Agro-Treibstoffe
[Version française Les agrocarburants]

Es wurden mir in Kommentaren einige Fragen zu biogenen oder Agro-Treibstoffen gestellt. Das Thema ist wegen der weltweiten Demonstrationen gegen Hunger in aller Munde. Ganz neu ist es nicht. Denn schon vor über hundert Jahren wurde der Mobilität zuliebe ein Drittel der Äcker mit Getreide, insbesondere Hafer bestellt, damit die Pferde, welche die vielen Kutschen durch die Welt zogen, zu ihrer Nahrung kamen. Auch damals habe das zu Mangel bei der Ernährung der Menschen, zu Hunger und zu Protesten geführt. Auch damals wurde der moralisch sehr berechtigte Vorwurf erhoben, der Mobilität werde die Gesundheit der Ärmsten geopfert.
Zur heutigen Diskussion: Die aktuelle Nahrungsmittelkrise ist nicht einfach nur auf biogene Treibstoffe zurückzuführen. Die Treibstoffe verschärfen eine aktuelle und vor allem eine strukturelle Krise. Die hohen Ölpreise haben wiederum Auswirkungen auf Dünger und Transporte. Die Konjunktur, welche abhängig ist von schlechter Ernte in Afrika und in Australien, von Trockenheiten, von der hohen Nachfrage in den neuen industriellen Ländern wie in China, erhöht die Nachfrage für Fleisch und andere Nahrungsmittel. Dies wiederum führt zu höheren Preisen. Eigentlich gibt es also durchaus genügend Nahrungsmittel, aber die Preise sind zu hoch geworden und für viele unerschwinglich. Zu den gestellten Fragen:
Bis bald
Moritz Leuenberger

Es wurden mir in Kommentaren einige Fragen zu biogenen oder Agro-Treibstoffen gestellt. Das Thema ist wegen der weltweiten Demonstrationen gegen Hunger in aller Munde. Ganz neu ist es nicht. Denn schon vor über hundert Jahren wurde der Mobilität zuliebe ein Drittel der Äcker mit Getreide, insbesondere Hafer bestellt, damit die Pferde, welche die vielen Kutschen durch die Welt zogen, zu ihrer Nahrung kamen. Auch damals habe das zu Mangel bei der Ernährung der Menschen, zu Hunger und zu Protesten geführt. Auch damals wurde der moralisch sehr berechtigte Vorwurf erhoben, der Mobilität werde die Gesundheit der Ärmsten geopfert.
Zur heutigen Diskussion: Die aktuelle Nahrungsmittelkrise ist nicht einfach nur auf biogene Treibstoffe zurückzuführen. Die Treibstoffe verschärfen eine aktuelle und vor allem eine strukturelle Krise. Die hohen Ölpreise haben wiederum Auswirkungen auf Dünger und Transporte. Die Konjunktur, welche abhängig ist von schlechter Ernte in Afrika und in Australien, von Trockenheiten, von der hohen Nachfrage in den neuen industriellen Ländern wie in China, erhöht die Nachfrage für Fleisch und andere Nahrungsmittel. Dies wiederum führt zu höheren Preisen. Eigentlich gibt es also durchaus genügend Nahrungsmittel, aber die Preise sind zu hoch geworden und für viele unerschwinglich. Zu den gestellten Fragen:
- Die Schweiz vertritt eine restriktive Haltung gegenüber biogenen Treibstoffen. Als erstes Land weltweit führen wir ab 1. Juli 2008 ökologische Kriterien für eine Förderung ein. Damit unterstreichen wir den Vorrang der Nahrungsmittelproduktion. Wir schreiben auch soziale Mindestanforderungen bei der Produktion vor, dies ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, welche eben umwelt-, wirtschafts- und sozialverträglich sein soll.
- Treibstoffe aus Getreide inklusive Mais sowie aus Palmöl und Soja erfüllen diese Kriterien nicht und werden daher von der Schweiz nicht gefördert.
- Eine landwirtschaftliche Produktion von biogenen Treibstoffen im grossen Stil ist in der Schweiz ohnehin nicht realistisch und schon gar nicht sinnvoll. Sie hätte zur Folge, dass die einheimische Nahrungs- und Futtermittelproduktion verdrängt würde. Und das würde wiederum mehr Importe bedeuten.
- Aber biogene Treibstoffe aus Abfall-Biomasse schneiden ökologisch gut ab. Sie konkurrenzieren die Nahrungsmittelproduktion nicht.
- Wegen der ökologischen und sozialen Risiken von biogenen Treibstoffen ist eine Quote zur Beimischung von biogenen Treibstoffen nicht sinnvoll, auch wenn damit auf den ersten Blick ein Beitrag gegen den CO2-Ausstoss geleistet wird. Die Zusammenhänge sind zuweilen etwas komplizierter und ein zweiter Blick auf sie lohnt sich.
Bis bald
Moritz Leuenberger



75 Kommentare
http://web-kommentator.blogspot.com/
www.swiss-lupe.blogspot.com
Es stellt sich letztendlich die Frage was uns wichtiger ist: Rumfahren oder Rumhungern. Das Verwerfliche daran ist nicht dass wir uns entscheiden müssen ob hungern oder fahren, ncin WIR REICHEN entscheiden für den grösseren Teil der Menschheit, die ARMEN die sich die Nahrungsmittel nicht mehr leisten können werden es merken.
Was können wir tun? Ganz einfach, schafft endlich die jegliche Subventionen auf solche Gebaren ab, nehmt die Transportindustrie in die Mangel damit Motoren die neuen Treibstoffe nicht schlucken können (dann wird ein kompletter lukrativer Markt auch technisch abgeschnitten) und subventioniert mit den freigewordenen Mittel Wind und Solarenergie. Mittelfristig reichen diese Investitionen um die Antriebstechnik auf Elektroantrieb zu stellen. Die Verwertung von Biomasse ist auf nachgelagerten Prozessen zu beschränken und darf nicht als eigentlicher Akteur auftreten. S
Die wieder freigewordene Kapazität wird mittelfristig ohnehin gebraucht um die stetig steigende Weltbevölkerung zu futtern, es wird auf absehbare Zeit kaum massive Preissenkungen bei den Nahrungsmitteln geben, aber es wird wenigstens keine Preisspirale auf Gründen von Substition von Öl geben.
Was die lieben Ökostrategen vergessen: der grösste Kriegstreiber ist der Hunger, sollten ganze Kontinente dem Hunger zum Opfer fallen damit die anderen wenigen mit Autos rumfahren können, wird das nicht nur katastrophale ökonomische Folgen haben sondern auch ungewisse Geopolitische mit neuen Kriegen und Völkerwanderungen...
dass kanns nicht sein..
Vor 100 Jahren lag es bei den Amerikaner oder Europäer ob sie für ihren Habertraktor hungern wollten, es betraf also sie selber, ein Blick in die Felder genügte um festzustellen ob es Ende des Winters nun Hunger oder ein Pferdesteak geben wird...das gab dem Ganzen eine eigene Regeldynamk
Heutzutage sind solche Abläufe quasi globalisiert worden, also verschoben, es ist so dass die Menschheit von Egoismus geprägt ist, es ist mir doch scheissegal wenn der Mexicaner keine Tortilla auf dem Teller hat, Hauptsache meine Karre läuft weiter....
Genau dieses Wahrnehmungsproblem stürtzt uns in eine globale Krise mit ungewissem Ausgang..
Grundsätzlich soll jeder seine Meinung äussern dürfen. Von einem Bundesrat erwarte ich aber, dass er nicht einfach seine persönliche und laienhafte Ansicht als Tatsache darstellt und öffentlich verbreitet. So geschehen durch Herrn Leuenbergers Amtskollege, der sich über die Schweizer Energie- und Umweltpolitik auslässt, aber keine Ahnung vom Entwicklungsstand der Photovoltaik und anderen umweltfreundlichen Möglichkeiten der Energiegewinnung zu haben scheint. Behauptet er doch, es führe kein Weg an der Atomenergie vorbei.
Damit zeigt der Bundespräsident deutlich, was sein Ziel ist. Seine Argumente gegen Solarenergie/Photovoltaik und Windenergie sind zum Schreien komisch. Folgend ein paar Müsterchen:
• Windräder bräuchten viel Beton und Stahl
• Der Solarstrom sei nicht wettbewerbsfähig
• Die Produktion von Alternativenergie beanspruche viel Boden
• Die Ökobilanz sei nicht überzeugend
Aus all diesen Gründen sei die Kernkraft eine nötige Lösung …
Der Bundespräsident scheint nicht zu wissen, dass für den Bau eines Atomkraftwerkes Unmengen von Beton und (wahrscheinlich) auch Stahl benötigt wird. Dass enorme Geldbeträge nötig sind, die nicht die Betreiber allein aufbringen, um überhaupt eines zu bauen. http://www.solarpeace.ch/solarpeace/20041112_AKWundJodTabletten.htm Zitat:
Milliarden an Subventionen und Staatsprivilegien sind die Ursachen, dass Atomenergie zwar sehr günstig verkauft wird, in Wirklichkeit aber bei weitem die teuerste Energieform ist und unsere Volkswirtschaft belastet. 7)
Atomstrom kostet 3 CHF/kWh (ohne Subventionen und Staatsprivilegien). Heute kostet Solarstrom ca. 1 CHF/kWh (ohne Subventionen) und ist damit 66 % günstiger als Atomstrom. 8) Zitat Ende.
Dass das Uran, welches benötigt wird zur Neige geht und eine Menge Energie frisst und eine katastrophale Ökobilanz aufweist. Dass Atomkraftwerke hoch radioaktiven Abfall erzeugen, der für alle Lebewesen tödlich ist. Dass dieser radioaktive Abfall zehntausende von Jahren radioaktiv bleibt und nicht aus der Welt geschafft werden kann. Dass der Rückbau von Atomkraftwerken wiederum Milliarden kostet … und so weiter und so fort.
Folgend einige Müsterchen, die eher den Tatsachen entsprechen:
http://www.solaragency.org/dokumente/G-07-07-14-3Massnahmen-3GKW-def.pdf
DREI MASSNAHMEN ERSETZEN 3 GROSSKRAFTWERKE
Mit drei einfachen, nachhaltigen Massnahmen kann die Schweiz drei nuklearoder
gasbetriebene Grosskraftwerke (GKW) wie Gösgen oder Leibstadt mit je
ca. 8 TWh/a ohne Komforteinbusse substituieren. Dadurch werden die CO2-
Emissionen um etwa 20% reduziert und bis 2018 rund 60'000 neue Arbeitsplätze
geschaffen. Die dafür notwendigen Technologien sind in der Schweiz
und in Europa bereits vorhanden und funktionieren tadellos. Die drei Energieeffizienz-
Massnahmen lauten: siehe Link oben
http://www.swissolar.ch/fileadmin/x_lib/download/SWIS_Photovoltaik_2007_de.pdf
Interessantes über Photovoltaik & Bilder von Anlagen, die keinen einzigen m2 Boden beanspruchen.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/anhaltender_hoehenflug_der_photovoltaik_1.553911.html Zitat:
Allein im vergangenen Jahr kamen weltweit Solarzellen mit einer Leistung von 1500 Megawatt hinzu. Damit erhöhte sich die Gesamtleistung aller existierenden Photovoltaikanlagen auf 6600 Megawatt. Das ist das Äquivalent von sechs Kernkraftwerken. Zitat Ende.
Also so daneben liegt er mit mindestens 2 Argumenten nicht, es hat aber schon ein paar "Kopfschüttelargumente"
Windräder bräuchten viel Beton und Stahl und negative Ökobilanzen auf regenerativen Energien zu erwähnen ist eher hilfloses Gebrabel als Information.
Den Platzbedarf und die Wettbewerbsfähigkeit ist aber genau das heutige Problem wieso es immer noch happert.
Eine KW/h Strom aus Kohle, oder Nuklearkraft ist num mal viel billiger als Solarstrom und hängt von vielen vielen Faktoren ab, aber aktuell hat er recht. Das kann morgen anders sein. Aber nur KANN .. muss aber nicht.. ausrangierte Ideen finden oft Unterkunft in anderen ausrangierten Bahnhöfen, siehe Kohlekraftrenaissance...
Vernünftiger wäre es das Eine zu tun aber das Andere auch nicht zu lassen. Ein AKW leistungmässig zu ersetzen ist eine grosse technische Hersausforderung, nicht die Technik ist hier das Problem sondern die Dimension. Was im Kleinen gut geht heisst noch lange nicht dass es im Grossen auch gut gehen mag und umgekehrt. Ein Kraftwerk der 1GW Klasse (egal ob Nuklear, Wasser oder Gas oder was auch immer) mittels massenhaft Mirkoenergieanlagen zu ersetzen ist technisches Neuland. Wenn eine NZZ schreibt es gäbe Weltweit bereits 6.5 1GW Strom Kraftwerke ist das wohl eher zu kurz gegriffen aber im Endeffekt für UNSER Stromnetz nicht relevant. Und zwar nicht wegen der Wichtigkeit solcher Anlagen sondern wegen der Regelbarkeit. Eine Grossanlage kannst du von 20-100% betreiben. Die Mikroanlagen sind entweder am Netz oder nicht und die Leistung variert nach Sonneneinstrahlung und Wetter, also unbeeinflussbare Faktoren. Das Stromnetz kann man nicht einfach "laufen lassen" und sich selber überlassen. Das würde zum sofortigen länderüberspannenden Netzzusammenbruch führen. Es tönt völlig verrückt aber effektiv braucht es die Grossanlage (wie die auch immer aussieht) um den Ausfall der Microanlage abzufangen...
Ein kontinentales Stromnetz zu Betreiben ist nicht so einfach wie es immer alle zu Behaupten wissen, wir stützen uns auf gut 100 Jahre laufende Erfahrung bei der Netztopologie, diese wollen ein paar Leute mit der Brechstange in 5 Jahren Revolutionieren...
Liebe Lisa der Krug kann auch auf die falsche Seite kippen....
LG MG
http://climatereview.wordpress.com/
Meiner Meinung nach sind Bio-Kraftstoffe sinnvoll, wenn sie aus Abfallprodukten (nicht verwendbare Hölzer, landwirtschaftliche Restprodukte etc) oder eventuell auch aus saisonell bedingten regionalen Überschüssen hergestellt werden. Der gross-industrielle Anbau in Brasilien schadet nicht nur den tropischen Regenwäldern, sondern hat zudem eine teils langfristig negative CO2-Bilanz:
http://climatereview.wordpress.com/2008/03/12/biokraftstoffe-wirklich-bio/
Hallo allerseits
Das Verbot, wegen der BSE-Krise kein Tiermehl mehr verfüttern zu dürfen und folgedessen auf Alternativen wie Getreide auszuweichen, trägt sicherlich auch noch zu einer Verschärfung der Nahrungsmittel-Krise bei; unsere Tiere bekommen was die hungernden Menschen bräuchten. Das zieht sich bis in viele „nebensächliche“ Details weiter. So soll gemäss „10-vor-10“ vom 16.04.2008 eine Mäuseplage im Entlebuch herrschen. Als vierbeiniger Entlebucher Kater, der zuvor ein saftiges Stück Fleisch aus einer Aluschale serviert bekam, würde ich auch nicht mehr Mäusen nachrennen wollen. Gewiss, die Nahrungsmittel-Krise wäre nicht vom Tisch, wenn dem nicht mehr so wäre. Aber wenn unsere Katzen Nahrung erhalten, die in ärmeren Ländern als Delikatesse empfangen würde, an der Basis von mit Getreide gemästeten Tieren stammt und dies obwohl es für die besagten Katzen Alternativen gäbe, dann zeigt sich, was für absurde Züge unsere gesamte Nahrungsmittel-Kette heute aufweist.
Trotzdem: Sorgen mache ich mir nicht, dass Nahrungsmittel vermehrt als Treibstoffe enden. Ich zweifle zwar nicht am Potential von Biomasse für die Energie-Nutzung z. B. im Sinne von Biogas (entstehend aus organischen ABFÄLLEN), sehe diese Nutzung jedoch eher „stationär“. Denn wer ist schon bereit, in ein Agro-Treibstoff-Netz zu investieren, wenn das Stromnetz allgegenwärtig ist und man mit diesem auch Energie „tanken“ könnte? (Ob Strom als Energiequelle sinnvoll oder unsinnig ist, lasse ich hier nun aus.)
In einem Punkt stimme ich Mirosch absolut zu: Es ist oftmals ein Wahrnehmungsproblem. Allerdings stimme ich gerade wegen der Wahrnehmung Miroschs Aussage nicht zu, dass das Ganze nur auf Egoismus zurückzuführen ist. Viele in unserer westlichen Gesellschaft sind sich schlichtweg gar nicht bewusst, was es alles für unseren heutigen Lebensstandard braucht. Die Milch kommt schliesslich von der Migros und nicht von der Kuh.
Zum Problem der Wahrnehmung ein Beispiel, welches kürzlich in den Medien erwähnt wurde:
Für die Herstellung einer Tasse Kaffee soll es 140 Liter Wasser brauchen!
Zum Vergleich: Pro Person und Haushalt rechnet man in der Schweiz heute mit einem täglichen Wasserverbrauch von 160 Litern.
Ich vollziehe hier nur vordergründig einen gedanklichen Weitsprung von der Treibstoff- und Nahrungsmittel-Frage zum Wasserbedarf für eine Tasse Kaffee. Die weltweiten Verstrickungen, Einflüsse, Auswirkungen und natürlichen „Ressourcenumverteilungen“ erscheinen mir nämlich immer die selben zu sein. Die Kaffeebohnen werden ja bekanntlich nicht mit Gletscherwasser aus dem Wallis gewaschen sondern mit trinkbarem Wasser in Ländern, die nicht wie die Schweiz als „Wasserschloss“ gelten. Somit profitieren die Industrieländer von „sauberen“ Produkten währenddem die Herkunftsländer das Nachsehen haben.
Und nun mal ehrlich: Hat jemand von Euch eine Ahnung, wie lange eine Baumwoll-Pflückerin braucht um genügend Baumwolle für jene Jeans zusammenzuhaben, die Ihr um Euren Hintern trägt? Hat jemand eine Ahnung, wie viel sie daran verdient? Und hat jemand eine Ahnung, wie viel Wasser für die Herstellung benötigt wird, angefangen vom Reinigen der Baumwolle bis hin zum „stone washed“-Effekt? Im Falle der Jeans kann ich nicht behaupten, ich hätte diese aus egoistischen Gründen gekauft. Ich war mir bisher einfach nicht allen Hintergründen bewusst (vor allem mengenmässig nicht). Ja, wir haben alle ein Wahrnehmungsproblem!
Mehr Nachhaltigkeit heisst für mich deshalb vor allem auch Aufklärung. „Made in XYZ“ reicht mir heute nicht mehr, wenn ich – ein „Reicher“ - mich nachhaltig verhalten soll. Erst wenn ich aufgeklärt bin und mein Verhalten dann trotzdem nicht ändere, würde ich von Egoismus sprechen.
Bestehende Labels à la „Bio“ oder „Fair trade“ decken den Aufklärungsbedarf über den Verbrauch von natürlichen Ressourcen für die Herstellung egal welcher Güter (Treibstoffe, Jeans usw.) nicht ab. Hingegen könnte ein entsprechendes Label ein erster Schritt sein, um mehr Aufklärung in dieser komplexen, globalisierten Welt zu erhalten.
Freundliche Grüsse
Titus
Nachfolgend einige Links, welche ich zum Thema des „virtuellen Wassers“ (eben z. B. die 140 Liter Wasser pro Tasse Kaffee) gefunden habe:
- http://www.unesco.ch/cms/die-unesco/wissenschaftsprogramm/wasser/virtuelles-wasser.html#c10353
- http://www.shpower.ch/download/News_3_07[1-6].pdf.
- http://www.shpower.ch/index.cfm?fuseaction=home.agenda (Ausstellung ab 17.06.2008)
- http://www.persoenlich.com/pdf/interviews/interviews386.pdf (interessantes Interview mit dem ehemaligen Direktor des ETH-Bereichs EAWAG)
- http://www.sf.tv/podcasts/feed.php?docid=einstein (Podcast zur Einstein-Sendung vom 27.03.2008, Thema Wasserknappheit ungefähr nach 9 1/2 Minuten).
vielleicht winkt dem von Dir genannten Bundesrat nach seiner Zeit in der Politik ein Ämtchen bei einer Stromhandelsgesellschaft?
Ironischerweise sind selbst die Anschaffungskosten von neuen AKWs inzwischen alles andere als billig.
Die Stromkonsumenten in Florida werden für neue AKWs doch tatsächlich im voraus mit bis zu 24 Milliarden Dollar zur Kasse gebeten und zwar unabhängig davon, ob die AKWs jemals Strom produzieren oder nicht!
Abzocken ohne Gegenleistung
Mit diesen 24 Milliarden Dollar werden lediglich 2 Reaktoren mit je 1154 MW finanziert - Kapitalkosten von gut 10 Mio Dollar pro MW.
Die Kapitalkosten eines Windkraftwerks liegen demgegenüber bei 0.89 Mio Euro pro MW. Wobei Wind natürlich gratis ist und ausländisches, angereichertes Uran selbstverständlich nicht.
Kapitalkosten Windenergie
Letztes Jahr wurden in Europa:
8554 MW Windkraft installiert
8226 MW Gaskraft installiert und
- 1203 MW Atomkraft abgebaut
Angesichts obiger Fakten ist das auch nicht weiter erstaunlich auch wenn Atomenergie europaweit indirekt massiv subventioniert wird.
Zudem will die US-Atomindustrie 50 Milliarden Dollar Steuergelder in den Jahren 2008 und 2009 als Absicherung für den Bau von neuen AKWs:
Abzocken ohne Gegenleistung
Für nie gebaute AKWs (Graben und Kaiseraugst) ist ja auch die Schweizer Atomlobby mit unglaublichen 577 Millionen Franken Steuergelder abgespiesen worden. Abzocken ohne Gegenleistung
Mit diesem verschwendeten Steuergeld hätte man Windenergie finanzieren können, welche 25% des Strombedarfs der SBB gedeckt hätte.
Übrigens Bau und Betrieb eines neuen Atommüllendlager in den USA kostet rund 58 Milliarden Dollar:
Abzocken ohne Gegenleistung. Aber das müssen ja die AKW-Betreiber wie im Übrigen auch die Kapitalkosten nicht finanzieren. Genauso wenig wie sie die Abhängigkeit von begrenzten ausländischen Rohstoffen noch Klumpenrisikokosten finanzieren müssen.
Was den Flächenbedarf betrifft schneidet Solarthermie und PV am Besten ab, da es auf bereits bestehende Dächer platziert werden kann und deshalb keine zusätzliche Fläche benötigt. (Wie günstig Solarthermie tatsächlich ist, haben die Chinesen schon lange festgestellt und deshalb bereits im Jahr 2005 77% aller Solarwärmekollektoren der Welt installiert.)
Wind steht mit lediglich etwa 30 m2 Flächenbedarf für eine Leistung von 3 MW - also 100 kW/m2 - auch noch gut da.
Atomkraftwerke stehen was den Flächenbedarf betrifft wesentlich schlechter da und generieren etwa 2 kW/m2.
Werden kleine Gasturbinen in bereits bestehende Gebäude installiert (Wärmekraftkopplung), dann schneidet flexible Gaskraft was den Flächenbedarf betrifft selbstverständlich auch wesentlich besser ab als inflexible Atomenergie und kann zudem mit regenerierbarem Biogas (wobei wir wieder beim Thema wären) betrieben werden.
Es ist also völlig absurd aus rein ideologischen Gründen ineffiziente, teure, ausländische Atomkonzerne zu fördern, nur um die Anzahl Klumpenrisiken erhöhen und unsere Abhängigkeit von begrenzten ausländischen Rohstoffen erhöhen zu können.
Die Schweiz kann Technologie aber keine Rohstoffe exportieren!
Geistesblitze wie "Alles was mehr als 10 L/100 km verbraucht, darf nicht mehr importiert werden." sollten zu Ende gedacht werden. Bekommen die Reichen Ausnahmebewilligungen für Ross- und Boots-Anhänger wie auch Handwerker, Kleinbusse, Krankenwagen und weiss ich was? Oder werden die Fahrzeuge in Lichtenstein über eine Treuhandgesellschaft registriert?
Die Subventionierung von Auots mit geringem Verbrauch wird vielen Familien die Anschaffung eines Drittautos erlauben. Und so den Flottenverbrauch zur Freude der Autoproduzenten reduzieren. Ich warte, bis nicht nur das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt wird, sondern auch die Autofahrbewilligung.
Wegen der LSVA haben wir viele 3,5t-Fahrzeuge mit Anhängern auf der Strasse, Schleichwege der Lastwagen.
SUV's sind nicht halb so sicher wie sie aussehen. Warum bekommen sie keine Parkbusse, wenn die Räder in ausserhalb des Parkfeldes stehen?
Ich danke Moritz Leuenberger für die Erklärungen zu den "Schweizer Kriterien" für Biotreibstoffe.Hoffentlich setzt die Schweiz wenigsens hiermit Massstäbe.
Damit scheinen die befürchteten Gefahren weitgehend abwendbar. Falls diese Kriterien greifen und umgesetzt werden können!
Zuerst hiess es ja sinngemäss, Biotreibstoffe seien zu forcieren, wenn damit die "Nachhaltigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt werde".
Sprich: Die Nachhaltigkeit darf missachtet werden (einfach nicht "wesentlich").
Das wäre dann ein Schuss nach hinten.
Das die Schutzzölle der EU, Schweiz und der USA, welche sie nicht gesenkt haben möchten, den Ländern Afrikas mehr Schaden als Nutzen, brauche ich nicht zu erklären. Das Wort 'Schutzzoll' spricht ja wohl für sich selbst. Diese Zölle tragen also bestimmt nichts zum Wohlstand Afrikas bei. Und langfristig somit auch nicht zu unserem...
Ausserdem finde ich es Schade, dass sie Afrika scheinbar als eine einzig grosse unfruchtbare Wüste sehen. Aus ihrem Beitrag ist fast gar zu entnehmen, dass es den Ländern Afrikas verboten sein sollte, Nahrungsmittel zu exportieren. Es gibt aber auch in Afrika durchaus sehr fruchtbare Regionen (die Ufer des Nil gehören ganz bestimmt dazu). Und es herrscht auch nicht auf dem gesamten Kontinent eine permanente Nahrungsmittelknappheit und Hungersnot. Es gibt durchaus Länder, welche Agrarprodukte Exportieren könnten, wären da nicht diese Schutzzölle der protektionistischen Industrienationen...
Die humanitären Katastrophen konzentrieren sich ausschliesslich auf Bürgerkriegsgebiete und anderen Krisenregionen Afrikas und sind bestimmt nicht auf den gesamten Kontinent projiezierbar.
Gruss
Mr. Pink
Und die selben Politiker, welche sich für solche 'Alternativtreibstoffe' stark gemacht haben, werden bald wieder auf Wählerstimmen jagt machen, diesmal aber mit den gegenteiligen Argumenten.
Tolle Beschäftigungs- und Rechtfertigungstherapie auf kosten der Umwelt. Da bleibt mir nur ein Kopfschütteln.
Gruss
Mr. Pink
• Was bedeutet Bio? Das Wort bedeutet „Leben“. (Wikipedia)
• Was bedeutet biogen? Es meint „biologischen oder organischen Ursprungs“. (Wikipedia)
• Was heisst Agro- ? Diese Vorsilbe meint „mit dem Landbau zusammenhängend“ (Wikipedia)
Die Tatsache, dass Nahrungsmittel wie z.B. Zucker, Getreide, Mais zu Treibstoff verarbeitet werden ist kein Grund, von BIO-Treibstoffen zu reden. Es ist aber leider eine weit verbreitete Untugend oder Nachlässigkeit, die nicht gleichgültig ist. Die Bezeichnung suggeriert nämlich, dass es sich um eine natürliche und deshalb gute Sache handelt. Man weiss ja, dass sogenannter Bio-Salat nicht mit Chemikalien verseucht ist im Gegensatz zu nicht Bio-Salat … BIO tönt nach Natur, Leben, gesund und BIO sollte deshalb auch dafür reserviert sein.
Halten wir uns also bewusst an die korrekteren Bezeichnungen, wie Sie Herr Leuenberger beispielhaft verwendet: Agrodiesel oder biogene Treibstoffe.
Zu der von I Think - hr.h erwähnten Chaostheorie: Die Herstellung und Verwendung von Agrodiesel hat meines Erachtens eben gerade gar nichts mit der „Chaostheorie“ zu tun. Denn die Folgen sind absehbar, berechenbar und bekannt - man braucht dazu nicht Wissenschafter zu sein. Die Chaostheorie beziehungsweise der Schmetterlingeffekt wurde von I Think wohl missverständlich verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt
Die Metapher von Lorenz ist insofern nicht unproblematisch, als manche Menschen den Schmetterlingseffekt als Synonym für den Schneeballeffekt ansehen,[1] bei dem kleine Effekte sich über eine Kettenreaktion selbst verstärken. Das ist jedoch hier nicht gemeint, sondern dass kleine Abweichungen langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern.
Die Verteuerung und Verknappung der Nahrungsmittel hat NICHT NUR damit zu tun, dass Agrodiesel in einigen Ländern im grossen Stil produziert wird oder dass Getreide an der Börse gehandelt wird. Seid jahrzehnten werden Uhrwälder abgeholzt, Meere rücksichtslos leer gefischt, Wasser verschwendet, Menschen von ihrem Land vertrieben und dort Monokulturen angebaut oder als Weideland genutzt, um zum Beispiel Fleisch zu produzieren, oder lukrative Pflanzen anzubauen, z.B. Soja, Palmöel etc. , etc. Informativer Link: http://www.regenwald.org/index.php.
Schon lange leiden viele Menschen an Hunger, weil sie sich die vorhandenen Nahrungsmittel nicht kaufen können oder nichts besitzen um Nahrung anzubauen. Das ist leider keine Neuigkeit. Der gegenwärtige Agrodiesel-Boom und einige weitere Faktoren spielen meiner Ansicht nach nur den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Der Grund für diese weltweite Miesere kann meines Erachtens mit wenigen Worten benannt werden: Anbetung des Wirtschaftswachstums und Wachstumszwang. Denn warum werden die Urwälder abgeholzt, obwohl bekannt ist, dass sie für das Ökosystem der Erde elementar wichtig sind? Warum wird Menschen ihr Land weggenommen, um es als Weideland oder Anbaufläche für gewinnbringende Pflanzungen zu nutzen, obwohl bekannt ist, dass mit einem Stück Land viele Menschen sich selber ernähren könnten? Warum werden Kinder beim Kohle- , Edelsteinabbau, beim Teppichknüpfen und beim Steineschleppen so gerne eingesetzt, obwohl bekannt ist, dass es ihre Entwicklung beeinträchtigt? Warum werden Robbenbabies überhaupt abgeschlachtet? Warum werden Steuern für juristische Personen immer wieder gesenkt, für natürliche eher nicht? Warum braucht es ein Freihandelsabkommen, das den Untergang der schweizerischen Landwirtschaft beschleunigt? Warum ist der Bund mit der Post, aber nicht mit der SBB zufrieden? Warum ist es zur gegenwärtigen Bankenkrise gekommen? Viele Fragen, die Antwort ist fast immer die gleiche:
Wirtschaftswachstum, das heisst ständig steigender Umsatz und Gewinne, macht viele Menschen reicher. Mindestens was ihren materiellen Besitz anbelangt. Dass dabei gleichzeitig viele Menschen ärmer werden, wurde und wird gerne übersehen.
Mit Spezialabkommen und Geld werden Staaten und Menschen nun beruhigt, beziehungsweise die Auswirkungen des Wirtschaftswachstumsglaubens bekämpft. Aber das Credo, welches dahin geführt hat wo wir heute stehen, bleibt Credo …
Die Schweizer Initiative, ab 1. Juli 2008 ökologische Kriterien für Treibstoffe einzuführen begrüsse ich sehr. Besten Dank Herr BR Leuenberger!
Eine Studie von Merrill Lynch zum Thema Inflation deutet auf weitere Probleme hin und unterstreicht die weiteren Aussagen von Leuenberger, geht aber darüber. Die Studie kommt zum Schluss dass die Nahrungsmittel und Ressourcen begrenzt sind.
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/damoklesschwert_inflation_1.704287.html
"Die Rohstoffpreise werden vor allem durch die Nachfrage aus den Schwellenländern nach oben getrieben."
"Die Studie geht aber davon aus, dass Nahrungsmittel- und Energiepreise langfristig gesehen noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Grund liegt darin, dass der Hunger der Schwellenländer nach diesen Gütern noch nicht gestillt ist und das Rohstoffangebot weltweit begrenzt ist."
Die Preise für Nahrungsmittel und Energie werden also weiter steigen. Lösungen müssen zusammen mit anderen Ländern gefunden werden. Ich befürchte allerdings dass wohl alles Reden nichts nutzen wird wenn wir nicht beginnen grundsätzlichere Fragen anzugehen.
Wie beim CO2 und den Treibstoffen, hätte ich in der Spitzenpolitik gerne mehr Diskussion, aber diesmal über alternative Wirtschaftsmodelle.
Die Weltweiten Krisen haben eine gemeinsame Ursache und stehen alle in Beziehung zur Monetär gesteuerten Ökologie.
Bei uns in der Schweiz heisst dies: Die Gesprächskultur sollte zuerst wieder hergestellt werden.
Ich war letzten Freitag nicht rein zufällig an der Demonstration vor dem Bundeshaus!
Weder können die Rechtskräfte verhindern dass es auch in Zukunft Linkskräfte geben wird, noch können wir Linken erwarten dass sich die SVP und die FDP in Luft auflöst. Aber es ist möglich eine Gesprächskultur zurückzuholen in welcher ALLE Interessen, egal ob von Links oder Rechts, zum gemeinsamen Sinn unserer Gesellschaft hinwirken.
Wir sind das Schlumpf!
Falls die Politik die Demonstration nicht verstanden hat, dann kommen wir wieder.
Sowohl Rechts wie Links werden wohl kaum abstreiten dass der Mensch auch in der Zukunft im Zentrum der Politik stehen muss.
Mit rechtspopulistischem Gepolter oder weltfremdem Links -Intellektuellem Geschnatter sollte Schluss sein. Gefragt wäre die Frage Nummer 1:
Wie ist es möglich dass wir in Zukunft Menschenwürdig leben können und nicht wie immer mehr sichtbar wird, uns mannigfaltige Verlustängste die Lust am Dasein und der Kreativität wegstehlen.
Wir müssen verstehen lernen dass die Zeit für Revolutionen mit Gewehren und wahnwitzigen Führervisionen vorbei sind. Das soll uns jedoch nicht daran hindern elementare Machtgefüge wie die in der Wirtschaft in Frage zu stellen. Daran herumzuschrauben geht aber nur friedlich, wenn die Rechten die Schrauben zusammen mit den Linken eindrehen.
Die Spannungskraft des Schraubenschlüssels ist überstrapaziert wenn die Linken nur nach Links und die Rechten nur nach Rechts drehen. Entweder geht dann gar nichts, oder die Werkzeuge zerbrechen.
Wir sind ein EINZIG Volk von Schlümpfen!
EINIG müssen wir nicht sein, und EINIG war nicht das Wort das Ursprünglich bei Schiller gesetzt wurde.
Wenn Wir „EINIG“ fordern, obwohl wir uns nicht EINIG sind, dann fördert dies linke oder rechte Diktaturen, denn nur der Führer kann die erzwungene EINIGEIT befehlen.
EINZIG jedoch sind wir Schweizer und hätten nun gerne dass sich die Spitzenpolitiker überlegen dass dieses EINZIGE der Schweiz in einen eher Europäischen und danach Weltumspannenden Kontext gesetzt wird.
Die gelebte Kultur ist die Triebfeder jeglichen Gesellschaftlichen Fortschritts, die Geschichte der Kulturen der Welt bildet das Gefäss für die Menschen der Zukunft. Die kultivierte und Menschenwürdige Umgangssprache soll unsere Kulturen zu einem EINZIG Volk der Menschheit machen.
Ist die Sprache Menschenwürdig, dann wird es zu Lösungen kommen in welchen wir in der Erfahrung lernen können ob Recht oder Links die bessere Nase hatte. Dies verlangt nach unserer Lust zur Selbsterfahrung und zur Kreativität.
Wer kann es den Bauern dieser Welt schon verübeln, wenn sie ihre Maisproduktion, welche für die Nahrungsmittelindustrie gedacht war, umstellen und plötzlich Mais für die Gewinnung von Biotreibstoffen anpflanzen? Durch den Verkauf ihrer Wählerstimme verdienen die Bauern nämlich mit dem selben Aufwand und dem selben Maisfeld plötzlich wesentlich mehr.
Der Bauer gewinnt mehr Geld, der Politiker mehr Stimmen und damit Macht. Beide Seiten profitieren. Das nachsehen haben alle anderen.
Bauer und Politiker haben aus ihrer Sicht eine rationale Entscheidung getroffen, welche jedoch völlig egoistisch und gar 'unmoralisch' ist. Aus unserer Sicht also völlig irrational. Aber warum wurde so entschieden?
Eines sollte man immer vor Augen halten: Wenn private Unternehmungen mit öffentlichen Geldern unterstützt werden (nicht nur im Bsp. Bauer und Mais), steckt bestimmt eine politische Entscheidung dahinter (Wählerstimmen). Warum ist aber im Blog stets die Wirtschaft die alleinige Schuldige? Das ist wohl die Bequemlichkeit die in den meisten von uns steckt (ich zähle mich hier nicht dazu).
Wer es noch nicht begriffen hat: Hinter jeder unternehmerischen Entscheidung und hinter jeder politischen Entscheidung steckt ein Mensch!
Und da ist das Problem. Nicht das Wirtschaftswachstum, oder die Wirtschaft ist das Problem, sondern die absurden Entscheidungen einer unvollkommenen und komplexen Spezies, welche nur allzu oft irrational handelt. Sei dies nun in Wirtschaft oder Politik, wir treffen eben überall auf ganz gewöhnliche Bürger.
Wenn ich nun all die Beiträge von den Blogern hier lese scheint die Welt aus Vernunftswesen zu bestehen. Hier im Blog scheint sowieso jeder altruistisch, bescheiden, sozial, rational, unmaterialistisch, tugendhaft, fehlerfrei...... zu sein und zu handeln.
Willkommen in der Realität, lieber Bloger. Wir Menschen sind Irrational. Wir handeln oft im Affekt und sind nicht unfehlbar. Unsere Emotionen spielen uns nur allzu oft einen Streich. Doch das ist das schöne am Mensch sein. Wir haben Emotionen und sind keine computergesteuerten Vernunftsroboter. Wer möchte so schon Leben?
Jeder weiss und kennt die Konsequenzen eines Mordes. Warum werden also immer noch Menschen umgebracht?
Jeder scheint die Schrecken des Krieges zu kennen. Warum gibt es also nicht schon lange Friede auf Erden?
Jeder Bauer kennt die Konsequenzen einer Produktionsumstellung. Warum tut er dies trotzdem?
Weil er (der Mensch) vernünftig ist? Weil er nur rational handelt? Weil er altruistisch ist? NEIN, eben nicht.
Nicht immer steckt aber Egoismus, Gier etc. hinter irrationalen Entscheiden. Das heutige Leben wird immer komplizierter und komplexer. Somit werden rationale Entscheide immer schwieriger. Wer kann schon die Gesamtsituation absehen und auch rational beurteilen? Der Politiker? Der 'Wirtschaftskapitän'? Ein ganz gewöhnlicher Bürger?
Der Sozialismus ist eine tolle Erfindung, doch die Komplexität, Irrationalität und Unvollkommenheit des Menschen hat dieses System zum Scheitern verurteilt. Selbst in einem totalitären System konnte es nicht am Leben erhalten werden. Jede Umerziehungsmassnahme des Individuums ist gescheitert. Der Instinkt triumphiert früher oder später über die Vernunft (und ganz besonders in Extremsituationen).
Aber nicht der Sozialismus ist schlecht (so jedenfalls die Theorie). Denn in der Theorie funktioniert er ja perfekt. Doch der Mensch dahinter ist das Problem.
Nicht die Marktwirtschaft ist schlecht (so jedenfalls die Theorie). Denn in der Theorie... Der Mensch ist das Problem.
Es gibt kein perfektes Wirtschaftssystem und ganz bestimmt nicht ohne Wachstum. Es gibt aber Systeme welche 'perfekter' sind als andere. Und je mehr 'natürliche' Mechanismen in ein solches System eingreifen, desto besser ist es geeignet um auf die Unvollkommenheit und Irrationalität des Menschen zu reagieren. Denn nicht mehr der Mensch alleine Entscheidet über gut und schlecht, richtig oder falsch, sondern eine äussere Kraft, welche er nicht zu Beeinflussen vermag.
Man kann sagen: Je mehr 'Mensch' im System, desto irrationaler das System. Der Regelungswahn des Sozialismus ist dazu ein gutes Beispiel. Die Unvollkommenheit und Irrationalität des Menschen ist in dieser Planwirtschaft auf allen Stufen und in allem Handeln zu Finden. Die Folgen sind zerstörerisch, da fast keine äusseren Marktmechanismen eingreifen um Irrationalität zu verhindern oder bestrafen. Der Regelungswahn hat versucht, den Menschen Untertan zu machen, doch die Komplexität und Irrationalität des Menschen brachte den Regelungswahn zum scheitern (und natürlich auch die Komplexität des Systems an sich).
Und genau dies geschieht in unserer Marktwirtschaft. Die 'natürlichen' Mechanismen werden durch die Politik immer mehr und mehr ausgeschaltet. Korruption und Fehlentscheide werden nicht mehr durch äussere Mechanismen bereinigt. Politik und Wirtschaft gehen Hand in Hand. Aus marktwirtschaftlicher Sicht ist dieser Zusammenschluss völlig irrational.
Wirtschaftstheorien (oder sonstige Problemlösungen) welche vernünftige, bescheidene, selbstlose, rationale, tugendhafte Menschen voraussetzen sind langfristig zum scheitern verurteilt. Das ist meine Meinung. Und wer glaubt man könne Menschen nach solchen Wertemassstäben umerziehen hat keine Ahnung von Menschen.
Da man den Menschen nicht umerziehen kann und wir ein 'perfekteres' Wirtschaftssystem haben ist für mich klar, der politische Regelungswahn muss gebremst werden, damit die äusseren Kräfte wieder Wirkungsvoll einsetzten können. Die Entfilzung von Politik und Wirtschaft muss stattfinden. DAS BEDEUTET WENIGER MENSCH IM SYSTEM!
Somit sehe ich in erster Linie den Politiker als Hauptschuldigen der meisten Themen die hier im Blog besprochen werden. Er steht denn auch mit dem Gesetzteshebel am Anfang eines komplexen Mechanismus, den er nicht versteht, doch aus opportunistischen Gründen gerne beeinflussen möchte. Ist dieses Verhalten rational? Oder doch eher selbstsüchtig?
Warum ist aber die Marktwirtschaft das 'perfektere' System? Sie geht eben nicht nur von einem rein rational Denkenden Menschen aus, sondern eben auch von einem opportunistisch handelnden Menschen. Er ist egoistisch, materialistisch, altruistisch, bescheiden, gierig, emotional, tugendhaft, irrational, rational... Er ist eben alles in einem. Genau wie der ganz gewöhnliche Maisbauer und der ganz gewöhnliche Politiker.
Grüsse
Mr. Pink
http://jeanb@balcab.ch
Ich war letzten Sonntag nochmals in Luzern und schaute im Kunstmuseum die Videoinstallation von Anna Winteler (54) an. Ich finde die Künstlerin sehr interessant. Wichtig ist ihr nicht nur das Schöne, sondern auch das Ethische, das Gute. In diesem Sinne passt sie zum ernsten Blog-Thema.
An die linke Wand wird 'Le petit déjeuner sur la route d'après Manet' aus dem Jahr 1979 projiziert. Die Videokünstlerin als Performerin ist die Hauptperson. Sie geht nicht, sie schreitet: feierlich und konzentriert - gegen den Strom, gegen den Fluss. Dabei legt sie nach und nach ihre Kleider ab, unsichtbare Kameramänner begleiten sie. Eine junge, talentierte Frau zieht Künstlerkollegen an. Das sieht man in Manets 'Le déjeuner sur l´herbe', das ahnt man in Anna Wintelers 'Petit déjeuner' auf dem Basler Rheinweg.
Projektion 2: 'Geriatrie 1A - das Hohelied' 1991
Es ist das allerletzte Werk der Künstlerin. Anna Winteler nimmt sich ganz zurück, sie erscheint nicht mehr im Bild. Gezeigt wird die Geriatrie-Abteilung im Kantonsspital Basel. Auf der Sitzfläche eines Rollstuhls ist die Kamera, diese liefert Bilder aus dem Spitalkorridor. Alte Menschen sitzen auf unschönen Polstersesseln und warten. Der Boden glänzt und spiegelt, weil die Putzequipe ihre Arbeit gut macht. Wo bleibt hier die Erotik, fragte sich Anna Winteler. Diese alten Menschen sind doch auch mal 'begehrt' worden. Auf der Tonspur lässt die Künstlerin das die Liebe preisende Hohelied von Ueli Jäggi und Hannelore Sarbach rezitieren, im Nachspann dann die Erlösung: Johann Sebastian Bach, BWV 78.
Leere und Lehre
Es gäbe noch die Wand rechts, auf die man Videobilder werfen könnte, diese bleibt aber leer, weil sie leer bleiben soll. Die hochsensible, kluge Tänzerin Anna Winteler hat sich vom Künstlerleben verabschiedet. Sie ist jetzt Physiotherapeutin mit eigener Praxis. Projektionen wären da wohl eher hinderlich.
Sehr geehrter Herr Bundesrat Leuenberger
Besten Dank für Ihre klare und wegweisende Stellungnahme zu den Agro-Treibstoffen. Mit der Formel „Rumfahren oder Rumhungern?“ hat „Mirosch“ die menschverachtende Entwicklung auf den Punkt gebracht. Höchste Zeit also, dass Politik und Ethik sich einschalten und dieser Perversion eine Ende bereiten.
Trotz der kleinen Agrarproduktion kommt der Schweiz dabei eine weltweite Schlüsselrolle zu. Ein grosser Teil der internationalen Rohstoffhandel-Spekulation mit Nahrungsmitteln, die zu Ersatzbenzin missbraucht werden, läuft über die Schweiz: Der Kanton Zug ist nicht nur das Mekka für seltsame Geldströme aus aller Welt, sondern auch das Eldorado des internationalen Rohstoffhandels.
Vor allem diese Spekulation der Rohstoffhändler – und noch nicht die reale Nachfrage nach Agro-Sprit - treibt zurzeit die Nahrungsmittelpreise so hoch, dass Menschen hungern und sterben. Wer annimmt, die Zuger Spekulanten und die Finanzverantwortlichen des Kantons Zug hätten deshalb wenigstens ein schlechtes Gewissen, täuscht sich: Das Geld in Zug stinkt nicht. Und über dem schönen Zugersee weht frische Luft, nicht Leichengeruch.
ECO DI CAMEDO
http://htttp://www.oekihof.ch
Sehr geehrter Herr Bundesrat Leuenberger
Parallel zum reichen Zug gibt es auch das innovative Zug. Mit dem Geldüberfluss des Kantons haben diese Innovationen wenig zu tun. Vielmehr mit einem Luxus-Personalproblem: Wer in Zug das Pech hat, neben Intelligenz auch noch über eine ethische Haltung zu verfügen, ist untauglich für die Arbeit im Finanzplatz. Wie national bekannt gewordene Persönlichkeiten – u.a. Alt-Regierungsrat „Chnuspi“ Hanspeter Uster und der amtierende Nationalrat Jo Lang – beispielhaft zeigen, müssen sich ethik-behinderte ZugerInnen deshalb andere und innovativere Beschäftigungsfelder suchen.
Diesem Personalproblem ist auch der glückliche Umstand zu verdanken, das die Zuger Bevölkerung seit 10 Jahren vom ökologisch besten und kostengünstigstem System der Abfallbewirtschaftung in der Schweiz profitiert. (Diese Bewertung stammt vom BAFU, dem Bundesamt für Umwelt.)
Nur ein Viertel aller Haushaltsabfälle werden in KVA’s vernichtet. Drei Viertel aller Abfälle werden an der Quelle separat sortiert und in unterschiedlichen Form recycliert. Möglich ist dies durch die „Ökihöfe“ in allen 11 Zuger Gemeinden. Das sind täglich geöffnete, personell betreute Sammelstellen, in denen über 30 Abfall-Wertstoffe gratis zurückgegeben werden können. In fünf Zuger Gemeinden fahren zusätzlich der „Ökibus“ und das „Baarer Rösslitram“ (ein Sozialprojekt für Sozialhilfe-Betroffene) einmal wöchentlich in die Wohnquartiere.
- Systembeschreibung siehe http://www.oekihof.ch .
- Reservation von Gratisführungen für in- und ausländische Kommunal-Verantwortliche: Zweckverband der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen ZEBA, Hans Ulrich Schwarzenbnach, 6330 Cham, Tel. 041 780 03 40 , http://www.zug.ch/zeba
Eine der 30 Abfallfraktionen, die im „Ökibus“ und dem Stadtzuger „Ökihof“ (ehemaliger SBB-Güterbahnhof, monatlich über 50'000 BesucherInnen, deshalb „amtliche Beschränkung der Aufenthaltsdauer auf maximal 15 Minuten“), sind Kunststoffabfälle aus den Haushaltungen.
Diese werden anschliessend aber nicht etwa verbrannt oder zu Plastik-Gartenmöbeln runter-recycliert. Nein: Da für die Produktion eines Kilo Kunststoffs ein Liter Erdöl benötigt wird, holt man aus den Plastikabfällen logischerweise diesen riesigen Energieanteil wieder heraus:
Die Firma Plastoil macht dies in einer Schweizer Pionieranlage bei Sihlbrugg seit zwei Jahren. Das gewonnene Oel wird bei einem führenden Schweizer Getränkeabfüller im Kanton Luzern als Prozesswärme eingesetzt. Ziel von Plastoil ist es, mit noch sortenreinerer Anlieferung der Kunstoffabfälle und einem vorzu optimierten Verarbeitungs-Prozess Heizöl und noch bessere Ölsorten herzustellen. Wer weiss, vielleicht fahren demnächst in der Schweiz sogar Autos mit Diesel aus Plastikabällen rum?
- Details zum Verfahren siehe http://www.plastoil.ch
Die ganze Sache tönt für die Blog-Leser/innen wahrscheinlich nach einer Startup-Firma von einigen Oeko-Freaks. Das Gegenteil ist der Fall, wie immer, wenn mit Umweltschutz gleichzeitig viel Geld verdient werden kann: Die PLASTOIL wird von einem Konsortium potenter und national bekannter Firmen aus der Bau- und Transportbranche betrieben, die damit auch Arbeitsplatz schaffen: Für das geschütze Verfahren sind in Europa und Uebersee bereits ebenso otente Partner des Konsortiums in den Startlöchern, da es sich kommerziell natürlich um einen Riesenmarkt handelt. Um ihn zu nutzen, sind in der Schweiz nur noch zwei polit-bürokratische Hürden zu überwinden: Erstens die definitive Betriebsbewilligung für die Anlage in Sihlbrugg durch das Bundesamt für Umwelt BAFU. Zweitens die Klärung der Frage, WER das Einsammeln von Kunststoffabfällen in jenen Gegenden bezahlt, in denen es leider noch keine Oekihöfe nach Zuger Vorbild gibt.
ECO DI CAMEDO
Aber warum kommen Mais und Getreide nicht in Frage? Weil sie für den Anbau, fruchtbaren Agrarboden beanspruchen? Ist dies der Hauptgrund, warum sie aus umweltverträglichen Gründen nicht vertretbar sind oder sind sie auch aus wirtschaftlichen Gründen zu teure Agrarpflanzen? Wenn der Boden keine Rolle spielen würde, könnte man einfach mehr Mais und Getreide anbauen, soviel dass es für die Nahrungsmittelherstellung reichen und ein Teil der Agrar-
treibstoffproduktion decken würde.
Sind Zuckerrüben und Raps vertretbar? Sie verbrauchen doch genauso viel Boden wie Getreide und Mais.
Und wieviel Prozent des schweizerischen Gesamtanteils an biogenen Treibstoffen könnten mit der Gewinnung von Biosprit aus organischen Abfällen gewonnen werden?
Heute ist es erst möglich, dem Benzin ein Anteil von 10 Prozent von biogenen Treibstoffen beizumischen. Da sonst handelsübliche, nicht modifizierte Motoren nicht mehr mitspielen.
Für Blogger, Link zu diesem Beitrag:
Kein Durchstart mit neuen Teibstoffen:
www.bafu.admin.ch/dokumentation/uwmwelt/04668/index/html
Du hast absolut recht: Alle hier im Blog sind absolut fehlerfrei. So befindet sich unter meinem Schreibtisch, den ich selber aus Treibholz der Aare geschnitzt habe, ein Tretpedal, mit welchem ich die Energie für meinen PC generiere. Hin und wieder jucken mich beim Treten und Schreiben meine Unterhosen, welche ich aus Wolle von Helga, einem meiner Schafe draussen auf der Wiese, selber gestrickt habe. Und eigentlich sollte ich jetzt an der Überdachung meines Gartens weiterbauen, damit mein Bio-Gemüse nicht vom sauren Regen geschädigt wird…
Du schreibst u. a.: „Denn nicht mehr der Mensch alleine Entscheidet über gut und schlecht, richtig oder falsch, sondern eine äussere Kraft, welche er nicht zu Beeinflussen vermag.“
Was ist denn das für eine „äussere Kraft“? Meinst Du etwa mit „Mensch“ den menschlichen Verstand, das bewusste Denken und Handeln und meinst Du mit „äusserer Kraft“ den Instinkt, das unbewusste Denken und Handeln, quasi das Tier ins uns?
Wenn dem so ist, dann widersprichst Du Dir gleich im nächsten Satz: „Man kann sagen: Je mehr 'Mensch' im System, desto irrationaler das System.“ Wenn ich „Mensch“ mit „Verstand“ gleichsetze, wie oben angeführt, dann müsste das System doch eher rational sein.
Deshalb besten Dank für Deine Aufklärung zur „äusseren Kraft“. Wenn Du gleichzeitig noch in einem Satz definieren könntest, wie Du „Sozialismus“ und „Marktwirtschaft“ verstehst, hilft mir das vielleicht auch weiter, Dich besser zu verstehen.
Jetzt muss ich Schluss machen, denn meine Beine werden müde. Zudem muss ich die Sonnenkollektoren neu ausrichten, damit’s heute Abend für eine warme Dusche reicht… :-)
Freundliche Grüsse
Titus
Werden die Lebensmittel denn wirklich immer teurer, oder aber wird unser Geld einfach Wertloser?
Um das Problem der 'überteuerten' Lebensmittel zu lösen, muss man die Ursachen kennen. Es scheint mir aber, dass die Politik, bewusst, die wahren Ursachen verheimlicht.
Es geht eben um Wählerstimmen und da möchte die Politik nicht mit ihren staatlichen Zentralbanken, welche die Inflation anheizen, in Verbindung gesetzt werden. Man schiebt das Problem dann ganz einfach anderen unter.
Biotreibstoffe hin oder her. Das diese schlecht sind, wissen wir alle, einige wissen es schon länger, andere nicht. Aber der Staat ist eindeutig schuld an der Inflation und dem Wertzerfall des Geldes. Nicht die Wirtschaft und nicht die Biotreibstoffe, nein der STAAT und seine Zentralbank sind schuld am wertlosen Geld. Es sind also nicht die Lebensmittel die teurer werden.
Die Nachfrage in Schwellenländern hat gewiss einen Einfluss, doch inwieweit ist dieser Einfluss in unseren protektionistischen Agrarwirtschaften spürbar?
Mit ihren gut gemeinten Regelungen werden Sie und die Schweiz bestimmt nichts gegen die Inflation anhaben können.
Wenn doch der Anbau von Biotriebstoffen das wahre Problem wäre, hätte die Politik längst Quoten zum Anbau solcher Felder eingeführt und nicht etwa nutzlose Regelungen, welche Sie hier präsentieren.
Grüsse
Mr. Pink
http://www.novatlantis.ch/
Interessanter Lead und interessante Kommentare: Es ist eine Freude mitzulesen. Vielleicht haben wir, indem wir soviel Wertstoffe und Energie aus der Erde pumpen konnten, vergessen, dass jede menschliche (und tierische und pflanzliche) Wertschöpfung auf Kosten anderer möglicher Wertschöpfungen erfolgt. Auf Feldern, wo T-Shirts entstehen, wachsen keine Nahrungsmittel. Das Wasser, mit dem Kaffee bewässert wird, kann man nicht trinken. Der Hafer für das Pferd und der Mais im Tank wird hungernden Menschen vorenthalten.
Globalisierungskritiker werden beklagen, dass die Gier der einen die andern darben lässt. Globalisierungsbefürworter (ich zähle mich dazu) wünschen, dass irgendwann eine Wirtschaft mit gleichen Preisen und Chancen für alle entsteht. Beide müssen sich eingestehen, dass abschliessende Gleichheit und Gerechtigkeit nicht möglich sind.
@ Pink
Ihre Mitblogger werden Sie in der Luft zerreissen. Aber ich finde, Sie haben wieder eine interessante These abgliefert:
Wenn Dinge schief laufen, dann ist oft nicht zuwenig, sondern zuviel Menschlichkeit im Spiel. Es sind nicht mehr Fakten, die man erkennen und an die man sich anpassen kann, sondern Meinungen, die verbunden mit persönlicher oder systembedingter Macht, viel entscheidendere und länger dauernde Misstände bewirken können.
Nur mit Hilfe institutioneller Macht sind tiefgreifende Fehlleistungen möglich. AKWs gäbe es nicht, wenn nicht der Staat als ultimativer Garant seine schützende Hand darüber hielte. Quartierstrassen könnten nicht zu Durchgangsachsen werden und ruhige Hügellandschaften nicht zu Flugschneisen, wenn nicht der Staat die Regeln, die er zum Schutz aller aufstellte, zuungunsten einiger wieder aushebeln würde.
Eine perfekte Welt gibt es nicht. Aber das kleinkarierte Gerangel im Wettstreit der Ideen und im Markt der unterschiedlichen Interessen bewirkt oft weniger, kleinere und besser verteilte Schäden als der grosse staatsmännische Befreiungsschlag.
..
Im übrigen glaube ich immer noch, dass die Vision der 2000 W Gesellschaft in eine gute Richtung zeigt.
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gypt
Folgend ein paar Daten zu Agypten, unserem Kartoffellieferanten.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche (rund 3 % der Staatsfläche) ist auf das Niltal und das Nildelta sowie einige Oasen begrenzt. Die Bauern (Fellachen) bewirtschaften das Land mit teilweise jahrtausendealten Anbau- und Bewässerungsmethoden. Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Um die stark wachsende Bevölkerung zu ernähren, müssen große Mengen importiert werden – im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen Weizen aus dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut wurde. Dieses Problem wird sich auch nicht so schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr arid sind und kaum Wasserquellen für künstliche Bewässerung vorhanden sind. Der Assuan-Staudamm sorgte dafür, dass die Überflutung des Nil fast nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und wegen fehlendem Nilschlamm unfruchtbarer wurden, nun jedoch mehrmals im Jahr geerntet werden kann.
Die Außenhandelsbilanz ist schon seit Jahren defizitär. Die Einfuhren können bei weitem nicht durch die Exporteinnahmen finanziert werden, was zu einer enormen Auslandsverschuldung geführt hat. Importiert wurden 2004 Güter im Wert von 19,8 Mrd. US-$, darunter 18 % Nahrungsmittel, 17 % Maschinen und Fahrzeuge, 13 % industrielle Vorerzeugnisse, 11 % chemische Erzeugnisse, 8 % Rohstoffe und 8 % Brennstoffe.
Das Toshka-Projekt ist nicht nur in Ägypten heftig umstritten. Kritiker fürchten, die Böden in den bewässerten Gebieten könnten versalzen und somit unfruchtbar werden. Überhaupt gibt es über die Fruchtbarkeit der Böden in diesem Gebiet unterschiedliche Ansichten, eventuell muss also mit viel Kunstdünger nachgeholfen werden, um die gewünschten Erträge zu erreichen. Auch muss wegen des Projekts der Wasserverbrauch in den anderen Landesteilen verringert werden, da Ägypten nur eine begrenzte Menge Nilwasser, nämlich 55,5 Mrd. Kubikmeter jährlich, zusteht. Diese Menge wird schon jetzt überschritten, was zu Problemen mit anderen Nilanrainerstaaten wie dem Sudan führen kann.
Momentan (Ende 2004) sind sowohl Pumpstation als auch Kanal fertiggestellt, und einige Gebiete werden bereits bewirtschaftet, während andere noch vorbereitet werden. Hauptsächlich werden Tafeltrauben und Melonen angebaut, die wohl am profitabelsten sind. Bereits einen Markterfolg in Europa erzielt man mit der Kartoffel, die hier praktisch ständig anbaubar ist, sich also dem europäischen Saisongefälle entziehen kann. Auch scheint die Bodenqualität besser als erwartet zu sein. Allerdings sind unabhängige Informationen schwer zu erlangen, da Ägypten das Projekt als Prestige-Projekt betrachtet und wohl keine kritischen Fakten veröffentlicht.
Kritische Stimmen werden in der Öffentlichkeit nicht geduldet, sondern hart bestraft.
Es wird hier im Blog gegen überteuerte Nahrungsmittel angekämpft und nun soll die Schweiz eine Ladung billiger Kartoffeln aus Ägypten erhalten. Doch das stösst auf Gegenwehr.
Ist das etwa die Irrationalität von der ich gesprochen habe?
Zum Glück wird niemand gezwungen, die ägyptische Knolle zu Kaufen (jedenfalls nicht in unserer Marktwirtschaft).
Doch ich kann mir eben vorstellen, dass durch die von staatl. Zentralbanken herbeigeführte Inflation den Geldwert schon so stark entwertet hat, dass für viele Käufer schlussendlich der Herkunft gegenüber dem Preis die zweite Priorität auferlegt wird. Sprich, die Knolle wird trotz unseres rational denkenden Verstandes, welcher uns eigentlich vor dieser importierten, vorsaisonalen, weit gereisten Knolle warnt, in einem Akt der Irrationalität gekauft. Sind wir also etwa doch alle auch Egoisten? Ja. Und die Kartoffel aus Ägypten ist nicht das einzige Beispiel, welches uns des öfteren zu Egoisten verkommen lassen kann.
Ja jetzt wird gar im Blog gefordert, dass die Ägypter gar keine Kartoffeln anbauen und exportieren dürften. Sie, die Kartoffel, ist nämlich in Ägypten nicht landestypisch! Ist dies denn nun ein rationaler Gedanke? Für einen Ökomenschen der glaubt Rösti, und damit die Kartoffel, sei typisch Schweizerisch und nicht weiss das die Kartoffel eigentlich aus Südamerika stammt - Ja.
Der Import dieser exotischen Knolle hat ja in der Europäischen Geschichte schon so manchem das leben gerettet und sie gehört heute zu den Grundnahrungsmitteln, auch hierzulande. Warum sollte sie es also nicht auch in Ägypten so weit bringen? Und warum sollten nur auserwählte Länder Kartoffeln exportieren dürfen?
Ich bin mir aber sicher, dass die Bloger, welche ein Anbau- und Exportverbot von Kartoffeln in und aus Ägypten begrüssen würden, ihr Urteil auf einen aus ihrer Sicht rationalen und gar sozialen Gedanken abstützen. Ist aber dieser Gedanke aus anderer Sicht nicht eher egoistisch und unsozial?
Sind also viele Bloger hier, welche sich als so selbstlos, bescheiden, sozial, eben rational geben, vielleicht doch auch des öfteren eher egoistisch, unsozial, gierig, also irrational gegenüber anderen Menschen nur um ihre Forderungen durchzusetzen? Oder spielt Unwissenheit oft eine Rolle? Denn wer kann schon alles Wissen?
Dürfen die Ägypter nur von Saubohnen, Kohl und Hirse leben, also landestypischen Nahrungsmitteln, dann müssen wir Schweizer ab sofort nebst Kartoffel auch Traube, Kirsche, Weizen etc. aus der Schweiz verbannen.
Sind solche Forderungen also wirklich rational und zum Wohle der Menschheit und Natur? ...ich jedenfalls bin froh gibt es den globalen Handel.
Und als der erste Menschenaffe vom Baum herabstieg und seinen Fuss auf den Boden gesetzt hat, hat er nicht etwa zu sich gesagt:"Es ist ein kleiner Schritt für..." Nein er hat damit die Globalisierung ins Rollen gebracht. Auf seinen Wanderungen durch die Welt hat er Werkzeuge, Wissen, Kultur, Kunst etc. mit sich gebracht und verbreitet. Später hat er bestimmt auch Samen mit sich geschleppt und diese so verbreitet. Vielleicht sogar unbewusst, an seinem Fellschuh klebend über die Alpen neue Pflanzen eingeführt. Dann kamen die Römer und haben Kirsche und Weintraube in unsere breiten eingeführt. Die späteren Entdeckungsreisen über die Ozeane brachten wieder andere Pflanzen und Nahrungsmittel zu uns. Wie auch eben die Kartoffel.
Was ist also schlecht an ägyptischen Kartoffeln? Denn die geschilderten Probleme, welche in Ägypten herrschen haben rein nichts mit der Kartoffel zu tun.
Und bevor ihr vor Wut alle rote Köpfe kriegt, sollte euch eines stets Bewusst sein: Unsere Welt ist eine komplizierte kleine Knolle im Universum. Aber gibt es diese einmal nicht mehr, interessiert dies kein Lebewesen da draussen im All.
Freundlicher Gruss
Mr. Pink
@ U. Schäfer
Danke für ihr Interesse. Es freut mich, dass nicht alle versuchen, mich in der Luft zu zerreissen. Und ich bin froh, sind gerade Sie es, der sich über diese These Gedanken macht.
Wie viel Öl braucht der Mensch?
Diese Frage hätte ich hier gerne in den Raum gestellt:
Sind wir abhängig von der Droge Öl, oder betreiben wir einen vernünftigen Umgang mit einem Grundnahrungsmittel?
So abwegig das jetzt klingen mag - aber ich versuche eine Analogie herzustellen, einen Vergleich - zwischen Verbrennungsmotoren und dem menschlichen Kalorien-Verbrennungsorganismus:
A.Stäubli hatte uns erläutert, dass die Nahrungsmittel- und Energiepreise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben; dass der Hunger der Schwellenländer nach diesen Gütern noch nicht gestillt ist.
Mensch und Maschine, Organismus und Motor: sie scheinen etwas gemeinsam zu haben:
Den Energie-Hunger!
Bedroht uns eine Energiehungersnot?
In Zeiten der Lebensmittelknappheit wurden jeweils Lebensmittelskarten an die Bevölkerung verteilt: Sind wir bald reif für Energiemittel-Karten?
Ich möchte diese Frage nach dem Energie-Grundbedürfnis aufwerfen: So wie der elementare Hunger durch Grundnahrungsmittel gestillt werden kann (siehe Reservenahrung in Zivilschutzbunkern); so müsste es doch im energetischen Bereich etwas ähnliches geben, eine Parallele, da es sich ja bei beiden um Hunger handelt.
Wäre es da nicht an der Zeit, dass die Politik hier eine Unterscheidung träfe, eine Differenzierung? Eine Art von "allgemeinem Energiepegel", bei dessen Überschreitung ganz einfach ein anderer Tarif zur Geltung käme?
So dass dem Energie-Überverbraucher und Öl-Junkie eine andere Last auferlegt würde, als der Durchschnittsfamilie, welche diese selbe Last stetig steigender Engergiepreise zu schultern hat?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,548505,00.html
„Das internationale Finanzsystem stand offensichtlich viel näher am Abgrund, als selbst Experten wahrhaben wollten. Nach Überzeugung des ehemaligen Konzernchefs der Credit Suisse, Oswald Grübel, ist es sogar nur denkbar knapp dem Kollaps entgangen.“
Ich habe vor wenigen Tagen bereits geschrieben dass sich die Probleme die wir derzeit auch in der Schweiz haben vor allem im Themenkreis Ökonomie, Wirtschaftsethik subsumieren können.
Die Nahrung wird teurer, die Energie wird teurer, es wird teuer die CO2 Lasten abzubauen und nun kommt noch hinzu dass wir uns zusätzlich bald warm anziehen müssen. Billionen von Schweizer Franken werden dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden.
Daher wiederhole ich hier nochmals die Forderung an die Politik, sich unbedingt wieder in einer angemessenen Gesprächskultur (ja, auch Sie Herr Fulvio Pelli) mit dem Kernthema der Zukunft, der Wirtschaftsethik zu befassen. Ich warne davor hier in Links/Rechts Auseinandersetzungen zu geraten, denn ich denke es kommt eine Notsituation auf uns zu bei welcher wir alle zusammen arbeiten müssen.
Wie die Monetäre Wirtschaft jetzt funktioniert, so geht es nicht weiter. Das Beharren auf den langjährigen Westlichen Erfolg (den angeblichen Sieg über die Kommunistenregime) sind reine Blender vor der Wahrheit. Wahr ist es dass wir alsbald um die letzen Bodenressourcen kämpfen müssen, wahr ist es dass wir für die über 800 Millionen Menschen die bald ihre Nahrung nicht mehr bezahlen können aufkommen müssen.
Es ist auch Wirklichkeit dass Welt kaum auf eine solche Wirtschaftskrise vorbereitet ist bei der man nicht wieder aufbauen kann weil die Reserven der Erde ausgebeutet wurden. Es ist Wirklichkeit dass es in Italien begonnen hat dass alte Menschen ihren Lebensunterhalt aus dem Supermarkt stehlen müssen um nicht zu verhungern!
Die Zeit für den Spargang bei Politischen Entscheidungen muss vorbei sein. Leider ist es ebenfalls Wahr dass die Medienmanipulation neue Formen angenommen hat:
http://www.iht.com/articles/2008/04/20/america/20generals.php
Es soll mir kein Schweizer Spitzenpolitiker erklären dass solche Manipulation nicht auch in der Schweiz geschieht (Stichwort: CIA Flüge durch die Schweiz). Eine Form der Manipulation ist auch das Desinteresse von Studenten die später Presseberichte schreiben wollen. Wo sind die mutigen Berichterstatter, die Schweizer Pulitzer Berichte? Nirgends. Stattdessen findet im Schweizer Fernsehen ein Kampf zwischen Links und Rechts statt und es wird in die Kamera gelächelt wie die Mumie des Ramses. Es wird sich auf „Opfer“ wie etwa der gegangene Herr Marcel Ospel gestürzt ohne sich zu überlegen warum dieser Jahrelang gute Leistungen erbrachte. Warum sollte er plötzlich versagt haben? Liegt es nicht etwa an dieser Art von Wirtschaftssystem das wir haben. Nicht das ich Herr Ospel besonders mag, aber Sympathie und das Erfassen der Wirklichen Gründe für den UBS Kollaps ist ein Unterschied!
Ich fordere mehr Menschlichkeit und mehr Gesprächskultur, mehr das Wissen dass sich ein Gesprächspartner WIRKLICH bemüht Lösungen zu erarbeiten, Intellektuell zu sein und die Folgen der Arbeiten mit dem Gefühl zu verarbeiten, nicht den Blick auf die Parteietikette des Anderen geheftet.
Liebe Bloger, die Sozialdemokraten waren jene Partei die sich damals 1932 dem Faschismus widersetzen wollten, es kann also durchaus möglich sein das auch Heute ein Sozialdemokrat im Lande die Keime dieses Feindes der Gesellschaft zum ersten Mal vor den Anderen spürt.
Was ich jedoch Heute spüre, das ist die Triebfeder die zum Sozialdarwinistischen Verhalten führen kann. Es ist kein schönes Gefühl, aber ich bin es gewohnt Gefühle zuzulassen.
Was ich meine ist, die Debatten, geführt durch viele Bloger wie etwa Liza und Wachstumskritiker, ich möchte nicht dass die einmal mit hoher empathischer Leistung erreichten Überlegungen im Sande verlaufen und stattdessen draussen im Walde der Wolf zur Jagd ansetzt.
Wenn selbst der Josef Ackermann mit dem Hayek zusammen kommt um über Lösungen im Energiesektor zusammenzuarbeiten, dann können das auch die „7 Schlümpfe“ im Bundeslabor.
Unweigerlich dreht sich die Diskussion (erneut) um die Frage des „richtigen Systems“. Aufgrund der Herkunft und der Verwendung der fraglichen „Energieträger“ scheint mir das auch richtig zu sein. Ist es aber richtig, dass wir das heutige System in Frage stellen? Sollten wir nicht eher das in Frage stellen, woran wir glauben, weil ein anderer Glaube zu einer anderen Be-wert-ung führt und andere Werte zu einem anderen Handeln?
Bei allen Unterschieden auf dieser Welt zeichnet sich heutzutage ja immer mehr ein gemeinsamer Nenner ab: Der Glaube an die Wirtschaft, dessen System und dessen Funktionieren.
Die Wirtschaft soll Wohlstand bringen. Wohlstand macht glücklich. Wer sich glücklich fühlt, fühlt sich sicher. Und wer sich sicher fühlt, fühlt sich frei. Folglich macht Wirtschaftswachstum noch glücklicher und man fühlt sich noch sicherer und noch freier. Eine einfache Gleichung.
Die Sache hat nur einen Haken: Das menschliche Streben nach „mehr“ – und zwar dauerhaft. Das unterscheidet uns von der Tierwelt. Ein voller Magen und eine sichere Schlafstelle für die nächste Nacht reicht uns nicht wie dies z. B. bei einem Tiger der Fall ist.
Wir graben nach Wasser, um unseren Durst zu stillen. Obwohl wir weit genug gegraben haben, um den jetzigen Durst zu stillen, genügt uns das nicht. Wir graben weiter und weiter, denn je mehr wir finden, umso glücklicher, sicherer und freier fühlen wir uns. Und irgendwann stellen wir mit Schrecken fest: Da gibt’s nicht mehr. Aus. Vorbei. Fertig. Schluss.
Selbst wenn wir so tief graben, dass wir eines Tages alles Wasser dieses Planeten unser eigene nennen können, so müssen wir doch eingestehen, dass es irgendwann nicht „mehr“ gibt. Wir sind in materiellen Dingen mindestens einer räumlichen Beschränkung unterworfen.
Das menschliche Streben nach „mehr“ liegt tief in unseren Genen. Wir können es nicht ändern. Was wir jedoch ändern können ist die Sache, wonach wir streben. Wie vorgängig aufgezeigt, ist das Streben nach noch mehr Materiellen beschränkt. Darauf alle Karten zu setzen, um noch „mehr“ Glück, Sicherheit und Freiheit zu verspüren, hat somit keine Zukunft. Auch diese Gleichung ist einfach.
Unser Gesellschaftssystem ist zwar darauf ausgerichtet, unseren inneren Strebensdrang zu befriedigen. Dies jedoch immer nur im materiellen Sinne. So überrascht es nicht, wenn viele Schulabgänger zwar nicht richtig lesen können, aber dass sie nicht rechnen können, davon ist nicht die Rede. Seine Bazen zusammenzählen zu können haben somit auch die Betroffenen verstanden. Aber was bringt lesen schon für einen materiellen Nutzen?
Die Antwort zur letztgenannten Frage bringt uns in die Welt der immateriellen Güter. Lesen bringt Wissen. Wissen, was in der Welt so läuft. Wissen, was andere denken. Oder wissen, wie etwas funktioniert. Über etwas Bescheid zu wissen, regt auch zum Nachdenken an, erweitert unseren Horizont, bringt uns geistig und psychisch weiter. Auch das ist eine Eigenschaft, die dem Menschen vorbehalten ist.
Die rohstoffarme Schweiz baut stark auf dem Wissen auf, also auf einem immateriellen Gut. Betreiben wir damit Raubbau, wie dies bei materiellen Gütern der Fall ist? Nein, natürlich nicht. Damit zeigt sich eindeutig, dass das Streben nach „mehr“ Wissen, also nach einem immateriellen Gut, keinen Schaden anrichtet. Und: Währenddem man das materiell Errungene nicht mit anderen teilen will, ist es bei den immateriellen Errungenschaften wie z. B. dem Wissen durch Forschung genau umgekehrt: Schaut her, was ich herausgefunden habe. Es gilt das Prinzip: Der Applaus ist des Künstlers (oder des Forschers oder des Wissenden) Lohn.
Was ich mit diesem einen Beispiel aufzuzeigen versuche, ist, dass wir wegkommen müssen vom Streben nach primär materiellen Gütern hin zu einem Streben nach immateriellen Gütern. Denn: Die immateriellen Güter sind unerschöpflich, die materiellen jedoch nicht.
Natürlich füllt ein immaterielles Gut wie z. B. Wissen keinen Magen. Das Streben nach materiellen Gütern füllt aber auch nur bei 10 % der Weltbevölkerung ausreichend den Magen (oder eben den Tank). Es ist vielmehr eine Frage der Prioritätensetzung: Steht das Immateriellen oder das Materielle im Vordergrund? Zum Beispiel im Falle der „Tibet-Krise“: Stehen die (immateriellen) Güter wie Freiheit, freie Religionsausübung und Menschenrechte (wie z. B. freie Meinungsäusserung) im Vordergrund der Reaktionen der Weltgemeinschaft oder die (materiellen) wirtschaftlichen Handelsbeziehungen zu China? Die Antwort ist bekannt.
Ist es irrealistisch, dem Immateriellen dem Materiellen den Vorrang zu geben? Zur Beantwortung nur zwei Beispiele: Wenn sich zwei entscheiden, eine Ehen zu schliessen, so tun sie dies wegen der (immateriellen) Liebe und nicht aus (materiellen) wirtschaftlichen Überlegungen. Oder: Bundesrat wird man nicht wegen des Salärs. Wenn letzteres eine Rolle spielen würde, dann wäre der Posten des SBB-CEOs lukrativer ;-)
Fazit: Es gibt in unserer Gesellschaft durchaus Bereiche, wo das materielle Denken zweitrangig ist. Solche Menschen bezeichnet man dann etwas abwertend „Ideal-isten“. Von dieser Sorte gibt’s leider immer weniger. So werden Gemeinden auch deshalb fusioniert, weil sich keine Kandidaten mehr finden lassen, welche bereit sind, ihre Freizeit fürs Gemeinwohl einzusetzen. Schliesslich werden einem dabei ja höchstens die Ausgaben für die Briefmarken entschädigt. Würde indes ein Gemeinderat ein Monatssalär von CHF 10'000.— erhalten, gäbe es blitzartig zahlreiche Kandidaten. Der Gewählte würde dann aber nicht mehr aus einer Motivation „ich will Gutes tun fürs Gemeinwohls“ agieren sondern aus rein monetären Überlegungen. Wer so handelt, wer also den Stutz in den Vordergrund stellt, ist damit auch für Korruption anfälliger. Vorbei ist’s mit dem Gemeinwohl…
Der Glaube, dass unser Strebensdrang nur auf den materiellen, wirtschaftlich orientierten Bereich zu konzentrieren sei um glücklicher, sicherer und freier zu sein, ist falsch. Dieser Glaube hat keine Zukunft. Die Steigerung der immateriellen Güter ist hingegen unerschöpflich. Dieses Bewusstsein auf globaler Ebene zu verbreiten, sollte das Ziel sein. Fangen wir heute an, damit unsere Kinder sich morgen nicht mehr mit der banalen Frage beschäftigen müssen, wozu Lebensmitteln zu verwenden sind und ob sie aus dem eigenen Garten oder dem des Nachbarn kommen sollten…
Philosophische Grüsse
Titus
P.S. Die Forderung von Andreas Stäubli nach mehr Menschlichkeit verstehe ich als Forderung nach mehr immaterieller Orientierung.
Sie fordern mehr Mensch im System, also mehr Irrationalität. Und sie glauben darin die Lösung gefunden zu haben.
Politiker sind besonders gefährdet, irrational zu handeln, da sie stets ihre eigenen Interessen im Kopf haben (die Parteiideologie). Und es ist eben nur menschlich, das Eigeninteresse stärker zu Gewichten als etwa andere, oder gar Interessen die mit den Eigeninteressen konkurrieren (dieses Bevorzugen kann im Unterbewusstsein geschehen). Und genau das verlangen sie mit dem Zusammenschluss von Rechts und Links.
Ich glaube also kaum, dass uns die Politik, selbst bei einem Zusammenschluss von Rechts und Links, vernünftige und langfristig vertretbare Lösungen präsentieren kann. Beispiel Deutschland.
Als ich in einem vorherigen Beitrag von äusseren Kräften sprach, meinte ich in der Marktwirtschaft eigentlich Rezession, Depression, Inflation, Deflation... also Mechanismen die man langfristig nicht kontrollieren kann und welche dazu da sind, um die Wirtschaft wieder von ihren Exzessen zu bereinigen.
Warum aber hat die Politik kein Interesse an solchen in der Marktwirtschaft natürlichen, bereinigenden Prozesse und versucht diese mit aller Macht hinauszuzögern, oder gar zu verhindern (was zum Glück unmöglich ist)?
Nun ganz einfach. Geht es der Wirtschaft schlecht, verlieren viele Menschen ihren Arbeitsplatz, Geld, Ansehen, Hoffnung etc. Das sind alles frustrierte Wählerstimmen, die in der Politik die Fehler suchen. Und eines ist sicher: Die Politiker sehen in frustrierten Wählern ihre Macht gefährdet. Frustration bedeutet irrationales Handeln.
Und genau das geschieht im Moment auch. Die Politik versucht die Wähler bei Laune zu halten. Die Zentralbanken pumpen Geld in ein marodes Finanzsystem, welches eigentlich von seinen Exzessen bereinigt werden müsste.
Konsequenz ist eine unkontrollierbare Inflation. Die Bereinigung wird also kommen. Und zwar auf dem Umweg der Inflation. Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Lebensmittel teurer werden, sondern eben das Geld entwertet wird.
Doch je mehr der Staat und seine Zentralbanken eingreifen, desto weiter wird diese Bereinigung hinausgeschoben. Das heisst aber auch, dass die Bereinigung dann umso heftiger ausfällt.
Der Staat, seine Politiker (welche sie zur Hilfe rufen) und seine Zentralbanken Verschlimmbessern also die Lage zu deren eigenem Interesse und in der Hoffnung sie könnten die Situation bis zum nächsten wirtschaftl. Aufschwung hinauszögern und so vielleicht ihre Haut retten.
Aus Sicht der Politiker handeln diese äusserst rational. Aus meiner Sicht aber völlig irrational, unsozial und egoistisch.
Schönen Abend
Mr. Pink
Aber leider sind wir schon einige Dimensionen tiefer im Sumpf der Ungerechtigkeit. Die "Energiehungersnot" bedroht uns nicht, sie ist Tatsache.
Das Recht auf Nahrung ist seit 60 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, aber dieses Recht wird mit Füssen getreten.
Währenddessen leistet sich eine freche Minderheit Luxus in Form jeglicher erdenklicher Verschwendung. Und dies immer mehr auf Kosten Wehrloser.
Wir können es also vergessen, jeden Überkonsum proportional oder progressiv zu tarifieren, zu "bestrafen".
Wenn das Machtgefälle gross genug ist, kann sich jeder, wie täglich millionenfach bewiesen wird, auf Kosten anderer bereichern, und zwar ohne das moralische oder juristische Recht dazu zu haben.
Ich anerkenne das Leistungsprinzip, wonach der Arbeitssamere auch mehr vom Kuchen erhalten soll als ein Fauler. Das ist verkraftbar.
Aber leider will einfach der verdammte Kuchen nicht grösser werden.
Zudem wird das Leistungsprinzip nicht von Linken, sondern von der entfesselten "Markt"wirtschaft selber untergraben. Denn spätestens die Finanzmärkte haben es ad absurdum geführt! Am meisten verdient das Abzocker- und Spekulantenpack, das gar nichts arbeitet! Geldwerte scheinen sich nach alchemistischen Prinzipien zu vermehren, ohne dass jemand einen Finger krumm macht! Diese Verlogenheit und Verwerflichkeit treibt einem die blinde Wut in den Bauch.
Freiheit hört eben dort auf, wo die Freiheit des Nächsten tangiert wird, und in der globalisierten Welt ist uns jeder Buschbewohner der Nächste.
Wenn man das Geschrei jener hört, für die auch freies "Rumfahren" ein Menschenrecht ist, müsste man dieses Bedürfnis offenbar auch noch in die Menschenrechte aufnehmen. Dies würde den Mangel an solchen (ausgeglichen verteilten) Rechten mindestens verhundertfachen.
Miroschs (von Eco di Camedo wiederholte) Phrase "Rumfahren oder Rumhungern" ist ja nicht eine Auswahl, weil beides schlecht ist und beides Tatsache ist.
Wenn schon müsste man die Gretchenfrage abändern auf ein saloppes "Rumfahren oder Rumfressen?".
Auch Pink hat einige wertvolle Gedanken geäussert, wenn auch wie schon festgestellt leicht widersprüchlich oder nicht ganz zu Ende gedacht.
(Übrigens zum x-ten Mal, Mr. Pink: "Wir" Wachstumskritiker geben nicht "der Wirtschaft", wie du immer gerne pauschalisierst, die Schuld für viele Debakel, sondern "nur" deren Wachstumszwang!). In vielem bin ich mit Pink einverstanden.
Da wir bei der "Marktwirtschaft" bleiben wollen, muss man ihr tatsächlich mehr naturgegebene Regelmechanismen überstülpen (was nicht unbedingt menschgemacht oder staatsgemacht heissen muss!). Diese naturgegebenen Regelmechanismen werden heute eben vorsätzlich ausgeblendet, weil es Geschäftemacher, Fanatiker, Lügner und auch Politiker gibt, welche eine Mehrheit der Völker glauben machen können, damit stünden auch sie auf der Gewinnerseite, und all das gehe ohne Ausbeutung! Die Preise erzählen eben meist nicht die ökologische Wahrheit.
Es würde vielleicht bereits genügen, die Menschen und die Natur zu respektieren. Keinen Raubbau betreiben. Sich soweit zurückzuhalten, dass sie sich regenerieren kann.
Pinks "Bereinigung", die künstlich "hinausgeschoben wird, aber umso heftiger ausfallen wird", betrifft eben nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Ökologie!
Um die Marktwirtschaft sozial und ökologisch zu machen, bräuchte es tatsächlich noch globale, menschgemachte Regelmechanismen, nämlich:
- Verantwortung, also Haftpflicht;
- Transparenz, also Deklaration.
Beides fehlt heute grösstenteils.
Verantwortung
z.B. Haftpflicht:
Kein Privatversicherer weltweit wollte und könnte das Betriebs- und Entsorgungsrisiko der Atomtechnologie übernehmen. Bzw. kein Betreiber könnte sich die Prämien leisten. Bzw. kein Stromkunde sich Atomstrom, denn der wäre mind. 3-5Fr. pro kWh.
z.B. Subventionierung:
Abschaffung der Subventionen wird gefordert, aber dann bitte konsequent!
Hören wir sofort auf mit der gigantischen indirekten Subventionierung der Atomwirtschaft durch die Allgemeinheit und unsere 100 Nachfolge-Generationen!
Transparenz und Deklaration:
Niemand werde "gezwungen" (Pink), die Ägyptischen Kartoffeln zu kaufen. Sehr witzig, natürlich nicht mit vorgehaltener Waffe, aber vielleicht dank vorenthaltener Information!?!
Oder glaubt jemand im Ernst, dass Jumbo oder Aldi anschreiben werden, woher diese Billig-Kartoffeln stammen? Vielleicht Migros oder Coop?
Etwa so wie eine Coopfiliale letztes Jahr Bananen anschrieb: "Import". Aha! Sehr aufschlussreich, hab immer gedacht, Bananen wachsen auf dem Pilatus...
Oder dass in der Schweiz zwanzigtausend Tonnen Kartoffeln lagern, während die Bauern noch Frühkartoffeln bereitstellen? Sollen sie sie nach Ägypten exportieren???
Das Verschweigen. von Herkunft, Produktionsbedingungen und weiterer Faktoren ist ein marktfeindlicher Akt und mit Erpressung zu vergleichen.
Ich hoffe, dass es der Bauernverband schafft, in jedem Laden ein paar Bauern hinzustellen, welche den Leuten geradeheraus sagen, was diese Kartoffeln für einen Weg hinter sich haben und warum sie so billig sind, dann würden die Importeure (wer ist das eigentlich?) in die Röhre gucken.
Globalisierung:
Globalisierung ja, aber bitte konsequent:
Bitte sagt nicht einfach, ich bin für oder gegen die Globalisierung. Ich bin bzw. wäre auch für die Globalisierung, aber was stattfindet, ist nur eine wirtschaftliche Globalisierung. Und sie allein hat mehr Nach- als Vorteile.
Warum sollte ein polnischer Erdbeerzüchter in Konkurrenz treten müssen mit einem spanischen, wo sie doch ganz unterschiedliche Bedingungen haben? Wer nur die Wirtschaft globalisiert, ist dumm und handelt gefährlich.
Den Handel und die Finanzströme kann man globalisieren, nicht aber die Menschen, das Klima(!), die Wasserverteilung, die Nationalstaaten, die politischen Systeme, die Religionen, die Werthaltungen, die Kulturen, usw.!
Wachstum macht alles zunichte.
Das theoretische Potential biogener Treibstoffe ist nur ein kleiner Teil des momentanen globalen Energiehungers. Letzterer ist schon heute zu gross und wächst offenbar ständig.
Und auch falls wir es tatsächlich schafften, auf nachhaltige Weise einen Bruchteil der Erdölvernichtung durch biogene Treibstoffe zu ersetzen, so wird dieser "Erfolg" in kurzer Zeit durch die globale Zunahme (oder sollten wir eben Tsuname schreiben?) des Verbrauchs aufgetilgt sein.
Ihr werdet sehen. Aber es wird zu spät sein.
„Die Forderung von Andreas Stäubli nach mehr Menschlichkeit verstehe ich als Forderung nach mehr immaterieller Orientierung.“
Das hätte ich besser nicht formulieren können. Es ist genau das was ich anstreben möchte.
Die Immaterielle Orientierung muss auch in seiner Monetären Wertigkeit der Materiellen Arbeitsleistung gleichgesetzt werden. Damit beklage ich etwa den Unsinn, etwa beim Filmschaffen, vor allem auf die Verkaufschancen zu setzen.
Auch hier ist unser Wirtschaftssystem im Wege. Der Kapitalmarkt dünnt unsere Menschlichen Eigenarten aus und vernichtet die Möglichkeit zu neu entstehender Kultur.
Herr Pink,
Wenn ich sage dass Links und Rechts zusammen arbeiten sollen, dann meine ich das anders als Sie befürchten. Es geht um die Gesprächskultur und nicht darum gleicher Ansicht zu sein.
Vielleicht kennen Sie den Film ‚der grosse Diktator’ von Charlie Chaplin. Dort wird schön gezeigt welche Gesprächskultur ich sicher nicht meine. Tendenzen in der Schweiz sehe ich allerdings in dieser Richtung am aufkommen.
Wenn der eine Spitzenpolitiker „Sauerkraut“ poltert und ein anderer „Stunk“, dann wird die Politische Orientierung in der Demokratie gefährdet. Werden Abstimmungsergebnisse angezweifelt und Menschen in ihren Gefühlen nicht ernst genommen, dann gewinnt schliesslich immer irgendwelche Diktatur.
Es geht um den Erhalt des Respekts voreinander. Als Beispiel für Respektlosigkeit sehe ich etwa den Kommentar von Christoph Blocher zu der Demo vor dem Bundeshaus, dass seine Leute am Freitag arbeiten würden.
Ich bezweifle nicht das Rechtspolitiker auch ernstzunehmende Ängste um unsere Gesellschaft haben, dass ihr Wille zu Änderungen im Kern des Gefühls gut gemeint sind und man damit Respektvoll umgehen und ihnen antworten muss. Diesen Respekt fordere ich aber auch in der anderen Richtung.
Titus hat es richtig aufgefasst:
„.., dass wir wegkommen müssen vom Streben nach primär materiellen Gütern hin zu einem Streben nach immateriellen Gütern.“
Ich glaube aber auch dass das Streben nach Immateriellen Werten auch Mägen zu füllen imstande ist, weil es dafür sorgt dass die Umverteilung von Arm nach Reich gestoppt wird.
Eine gute Gesprächskultur und das Streben nach Immateriellen bzw. Menschlichen Werten kann tatsächlich verursachen dass mehr Menschen zufrieden und Glücklich sind und dass so sich jeder stets und immer die Grundnahrung zum Leben erarbeiten kann.
Gegenseitiger Respekt sorgt für Empathie und zur Empfindsamkeit gegenüber dem Leid ungerecht behandelter Menschen. Gegenseitiger Respekt stärkt die Qualität von linker wie rechter Politik gleichermassen.
Respekt unter den Spitzenpolitikern sorgt dafür dass Wähler Sachbezogener wählen können, weil sie vom Ballast des Gepolters und den egozentrischen Spielchen verschont werden.
Versuche doch bitte einmal mir zu erklären wie Du bei Atomstrom auf 3 CHF/kWh kommst. Oder gib mir bitte die Quelle oder den Link an, falls Du dies einfach abgeschrieben hast. Danke.
2008-04-20 23:58:40
Toll!
Die letzten Beiträge sind eine wahre Bereicherung.
Es wird sogar konsequente Globalisierung gefordert. Dazu möchte ich folgende Fragen aufwerfen. Wer hat die Macht um Länder am globalen Handel teilnehmen zu lassen, oder diese Auszuschliessen? Wer entscheidet, welche Länder in den 'WTO- Klub' aufgenommen werden, oder eben nicht? Sind es nicht unsere Politiker mit ihren Verträgen, welche bestimmen wer denn nun mit wem Handel betreiben darf? Also bestimmen nicht gerade sie, wer vom Welthandel profitiert und wer nicht? Ich sehe darin etwas sehr unsoziales und ungerechtes.
Lieber Herr Stäubli, machen sie sich mal darüber Gedanken.
Und liebe Kollegen. Egal was für ein System (wirtschaftlich od. politisch) wir haben, oder aber in Zukunft haben werden - Es wird immer Menschen geben die versuchen werden, dieses System zu untergraben, davon zu profitieren, Eigennutzen daraus ziehen, Systemlücken ausnutzen etc. DAS IST EBEN MENSCHLICH. Und genau darum gibt es kein perfektes System. Weder die Marktwirtschaft, noch ein sozialistisches System, oder sonst ein System wird jemals perfekt sein. Wer glaubt er könne die Gier, den Egoismus, die Irrationalität etc. aus dem Menschen austreiben, der IRRT. Genauso wenig kann man Bescheidenheit, Rationalität, Selbstlosigkeit etc. aus ihm verbannen. WIR SIND EBEN ALLE ALLES und das ist eben menschlich.
Zu meinem Leid gilt dies eben leider auch für politische Systeme. Es wird immer Korruption, Lüge und Heuchelei geben.
Und aus oben genannten Gründen ist es eben nur ratsam, wenn sich Menschen aus den Mechanismen des Systems fern halten.
Würde man aber die Politik von dieser Welt verbannen, könnten wir ohne weiteres auf dieser Erde weiterleben (das heisst nicht die Abschaffung eines Rechtsstaates!).
Würde man aber die Marktwirtschaft aus der Welt verbannen, bin ich überzeugt, dass Menschen sofort wieder untereinander anfangen würden Waren und Dienstleistungen auszutauschen. Und dieser Austausch würde schnell wieder zu einem globalen Handel anwachsen.
Und um zu Leben braucht der Mensch schliesslich 'nur' Nahrung, ein Dach über dem Kopf und Kleidung. Nichts davon hat mit Politik zu tun. Ich sehe deshalb in der Politik nur Irrationalität.
Bezüglich immaterielle und materielle Orientierung:
Ich möchte hier doch darauf hinweisen, dass die meisten Menschen sich doch eher nach immateriellen Dingen orientieren, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Geld (also materieller Wert) ist halt oft der Weg der zu diesem Ziel führt, oder aber ein auftretender Nebeneffekt.
Übrigens: Was könnte z. B. das Ziel eines Politikers sein? Macht, Einfluss, Status etc.
Das sind alles immaterielle Orientierungen. Das heisst aber noch lange nicht, dass dieser Mensch deshalb besser ist, als einer der nur nach Geld strebt. Im Gegenteil.
Und was könnte das Ziel eines Top- Managers sein? Ansehen und Respekt.
Aber würde er seine immateriellen Ziele erreichen, würde seine Unternehmung zugrunde gehen? Würde er beim Ruin seiner Unternehmung nicht nur den erwünschten Respekt und das erwünschte Ansehen gegenüber seinen Angestellten verlieren, sondern auch gegenüber der Gesellschaft?
Materielle Werte spielen eben oft eine untergeordnete Rolle. Sie treten beim Top- Manager als angenehme Nebeneffekte auf.
Und das streben nach immateriellen Werten ist gewiss kein Garant für ein 'besseres' oder 'gerechteres' Leben, wie das obige Beispiel am Politiker aufzeigt.
Und eines möchte ich noch allen Sozialisten sagen (oder jenen die sich mehr Sozialismus statt Marktwirtschaft wünschen):
Die einzige Triebfeder im zentralverwalteten, monopolistischen Sozialismus, welche diesen zu Höchstleistungen getrieben hat, war ironischer Weise das Konkurrenzdenken mit dem marktwirtschaftlichen Westen.
Für mich ist also klar: Besseres, gerechteres Leben kann nicht durch mehr Politik oder Staat herbeigeführt werden. Im Gegenteil.
Werden wir also alle erwachsen und lernen die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
In diesem Sinne, Gruss
Mr. Pink
@ Herr Stäubli: Ich bin mit ihrer Theorie über die Gesprächskultur einverstanden. Jedoch sollte man dies nicht überbewerten. Denn durch Reden allein sind noch keine Taten vollbracht.
Es ist mir schleierhaft wie ich NOCH deutlicher machen soll, welche Teile in meinem Text Zitate sind und woher sie stammen.
Jeder Textabschnitt den ich zitiere, also nicht selber gedacht und geschrieben habe, ist mit dem entsprechenden Link versehen. Zudem markiere ich diese Textabschnitte noch mit „Zitat“ und „Zitat Ende“, damit auch wirklich alles klar deklariert ist.
Die Diskussion gefällt mir wirklich. Ich finde auch, dass Sie hier viel differenzierter argumentieren als auch schon.
Für mich war der Ausgangspunkt der Hinweis im Lead, dass die Verwendung von Nahrung zur Fortbewegung etwas ganz Grundsätzliches ist, unabhängig davon ob der Esser jetzt ein freier Jäger oder Bauer, ein rudernder Wikinger, Galeerensklave oder Rikschafahrer, ein Reit- oder Zugpferd oder ein Bioethanolauto ist. Tatsächlich, vor der ersten Kohle und der ersten Dampfmaschine gab es mit Ausnahme von Segelschiffen und Flössen keine Fortbewegung ohne Nahrungsmittelverbrauch. Konnte es sein, dass wir dies, begünstigt durch die für eine kurze Zeit in der Menschengeschichte verfügbaren fossilen Energiequellen, vergessen hatten ?
Ich finde die Vorstellung, dass jemand mit der Tortilla im Tank zum Feierabendtennis fährt, auch unappetitlich, aber ist es etwas anderes als wenn jemand auf einem glänzenden Haferbauch ausreitet ? Und ist es nicht eine noch viel grössere Verschwendung oder ein noch grösseres Unrecht, wenn mit Nahrungsmitteln Tiere gemästet und Hühner gefüttert werden, deren Fleisch und Eier wir dann verspeisen, während andere hungern ? Können wir Biosprit verdammen ohne gleichzeitig die Haustiermast anzuprangern ?
Das "Recht auf Nahrung" finde ich etwas ganz schwieriges, da es, ganz auf der Linie von Pinks interessantem Gedankengang, einen sehr wohl verständlichen und auch begrüssenswerten Menschenwunsch formuliert, von dem aber nicht klar ist, ob er in der realen Faktenwelt durchgesetzt werden kann. Eigentlich finde ich, der Staat (die Gemeinschaft der Menschen) sollte nur verbieten, was zu unterlassen, aber nicht gebieten, was durchführen ist. Dies sollte er dem einzelnen (dem freien Markt) überlassen.
Er könnte also, unter Androhung der Enteignung, verbieten, fruchtbares Land brach liegen zu lassen oder, unter Androhung einer Entwicklungshilfesteuer, verbieten, Lebensmittel in Treibstoff zu verwandeln, solange es Länder gibt, in denen gehungert wird.
Dass Sie Ihre Wirtschaftswachstumskritik (würden Internetanschlüsse in Tibet dazugehören ?) auf eine Wachstumszwangskritik reduzieren freut mich. Aber wer übt diesen Zwang aus, die Samen, die in Überzahl über die Löwenzahnwiesen fliegen, die kleinen Bäume im Wald, die verzweifelt versuchen ein Stück freien Himmels zu erhaschen, oder die Wirtschaftführer und Banker, die jedes Quartal noch verrücktere Zahlen postulieren ? Zeigt nicht die Kreditkrise, dass sie diesen vermeintlichen Zwang zwar herbeireden, aber nicht wirklich herbeiführen können ?
Auch hat mich gefreut, dass Pink den Menschen als globalisiertes Wesen schlechthin definiert. Warum regen wir uns über etwas auf, was unsere ureigenste Begabung ist ? Besagt nicht die Theorie der Artbildung, dass Arten, die sich nicht mehr mit ihren Verwandten fortpflanzen können, in Gebieten mit geschlossenen Grenzen, die sie nicht überwinden können, entstehen ? Mich freut es, dass dies den Menschen erspart blieb, dank ihrer Hartnäckigkeit, immer wieder die Grenzen zu überwinden und global tätig zu sein.
Es gibt zuviel zu tun.
...
Finden Sie übrigens nicht auch, dass Schweizer Kartoffeln und Erdbeeren und badische Spargeln einfach viel besser sind ? Zum Teufel mit der Moral. Wir warten doch aus purem Egoismus.
Sie schreiben:
„Ich möchte hier doch darauf hinweisen, dass die meisten Menschen sich doch eher nach immateriellen Dingen orientieren, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Geld (also materieller Wert) ist halt oft der Weg der zu diesem Ziel führt, oder aber ein auftretender Nebeneffekt.“
Das haben Sie offenbar falsch verstanden was Titus und ich meinen. Es geht darum dass sich die Wirtschaft selbst mehr an Immateriellen Werten orientiert und das auch honoriert. Das der Mensch 'an sich' bereits ein an Immateriellen Menschlichen Werten orientierendes Wesen ist, das ist ja das gerade „das Problem“. Maschinenmenschen hätten mit unserem Wirtschaftsmodell kaum Mühe.
Der Schlüssel unseres Wirtschaftsmodells (die Spekulationsblase) passt derzeit nicht zum Schloss Mensch weil das Modell sich einseitig am Wachstum orientiert und die Immaterielle Geistige Arbeit des Menschen (zum Beispiel Kultur) zuwenig bezahlen will.
Hätten wir Menschen ein Grundeinkommen, dann wäre das bereits viel besser als jetzt. Damit würde gleichzeitig die Immaterielle Wesensart des Menschen Monetär gegenüber der materiellen Arbeit aufgewogen.
Die grundsätzliche Existenzsicherung erlaubt an sich die Arbeit an kulturellen Werten durchzuführen. Diese Leistung an die Gemeinschaft müssen wir sowieso erbringen, wenn wir niemanden verhungern lassen wollen.
Sie sehen dies aus meiner Sicht verkehrt rum, sie stellen die Wirtschaft vor dem Menschen in den Mittelpunkt. Wenn der Mensch etwas ‚erreichen’ will, dann muss er sich gemäss ihrer Vorstellung den Bedingungen der Wirtschaft fügen (auch wenn er Immaterielles anstrebt). Leider ist das Wirtschaftsmodell aber Materialistischer Natur.
Das Modell muss sich dem Humanen fügen, oder es nennt sich aus meiner Sicht Sozialdarwinismus. Der Mensch muss sich Heute nur schon für das reine Überleben, sich der Spekulation in der Wirtschaft, dem Wachstumsdruck unterwerfen. Damit schädigt der Mensch ohne dass er das will die Nachhaltigkeit und betreibt Raubbau an den Ressourcen.
In meinem Kommentar weiter unten spreche ich davon, dass wir den menschlichen Strebensdrang nach immer „mehr“ wohl besser auf immaterielle statt auf materielle GÜTER richten sollten und nicht auf die immateriellen/materiellen WERTE. Die „immaterielle Orientierung“ habe ich daher im Kontext der Güter und nicht der Werte geäussert. Die beiden sollten nicht miteinander vermischt werden.
Freundliche Grüsse
Titus
2008-04-17 17:48:41
“ … Eine KW/h Strom aus Kohle, oder Nuklearkraft ist num mal viel billiger als Solarstrom und hängt von vielen vielen Faktoren ab …“ schreiben Sie.
Korrekterweise müssten Sie schreiben: Ein kWh Strom aus Atomkraft WIRD NUN MAL VIEL BILLIGER VERKAUFT als Solarstrom und das hängt von vielen Faktoren ab …
Das ist keine Haarspalterei. Es ist nämlich nicht gleichgültig, ob etwas faktisch billig (preisgünstig) ist oder ob es nur billig erscheint, weil die tatsächlichen Kosten nicht im Preis enthalten sind.
„Also so daneben liegt er mit mindestens 2 Argumenten nicht … Den Platzbedarf und die Wettbewerbsfähigkeit ist aber genau das heutige Problem wieso es immer noch happert…“ Schreiben Sie.
Ich habe genau das Platzargument, das Sie als eines von 2 berechtigten Argumenten nennen, bei meiner Aufzählung der zum Schreien komischen Argumente nicht aufgeführt, weil ich es ebenfalls als teilweise berechtigt betrachte. Aber - brauchen Atomkraftwerke etwa keinen Platz?
Damit bleibt noch das 2. von den 2 Argumenten, die Sie als richtig beurteilen: die Wettbewerbsfähigkeit. Ist es sinnvoll die Preise von zwei identischen Produkten, welche aber aufgrund völlig unterschiedlicher Rahmenbedingungen unterschiedliche Preise haben, miteinander zu vergleichen - und jenes Produkt mit den schlechteren Rahmenbedingungen als nicht wettbewerbsfähig zu taxieren?
Ich nehme an, dass die Fragen, die Sie bezüglich Stromnetz ansprechen, lösbar sind. Ich bin übrigens eine Verfechterin dezentraler regionaler Stromversorgung. Das heisst Stromproduktion je nach vorhandenem Energieträger: in meiner Region z.B. Wasser, Sonne und Wind.
Zur Stromproduktion mittels Atomkernspaltung habe ich mich schon früher geäussert. Ich halte sie für keine gangbare Option.
Wenn der Krug kippt, ist es immer auf die falsche Seite ...
@ alle BlogleserInnen
Im heutigen Interview mit dem Tages-Anzeiger betont der scheidende Deza-Direktor Walter Fust:
"Die gegenwärtige Hungerdebatte ist nicht neu. Unter den verschiedenen Ursachen wird die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu wenig beachtet. Sie ist in ihrer Wirkung fast so schlimm wie Korruption. Es gib immer mehr Leute und Organisationen, die ein Interesse daran haben, dass die Nahrungsmittelpreise steigen. Wenn die Regierungen da nicht konsequent eingreifen, gibt es noch mehr Hungersnöte."
Eine der zur Tat aufgeforderten Regierungen befindet sich übrigens in Bern. Die Schweiz ist eine der wichtigsten Drehscheiben der internationalen Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln.
ECO DI CAMEDO
Sorry. Du hast alles richtig gemacht.
Andererseits: Viele schreiben ab. Du schreibst in diesem Falle Solarpeace ab. Solarpeace wiederum schreibt Greenpeace ab (oder anderen). Die wiederum schreiben auch vieles ab. All diese Abschreiberei macht die Sache kaum besser. Viele falsche Argumente werden auch nicht dadurch wahr indem man sie so oft wie möglich zitiert und verbreitet.
Ganz sicher schreibt Greenpeace aber nicht bei Patrick Moore ab, einem ihrer Gründer. Sie zitiert ihn auch nicht. Der nämlich ist bei der Kernenergie schon vor vielen Jahren vom Saulus zum Paulus geworden. Da Du ja viel suchst und liest um zur "Wahrheit" in diesen Fragen zu gelangen rate ich Dir - im Sinne der notwendigen Ausgewogenheit - bei Gelegenheit die Aussagen von Moore zu lesen (beispielweise im Tagi Magazin Nr.10, März 2007)
Vielleicht sagst Du mir ja freundlicherweise auch ob Du von Moore schon gehört hast oder gar dessen Argumente gelesen hast.
Ich hatte eigentlich schon einen Beitrag verfasst, werde diesen aber vorerst noch nicht veröffentlichen, da ich doch zuerst näher auf diese immateriellen Güter (oder Werte) eingehen möchte.
In der Tat verstehe ich wohl nicht genau, was denn Titus mit der Orientierung auf immaterielle Güter meint. Herr Stäubli verwendet dann wiederum die Worte:"immaterielle Werte" in seinem letzten Beitrag. Es scheint mir, wir sprechen alle von drei verschiedenen Dingen, zumal Titus eben nicht von Werten spricht. Ich und Herr Stäubli jedoch schon und doch meinen wir nicht die selben Werte.
Nach meiner Interpretation ist ein immaterielles Gut eine Dienstleistung...
Vielleicht, lieber Titus, erklärst du mir einfach selbst, was du darunter verstehst.
Und vielleicht machst du und Herr Stäubli gleich einige konkrete Vorschläge und Beispiele, welche immateriellen Güter die Politik denn Einführen sollte. Und vor allem hätte ich gewusst, wie denn diese Orientierung auf immaterielle Güter durchgeführt wird.
Das mit dem Grundeinkommen leuchtet mir ein Herr Stäubli. Aber es ist eben wie ich es geschildert habe. Das materielle Ziel dient nur zur Erreichung des höheren immateriellen.
Ausserdem möchte ich noch zwei Dinge hinzufügen (vielleicht helfen euch diese, etwas präziser oder sorgfältiger die immateriellen Werte/ Güter auszuwählen):
1) Makroökonomische Ziele werden von der POLITIK gesetzt. Also BIP- Wachstumsraten, Arbeitslosenzahlen...
Somit muss die Politik die Rahmenbedingungen anpassen um die von ihr gesetzten Ziele zu erreichen.
Die Unternehmen nutzen lediglich die veränderten Rahmenbedingungen, um wiederum ihre Ziele zu erreichen.
Man muss also Makroökonomie und Mikroökonomie trennen um Ursachen zu erforschen. Und man muss verstehen, welche Folgen die Änderung von makroökonomischen Rahmenbedingungen in der Mikroökonomie haben.
2) Und bei eurer Zielsetzung solltet ihr berücksichtigen, dass AHV, IV, der ÖV, die Bildung, Forschung und Entwicklung und überhaupt alles subventionierte vom wirtschaftlichen Erfolg eines Landes abhängt.
Denn theoretisch kann nur soviel verteilt werden, wie auch rein kommt.
Die Inflation verrät uns hier aber eine andere Wirklichkeit. Wie lange das wohl noch gehen mag?
Und nur mal so zum Nachdenken:
Zur Entrichtung nahezu jeder noch so kleinen, unbedeutenden Tätigkeit in nahezu jeder noch so kleinen, unbedeutenden Unternehmung bedarf es der entsprechenden Qualifikation, also eines Spezialisten.
Anführer (Politiker) eines Landes kann jeder werden.
Es grüsst
Mr. Pink
Beitrag vom 2008-04-22 11:25:39
„… Du schreibst in diesem Falle Solarpeace ab…“ schreiben Sie.
Ist „abschreiben“, beziehungsweise zitieren schlecht oder falsch? Wissen Sie über alles worüber Sie sprechen selber Bescheid? Ich jedenfalls weiss nicht alles, ich bin auf Aussagen von Fachleuten angewiesen.
„ …Viele falsche Argumente werden auch nicht dadurch wahr indem man sie so oft wie möglich zitiert und verbreitet…“
Genau! Eine Lüge bleibt Lüge, eine Wahrheit bleibt wahr, wie oft man sie auch wiederholt. Das Problem ist, diese beiden Dinge unterscheiden zu können.
Ich habe das Interview vom 20.3.2007 mit Patrick Moore gelesen. Als Argument für seinen Gesinnungswandel gibt er an, dass er es satt hatte, immer nein zu sagen und nicht mehr hinter der Kompromisslosigkeit von Greenpeace stehen wollte. Beides sind Gründe, die rein persönlicher Natur sind und nichts mit den Fakten der Umweltprobleme zu tun haben. Besonders störend empfinde ich seine Aussagen: „Tschernobyl ist kein Argument gegen heutige Reaktoren.“ und „Nach dem offiziellen Uno-Bericht gab es insgesamt 56 direkte Todesopfer.“ Er übernimmt die Zahlen des offiziellen Uno-Berichts, welche von vielen Institutionen widerlegt werden. (Auch Herr Moore ist offensichtlich auf Informationen anderer angewiesen.)
Zu diesem Thema sei empfohlen: http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atomkraftwerke/artikel/russisches_atom_roulette_in_osteuropa/
Risikoreaktoren in Osteuropa
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atomunfaelle/artikel/greenpeace_report_die_verleugneten_opfer_von_tschernobyl/
Daten über Folgen vom Reaktorunfall Tschernobyl
Weitere interessante Links zum Thema Energie:
http://www.greenpeace.ch/fileadmin/user_upload/Downloads/de/Energie/2006_Bro_ZF_Energieperspektive2050.pdf
Studie Energieperspektive 2050
http://www.wendezeit.ch/wahre-kosten-atomstrom-versicherung-akw
die wahren Kosten von Atomstrom
http://www.wendezeit.ch/kernkraftwerke-strom-kosten-neue-atomkraftwerke
Kostenberechnung Strom aus neuen AKW’s
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/risiko_atomkraft_2007.pdf
Zu: Atomland Deutschland; Atomkraft – Energie ohne Zukunft; Uran: endlicher Rohstoff, unendliche Probleme etc. etc.
Und für diejenigen die merken, dass nicht die lückenlose Versorgung mit Strom und Sprit das Wesentliche im Leben ist:
http://www.wendezeit.ch/grundlagedesseins.html
Interessantes zu Sinn des Lebens, persönliche Entwicklung, Verantwortung etc.
ich schreibe weder ab noch nach, sondern frisch von der Leber weg, werde aber heute auch einmal etwas länger.
Plötzlich ist die Nahrungsmittelkrise ein Thema, als ob schon einmal alle Menschen der Erde genug zu Essen gehabt hätten…?
Spekulation, Unwetter, Dürren, Bevölkerungswachstum, Biodiesel, all dies sind NEBENGRÜNDE für die aktuell verschärfte Nahrungsmittelkrise. Doch tretet doch mal ein paar Schritte zurück und schaut euch das Ganze aus Distanz an:
Über viel Jahre, Jahrzehnte, waren Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt sehr billig. Warum? Weil die Nationen mit grosser Produktion (Kanada, USA, Australien, ect.) die „Überschüsse“ verbilligten um sie auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Dieser Weltmarktpreis war also über Jahrzehnte tiefer als die Produktionskosten, selbst in den Entwicklungsländern! Die Landwirtschaft in eben diesen armen Ländern ist daher auf die Produktion von „Luxusgütern“ für den Export ausgewichen. So werden heute Kaffee, Kakao, Zucker, Zitrusfrüchte und nicht zuletzt auch Baumwolle für den Export in die reichen Länder angebaut. Dazu schreckt man auch nicht zurück, grosse Flächen Regenwälder abzuholzen. Die Produktion von Grundnahrungsmitteln ist aber wegen dem zu tiefen Weltmarktpreis zusammengebrochen. NUR IN LÄNDERN, WO DIE LANDWIRTSCHAFT MITTELS ZÖLLEN VOR DEN RUINÖSEN WELTMARKTPREISEN GESCHÜTZT WURDE, FUNKTIONIERT DIE LANDWIRTSCHAFT NOCH. Das schlimmste mir bekannte Beispiel ist Afghanistan. Da lieferte über lange Zeit die UNO das Getreide so billig an die Mühlen, dass selbst die extrem billig arbeitenden Bauern in diesem armen Land nicht mehr konkurrenzfähig waren! Bekanntlich sind diese ja in der Folge auf Drogenproduktion umgestiegen…!!
Nun ist eben dieser Weltmarktpreis aus oben genannten Gründen stark gestiegen, die armen Menschen in der 3. Welt können sich kaum mehr Grundnahrungsmittel leisten. Und was fordern nun die mächtigen, zum zerplatzen reichen Handelsorganisationen?! Man soll die Zölle abschaffen, damit die Hungernden noch besser Nahrung zu den satten verkaufen können, anstatt in den armen Ländern die Produktion von Nahrung für die eigene Bevölkerung wieder zu fördern! (Die Schweiz importiert gerade Kartoffeln aus Ägypten….!!!)
WANN WIRD MAN ENDLICH INNE HALTEN AUF DIESEM FATALEN IRRWEG DER GLOBALISIERUNG?
Ich sehe ihre Sicht der Dinge etwas anders.
Die Nahrungsmittel sind, oder waren auf den Weltmärkten wegen den hohen Subventionszuschüssen der Industrienationen zu billig. Leider konnte uns der Wohlstand dies erlauben und die Preise entsprechen, oder entsprachen deswegen nicht dem Weltmarkt. Der Markt ist verzerrt!
Ausserdem glaube ich eben generell, dass der Wertezerfall (Inflation) des Gelds einen grösseren Einfluss auf die Preise hat, als man dies zugeben möchte.
Es grüsst
Mr. Pink
http://atomenergie.googlepages.com
da die Atomenergie lediglich mit 2.1% zum Weltenergiebedarf beiträgt, kann sie gar nicht einen entscheidenden Beitrag zur Treibhausgasreduktion leisten, selbst wenn sie treibhausgasfrei wäre - was sie ja erwiesenermassen ohnehin nicht ist und zukünftig noch weniger sein wird. Treibhausgasausstoss
Da die bekannten, abbaubaren Uranreserven zudem für lediglich 80 Jahre (gemäss IAEA) bei konstantem Verbrauch ausreichen und momentan 50% mehr Uran verbrannt als abgebaut wird, ist eine Erhöhung des weltweiten Atomenergieanteils am stets wachsenden Gesamtweltenergiebedarf kaum umsetzbar.
Der Patrick Moore ist offensichtlich entweder faktenresistent, bezahlt, geistig verwirrt oder schlicht ein Lügenbold.
Denn wenn er tatsächlich Ja zur Treibhausgasreduktion sagen möchte (und auf Neins verzichten), dann könnte er ja Ja zur:
Effizienz,
Windenergie,
Kleine Wasserkraft,
Wellenenergie,
Gezeitenenergie,
Geothermie,
Solathermie,
Photovoltaik,
Biogas und Biomasse,
Wärmekraftkopplungsanlagen,
Aufforstung,
gesunder pflanzlichen Ernährung,
öffentlicher Verkehr
und Familienplanung
sagen.
Leibstadt und Gösgen tragen momentan über 30% zum Schweizer Strombedarf bei und werden voraussichtlich erst um 2040 vom Netz genommen. 30% Atomstrom Abhängigkeit sind zukünftig immer noch mehr als genug. China liegt momentan bei 1.6% und erhöhen sie ihren Atomstromanteil ebenfalls auf 30% dann wird's kritisch mit den Reserven.
Ausländisches Uran, ausländische Atomkonzerne, ausländische Anreicherungsanlagen und ausländische Wiederaufbereitungsanlagen wachsen nicht auf Schweizer Bäumen und deren Förderung bringt uns ausser mehr Abhängigkeiten, mehr Klumpenrisiken und einer Reduktion unserer Wettbewerbsfähigkeit nichts.
Die Schweiz kann Technologie aber keine Rohstoffe exportieren.
Zu Beginn muss ich Dir gleich widersprechen: Eine Dienstleistung ist kein immaterielles Gut, sondern wie der Name schon besagt eine Leistung (ich verzichte nun darauf, auch noch den Begriff der immateriellen Leistung auszuschlachten). Das Geld in meinem Portemonnaie ist für mich ein materielles Gut, hat aber auch einen materiellen Wert. An diesem Beispiel erkennst Du, dass es nicht immer einfach ist, Güter und Werte voneinander zu unterscheiden (ich schliesse mich da nicht aus). Ich möchte jedoch nicht weiter auf Begriffen herumreiten, sondern auf die eigentliche Botschaft zurückkommen:
Andres Stäubli und ich plädieren im Ansatz wohl beide für das, was man kurz „Humanismus“ nennten könnte. Auch wenn’s Ruedi wahrscheinlich nicht gefällt, nachfolgend ein Satz aus dem allwissenden Wikipedia: „Das Glück und Wohlergehen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft bilden den höchsten Wert, an dem sich jedes Handeln orientieren soll“.
Währenddem Andres Stäubli sich dazu eher allgemein geäussert hat, habe ich mich eher aufs erwähnte „Handeln“ resp. auf die Frage eingelassen, wohin wir denn unseres Strebensdrangs (der uns nun einfach einmal gegeben ist) steuern sollen. Diesen Strebensdrang in der Freizeit mit ein paar Kollegen auszuleben, indem man gemeinsam und unentgeltlich ein Ferienheim für Jugendliche baut, drückt die „schöpferische Kraft“ aus und ist gelebte Freundschaft (ein immaterielles Gut). Mit den gleichen Kollegen jedoch abends eine Bar zu betreiben um sich einen BMW (oder dessen Leasing-Raten) leisten zu können ist reines Profit-Denken.
Was ich hier im Kleinen erwähnt habe, funktioniert auch im Grossen. Nur gibt’s leider im Grossen bis dato wenige Ferienheim-Bauer, dafür viele Bar-Betreiber (im übertragenen Sinne).
Die vielfach im Zusammenhang mit dem Klimawandel und unseren Energieressourcen geforderte - und sogar in Art. 2 unserer Verfassung verankerte - Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne (global) gelebten Humanismus!
Freundliche Grüsse
Titus
Dies im Gegensatz zur Realpolitik.
Ich kann Pinks Vorbehalte Politikern gegenüber gut verstehen. Man weiss wirklich nur selten, woran man mit ihnen ist.
Auch hier: Transparenz wäre gefragt, eine Deklarationspflicht für Politiker.
(Ich wurde auch schon angefragt, Parteimitglied zu werden. Dies musste bzw. durfte ich bislang immer dankend ablehnen.)
Herr Patrick Moore betet in seinem Interview verschiedene Institutionen nach. Das scheint Sie aber weit weniger zu stören, als wenn ich greenpeace zitiere.
Herr Moore macht Äusserungen, die einem erschauern lassen:
„…Man hätte die Bevölkerung (von Tschernobyl nach dem Unfall) vor Ort lassen sollen, mit der Auflage, lokal keine Lebensmittel zu erzeugen, weil der Boden auf Jahrzehnte hinaus verseucht ist…“ Dabei stützt sich Herr Moore auf eine Uno-Studie.
„ …. Es kam nicht zu einem Anstieg der Leukämiefälle…“ Herr Moore stützt sich auf eine WHO-Studie.
Sehr empfehlenswerter Link für diejenigen die Fakten nicht scheuen. Gibt Auskunft über Reaktortypen, Antworten auf Fragen rund um Tschernobyl und eindrückliche Bilder mit Kommentaren (s. Galerie)
http://reyl.com/tschernobyl/index.html
Und nochmals:
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atomunfaelle/artikel/greenpeace_report_die_verleugneten_opfer_von_tschernobyl/
eine wohl etwas realistischere Optik auf die gesundheitlichen Auswirkungen vom Reaktorunfall, als jene von Herrn Moore.
http://www.daserste.de/mediathek_blank/
Danke für die Antwort.
Es geht also um Humanismus. Darum würde ich persönlich eben von Werten sprechen und nicht von Gütern.
Aber:
Der Mensch wird durch Motivation getrieben und nicht vom 'Ausdruck schöpferischer Kraft'.
Die Motivation zum Bau eines Jugendhauses, wie in deinem Fall, könnte 'der Dienst an der Jugend' sein.
Der immaterielle Wert ist für mich aber ein emotionales Gefühl, ein 'Geisteszustand'. Dieses Gefühl, dieser Wert ist also der Nutzen, welcher aus dem Handeln resultiert. Das Handeln wiederum wird durch die Motivation getrieben.
Im Fall vom Jugendhaus könnte also der immaterielle Wert (oder Gut), wie du schon gesagt hast, Freundschaft sein (Freundschaftsgefühl).
Der Mensch handelt aus Motivationen heraus. Der Nutzen dieses Handelns ist es, dadurch ein Gefühl zu erlangen. Dieses Gefühl (IMMATERIELLER WERT) stellt so zu sagen das höchste Ziel für den Menschen dar. Es ist die eigentliche Triebfeder hinter der Motivation. So sehe ich das.
Und genau so verhält es sich mit deinen Bar- Freunden.
Motivation für Barbetrieb: BMW
Ausgelöstes Ziel bei erreichen, also kauf des BMW's: Glücksgefühl
oder
Motivation: gesellschaftl. Status
Ausgelöstes Ziel bei erreichen: Wohlbehagen
Nebeneffekt: Durch erfolgreichen Barbetrieb kann sich der Barmann einen BMW kaufen. Der Kauf dient wiederum zur Befriedigung seines Glücksgefühls.
Warum gibt es Raser auf den Strassen? "Das ist geil." würden sie zum Thema Rasen antworten. Es löst in ihnen ein Gefühl aus. Adrenalinausstösse lösen generell Gefühle aus. Vielleicht sind dies Glücksgefühle, vielleicht Tapferkeitsgefühle etc. Ich weiss es nicht. Aber die Gefühle scheinen über dem Materiellen zu liegen. Sie scheinen sogar über der Vernunft zu liegen.
Wir streben also eigentlich immer nach immateriellen Werten, Gefühlen. Du hast eben deine 'Bar- Mann- Theorie' nicht ganz zu Ende gedacht.
Warum gehen wir ins Kino? Warum sehen wir uns Kunstgemälde an? etc.
All dies löst in uns Gefühle aus. Und genau das macht unser Leben auch lebenswert - und nur das!
Die materiellen Güter/ Werte dienen nur dem Erreichen dieser Gefühle. Das ist eigentlich sehr egoistisch, denn selbst wenn man anderen Menschen selbstlos hilft, strebt man eigentlich nur nach den persönlichen Gefühlen.
Und das 'Problem' immaterielle Werte/ Güter für eine Gesellschaft vorzuschreiben liegt wohl darin, dass jeder Mensch andere Motivationen braucht, um diese Gefühle zu erreichen. Man kann eben niemanden vorschreiben, durch den Bau eines Jugendhauses Freundschaftsgefühle zu erlangen. Und ich glaube auch nicht, dass man dies durch Umerziehung erreichen kann, wie der Kommunismus bewies.
Schöne grüsse
Mr. Pink
P. S.: Zur aktuellen Finanzkrise habe ich noch einen Link angefügt, der diese in einer etwas humorvollen Art reflektieret. Es ist aus einer ARD- Sendung...
http://www.daserste.de/mediathek_blank/
Danke für die Antwort.
Es geht also um Humanismus. Darum würde ich persönlich eben von Werten sprechen und nicht von Gütern.
Aber:
Der Mensch wird durch Motivation getrieben und nicht vom 'Ausdruck schöpferischer Kraft'.
Die Motivation zum Bau eines Jugendhauses, wie in deinem Fall, könnte 'der Dienst an der Jugend' sein.
Der immaterielle Wert ist für mich aber ein emotionales Gefühl, ein 'Geisteszustand'. Dieses Gefühl, dieser Wert ist also der Nutzen, welcher aus dem Handeln resultiert. Das Handeln wiederum wird durch die Motivation getrieben.
Im Fall vom Jugendhaus könnte also der immaterielle Wert (oder Gut), wie du schon gesagt hast, Freundschaft sein (Freundschaftsgefühl).
Der Mensch handelt aus Motivationen heraus. Der Nutzen dieses Handelns ist es, dadurch ein Gefühl zu erlangen. Dieses Gefühl (IMMATERIELLER WERT) stellt so zu sagen das höchste Ziel für den Menschen dar. Es ist die eigentliche Triebfeder hinter der Motivation. So sehe ich das.
Und genau so verhält es sich mit deinen Bar- Freunden.
Motivation für Barbetrieb: BMW
Ausgelöstes Ziel bei erreichen, also kauf des BMW's: Glücksgefühl
oder
Motivation: gesellschaftl. Status
Ausgelöstes Ziel bei erreichen: Wohlbehagen
Nebeneffekt: Durch erfolgreichen Barbetrieb kann sich der Barmann einen BMW kaufen. Der Kauf dient wiederum zur Befriedigung seines Glücksgefühls.
Warum gibt es Raser auf den Strassen? "Das ist geil." würden sie zum Thema Rasen antworten. Es löst in ihnen ein Gefühl aus. Adrenalinausstösse lösen generell Gefühle aus. Vielleicht sind dies Glücksgefühle, vielleicht Tapferkeitsgefühle etc. Ich weiss es nicht. Aber die Gefühle scheinen über dem Materiellen zu liegen. Sie scheinen sogar über der Vernunft zu liegen.
Wir streben also eigentlich immer nach immateriellen Werten, Gefühlen. Du hast eben deine 'Bar- Mann- Theorie' nicht ganz zu Ende gedacht.
Warum gehen wir ins Kino? Warum sehen wir uns Kunstgemälde an? etc.
All dies löst in uns Gefühle aus. Und genau das macht unser Leben auch lebenswert - und nur das!
Die materiellen Güter/ Werte dienen nur dem Erreichen dieser Gefühle. Das ist eigentlich sehr egoistisch, denn selbst wenn man anderen Menschen selbstlos hilft, strebt man eigentlich nur nach den persönlichen Gefühlen.
Und das 'Problem' immaterielle Werte/ Güter für eine Gesellschaft vorzuschreiben liegt wohl darin, dass jeder Mensch andere Motivationen braucht, um diese Gefühle zu erreichen. Man kann eben niemanden vorschreiben, durch den Bau eines Jugendhauses Freundschaftsgefühle zu erlangen. Und ich glaube auch nicht, dass man dies durch Umerziehung erreichen kann, wie der Kommunismus bewies.
Schöne grüsse
Mr. Pink
P. S.: Zur aktuellen Finanzkrise habe ich noch einen Link angefügt, der diese in einer etwas humorvollen Art reflektieret. Es ist aus einer ARD- Sendung...
Natürlich sollte man imemr mit gleichen Ellen messen und Klumpenrisken vermeiden.
Im Bereich Atomstrom ist das grösste Klumpenrisiko ein GAU der nicht nur die Stromproduktion sondern auch umliegendes Land durch Verstrahlung in Gefahr bringt.
Man kann sich jetzt Fragen ob es das Wert ist, eine solche Gefahr einzugehen.
Unter gewissen (Sicherheits) Aspekten kann man auch grössere Risiken eingehen, wenn der Nutzen den Schaden überwiegt. Jetzt könnte man sagen der Nutzen kann den Schaden nie übersteigen weil der Schadenfall quasi unendlich ist. Es ist quasi ein Spiel mit dem Feuer. Das Dumme ist nur, dass der Schaden "virtuell" also gestellt ist, und nur in Extremis vorkommen kann. Hingegen der Nutzen aus der Anlage die Regel ist. Wenn der Supergau rein praktisch nie eintreten kann und nur im Bereich Theorie und Fiktion liegt, was dann?
Ist es denn verwerflich eine solche unter bestimmen Umständen lebensgefährliche Technologie zu Nutzen?
Ist es nicht so, dass wir haufenweise Sachen machen die noch viel gefährlicher für das einzelne Individuum sind?
Nutzungsbeispiele: Auto, Bahn, Velo, Flugzeug, Tram, Sport, Freizeitbeschäftiungen, usw..
Und trotzdem nutzen wir diese ohne die geringste Emotionalität für einen GAU also den Tod aufzubringen.
Ich befasse mich schon sehr lange mit der Kernkraft, und kenne deren Vor und Nachteile sehr gut. Und genau deshalb weiss ich sehr wohl dass die Kernkraft weltweit gesehen keinen hochrangigen Beitrag zum Gesamtenergiebedarf beisteuern kann, aber für die Schweiz kann sie es. Der grosse Fehler den viele Leute machen, ist der, die lokalen Gegebenheiten mit globalen zu verwechseln. Wir müssen prioritär die Probleme der Schweiz lösen und nicht die der Welt...
Bezüglich der Stromkosten ist es wie beim Risiko eine Frage der "Virtualität", aktuelle Stromgestehungskosten werden nämlich rein rechnerisch durch den Bau, Unterhalt, Brennstoff, Entsorung der Anlage und Anteil an Endlager berechnet.
Eine Spezialität der Atomkraftgegner ist diese durch virtuelle Ereignisse aufzublähen und auch falsche Angaben zu machen, wie falsche Amortisationszeitenm, falsche Verzinsungen usw. So werden zb auch externe Kosten die nichts mit unserem Land zu tun haben eingerechnet, sowie auch Kosten die eher im Bereich Fiktion zu finden sind als im realen Buchungssatz "Aufwand an Ertrag"...
Zb die Berechnung der Kosten eines Endlagers für 100'000 Jahre...
Das sind die grossen Faktoren für die Berechnung vom Atomstrom, aber diese Faktoren lehnen sich stark an ethische Aspekte an und sind nur im begrenzter Form real..
Zu Platzbedarf: Klar hat eine Kernkraftanlage einen grossen Platzbedarf, der ist aber auf ein Feld der Grössenordnung 300x400m oder 120'000m2 beschränkt, der Flächenbedarf mit gleichen Leistung mit PV würde dafür rund 50'000'000 m2 benötigen also rund 400 mal mehr und nicht in einem Stück sondern in hunderten oder tausenden Fragmenten. Auch hier kommt wieder die Frage der virtuellen Ästhetik auf, wss ist Landschafts und Ortsbildverträglicher? Auf jeder Freifläche eine PV Anlage oder ein grosser Kühlturm in der Landschaft? Für mich ist PV kein Ästhetikproblem, aber mal schauen was die Musterprozesse bei Nachbarschafts oder Orts und Landsschaftsstreiterien mit sich bringen...
Zum Netzbedarf: Dezentralismus ist immer gut, hat aber den entscheidenden Nachteil der Unregelbarkeit, hier besteht ein technischer Intressenskonflikt zwischen Stabilität Verfügbarkeit und Verteilung. Zudem besteht immer ein grosses Gefälle zwischen dem Ort der grossen Verbraucher und dem Produktionsort. Grosse Verbraucher wie Industrien und Verkehr können den Strom nur sehr begrenzt auf ihren beanspruchten Flächen produzieren die sie belegen, sind also auf Importe aus Regionen mit Energieüberschüssen angewiesen, egal ob von Wasser, Sonnen, Wind oder Atomkraft. Hier sind PV Konzepte im GW Bereich Neuland und sind nicht erprobt, Überraschungen mit engerechnet...
(was aber kein Grund wäre es nicht zu versuchen :-) )
LG MG.
http://www.sf.tv/sf1/rundschau/index.ph
Hallo allerseits
Sinngemäss hatte BR Doris Leuthard heute (23.04.2008) zur neuen Tierschutz-Verordnung gesagt, dass das Problem oftmals nicht die Hunde seien, sondern die Hundehalter. Deshalb müssten letztere eine Ausbildung absolvieren.
Ich behaupte, dass oftmals auch nicht die Kinder oder Jugendlichen das Problem sind, sondern die Eltern. Eine „Eltern-Ausbildung“ müssen diese aber nicht absolvieren, obwohl sie massgeblich Einfluss darauf haben, was und wie wir heute sind. Sie legen einen wichtigen Grundstein für unser heutiges Handeln.
Jetzt mache ich einen kurzen Abstecher: In der heutigen „Rundschau“ von SF1 (siehe Link oben) konnte man seitens Syngenta hören, dass diese (in den USA) an gentechnisch verändertem Mais forschen, um aus diesem einen effizienteren Treibstoff herausholen zu können. Lassen wir dabei einmal den Aspekt „Gentech“ auf der Seite: Es ist ja schon menschenverachtend, wenn man heute zu Treibstoff-Zwecken Forschung betreibt, um aus einer Pflanze mehr heraus zu holen. Um das Hunger-Problem dank „effizienteren Pflanzen“ bekämpfen zu können scheint hingegen niemand zu forschen… (um nicht missverstanden zu werden: Es geht mir hier ums Prinzip und nicht um die Methodik „dank Gentech mehr Nahrung“).
Nun wieder zurück: DAS ist eben unser heutiges Handeln. SO wurden wir erzogen und beeinflusst. Gut ist, was (materiellen) Gewinn bringt. Unnütz ist das (immaterielle) „Glück und Wohlergehen der Gesellschaft“.
Hätte Humanismus schon in unserer Erziehung eine hohe Bedeutung, dann wären durch ein anderes Handeln schon längst Lösungen fürs Hunger-Problem gefunden worden. Wir würden dann die (positiven Glücks-)Gefühle auch nicht mehr in materiellen Dingen suchen, sondern könnten uns schon an kleinen (immateriellen) Gesten erfreuen.
Freundliche Grüsse
Titus
P.S. Von „Umerziehung“ oder „Vorschriften“ zugunsten mehr Menschlichkeit war nie die Rede. Einsicht scheint mir das erfolgreichste Rezept zu sein.
In der Medizinischen Forschung ist es gleich:
90% der med. Forschung dienen 10% der Menschheit. Währenddessen sterben Dutzende Millionen jährlich an HEILBAREN oder VERMEIDBAREN Krankheiten. Aber es fehlt am Geld für Antibiotika oder an sauberem Wasser!
Auch diese Problematikursache liegt in der Struktur des Wirtschaftssystems.
Verdienen und "wachsen" kann ein Unternehmen damit, dass es die Reichen bedient, nicht die Armen. Zudem "muss" es die Probleme möglichst lang AM LEBEN ERHALTEN und JA NICHT etwa lösen (AIDS, Malaria, Krebs...)!
Liest sich zwar recht einleuchtend, Dein Atom-Plädoyer.
Aufgeblasen? Übertrieben? Mag ja sein, dass ab und zu ein AKW-Störfall weniger bedrohlich war als in der Zeitung beschrieben. Aber Du bläst nicht auf, Du redest klein! Du untertreibst!
Dieses Restrisiko! Wie winzig klein! Atomkernklein, sozusagen. Jedoch mit dem ganzen Potenzial das diesem innewohnt. Das ist die Crux an der Sache. Ich halte es mit T. Urseler, wenn er sagt, diese sei den ganzen Ärger nicht wert.
Das Problem mit dem klein geredeten Restrisiko hatten wir schon mal: Damals wurde die "Titanic" als "unsinkbar" vom Stapel gelassen....
Und wieso soll der Standort Schweiz so ideal und vorteilhaft sein für ein neues AKW? Was ist mit der Wasserkraft, mit der wir doch so reichlich gesegnet sind? Es gab da mal einen seltsamen, geradezu dadaistischen Sponti Spruch: "Nieder mit den Alpen; Freie Sicht aufs Mittelmeer".
Man könnte meinen er sei wahr geworden und wir unserer Wasserkraft beraubt.
Und wie verhält es sich mit den 20 Jahren Bauzeit und den Milliardenkosten? Was wäre in dieser Zeit und mit diesem Geld alles möglich an Alternativen? Deren Erschliessung, Förderung, Innovation, an Effizienzsteigerung und Verbrauchssenkung?
Ansonsten wieder vieles zum Nachdenken hier - Kompliment allerseits! Bereits Herrn Leuenbergers Hinweis auf das schon einmal dagewesene Hafer-Agro-Treibstoffproblem liess mich kopfkratzend zurück - so hatte ich das noch nicht gesehen.
Ständiges Kopfkratzen verursacht auch Mr.Pink: Wird jetzt alles teurer oder das Geld weniger wert? Weiss auch nicht...
P.S: Anno dazumals hatte doch jeder Pferdebesitzer ein PS pro Pferd zur Verfügung. Wie muss ich mir das vorstellen wenn ich als relativ schwach Motorisierter mit 40 PS rumfahre? Als Einzelperson mit einem Vierzigspänner? Das dürfte wohl reichen: Also ich persönlich käme mir schwachsinnig motorisiert vor, wenn ich 200 Pferde vorspannen müsste, um ein paar Weggli zu holen.
Es ist schon komisch, dass man Gentechnik gebraucht um effizienter Treibstoff aus Mais gewinnen zu können, nicht aber effizienteren Treibstoff? Der müsste ja einen neuen Namen bekommen. Warum muss es denn unbedingt Treibstoff sein aus Pflanzen die auf fruchtarem Boden wachsen? Da gibt es doch genügend Abfallpflanzen die zu Ethanol verarbeitet werden könnten und die keinen extra Boden beanspruchen. Zum Beispiel: Efeuranken, Regenwicke, Hopfen, abgefallenes Herbstlaub, abgestorbene Sonnenblumen, Moosteppiche... Es scheint mir die Menschen hätten einfach nicht genug Fantasie.
Im Übrigen bin ich absolut gegen Atomenergie, das sollte abgeschafft werden. Atomwaffen sind die dümmste Erfindung, die der Mensch je gamacht hat. Sie dienen einfach nur zum unter der Knute halten, zur Einschüchterung und der absoluten Zerstörung! Die auch viel Boden und Wohnraum unbrauchbar werden lässt.
Ich begrüsse die von Ihnen geschilderten Massnahmen betreffend biogene Treibstoffe, die ab Juli 2008 in der Schweiz gelten sollen.
Es scheint sich um Kriterien zu handeln, die für die Produktion von Agrodiesel innerhalb sowie ausserhalb der Schweiz gelten sollen. (?)
Das Problem bei Standards ist leider immer die Durchsetzung und die Kontrolle. Wer führt die Kontrolle durch? Wie wird sie bewerkstelligt?
Ihre Aussage; „ … und werden daher von der Schweiz nicht gefördert …“ scheint mir aber doch etwas vage. Was bedeutet „nicht fördern“ konkret? Werden biogene Treibstoffe aus Nahrungsmitteln einfach nicht von Zöllen befreit und diejenigen aus Zucker und Sonnenblumen schon?
Ich bin überzeugt, dass trotz der Massnahmen das Ernährungsproblem noch verschärft werden wird, wenn nicht weltweit darauf verzichtet wird auf landwirtschaftlich nutzbarem Boden Pflanzen für Agrodiesel anzubauen. Einfach darum, weil es sich der Anbau von Pflanzen für Agrodiesel nur in grossem Stil rentieren wird. Kein Kleinbauer wird solche Pflanzen anbauen, um Geld damit zu verdienen. Das bedeutet:
1. Das Land wird von grossen Firmen beansprucht.
2. Das Produkt wird (meistens) exportiert.
3. Die Gewinne fliessen am Grossteil der Bevölkerung vorbei.
Man kann dem entgegenhalten, dass einige Menschen dadurch Arbeit haben. Kommt halt drauf an, unter welchen Bedingungen diese Menschen arbeiten müssen. Da wissen wir längst nicht alles …
Ein grundlegendes Problem sehe ich in den Dimensionen. Ab einer bestimmten Grösse (Menge) beginnen sich die Dinge destruktiv zu verhalten. Als Beispiel Plantagen mit Monokulturen, grossflächige Rodung von Urwald, Massentierhaltung, Grossstädte, Bevölkerungsdichte, Fahrzeuge etc. etc. Die Auswirkungen geraten nicht selten ausser Kontrolle.
Diese Mechanismen sollten in Politik und Wirtschaft berücksichtigt werden.
Die Kernaussage meines letzten Beitrages ist eigentlich folgende:
Selbst wenn ein Mensch vermeintlich nach Geld strebt, strebt er im eigentlichen Sinne nur nach den immateriellen Werten. Man ist sich dessen nur nicht bewusst.
Der blosse Anblick von Geld macht niemanden glücklich. Es sind die Gedanken daran, was man denn alles damit machen kann, welche einen glücklich machen.
Daher kommt wohl auch der Ausdruck: Geld allein macht nicht glücklich. Es kommt eben darauf an, was man damit macht.
Und zur besseren Erziehung unserer Kinder hätte ich eine Lösung:
Der Staat sollte die Bürger einfach wieder leben lassen. Das heisst für mich generell eine Steuerentlastung für alle, und zwar eine massive. So würde es vielleicht wieder wie früher sein, als das Haushaltsbudget mehr oder weniger von einem Elternteil erwirtschaftet werden konnte. Somit hätte man wieder mehr Zeit für seine Kinder (zumindest ein Elternteil).
Und zurzeit sehe ich unsere Gesellschaft in vieler Hinsicht in einem staatlichen Teufelskreis.
Je mehr der Bürger belastet wird, desto mehr muss er zur Entlastung leisten, desto weniger Zeit hat er für seine Kinder, desto mehr Erziehungsmassnahmen fordert er vom Staat, desto mehr Steuergelder werden benötigt......
Wir Bürger Arbeiten fast ein drittel des Jahres nur für Vater Staat. Was könnte man damit alles Anfangen (nicht nur materiell).
Ja ich weiss, ich gebe wieder mal dem Staat die Schuld.
Ich bin wohl einfach ein freiheitsliebender Rebell :-)
Vielleicht sollte man sich aber über diesen Teufelskreis trotzdem mal Gedanken machen.
Es grüsst
Mr. Pink
Reisrationierung in den USA!
Kommentar überflüssig.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,549381,00.html
http://atomenergie.googlepages.com/anal
zu Deinen Fragen:
Ist es denn verwerflich eine solche unter bestimmen Umständen lebensgefährliche Technologie zu Nutzen?
Ja, solange es nicht die einzige Option ist. Es geht hier insbesondere um die Sicherung und Erhöhung der Marktanteile und der Umsätze der grossen Stromkonzerne. Da dies unter anderem durch Verhinderung von Effizienz, erneuerbarer Energie und dezentraler Energie durchgesetzt werden soll, ist es noch verwerflicher. Da dadurch gleichzeitig unsere Abhängigkeit vom Ausland erhöht wird, die Anzahl Klumpenrisiken erhöht wird und unsere Wettbewerbsfähigkeit reduziert wird, ist es sogar noch verwerflicher.
Der Bund gibt weit mehr als 10 mal für die Landesverteidigung aus als für die Reduktion der Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen und Klumpenrisiken aus. Als könnte man mit solchen Abhängigkeiten tatsächlich ein Land erfolgreich militärisch verteidigen.
Ist es nicht so, dass wir haufenweise Sachen machen die noch viel gefährlicher für das einzelne Individuum sind? Nutzungsbeispiele: Auto, Bahn, Velo, Flugzeug, Tram, Sport, Freizeitbeschäftiungen, usw..
Sport macht Spass und unnötige Klumpenrisiken nicht. Sport ist meine Entscheidung und Atomstrom nicht, da ich meinen Stromlieferant nach wie vor nicht selbst wählen darf.
Wir müssen prioritär die Probleme der Schweiz lösen und nicht die der Welt...
Genau und deshalb dürfen wir unsere Abhängigkeit vom Uran nicht noch zusätzlich erhöhen.
Die Schweiz hat keine Uranmienen, keine Atomkonzerne, keine Uranprozessierungsanlagen, keine Anreicherungsanlagen und keine Endlager. Es ist völlig absurd ineffiziente, teure, ausländische Atomkonzerne zu fördern, nur um letztlich die Anzahl Klumpenrisiken und unsere Abhängigkeit von begrenzten ausländischen Rohstoffen erhöhen zu können.
Selbst wenn man Atomstrom aus ideologischen oder uranspekulativen Gründen befürwortet: Kein vernünftiger Mensch setzt alles auf eine Karte. Aber genau das möchten unsere Stromkonzerne. Sie wollen 3 neue AKWs welche zusammen mit Gösgen und Leibstadt annähernd 100% des jetzigen Schweizer Strombedarfs decken könnten.
Zu Platzbedarf: Klar hat eine Kernkraftanlage einen grossen Platzbedarf,
Dein von Dir angesprochener Platzbedarf für Photovoltaik beträgt also 50 km2. Das sind nicht einmal 2% der verbauten Fläche der Schweiz. 98% der verbauten Fläche in der Schweiz steht garantiert nicht unter Heimatschutz.
Im Übrigen: Braucht man Solarthermie, um die verschwenderischen, atombetriebenen Heizwendeln zu ersetzen, sind 4 bis 5 mal weniger Dachfläche als bei Photovoltaik notwendig.
Zum Netzbedarf: Dezentralismus ist immer gut, hat aber den entscheidenden Nachteil der Unregelbarkeit, hier besteht ein technischer Intressenskonflikt zwischen Stabilität Verfügbarkeit und Verteilung.
Im Gegensatz zu einem AKW lassen sich Holz-, Biogas- und effiziente Wärmekraftkopplungsanlagen äusserst flexibel regeln.
Als Leibstadt, welches nahezu 20% des Schweizer Strombedarfs deckt, während über 5 Monaten keinen Strom produziert hatte, war es offensichtlich kein Problem. Die Sonne setzt nicht während 5 Monaten unerwartet aus. Zudem ist der Strombedarf am Tag bis zu dreimal so hoch wie während der Nacht. Kraftwerke welche wie Photovoltaik ausschliesslich am Tag Strom produzieren, Reduzieren die Belastung des Netzes und Erhöhen die Gesamtsystemeffizienz.
Grosse Verbraucher wie Industrien und Verkehr können den Strom nur sehr begrenzt auf ihren beanspruchten Flächen produzieren die sie belegen.
Dieses Lagerhausdach deckt den Strombedarf von 1000 Haushalten. Und auch die Schweiz verfügt über zahlreiche Lagerhaus-, Gewerbe-, Fabrik-, Bahnhof-, Sporthallen-, Mehrzweckhallen-, Hallenbad-, Parkhaus-, Einkaufszentrum-, Spital-, Schul-, Gemeinde- und Bürodächer.
Demgegenüber kann man tatsächlich keine AKWs auf Dächer oder Autobahnwände platzieren.
Hier sind PV Konzepte im GW Bereich Neuland und sind nicht erprobt,
Letztes Jahr hat Deutschland 1.3 GW PV installiert (in einem einzigen Jahr!) und es funktioniert erwartungsgemäss tadellos.
Deine Kernaussage, dass der Mensch nach (immateriellen) Glücksgefühlen strebt, habe ich schon verstanden und stimme dem auch zu. Meine Kernaussage ist denn auch: Tu das, lieber Mensch, aber suche das Glück nicht in materiellen Dingen.
Zu Deinem Lösungsvorschlag und Deinen weiteren „rebellischen“ ;-) Aussagen frage ich mich, was Du denn von Folgendem hältst: Jede Person nimmt Verantwortung für sich selber wahr und trägt nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben in Staat und Gesellschaft bei.
Freundliche Grüsse
Titus
http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php?
In der Tat ist es fragwürdig, Gentech für effizienteren Treibstoff aus Mais einzusetzen. Wie heisst’s doch so schön: Der Zweck heiligt alle Mittel…
Zweifellos liegt in der weiteren Verwertung dessen, was wir „Abfall“ nennen, noch ein gewisses Energiegewinnungspotential. Beim Umstieg auf Alternativen sollten wir aber keine Scheuklappen tragen und deshalb den gesamten Energiegewinnungsprozess betrachten. In der 10-vor-10-Sendung von SF1 vom 22.04.2008 (siehe Link oben) wird ein gutes Beispiel davon gezeigt, was ich meine: Aus alten Speise- und Frittierölen neuen Treibstoff zu gewinnen klingt zwar gut. Wenn aber das Schweizer Altöl zuerst ins Ausland exportiert und anschliessend zu dessen Aufbereitung wieder importiert wird, dann sieht die Öko-Bilanz nicht mehr so toll aus…
Freundliche Grüsse
Titus
http://194.209.226.170/pdfdata/bund/200
Dass täglich riesige Flächen Regenwald gerodet und abgebrannt werden, scheinen wir ergeben hinzunehmen. Biodiversität und indigene Lebenskultur werden maximaler Gewinnoptimierung raffgieriger Firmen geopfert. Man muss das heute irgendwie hinnehmen, oder?
Dass die Soja- und Palmölproduktion aus den staatlich abgesegneten Schmiergeld-Waldmassakern von Brasilien über Kongo bis Malaysia zu Hunger führt, ist eklatante Wirtschaftsarroganz, Realitätsverfremdung und Menschenverachtung. Über Biosprit aus brasilianischer Soja muss dringend ein weltweites Embargo verhängt werden! Sofort!
http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2008/04/25/BVBU-010-2504-2.pdf
http://www.wiedenroth-karikatur.de/02_W
ca. 0,036 Volumenprozent
gemäss Wikipedia.de ...
tja, die globale CO2-Steuer (die Al Gore fordert), der Biosprit und der Umbau der Industrie ist vermutlich die einzige "Klimaveränderung", die durch CO2 bewerkstelligt werden kann.
Und diesem Klimaschwindler Al Gore verteilt die ETH im Beiseinn vom Bumdespräsidenten noch die Ehrendoktorwürde....
Aber liebe ETH... Bin ich - oder seid Ihr - so dumm?
Sogar meine kleinen Kinder verstehen, dass dies ein absoluter Blödsinn ist :( :( :(
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26 April, 2008 - 07:46
Vizepräsident Gore setzte Biospritschwindel im amerikanischen Kongreß durch
Am 4. August 1994 gab Al Gore im amerikanischen Senat die ausschlaggebende Stimme dafür ab, daß die USA auf einen Kurs festgelegt wurden, Nahrungsmittel für Treibstoff zu benutzen und damit Millionen von Menschen Nahrungsmittel vorzuenthalten.
Die "New York Times" zitierte damals Kritiker, die diese Entscheidung als "Segen für Archer Daniels Midland (AM)" bezeichneten. Dieser Gigant im Bereich der Maisverarbeitung beherrscht mehr als 60% des Äthanolmarktes."
Es ging im Kongreß um eine anti-Äthanol-Maßnahme, die von den demokratischen Senatoren, Bill Bradley (D-NJ) und Bennett Johnston (Louisiana) eingebracht worden war. Dabei kam es zu Stimmengleichheit: 50-50, und nach amerikanischem Gesetz gibt in einem solchen Fall der Vizepräsident - in diesem Falle Al Gore - den Ausschlag. Gore stimmte dagegen und ermöglichte so die Durchführung eines neuen Bundesgesetzes, wonach "Biosprit" den normalen Treibstoff beigemischt werden muß. Ansonsten wäre der Umweltschutzagentur (Environmental Protection Agency, E.P.A.) die Finanzierung für die Regelung, erneuerbaren Treibstoffen einen Anteil von 15% am lukrativen Treibstoff- und Sauerstoffmarkt zu sichern (später 30%), verweigert worden. Mit dieser Entscheidung war der Weg für die EPA frei.
Auch vier Jahre nach dieser Abstimmung prahlt Gore noch immer mit seiner damals ausschlaggebenden Rolle, dem Biosprit-Wahn grünes Licht geschafft zu haben. Bei einer Rede anläßlich der 3. Jahreskonferenz der Landwirtschaftsjournals am 1. 12.1998 sagte er: "Ich war stolz darauf, mich für die Steuerbefreiung von Ethanol eingesetzt zu haben, als diese vom Kongress attackiert wurden war - einmal gab ich sogar die ausschlaggebende Stimme im Senat ab."
Das Resultat dieser Politik, auf die Gore stolz ist, sehen wir heute. Die internationalen Anhänger des Biospritkults sollten sich eine einsame Insel aussuchen, wenn sie diesem weiter huldigen wollen. Das ist vermutlich dann das einzige, was die Menschheit ihnen in Zukunft danken wird.
0.036% entsprechen 0.36 Promille, wäre das ein Alkoholpegel im Blut, sie können mir nicht sagen, das sei eine vernachlässigbare Grösse!
Und dabei wird die Veränderung dieses Pegels nicht nur die Temperatur der Erde beeinflussen, sondern auch Milliarden von natürlichen chemischen Reaktionen verändern, deren Existenz der Wissenschaft noch nicht einmal bekannt ist.
Die Erhöhung der CO2-Konzentration gleicht einem kollektiven Russischen Roulette!
Die "Alliance Sud" fordert zu Recht, auf die vorgesehene Steuerbefreiung für Agrotreibstoffe ab 1.7.08 vorläufig zu verzichten (Medienmitteilung vom 2.5.08). Es sei falsch, pflanzliche Treibstoffe steuerlich zu begünstigen und damit ihren Import aus Entwicklungsländern anzukurbeln, wenn gleichzeitig enorme Preissteigerungen für Nahrungsmittel Millionen von Menschen in den Hunger trieben.
Ich glaube, dass der Bundesrat leider der Seco-Propaganda aufgesessen ist. Denn die Förderung der Importe aus Entwicklungsländern scheint unvermeidlich. Und nach wie vor bleibt schwammig, ob und wie die Lenkung auf lediglich nachhaltig produzierte biogene Treibstoffe funktionieren wird.
Gemäss BR Leuenbergers Beitrag sind Getreide, Mais, Palmöl und Soja als Treibstofflieferanten klar nicht umweltverträglich. Unbedenklich sind zu Recht biogene Treibstoffe aus Abfällen.
Aber was ist mit Zuckerrohr? Was ist mit allen andern Pflanzen, welche vielleicht nicht nur direkt die Nahrungsmittelproduktion gefährden, jedoch die massive Abholzung von Wäldern erzwingen, Chemieeinsatz und Erosion fördern, den Wassermangel verschärfen? Wer kontrolliert, bewertet und deklariert den so gewonnenen Treibstoff? Niemand! Treibstoffe aus extra dafür angebauten Pflanzen sind ein fataler Irrweg!
Plakativ: Selbst wenn man die ganze Menschheit verhungern liesse, könnte man mit den freiwerdenden Pflanzenressourcen nur einen Bruchteil des Energiehungers der Kraftwerke und Autos stillen! (Dieser Bruchteil beträgt gemäss Deutscher Forschungsanstalt für Landwirtschaft ca. 30%.)
Der Energiehunger unseres Lebens und Wirtschaftens ist schlicht pervers und nicht zukunftsfähig.
Nocheinmal: An freiwilliger oder erzwungener kollektiver Suffizienz (Genügsamkeit) führt kein Weg vorbei! Noch haben wir die Wahl!
Aber wir können nicht mit nutzloser "Effizienzsteigerung" oder Beelzebub-Aktionen wie der Flucht in Agrotreibstoffe weiteres Wirtschaftswachstum rechtfertigen!
(2008-04-29 21:56:46)
Den von Dir kopierten Artikel gehört eigentlich zu dem Mitte Februar 2008 diskutierten Thema „Manipulation im Internet“ – und zwar der unfeineren Art. Zwar mögen die Aussagen zu den damaligen Ereignissen durchaus richtig sein. Aber wie so oft, wenn es um Manipulation geht, sind es die „Weglassungen“, die etwas suggerieren, das gar nicht stimmt.
Suggeriert wird darin nämlich, wie stolz Al Gore noch immer auf seinen damaligen Stichentscheid sei. Dabei schreckt man auch nicht vor Sätzen zurück wie: „Das Resultat dieser Politik, auf die Gore stolz ist, sehen wir heute.“
Dieses kleine Wörtchen „ist“ hat es ziemlich in sich. Denn ich bezweifle, dass Al Gore heute noch immer Stolz auf diesen Stichentscheid IST. Dass man ihn heute nicht zu seinem damaligen Entscheid gefragt hat, geht aufs Konto „Weglassungen“.
Ebenso hat der Autor weggelassen, was sich denn in den vergangen 14 Jahren so alles verändert hat. Nachfolgend einige Beispiele zur Erinnerung:
- Der „Euro“ kam im 2002 in die Portemonnaies der EU-Bürger.
- „Internet“ war 1994 noch mehrheitlich ein Fremdwort.
- Die USA hatten gerade den ersten Krieg gegen den Irak hinter sich.
- Das „alte Europa“ verlegte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs viele Arbeitsplätze in die ehemaligen Ostblock-Staaten, weil deren Lohnkosten wesentlich tiefer lagen. Heute werden diese Arbeitsplätze noch weiter nach Osten und zwar in den asiatischen Raum verlegt…
Von den „aufstrebenden Wirtschaftsmächten“ China oder Indien war anno 1994 noch nicht die Rede. Dabei ist es dieser Boom, der auch zu besseren Einkommen führt und dank welchen sich die dortige Bevölkerung mehr (Nahrung) leisten kann.
Diese doch rasante Entwicklung war nicht vorhersehbar. Für die damalige Zeit dürfte der amerikanische Bio-Ethanol-Entscheid sicher als neo-grün eingestuft worden sein. Als Vergleich den damaligen Stand in der Schweiz: „1994 … eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung über das CO2-Gesetz. Der Widerstand der Wirtschaft war vehement.“ (BR Leuenberger in diesem Blog am 20.03.2007 zur CO2-Abgabe, welche seit dem 01.01.2008 in Kraft ist).
Wenn Du einen „Dummen“ suchst, dann würde ich mit dem Autor des von Dir eingebrachten Artikels beginnen. Nur leider hat er auch seinen eigenen Namen weggelassen… (etwas googeln zeigt wenigstens, aus welcher politischen Ecke dieser Artikel stammt).
Freundliche Grüsse
Titus
http://club.sf.tv
Dort wurde zu meiner Genugtuung auch meine Vermutung bestätigt, wonach sich der vermutlich leicht seco-infizierte Bundesrat wohl verhauen hat mi der Steuerbefreiung von Agrotreibstoffen aus Nicht-Abfällen.
für die Mehrheit unangenehm und daher totgeschwiegen! Keine Medien und keine Partei thematisiert dies! Am einfachsten ist eh, mit dem Finger auf "die anderen" zu zeigen.....
http://peswiki.com/index.php/Directory:Biodiesel_from_Algae_Oil
Zuerst Nahrungsmittel...zuletzt Bioethanol:
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00474/00492/index.html?lang=de&msg-id=19504
Treibstoff-Ökobilanz-Verordnung in Anhörung:
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00474/00492/index.html?lang=de&msg-id=19469
In den grössten Millionenstädten der Welt sind Müllhalden so gross wie europäische Kleinstädte zu finden. Alles wird auf den Haufen des Vergessens geworfen.
Aus denn Augen aus dem Sinn.
Meine Idee, der tausenden kleinen in den Städten zentral gelegenen Nahrungsmittel für Müll Tauschbörsen ist nicht neu nur noch nicht so bekannt.
Wie viele Grossstädte kämpfen mit Slumsiedlungen die nahe vom Stadtmüll Leben und dort das allernötigste noch verwerten. Alle kennen wir die Bilder von verschmutzten Kindern die mit nackten Füssen auf haushohen Abfallbergen herumsuchen.
Die von den UNO Umwelt- und Zivilschutzgrünhelmsoldaten geführten Tauschbörsen dienen der Sammlung von hochwertigem Müll.
Das Verhalten und die Sensibilität der Stadtbewohner jeder sozialen Schicht, gegenüber dem Abfallproblem, wird sich ändern wenn der Müll plötzlich Nahrungsgutscheine bedeutet.
Bauern liefern den Tauschcentern die aus Überproduktion entstanden Nahrungsmittel oder Wahrenhäuser bringen fast abgelaufene Lebensmittel denn UNO Grünhelmsoldaten. (Jährlich werden tausende von Tonnen Lebensmittel verbrannt die noch einwandfrei konsumiert werden können jedoch für die Händler zu viel Aufwand bedeuten diese noch weiterzugeben)!
Die Tauschbörsen nehmen die Abfallstoffe entgegen und wägen diese nach Gewicht und geben nach internationalen festgelegten Müll-Rohstoffpreisen Lebensmittelbons ab.
So beginnt ein Kreislauf der vieles verändern wird.
Städte werden sauber, es entsteht viel Sammelarbeit und auch viel neue Arbeit der Verwertung. Slums und deren Bewohner haben Arbeit können sich Essen leisten und die Stadtverwaltungen bauen mit dem Erlös der nicht gerade wenigen hochwertigen Abfallressourcen einfache Behausungen mit fliessendem Wasser und Kläranlagen.
Es gibt in Brasilien eine Stadt Curitiba die schon auf diesem Erfolgsmodell aufbaut und grossartige Erfolge feiert.
Leider werden viele Stadtverwaltungen dieses Erfolgsmodell nicht wollen, da Korruption und Gleichgültigkeit der Beamten Stadtbilder prägen.
Wenn mehr Kriminalität wird mehr Polizei ausgebildet und mehr Gefängnisse gebaut.
Wenn mehr Arbeit und mehr Nahrung vorhanden ist, sinkt die Kriminalität und es wird sauberer und friedlicher.
Die UNO Umwelt- und Zivilschutzgrünhelmsoldaten werden auch mit den lokalen Baufirmen Leuchttürme bauen die 20 Meter hoch sind und im Durchmesser 10 Meter im Inneren ist eine Bibliothek und freier Internetzugang zur Bildung für die sozial unterste Schicht der Bevölkerung.
Pro 100000 Einwohner ein neuer Leuchtturm des Wissens.
Pro 100000 Einwohner eine Tauschbörse Müll für Nahrung.
Pro 100000 Einwohner eine Ausbildungskaserne wo sich neue Anwärter für die neuen UNO Soldatenausbildung anstellen können und die geniale Ausbildung absolvieren können.
Nur so werden die Städte in denn nächsten 20 Jahren vor dem Slummüllkollaps gerettet werden und es wird für alle Lebenswerter.
Bulk Thomas