Osterblog

[Version française Blog de Pâques]

Uhr-Ei"

Uhr-Ei,Carl Peter Fabergé, 1899


Soll ich nun den Geburtstag meines Blogs feiern oder ist die Situation um SBB Cargo in Bellinzona nicht doch zu dringlich und zu ernst, als dass ich mir Zeit für Fröhlichkeit nehmen darf?

Eine Verbindung der beiden Themen habe ich fast unbewusst geschaffen, indem ich beim Appell an die Streikenden assoziativ in das Thema meiner beiden letzten Blogbeiträge verfiel, in das Thema Zeit, weswegen ich die Intervention im Nationalrat schloss mit: „Alles hat seine Zeit. Der Zorn hat seine Zeit und die Besinnung hat ihre Zeit. Der Kampf hat seine Zeit und die gemeinsame Suche nach einem Ausweg hat ihre Zeit. Die Solidarisierung hat ihre Zeit und die helfende Zurede, den richtigen Weg zu finden, hat ihre Zeit. Die Verweigerung hat ihre Zeit und die aufbauende Arbeit für den Kanton und für unser ganzes Land hat ihre Zeit.“ (Das zeigt einmal mehr, wie verflochten eben meine ganze Arbeit ist und dass ich nicht einfach trennen kann zwischen der Arbeitszeit für den Blog und derjenigen für die politische Tätigkeit im engeren Sinn.)

Diese Variation über „Alles hat seine Zeit“, einer Stelle aus dem alten Testament, hat übrigens zu einigen liebevollen Nachfragen von bibelbewanderten Nationalräten geführt, die mich fragten, ob ich mich denn für Gott halte, um darüber zu entscheiden, wann die richtige Zeit gekommen sei, denn das sei der tiefere Sinn jener Stelle bei den Predigern. Ehrlich gesagt, das habe ich nicht realisiert. Aber ich habe mich ja auch nur zum kleineren Kosmos eines schweizerischen Arbeitskonfliktes bei den SBB geäussert und innerhalb dieses Kosmos darf ich schon noch versuchen, wenn nicht Allmacht, so doch Einfluss zu üben.

Jedenfalls hoffe ich, es bewirke etwas und es könnten nach Ostern sowohl die Arbeit in als auch die Verhandlungen über die Werkstätte Bellinzona wieder aufgenommen werden. Das wäre dann die Auferstehung der Sozialpartnerschaft, die für unser Land doch so bedeutend ist.

In diesem Sinne: frohe Ostern. Die Geburtstagsfeier kommt noch, denn, ja, richtig geraten, alles hat seine Zeit.

Bis dann also
Moritz Leuenberger


Blog de Pâques



"Uhr-Ei", Carl Peter Fabergé, 1899


Suis-je en droit de fêter l’anniversaire de mon blog ou la situation de CFF Cargo à Bellinzone n’est-elle pas d’une gravité telle que je ne puis me permettre de consacrer un peu de temps à ce genre de réjouissances?

J’ai associé les deux sujets presque inconsciemment en reprenant dans mon appel aux grévistes le sujet de mes deux derniers blogs, celui du temps. J’ai conclu mon intervention au Conseil national par ces phrases: „ Chaque chose en son temps. Il y a un temps pour la colère et un temps pour la réflexion. Il y a un temps pour la lutte et un temps pour la recherche commune d'une issue au conflit. Il y a un temps pour la solidarité et un temps pour les appels à chercher le juste chemin. Il y a un temps pour le refus et un temps pour le travail constructif en faveur du canton et de tout le pays. “ (Cela montre une fois de plus à quel point toutes mes activités sont liées et que je ne peux pas simplement dissocier le temps que je consacre au blog et celui que me prend mon activité politique au sens strict). Ces variations sur le thème „ Chaque chose en son temps “, un passage de l’Ancien Testament, a par ailleurs amené certains conseillers nationaux versés dans les textes bibliques à me demander fort gentiment si je me prenais donc pour Dieu pour décider ainsi quand le bon moment était venu. En effet, c’est là le sens profond de ce passage de l’Ecclésiaste. Honnêtement, je ne m’en étais pas rendu compte. Mais je n’ai fait que m’exprimer sur le petit univers bien helvétique d’un conflit de travail aux CFF - et, à défaut de toute-puissance, j’ai bien le droit d’y exercer une certaine influence. J’espère en tout cas que mes propos seront écoutés et contribueront à la reprise du travail ainsi qu’au début des négociations sur l’avenir des ateliers de Bellinzone. Ce serait en quelque sorte la résurrection du partenariat social si important pour notre pays.

Sur ces bonnes paroles, je vous souhaite de joyeuses fêtes de Pâques. La fête d’anniversaire viendra, car - vous l’aurez bien deviné - chaque chose en son temps!

A bientôt donc

Moritz Leuenberger


Désolé, pas le temps

Horloge sans aiguille


Je me vantais encore récemment d’avoir du temps pour mon blog et me voilà forcé de reconnaître d’une petite voix et à bout de souffle: je n’ai pas le temps cette semaine d’écrire une nouvelle contribution. Le programme de la session parlementaire est trop serré: réforme des chemins de fer (faut-il ou ne faut-il pas accepter une police ferroviaire privée?), loi sur la circulation routière (faut-il ou ne faut-il pas que les piétons lèvent la main ?), faut-il ou ne faut-il pas supprimer le droit de recours des associations? (Plus d’une trentaine d’interventions sur la seule question de l’entrée en matière !), faut-il ou ne faut-il pas abroger la Lex Koller? Loi sur la forêt : oui ou non? Sans parler de CFF Cargo et de la grève à Bellinzone ni des entretiens avec les délégations tessinoise et fribourgeoise. A cela s’ajoutent les séances de préparation internes et externes. Dans le train une interview pour la radio DRS à propos du blog.

Je suis peut-être aussi un peu stressé par un prochain anniversaire: celui de notre blog, qui aura bientôt une année - et il faudra bien que je fête l’événement. Mais comment? Par un simple communiqué de presse? En proposant une vidéo sur le bog? En invitant des contributions d’autres blogs ? Vos commentaires me donneront peut-être des idées…

Non, décidément, je n’aurai cette semaine pas de temps à consacrer à notre blog. Je conseillerai à ceux qui éprouveraient un manque d’écouter „time, time, time“ de Tom Waits, une chanson qui apaise et aide à passer le temps jusqu’à la prochaine contribution digne de ce nom.

A la prochaine

Moritz Leuenberger

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Tschuldigung, keine Zeit

[Version française Désolé, pas le temps]

Uhr ohne Zeiger

Da plagiere ich grossspurig, wie ich auch für den Blog Zeit habe und muss jetzt doch ganz kleinlaut und kurzatmig eingestehen: Diese Woche habe ich keine Zeit für einen neuen Beitrag. Zu eng ist das gegenwärtige Sessionsprogramm mit Bahnreform (private Transportpolizei Ja oder Nein?), Strassenverkehrsgesetz (Handzeichen vor Fussgängerstreifen Ja oder Nein?), Verbandsbeschwerderecht Ja oder Nein? (über 30 Einzelredner allein zum Eintreten), Lex Koller Ja oder Nein? Waldgesetz Ja oder Nein? Dazwischen SBB Cargo und der Streik in Bellinzona, Gespräche mit Delegationen aus den Kantonen Tessin und Fribourg, Vorbereitungssitzungen dazu, extern, intern. Aus dem Zug ein Interview für Radio DRS zum Blog.

Vielleicht stehe ich auch etwas unter Geburtstagsstress: Bald ist unser Blog ein Jahr alt und das sollte ich doch etwas feiern. Wie? Einfach eine Medienmitteilung? Ein Video auf dem Blog? Gastbeiträge aus anderen Blogs organisieren? Vielleicht finde ich ja Ideen in den Kommentaren… Nein, heute reicht die Zeit nicht für einen Beitrag diese Woche. Wer darunter leidet, soll sich doch Tom Waits „time, time, time“ anhören. Das beruhigt und überbrückt die Zeit bis zu meinem nächsten ordentlichen Beitrag.

Bis zu demselbigen

Moritz Leuenberger


Alles hat seine Zeit

[Version française Toute chose prend du temps]

Sanduhr

Kommentar im laufenden Blog zu meinem letzten Beitrag: „Der hat doch vor lauter bloggen keine Zeit für die Politik.“

Während einer zweitägigen Kommissionssitzung (letzte Woche): „Schade um Ihre Zeit, diese Auseinandersetzungen anhören zu müssen. Sie müssten sich doch sicher auf die Bundesratssitzung vorbereiten.“

„Ich muss Sie jetzt wieder verlassen,“ sagt ein Botschafter nach 10 Minuten, „Ihre Zeit ist kostbar.“

„Wir sind stolz, dass Sie sich Zeit nehmen, für eine politische Diskussion eigens nach Brig zu reisen.“ (Brig, 25. Februar)

Der Brief eines besorgten Bürgers (letzte Woche) beginnt mit: „Sie werden ja doch keine Zeit haben, diesen Brief selber lesen…“

Als Einleitung zu einer Sitzung mit einem Interessenverband (letzte Woche): „Sie hatten kaum Zeit gehabt, unsere Anliegen zu lesen.“

„Wir hätten gar nicht geglaubt, dass Sie Zeit haben für ein längeres Interview.“ (zum Interview in „Sonntag“ am 24. Februar)

Zu meiner Rede 175 Jahre Uni (29.Februar): „Wer schreibt Ihnen diese Reden. Sie haben doch selber sicher keine Zeit neben der politischen Arbeit?“

Nach meiner Rede zur Emeritierung von Prof. Peter Forstmoser (1. März) : „Und Sie nehmen sich Zeit für eine Rede, an der keine Medien sind?“

Nach meinen Glückwünschen zur Wahl Levrats zum neuen SP Präsidenten (1. März): „Woher nimmst Du denn die Zeit, bis am Schluss des Parteitages zu bleiben, wo Du doch so viele Dossiers hast?“

Der Bitte, „Lüge, List und Leidenschaft“ zu signieren (Basel, 1. März)), folgt die Frage: „Woher nehmen Sie die Zeit, trotz Ihrer politischen Arbeit ein Buch zu schreiben?“

In der Warteschlange vor dem Kino (Sonntag, 2. März): „Und Sie haben also Zeit, ins Kino zu gehen.“

Auf dem Flughafen in Zürich: „Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, an die internationale Konferenz für erneuerbare Energien zu gehen.“ (3. März)

Was ist denn die Arbeit eines Bundesrates?

Am besten zählen wir die oben aufgeführten Tätigkeiten zusammen. Das ergibt keinen schlechten Überblick. Ja, das Kino gehört auch dazu, übrigens auch die Bundesratssitzungen und ihre Vorbereitungen und die Führung des Departements, doch da wurde ich noch nie nach der Zeit gefragt. Und manchmal gehört auch nichts tun und etwas nachdenken zu meinem Beruf, doch dabei werde ich selten öffentlich ertappt.

So nehme ich mir denn Zeit bis zum nächsten Mal.

Moritz Leuenberger


Toute chose prend du temps

Sablier


Commentaire paru sur le blog au sujet de ma dernière contribution: „A force de se consacrer à son blog, il n’a plus de temps pour la politique.“

Au cours d’une séance de commission de deux jours (la semaine dernière): „Il est regrettable que vous soyez forcé d’écouter ces débats ! Vous devriez certainement vous préparer pour la séance du Conseil fédéral. „

„Je vais vous laisser", me dit un ambassadeur après dix minutes, "votre temps est tellement précieux."

„Nous sommes très honorés que vous preniez exprès le temps de vous rendre à Brigue pour participer à ce débat politique." (Brigue, 25 février)

Un citoyen inquiet commence sa lettre (reçue la semaine dernière) par ces mots: „Vous n’aurez certainement pas le temps de lire cette lettre…“

En guise d’introduction à une séance avec un groupement d’intérêts (la semaine dernière): „Vous n’aurez guère eu le temps de lire notre requête."

„Nous n’aurions jamais cru que vous ayez du temps pour une interview de cette longueur“ (au sujet d’une interview parue le 24 février dans le journal dominical Sonntag)

Au sujet du 175e anniversaire de l’Université de Zurich (29 février): „Qui écrit vos discours? Vous n’avez certainement pas le temps de les rédiger vous-même en plus de votre travail politique?"

Propos tenus à la suite d’un discours prononcé à l’occasion du départ à la retraite du professeur Peter Forstmoser (1er mars) (cf. site Internet) : „Et vous prenez le temps de donner un discours alors qu’aucun média n’est présent?"

Après les quelques paroles de félicitation pour l’élection de Christian Levrat à la présidence du PS (1er mars): „Comment trouves-tu le temps de rester jusqu’à la fin du congrès du parti avec tous tes dossiers?“

En me priant de venir signer mon dernier livre „Lüge, List und Leidenschaft“, on ne manque pas de me demander: „Comment trouvez-vous le temps d’écrire un livre en plus de votre travail politique?"

Dans la file d’attente devant le cinéma (dimanche 2 mars): „ Et vous avez donc le temps de vous rendre au cinéma."

A l’aéroport de Zurich: „C’est épatant que vous preniez le temps de vous rendre à la conférence sur les énergies renouvelables." (3 mars)

Qu’est-ce donc que le travail d’un conseiller fédéral?

La liste que je viens de donner ici permet de s’en faire une très bonne idée. C’est exact, le cinéma en fait partie, au même titre que les séances du Conseil fédéral, leur préparation et la direction du département, mais on ne m’a jamais demandé où je trouve le temps pour ces choses-là. Et parfois il faut aussi ne rien faire et réfléchir à son métier, mais ce sont des activités que l’on me voit rarement faire en public.

En attendant, le temps passe… A la prochaine !

Moritz Leuenberger

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