Ein Hybridauto testen?

[Version française Essayer une voiture hybride?]

Bitte um Beratung


Gegenwärtig werde ich überhäuft mit Anfragen von Automobilfirmen, die mich bitten, ihre Hybrid-, bezw. Bioethonal-, bzw. Wasserstofffahrzeuge zu testen und darüber öffentlich Bericht zu erstatten. Die Bitte geht an alle Mitglieder des Bundesrates und einer oder eine wird wohl dann als erste oder erster in die Annalen umweltfreundlicher Automobilmagistraten eingehen. Abgesehen davon, dass ich schon oft Hybridfahrzeuge gefahren bin, wenn ich ein Auto mietete, zum Beispiel, und durchaus bestätigen kann, dass sie in Sachen Komfort, Geschwindigkeit, Anzug etc. einem Benzin- oder Dieselauto in nichts nachstehen, zweifle ich, ob ich bei einer solchen Aktion, die ja nicht nur für umweltfreundliches Fahren, sondern auch für eine bestimmte Marke, wirbt, mitmachen soll.

Ich habe mein Automobil erworben, als die Diskussion um umweltfreundliche Fahrzeuge und deren Technologie noch nicht so aktuell war, wie jetzt. Es steht aber hauptsächlich in der Garage und ich benutze den Zug. Das ist keine Heldentat, denn ich wohne in Zürich und arbeite in Bern. Bessere Zugsverbindungen gibt es wohl kaum. Mit einem öffentlichen Test, so finde ich, erliege ich auch etwas einem Modetrend, einem sinnvollen zwar, aber ich mache mich eben doch zum willigen Werbevehikel für eine oder mehrere Firmen, die ihre Produkte so besser verkaufen wollen.

Die eigentlich wichtige Aufgabe eines Bundesrates, so scheint mir, ist doch, die allgemeinen Voraussetzungen zu schaffen, damit weniger CO2 ausgestossen wird. Daher haben wir ja den Klimarappen und die CO2 Abgabe erarbeitet. Wie mühsam und langwierig das war, habe ich geschildert (vgl. meinen Beitrag: „Ein Ziel zu nennen ist nicht schwer, es umzusetzen jedoch sehr“). Mit einer solchen öffentlichen Testfahrt wird ein politisches Problem auch personalisiert und damit wird von der wirklichen Aufgabe abgelenkt.

Deswegen möchte ich lieber von solchen öffentlichen Tests absehen. Auf der anderen Seite verdienen die Verbesserungsbemühungen der Industrie um umweltfreundlichere Individualmobilität durchaus Unterstützung.

Was tun?

Fragt

Moritz Leuenberger


Essayer une voiture hybride?

Cherche conseil…

Je suis actuellement beaucoup sollicité par des entreprises automobiles qui me demandent d’essayer leurs véhicules hybrides ou roulant au bioéthanol ou à l’hydrogène, puis d’en référer au public. Cette demande s’adresse à tous les membres du Conseil fédéral et l’un deux finira bien par se retrouver dans les annales écologiques de l’industrie automobile. Mis à part le fait que j’ai déjà souvent conduit des véhicules hybrides, par exemple lorsque j’en loue un, et que je peux confirmer qu’en matière de confort, de vitesse et d’accélération, ils n’ont rien à envier aux véhicules à essence ou au diesel, je doute que je doive me prêter à un pareil exercice, qui ne vise pas seulement à promouvoir la conduite écologique, mais aussi à faire de la publicité pour une marque bien précise.

J’ai acheté ma voiture à une époque où les véhicules écologiques et leur technologie n’étaient pas encore aussi performants. Mais comme j’utilise le train, elle reste principalement au garage. Cela n’a rien d’héroïque, puisque j’habite à Zurich et travaille à Berne et que les liaisons en train ne pourraient guère être meilleures.

En me livrant à un essai de ce genre,j’aurais l’impression de suivre une mode. Même si c’est pour la bonne cause, je servirais néanmoins de support publicitaire docile à une ou à plusieurs entreprises qui veulent ainsi doper leurs ventes.

Il me semble pourtant que le véritable travail d’un conseiller fédéral consiste plutôt à créer des conditions générales favorisant la réduction des émissions de CO2. C’est pour cette raison que nous avons conçu le centime climatique et la taxe sur le CO2. J’ai déjà évoqué à quel point ce travail a été laborieux (cf. ma contribution: « Il n’est guère difficile de formuler un objectif, mais le mettre en œuvre est une entreprise bien plus ardue »). Un essai de conduite contribuerait aussi à personnaliser un problème politique et nous détournerait de notre véritable rôle.

C’est pourquoi je préférerais y renoncer, même si les efforts de l’industrie destinés à promouvoir une mobilité plus écologique méritent bien d’être soutenus.

Que faire?

C’est ce que vous demande votre

Moritz Leuenberger


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. Merci!


Was zählt

[Version française Ce qui compte]

Liebe Alle miteinander

Ich würde gerne auf zwei aufgeworfene Fragen eingehen, bevor ich etwas anderes anspreche.

1. Ja, ich besuche auch blogs, vor allem den Auswandererblog, von dem ich ja die Anregung und Ermutigung für den meinigen erhielt. Das Angebot, mich jetzt aber mit anderen blogs partnerschaftlich zu verlinken, muss ich mir noch gut überlegen. Ich muss immer auch auf die Rechtsgleichheit achten. Danke für den Tipp.

2. Hausärzte oder Amtsärzte für den Test älterer Autofahrer? Sandra Laufer zweifelt, ob es Hausärzte übers Herz bringen, ihren Patienten die Fahrtüchtigkeit abzusprechen. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Der Hausarzt kennt seine Patienten und ihren Gesundheitszustand sehr gut, kommt aber vielleicht in einen Interessenkonflikt. Ein Vertrauensarzt ist unabhängig, muss seinen Befund dafür aber auf eine Momentaufnahme abstützen. Und in einem solchen Moment bleiben oft Leiden, die nur der Hausarzt kennt, verborgen. Dem Rat des vertrauten Hausarztes folgen viele Menschen gerne, weil sie Vertrauen zu ihm haben. Er bringt es auch übers Herz, ihnen die Wahrheit zu sagen. Es gibt sehr viel traurigere Wahrheiten, die ein Arzt seinen Patienten beibringen muss…

Im Moment machen etwa in der Hälfte der Kantone die Hausärzte die Kontrollen. Um sie, aber auch die Vertrauensärzte, besser zu unterstützen, wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, bei Zweifeln ihre Patienten an eine unabhängige Untersuchungsstelle zu überweisen. Wenn nötig, soll es eine umfassende verkehrsmedizinische Untersuchung bei einem spezialisierten Institut mit einer Kontrollfahrt geben. Und auch jüngere Lenker sollten regelmässig einen Sehtest absolvieren und eine Erklärung über ihren Gesundheitszustand einreichen müssen.

3. Mich beschäftigt natürlich auch die Lage der SP in Zürich. Immerhin: Viele Wähler sorgen sich um die Umwelt und wählten Kandidaten und Kandidatinnen, die sich für eine gesunde und lebenswerte Umwelt einsetzen. Unterm Strich gehen diese Kräfte gestärkt aus den Zürcher Wahlen hervor. Als Sozialdemokrat, der in der Regierung ist und sich seit vielen Jahren für eine gesunde Umwelt und den haushälterischen Umgang mit Energie einsetzt und dabei von seiner Partei immer unterstützt worden ist, tut mir der SP-Verlust aber auch weh. Die SP hat sich schon immer für eine nachhaltige Umweltpolitik eingesetzt: Ohne ihren Einsatz hätten wir heute keine CO2-Abgabe, keine Verkehrsverlagerung, kein Geld für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den Agglomerationen oder für die Förderung der erneuerbaren Energien, keine Referendumsmöglichkeit gegen den Bau von Kernkraftwerken und keine Etappen bei der Strommarktöffnung. Für die parlamentarische Arbeit am Energiegesetz muss ich der SP wirklich ein Kränzchen winden. Erneuerbare Energien werden ganz massiv gefördert und es war nicht leicht, das im Parlament zu erreichen. Das ging nicht ohne Kompromisse mit den Grünen, mit der CVP und auch mit liberalen Freisinnigen. Auch in der Atomenergie hat die SP ja eine klare Meinung: Sie ist vehement dagegen. Ich hingegen bin in einer anderen Situation, ich vertrete den Bundesrat und muss in diesem auch Kompromisse suchen. Aber diese unterschiedlichen Rollen verstehen ja die meisten Leute sehr gut.

Ich hoffe sehr, es werden bei den Wahlen im Herbst nicht nur gerade die Bekenntnisse und Ankündigungen zählen, sondern auch die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, die Schwierigkeiten der Tagespolitik nicht zu scheuen und das Versprochene auch tatsächlich mit anderen umzusetzen.

Bis bald

Moritz Leuenberger


Ce qui compte

Chers tous,

Avant de passer à autre chose, j’aimerais répondre à deux questions.

1. Oui, je consulte aussi d’autres blogs, avant tout celui d’un expatrié. C’est d’ailleurs le « Auswandererblog » qui m’a incité à créer le mien. Quant à la proposition d’indiquer des blogs partenaires, je dois encore y réfléchir. Il me faut aussi veiller à toujours respecter l’égalité juridique. Merci pour le tuyau !

2. Faut-il des médecins de familles ou des médecins officiels pour examiner les automobilistes âgés ? Sandra Laufer doute que les médecins de famille aient le courage d’interdire à leurs patients de conduire. Les deux modèles présentent des avantages et des inconvénients. Le médecin de famille connaît très bien le patient et son état de santé, mais il risque d’être confronté à un conflit d’intérêts. Quant au médecin-conseil, il est certes indépendant, mais il doit fonder son diagnostique sur un instantané de la situation et ne remarque souvent pas des maux que seul le médecin de famille est à même de connaître. Beaucoup de gens suivent volontiers le conseil de leur médecin parce qu’ils ont confiance en lui. Il a aussi le courage de leur dire la vérité. Un médecin est amené à dévoiler à ses patients des vérités beaucoup plus pénibles …
En ce moment, les médecins de famille se chargent des contrôles dans près de la moitié des cantons. Pour les aider, nous voulons leur permettre, en cas de doute, d’envoyer leurs patients à un centre d’examen indépendant. Les médecins-conseil devraient aussi bénéficier de cette possibilité. Si nécessaire, un institut spécialisé sera chargé d’effectuer un examen complet de médecine routière comprenant une course de contrôle. Quant aux conducteurs plus jeunes, ils devraient également être tenus de se soumettre régulièrement à un examen de la vue et de présenter une attestation sur leur état de santé.

3. La situation du PS à Zurich me préoccupe bien sûr aussi. Relevons malgré tout que de nombreux électeurs soucieux d’écologie ont voté pour des candidats qui s’engagent en faveur de l’environnement. Au bout du compte, ces forces sont sorties renforcées des élections zurichoises. En tant que socialiste qui, depuis de nombreuses années, s’emploie au sein du gouvernement à défendre l’environnement et à promouvoir l’utilisation rationnelle de l'énergie, j’ai toujours pu compter sur le soutien de mon parti. La débâcle du PS me fait donc aussi mal. Le PS s’est toujours engagé en faveur d’une politique durable de l’environnement : sans lui, nous n’aurions pas de taxe sur le CO2, pas de transfert du trafic, pas d’argent pour aménager les transports publics dans les agglomérations ou promouvoir les énergies renouvelables, pas de possibilité de référendum contre la construction de centrales nucléaires ni d’échelonnement de l’ouverture du marché de l’électricité. Je dois vraiment tresser des lauriers au PS pour son travail parlementaire concernant la loi sur l’énergie. La promotion massive des énergies renouvelables est en effet le fruit d’une âpre lutte au Parlement. Il a fallu accepter des compromis avec les Verts, le PDC et avec certains radicaux de tendance libérale. Sur le nucléaire, le PS a aussi une opinion claire: il y est farouchement opposé. En ce me concerne, ma situation est différente : je représente le Conseil fédéral et je dois donc chercher des compromis avec ses autres membres. Mais la plupart des gens parviennent parfaitement à faire la distinction entre ces différents rôles.

J’espère vivement qu’aux élections de cet automne, on ne s’intéressera pas seulement aux promesses et aux professions de foi, mais que l’on attachera aussi de l’importance à la capacité d’assumer des responsabilités, d’affronter les difficultés de la politique au quotidien et de collaborer avec les autres pour mettre en œuvre ce que l’on a promis.

A bientôt

Moritz Leuenberger

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Fragen zur Mobilität

[Version française Questions de transport]

Liebe Leserinnen und Leser

Sie haben es ja ohnehin gemerkt und deswegen gestehe ich es auch total freimütig: Ich war in den Osterferien und liess das Bloggen für ein paar Tage. Umso grösser war meine Freude, als ich in meinem Blognest einen bunten Osterstrauss von Fragen vorfand, die ich gerne beantworte:

1. Pascal Waelti trauert um einen Töffkollegen, der an Ostern im Waadtland ums Leben gekommen ist. Er wünscht sich ein paar Rennstrecken in der Schweiz, damit Töfffahrer richtiges Verhalten bei hohen Tempi üben könnten und fragt, warum der Bundesrat sich gegen den Bau von Rundstrecken stelle. Töfffahrer seien deshalb gezwungen, für ein Training ins Ausland auszuweichen.

Mir tut dieser Todesfall wirklich sehr leid. Es ist traurig, dass wir nach einem schönen Wochenende lesen müssen, wie viele Töfffahrerinnen und Töffahrer bei Unfällen verletzt oder getötet worden sind. Viele dieser Unfälle sind Selbstunfälle und es ist wirklich wichtig, dass in der Ausbildung aller Motorfahrzeuglenker das Verhalten in schwierigen Situationen trainiert wird. Dazu braucht es aber keine neuen Rennstrecken. Viele Veranstalter (Versicherungen, Fahrschulen, private Klubs) bieten in unserem Land Kurse für sicheres Fahren an, zum Teil auf besonderen Anlagen, zum Teil auf Flugplätzen oder anderen abgesperrten Pisten, wo man niemanden stört. Dort lässt sich alles trainieren, was es auf der Strasse wirklich braucht: Das sichere Handling des Motorrades, das Bremsen, das Ausweichen, die Wahl einer schnellen und gleichzeitig sicheren Kurvenlinie und das Gefühl für die eigene Schräglage. Eine Vollbremsung aus Tempo Autobahn liegt hier genau so drin wie die Gewöhnung an höhere Schräglagen, damit einem im Notfall in einer Kurve nicht plötzlich die Strasse ausgeht. Und für die Knieschleifer-Fraktion bietet der TCS sogar Kurse für sportliches Motorradtraining auf einer ehemaligen Rennstrecke in Lignières bei Neuenburg an. Informationen dazu finden Sie unter http://www.tcs.ch/main/de/home/kurse/test_training.html.

Leider hilft das alles nichts gegen die häufigen Unfälle, wo Motorradfahrer von unachtsamen Automobilisten abgeschossen werden – aber das ist eine andere Geschichte.

2. Herr Baldinger befürchtet, dass es bald soweit kommt, dass 70jährige Menschen ihren Führerausweis abgeben müssen. Ich kann Sie beruhigen. Das Alter allein ist kein Entzugsgrund. Das darf es nicht sein und ich will das auch gar nicht einführen. Ältere sind ja schliesslich nicht weniger auf das Auto angewiesen als junge. Aber: Letztes Jahr gab es über 370 Tote und über 5000 Schwerverletzte im Strassenverkehr. Das sind immer noch viel zu viele, auch wenn dank verschiedener Massnahmen die Opferzahlen in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Wir haben den Promillegrenzwert gesenkt, das trifft nicht nur ältere Lenker. Neulenker erhalten heute den Führerausweis nur noch auf Probe. Das sind vor allem die Jungen, die wenig Erfahrung haben und ihr Können oft überschätzen. Wir wissen aber auch, dass mit zunehmendem Alter bestimmte Fähigkeiten nachlassen. Das ist bei jedem Mann und bei jeder Frau wieder anders. Bei einigen ist es schon früh nicht mehr zu verantworten, an das Steuer zu sitzen, andere könne bis über 90 fahren. Kürzlich las ich von einer 110 Jahre alten Frau, die noch Auto fahre (bei mir wird das sicher nicht der Falls ein…) Weil es bei jedem wieder anders ist, brauchen heute alle Automobilisten ab 70 eine ärztliche Bestätigung ihrer Fahrtauglichkeit. Das macht der Hausarzt, und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Er kann nämlich dem Patienten, den er ja kennt, auch den richtigen Ratschlag geben. Viele geben nämlich den Ausweis freiwillig ab.

3. K. S. sieht zu viele Lastwagen auf den Strassen und fragt, warum diese nicht per Gleis durch die Schweiz befördert werden könnten. Da kann ich nur sagen: Wir sind daran. Letztes Jahr ist die Zahl der Lastwagen, die die Schweiz auf der Strasse durchquert haben, auf 1,18 Millionen gesunken, im Jahr 2000 waren es noch 1,4 Millionen. Im Gegenzug hat die Gütermenge, die per Containerzüge oder rollende Landstrasse die Schweiz durchquerte, stark zugenommen. Die Verkehrsverlagerung funktioniert.
Diese rollende Landstrasse, die Rola, transportiert ganze Lastwagen. Die Fahrer können sich im Zug ausruhen. Auf lange Sicht ist es aber besser, nur die Container auf der Schiene zu transportieren, denn die Lastwagen verlassen ja dann den Zug an der Grenze wieder und sind dann doch auf der Strasse. Für das Gewicht des transportierten Lasters kann zusätzlich Ware in Containern transportiert werden.

4. Viele Kommentatorinnen und Kommentatoren bedauern, dass fünf Milliarden Franken für den weiteren Ausbau der Schweizer Bahninfrastruktur zu wenig seien und dass das Geld erst noch falsch eingesetzt werde. Als Verkehrsminister und Bahnfahrer würde ich natürlich sehr gern viel mehr Ausbauwünsche erfüllen. Aber es ist nun einmal so, dass das Volk 1998 für die NEAT, die Bahn 2000, die Lärmbekäpfung und die Anschlüsse ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz 30,5 Milliarden Franken bewilligt haben. Der Bundesrat muss und will sich an diesen Rahmen halten. Gerade auch deshalb, weil es neben dem Verkehr noch andere wichtige Aufgaben gibt. Ob das Geld richtig eingesetzt wird, soll nun auch die Vernehmlassung über den Vorschlag des Bundesrates zeigen. Wir werden das Projekt sicher anpassen müssen, wenn wir die Ergebnisse der Vernehmlassung kennen, und dem Parlament einen verbesserten Vorschlag unterbreiten. Das Parlament kann dann immer noch anders entscheiden.

Bis zum nächsten Mal

Ihr Moritz Leuenberger


Questions de transport

Cher lecteurs,

Vous vous en serez bien rendu compte et c’est pourquoi je l’avoue sans honte : j’étais en vacances de Pâques et j’ai laissé le blog reposer durant quelques jours. C’est avec d’autant plus de plaisir qu’à mon retour, j’ai trouvé dans mon nid vos nombreuses questions auxquelles je suis heureux de répondre:

1. Pascal Waelti est en deuil: un de ses compagnons motards est mort à Pâques dans le canton de Vaud. Il souhaite qu’il y ait en Suisse quelques circuits où les motards puissent s’entraîner à conduire correctement à des vitesses élevées. Il se demande pourquoi le Conseil fédéral s’oppose à la construction de tels circuits, forçant ainsi les amateurs de motos à s’entraîner à l’étranger.

Ce décès me cause une grande peine. Il est affligeant de lire après un week-end radieux le bilan des motards blessés ou tués dans des accidents. Pour une grande part, ces accidents sont causés par les conducteurs eux-mêmes et il est donc capital que les motards apprennent au cours de leur initiation à réagir correctement dans des situations difficiles. Mais il n’y a pas besoin de nouveaux circuits pour cela. Divers organismes (assurances, écoles de conduite, clubs privés) proposent de nombreux cours dans notre pays pour apprendre à conduire en sécurité , tantôt sur des sites spécialement prévus à cet effet, tantôt sur des aéroports ou d’autres pistes sécurisées où on ne dérange personne. On peut y entraîner tout ce qui est vraiment nécessaire sur la route: la maîtrise de l’engin, le freinage, l’évitement d’obstacles, la bonne attaque d’un virage à haute vitesse et le sens de l’équilibre dans les courbes. Tous les aspects y sont abordés : le freinage d’urgence sur l’autoroute, l’entraînement aux fortes inclinaisons, etc. Pour ceux qui aiment raboter le bitume avec leur « kneeslider », le TCS offre même des cours spéciaux sur un ancien circuit à Lignières près de Neuchâtel. Pour de plus amples informations : http://www.tcs.ch/main/fr/home/kurse/test_training.html.

Malheureusement, ces efforts n’empêcheront jamais des automobilistes inattentifs de faucher des motards, comme cela est souvent le cas – mais c’est une autre histoire.

2. M. Baldinger craint que l’on en arrive bientôt à forcer les conducteurs de 70 ans à rendre leur permis. Je peux le rassurer: l’âge n’est pas un motif de retrait du permis. Il ne doit pas le devenir et ce n’est pas non plus ce que je souhaite. Les personnes âgées ont tout autant besoin d’une voiture que les jeunes. Je rappellerai néanmoins qu’il y a eu l’an dernier 370 morts et plus de 5000 blessés graves sur les routes. C’est toujours beaucoup trop, même si plusieurs mesures ont permis ces dernières années de réduire considérablement le nombre des victimes. Nous avons abaissé le taux d’alcoolémie autorisé, mais cette mesure ne concerne pas uniquement les personnes âgées. Nous avons aussi introduit le permis à l’essai pour les nouveaux conducteurs, essentiellement des jeunes encore peu expérimentés qui tendent à surestimer leurs capacités. Nous savons toutefois que certaines facultés diminuent avec l’âge. Mais cette évolution varie d’une personne à l’autre. Certains seraient bien avisés de renoncer au volant à un âge assez jeune alors que d’autres peuvent encore conduire à plus de 90 ans. J’ai récemment entendu parler d’une dame qui conduisait à 110 ans (ce ne sera certainement pas mon cas…). Comme la situation se présente différemment pour chacun d’entre nous, les automobilistes de plus de 70 ans doivent aujourd’hui présenter une attestation médicale pour preuve de leur aptitude à la conduite. C’est le médecin de famille qui se charge de l’examen et ce système fonctionne bien. Connaissant son patient, il est en mesure de bien le conseiller. Beaucoup de conducteurs remettent d’ailleurs leur permis spontanément.

3. K. S. voit trop de camions sur les routes et se demande pourquoi ces véhicules ne traversent pas la Suisse sur le rail. Je ne peux que lui répondre: nous y travaillons. L’an dernier, le nombre de camions qui ont traversé le pays sur la route a diminué, passant à 1,18 million, alors qu’on en comptait encore 1,4 million en 2000. Durant la même période, la quantité de marchandises qui a traversé la Suisse sur des trains de conteneurs ou par la chaussée roulante a augmenté. Le transfert de la route au rail va donc bon train.

La chaussée roulante transporte des camions entiers. Durant le trajet, les chauffeurs peuvent se reposer dans le train. A long terme, il sera préférable de transporter uniquement les conteneurs sur le rail, car à la frontière les camions reprennent la route. Cela permettra en outre de transporter des marchandises supplémentaires pour un tonnage équivalent au poids des camions.

4. Nombre de commentateurs estiment que les cinq milliards de francs prévus pour développer l’infrastructure ferroviaire suisse sont insuffisants et que, en outre, l’argent est mal utilisé. En tant que ministre des transports et usager du train, je serais naturellement ravi d’exaucer beaucoup d’autres voeux pour améliorer nos chemins de fer. Mais voilà, le peuple a décidé en 1998 d’allouer 30,5 milliards de francs pour les NLFA, Rail 2000, la lutte contre le bruit et le raccordement au réseau international des TGV. Le Conseil fédéral n’a pas l’intention de dépasser cette limite - le voudrait-il, qu’il ne le pourrait d’ailleurs pas, notamment parce qu’il y a encore d’autres tâches importantes en plus des transports. La procédure de consultation sur la proposition du Conseil fédéral dira maintenant si l’argent est utilisé à bon escient. Une fois que nous disposerons des résultats de la consultation, nous serons certainement amenés à modifier le projet avant de le soumettre au Parlement. Qui pourra ensuite toujours décider autre chose.

A la prochaine

Moritz Leuenberger

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A propos de la 3ème voie

Chers amis de Suisse romande,

Voici un texte que je vous destine spécialement. J’ai lu vos contributions concernant la 3ème voie et quelles conclusions vous en tirez. Les sentiments sont si exacerbés que je me dois de réagir, même en période de fête.

Je souhaiterais aborder trois points :

1. Un mot sur la 3ème voie

Vous vous battez pour cette 3ème voie. Je répète ce que j’ai déjà dit dans plusieurs interviews : je me réjouis de cet engagement. C’est un plébiscite en faveur d’une infrastructure des transports publics. Je m’en réjouis d’autant plus que les cantons concernés s’allient pour trouver et proposer des améliorations. Quelques précisions cependant :

- la 3ème voie n’a jamais été un projet qui aurait été définitivement promis. Si des améliorations ponctuelles et le raccordement au réseau TGV par exemple ont été prévus depuis longtemps, la 3ème voie n’était pas dans le message sur rail 2000 voté dans les années 80 ou dans le message sur le fonds concernant les transports publics, voté en 1998.
- Et ceci contrairement par exemple au tunnel du Wiesenberg, auquel nous renonçons également (Argovie et Bâle protestent).
- Contrairement également aux tunnels du Hirzel et du Zimmerberg, auxquels nous renonçons (Zurich, Zoug et Lucerne protestent).
- Et contrairement encore à plusieurs tronçons en Suisse orientale (les Grisons protestent).

Aux heures de pointe, il manque des places dans les trains sur l’arc lémanique. Mais il faut bien réaliser que, aux mêmes heures, les places manquent également dans les trains de la région zurichoise ou entre Berne et Zurich. Je le sais parfaitement par expérience personnelle. Il est légitime de s’emporter à ce propos. Ceci doit être amélioré. Mais il est faux, fondamentalement faux, de prétendre que la situation ne doit être améliorée qu’en Suisse romande. Et je m’emporte lorsque l’on affirme que la Suisse alémanique ferait tout pour défavoriser la Suisse romande. Ceci est purement et simplement faux.

Pour augmenter de manière significative les capacités entre Lausanne et Genève, nous avons prévu des mesures: quatrième voie entre Renens et Lausanne, introduction de plus de voitures à deux étages, adaptations aux gares de Genève et Lausanne.

2. Un mot sur les transports publics en Suisse romande et en Suisse alémanique

L’emportement concernant cette 3ème voie conduit certains à proférer que la Suisse romande serait systématiquement défavorisée en matière d’infrastructures des transports publics. Encore une fois, ceci est parfaitement faux. Je me suis par exemple personnellement engagé afin que les projets du CEVA à Genève et du métro M2 à Lausanne trouvent un financement au sein du fonds pour le trafic d’agglomération. Et la Suisse romande profite également grandement de notre actuelle proposition de développement des infrastructures ferroviaires (ZEB). Pour l’anecdote, j’ai personnellement été confronté à des journalistes qui ne voulaient rien entendre à ce sujet. On m’a carrément dit par exemple, après la conférence de presse du Conseil fédéral: « non, ceci ne m’intéresse pas, je ne fais un sujet que sur la 3ème voie ! »… Peut-on encore parler d’information correcte dans un tel cas ?

Je vous écris de chez moi et je n’ai pas tous les documents à disposition, mais notre projet ZEB propose une série d’améliorations dans toute la Suisse qui profitent justement à tout le réseau. Non seulement les temps de parcours mais aussi les correspondances seront très significativement améliorées (Lausanne – Bienne, Lausanne – Berne, Lausanne – Viège, les tronçons vers Pontarlier, vers Domodossola, etc.).

On ne ferait rien pour la Suisse romande ? Dans deux mois, j’inaugurerai le tunnel du Lötschberg. En son temps, la Suisse romande l’a souhaité, exigé et je me suis engagé pour cette variante des transversales alpines !

3. Un mot sur les rapports entre la Suisse romande et la Suisse alémanique

Ce qui me frappe particulièrement, c’est cette colère sourde se référant à une Suisse romande de toute façon toujours défavorisée, voire même opprimée par une classe supérieure de Suisses alémaniques ignorants. Ces sentiments existent. Qu’il soit bien clair que je les prends au sérieux et ne les rejette pas simplement parce que je ne veux pas voir la réalité.

Je me souviens, autrefois, que lorsque Swissair a décidé de supprimer les vols intercontinentaux depuis Genève, Jean-Pascal Delamuraz et moi-même avions éprouvé le même sentiment de scandale. A cette époque, de tels éclats de colère étaient justifiés contre les responsables de Swissair. Le Conseil fédéral n’avait même pas été informé de cette décision.

Mais réveiller de tels sentiments aujourd’hui est irresponsable, compte tenu des faits. Le nouveau concept ZEB prévoit de nouveaux nœuds ferroviaires dans toute la Suisse. Nous voulons justement que les travaux effectués dans l’ensemble du pays profitent à tout le réseau. C’est aussi pour cette raison qu’il n’y a pas de sens à vouloir comptabiliser qui reçoit quoi. Toutes les régions seront mieux reliées les unes aux autres, les correspondances seront meilleures. Ce concept ne privilégie justement pas les grands centres au détriment des régions. Le projet correspond pour cette raison tellement bien à l’esprit suisse. Tout ne s’arrête pas non plus avec le projet ZEB. Il faudra bien entendu continuer à investir à l’avenir pour parfaire nos transports publics. Toutes celles et ceux qui souhaitent plus pour leur région ont le droit de se battre pour la réalisation de leurs désirs. Je le salue. Mais les faits ne doivent pas être occultés. Même une protestation doit respecter cela.

Chères amies et amis de Suisse romande,
Je vous souhaite de joyeuses Fêtes de Pâques,

Moritz Leuenberger


Blogger dans le train

Je ne sais pas où sont rédigés les nombreux commentaires qui apparaissent sur mon blog ni d’où ils sont envoyés. Du bureau ? De la maison ? En chemin ? Peut-être, mais certainement pas depuis la voiture (en tout cas pas si vous êtes au volant), mais éventuellement du train. Avec l’UMTS, ce n’est pas un problème, sauf, je l’admets, sur la ligne du Gothard. Je ferai en sorte que ce problème soit résolu. Pouvoir se connecter à l’internet durant le voyage est l’un des atouts de ce moyen de transport, auquel viennent s’ajouter la ponctualité et la vitesse. Hier, une rame TGV a battu le record du monde en circulant à plus de 500 km/h. Nos trains ne circulent pas aussi vite et ce n’est pas là non plus notre ambition. Nous avons d’autres priorités : parvenir rapidement dans les grandes localités et y trouver des correspondances sans trop attendre.

C’est pourquoi nous avons décidé au Conseil fédéral d’investir 5 milliards de francs pour améliorer l’efficacité du réseau ferroviaire, une fois que les tunnels de base de la NLFA seront terminés au Gothard et au Lötschberg et que les raccordements au réseau TGV seront réalisés. On gagnera ainsi 30 minutes sur les trajets entre l’ouest et l’est du pays, de nouveaux nœuds ferroviaires verront le jour dans toutes les régions du pays. Le réseau ferroviaire suisse aura la qualité d’un réseau RER. Comme lorsque nous prenons le tram, il suffira de monter dans le prochain train sans avoir à consulter l’horaire.

En ce moment, les Romands défendent avec fougue la construction d’une troisième voie entre Genève et Lausanne. Cela prouve que les Suisses sont attachés à leurs chemins de fer. Si, autrefois, ils étaient surtout fascinés par la technique, le percement des tunnels dans la montagne et la construction de ponts vertigineux au-dessus des vallées, ils apprécient aujourd’hui le confort et la rapidité avec laquelle l’on peut se rendre d’un endroit à un autre sans être freiné par des embouteillages. Chaque matin, assis tranquillement dans le train, je vois comment notre rame dépasse les colonnes de voitures sur l’A1 pour finalement arriver à l’heure au centre de la ville de Berne. Il est vrai que, aux heures de pointe, il m’arrive parfois de devoir rester debout ou de m’asseoir sur les marches de l’escalier d’une voiture à deux niveaux. Je ne dis pas cela pour me plaindre, mais pour rassurer les Romands: des problèmes de capacités, il y en a dans toute la Suisse et pas seulement chez eux. En investissant dans l’infrastructure ferroviaire, nous voulons y remédier et améliorer le confort des voyages en train pour tous. Et cela, pas seulement parce que le chemin de fer fournit une contribution essentielle à la lutte contre les changements climatiques, mais parce que l’on peut se détendre dans le train en regardant le paysage par la fenêtre, en lisant un livre ou le journal – ou même en bloggant.


Je vous souhaite à tous de joyeuses fêtes de Pâques. Si vous partez en voyage, prenez donc le train !
A la prochaine

Moritz Leuenberger

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Bloggen in der Bahn

[Version française: blogger dans le train]

Ich weiss ja nicht, wo eigentlich die vielen Kommentare in meinen blog enstehen und abgesendet werden. Vom Büro? Von zuhause? Von unterwegs? Wenn ja, dann sicher nicht aus dem Auto (jedenfalls nicht wenn Sie am Steuer sitzen), allenfalls aber aus der Bahn. Per UMTS ist das keine Sache, ausser auf der Gotthardstrecke, das muss ich zugeben und will auch für Verbesserung sorgen. Während der Reise mit dem Internet verbunden zu sein ist nur einer der Vorteile dieses Verkehrsmittels. Andere sind die Pünktlichkeit und die Geschwindigkeit. Gestern hat ein TGV mit über 500 Stundenkilometern den bisherigen Weltrekord gebrochen. Ganz so schnell fahren unsere Schweizer Züge zwar nicht und wir streben das auch nicht an. Uns ist wichtiger, dass die grösseren Ortschaften rasch und pünktlich erreicht werden und dass dort ohne Wartezeit umgestiegen werden kann.

Deswegen haben wir im Bundesrat beschlossen, nach dem Bau der beiden Neat-Basistunnels am Gotthard und Lötschberg und dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitsanschlüsse weitere 5 Milliarden Franken zu investieren, damit das Bahnnetz noch leistungsfähiger wird. Die Reise von der Ost- in die Westschweiz wird nochmals 30 Minuten kürzer, es gibt neue Bahnknoten in allen Landesteilen. So wird aus der Schweiz ein Land mit durchgehender S-Bahn-Qualität. Wir werden, wie beim Tramfahren, einfach in den nächsten Zug steigen können, ohne den Fahrplan studieren zu müssen.

Momentan erlebe ich, wie engagiert die Romands für ein drittes Gleis zwischen Lausanne und Genf kämpfen. Das zeigt: Die Schweizer lieben ihre Bahn. Haben sie früher vor allem die Technik bewundert, als Tunnels in die Berge gebohrt und kühne Brücken über die Täler gebaut wurden, so schätzen sie es heute, komfortabel, schnell und staufrei von einem Ort zum anderen zu kommen. Ich beobachte jeden Morgen beim Blick aus dem Zugfenster entspannt, wie der Zug an den Autos auf der A1 vorbeibraust und pünktlich mitten im Stadtzentrum von Bern einfährt. Zugegeben, hin und wieder muss auch ich in den Spitzenzeiten stehen oder auf der Treppe eines Doppelstockwagens sitzen. Ich betone das nicht, um mich zu beklagen, sondern um den Romands zu versichern, dass es während den Spitzenzeiten in der ganzen Schweiz Kapazitätsprobleme gibt, nicht nur bei ihnen. Wir wollen das mit neuen Investitionen in die Bahninfrastruktur beheben und den Komfort des Bahnfahrens für alle steigern. Nicht nur weil die Bahn einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leistet, sondern auch weil man beim Bahnfahren relaxt aus dem Fenster schauen, Zeitung oder ein Buch lesen, schreiben – und sogar bloggen kann.


Ich wünsche Allen schöne Ostern. Falls Sie verreisen, nehmen Sie doch den Zug.

Bis zum nächsten Mal

Moritz Leuenberger