verloren, wenn dem so wäre?
http://ja, ja schon gut
noch nie gehört von diesem Sprichwort Herr Bundesrat?
"Der Souverän steht NICHT über dem Recht, das er geschaffen hat."
Ist unsere Verfassung seit 6000 Jahren in Stein gemeisselt? Steht der Souverän der geschaffen hat ÜBER dem aktuellen? Welche Generation hat diese Freiheit verloren, wenn dem so wäre?
ich wäre sehr überascht gewesen wenn aus Ihrer Feder auch etwasw brauchbares hervorgekommen wäre. Schauen Sie in Ihrem Departement besser für Ordnung und weniger Leerläufe und lassen Sie die Schweiz so wie Sie ist, sprechen Sie einmal mit den Nachbarn auf der Strasse dan bekommen Sie das richtige Bild von unserem Land, ihre Politikerkollegen dort sind nicht besser als Sis und viele andere in der Schweiz. Ueberigen wo gibt es ausser in Ihrem BAZL vorbestrafte Direktoren??
wünsche einen guten 1. August
http://infomagazin-nachlese.blogspot.co
Finde es toll, wie sie die neuen Medien einsetzen. Vielleicht ein bisschen zu lange , aber es gibt noch viel in Zukunft zu tun. Bei der direkten Demokratie bin ich der Meinung , dass es langsam ein Auslaufmodell wird. Bei der Wahlbeteiligung wird des Volkes Wille doch etwas verfälscht. Manches dauert zu lange, bei manchem ist dann schon zu spät. Aber wie hat ihr Kollege BR Merz geschrievben. Die Schweiz muss wieder mehr Verantwortung übernehmen. Gilt das nicht auch für die Politiker.
Mein Blogkommentar: http://infomagazin-nachlese.blogspot.com/2008/08/im-namen-gottes.html
muss es denn unbedingt eine Schweiz- ja Weltpremiere sein? Wie kommen Sie auf die Idee, Ihre Rede sei die erste und einzige je in einem Blog platzierte? Das ist schon eine ziemlich dreiste Behauptung, so ganz amerikanisch halt, alles ist immer das Grösste, Beste, Einzige. Ich wollte mir eigentlich Ihre Rede zu Gemüte führen, war aber nach den ersten Sätzen mit dieser unsäglichen, schleimigen Lobhudelei schon so verstimmt, dass ich mich jetzt mit einem kühlen Bier in den Garten setze und mich freue, dass heute ein Feiertag ist. Ohne Selbstbeweihräucherung von oben.
http://www.chainat.ch/quasselblog
Gruss von einem Auslandschweizer!
http://1. August
Mit freundlichen Grüssen
Heinz F. Schmied
Der Souverän steht nicht über dem Recht, das er geschaffen hat.
Er hat "nur" das Recht, dieses Recht (meist via Verfassungsabstimmung) VORHER zu ÄNDERN.
Alles andere wäre die Basis für totalitäre Strömungen und wie richtig gesagt: Willkür.
Richter schaffen nicht neues Recht, sie schauen für die korrekte Anwendung des bestehenden.
Aber die sattsam bekannten Demagogen, die das Gegenteil ständig herunterbeten, hatten entweder in Staatskunde und Recht einen Fensterplatz, oder betreiben bösartige Propaganda.
Das sind jene Leute, die glauben, der "Souverän" eines x-beliebigen Kantönlis oder Gemeindchens könne sich per Urnenabstimmung über die Verfassung hinwegsetzen, z.B. zonenwidrige Bauten beschliessen, umweltrechtswidrige Abfalldeponien eröffnen oder innerorts eine Höchst- (oder gar Mindest-)geschwindigkeit von 100 einführen.
Es war der Gesamtbundesrat, der sich für GETRENNTE Abstimmungen eingesetzt hat; das Parlament wollte es anders.
Wir sind FREI, diese "Mogelpackung" als Ganzes ABZULEHNEN, und bezüglich EU-Kontakten bei null anzufangen.
Das wäre ein kleiner Verhandlungs-Unfall, sicher keine Katastrophe.
Aber da sind die Wachstumsfetischisten und wirtschaftlichen Rosinenpicker natürlich anderer Meinung.
Klingt halt nur wieder wie SP- Propaganda statt "gesamtschweizerisch neutral".
Aber wer kann es einem Politiker schon verübeln, dass er immer wieder auf die guten Vorschläge und Taten seiner Partei hinweist?
Selbstlob stink, hat man dazu früher gesagt, aber auch das scheint nicht mehr Schweizerisch zu sein.
Grüsse
Mr. Pink
Eine schöne pastorale Predigt zum 1.August.Wir dürfen uns behäbig zurücklehnen! Sie hätten den Finger schon etwas mehr auf wunde Punkte legen dürfen.
Wo stehen wir , wie sieht unsere Zunkunft vermutlich aus? Was kommt auf uns zu, wie wollen oder können wir die zukünftigen Probleme angehen? Als Bundesrat haben Sie sicher etwas mehr Einblicke als der Normalbürger.
Herzlich Ihr R. Gassmann
http://www.cristinazanini.ch
Concordo con Luca che sarebbe utile ogni tanto poter leggere qualcosa in italiano.
In Ticino non vi è similitudine fra la democrazia diretta e la disciplina sulle strade.
Comunque il bello della Svizzera è il tenere assieme tante culture.
Lei ha perfettamente ragione.
Buona festa nazionale.
obwohl ich kein Anhänger Ihrer Partei bin,Hut ab,eine sehr gute Rede zum 1.August.
Es ist gut sich ab und zu Gedanken zu machen,obwohl sie nicht immer das gewünschte Resultat erzielen.Wir Schweizer sollten uns doch ab und zu besinnen,dass wir auch jemand sind und uns nicht zu verstecken brauchen.Wir sollten uns auch mal wehren,wenn wir nicht mit allen Dingen winverstanden sind.
z.B. warum lassen wir uns von den Amerikanern die Einreise so kompliziert machen?Neuerdings sogar mit Voranmeldung...Natürlich ist es ihr Recht ssowas zu tun.Wäre es da nicht angebracht uns da anzupassen,eventuell mit einer 1 wöchigen Quarantäne der einreisenden Amis...
Bruno
Mit Ihrer Argumentation des Verbandsbeschwerderecht bin ich nicht ganz einverstanden. Bevor ein Bauprojekt zur Abstimmung gelangt, sofern es überhaupt dazu kommt, hat jede Bürgerin und jeder Bürger das Recht das Projekt zu beurteilen und Einsprache vorzunehmen. Und dieses Recht sollen auch die Umweltverbände anwenden und nicht nach einer Volksabstimmung. Ich fühle mich immer wieder beschiessen, wenn nach einer solchen Abstimmung dann Einsprachen erhoben werden.
Mit freundlichen Grüssen
Rolf Borer
Wenn sie die SVP so klar beim Namen nennen, dann kommen halt auch uhrplötzlich all die SVP-Blogger aus Ihren vergoldeten Käsebetten. Komisch finde ich allerdings, dass sich einige Kommentare hier so ähnlich sind - auch in Grammatik und Argumentation - dass sie glatt von ein und derselben Person stammen könnten.
Nur weiter so Herr Bundesrat! Leute, die mehr Macht wollen, gibts immer. Nur die wenigsten können damit umgehen - nein - schliesse mich da nicht aus.
Obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin, finde ich Ihre Rede toll.
MfG
TU
1: Wer war der ausländische Staatsmann, der die direkte Demokratie gegenüber BR Leuenberger angeprangert hat? Ich spekuliere auf einen gewissen Herrn Köhler, ausgerechnet der, der "Bürgernähe" demonstriert und mit diesem Bonus erneut in ein hohes Staatsamt gewählt werden möchte.
2: Wenn BR Leuenberger von einer "schweiz- und weltweiten Premiere einer in einem Blog gehaltenen 1.August Rede" spricht, dann tut er das mit dem ihm üblichen ironischen bis selbstironischen Augenzwinkern, angesicht einer rekordsüchtigen, Buch-der-Rekorde-verschlingenden Gesellschaft und beweist damit seine Rekordverdächtigkeit. Mein Vorschlag: BR Leuenberger ins Guiness Buch der Rekorde!
Aber vielleicht hat vorher mal jemand eine 1.August Blog-Rede in Parguay gehalten, man weiss ja nie... und man möge mir widersprechen...
:)
Vielen Dank für Ihren Beitrag zur offenen Diskussionskultur, indem Sie ein Weblog betreiben und in den Comments auch gegenteilige Meinungen zulassen!
Ich bin auch der Meinung, dass unsere Demokratie keine Opposition nötig hätte - wenn denn der Souverän durch die Zusammensetzung des Bundesrates vollständig repräsentiert wäre. Durch die intriganten Aktionen bei der letzten Bundesrats-(Ab)Wahl haben wir jedoch klar eine Mitte-Links-Regierung, womit sich 30 Prozent der Bevölkerung nicht vertreten fühlen könnten - ohne Opposition.
Zum Nichtausnutzen der Geschwindigkeitslimiten möchte ich Folgendes zu bedenken geben: In einer Umgebung, in der meine Tempowahl andere nicht behindert, wäre ich vollkommen mit Ihren Ausführungen einverstanden.
Im Strassenverkehr ist es jedoch so, dass der Langsamste oft das Gesamttempo bestimmt, was eine Form der Rücksichtslosigkeit sein kann, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer in ihren Bedürfnissen behindert werden. Konkret blockiert 1 'Sonntagsfahrer' 10 andere, die einen Termin einhalten wollen oder anderweitige zeitliche Verpflichtungen haben.
Dass die kleinen Disharmonien mit Gaddafi und Uribe, welche nicht durch Schicksal, sondern durch inkompetente Handlungen hervorgerufen wurden, für Sie ein Grund wären, unsere Demokratie aufzugeben und in die EU einzutreten, kann ich nicht glauben.
Zum Teil habe ich mich bei Ihrer Blog-Ansprache schon gefragt, wie Sie zu Ihren Überlegungen kommen.
Vor allem die Passage mit Libyen, war mehr als verwunderlich. Dass sich ein Diktator gegenüber der Schweiz in diesem Masse aufführt, während er bei EU-Staaten mehr oder weniger schweigt, hat wohl weniger mit der Nicht-EU-Mitgliedschaft zu tun als mit einer zahlungsfreudigen schweizer Regierung. Ich denke nur an die Entführung von Schweizern in Algerien (glaube, dass war 2004)...
Wir brauchen eine Regierung, deren Mitglieder Integrität besitzen. Leider lässt sich diese heute vermissen. Scheint so, als müsste man als "gewöhnlicher Büezer" weiter in Geduld üben...
Liebe Grüsse
David Herzig
Herr Müller hat nicht gesagt, dass der Souverän über dem Recht steht, dass er geschaffen hat. Wenn das Gesetz sagt (vom Souverän geschaffen), dass man in den Club nur aufgenommen wird, wenn eine Mehrheit seiner Mitglieder dafür sind, dann hält er sich genau an das Recht, dass er geschaffen hat.
Ausserdem hätten ja in 99% Komitees diese Aufgabe übernommen. D. h. der Souverän hätte für die Kandidaten dieser Komitees gestimmt.
Alles in einer Demokratie ist willkürlich. Wenn ich nicht für Hr. Leuenberger gestimmt habe, als er für den Kantonsrat kandidierte, müsste ich nach Ihrer Logik eine Begründung dafür liefern und er könnte sie gerichtlich anfechten.
Und es geht nicht um Machtgier. Es geht darum, dass diese neu eingebürgerten Leute über unsere Zukunft mitentscheiden. Unsere Vorväter haben das schon gewusst, als sie dieses Recht den Gemeinden übertrugen und nicht dem Bund. Weil es zu komplex ist, ethnische Unterschiede zu definieren und als Grundlage für Einbürgerungsentscheide zu gebrauchen. Man muss da sorgfältig und FLEXIBEL entscheiden können. Wenn die Leute auf der Strasse spüren, dass gewisse Ethnien nicht hierherpassen, weil ihre Kultur zu unterschiedlich zur unserigen ist, dann sollten die Bürger eben in einem Mehrheitsentscheid entscheiden können, dass man nicht noch mehr Leute dieser Kultur erlaubt, unsere Zukunft als Ethnie zu beinflussen. Eben, weil sie sehr anders sind als wir. Weshalb sollten diese neu eingebürgerten bspw. akzeptieren, dass sie alle mühsam Deutsch in der Schule lernen müssen, wenn wir Deutschschweizer mittlerweile in der Schweiz eine kleine Minderheit geworden sind (in einer durchschnittlichen deutschschweizer Primarschule haben noch 5 von 15 Schülern schweizerdeutsch als Muttersprache!). In einer Demokratie gehört sich sowas nicht. Da muss mit einer Initiative, getragen von den Migranten, Deutsch als offizielle Sprache abgeschaffen und durch eine dominante Sprache (in 20 Jahren wahrscheinlich Arabisch, aber vielleicht auch Spanisch oder Chinesisch) ersetzt werden. Das wird dann wahrscheinlich der Moment sein, in dem auch Hr. Urseier merkt, was er angerichtet hat.
@Hr. Leuenberger:
Und noch was zum grundsätzlichen Widerspruch: Dieser Stolz auf die direkte Demokratie, den ich vollauf teile! Wie kann man da einen EU-Beitritt vertreten, der gleichbedeutend mit dem Ende der direkten Demokratie ist? Ja, sogar noch weiter: Das Ende der Gewaltenteilung (der EU-Kongress hat sowohl exekutive, als auch legislative Kompetenzen und ist nicht mal von den Bürgern gewählt. Und das von den Bürgern gewählte EU-Parlament kann keine Gesetze einbringen.) Und mit den Lissabonner Verträgen, die ja nichts anderes als die getarnte und von der Bevölkerung abgelehnte EU-Verfassung ist, wurde ein derart totalitäres System eingeführt, dass die deutschen Bundesrichter es den deutschen Parlamentarier wegen demokratiefeindlichkeit vorläufig verboten haben, diese Verträge zu ratifizieren!
Wie kann man eine Lobeshymne auf die direkte Demokratie singen und gleichzeitig deren Tod wollen?!
ich gehe in der Beurteilung der schweizerischen Eigenart weitgehend mit Ihnen einig. Eien Demokratie muss auch ein Rechtsstaat sein. Aber gerade da hapert es in der Schweiz. Sie ist nämlich eines der wenigen europaischen Länder, die kein Verfassungsgericht haben. Erst am 24. Febr. hat eine hauchdünne Mehrheit der Stimmenden oder rund 19 % der Stimmberechtigten wichtige Teile der Bundesverfassung ausser Kraft gesetzt.
Jetzt gelten für Grossaktionäre andere Steuergesetze als für Kleinaktionäre oder ganz normale Kleinsparer. Ich wollte gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit beim Bundesgericht eine Beschwerde einreichen und bekam die Antwort, dass man gegen eine eidgenössische Abstimmung keine Verfassungsbeschwerde einreichen könne. Also kann das Volk, oder wie in diesem Fall, ein kleiner Teil davon, in einem Handstreich die vom Volk erlassene Verfassung ausser Kraft setzen. Das hat weder mit Demokratie noch mit Rechtsstatlichkeit etwas zu tun. Warum unternehmen Politiker nichts dagegen ? Was raten Sie mir ? Soll ich die Angelegenheit dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorlegen, wenn es in der Schweiz keine Instanz gibt, die für die Einhaltung der Bundesverfassung sorgt ?
Mit freundlichen Grüssen
Paul Leuthold
Es ist ihr tägliches Brot mit der Langsamkeit der direkten Demokratie zu leben. mE stellen Sie diese insgesamt doch in einem zu positiven Licht dar. Es wird sich erst in den kommenden Jahren beweisen, ob die Schweiz global noch mithalten kann und nicht immer mehr unter Druck kommt und nur noch von einer Krise in die andere schlittert. Erste Anzeichen dafür haben wir bereits gesehen: Erpressbarkeit durch USA, Libyen, Preisgabe des Bankgeheimnisses usw.
Das Problem unserer direkten Demokratie ist doch gerade, dass sie notwendige Reformen unserer Staatswesens und Staatsrechtes geradezu verunmöglicht! Das Ständemehr begünstigt sehr stark die rüclwärtsgewandte, ländliche Schweiz. Die Ministände sind bereits im Ständerat durch 2 SR vertreten, dazu kommt eine Standesstimme für Initiativen und Referenden. Das ist total ungerecht und blockiert und diskriminiert die urbane, zukunftsträchtige Schweiz, welche die Mehrwerte schafft! Es geht zudem nicht länger an, dass man weniger als 2% Bauern unter Heimatschutz stellt und deren Unternehmerrisiko staatlich absichert! Das ist im Gunde verfassungswidrig! Zudem gefährdet die ländliche, nationalistisch gesinnte Bevölkerung mit ihrem zukunftsuntauglichen Verhalten vermehrt die Zukunft der Schweiz! Das Ständemehr bei Initativen und Referenden gehört abgeschafft!
Zudem wird der Reformstau auf allen politischen Stufen immer grösser. Gemeinde und Kantonszusammenlegungen wären längst überfällig. Eine Regierungsreform auf Bundesebene wird immer wieder verschoben. mE brächte die Schweiz heute je länger je mehr einen Bundespräsidenten, nicht nur als Repräsentant gegen Aussen vorallem auch als moralisch ethische Instanz über alle Institutionen hinweg. Generell fehlt es der Schweiz an einer Führungselite, die nicht nur verwaltet sondern auch denken, reflektieren, philosophieren in diesem Lande wieder möglich macht und auch der gebildeten, urbanen Bevölkerung wieder eine Stimme gibt und nicht nur dem provinziellen, kleinbürgerlichen Mief, der überproportional vertreten ist!
Sie werden sagen, dass Sie der BR der urbanen Bevölkerung sind. Ich würde mir wünschen, dass Sie ihre Rolle noch etwas pointierter wahrnehmen.
P.S. Ihr Vergleich der Verbandsbeschwerde-Initiative mit der Einbürgerunsinitiative hinkt. Die FDP Initaitve stellt absolut keinen Widerspruch zu unserem Rechtsstaat dar, im Gegensatz zur Einbürgerungsinitiative der SVP.
http://www.sommaruga.ch/pdfs_aso/AGFF-W
Bin mir nicht sicher, ob Stadt-Land-Polarisierungen wirklich noch zeitgemäss sind, ganz abgesehen davon, dass selbst unsere grössten Städte im Weltvergleich eher dorfähnliche Dinge sind.- Zudem leben viele im Verlaufe ihres Lebens mal auf dem Land, mal in der Stadt, die Spaltung der Bevölkerung in urbane und ländliche Gestalten scheint der Realität nicht unbedingt gerecht zu werden. Ferner nerven Sie sich über die Bauern und gleichzeitig über die Erpressbarkeit durch die USA (in einem anderen Zusammenhang). Die Schweizer Bauernhöfe werden nie so grosse Konzerne werden, wie es sie z.B. in den USA gibt. Wenn die Schweizer Bevölkerung aber nicht total abhängig werden will von ausländischen Importen durch global agierende Lebensmittelkonzerne, dann tut sie gut daran, als Konsumentin die Produkte der Schweizer Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, auch wenn man dabei auf Erdbeeren im Winter verzichten muss...
Siehe auch diese Überlegungen:
Qualität, unsere Chance im europäischen Markt
Simonetta Sommaruga, Ständerätin, Präsidentin Stiftung für Konsumentenschutz,
Bern
http://www.sommaruga.ch/pdfs_aso/AGFF-Waldhoftagung_2008.pdf
P.S., dass eine sehr grosse Branche gar nicht marktwirtschaftlich tickt, fällt vielen auf:
"Offene Grenzen für die Bauern – Heimatschutz für die Pharmaindustrie?
Für mich gibt es – gerade von Konsumentenseite – noch weitere Forderungen, die auch für die Landwirtschaft wichtig sind: Wenn der Markt für die landwirtschaftlichen Produkte geöffnet werden soll, dann müssen wir ihn auch für andere Produkte öffnen. Es kann ja nicht sein, dass wir die Pharmaindustrie abschotten und sie unter Heimatschutz stellen, während man den Bauern sagt, sie müssten sich dem Wettbewerb stellen. Der Nationalrat wird in genau zwei Wochen darüber entscheiden, ob die Pharmaindustrie weiterhin unter Heimatschutz gestellt werden soll. Da sehen wir dann, ob die Parlamentarier – wenn sie von Wettbewerb sprechen – auch wirklich konsequent sind." S. 4/5)
Eine Wahl/Nichtwahl hat nichts mit einer Einbürgerung zu tun. Dass Sie dabei den Schutz der Anonymität geniessen, beim Wählen, finden Sie ja offenbar auch okay. Dass Leute wie Sie aber dann so extrem verständnislos argumentieren, wenn es um Einbürgerungen geht, weist halt m.E. schon etwas auf eine egoistische Denkweise hin. Dass Urnenentscheide und fehlende Beschwerdemöglichkeiten bei Einbürgerungsverfahren nichts zu suchen haben, mag zwar manche narzisstisch kränken, halten sich diese Leute ja offenbar beim anonymen Urnengang für ganz besonders unfehlbar und reden gerne gleichzeitig so liebend gerne vom "Richterstaat", ja es scheint bei manchen gar eine generalisierende Hassliebe zu Richtern zu bestehen, als ob es ausser zur Frage der Willkür bei Einbürgerungen in diesem Land keine Gerichtsentscheide gäbe und obwohl gar bei Einbürgerungen auch Entscheide existieren, die die ungenügende Integration von Beschwerdeführer/innen bestätigten (wie mangelnde Sprachkenntnisse) und die Entscheide der lokalen Gremien stützen.
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ki
Eine Kauderwelsch-Komödie rüttelt am Thron von «Titanic»
Bienvenue im lustigen Norden: In den französischen Kinos und in der Romandie bricht eine Dialektkomödie von Dany Boon sämtliche Rekorde.
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/kino/856952.html
Wer den Film gesehen hat, der hat sicher den Charme dieser Antihelden und -heldinnen bemerkt. Schon daher war es ein schönes Ereignis, den Film am 1. August in einem Kino gesehen zu haben, wo sich viele Welsche (zusammen mit Deutschschweizern) krümmten vor lauter Lachanfällen...
Sie sehen die Dinge zu einseitig und auf einem Auge blind, wie das Sozialisten so oft zu tun pflegen. Was die Preisinsel Schweiz anbelangt, ist noch sehr vieles im Argen!
Starten wir mit dem sog. Service Public. Swisscom Kunden bezahlen immer noch mehr als das Doppelte als im EU Markt für Mobil und Fix- Dienstleistungen! Das sf tv Staatsmonopol mit den Zwangsabgaben ist auch ein unhaltbares Übel. SBB ist eindeutig zu teuer! Das sind schnell ein paar tausend CHF jährlich, die zu Lasten der Kaufkraft für den Mittelstand gehen. Die Reallöhne und die Kaufkraft erodieren ständig; nun kommt auch noch eine galoppierende Inflation dazu! Also ich würde mal in den eigenen Reihen anfangen, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Zurück zur Landwirtschaft: Oesterreich ist ein EU Land und die Landwirtschaft hat sich dort auch angepasst und überlebt. Dort wird halt nicht mehr bis auf 1500 müM subventioniert, dafür ist die Waldfläche Oesterreichs doppelt so gross wie in der Schweiz. Es ist totaler Unsinn unsere Berglandwirtschaft bis auf solche Höhen zu subventionieren! Jeder Kleinunternehmer kann auch nicht einfach zum Staat gehen und sein Risiko durch Subventionen abdecken lassen. Mehr Markt und Innovation in der CHer Landwirtschaft ist absolut machbar!
Was den Standort CH für Multis anbelangt, so müssen wir immer aufpassen, dass dieser global gesehen attraktiv bleibt. Mit Dauerforderungen aus der Linken Ecke wird man mittelfrisitg den Wegzug grosser Multis und damit den F&E Standort CH und gute Arbeitsplätze gefährden. Ein grösserer Aderlass ist bereits beim Finanzplatz CH absehbar. Es ist durchaus möglich, dass eine UBS in ausländische Hände übergeht, verbunden mit einem massiven Abbau des Standortes ZH.
Wie Mehrwerte in einem globalen Wettbewerb erarbeitet werden, hat die SP nie sonderlich interesiert. Mehr interessiert sie doch vorallem, wie möglichst viel umverteilt werden kann und der status quo bei der Staatsquote gehalten werden kann. Als Liberaler bin ich nicht gegen den Sozialstaat aber plädiere für ein schnelleres Tempo auch in der Politik und für Liberalisierungen, wo sie dem Volk nützen!
Seien wir stolz und nicht frustriert, wenn unserer Rechtsstaat zweifelhaften Regenten ein Dorn im Auge ist. Dass sich mächtigere Staaten wie die USA oder EU stets auch mit kriminellen Staatschefs bestens arangierten (Sadam Hussein im Krieg gegen Iran, Pinochet, Mobutu, Hitler (vor Pearl Harbor) usw. usw.) spricht nicht dafür, dass die Schweiz näher an die EU rücken sollte. Die oft kurzsichtige Optik der USA hat ihr langfristig nur neue Probleme eingebracht und die EU ist manchmal auf dem gleichen Pfad (zB. rechtsstaatlichen Prinzipien spottende, verleugnende, geheime Gefangenentransporte und CIA-Gefängnisse der USA in EU Ländern, im Kampf gegen den Terrorismus). Aber Pack schlägt sich und verträgt sich...Oder sind Sie vielleicht anderer Meinung Herr BR Leuenberger und unsere Aussenministerin?
http://globalWillhelmTell.blogspot.com
Ihr Blogtext zum 1. Agust 2008 hat mich tief berührt.
"Die direkte Demokratie und ihre Folgen für die Stimmbürger, für unser Regierungssystem und für den politischen Stil. Selbst in europäischen Demokratien stösst sie nicht nur auf Unkenntnis, sondern auch immer auf Unverständnis. So hat mir kürzlich der Staatspräsident eines Nachbarlandes wohlmeinend zugeraunt: „Von dieser mühsamen Staatsform werdet Ihr ja gelegentlich einmal abrücken müssen.“
Diese Introduktion des Artikels trifft eine Stimmung die ich als Auslandschweizer in verschiedenen Variationen wahrnehmen durfte und darf - von scherzando bis attaca um im musikalischen Stil zu bleiben. Der parlando Ton es Artikels - auch Ihrer anderen Artikel - berührt mich heimatlich. Zur Zeit erlebe ich gerade in meiner Umgebung die psychologische Wirkung dessen was man "auf den Punkt bringen" in einem gewissen Kulturkreis zu nennen beliebt. Die Anziehungskraft des Punktes kann dann so gross werden wie diejenige des sommerlichen schwarzen Loches...oder noch grösser, denn es verschwindet dann alle Differenzierung, alle Möglichkeit kompromissbereit zu diskutieren, Lösungen zu finden. Deshalb ist der Parlandoton wohltuend - fast eine Therapie gegen die "Punktkrankheit". Nach diesem kulturpsychologischen Ausrutscher möchte ich gleich zum Finale kommen, denn die (musikalisch - gedanklich aufzufassende) Durchführung der Themen des 1. Augustblogs und auch der in mir angeregten Variationen bleibt späteren Beiträgen vorbehalten. Wie ein kraftvoller Schlussakkord klingt: Wir sind nicht nur Citoyens unseres Landes, sondern tragen Verantwortung für die ganze Welt. Dieser Akkord ist Teil einer Musik welche zutiefst berührt - er stammt aus dem Zentrum dessen was den Kern der Schweiz ausmacht. Anstelle sich ..."Von dieser mühsamen Staatsform "... zu verabschieden ist an vielen kritischen Situationen in der globalen Entwicklung etwas ganz anderes ablesbar! Dieses Andere ist Teil meiner persönlichen und beruflichen Erfahrung und führt mich nach 26 Jahren zurück in die Schweiz. Ich bin froh dass ein erster kommunikativer Schritt zurück in die Schweiz mit dieser Mail an Sie und mit meinem gestern eröffneten Blog erfolgt. Als Citoyen und Mensch möchte ich Ihnen zutiefst für diesen Satz danken und ihn als Anlass zur positiven Tätigkeit nehmen!
Als citoyens unseres Landes
tragen wir die moralische Kraft in uns
Gewalt, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit
vermeiden zu helfen.
"Sieh an ein Schweizer !" sagte eine Polizist im Ausland zu mir
als er mir helfen musste gegen einen geheimdienstlichen Einbruch
welcher eine Geiselrettung gefährden sollte.
Er lobte die Schweiz - nicht mich.
Halten wir ihre Werte hoch indem wir sie weiterentwicklen!
Der Blogautor
http://www.espace.ch/artikel_543743.htm
Bauern unter Druck
http://www.espace.ch/artikel_543743.html
Und auch Leuten, die sich selbst als liberal bezeichnen, sollte klar sein, dass die Arbeitsverhältnisse in etlichen Plantagen dieser Welt grässlich sind, dass aber gegenüber solchen sklavenähnlichen Produktionsverhältnissen kaum jemand "konkurrenzfähig" ist (im Preis; bei der Qualität ev. schon), darum drohen ja manche Konzerne in den sog. Industrienationen auch so gerne mit dem Abzug der ganzen Produktion in Billigstlohnländer. Und bei mulinationalen Agrokonzernen hat man ohnehin den Eindruck, dass sie sich einen Dreck um soziale und auch ökologische Dimensionen kümmern mögen. Zudem würde ich von Ihnen, Liberaler, mal gerne wissen, welches Land der Welt denn das Vorbild Ihres bevorzugten Wirtschaftsmodells sein sollte, die USA können es wohl kaum sein, z.B. mit ihren hohen Subventionen für Baumwolle...P.S.: Ich habe mich selbst nicht als Sozialistin bezeichnet, mich langweilen diese mitunter nichtssagenden Schemen. Ich bin ja für mehr Markt punkto Parallelimporten auch bei der Pharmaindustrie, wieso sollte die eine Ausnahme sein?
Dies ist der Blog unseres UVEK Ministers. Darum moniere ich ja den nicht wettbewerbsfähigen Service Public in seinem Departement. Die Swisscom ist zu privatisieren. Das Staatsmonopol und die Zwangsabzockerei für Radio und Fernsehen ist aufzuheben. Die SBB muss weiter konkurrenzfähiger gemacht werden. Es ist doch unhaltbar, dass für ein Billett 2. Klasse nach Paris 50% mehr als für ein Flugticket bezahlt werden muss!
Wenn man mehr Wettbewerb will und Parallelimporte generell zulassen will, so gibt es mE keine heiligen Kühe! Als Berner Landbueb kenne ich den Bauernstand sehr gut und die Bauern, die ich kenne sind fast alles Multimillionäre; auch durch Baulandverkauf. Die kassieren Subventionen obschon sie's gar nicht nötig haben. Alle meine guten Argumente bzw. Landwirtschaft in Oesterreich werden nicht mal zK genommen. Ein vergleichbares Land mit doppelt so viel Wald und eben nicht unsinniger Subventionierung bis auf 1500 müM! Man kann mehr Land verganden lassen und es entsteht wieder mehr Wald. Ein natürlicher Lawinen und Erosionsschutz und erst noch gut für die Luft! Das ewige Argument, die Schweiz sei ein Sonderfall hängt mir längst zum Hals raus und ist abgenutzt und lächerlich!
Ich habe über 10 Jahre im Ausland gearbeitet und kann oft nur lachen über die kleinkarierte Schweizer Mentalität, den kleinbürgerlichen Mief und die No Risk Attitude!
Persönlich bin ich kein Freund der direkten Demokratie in der heutigen Form. Man sollte sie grundlegend überdenken und reformieren u.a. auch dafür sorgen, dass nicht für jeden Hafenkäse eine Initiative eingereicht werden kann. Also mindestens Verdoppelung der Unrterschriftenzahlen für Initiative und Referendum usw. usf.
http://www.bloggerin.com
Wie soll das Volk denn bitte deiner Meinung nach sich nun verhalten? Ich befürchte, das nun die ganze Geschichte nur deswegen abgelehnt wird! ICH jedenfalls werde aus genau DIESEM Grund mit NEIN Stimmen, denn eins ist klar: IHR DA IN BERN HABT GAR NIX ZU SAGEN! WIR SIND DAS VOLK!
Dafür setz ich mich ein, DAS VOLK HAT IMMER RECHT!
Und, wenn man dem Volk was verspricht, muss man es halten! Das, was da passiert ist, ist eine klare Untergrabung des Volks!
Deswegen und wegen voelem anderen bin ich der Meinung gewesen, das es eine neue Linke Partei braucht, und habe halt eben mal eine gegründet!
Ich will, dass Demokratie wieder das ist, was es sein soll! DAS VOLK! DER SOUVERAEN ist SOUVERAEN!
Sonst: Ja, die einen oder anderen Parteien wollen das Recht auf ihre Seite bringen, doch, wenn man dem Volk die Chance lässt, wirds immer richtig entscheiden!
Wenn man einige Beiträge hier so liest (insbesondere von Artio), würde man meinen, die ganze Welt, mit Ausnahme von Europa und Nordamerika, lebe in Armut, Elend und Unglück. Immer wieder wird das Wort Plantage mit Sklaverei gleichgesetzt. Jeder Produktionsstandort der irgendwo in Afrika oder Südamerika oder Asien liegt, wird von Sklaven beheimatet, die nur dazu da sind, die dicken Bäuche der Europäer und Nordamerikaner zu füllen. Und es gibt ohnehin in diesen Ländern scheinbar nur Plantagen.
Eine solche Eindimensionale Sicht der Dinge habe ich weiss Gott noch nicht vielerorts erlebt, ausser eben in der Schweiz.
Ich habe denn auch auf allen Erdteilen dieser Welt vorwiegend glückliche Menschen angetroffen. Ja, sie waren bestimmt nicht überall auch nur annähernd so reich wie manch einer in Europa oder Nordamerika, aber sie waren trotzdem glücklich.
Es ist denn auch der Sozialist, oder der Linksextreme, der ständig predigt, es brauche keinen Reichtum um glücklich zu sein; und im gleichen Atemzug fordert er mehr Geld.
Auch das ist HEUCHELEI!
Der Sozialist ist denn auch fast der einzige, der noch nicht gemerkt hat, dass auch Geld ein knappes Gut ist (Neukapitalisten die die Zentralbanken vergöttern muss man fairerweise auch dazu zählen).
Wo nimmt man also das Geld her, wenn sie, die Sozialisten und Linksextremen, einst die Reichen ausgerottet haben?
Der Zusammenbruch der UdSSR hat dies doch eindeutig gezeigt. Ein armer Staat mit armen Bürgern und einer armen Wirtschaft ist HANDLUNGSUNFÄHIG.
Leider wünschen sich solche Verhältnisse, in unserer heutigen Gesellschaft, sehr viel Menschen.
Zu demokratischen Wahlen und an Herr Urseler:
So manch einer versteht es nicht, dass die Anonymität an der Urne einen entscheidenden Beitrag zur Demokratie beisteuert. Ich spreche hier nicht von der Einbürgerungsinitiative - die ist eh schon lange Geschichte.
Um frei und ungezwungen Wählen zu können, braucht es die Anonyme Wahl, ohne dass sich gleich jeder und jede für seine Stimme zu Rechtfertigen braucht. Auch das ist Teil der Demokratie; man kann eben frei Wählen. Der Büezer braucht eben nicht das zu Wählen, was sein Vorgesetzter wählt. Und wohl genau aus diesem Grunde, weil eben einem anderen die Stimme des anderen nicht passt, ist es wichtig, anonym Wählen zu können, lieber Herr Urseler. Es hat nichts mit Feigheit zutun, sondern mit freiem Wille.
Offene Wahlen fordern übrigens nur jene welche, die sich ihrer Gegner entledigen wollen.
Zur Wirtschaft:
Ja die "böse" Phamaindustrie ist auch mir ein Dorn im Auge, jedoch ist der Schweizer Markt für die Pharmakonzerne so unbedeutend wie ein Wasserflecken auf einem schwarzen Hemd.
Und wohl aus diesem Grunde sind unsere Politiker auch erpressbar. Die Pharmakonzerne brauchen die Schweiz nicht, der Schweizer Steuereintreiber wohl aber die Konzerne.
Selbst der Sozialist, will er den Mittelstand nicht ganz ausrotten, sollte ein reges Interesse an potenten Steuerzahlern haben - also wirtschaftsfreundlich gesinnt sein. Aber ihre Ideologie verbietet es ihnen und so lassen sie lieber weiter den Mittelstand ausbluten, für den sie sich eigentlich einzusetzen Pflegen - so jedenfalls ihr Parteigeschwafel.
AUCH DAS IST HEUCHELEI!
Die CO2- Abgabe, Herr Leuenberger, ist denn auch gleich eines dieser absurden und nutzlosen Beispiele, welches Sie oben erwähnen.
Den Reichen (ich muss sie mit dazu zählen) wird es kaum kümmern...
Zu den Bauern:
Und was ist mit den Bauern? Die kosten eben nur; und zwar mehr als sie eigentlich müssten.
Es ist für mich ganz klar, dass auch ein Kleinbauer in der Schweiz überleben kann - ohne Subventionen. Er muss halt eine Nische für sich finden, statt mit den grossen Milch-, Fleisch- oder Gemüseproduzenten konkurrieren wollen. Umdenken ist gefragt. Aber dem Bauern wird wohl nicht vergeblich eine gewisse Sturheit nachgesagt.
Und nichts desto trotz sind immer noch die hälfte der Bauernbetriebe überflüssig.
Und wer glaubt wir werden so vom Ausland abhängig, wenn wir die Importzölle aufgeben und damit den Bauernstand reduzieren, der lebt wohl in einer Welt mit Blumen und Glöckchen und Kobolden.
WIR SIND SCHON LÄNGST VOM AUSLAND ABHÄNGIG.
Und das wird sich mit zunehmender Globalisierung auch nicht ändern. Aber keine Angst, es ist eine gegenseitige Abhängigkeit.
Natürlich werden jetzt wieder alle sagen, die Globalisierung trägt die Schuld.
Aber diese Menschen wollen und können eben nur eine Seite der Globalisierung sehen. Und für ihre enge Sichtweise kann ich sie NICHT beneiden, aber ich habe bis zu einem gewissen Grade Verständnis.
Der Mensch möchte eben so gut es geht und so lange es geht eine ruhige Kugel schieben. Er verabscheut das Neue, das Ungewisse, die Gefahr. Und darum geht er diesen Dingen so gut es geht aus dem Weg.
Freundliche Grüsse
Mr. Pink
Es lebe die Direkte Demokratie!
Sagen Sie bitte mir mal ein Land, das vollständig nach Ihren Marktprinzipien funktioniert? P.S.: Kaum ein Bauer in Europa oder Nordamerika könnte zu Weltmarktpreisen produzieren, in der EU wird auch massive subventioniert, auch wenn es erst unter 1000m sein sollte... Und ja, fast all meine Vorfahren (inkl. Eltern) waren auch Bauern, aber nicht in den Alpen, ein Bruder ist es wieder, biologisch, mit Nebenjobs. Aber offenbar waren sie zu blöde, zu Multimillionären zu werden. Und überhaupt, was Sie erzählen, hat einen Haken, sagen Sie das auch Ihren angeblichen Berner Multimillionären, die Sie offenbar kennen!-
"Bundesgerichtsentscheid: Multimillionäre müssen Direktzahlungen zurückzahlen
Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes, das zwei Gebrüder aus dem Kanton Zürich zur Rückzahlung von rund 175'000 Franken Direktzahlungen zwingt. Die beiden hatten auf dem Gesuchsformular für die jährlichen Direktzahlungen die Rubrik offen gelassen, im Wissen, dass sie mit rund 7 Millionen Franken Vermögen weit über der Limite liegen, die den Anspruch auf Direktzahlungen begrenzt.
An der Geschäftsstelle der Kleinbauern-Vereinigung ist man befriedigt, dass das Bundesverwaltungsgericht konsequent geurteilt hat. Erstaunt ist Herbert Karch, Geschäftsführer der Kleinbauern-Vereinigung, dass der Bundesrat und in der Folge eines Rekurses das Bundesverwaltungsgericht durchgreifen mussten. Das mit dem Vollzug der Direktzahlungen betraute kantonale Amt hatte diese während zweieinhalb Jahren entweder geduldet oder übersehen. Vollständig ausgefüllte Gesuchsformulare sind Voraussetzung für den Anspruch auf Direktzahlungen.
Die Einkommens- und Vermögensgrenzen bei Direktzahlungen haben zum Zweck, dass staatliche Mittel unter anderem nach dem Gebot der Notwendigkeit vergeben werden. Wenn die Existenz eines Landwirtschaftsbetriebes durch sehr hohe Haupt- oder Nebeneinkommen oder durch erworbenes, ererbtes oder gewonnenes Vermögen in Millionenhöhe gesichert werden kann, entfällt die soziale Begründung eines Anspruchs auf Direktzahlungen. Dies gilt auch dann, wenn eine Leistung mit der Zahlung verknüpft ist.
Die Kleinbauern-Vereinigung legt wert auf die Feststellung, dass die Einkommens- und Vermögenslimiten für Direktzahlungen sehr hoch und auf dem steuerbaren Einkommen angesetzt sind.
Im Berechnungsjahr 2006 wurden laut Agrarbericht 2007 2.5 Milliarden Franken an 55'673 Betriebe ausgezahlt. Die Kürzung und Streichung der Direktzahlungen wegen der Einkommensgrenze betrafen 1036 Betriebe, wegen des Vermögens 240 Betriebe. Die gesparte Summe aus diesen Kriterien belief sich auf etwas mehr als 10 Millionen Franken."
http://www.kleinbauern.ch/
@Pink
Die einzig sichere Lösung sind Labels wie Max Havelaar, auch bei Kleidern (siehe z.B. Switcher), auch wenn Sie einmal mehr dampfplaudern.
"Transparenz bei EU-Subventionen Landwirtschaft
Hamburg (7.11.07): Erstmalig wurden die Empfänger von EU-Subventionen für Landwirtschaft zumindest für ein Bundesland offen gelegt. Der Befund mag kaum überraschen: Wenige Große erhalten viel.
Zum ersten Mal ist es in Deutschland gelungen, detaillierte Angaben über die Spitzenempfänger von EU-Agrarsubventionen zu erhalten. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben nach langem Zögern Anfragen der Transparenzinitiative sowie des Magazins „Stern“ weitgehend stattgegeben. Damit ist NRW das erste und einzige Bundesland, das aufgrund eines Gerichtsurteils nach dem Informationsfreiheitsgesetz seiner Informationspflicht gegenüber den Steuerzahlern nachgekommen ist.
„Während jeder Hartz IV-Empfänger seine Vermögensverhältnisse offen legen muss, wird in Deutschland die Verteilung von jährlich 6,5 Milliarden Euro Agrarsubventionen wie ein Staatsgeheimnis behandelt“, so Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.
Erst ab 2009, also viel zu spät um die jetzige Agrarreformdiskussion zu beeinflussen, sollen die Zahlungen für ganz Deutschland bekannt gemacht werden. „Die aktuellen Veröffentlichungen aus NRW zeigen, dass der gegenwärtige Verteilungsschlüssel vor allem Adelshäusern, Großbetrieben, und der Agroindustrie zugute kommt. Es ist höchste Zeit, dass auch alle anderen Bundesländer diese Zahlen offen legen“, fordert Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland. Auch der Veröffentlichung der Empfänger von Exportsubventionen stehe nach heutiger Rechtslage nichts im Wege.
Zu den Spitzenempfängern von Direktzahlungen im Jahr 2006 in NRW gehören der Stromkonzern RWE (471.644,77 Euro) sowie die Gutsbetriebe des Grafen von Westphalen (516.518,91 €). Die weiteren Großempfänger lesen sich wie das Who is Who des Hochadels: Fürst Metternich-Ratibor/ Corvey, Freiherr von der Leyen und Graf von Nesselrode/Grevenbroich, Graf von Spee/Finnentrop, Freifrau von Spiegel/Willebadessen, Droste zu Vischering/Rosendahl, Freiherr von Twickel/Havixbeck.
„In Nordrhein-Westfalen erhalten 14 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe zusammen mehr als die Hälfte aller Direktzahlungen, die in das Land gehen. 68 Großbetriebe erhalten mehr als 100.000 Euro. Den überwiegenden Teil der Arbeitsplätze aber stellen die kleineren und mittleren Betriebe. Das muss endlich bei der Verteilung berücksichtigt werden, sonst wird weiterhin nur Flächenbesitz statt Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung gefördert“, so Ulrich Jasper von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. (...)"
http://www.glocalist.com/index.php?id=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2530&tx_ttnews%5Bcat%5D=1&cHash=05107c53b4
@Mark, auf was beziehen Sie sich genau punkto Österreich?
"Großfarmen betroffen.
Rechnet man die allen Empfängern von mehr als 5000 Euro bereits heute vorgeschriebenen Zahlungen von fünf Prozent in den Fördertopf für ländliche Entwicklungsprojekte dazu, beträgt die maximale Kürzung für Großbetriebe gar 22 Prozent. Hauptbetroffene sind tausende Großfarmen in Deutschland und Großbritannien. In Österreich fallen nur siebzig von 150.000 landwirtschaftlichen Betrieben in die höchste Förderkategorie. Hier beträgt die durchschnittliche Fläche von Agrarbetrieben 15 Hektar und die öffentlichen Zahlungen je Landwirt machen im Schnitt rund 11.700 Euro im Jahr aus. 80 Prozent der Bauern haben weniger als 20.000 Euro, nur 2100 Betriebe oder 1,5 Prozent mehr als 50.000 Euro im Jahr."
"In Österreich würde der Vorschlag der EU-Kommission bis 2013 zu einer Umschichtung von 68 Millionen Euro führen, davon 64 Millionen Euro ohne Großbetriebe. Das sagte Landwirtschaftsminister Josef Pröll in Brüssel. Österreich, das aus diesem Topf schon bisher überdurchschnittlich viel Gelder lukrierte, würde also noch mehr profitieren
Österreich sogar begünstigt? Der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler, der der Architekt der Agrareform 2003 war, sieht Österreich sogar begünstigt: Fischler zur Kleinen Zeitung: "Den größeren Betrieben wird mehr Geld weggenommen als den kleinen. Das nutzt natürlich Österreich". Mehr Sorge bereitet den heimischen Agrariern da schon der schrittweise geplante Ausstieg aus dem System der Milchquoten Ab 2015 soll es keine Beschränkung bei der Milchproduktion mehr geben, bis dahin soll die bereits beschlossene zweiprozentige Erhöhung ab 2009 jedes Jahr um noch ein Prozent aufgestockt werden.
Chancen stehen schlecht. In Österreich befürchtet man, dass das Land von ausländischen Großkonzernen mit Billigmilch überschwemmt wird, die Preise in den Keller rasseln und die heimischen Bergbauern chancenlos sind. "Das ist eine Riesengefahr. Die Milchquote muss bleiben", fordert Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch. Auch Pröll will dafür kämpfen. Doch die Chancen stehen schlecht, das Österreich in der EU dafür keine Mehrheit hat. Nur Slowenien, Finnland und Deutschland unterstützen seine Position."
Aus:
20.05.2008
Zeitenwende für Europas Landwirtschaft
Die EU krempelt ihre Agrarpolitik um. Für Österreichs Bauern heißt das: Weniger Staat mehr Markt.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/wirtschaft/klima/1277540/index.do
http://www.transparenzdatenbank.at/tran
"Wofür stehen die Zahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik?
Mit den finanziellen Mitteln aus der EU-Agrarpolitik gewährleisten Österreichs Bauern, dass
- für etwa 80 % der Staatsfläche Verantwortung getragen und insbesondere die Besiedelung in den Berggebieten und benachteiligten Gebieten aufrecht erhalten wird,
- nachhaltige, umweltgerechte Wirtschaftsweisen in großem Umfang zur Anwendung kommen,
- die Versorgung mit sicheren und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln gesichert wird,
- die reizvollen Kultur- und Erholungslandschaften erhalten und gepflegt werden,
- erneuerbare Energie und Rohstoffe zur Verfügung gestellt werden,
- durch Investitionen Arbeitsplätze in Gewerbe, Industrie und Dienstleistungsbetrieben gesichert werden,
- für den Schutz des Bodens, des Waldes sowie der Reinhaltung des Wassers und der Luft gesorgt wird.
Die vielfältigen Leistungen der heimischen Landwirtschaft für die Gesellschaft können nur durch den Ausgleich mit öffentlichen Geldern erbracht werden. Regelmäßig stattfindende Kontrollen stellen sicher, dass in Österreich Gelder nur dorthin fließen, wo auch Leistungen erbracht werden."
Immerhin können sich die meisten zumindest mit einem Teil der Schreibe anfreunden.
An die Blogger(innen) und aussen:
Bitte etwas sorgfältiger umgehen mit den Ausdrücken recht haben und im Recht sein.
Der Souverän "hat" nicht immer "recht", er hat nur dann "recht" und IST im Recht, wenn es das höhere Recht (für das er sich zuvor souverän entschieden hat) respektiert.
Wer das höhere Recht nicht (mehr) für hilfreich hält, hat bei uns das Recht, dieses Recht abzuändern. Und sollte es "fremdes" Recht sein, hat er die Möglichkeit anzuregen, dass die entsprechenden Verträge gekündigt werden. Mit allen Konsequenzen.
Ich werde das Freizügigkeitspäckli auch ablehnen, das gibt einen spannenden Neuanfang. Möglich, dass wir damals "angelogen" wurden, bzw. uns die Konsequenzen von den EU-freundlichen sowie den wirtschaftsliberalen Kräften verschleiert wurden.
Eine Gefahr für die Demokratie sehe ich weniger von aussen, als von innen. Aber hier auch nicht von ganz links oder ganz rechts, sondern von einer verkappt "extremistischen" politischen "Mitte" (im smartvote-spider extrem oben, ähnlich wie:
Für sie gelten kaum weitere Argumente als Witschaftswachstum, und sie reden an allen Fronten einer globalen Nivellierung nach unten das Wort.
So gibt es gewisse Wirtschaftstheoretiker, welche unsere Demokratie und die politischen Rechte allgemein bereits zum Standortnachteil der Wirtschaft erklären!
Für mich ist das politische Brandstiftung und politische Klimavergiftung.
Wenn Staaten wie die Schweiz sich mehr und mehr handlungsunfähig fühlen, dann primär wegen
- fehlender Transparenz der (linken und rechten) Eliten gegenüber dem "Volk"
- mangelnder Verantwortung "der Wirtschaft" gegenüber den Arbeitenden und Konsumierenden
- der wirtschaftlichen Wachstums-Fesseln, die wir uns selber anlegen.
"(...) Weiterhin werden die Konsumenten verdeckte Subventionen für patentgeschützte Güter bezahlen – und zwar hauptsächlich an ausländische Produzenten, die mit dem Forschungsstandort Schweiz nicht das Geringste zu tun haben. So will es offenbar der helvetische «Innovationsschutz». Weiterhin wird unsere stärkste Exportindustrie von einer Marktabschottung profitieren, die ihr in Europa nirgendwo sonst gewährt wird. So will es offenbar der «Wirtschaftsliberalismus» unserer bürgerlichen Parteien. Die Pharmalobby hat ihre eigene Agenda. Und sie hat die Mittel, sie durchzusetzen.
Vielleicht sollte man ordnungspolitische Debatten in der Schweiz am besten gar nicht mehr führen. Sie liefern nicht viel mehr als die perfekte Illustration, wie eine gut organisierte Minderheit, die sich ausschliesslich an ihren Sonderinteressen orientiert, das öffentliche Gut der maximalen volkswirtschaftlichen Produktivität unterminiert. Der Ökonom Mancur Olson hat diesen Mechanismus in seiner «Logik des kollektiven Handelns» beschrieben. Er hat nachgewiesen, dass ein Kollektiv nur dann effizient ein gemeinsames Ziel verfolgt, wenn es über starke, unabhängige Institutionen verfügt, welche die richtigen Anreize setzen. Das bedeutet, dass nur ein von wirtschaftlichen Sonderinteressen unabhängiger Gesetzgeber eine Wirtschaftsordnung durchzusetzen vermag, die optimalen Wohlstand erzeugt. Genau diese Bedingung ist in der Schweiz offensichtlich nicht erfüllt. (...)"
Filz und Pharma
Die Pharmalobby killt die Parallelimporte. Die Schweizer Wirtschaftspolitik wird zum negativen Lehrbeispiel.
13.06.2008 von Daniel Binswanger
http://dasmagazin.ch/index.php/filz-und-pharma/
Auch wenn ich nur Dampf plaudere:
Sollen denn 7'000'000 Bürger wegen ca. 60'000 Bauernbetriebe viel zu viel für Landwirtschaftsprodukte bezahlen?
Pro 100 Franken, welche ein Schweizer Bauer verdient, stammen ca. 65 Franken aus Subventionen!
Im gleichen Atemzug, mit unseren Bauern zusammen, erwähnst du dann die armen Plantagenarbeiter, welche nur als Sklaven gehalten werden.
Wären unsere Märkte nicht so abgeschottet, würde es diesen Menschen auch besser gehen. Max Havelaar ade.
Übrigens, mein "Dampf" kopiere ich wenigstens nicht aus Internetseiten heraus und stelle ihn dann in den Blog.
Hallo allerseits
Mit Stand vom 1. Juni 2008 gab es seit 1848 gemäss Bundesamt für Statistik insgesamt 534 Abstimmungen zu Referenden resp. Volksinitiativen. 311 Abstimmungen, also mehr als die Hälfe waren es seit den 1970er Jahren.
207 Vorlagen waren Verfassungsänderungen, zu welchen das Stimmvolk Stellung nehmen MUSSTE (obligatorisches Referendum). 110 Vorlagen betrafen dabei den Zeitraum 1971 bis 1. Juni 2008. Daraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass in dieser Zeitspanne ein „Reformstau“ bestand. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass im aktuellen Jahrzehnt erst elf Verfassungsänderungen dem Volk unterbreitet werden mussten, dass also die aktuelle Bundesverfassung vom 18.04.1999 nicht mehr so „rückständig“ ist um ständig geändert zu werden. Ungefähr 75 % der obligatorischen Referenden wurden sowohl in jüngerer Zeit wie auch seit 1848 immer angenommen.
162-mal wurden 50'000 Unterschriften gesammelt, weil man mit den Beschlüssen des Parlaments nicht einverstanden war (fakultatives Referendum). 89 Abstimmungen, also wiederum mehr als die Hälfte, fanden seit 1971 statt. Hier zeigt sich ein ganz interessantes Bild: Im Zeitraum 1848 – 1970 wurden knapp 40 % der ergriffenen Referenden angenommen. Seit 1971 sind es knapp 70 %! Dies lässt auf eine zunehmende Unzufriedenheit gegenüber den Mehrheiten im Parlament schliessen. Da die Arbeit der beiden Kammern nichts mit der neuen Verfassung zu tun hat, überrascht es nicht, dass sich in diesem Jahrzehnt keine Trendwende bezüglich Anzahl fakultativer Referenden abzeichnet.
50'000 resp. seit 1977 100'000 Unterschriften wurden insgesamt 150-mal für eine Initiative gesammelt, davon 102-mal seit 1971 – mit ernüchterndem Erfolg. So wurden 13 % der 48 Initiativen von vor 1971 angenommen. Ab 1971 fanden jedoch nur noch 7 % der Initiativen Zustimmung bei der Mehrheit der Stimmenden. Dies lässt vermuten, dass in den letzten Jahrzehnten allzu schnell Unterschriftenbögen hervorgeholt wurden.
Soweit die Fakten zur „direkten Demokratie“. Nicht enthalten sind darin jene Vorlagen, welche gar nicht zustande gekommen sind oder zurückgezogen wurden (weil häufig vom Parlament ein Gegenvorschlag ausgearbeitet wurde).
Einige weiter oben geäusserten Kommentare zeigen, dass sich viele gar nicht durch ihre National- und Ständeräte, also die eigentlichen Volks- und Kantonsvertreter, vertreten fühlen. Dies wird unterstrichen durch die Flut an Initiativen seit 1971: Man scheint zu glauben, ein vom Parlament nicht vertretenes Anliegen mittels Initiative einbringen zu müssen. Es drückt also ein gewisses Misstrauen darüber aus, ob ein bestimmtes Anliegend ausreichend vom Parlament vertreten wird. Auf der anderen Seite zeigen die statistischen Werte aber auch, dass fragwürdige Beschlüssen des Parlaments häufig mit Erfolg bekämpft werden (fakultative Referenden), was an sich das Vertrauen ins Parlament auch nicht erhöht.
Natürlich führt jede Abstimmung zu einer zeitlichen Verzögerung des Inkrafttretens einer gesetzlichen Grundlage. Aber das manchmal behäbige Tempo auf der Schweizer Polit-Autobahn ist für mich nicht eine Folge unserer Mitwirkungsrechte. Die eigentliche Ursache sehe ich vielmehr beim Auftraggeber des Bundesrats resp. den Gesandten des Volkes, also beim Parlament resp. den Parlamentariern.
Das fängt damit an, dass heute kein proaktiver Dialog zwischen Volksvertretern und der Bevölkerung stattfindet – vorausgesetzt man zählt die bunten Wahlprospekte alle vier Jahre nicht zu einem proaktiven Dialog. Erst der Dialog erlaubt unseren Vertretern zu erfahren, wo der Schuh wirklich drückt. Der Dialog führt häufig zu gegenseitiger Einsicht. Und - der Dialog schafft Vertrauen (eigentlich erzähle ich hier nichts Neues). All das ist zu haben fernab von Parteiprogrammen oder Parteiparolen – wenn man denn will und den Kontakt mit dem Stimm- und Wahlvolk nicht scheut…
Damit aber nicht genug: Es ist das Parlament, welches mit seinen Entscheiden das Tempo vorgibt. Mir scheint, dass man allzu oft wichtige Themen auf die lange Bank schiebt, weil man sich nicht zusammenraufen will und auf irgendwelche „bessere Zeiten“ hofft. Ist die Anforderung zu hoch, von unseren Parlamentariern (von links bis rechts) Konsens-, mindestens aber Kompromissbereitschaft zu verlangen? Sollte das Volk mit seinen Vertretern Ziele für die nächste Legislatur vereinbaren, so wie das in der Wirtschaft auch der Fall ist und allenfalls die Wiederwahl-Möglichkeit beim Nicht-Erreichen einer gewissen Zielquote ausschliessen? Oder sollte man nicht nur Bundesräte während einer Legislaturperiode abwählen können – wie dies jüngst gefordert wird - sondern auch Parlamentarier, von denen man in der Öffentlichkeit nie etwas hört, sieht oder liest?
Oder wie wäre es mit einem gut schweizerischen Kompromiss: Bundesrat und Parlament müssen alle zwei Jahre neu gewählt werden. Das bringt nicht nur Dynamik, sondern verlangt auch häufiger nach eine Rechtfertigung des bisher (Nicht-?)Geleisteten. Denn in vier Jahren vergisst man viel und lässt sich allzu schnell blenden vom parteipolitisch-parlamentarischen Aktivismus unmittelbar vor den nächsten Wahlen…
Freundliche Grüsse
Titus
Quelle:
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/17/22/lexi.Document.21789.xls
(enthält jedoch nicht die erwähnten Prozentangaben)
http://www.myswitzerland.com
Ich glaube, dass der Ausdruck Opposition oft zu Unrecht gebraucht wird. Eine eigentliche Opposition sehe ich nur in Grossbritannien oder Spanien. In Ländern, wo häufig Koalitionen regieren, aber auch in den USA, wo beide Parteien fast das Gleiche wollen, müsste man eher von Regierungsbeteiligung, resp. Nicht-Beteiligung sprechen. Eine Partei, die sich Schweizerische Volkspartei nennt und nur 29% der Stimmen erhält, kann gar nicht in der Opposition sein. Da ihr Name behauptet, uns alle zu vertreten, fehlen ihr einfach Stimmen.
Auch wenn zur Zeit etwas wenig Schwung im System ist, glaube ich, dass in der Schweiz eher ein Wettbewerb konkurrierender Lebens- oder Gesellschaftsentwürfe besteht. In diesem haben die Parteien die Aufgabe, ihren Gesellschaftsentwurf immer wieder zu hinterfragen, an die Entwicklung anzupassen und sowohl kurzfristig wie langfristig Politik entsprechend diesem Entwurf zu machen.
Weil diese mittel- und langfristigen Profile (eigentlich bei allen Parteien) fehlen, fehlt ein innenpolitischer Diskurs, der über die Dauer einer Legislatur hinausgeht. So sind Projekte immer konkrete Massnahmen, wie ein Bauvorhaben oder eine Gesetzesänderung, aber keine Projektionen, wo die Schweiz in 20 oder 30 Jahren stehen könnte.
Ich stelle einmal, etwas ziellos durchaus und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, fünf Vorhaben in den Raum:
Die 2000 W Gesellschaft ist eine schweizerische Idee. Sie ist in fünfzig Jahren möglich. Wir sollten sie ernsthaft angehen. Ziel wäre, dauernd zehn Jahre Vorsprung auf alle anderen zu haben.
Die Atomendlagerung würde zu unserem Ordnungssinn passen. Sie kommt vor einem neuen AKW. Wir sollten endlich dahinter gehen mit dem Ziel, in dreissig Jahren soweit zu sein.
Unserer ökonomischen Vernunft würde entsprechen, dass wir die Staatsschulden komplett abzahlen. Dies müsste in zehn bis zwanzig Jahren erreichbar sein. Ziel wäre, dadurch einen Spielraum zu erhalten, der uns ermöglichte, durch eine Neuverschuldung Krisen, die kommen werden, zu überstehen.
Dann wünschte ich mir, dass das Zwangssparen und Zwangsversichern abgeschafft, resp. massiv zurückfahren würde. Wir sind freie Menschen in einem freien Land. Wir brauchen keine Zwangsmassnahmen, um vernünftig zu agieren. Und wir ziehen Realwerte fremdverwalteten Geldbergen vor, von denen wir nicht wissen, ob sie in einer Inflation oder Krise Bestand haben oder in sich zusammenfallen.
Zuletzt wünsche ich mir, dass wir die Marke Schweiz viel stärker globalisieren. Als Ausgangspunkt fällt mir die Webseite MySwitzerland.com ein. Sie wäre nicht mehr nur eine etwas einseitige Reklameveranstaltung, sondern ein Treffpunkt, an dem alle, Schweizer und Ausländer, sagen, was ihre Schweiz ist. Sie deponieren ihre Fotobücher, Texte, Wünsche auf der Webseite, die so zur Ihrigen wird. Wir alle könnten dadurch viel lernen.
Ich bin sicher, dass man das auch ganz anders sehen kann, und würde gerne etwas über Ihre/Eure Ziele erfahren.
2008-08-01 23:53:5
Mit etwas Rückstand möchte ich meine Gedanken aus einer etwas anderen Perspektive als die bereits veröffentlichten doch noch äussern.
Auch wenn ich nicht besonders gut über Politik und Staatswesen Bescheid weiss, erlaube ich mir einige Bemerkungen zu Ihren Ausführungen.
Ihre Forderungen betreffend Staatsreformen, Privatisierung etc. sind mit grosser Bestimmtheit formuliert. Es ist anzunehmen, dass Sie Ihre Vorstellung wie ein gutes Regierungswesen auszusehen hat, als die einzig Richtige betrachten. Dies ist nicht zu kritisieren. Jeder darf sich ein besseres politisches System als das Gegenwärtige denken und vertreten (solange er damit nicht gegen Gesetze verstösst).
Welches existierende politische System würden Sie dem der Schweiz vorziehen? Was sind die Ziele und Vorteile, die Sie mit Aufhebung der direkten Demokratie, Zusammenlegung von Gemeinden und Kantonen, Regierungsreformen, etc. erreichen möchten? Mir scheint, dass es dabei hauptsächlich um wirtschaftspolitische Überlegungen geht.
Was mich an Ihren Ausführungen stört ist, dass Sie die Schweizer in zwei Gruppen teilen: eine ländliche, rückwärtsgewandte und eine urbane, zukunftsträchtige – die die Mehrwerte schafft. In Ihren Augen gefährdet die ländliche, nationalistisch gesinnte Bevölkerung mit ihrem zukunftsuntauglichen Verhalten vermehrt die Zukunft der Schweiz! und es fehlt Ihrer Ansicht nach der Schweiz an einer Führungselite, die nicht nur verwaltet sondern auch denken, reflektieren, philosophieren in diesem Lande wieder möglich macht und auch der gebildeten, urbanen Bevölkerung wieder eine Stimme gibt und nicht nur dem provinziellen, kleinbürgerlichen Mief…
Die Formel lautet also: ländlich = rückwärtsgewandt, nationalistisch gesinnt, zukunftsuntauglich; urban = gebildet, zukunftsträchtig, Mehrwerte schaffend.
So einfach scheint mir die Sache nun doch nicht. Sie haben das vielleicht auch nicht so gemeint, aber ihre Aufteilung läuft auf diese Formel hinaus. Sie wissen, dass es in den länglichen wie in den städtischen Gebieten sowohl innovative wie traditionsgebundene Menschen gibt. Ich behaupte, dass es sich bei den verschiedenen Tendenzen in Wirklichkeit um unterschiedliche Weltanschauungen und Bedürfnisse handelt. Auf der einen Seite Bürger, die eher traditionsgebunden sind, auf der anderen Seite solche denen Tradition als Hindernis für Neues erscheint. Auf der einen Seite Bürger, die sozial- und umweltpolitischen Anliegen Priorität einräumen und auf der anderen Seite Bürger, die im Wirtschaftswachstum die oberste Priorität sehen. Und so weiter… Man kann meines Erachtens nicht die eine Gruppe als Verhinderer abstempeln und die andere Erneuerer nennen. Beide vertreten Werte, die ihren angemessenen Platz in einer Gesellschaft haben sollten: Tradition UND Innovation.
Noch eine Frage: Ist nur Arbeit, die Mehrwert schafft etwas wert?
Ich glaube nicht, dass es eine Regierungsform gibt, die allen Bürgern eines Landes gerecht werden kann. So unterschiedlich die Bedürfnisse und Wertvorstellungen in einer Bevölkerung, so unterschiedlich die Meinungen, wo Prioritäten gesetzt werden sollen. Das ist wohl auch der Grund, warum Sie kein Freund der direkten Demokratie sind?
Ich halte die direkte Demokratie für das gegenwärtig beste politische System, auch wenn es zugegebener Massen für die Regierung mühsam sein kann, Prozesse verlangsamen kann und ich damit auch nicht nur zufrieden bin. Dennoch bin ich froh, mich hin und wieder bei Abstimmungen zu Entscheidungen, die meine Umgebung und mein Land betreffen, äussern zu dürfen. Oft bin ich zwar mit dem Ergebnis unzufrieden. Aber ich kann mich damit abfinden, zur unterlegenen Partei zu gehören – es kann ja nur eine Partei die Mehrheit der Stimmen haben – wichtiger ist das Gefühl, mitgewirkt zu haben, gefragt geworden zu sein. Ich glaube, dass dies ein wesentliches Element für Zufriedenheit, Zugehörigkeitsgefühl und Identifikation mit Gemeinde/Land und dessen Regeln ist. Und dies wiederum ist die Basis auf die eine Regierung angewiesen ist – glaube ich.
Übrigens würde auch ein anderes politisches System aus Schweizern keine risikofreudigen Draufgänger machen – eine Mentalität ist eine Geisteshaltung und die ändert sich nicht so leicht.
Nun, wer dem Protektionismus seinen Vorzug gibt sieht die Dinge eben so wie du.
Ich aber sehe es so, dass die mittleren und kleinen Bauernbetrieben in Entwicklungsländern einen so schweren Stand haben, da diese selbst im eigenen Lande nicht mit den hochsubventionierten Landwirtschaftsprodukten aus Europa und Nordamerika konkurrieren können. Und da helfen eben oft auch keine Importzölle.
Warum sollte also ein Südamerikanischer Konsument Käse aus der örtlichen Produktion kaufen, wenn er einen ebenso guten Käse aus Frankreich haben kann; und diesen, dank protektionistischer Subventionierung, erst noch billiger?
Zum Thema Überangebot:
Die Subventionen und Kontingente, welche das Werk des protektionistischen Verhaltens sind, tragen wohl den Hauptteil dazu bei, dass wir Milchberge und dergleichen in diesem Ausmasse überhaupt erst kennen.
Eine staatliche Abnahmegarantie gehört ins Zeitalter Lenins. Wer das heutzutage immer noch nicht begriffen hat lebt wohl in einer falschen Zeit. Nostalgie ruft eben auch schöne Gefühle hervor.
Aber ich kann es niemandem verübeln, schliesslich ist dies der Blog eines Genossen.
Bezüglich Label:
Ich habe nichts gegen diese Labels. Eine transparente Beschriftung würde meines Erachtens genügen.
Der höhere Preis dieser Produkte rechtfertigt sich aber doch nur in der 'Papierlischieberei' dieser Institutionen; welche ihre Inspektoren wohl in der Buisnessklasse nach Südamerika, Afrika etc. fliegen lassen, diese sich dort in ein 5 Sterne Hotel einnisten und einigen Grossgrundbesitzern einen Besuch abstatten. Natürlich ist der Inspektor auf Voranmeldung dort, denn er will ja gebührend empfangen werden. Und das nennt man dann fairen Handel - bist du mir ein guter Gastgeber, so bin ich dir ein guter Abnehmer.
Nein, 'Papierlischieberei' hat noch nie etwas produktives hervor gebracht, aber ich will dem Kauf solcher Produkte niemandem Abraten, denn es soll jedem frei stehen.
Bezüglich WTO- Spielregeln:
Wenn man sich eben seit Jahren ans Gewinnen gewöhnt hat, ist es schwer, plötzlich eine Niederlage einstecken zu müssen. Also versucht man weiterhin mit gezinkten Karten zu Spielen.
Und Kostenwahrheit entsteht gewiss nicht durch Subventionszahlungen und Protektionismus. Auch das sollte jedem einleuchten.
Daher bin ich ein vehementer Gegner jeglicher Subventionszahlung, möge diese noch so klein sein.
Vielleicht sollte doch einfach jemand Unterschriften für eine Volksabstimmung sammeln gehen, die jegliche Subventionszahlung an Bauern verbietet.
Zu Glück gibt es beim Einreichen solcher Volksbegehren noch keine Beschränkungen.
Lassen wir doch einfach den Konsumenten entscheiden, ob er die billige Kartoffel aus Ägypten kaufen will, oder die etwas teurere aus der Schweiz.
Aber das Aushungern des Mittelstandes durch Steuern und (Lenkungs-) Abgaben zwingt wohl auch den einst grössten Patrioten zur ausländischen Kartoffel zu greifen, will er weiterhin an der 1. Augustfeier teilnehmen können.
Ja, auch so kann man Sozialpolitik betreiben; indem man die bürgerliche Mitte zur armen Seele verkommen lässt, damit auch diese einst dem Nutzen der Umverteilung den Glauben schenkt (gezwungenermassen) und so zur Linken abwandert.
Dem Klimawandel und seiner Hysterie sei Dank.
Ich frage mich heute nur, was kommt als nächstes auf uns zu, wenn einst der unumgängliche Klimawandel und seine Erderwärmung nichts mehr hergeben?
Wir hatten ja schon Waldsterben, Borkenkäfer, saurer Regen...
Ach, was mach ich mir denn da auch für Sorgen; denn bald schon geht die Erde der nächsten Eiszeit entgegen und spätestens dann heisst es: Kampf der Klimaerkältung. Bin gespannt, ob wir dann Lenkungsabgaben auf Fahrzeuge errichten werden die zu wenig CO2 produzieren?
Mit freundlichen Grüssen
Mr. Pink
Rauchfreie Zonen: Die Schweiz ist bald das einzige westliche Industrieland, das es nicht fertig bringt, diesen absolut notwendigen und auch logischen Schritt umzusetzten. Bekanntlich sind die grosse Mehrheit rund 70% Nichtraucher! Wieso eine Minderheit, die laufend die Gesundheit der Mehrheit gefährdet, spezielle Priviliegien geniessen soll, geht keinem logisch Denkenden in den Grind! Ich reise viel durch die Welt und war kürzlich erstaunt, dass sogar Latino Länder, wie Argentinien, rauchfreie Zonen durchgesetzt haben. Notabene Länder wo wesentlich mehr geraucht wird. Alle die blöden Schreie aus rechtsbürgerlichen Kreisen wegen Einschränkung der Freiheit mit rauchfreien Zonen sind total unangebracht und beleidigend für die grosse Mehrheit! Wo bleibt da die Logik unserer Demokratie? Wieso Raucher Minderheitenschutz geniessen sollen, wird mir kein Politiker plausibel erklären können! Als Asthmatiker warte ich seit über 20 Jahren auf die Umsetzung, damit ich und viele andere sich wieder mal in den Ausgang getrauen, ohne danach mit Hustenanfällen die Nacht durchwachen zu müssen!!
Dafür haben wir die jährliche Autobahnvignette in die Verfassung geschrieben! Ein totaler bürokratischer Unsinn! Diese könnte man längstens ersatzlos streichen! Die Steuern auf dem verdoppelten Benzinpreis spülen längst zusätzliche Milliarden in die Bundeskasse!
Eben die helvetischen Mühlen mahlen sehr, sehr langsam und manchmal scheint der Bach rückwärts zu fliessen aufgrund von dem was rauskommt...!
Ich bleibe dabei: Der Reformstau unseres Staatswesens wird immer grösser und ich gehöre als Liberaler gar nicht zu den Nationalisten, die immer noch mehr sog. Volkssouveränität wollen und damit fast alles lahmlegen! Die Hürden für Initiative und Referenden sollten mE deutlich erhöht werden - min. Verdoppelung der Unterschriftenzahlen - damit würden nur wirklich dringende Anliegen durchdringen und nicht jeder noch so dumme Hafenkäse, wie jetzt wieder die Initiative der Junggrünen für ein SUV Verbot!
Die Schweiz als Willensnation basiert mE vorallem auf ihrem materiellen Wohlstand. Dieser ist nicht einfach gottgegeben, wie das vorallem Linke und Rechte aus unterschiedlichen Motivationen meinen, sondern dieser muss sich immer wieder erarbeitet und erkämpft werden. Vorallem durch laufende Optimierung unserer Standort- und Rahmendedingungen, Investition in Bildung und Forschung etc.
Es lässt sich einwandfrei nachweisen, dass genau die ländliche, rechtsnationale Klientel, die am Subventions- und Finanzausgleichstropf der urbanen Wirtschaftskantone hängen mit ihrem Abstimmungs- und Wahlverhalten genau die Rahmenbedingungen unterminieren, von denen sie dann auf selbsverständlichste Weise proftieren wollen. Man kann nicht laufend gegen die bilateralen Verträge und vorallem die Personenfreizügigkeit sein, die ein essentieller Bestandteil unserer prosperierenden Wirtschaft sind und dann die hohle Hand hinhalten!
Genau so pervers sind die linksgrünen Wachstums und Globalisierungsgegner, die dann ceter mordio schreien, wenn aufgrund ihrer Extremforderungen das Geld für die Grundversorgung unseres Sozialstaates fehlen würde. Leider wird Geld nicht einfach durch die Notenpresse generiert sondern es muss durch harte Arbeit erarbeitet werden.
Natürlich ist Geld nicht alles aber ohne Geld ist alles nichts!
Da höre ich lieber Ueli Schäfer zu oder lese in der Stille den Beitrag von Liza, auch wenn wir mal Krach hatten.
Ja mein lieber Mark, wenn doch tatsächlich 70% der Schweizer Bevölkerung Nichtraucher sind, dann müssten doch auch 70% der Restaurant-, Bar-, Kneipen- und anderen öffentlichen Flächen rauchfrei sein.
Aber warum sind diese nicht rauchfrei? Vielleicht weil gerade Restaurants, Bars, Kneipen etc. es nicht nötig haben. Sie geniessen denn auch mit dem verringerten MWSt- Satz eine Sonderstellung. Ist dies vielleicht eine Erklärung? Ich weiss es nicht.
Ich mache es jedenfalls ganz einfach, ich meide diese Orte so gut es geht.
Und ja, das SUV- Verbot ist absurd. Es kommt doch nicht aufs Fahrzeug an, welches ich fahre, sondern auf die Auspuffgase die ich produziere. So sollte man doch jedenfalls meinen, wenn man grün angehaucht ist. Aber nein, es scheinen Neider dahinter zu stecken und nichts weiter.
"Die heutige Jugend" kann ich da nur sagen. Sie will auch etwas Zuneigung und Anerkennung, und da ist ihr wohl jedes Mittel recht.
Man sollte diese Junggrünen mal auf Cannabis ansprechen - schnell würden sie sagen, dass ein Verbot da gar nichts bringt, im Gegenteil, man sollte es freigeben und damit legalisieren.
Wie man seine Strategien doch schnell verkauft und verratet, wenn's ums eigene geht.
Gruss
Mr. Pink
Wer Krach sucht, der findet ihn auch.
Deine Reaktion hat mich doch etwas verwundert, zumal du nach dem zweiten Beitrag schon angekündigt hast, nicht mehr mit mir zu kommunizieren; und trotzdem adressierst du einen dritten Beitrag an mich.
Naja, was solls. Ich jedenfalls lese deine Beiträge weiterhin, auch wenn ich nicht immer deiner Meinung bin, so schätze ich doch die Meinungsvielfalt im Blog. Und streiten tue ich mich nicht, ich verkünde nur meine Meinung und versuche weitere Antworten und Ansichten zu entlocken.
Deine Meinung (und die der anderen) passt mir auch nicht immer, aber deswegen gleich die beleidigte Leberw*** zu spielen, nein, das ist nicht mein Ding.
Aber leider scheint jeder der nicht die Meinung der breiten Bloggergemeinde teilt, ein Unhold zu sein und wird daraufhin boykottiert.
Aber bitte, wenn du den Protektionismus vorziehst... so sollst du diesen für dich auch beanspruchen und meine Beiträge nicht mehr lesen.
So soll es doch sein, in der freien Marktwirtschaft - man hat die freie Wahl.
Und ausserdem, die Schweiz wird nicht durch mein Geschreibsel widerlich und hässlich, sondern durch Leute die sich so Benehmen.
Es grüsst
Mr. Pink
Die Rede ist nun offensichtlich auch auf italienisch verfügbar, siehe oben.
Übrigens, der Rütli-Schwur fand 1291 "anfangs August" statt, nicht gezielt am 1. August (aber mangels eines genaueren Datums legte man den 1. August fest). Somit hat die Rede auch heute, am 5. August, noch ihre Berechtigung ;-)
Cordiali saluti
Titus
Anstand, Solidarität, Rücksichtnahme, Ruhe, Kompromiss, Stolz, Feigheit. Klar, dass ein deutscher Promi andere Wertvorstellungen hat. Dort gilt Lärm, rempeln, Nationalismus, protzen und blochen auf Autobahnen. 'Der Starke ist am Mächtigsten allein'.
Sie Herr BR Leuenberger, sind ein Schweizer Feigling. Der Kt. Zürich wird von Lärm deutscher Flieger zugedeckt und sie sagen kein Wort. 700 deutsche Grenzgänger haben mehr Gewicht als 8000 Deutsche in der Südschneise oder 200000 Schweizer. Dies ist seit dem 3. Reich die grösste Schweinerei unsers Nachbarlandes und unserer Regierung schweigt wieder einmal.
Shame on you, Mr. Leuenberger
Die Aktion dieser jungen Grünen gilt es einfach zu unterstützen. Ich könnte mir übrigens 10 dieser Rostlauben leisten und würde mir dennoch nie eine kaufen.
SUV, das Fahrzeug für Leute mit kleinem Hirn und grossem Ego.
Kann irgend ein dahergelaufener Neureicher oder Altreicher in der Schweiz Menschen missbrauchen, ja so sogar schlagen, anschliessend wieder ausreisen und dann noch erwarten, dass sich die Schweiz bei seinem Land für etwaige "Komplikationen" entschuldigt?
Ich habe einen Vorschlag: Ab sofort statten wir jedes Luxushotel in der Schweiz mit einem Helikopter-Landesplatz aus und zusätzlich einem Baseball-Schläger in jedem Zimmer.
Auf diese Weise könnten dann zukünftige Herrensöhnleins dann auch gleich zur Tat schreiten, wenn Prügel angesagt ist. Und danach, um Komplikationen mit der Schweizer Polizei zu vermeiden, auch gleich wieder ausfliegen. Mehrwertsteuer-frei!
Den Baseball-Schläger oder das Klappmesser kann der entsprechende Herr gratis behalten, wenn dem Opfer Verletzungen mit bleibenden Schäden zugefügt wurden. Polaroids nur auf Bestellung für die Menschenmassen zu Hause.
Aktion! Kommt in die Schweiz! Und lasst Eurem Geltunsbedürfnis und Eurer Aggression freien Lauf!
Teilnahmenbedingung: Öl.
Auch Teilzahlungen von Uran, Kohle, Erdgas oder anderen zukunftsträchtigen Energiequellen werden akzeptiert.
MfG
TU
Die laufenden WTO-Verhandlungen in Genf dienen der Festigung ungleicher Voraussetzungen im Welthandel. Von Versprechen des Nordens ist wenig geblieben. Offener Brief
Von Evo Morales Ayma
http://www.attac-koeln.de/index.php?option=com_content&task=view&id=455&Itemid=1
"(...) Im 21. Jahrhundert kann eine »Entwicklungsrunde« nicht ausschließlich dem »Freihandel« dienen. Sie muß einen Handel fördern, der zum Ausgleich zwischen den Ländern, den Regionen und mit der Mutter Natur beiträgt. Der Handel muß zugunsten der nachhaltigen Entwicklung bewertet und korrigiert werden. Als Regierungen haben wir eine enorme Verantwortung für unsere Völker. Abkommen wie die der WTO müssen breit bekanntgemacht und von allen Bürgern diskutiert werden, nicht nur von Ministern, Unternehmern und »Experten«. Wir, die Völker der Welt, müssen aufhören, uns zu Opfern dieser Verhandlungen machen zu lassen. Wir müssen zu Protagonisten unserer eigenen Gegenwart und Zukunft werden."
Gibt es überhaupt "Föderalismus"? Bei uns im Land haben wir ein Gstürm wegen dem Ellbogentum beim sog. Steuerwettbewerb. Wenn jetzt in Nidwalden eine Ölquelle auftauchen würde, was täte geschehen?
Unruhen in Tarija - Proteste gegen Morales
http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/international/detail.htm?client_request_className=SdaNewsItem&client_request_contentOID=287576
"(...) Seit der Wahl von Morales Ende 2005 zum ersten indigenen Präsidenten des südamerikanischen Landes trifft sein Projekt eines ethnisch ausgerichteten Sozialismus auf den erbitterten Widerstand konservativ-wohlhabender Kreise. Dabei geht es auch um eine Neuverteilung des nationalen Reichtums zugunsten der verarmten Indio- Mehrheit im Westen des Landes.(...)"
Herr Leuenberger fragte danach, was typisch schweizerisch sei, ich glaube nichts besonderes. Der Ameisenhaufen Menschheit läuft langsam aber sicher auf den Bewusstseins-Punkt zu, in einem Land zu leben, nämlich der Erde, in einem Staat, auch der Erde, nur dass Bestrebungen im Gange sind, dass jeder Königs- und Arbeiterfigur zugleich wäre, nebst anderen Rollenhaushalten. Überhaupt sind unsere Worte im Gegensatz zu den Ameisen das wichtigste Zahlungsmittel, Honig auf Erden werden wir nicht produzieren.
"Ebenso wie Venezuela verfügt Bolivien über reiche Erdgasvorkommen. Paradoxerweise ist Bolivien jedoch zugleich das Armenhaus des Subkontinents – ein Zustand, den viele Bolivianer der Ausbeutung ihrer Bodenschätze durch ausländische Konzerne zuschreiben: die Privatisierung der Erdgasförderung wurde in den 1990er Jahren von Weltbank und IWF unter Führung der USA zur Bedingung für Entwicklungshilfe und Kreditzusagen gemacht.
Da die erdgasfördernde Industrie im Wesentlichen auf bereits ausgebildete ausländische Gastarbeiter setzt, verbleibt gegenwärtig als einzige bedeutende Einkommensquelle der Indígenas, die ca. 70 % der Bevölkerung stellen, der Anbau von Coca. Dieses traditionelle Produkt der Bolivianischen Landwirtschaft wird jedoch aufgrund seiner narkotischen Wirkung auf US-amerikanischen Druck immer stärker reglementiert und sein Handel eingeschränkt. Im Ergebnis fühlen Landwirte sich kriminalisiert und weite Teile des Volkes sich ihrer Entwicklungschancen beraubt.
Die Konsequenz ist ein weit verbreiteter Anti-US-Amerikanismus, der im vergangenen Jahrzehnt in zunehmendem Maße seinen Niederschlag auch im politischen System findet. Das Paradoxon, dass die wirtschaftlich reichsten Staaten unter Führung der USA sich selbst den Export von Waffen erlauben, während sie den Entwicklungsländern den Export narkotischer Substanzen mit Hinweis auf deren Nebenwirkungen verbieten, führt zu einem weit verbreiteten Gefühl der Ohnmacht und der Entmündigung.
Aufgrund des Drucks der MAS-Anhänger, die mit Straßenblockaden und Demonstrationen gegen den amtierenden Präsidenten Carlos Mesa protestierten, kündigte dieser am 6. März 2005 seinen Rücktritt an. Die MAS forderte Förderabgaben in Höhe von 50 % für Öl- und Gaskonzerne, um der verarmten Landbevölkerung eine Teilhabe am Rohstoffreichtum Boliviens zu ermöglichen. „Welchen Sinn hat ein Geschäft für unser Land, wenn Repsol-Bolivien mit Repsol-Argentinien verhandelt? Es hat keinen Sinn“, so Morales zur argentinischen Zeitung Página 12. Die in Bolivien tätigen internationalen Gasunternehmen der britischen BG Group, die französische Total, die spanisch-argentinische Repsol YPF und die brasilianische Petrobrás drohen mit Abwanderung und Schadensersatzklagen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Evo_Morales#Kontroverse_um_Gas-F.C3.B6rderabgaben
Ich würde ja niemandem verbieten wollen, sich eine solche Kiste anzuschaffen. Aber dass am "Image" dieser Gefährte gekratzt wird, das finde ich durchaus in Ordnung.
Oft sehe ich diese Dinger samt ihren Insassen oder Insassinnen kosmetisch herausgepützelt, aufs Äusserste gepflegt im Stadtverkehr herumfahren, wo man doch ein wesentlich robusteres Erscheinungsbild, wie gerade von der Pferdekoppel herkommend, vermuten würde.
Ich vermute mal, diese imposanten bzw. imponierenden Kisten dienen oft dazu, ein angekratztes Selbstwertgefühl aufzupolieren: D.h. wo ein normal entwickeltes Selbstbewusstsein ist und weniger Minderwertigkeitskomplexe, da ist solch kompensierendes Imponiergehabe wohl kaum von nöten...
Deshalb bin ich für einen Imagewechsel und sage "SUV's sind DOOF"!
Ja das ist vielleicht auch eine Schweizer Eigenheit - das ewige Nörgeln und Lästern über andere; über seine Nachbarn, seine Arbeitskollegen, seine Mitbürger.
Nie kann man es einem recht machen, schon gar nicht wenn man sich nicht der Masse unterordnet.
Warum kann man in der Schweiz nicht einfach ein Auto fahren, ohne dabei gleich verurteilt zu werden?
Das ist tiefstes Niveau. Und jeder der sich auf dieses Niveau herab lässt kann sich gewiss nicht als offen und verständnisvoll bezeichnen.
Und gerade die politische Linke unterstellt dies gern und oft der Rechten.
Aber das ist sie wohl, die Eigenart des Schweizers. Wenn ihm der Wagen des anderen nicht passt, so kann der Insasse sicherlich auch kein guter Mensch sein, und sofort werden psychologische Ferndiagnosen unternommen, und man brüstet sich gar damit, wer denn bei diesen Ferndiagnosen der kreativste sei. B R A V O.
Gruss
Mr. Pink
"Das ist tiefstes Niveau. Und jeder der sich auf dieses Niveau herab lässt kann sich gewiss nicht als offen und verständnisvoll bezeichnen."
Eben nicht! Die Kisten sind eben auf hohem Niveau, genau auf jenem Niveau, wo andere Kinder (nicht jene am Steuer) ihre Köpfe haben - zumindest mit der Stossstange.
MfG
TU
http://www.klangart.ch
Auch ich muss hier wieder einmal ein Lob los werden. Es ist zwar (noch?) nicht typisch schweizerisch, dass jemand, kompetent als Mensch ebenso wie als Politiker, frei von Eigeninteressen und ständig von Neuem auf der Suche nach Wahrheit, in die obersten Führungsriege des Landes gewählt wird.
Es gibt mir aber als Unpatriot und Weltbürger doch ein bisschen helvetischen Stolz, dass wir Dich so lange haben können.
Wünsche Dir Gesundheit, Kraft und das Vertrauen Deiner Berufskollegen
Samuel
Die Freiheit, diesen Schrott kaufen zu müssen, um jemand zu sein.
Die Wirtschaft will diese Flieger, die ZH-Fegierung will sie, das Stimmvolk will sie! Und macht euch keine Illusionen, es wird immer schlimmer, denn alle wollen auch das WACHSTUM des Flugverkehrs und des Flugplatzes!
Und solltet ihr tatsächlich von der Kantonsregierung politisch terrorisiert sein, so besorgt euch von Osamas Jüngern ein paar Raketen und holt euch die Donnervögel so vom Himmel.
Himmel!
Noch zu Ueli Schäfer:
Warum spricht BR ML vor allem ZU uns uns weniger MIT uns?
Nun, hie und da reagiert er ja auf unsere Ideen, so dass wir wenigstens merken, dass er sie geleseen hat.
Aber stellt euch vor, er würde alles kommentieren und werten, was wir entgegnen und (neben den Themen vorbei) herausschrei(b)en.
Er würde plötzlich öffentlich bekennen, dass er etwas von Mr. Pink oder mir als nächstes Legislaturziel anpeilen möchte...
Stellt euch das Polittheater vor! Skandal!
Denkt an die zahlreichen anonymen Mitlesenden...!
Seid gegrüsst, schweigende Mehrheit, anonyme Meinungsschnüffler und halb- bis vollprofessionelle Stimmungsforscher!
"Pakistan erhält wieder Schweizer Waffen
Gegen eine Empfehlung des Parlaments hat der Bundesrat Waffenexporte nach Pakistan bewilligt. Das asiatische Land ist der derzeit grösste Kunde der Schweizer Rüstungsindustrie.
Für 348 Millionen Franken hat die Schweizer Industrie im ersten Halbjahr 2008 Rüstungsgüter exportiert. Das sind fast zwei Drittel mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. Über 70 Prozent der Waffenlieferungen gingen an europäische oder nordamerikanische Staaten. Den grössten Einzelposten – rund 67 Millionen Franken – macht jedoch die Lieferung von Flugabwehrsystemen nach Pakistan aus. (...)"
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/914882.html
2.
"(...) Das Paradoxon, dass die wirtschaftlich reichsten Staaten unter Führung der USA sich selbst den Export von Waffen erlauben, während sie den Entwicklungsländern den Export narkotischer Substanzen mit Hinweis auf deren Nebenwirkungen verbieten, führt zu einem weit verbreiteten Gefühl der Ohnmacht und der Entmündigung. (...)"
http://de.wikipedia.org/wiki/Evo_Morales#Kontroverse_um_Gas-F.C3.B6rderabgaben
3.
Kommentar überflüssig.
Ja die lieben Kinder. Immer nur hängen sie auf ihrem Spielplatz rum - der Strasse.
Und natürlich kaufen sich Leute einen SUV um die lieben kleinen zu Tode zu fahren; und nur aus diesem Grunde.
Gewieft sind sie schon diese SUV- Lenker. Sie haben denn auch schon herausgefunden, dass sich ihre Fahrzeuge besser als andere eignen, um den Kleinen den Garaus zu machen.
Wie geisteskranke sitzen diese Psychopaten hinter dem Lenkrad und lechzen und jagen nach Kinderblut, auf oder neben der Strasse. Und haben sie dann mal ein kleines Kindchen erblickt, steuern sie wie vom Instinkt getrieben auf die lieben Kleinen zu und fahren sie über den Haufen. Das grässliche Lachen dieser Mörder hallt dann noch kilometerweit weit durch die Schweiz, auf der Suche nach einem Echo in den Bergen.
Ich frage mich nur noch eins: Warum haben wir eigentlich ein Verkehrsgesetz? Es würde doch genügen, diese SUVs zu verbieten und schon hätten wir die sichersten Strassen, nicht nur für Kinder.
Na dann, gute fahrt
Mr. Pink
sehr guter Beitrag!
MfG
TU
Ja so schwer kann man daneben liegen.
Nur weil ich nicht gegen diese SUV's bin, heisst dies noch lange nicht das ich so ein Fahrzeug habe.
Wie man sich doch oft so ganz einfach Sachen zusammenreimt...
Ich habe nämlich überhaupt gar kein Auto.
Es grüsst
Mr. Pink
Sagen Sie mir doch mal, wie Sie jemanden einbürgern wollen, wenn Sie nichts über ihn wissen? Mindestens die Kommission/Beamten, bzw. die Richter und Anwälte bei einem Rekurs, müssen diese Person kennen. Da wie gesagt in 99% aller Fälle sowieso Komissionen diese Entscheidung getroffen hätten kommt's wieder aufs selbe raus. AUSSER: Ich als Bürger kann diese Kommission wählen und damit einen Kandidaten wählen, der verspricht, nicht wie jetzt, alle 2,5 Arbeitsminuten jemanden einzubürgern (zum Vergleich: Japan mit 144 Mio Einwohnern bürgert pro Jahr etwa 20 Personen ein).
http://www.network-migration.org/miginf
"(...)Flucht und Asyl: Immer noch restriktiv bleibt dagegen die Anerkennungspraxis von Asylsuchenden. Japan ratifizierte zwar 1982 die Genfer Flüchtlingskonvention und nahm daraufhin Anfang der 80er Jahre mehr als 10.000 vietnamesische Bootsflüchtlinge auf. Aber in den letzten 20 Jahren wurden insgesamt nur 350 von rund 2.800 Asylgesuchen anerkannt. Das entspricht 12,5%. 2002 betrug die Anerkennungsquote 5,6%, 14 von 250 Asylanträgen wurden bewilligt.
Die Mehrzahl (rund 55%) der Asylsuchenden stammt aus der Türkei, Myanmar, Pakistan und China. Allerdings gelingt es vielen Asylsuchenden nicht, überhaupt einen Antrag in Japan zu stellen. Erfolgt die Antragstellung nach mehr als 60 Tagen nach der Einreise, ist der Anspruch auf ein Asylgesuch gänzlich verwirkt. In diesem Fall gelten Asylsuchende als illegale Einwanderer. Sowohl innerhalb Japans als auch international wird diese Praxis kritisiert. Angesichts der Kritik wird zur Zeit in Japan eine Reform der Asylpolitik diskutiert.
Staatsangehörigkeit: Das japanische Staatsangehörigkeitsgesetz basiert auf dem Abstammungsprinzip (ius sanguinis). Für den Erwerb der japanischen Staatsbürgerschaft gelten eine Reihe von Voraussetzungen, von denen vor allem das vage Kriterium „einwandfreies Verhalten" umstritten ist, da es viel Interpretationsspielraum lässt. Die Einbürgerungszahlen stiegen seit Anfang der 90er Jahre von jährlich rund 10.000 Einbürgerungen auf rund 14.000 im Jahr 2002.(...)
Aus:
Länderinfo: Zuwanderung nach Japan
http://www.network-migration.org/miginfo/migration_und_bevoelkerung/artikel/030406.htm