Die EU als Nachbar
[Version française: Notre voisin l'UE]

Bild: KEYSTONE/Ruetschi
Im Wonnemonat Mai jagt eine Geburtstagparty die andere. Jede Woche mindestens eine Geburtstagsrede: 820 Jahre Hamburger Hafen (8. Mai, Hamburg), 20 Jahre Alpeninitiative (9. Mai, Flüelen): 75 Jahre „Schweizer Wanderwege“ (16. Mai, Luzern Verkehrshaus), Retrospektive 100 Jahre Hans Erni (23. Mai, Luzern KKL) und 20 Millionen Jahre Glarner Hauptüberschiebung (30. Mai, Flims). Doch ich besuchte auch eine Geburtstagsfeier, an der ich nur zuhörte. Adolf Muschg feierte seinen 75. (17. Mai, Männedorf) mit einem Gespräch, an dem EU-Botschafter Reiterer teilnahm. Das Gespräch ist in mehreren Zeitungen wiedergegeben worden; ich beschränke mich auf eine einzige Beobachtung.
Um die Diskussion anzuheizen, provozierte der Gesprächsleiter in zuspitzender Journalistenmanier die EU als in jeder Hinsicht bösartig, schlecht organisiert und als natürlichen Feind der Schweiz.
Als am Schluss des Gesprächs der Jubilar Muschg und sein Gesprächspartner noch einen Wunsch äussern durfte, brach es aus Michael Reiterer heraus: „Ich weiss ja, dass in der Schweiz eine Mehrheit gegen die EU ist und dass die Schweiz nicht beitreten will. Aber warum begegnen ihr so viele hier mit derartiger Abneigung, mit solcher Wut und diesen enormen Vorurteilen? Wieso können sie denn nicht etwas offener sein und ganz normal auf die EU zugehen und mit ihren Vertretern sprechen?“ Das war offensichtlich nicht nur der Gesprächsleiter, der mit seinem bösen und verletzenden Seitehieb den EU Botschafter traf. Die Wunde sitzt tiefer. Der EU Botschafter tingelt ja in unserem Land von Veranstaltung zu Veranstaltung und darf sich alle Vorurteile, die hier gegen die EU aufgetürmt werden, in geballter Ladung über sich ergehen lassen.
Gewiss gibt es äusserst harte Auseinandersetzungen mit der EU. Ich habe solche damals, als ich das Landverkehrsabkommen ausgehandelte, auch erlebt. Aber ich habe auch grösste Rücksichtnahme, Verständnis, ja Bewunderung für unsere direkte Demokratie, für unsere Verkehrs- und Energiepolitik erlebt.
Mit jedem Nachbarn, sei das nun ein Wohnungsnachbar, Hausnachbar oder ein politischer Nachbar wie die EU oder Deutschland beschränken wir uns ja nicht einfach darauf, Konfliktsituationen auszutragen. Wir pflegen Kontakte auch dann, wenn wir gemeinsame Interessen haben, und vielleicht auch dann, wenn wir uns nur besser kennen lernen können. Das erleichtert dann auch die Bewältigung von wirklichen Konflikten. Deswegen folge ich nicht nur regelmässig den Einladungen der europäischen Verkehrs- und Umweltminister, wo ich übrigens stets wie ein Vertreter eines Mitgliedeslandes auftreten und mich äussern kann, sondern ich folgte auch einer Einladung an das Hamburger Hafenfest und aus dem selben Grund folge ich nächste Woche auch der Einladung des EU-Verkehrskommissärs nach Genua, und danach derjenigen des deutschen Umweltministers, in Berlin vor einem Bundesstagsausschuss zur nuklearen Endlagerung zu sprechen, und deshalb habe ich anschliessend am Weltverkehrsforum in Leipzig vier Auftritte zugesagt. Wer die Kontakte zu seinen Nachbarn pflegt, entdeckt viele Gemeinsamkeiten und Freundschaften. Und der Nachbar entdeckt das auch bei uns.
Gewiss, es gibt Interessengegensätze, die jede Seite auf ihre Weise vertritt. Die EU deshalb aber als Feind zu sehen und zu begreifen, ist völlig falsch, ungerecht und überdies verantwortungslos.
Wer einen politischen Partner, der in einzelnen Fragen notwendigerweise auch mal politischer Gegenspieler ist, immer nur als Feind sieht und behandelt, muss aufpassen, dass er ihn durch dieses Verhalten nicht tatsächlich zum Feind macht.
Bis bald
Moritz Leuenberger

Bild: KEYSTONE/Ruetschi
Im Wonnemonat Mai jagt eine Geburtstagparty die andere. Jede Woche mindestens eine Geburtstagsrede: 820 Jahre Hamburger Hafen (8. Mai, Hamburg), 20 Jahre Alpeninitiative (9. Mai, Flüelen): 75 Jahre „Schweizer Wanderwege“ (16. Mai, Luzern Verkehrshaus), Retrospektive 100 Jahre Hans Erni (23. Mai, Luzern KKL) und 20 Millionen Jahre Glarner Hauptüberschiebung (30. Mai, Flims). Doch ich besuchte auch eine Geburtstagsfeier, an der ich nur zuhörte. Adolf Muschg feierte seinen 75. (17. Mai, Männedorf) mit einem Gespräch, an dem EU-Botschafter Reiterer teilnahm. Das Gespräch ist in mehreren Zeitungen wiedergegeben worden; ich beschränke mich auf eine einzige Beobachtung.
Um die Diskussion anzuheizen, provozierte der Gesprächsleiter in zuspitzender Journalistenmanier die EU als in jeder Hinsicht bösartig, schlecht organisiert und als natürlichen Feind der Schweiz.
Als am Schluss des Gesprächs der Jubilar Muschg und sein Gesprächspartner noch einen Wunsch äussern durfte, brach es aus Michael Reiterer heraus: „Ich weiss ja, dass in der Schweiz eine Mehrheit gegen die EU ist und dass die Schweiz nicht beitreten will. Aber warum begegnen ihr so viele hier mit derartiger Abneigung, mit solcher Wut und diesen enormen Vorurteilen? Wieso können sie denn nicht etwas offener sein und ganz normal auf die EU zugehen und mit ihren Vertretern sprechen?“ Das war offensichtlich nicht nur der Gesprächsleiter, der mit seinem bösen und verletzenden Seitehieb den EU Botschafter traf. Die Wunde sitzt tiefer. Der EU Botschafter tingelt ja in unserem Land von Veranstaltung zu Veranstaltung und darf sich alle Vorurteile, die hier gegen die EU aufgetürmt werden, in geballter Ladung über sich ergehen lassen.
Gewiss gibt es äusserst harte Auseinandersetzungen mit der EU. Ich habe solche damals, als ich das Landverkehrsabkommen ausgehandelte, auch erlebt. Aber ich habe auch grösste Rücksichtnahme, Verständnis, ja Bewunderung für unsere direkte Demokratie, für unsere Verkehrs- und Energiepolitik erlebt.
Mit jedem Nachbarn, sei das nun ein Wohnungsnachbar, Hausnachbar oder ein politischer Nachbar wie die EU oder Deutschland beschränken wir uns ja nicht einfach darauf, Konfliktsituationen auszutragen. Wir pflegen Kontakte auch dann, wenn wir gemeinsame Interessen haben, und vielleicht auch dann, wenn wir uns nur besser kennen lernen können. Das erleichtert dann auch die Bewältigung von wirklichen Konflikten. Deswegen folge ich nicht nur regelmässig den Einladungen der europäischen Verkehrs- und Umweltminister, wo ich übrigens stets wie ein Vertreter eines Mitgliedeslandes auftreten und mich äussern kann, sondern ich folgte auch einer Einladung an das Hamburger Hafenfest und aus dem selben Grund folge ich nächste Woche auch der Einladung des EU-Verkehrskommissärs nach Genua, und danach derjenigen des deutschen Umweltministers, in Berlin vor einem Bundesstagsausschuss zur nuklearen Endlagerung zu sprechen, und deshalb habe ich anschliessend am Weltverkehrsforum in Leipzig vier Auftritte zugesagt. Wer die Kontakte zu seinen Nachbarn pflegt, entdeckt viele Gemeinsamkeiten und Freundschaften. Und der Nachbar entdeckt das auch bei uns.
Gewiss, es gibt Interessengegensätze, die jede Seite auf ihre Weise vertritt. Die EU deshalb aber als Feind zu sehen und zu begreifen, ist völlig falsch, ungerecht und überdies verantwortungslos.
Wer einen politischen Partner, der in einzelnen Fragen notwendigerweise auch mal politischer Gegenspieler ist, immer nur als Feind sieht und behandelt, muss aufpassen, dass er ihn durch dieses Verhalten nicht tatsächlich zum Feind macht.
Bis bald
Moritz Leuenberger



23 Kommentare
http://retomueller.blogspot.com
Vergegenwärtigt man sich, dass die Schweiz jeden dritten Franken in der EU verdient und mitten in Europa bestimmt - wie alle anderen in Europa - auch vom Frieden und den wirtschaftlichen Boomjahren im Osten (den neuen EU-Ländern profitierte, so darf man der EU auch mal dankbar sein.
Darf auch an Herrn Reiterer weitergeleitet werden... auch wenn ihn das nicht interessieren wird... ;-) schlechte Botschaften merken wir uns doch alle immer besser, als gute. Das ist mit Botschaftern genau gleich.
Schweizer geben zu allem einen Kommentar ab. Am liebsten kritisieren sie im voraus. Wenns schief geht hatten sie schon immer Recht. Wenns gut läuft, wollen sie dann im nachheraus auch profitieren.
Unser Staats-Motto: Dabeisein - aber nicht dazugehören! ;)
Für diese Stillosigkeit und den rüpelhaften Umgangston, den Reiterer moniert hat, kann sich dieses Land, das auf Weltoffenheit angewiesen ist und davon lebt nur schämen!
Die EU ist trotz der Kritikpunkte insgesamt ein politisches und wirtschaftliches Erfolgsmodell. Die EU ist auch nicht so zentralistisch wie immer behauptet wird und die Selbstbestimmung insbesondere auch der kleinen Mitgliedländer war und ist mehr als gewährleistet. In der Schweiz ist leider baw. keine sachliche Debatte über die EU möglich aufgrund der verleumderischen Polemik der SVP.
Die Schweiz würde heute nicht schlechter dastehen, wäre sie seit dem EWR Nein EU Mitglied. Im Gegenteil, die zehn Jahre Stagnation nach dem EWR Nein 1992 hätte es nicht gegeben und die CH hätte sich viel früher geöffnet und reformiert und wäre heute wesentlich dynamischer und weltoffener. Zudem hätte sie heute einen besseren Mix an Ausländern die hier leben und diese wären besser integriert! Die direkte Demokratie würde praktisch ohne Abstriche weiterbestehen und auch unsere Währung könnten wir behalten.
Bei genauer Faktenabwägung sind die vermeintlichen Vorteile, die wir gemäss SVP durch ein Nichtmitgliedschaft haben, nicht existent und reine negative Stimmungsmache. Insgeheim hat die Schweiz ca. 70% der EU Gesetzte und Normen übernehmen müssen, damit sie überhaupt mit der EU Handel treiben kann, wo wir 70% exportieren! Dafür haben wir keine Mitbestimmung und stehen wieder mal total isoliert da. Die Schweiz wäre geradezu ein Musterbeispiel für ein föderalistisches Europa und wir hätten sehr viel einzubringen!
Leider werden die Polemik und Lügen der Rechten nicht abbrechen und die Schweiz wohl noch länger abseits stehen. Vielleicht kommt der Tag, an dem wir gerne EU Mitglied wären, früher als wir heute denken! Hoffen darf man immer noch!
Aber sie sollte sich mehr Zeit lassen für sich erst etablierende Prozesse. Die Trägheit des Systems, wie es die Schweiz kennt und erlebt, kann auch zu wohlüberlegteren Ergebnissen führen.
Diese Entschleunigung und Demokratisierung sollte sich auch die EU auferlegen.
Mein Eindruck bei der EU ist:
Hauptmotivation für das Zusammenrücken der EU (und "Zusammenraffen" weiterer Staaten) ist, eine wirtschaftliche Grösse gegenüber Japan, China, USA zu sein.
Rücksichten auf politischen, kulturellen, gesellschaftlichen Pluralismus wirken dabei vielleicht behindernd und müssen entweder ausgeblendet oder ausgeschaltet werden.
Beides macht misstrauisch und ist für "höhere Demokratien" eine Zumutung.
(Typisches Beispiel ist auch die kollektive Freiheitsbeschränkung oder auch der biometrische Blödsinn, den man den USA wegen ihrer paar angeblichen Terroristen im Eilzugstempo nachgeäfft hat. Unbegreiflich.)
Man kann einen Vielvölkerstaat, den die EU wohl sein will, nicht erzwingen. Im Gegenteil: dann und wann passierts mit Vielvölkerstaaten: Sie zerfleddern oder zerfleischen sich.
Aus Ihrer billigen Hasstirade gepickt:
"Die Schweiz wäre geradezu ein Musterbeispiel für ein föderalistisches Europa und wir hätten sehr viel einzubringen!"
Es hindert die EU nichts unser Politsystem zu übernehmen, womit es sich erübrigen würde sich diesem Moloch mit all seinen unfairen und protektionistischen Auswüchsen einzubringen.
Auf die kleinen wird in der EU ganz sicher nicht gehört, ausser es geht um eine stimmrechtlich abgelehnte Verfassung , was das Aufzwingen eines nachgereichten Abkommens mit Gruss aus Lissabon bewirkt und das mit der Drohung, dass bei nochmaliger Ablehnung die EU-Gelder gestrichen würden.
Wer verkennt, dass die Schweiz in der Umsetzung unserer einzigartigen (direkten) Demokratie sich seit weit über hundert Jahre bewährt hat, sollte sich vielleicht überlegen in seine von ihm hochgelobte EU auszuwandern, was wiederum Platz schafft für die einwandernden EU-Bürger, die sich unserem System liebend gerne anschliessen würden.
Frage: wie sieht die Bilanz aus von Schweizern, die in die EU auswandern?
Gruss, W.Müller
Man kann ja froh sein dass wir Schweizer so offen sind und nach allen Richtungen hin so offen unsere Meinung sagen, und das auch dürfen - man sieht ja auch Ähnliches von der anderen Seite. Die Gefahr liegt hierbei leider weniger im besagten "Chriegerlis" als vielmehr in ernst zu nehmenden Abneigungen, bei der nicht mindestens anderthalb Schweizer jeden Einzelnen zurückhalten würden, der gegen die EU Sturm laufen wollte (wo mindestens 6 EU-esen auf ihn warteten). Es gibt Länder in Europa, in denen werden Kinder im Geschichtsunterricht geführt erzogen, auf Hass getrimmt, und so gar nicht freiwillig zu erklärten und verbitterten Feinden eines oder mehrerer anderer Volksstämme werden.
Wisst ihr, es mag ja ab und zu ein bisschen knistern - das ist erstens nötig, und zweitens auf jeden Fall besser als wenn es die ganze Zeit nur kracht. Ich glaube echt, dass der Dalai Lama verdammt stolz sein muss auf unser friedliches Land, in dem man sich mehr über die Politik als über ihr Fehlen aufregt.
Irland sagte Nein und trotzdem wurde die Verfassung resp. Reformvertrag von den anderen Ländern ratifiziert.
Wer seine eigenen Gesetze nicht beachtet wird auch die Gesetze unseres Landes nicht beachten.
Die EU existiert nur zu einem Zweck, die Errichtung eines Eurpäischen Superstaates wo die Bürger entmündigt sind und das Kapital frei fliessen kann.
Wer sich dagegen wehrt wird ganz einfach als Terrorist abgestempfelt und in ein Lager gesteckt (Hatten wir doch schon mal oder?)
http://vimeo.com/4631958
Links und Rechts auf dem gleichen Wachstumsholzweg. Ob EU, ob Schweiz, ob links, ob rechts:
Alle sind krank nach Wachstum. Aktuellste Beispiele:
- Krankenkassenprämien steigen astronomisch, weil es zuviele Bastler und Mitverdiener im System gibt, die jede Kostendämpfung blockiereren.
- Milliardenkredit für den Versagerklub des IWF? Skandalös, nichtsnutzig!
- UBS wurstelt weiter mit exorbitanten Lohnexzessen
- Auch CH-Maschinenindustrie schreit nach Staatshilfe, sonst 20'000 Arbeitslose mehr.
- Gewerkschaften rufen nach 10-Milliarden-Konjunkturpaket.
Zwar soll der Schwerpunkt Innovation und erneuerbare Energien sein. Aber es würde vor allem zu einem Noch-mehr führen, weil sicher niemand die alten Pfade verlassen will, und es auch dort viele Arbeitslose gäbe
Also ein Nullsummenspiel bzw. NOCH SCHLIMMER: ein Schritt weiter Richtung Abgrund.
LEUTE, ERWACHT!
http://www.youtube.com/watch?v=QVeMBNB0cII&feature=related
Schöne neue Welt
http://video.google.com/videoplay?docid=-5576047373264439629
Nehmt euch bitte die Zeit, dem Karl Schachtschneider zuzuhören. Danke.
Anerkennen Sie Ihre Inkompetenz und treten Sie zurück.
Ich bin nur der Lebensqualität wegen ausgewandert. Die fehlt in der Schweiz in zunehmendem Masse. Jeder cm2 Land wird überbaut, zugepflastert oder verbetoniert! Naturschutz findet nur in der Politik oder im ganz kleinen privaten Ecken statt. DAS ist hier anders!
Ich schäme mich nicht. Nein, ich bin sogar froh, dass wir in unserer Regierung auch Leute habe, die weltoffen und tolerant sind. Personen, die auch schwierie Sachverhalte pointiert darstellen und auf den Punkt bringen können.
Auch schäme ich mioh nicht, dass es soviele bornierte Schweizer gibt. Ich wundere mich nur.
Noch eine Empfehlung an Sie: Besuche Sie doh einmal eine Kurs für Rechtschfreibung.
Mit freundlichem Gruss
Max Manhart
Freundschaften entstehen zwischen Menschen, die zusammen kommunizieren und Kontakte pflegen - nicht zwischen Menschen und Institutionen.
Die EU ist zu einer Institution mutiert, die schon lange alles menschliche abgelegt hat. Und wen vertreten diese Brüsseler- Politiker überhaupt? Europa, oder doch nur ihren Mitgliedsstaat?
Und genau darum ist diese Institution nur noch eine lahme Ente und die 'Vereinigten Staaten von Europa' ein Traum der langsam zum Albtraum mutiert.
Aber wer mir kein Freund ist, ist noch lange kein Feind.
Es grüsst
Mr. Pink
http://www.paramantus.net/
freut mich, dass das eine EU-Bürgerin auch so sieht.
Das System lottert an allen Enden.
Machen wir doch Berlusconi zum König Europas! Dann haben wir wenigstens alle immer was zum Lachen (oder zum Heulen). Sicher lüpfen die verzweifelten Italienerinnen und -aussen diese geliftetete Kavalier-Parodie trotz allem in den Wahlhimmel.
http://karlo.swissblog.ch
Aber anstatt von den vielen typisch europäisch kreativen Lösungenmöglichkeiten auf die Herausforderung der Globalisierung, die diese Länder jedes allein zur Bewältung dieser Probleme entwickelt, gegenseitig zu lernen, will jeder aufgrund nationalstaatlicher Souverinität auf seinen eigenen Konzepten beharren.
Wieso können Europäer nicht von Europäern lernen, wie man gegen die Macht der Bric-Staaten mit eigenen Werten ankommen kann, statt innerhalb der eigenen Kultur gegegenseitiges Konkurrenzdenken zu entwickeln.
Die Konkurrenten des Schweizer Systems sind nicht in Europa zu suchen, sondern schon längst in anderen Kontinenten.
Europäer sind Verbündetet in der Erhaltung unserer gemeinsamen Werte.
Ich habe in Ihrem Blog geschnuppert. Superbeiträge!!!
Gruss
Max Manhart
http://karlo.swissblog.ch
Danke für das Kompliment.
Egal wo auf der Erde. Jeder Mensch glaubt es geschafft zu haben, wenn er so leben kann wie ein Angehöriger des Mittelstandes in Westeuropa.
Entwickelt ein Asiate, Afrikaner, Araber, Russe, Chinese, der es in seinem Land zu Wohlstand gebracht hat, aufgrund seiner Herkunft, seiner durchlebten Lebensumstände andere Werte als wir es in unserem Kontinentteil schon seit langer Zeit pflegen?
Darum sichern wir unsere Werte, indem wir sie nachhaltig machen und so Vorbild für die ganze Welt sind, die uns nur nacheifert und keine eigenen, neuen Lebensperspektiven entwickelt.
Die EU dürfte viel gute Arbeit geleistet, aber übermässig viel Geld ausgegeben haben hiefür.
Die EU ermöglicht viel Unsinn: nicht nur deutsche Kartoffeln, welche in Italien gewaschen und über den St. Gotthard hin und zurück chauffiert werden.
Die EU wurde von der Schweizer Spitzenpolitik seit Jahren nicht sachlich diskutiert. Es reicht nicht, Herrn Blocher und die SVP als Teufel hinzustellen. Genaue Information, wo was geschieht bei einem Eintritt wäre viel angebrachter. Man hat sich für eine schleichende Mitgliedschaft entschieden, denn was sind denn die Bilateralen anderes? keine schlechte Lösung, wenn man sich umschaut von Sizilien bis Finnland.
Die EU bemüht sich um Vieles, was hierzulande seit Jahrhunderten täglich gelebt wird. Aber: eine neue Abstimmng könnte angenommen werden! trotz Ueberfremdungsgefühlen, welche vorhanden und gerechtfertigt sind.
Als Doppelbürger und Besitzer eines EU-Passes habe ich die Wahl im Lande das meinen nicht gerade hochstehenden Bedürfnissen am nächsten kommt zu leben. Das ist bis auf weiteres, da ich noch nicht pensioniert bin aber noch immer die Schweiz - auf dem europäischen Kontinent!
Man weiss, dass in der südlichen EU, die Lebensqualität angenehmer und einfacher ist als im kühlen, kalten Norden. Aber das auch nur wenn man den Lebensunterhalt von der Schweiz bezieht und gesundheitlich im Schwung ist. Ich denke da jetzt an die Schweizerkomfort(ver)gewöhnte, die dort den Ruhestand geniessen.
Lieber arm in einem warmen Land als in einem kalten! Das ist doch einleuchtend. Aber es besteht noch lange kein Grund ein funktionierendes, föderalistisches direkt demokratisches System dem Moloch einzubringen, wo es von monarchischen oder parlamentarischen Demokratien neutralisiert wird.
Der "Sonderfall" Schweiz zeigt wie ein multikulturelles und dem Bürger gerechtwerdendes politisches System funktionieren kann, auch wenn es wahrscheinlich niemals perfekt sein wird. Es jetzt der EU einbringen zu wollen, wäre das Dümmste was der EU und der Schweiz passieren könnte. Ein alternatives System würde für immer verschwinden und ganz Europa wäre um hunderter von Jahren politisch gesehen zurückgeworfen würde ich mal behaupten.
Von den absolut regierenden Monarchen zur absolut regierenden Classe-Politique! Das ist bestimmt kein Fortschritt im Rückblick auf die französische Revolution!
Wie sah das noch vor hundert Jahren oder etwas mehr aus? Monarchien regierten und bekämpften sich doch um die europäische Vorherrschaft. Da tönt es doch nichts als zynisch so etwas wie kürzlich in einem deutschen Sender von einem deutschen Politiker zu hören: "die EU hat es geschafft, dass es seit sechzig Jahren in Europa kein Krieg mehr gab/gibt und das haben wir mit unseren französischen Freunden erreicht!"
Wer bitte schön hat denn in Europa seit Jahrhunderten die Kriege angezettelt und das mit welcher Motivation und Verwandtschaftsgraden der involvierten Monarchien und/oder Kaiserreiche?
@Wachstumskritiker
Ich darf vielleicht noch darauf hinweisen, dass die unterstützenden Parteien um Berlusconi in Italien versuchen unser föderalistisches System zu übernehmen und umzusetzen (dasselbe kündigt auch Island an und für Afghanistan ist dieser Prozess schon in der Umsetzung).
Berlusconi hat zudem auch das Verdienst der mit Abstand am längsten regierende Präsident zu sein, was in der noch jungen italienischen Demokratie sicher nicht unwichtig ist. Die erwähnte Aussage (König und die Häme) ist schlicht ein Affront gegenüber dem italienischen Bürger und gehörte in einen anderen Blog.
Die europäischen Demokratien sind noch in den Windeln und gerade wir Schweizer sollten deshalb unsere Vorbildstellung nicht wegen einigen Etatisten in unserer Classe-Politique auf immer, gerade zum heutigen Zeitpunkt auflösen.
Die EU braucht den Vergleich und Vorbild zur Verschmiedung der europäischen Kulturen, auch wenn das für den einfachen Bürger schwer verständlich ist, der sieht die Differenz allerdings wohl am besten!
@Max Manhart
Sollten Sie (oder jemand anders) Schreibfehler finden, dürfen Sie die ruhig behalten.... ich habe noch genügend davon.
Gruss, W.Müller