Ganz gewöhnliche Bürger?
[Version française Les conseillers fédéraux sont-ils de simples citoyens ? ]

Irgendwie wundert es mich schon, dass ausgerechnet der Parkingmeterblogbeitrag die höchste Einschalt- und Kommentarquote zu verzeichnen hat.
Ist jetzt eigentlich ein Bundesrat ein Bürger und Mensch wie alle anderen oder ein Heiliger?
Da werde ich immer und immer wieder auf der Strasse von stolzen Mitbürgern angesprochen, wie glücklich unser Land doch sei, wo Bundesräte einfach so und ohne Bodyguards unterwegs sein können, wo sie Zug und Tram fahren dürfen, ja, dort nicht einmal zu sitzen beanspruchen, wo sie wie alle anderen auch in der Schlange vor der Kino- oder Migroskasse geduldig anstehen. Wenn dann aber ein Bundesrat eine Taxpflicht für ein parkiertes Auto übersieht und wenn er dann im anschliessenden Gespräch mit einem anderen Bürger darüber witzelt (Güterumschlag für Bücher), dann: Gnade vox populi! Mit welchem Volksurteil müsste wohl ein Bundesrat rechnen, wenn ihm eine leichte Fahrlässigkeit mit Blechschaden oder gar Verletzten unterläuft? Nicht auszudenken.
Könnte es sein, dass hinter dem verklärten „Wie schön, dass Sie keine Bodyguards bei sich haben“ bei manchen in Wirklichkeit das ganz leise Bedauern mitschwingt, dass wir in der demokratischen Schweiz eben doch etwas königliche Erhabenheit vermissen, dass viele bei Bundesräten eben doch lieber die Aura privilegierter Identifikationsfiguren bewundern würden, so wie das vielleicht indirekt auch in den soeben herausgekommenen und oben abgebildeten Jasskarten zum Ausdruck kommt.
Auch Bundesräte sind ganz gewöhnliche Menschen, sie dürfen auch einmal Fehler machen und über sich selber lachen. Das haben aber viele nicht so gerne, worüber ich im Buch ja auch nachdachte. Umso mehr hat mich gefreut, dass in vielen Kommentaren unser Recht, keine Heiligen sein zu müssen, verteidigt wird.
Die Diskussion im Bundesrat über das Klima- und Energiepolitik dauert immer noch an. Wir haben bereits in zwei Sitzungen länger darüber diskutiert, Fragen gestellt und nach Antworten gesucht. Die Zusammenhänge sind in der Tat sehr kompliziert, so dass die ersten definitiven Weichenstellungen vermutlich erst am 20. Februar fallen dürften.
Bis spätestens dann
Moritz Leuenberger

Irgendwie wundert es mich schon, dass ausgerechnet der Parkingmeterblogbeitrag die höchste Einschalt- und Kommentarquote zu verzeichnen hat.
Ist jetzt eigentlich ein Bundesrat ein Bürger und Mensch wie alle anderen oder ein Heiliger?
Da werde ich immer und immer wieder auf der Strasse von stolzen Mitbürgern angesprochen, wie glücklich unser Land doch sei, wo Bundesräte einfach so und ohne Bodyguards unterwegs sein können, wo sie Zug und Tram fahren dürfen, ja, dort nicht einmal zu sitzen beanspruchen, wo sie wie alle anderen auch in der Schlange vor der Kino- oder Migroskasse geduldig anstehen. Wenn dann aber ein Bundesrat eine Taxpflicht für ein parkiertes Auto übersieht und wenn er dann im anschliessenden Gespräch mit einem anderen Bürger darüber witzelt (Güterumschlag für Bücher), dann: Gnade vox populi! Mit welchem Volksurteil müsste wohl ein Bundesrat rechnen, wenn ihm eine leichte Fahrlässigkeit mit Blechschaden oder gar Verletzten unterläuft? Nicht auszudenken.
Könnte es sein, dass hinter dem verklärten „Wie schön, dass Sie keine Bodyguards bei sich haben“ bei manchen in Wirklichkeit das ganz leise Bedauern mitschwingt, dass wir in der demokratischen Schweiz eben doch etwas königliche Erhabenheit vermissen, dass viele bei Bundesräten eben doch lieber die Aura privilegierter Identifikationsfiguren bewundern würden, so wie das vielleicht indirekt auch in den soeben herausgekommenen und oben abgebildeten Jasskarten zum Ausdruck kommt.
Auch Bundesräte sind ganz gewöhnliche Menschen, sie dürfen auch einmal Fehler machen und über sich selber lachen. Das haben aber viele nicht so gerne, worüber ich im Buch ja auch nachdachte. Umso mehr hat mich gefreut, dass in vielen Kommentaren unser Recht, keine Heiligen sein zu müssen, verteidigt wird.
Die Diskussion im Bundesrat über das Klima- und Energiepolitik dauert immer noch an. Wir haben bereits in zwei Sitzungen länger darüber diskutiert, Fragen gestellt und nach Antworten gesucht. Die Zusammenhänge sind in der Tat sehr kompliziert, so dass die ersten definitiven Weichenstellungen vermutlich erst am 20. Februar fallen dürften.
Bis spätestens dann
Moritz Leuenberger








