[Version française Le pari de Pascal]

Das Klima heizt offensichtlich auch die Kommentare an. Danke für Einsatz, Bilder und Zeichnungen. Offensichtlich stimulieren sie zur immer regerer Teilnahme, und ich darf die Lorbeeren für einen attraktiven Blog einsacken.

Ich bemerke aber auch, dass sich die Blog-Fronten in der Klimadebatte verhärten. Das gleicht nachgerade bedrohlich einer Parlamentsdebatte: Einige verlieren die Geduld und werten andere ab mit „Stuss, Müll und Schrott“. Ein Glaubenskrieg bahnt sich an.

Blaise Pascal (1623-1662) Ich gebe zu, es ist gerade in der Klimadebatte mit den unzähligen Fakten, Meinungen und Bewertungen schwierig, sich zu orientieren. Marco Passardi zeigt in einem seiner Kommentare jedoch einen möglichen Weg. Er hält sich an die berühmt gewordene Wette des französischen Denkers Blaise Pascal: Wenn wir darauf wetten, dass es Gott gibt und uns entsprechend verhalten, dann haben wir keinen Schaden, wenn wir die Wette verlieren. Wenn wir aber darauf wetten, dass es Gott nicht gibt (und uns entsprechend verhalten), dann ist der Schaden sehr gross, wenn wir die Wette verlieren. Es geht dabei nicht um die Frage, ob Gott existiert oder nicht. Sondern es geht darum, ob wir besser fahren, wenn wir uns verhalten, als ob Gott existiere oder nicht.

Auch wenn der eine oder andere noch daran zweifelt, dass der Klimawandel menschengemacht ist: wir fahren eindeutig besser, wenn wir alles tun, um ihn zu bremsen. Das hat sich schon beim Waldsterben gezeigt. Wissenschaft, Politik, Parteien und Verbände haben aus Beobachtungen und Indizien geschlossen, dass der Wald sterben würde, wenn nichts geschieht und sie haben entsprechend gehandelt. Auch wenn sich nach einem Jahrzehnt herausgestellt hat, dass mit den Befürchtungen etwas übertrieben wurde, so haben wir dennoch nicht nur nichts verloren, sondern im Gegenteil: Dank Errungenschaften wie dem Katalysator und der Luftreinhalteverordnung haben wir heute weit weniger Emissionen – zum Wohle von uns allen. Niemand möchte darauf verzichten.

Solche Überlegungen stellen wir in der Politik und im Alltag immer wieder an. Ich greife zurück auf den vorherigen Beitrag mit dem Vorschlag 0,0 Promille für Neulenker und Berufschauffeure: Natürlich gibt es auch unter ihnen viele, die mit ein bisschen Alkohol unfallfrei nach Hause gelangen. Aber wir wetten nicht darauf, dass das immer der Fall sei. Und so verlieren denn auch sie nichts, wenn sie nur ohne Alkohol ans Steuer dürfen. Aber einige Unfallopfer können dadurch enorm viel gewinnen – das Leben.

Bis bald

Moritz Leuenberger