Tante Roseli

29.10.1995, Rohrbach: Bundesrat Moritz Leuenberger wird in seiner Heimatgemeinde Rohrbach empfangen, hier unterhält er sich mit seiner Tante Roseli. (KEYSTONE/Str)
29. Oktober 1995, Rohrbach: Bundesrat Moritz Leuenberger wird in seiner Heimatgemeinde empfangen, hier unterhält er sich mit seiner Tante Roseli. (KEYSTONE/Str)

[Version française Tante Roseli]

Vor wenigen Tagen war ich in meiner Heimatgemeinde Rohrbach an der Beerdigung meiner 93-jährigen Tante Roseli. Wir nannten sie alle „Tante“, obwohl sie streng genommen die Cousine meines Vaters war.

Ihre Geschichte hat mich berührt: Ihre Mutter wurde als Kind, sie war ein so genanntes Nachzüglerli, mit einem Alkohol durchtränkten Nuggi und mit Mohnsamen ruhig gehalten. Deswegen wurde sie leicht debil. Als heranwachsende Tochter kam sie eines Tages schwanger nach Hause; es war nicht herauszufinden, wer der Vater war. Sie gebar 1914 eine Tochter, meine Grosstante, welche der Mutter sofort weggenommen und in die Heimatgemeinde in Pflege gegeben wurde. Auch wenn über Pfleg- und Verdingkinder viel Schreckliches bekannt ist, meine Grosstante hatte es in ihrer Familie gut, jedoch starb ihre leibliche Mutter und kurz darauf auch die Pflegmutter. So arbeitete meine Grosstante als Magd, sparte sich Geld, um sich zur Krankenschwester ausbilden zu lassen. Später wurde sie in der Gemeinde ihrer Pflegefamilie Gemeindeschwester, heiratete einen Bauern und übte auch nach dessen Tod ihren Beruf als Gemeindeschwester weiter aus. Sie war in der Kirchgemeinde aktiv und genoss ein grosses moralisches Ansehen. Das bewies nicht nur die grosse Trauergemeinde an der Beerdigung.

Als ich zum Bundesrat gewählt wurde, bedeutete sie den Behörden meiner Heimatgemeinde, ein Fest für mich zu veranstalten, was diese sofort taten. Ich habe diesen Tag als etwas Wunderbares in Erinnerung. In den Zeitungen war meine Grosstante in einer stattlichen Tracht an meinem Arm zu sehen.

Ihr Schicksal hat mich immer wieder berührt und an der Beerdigung ist vieles wieder wach geworden. Immer hat sie erwähnt, dass sie „unehelich“ geboren sei. Das war vor hundert Jahren eine lebenslängliche Wunde, wie wir sie uns heute kaum noch vorstellen können. Einerseits hat sie immer daran gelitten. Doch auf der anderen Seite hat sie in ihrer Gemeinde und in ihrer Pflegefamilie unglaublich viel Liebe empfangen und dafür war sie dankbar. Sie hat diese Liebe weiter gegeben, hat viele Leute in der Gemeinde während ihren Krankheiten betreut und sie hat sich für das Gemeindeleben, vor allem dasjenige in der Kirche, eingesetzt. Diese Liebe haben ihr die Menschen an der Beerdigung erneut bewiesen. Nach der Abdankung haben mir viele ältere Menschen gesagt: „Wir haben eben auch grosse Fortschritte gemacht in der Schweiz. Keine Säuglinge, die mit Alkohol aufgezogen werden.“ Und: „Heute wird niemand mehr geächtet, weil er „unehelich“ geboren wurde.“

Wie Recht sie haben. Aber ich muss beifügen: Für diesen Fortschritt brauchte es auch das Beispiel von Menschen, die vormachten, wie man Benachteiligte erfolgreich aufnehmen, ihnen helfen kann und dann dafür auch belohnt wird. Es gibt dafür heute ein Fremdwort: „integrieren“.

Bis bald

Moritz Leuenberger



Tante Roseli

29.10 1995; Rohrbach: Moritz Leuenberger et sa tante Roseli (KEYSTONE/Str)
29.10 1995; Rohrbach: Moritz Leuenberger et sa tante Roseli (KEYSTONE/Str)

Il y a quelques jours, je me suis rendu à Rohrbach, ma commune d’origine, pour assister aux funérailles de ma tante Roseli, décédée à l’âge de 93 ans. Nous l’appelions tous « tante », bien que, strictement parlant, elle ait été la cousine de mon père.

L’histoire de sa vie m’a ému: dans son plus jeune âge, sa mère, arrivée bien après ses frères et sœurs, avait été maintenue tranquille grâce à des sucettes imbibées d’alcool et à des graines de pavot. C’est pourquoi elle est devenue légèrement débile. Adolescente, elle est un jour rentrée enceinte à la maison sans qu’il eût été possible de savoir qui était le père. En 1914, elle a donné naissance à une fille, ma grande tante, qui lui a été immédiatement enlevée et placée dans une famille d’accueil dans sa commune d’origine.

Même si beaucoup d’histoires épouvantables circulent au sujet des enfants de l’assistance, ma grande tante a eu de la chance dans sa famille d’accueil. Cependant sa mère biologique, puis aussi sa mère adoptive sont mortes peu après. Ma grande tante a ensuite travaillé comme servante, économisant de l’argent pour financer un apprentissage d’infirmière. Devenue infirmière-visiteuse dans sa commune d’adoption, elle a épousé un paysan et a continué d’exercer sa profession même après la mort de son mari. Elle était aussi active dans la paroisse et jouissait d’une excellente réputation morale. Les nombreuses personnes venues aux obsèques n’en étaient pas les seuls témoins.

Quand j’ai été élu au Conseil fédéral, elle a demandé aux autorités de ma commune d’origine d’organiser une fête en mon honneur, ce qu’elles ont fait sans hésiter. Je garde un souvenir éblouissant de cette journée. Les journaux ont alors publié des photos montrant ma grande tante à mes côtés en costume de fête traditionnel.

C’est toujours avec émotion que j’ai pensé au destin de ma grande tante et ses obsèques ont ravivé de nombreux souvenirs. Elle disait sans cesse qu’elle était « illégitime ». Il y a une centaine d’années, on portait cet attribut comme une tare indélébile que l’on aurait de la peine à s’imaginer de nos jours. Si elle en a souffert durant toute sa vie, elle a cependant aussi reçu beaucoup d’amour de sa famille d’accueil et de sa commune - et elle en a été reconnaissante. Elle a su redonner cet amour en s’occupant de nombreux malades et en participant à la vie de la commune, notamment à celle de sa paroisse. Les gens lui ont de nouveau témoigné cet amour à son enterrement.

Après les obsèques, de nombreuses personnes âgées sont venues me dire : « Nous avons fait de grands progrès en Suisse. Les bébés n’y sont plus nourris à l’alcool ». Puis : « De nos jours, on n’exclut plus personne parce qu’il est né ‘illégitime’ ». Ces gens ont parfaitement raison. Mais il convient de préciser ceci : pour que ces progrès aient été possibles, il a fallu l’exemple de personnes qui ont montré comment l’on accueille des personnes défavorisées, comment on peut leur venir en aide et ce que l’on reçoit en retour. Il existe même un mot pour dire cela : « intégrer ».

A bientôt

Moritz Leuenberger

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Dem Monster in die Augen blicken

[Version française Regarder le monstre dans les yeux]

Weltwoche - Copyright: Alfons Kiefer
Illustration auf dem Titelblatt der Weltwoche vom 23. August 2007 - Copyright: Alfons Kiefer


Zugfahrt Zürich - Bern. Wer sich auf vier Sitze auszubreiten versucht, sei es mit Taschen, laptops oder mit ausgestreckten Beinen, neuen Passagieren den Zugang versperren soll, hat keinen nachhaltigen Erfolg, denn der Wagen füllt und füllt sich. Nach der dritten Anfrage eines Platz Suchenden muss auch der Renitenteste die Waffen strecken, beziehungsweise die Beine einziehen. Dafür sind dann alle, die sich jetzt unfreiwillig gegenüber sitzen, etwas gereizt und verstecken sich zunächst hinter Zeitungen, die sie vor ihre Gesichter halten, um niemanden mehr sehen zu müssen.

Statt der Gesichter sehe ich mir gegenüber gleich dreimal das Titelblatt der Weltwoche. Welche eine Bedrohung: Mich starrt dreimal ein grünes Monster an. Das Monster bin ich, dargestellt als grüner Hulk, der Lastwagen zerknüllt, Industrieanlagen zerstampft und in fanatischem Zorn vorwärts stürmt. Meine Gegenüber vertiefen sich nach dem anfänglichen Gerangel um Plätze ins Innere der Weltwoche und, wie sich anschliessend zeigt, lesen sie deren These, es gebe keinen Klimawandel und wenn es einen gäbe, sei er nicht von Menschen verursacht, und sie lesen mein Interview dazu. Allmählich senken sie die Zeitung auf ihre Knie und ich werde nicht mehr von mir selber angestarrt. Es ergibt sich eine Diskussion (Wir sitzen nicht im Ruhewagen!).

„Nein, die 50 Rappen für eine CO2-Abgabe auf Benzin, sind gar nicht neu, das steht schon heute im Gesetz als Maximum.“ „Nein, die würde nicht noch dieses Jahr eingeführt, das müsste ja zuerst der Bundesrat beschliessen und das Parlament würde noch ewig über die Höhe diskutieren.“ „Ja, wahrscheinlich ist so eine Idee ohnehin erst auf die Periode nach Kyoto durchzusetzen.“ „Ja, der Klimarappen soll weitergeführt werden; vorläufig gibt es ja gar keine Alternative.“ „Natürlich muss auch im Ausland reduziert werden, der Emissionshandel soll weiter gehen“. „Je weniger Öl wir verbrauchen, desto unabhängiger werden wir von Rohstoffkrisen.“ „Nein, auch die EU will dasselbe Ziel erreichen“. „Nein, die Wirtschaft wird nicht bestraft, die Innovationen bringen ihr doch Wettbewerbsvorteile.“ Kurz vor Bern wird die einzige Frau in der Runde, allerdings auch sie in einem gestreiften Herrenanzug, versöhnlich: „Dann sind Sie ja doch nicht so ein Monster.“

Ich bin etwas enttäuscht. Kaum werde ich mal als Muskelprotz gezeichnet, ist dieser Traum auch schon wieder entzaubert …

Bis bald

Moritz Leuenberger




Regarder le monstre dans les yeux

Weltwoche - Copyright: Alfons Kiefer
Illustration en couverture de la Weltwoche du 23 août 2007- Copyright: Alfons Kiefer

Voyage en train Zurich – Berne. Le bonheur de celui qui essaie d’occuper quatre sièges à lui seul, que ce soit avec des sacs ou des ordinateurs portables et tente d’y étendre ses jambes sans laisser de place aux nouveaux passagers, est de courte durée. La voiture ne cesse de se remplir de nouveaux passagers. Après qu’on lui a demandé trois fois si la place à côté de lui est libre, le plus réticent des voyageurs finira par déposer les armes et retirer ses jambes. Tous ceux qui se trouvent involontairement assis les uns en face des autres sont légèrement irrités et se cachent derrière leurs journaux afin de ne devoir regarder personne.

Au lieu de contempler les visages, je me trouve d’un seul coup en face de trois fois la même page de couverture de la Weltwoche. Le personnage menaçant qui me fixe trois fois de son regard est un monstre vert. Et ce monstre n’est nul autre que moi, représenté sous les traits d’un colosse à peau verte et réduisant en miettes des camions, piétinant des usines et se ruant en avant dans une fureur frénétique. Après s’être disputé les places, mes compagnons de voyage se plongent dans la lecture de la Weltwoche pour y découvrir l’affirmation qu’il n’y a pas de changement climatique ou que, s’il y en a un, il ne serait pas dû à l’homme, et ils lisent mon interview à ce sujet. Les uns après les autres, ils posent le journal sur leurs genoux et je cesse d’être fixé par ma propre image. Une discussion débute (nous ne sommes pas dans une voiture silencieuse!).

„Non, les 50 centimes de taxe CO2 sur l’essence ne sont rien de nouveau, ils figurent déjà dans la loi comme plafond.“ „Non, la taxe ne sera pas encore introduite cette année, il faut d’abord que le Conseil fédéral l’adopte et que le Parlement en fixe le montant, ce qui promet d’interminables débats.“ „Oui, sans doute qu’une pareille idée ne pourra de toute façon être acceptée que pour la période après Kyoto.“ „Oui, le centime climatique doit être maintenu, il n’y a pas d’autre solution pour l’instant.“ „Naturellement, il faudra aussi réduire les émissions à l’étranger, les échanges de droits d'émission devront se poursuivre“. „Moins nous consommerons de pétrole et mieux nous résisterons aux crises liées aux matières premières.“ „Non, l’Europe vise aussi le même objectif“. „Non, les milieux économiques ne seront pas punis, les innovations procureront aux entreprises des avantages concurrentiels.“ Peu avant l’arrivée du train en gare de Berne, la seule femme ayant participé à la discussion, elle aussi vêtue d’un complet-veston rayé, conclut d’un ton conciliant: „Alors, vous n’êtes finalement pas si monstrueux que cela.“

Je suis un peu déçu. A peine m’a-t-on dépeint comme un colosse musclé que le rêve s’estompe …

A bientôt

Moritz Leuenberger

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L'essentiel sera retenu

Je confirme ici ce que j’ai déclaré publiquement: j’ai lu l’intégralité des commentaires, et avec plaisir (aussi ceux concernant la forme de mon blog; on devrait bientôt en voir les effets…) et je tiens à remercier les participants de leurs réflexions. D’une manière ou d’une autre, chaque commentaire a toujours un impact, même si je ne me réfère aujourd'hui à aucun en particulier. Comme le dit un vieil adage : semper aliquid haeret (quoi que l’on dise, il en reste toujours quelque chose).

Titre du BLICK du 17 août 2007Les réactions qu’ont suscitées mes propositions pour une future politique climatique me rappellent les idées que j’avais proposées il y a sept ans pour une nouvelle loi sur la radio et la télévision. Ces propositions avaient provoqué un véritable tollé, on n’y trouvait rien de bon. Mais après des années de palabres et de joutes parlementaires, la loi entrée en vigueur ressemble plus ou moins au modèle que j’avais proposé. Je m’attends à ce que ma proposition concernant le climat connaisse le même sort.

Il faut faire quelque chose. Ceux qui le nient forment une minorité qui ne se taira pas au fil des années que dureront les débats. La conviction du public que des mesures s’imposent ne sera pourtant pas ébranlée par les formules à l’emporte-pièce du Blick (« Une taxe CO2 sur les pets des ruminants », « Le délire à propos de l’essence », « Les automobilistes à la rescousse du climat »). Ce journal a lui-même trop longtemps cédé à l’alarmisme et réclamé des mesures.

Comme de nombreux observateurs, je sais bien sûr pertinemment que ma proposition ne sera pas reprise à la lettre, mais on en retiendra néanmoins l’essentiel, c’est-à-dire la nécessité d’une égalité de traitement des gaz ayant un impact sur le climat et le fait que la taxe ne soit pas seulement remboursée à la population par le biais d’une réduction de primes d’assurances, mais serve aussi à réaliser des projets de protection du climat. Personnellement, je serais favorable à ce que l’intégralité du produit de cette taxe leur soit attribuée. Mais cela supposerait une modification de la Constitution, et il vaut parfois mieux se contenter d’une solution imparfaite, mais ayant des effets rapides, que de se perdre en d’interminables querelles en visant la perfection.

A bientôt,

Moritz Leuenberger

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Das Prinzip wird sich durchsetzen

[Version française L'essentiel sera retenu]

Was öffentlich beteuert, sei in unserem intimen Blogerkreis genagelt: Ich habe alle Kommentare gelesen, gerne gelesen (auch diejenigen zur Form meines Blogs; die Folgen sollten bald zu sehen sein) und ich danke für den politischen Einsatz, der da geleistet wird. In irgendeiner Form haben alle Kommentare auch ihre politische Wirkung, selbst wenn ich sie nicht alle hier an dieser Stelle wieder aufgreife. Denn, so sagt ein altes Sprichwort: Es bleibt immer etwas hängen.

BLICK-Schlagzeile vom 17. August 2007Die Reaktionen auf meinen Vorschlag für die künftige Klimapolitik erinnern mich etwas an meine seinerzeitigen Vorschläge zu einem neuen Gesetz über Radio und Fernsehen vor etwa sieben Jahren. Das war ein Gezeter und Geschrei. Kein guter Faden wurde gesichtet. Und nun ist nach jahrelangem Ringen in der Vernehmlassung und im Parlament mehr oder weniger das vorgeschlagene Modell in Kraft getreten. Ich prophezeie meinem jetzigen Klimavorschlag dasselbe Schicksal.

Handlungsbedarf besteht. Gewiss, auch er ist von wenigen Stimmen bestritten, doch bilden sie eine Minderheit und das wird auch über die Jahre, in denen jetzt verhandelt werden wird, so bleiben. Dass der „Blick“ die CO2 Abgabe mit „Furz“, mit „Benzinwahnsinn“ und mit „Die Autofahrer sollen das Klima retten“ verschreit, wird der öffentlichen Stimmung dafür, dass nun etwas geschehen muss, keinen Abbruch tun. Der Blick selber hat allzu lange selber Alarmismus betrieben und nach Handlungen gerufen.

Eines weiss ich natürlich genauso gut wie viele Kommentatoren und Beobachter: Exakt dieser Vorschlag, den ich zur Diskussion stelle, wird nicht übernommen, das Prinzip jedoch schon, nämlich die Gleichbehandlung aller Klimagase und dass eine Abgabe nicht nur via Sozialversicherung an die Bevölkerung zurückfliesst, sondern auch für Klimaschutzprojekte verwendet wird. Selber hätte ich ganz gern, der ganze Betrag würde dafür verwendet. Doch dafür braucht es eine Verfassungsänderung und manchmal ist es besser, es geschieht schnell etwas Unvollkommenes, als wir balgen uns jahrzehntelang um Vollkommenes.

Bis bald

Moritz Leuenberger



Hochwasser

[Version française Inondations]

Es giesst aus Kübeln, die Schleusen des Himmels sind weit geöffnet. Viele Flüsse und Seen sind bedrohlich angeschwollen oder bereits über die Ufer getreten. Wir haben Hochwasser, und zwar, wie es scheint, in der Grössenordnung von jenem von 2005. Jedoch sind bis jetzt die Schäden hauptsächlich auf Überschwemmungen zurückzuführen und nicht, wie 2005, auf grossräumige Erosion und Ablagerungen von Schwemmgut, das heisst von „Geschiebe“. Ich bin froh, dass bisher keine Menschen ums Leben gekommen sind. Dennoch denke ich natürlich an die Verletzten und wünsche ihnen gute Besserung.

Die Hochwasser 2007 zeigen auch, dass sich Prävention lohnt. So sind dank der „Geschiebesammler“, die nach 2005 im Berner Oberland gebaut wurden, viel weniger Baumstämme und Geröll die Flüsse herunter gekommen und verstopften so auch die Läufe weniger. Oder an der kleinen Emme konnten Autobesitzer ihre Fahrzeuge früh genug in Sicherheit bringen und Gebäude konnten rechtzeitig geschützt werden, weil Warnung und Alarmierung verbessert wurden. Die Beispiele zeigen: Es lohnt sich, mehr in Präventionsmassnahmen zu investieren, als später viel Geld für die Bewältigung der Schäden und die Aufräumarbeiten einsetzen zu müssen.

Die Klimaänderung wird uns mehr solche extreme Ereignisse bringen, häufigere Trockenheit, aber auch mehr Hochwasser. Wir müssen uns deshalb gut vorbereiten und dort, wo es sinnvoll und nötig ist, jene Massnahmen ergreifen, die möglich sind. Das bringt Sicherheit und kostet längerfristig weniger.

Bis bald - hoffentlich bei besserem Wetter

Moritz Leuenberger


Inondations

Il pleut des cordes, le ciel a largement ouvert ses vannes. Plusieurs rivières et lacs ont gonflé de manière menaçante, voire déjà débordé. Nous connaissons à nouveau des intempéries de l’ampleur semble-t-il de celles de 2005. Reste que jusqu’à présent les dommages se limitent avant tout aux inondations et n’entraînent pas comme en 2005 une érosion et des dépôts de sédiments et d’alluvions à large échelle. Heureusement jusqu'à présent on ne déplore aucun mort. Et naturellement toutes mes pensées et mes vœux de rétablissement vont aux personnes blessées.

Les inondations de 2007 montrent aussi qu’il vaut la peine d’investir dans la prévention. C’est ainsi que grâce aux „dépotoirs à alluvions“ aménagés après 2005 dans l’Oberland bernois, les troncs et les cailloux ont été beaucoup moins nombreux à être emportés par les rivières et à boucher de la sorte les écoulements. De même, dans le bassin de la petite Emme, les propriétaires ont pu mettre leurs véhicules à l’abri suffisamment tôt et les bâtiments ont pu être protégés à temps car les systèmes d’alerte ont été améliorés. Ces exemples le prouvent : mieux vaut prévenir que guérir et consacrer après coup beaucoup d’argent à réparer les dégâts et à effacer les traces des intempéries.

Le changement climatique va continuer de nous gratifier de tels événements extrêmes, où alterneront périodes de sécheresse toujours plus fréquentes et crues toujours plus violentes. C’est pourquoi nous devons bien nous y préparer et intervenir là où cela s’avère nécessaire et utile. Tel est le prix de la sécurité mais à long terme l’investissement est rentable.

A bientôt dans l’espoir d’un ciel plus clément

Moritz Leuenberger


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Filmfestival Locarno

[Version française Festival du film de Locarno]

Mit geblähter Blogerbrust ob der Auszeichnung für den Juliblog von Claude Lonchamp auf www.stadtwanderer.net/blog besuche ich nach Palagnedra das Filmfestival Locarno, allerdings nicht dessen zahlreiche Sponsoren- und Politanlässe, sondern nur die allabendlichen Vorführungen auf der Piazza. Vor der Aufführung eines Filmes präsentieren sich in der Regel noch kurz der Regisseur oder einzelne Schauspieler und ich kann nie recht verstehen, warum sie sich auf diesen Auftritt vor immerhin etwa siebentausend Zuschauern nicht vorbereiten, sondern immer die gleichen Sätzlein stammeln, wie „it’s great to be here.“ Die Leistungen in den anschliessenden Filmen sind glücklicherweise etwas professioneller, wie zum Beispiel „J’ai toujours rêvé d'être un gangster“ (Samuel Benchetrit, 2006), wo dem Regisseur, obwohl er vor dem Piazzapublikum eigentlich nichts zu sagen wusste, wundeschöne Dialoge in einzelnen Handlungssträngen gelingen, die sich je mit liebenswürdigen Kleinkriminellen befassen, und alle an einem Ort, einer Autobahnraststätte zusammenfinden, allerdings ohne dass sie dort noch weiter inhaltlich zusammengeknüpft würden.

Mühe machte mir hingegen „Death at a funeral“ (Frank Oz, 2007), wo unter anderem ein körperlich Behinderter ein Homosexueller und ein ganz böser Erpresser ist, so dass er unter dem Piazzagelächter geknebelt, mit Psychopharmaka überdosiert und schliesslich in einen Sarg gestopft werden darf (sorry, jetzt hab ich das lustigste verraten, aber das ist ganz im Sinne des Filmes, denn es werden alle Spässe dreimal angekündigt, zweimal wiederholt und dann noch einmal erklärt).

Auch „Le voyage du ballon rouge“ (Hou Hsiao-Hsien 2007) erklärt sich mit dem durch Paris schwebenden Ballon beinahe etwas zu deutlich, denn die Atmosphäre um ein Kind und seine alleinerziehende Mutter, die ihm allen finanziellen und nachbarlichen Schwierigkeiten zum Trotz eine Ausbildung und ein Zuhause in der Kleinwohnung bieten will, wird eindrücklich genug geschildert, wenn auch auf jede Spannung steigernde Dramaturgie verzichtet wird, was zumindest etwas gewöhnungsbedürftig und also mit dem einen oder anderen Gähnen quittiert wurde.

Doch all die Filme kommen ja bald in die Kinos und Sie können sich selber eine Meinung bilden.

Bis demnächst in diesem blog.

Moritz Leuenberger


Festival du film de Locarno

Tout fier de m’être vu décerner le blog de juillet de Claude Lonchamp www.stadtwanderer.net/blog je me suis rendu après Palagnedra au Festival du film de Locarno, non pas pour y courir les nombreuses manifestations organisées par les sponsors et le monde politique mais simplement pour assister aux projections en soirée sur la Piazza Grande.

Généralement, le réalisateur ou quelques acteurs se présentent brièvement avant la projection du film. Mais pourquoi ne se préparent-ils jamais à apparaître devant quelque 7000 spectateurs, reprenant immanquablement le même couplet du genre „it’s great to be here.“ ? Je ne l’ai jamais compris! Heureusement, leurs prestations dans les films projetés sont davantage empreintes de professionnalisme. J’en veux pour preuve le film de Samuel Benchetrit „J’ai toujours rêvé d'être un gangster“ (2006). Bien que peu causant devant le public de Locarno, son réalisateur a réussi à intégrer de magnifiques dialogues dans les différentes actions qui mettent en scène de petits criminels attendrissants et se déroulent toutes au même endroit, à savoir une aire d’autoroute, mais n’ont cependant aucun point commun.

En revanche, j’ai eu plus de peine avec le film de Frank Oz „Death at a funeral“ [Joyeuses funérailles] (2007), dans lequel notamment un handicapé physique homosexuel et maître chanteur très retors se retrouve bourré de psychotropes et finit engoncé dans un cercueil et… étouffé sous les rires des spectateurs de la Piazza, (zut, j’ai dévoilé la scène la plus amusante, mais c’est totalement dans l’ambiance du film qui annonce chaque gag trois fois, le répète deux fois et en donne encore une fois).
De même „Le voyage du ballon rouge“ de Hou Hsiao-Hsien (2007), avec son ballon ballotté à travers Paris, est presque trop accessible. L’ambiance régnant autour de cet enfant et de sa mère qui l’élève seule, désireuse de lui procurer, malgré les difficultés d’ordre financier et la pression des voisins, une éducation et un foyer dans le petit appartement, est reproduite de manière suffisamment expressive, bien que la dramaturgie évite tout effet de suspense, ce qui au moins requiert une certaine accoutumance, dont on est quitte avec un ou deux bâillements.

Mais tous ces films seront bientôt en salle et vous serez alors en mesure de vous faire votre propre opinion.

Au prochain blog.
Moritz Leuenberger

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